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 Film- und Fernsehklassiker international
Giacco Offline



Beiträge: 2.488

08.08.2021 12:26
Das alte Gewehr (1975) Zitat · Antworten

DAS ALTE GEWEHR - (LE VIEUX FUSIL)
AT: ABSCHIED IN DER NACHT
Frankreich/BRD (1975) - R: Robert Enrico - DE: 6.11.1975 - FSK 18 - Prädikat: wertvoll - V: Cinerama
Dt. Produzent: TIT-Film, München (Wolfdieter von Stein)
Darsteller: Philippe Noiret, Romy Schneider, Jean Bouise, Joachim Hansen, Robert Hoffmann, Karl Michael Vogler,



Frankreich, Sommer 1944: Julien Dandieu, der als Chirurg im örtlichen Krankenhaus arbeitet, ist besorgt. Immer öfter kommt es in der Nähe zu Gefechten zwischen den deutschen Besatzern und den einmarschierenden Alliierten. Deshalb bittet er einen Freund, seine Frau Clara und die kleine Tochter Florence zur Sicherheit in ein abgelegenes Dorf zu bringen, wo sich das alte Schloss seiner Familie befindet.. Als er sich wenige Tage später zu einem Besuch entschließt und den kleinen Ort erreicht, herrscht dort beunruhigende Stille. In der Kapelle findet er die Leichen der Dorfbewohner. Von Panik und Angst erfüllt fährt er weiter zum Schloss und muß feststellen, dass man seine Tochter erschossen hat und dass Clara vergewaltigt und auf grausame Weise getötet wurde. Fast wahnsinnig vor Trauer und Schmerz bricht er zusammen. Doch dann holt er sein altes Jagdgewehr aus dem Versteck, um Rache an den Verantwortlichen zu nehmen.



Ein schockierender und aufwühlender Film, der einige drastische Szenen enthält. Im Mittelpunkt steht der eher unscheinbare Arzt Julien, ein sanfter, besonnener Mann, der seine Familie über alles liebt. Die Wandlung dieses friedfertigen Menschen zum unerbittlichen Rächer und Jäger wird durch Philippe Noirets herausragendes und intensives Spiel glaubhaft und nachvollziehbar. Er, dessen Beruf es ist, Leben zu retten, sieht nun den einzigen Sinn seines Daseins darin, Leben auszulöschen. Er ist gegenüber den deutschen Soldaten, die sich im Schloss, das einer mittelalterlichen Festung gleicht, einquartiert haben, im Vorteil, denn er hat hier die Jahre seiner Kindheit verbracht und kennt die unterirdischen Geheimgänge und die architektonischen Besonderheiten wie seine Westentasche. Außerdem kann er seine Gegner durch einen Einwegspiegel beobachten und ist somit über all ihre Schritte informiert.
Eine Besonderheit der Inszenierung ist, dass Julien zwischendurch immer wieder von der Erinnerung an das familiäre Glück heimgesucht wird. Robbert Enrico spielt gekonnt mit diesem Kontrast zwischen Glücks- und Horrormomenten und so pendelt der Film zwischen der heiteren Leichtigkeit der Vergangenheit und den furchterregenden Schrecken der Gegenwart. Diese Rückblenden geben Romy Schneider zugleich die Möglichkeit, die Rolle der Clara durch ihr einfühlsames und anrührendes Spiel zu vertiefen. Clara ist jünger als ihr Mann, unbekümmert und lebenslustig. Den Krieg verdrängt sie eher. Umso verstörender wirken die barbarischen Szenen ihres Todes. Eine beeindruckende Leistung zeigt auch Joachim Hansen als SS-Offizier, der sich im Grunde der Sinnlosikeit seines Tuns bewusst ist, sich aber der Pflichterfüllung nicht entziehen kann.
Dieses Meisterwerk des französischen Kinos stieß damals bei den meisten deutschen Kritikern auf Ablehnung. Man bezeichnete den Film als "Schauerstück". Von "blutrünstigen Effekten" und "primitiver Spannungsmache" war die Rede. Die Filmbewertungsstelle verlieh ihm immerhin das Prädikat "wertvoll". In Frankreich dagegen wurde "Das letzte Gewehr" mit dem "Cesar" als bester Film des Jahres ausgezeichnet. Der Preis ging ebenfalls an Philippe Noiret und an die wunderbare Musik von Francois de Roubaix.

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