Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Edgar Wallace ,...



Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 112 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 536

21.07.2021 16:46
Der Adler ist gelandet (1976) Zitat · Antworten

Der Adler ist gelandet

Original: The Eagle Has Landed
Erscheinungsjahr: 1976
Regie: John Sturges
Darsteller: Michael Caine, Donald Sutherland, Robert Duvall, Donald Pleasence



Handlung

Nach der erfolgreichen Befreiung von Mussolini durch deutsche Fallschirmjäger gibt Hitler die Anweisung zur Entführung Churchills heraus. Der lustlose Admiral Canaris (Anthony Quayle) delegiert die Sache halbherzig an Oberst Radl (Robert Duvall) weiter, doch der intrigante Heinrich Himmler (Donald Pleasence) treibt den Oberst durch Drohungen und Schmeicheleien zu einer raschen Realisierung des Projektes an. Man verspricht sich dadurch, die Engländer einem Verhandlungsfrieden geneigt zu machen. Durch eine Agentin erfährt der Geheimdienst von Churchills geplantem Besuch in dem kleinen englischen (fiktiven) Küstenort Studley Constable, ein Plan wird entwickelt, in dem der erprobte Fallschirmkommandeur Kurt Steiner (Michael Caine) samt seiner Einheit die Hauptrolle spielen soll. Steiner, der ausgezeichnet Englisch spricht, hat sich durch seine versuchte Rettung eines jüdischen Mädchens vor der SS in Polen die Rache des Regimes zugezogen, er und seine Männer müssen einen Strafdienst zur Minenräumung auf den Kanalinseln leisten. Ein Todesurteil auf Raten, die Hälfte der Einheit ist schon umgekommen.
Radl stellt dem Trupp die komplette Rehabilitierung in Aussicht, wenn sie den Entführungsplan in die Tat umsetzen. Zur Seite wird dem Kommando noch der IRA-Kämpfer Liam Devlin gestellt, der von Donald Sutherland gespielt wird. Nach kurzer Vorbereitung landen die Fallschirmjäger in England, unter der Tarnung von polnischen Uniformen geben sie in Studley Constable vor, Verbündete zu sein. Zuerst scheint alles gut zu gehen, aber durch den Rettungsversuch eines der Soldaten an einem Kind kommt die Identität der Saboteure ans Tageslicht. Die geben sich noch lange nicht geschlagen, die Bevölkerung wird, soweit greifbar, in der Dorfkirche interniert, doch nun überstürzen sich die Ereignisse. Schließlich bekommt eine in der Nähe stationierte amerikanische Einheit Wind von der Sache, was in der Folge zu wilden Schießereien und blutigen Verlusten auf beiden Seiten führt. Steiners Chance auf eine Erfüllung seiner Mission, die auch notfalls die Liquidierung seines Zielobjektes einschließt, scheint aussichtslos, doch schließlich steht er, der mit allen Wassern gewaschene Kämpe, dem britischen Kriegspremier Auge in Auge gegenüber…


Bewertung

Die Verfilmung von Jack Higgins‘ Klassiker kann mit einer Riege von sehr guten Schauspielern sowie einer spannenden Geschichte trumpfen, obgleich man ja weiß, dass Sir Winston nach Kriegsende noch zwei Jahrzehnte weiterlebte, Bücher schrieb, Bilder malte und, wie es sich gehört, allerlei Preise entgegennahm. Zudem ist der Blickwinkel diesmal verschoben, denn es sind ja Deutsche, die ein Kommandounternehmen führen, also auf der „Gegenseite“ stehen. Quasi als Rechtfertigung für einen solchen Helden wird am Anfang Steiners Aversion gegen die Mordaktionen der SS gezeigt, hier lässt Caines Rolle sehr überzeugend seine fast schon an Hass grenzende Abneigung gegen unsoldatische Schlächter hinter der Front heraus, während er sonst den ganzen Rest des Filmes eine ironisch-überlegte, fast schon etwas überhebliche Art dem Schicksal gegenüber an den Tag legt. Irgendwie macht er den Eindruck, dass er sich in seiner (Film-)Haut nicht so endgültig heimisch fühlt.
Beängstigend real erscheint Pleasence in seiner Himmler-Darstellung, die auch rein äußerlich sehr ähnlich wirkt. Das Gefühl, einer Giftschlange gegenüberzusitzen, muss wohl gleichgeartet sein.
Hier stellt man die gerne zitierte allgemeine gegenseitige Abneigung von Wehrmacht und SS dar, die im Speziellen in der Rivalität ihrer Geheimdienste ihren Niederschlag findet.
Auch sonst sind die Akteure durchaus überzeugend, Larry Hagman beispielsweise tritt als Colonel Pitts auf, eine eher lächerliche und komplett unfähige Figur, deren Karrieregeilheit leider eine Menge Männer zum Opfer fallen. Sutherland als irischer Widerstandkämpfer beginnt schnell noch eine Affäre mit der netten Molly von nebenan, was mit einer wahrhaft atemberaubenden Geschwindigkeit vor sich geht, was hat der Typ eigentlich so an sich ? Er prügelt sich noch mit einem brutalen Konkurrenten um die Gunst der Schönen, bereitet zusammen mit der Agentin Mrs. Grey (Jean Marsh) die Landung der Fallschirmeinheit vor, besorgt Lastwagen… viel Arbeit für den flapsigen Burschen in kurzer Zeit.
Erwähnenswert vielleicht noch Siegfried Rauch als hochdekorierter deutscher Soldat unter Steiners Kommando, der sich und den Rest der Truppe aufopfert, um seinem Chef in auswegloser Lage ein Entkommen zu ermöglichen und den Job noch auszuführen. Da ist er wieder, der deutsche Nibelungenwahn, eine aussichtslose Sache ohne Rücksicht auf Verluste bis zum bitteren Ende durchzuziehen, der die entfernten Vettern jenseits des Kanals irgendwie zu faszinieren scheint.
Ansonsten noch jede Menge Protagonisten, der hasserfüllte Pater Voreker aus der Kirche etwa oder der besonnene Captain Clark, der nach Pitts katastrophal geendetem ersten Angriff das Kommando über die Ranger übernimmt und buchstäblich schwerere Geschütze auffahren lässt, was die Lage entscheidend wenden soll.
Die im letzten Drittel des Streifens aufflammenden Kämpfe sind schon wesentlich realistischer gefilmt als in den sechziger Jahren, der zweite Weltkrieg in miniature in einem kleine englischen Flecken an der Südküste. Obwohl die Aufregung sicherlich in diesem Teil am größten ist, gibt es generell keine Längen zu beanstanden, die Dramaturgie hält den Zuschauer bis zum dramatischen Schluss gelungen bei der Stange.


Vergleich zum Roman:

In den ersten Jahrzehnten nach dem Weltkrieg waren recht hausbackene Erzählungen über tapfere Kommandoeinheiten schwer in Mode, etwa von Colin Forbes oder Alistair McLean. Vor allem letzter motivierte zu einigen Agentenkriegsfilmen, in denen Tapferkeit, Kameradschaft, Verrat, Liebe und schier unlösbare Herausforderungen stets eine ähnliche Mischung bildeten. Auf diesen Zug sprang auch der britische Schriftsteller Jack Higgins auf, dessen Romanvorlage für den vorliegenden Streifen immer noch sein bekanntestes Werk sein dürfte. Allerdings waren diesmal keine braven Alliierten auf Mission Impossible, sondern die Deutschen, mit einer durchaus ehrgeizigen Zielsetzung. Aus dem Nebel der Geschichte wabern Gerüchte über derartige Unternehmen immer mal durch, etwa Skorzenys Kommandounternehmen gegen die alliierten Staatsoberhäupter beim Kairo-Treffen, der (angebliche) Attentatsplan gegen die „Großen Drei“ bei der Teheran-Konferenz, oder auch der real dokumentierte Mordplan gegen Stalin durch zwei Agenten. Alle diese Ereignisse wurden literarisch oder filmisch verarbeitet, wobei die Fiktion die gesicherten Tatsachen bei weitem überlappt. Bei der von Higgins geschilderten Operation, die mit den Code-Worten „Der Adler ist gelandet“ in die heiße Phase läuft, sollen nach dessen eigener Aussage wenigstens fünfzig Prozent der Wahrheit entsprechen. Man kann wohl eher getrost davon ausgehen, dass hier die Eigenwerbung die „Wahrheit“ um fünfzig Prozent schöngeredet hat. Was nun die Faszination der Sache für Liebhaber des Sujets nicht schmälert.
Dabei hält sich der Regisseur letzten Endes sehr stark an die berühmte Literaturvorlage, wenngleich es auch einige Änderungen und vor allem Auslassungen gibt. Ein paar auffällige Punkte:
Oberstleutnant Kurt Steiner war in der Vorlage noch wesentlich kritischer den Nazis gegenüber, sein Engagement hing auch mit vagen Versprechungen zusammen, etwas für seinen in Gestapohaft geschundenen Vater zu tun. Auch hat er beispielsweise die zivilen Geiseln von sich aus gehen lassen und nicht erst auf Bitten des amerikanischen Offiziers. Und, besonders eklatant, am Ende zögert er im entscheidenden Moment, den Abzugsfinger zu krümmen, was allerdings im Prinzip nichts ausmacht. Trotzdem wollte man hier vielleicht einen Offizier in deutscher Uniform nicht zu sympathisch herüberkommen lassen. Auch Oberst Radl war mehr Getriebener als Überzeugter, obgleich natürlich für alle die Pflichterfüllung über allem stand.
Andererseits waren offenbar auch zu viele Flecken auf Britanniens weißem Schild nicht erwünscht. Mrs. Grey ist im Film nur „die Verräterin“, ihr Hintergrund als Südafrikanerin, der als junge Frau durch britische Soldaten im Burenkrieg sehr großes Unrecht zugefügt wurde, wurde nicht thematisiert (zumindest in der leider um ca. zehn Minuten gekürzten deutschen Fassung). Auf einen englischen SS-Freiwilligen namens Preston, der Steiners Einheit als ungewünschte Unterstützung zugeteilt wurde, hat man lieber gleich verzichtet. Das sogenannte Britische Freikorps, nie mehr als eine Handvoll Männer, ist sicherlich für die Inselbewohner eine peinliche Erinnerung, und man könnte fast vermuten, dass diese von dem in Nordirland aufgewachsenen Higgins, der in seinen Büchern keine übertriebene Anglophilie spüren lässt, als kleine Stichelei eingefügt wurde. Preston wird später von Devlins Nebenbuhler Seymour gelyncht, welcher nun wiederum nicht wie im Film von Molly erschossen wird.
Der Erzählstrang um Devlin ist im Roman etwas komplexer. Dem IRA-Kämpfer gehört eindeutig die Sympathie des Autors, der auch gleich klarstellt, dass er mit Terroranschlägen nichts am Hut hat. Das Bündnis mit Deutschland ist für ihn nur Mittel zum Zweck gegen die wenig geschätzten Briten. Während im Film nur mal kurz angerissen wird, dass Devlin von ein paar ominösen Gestalten Militärfahrzeuge erhält, sind es „in Wirklichkeit“ ein berüchtigter Gangster mit dessen Bruder und Bande, die erfolglos versuchen, Devlin zu linken. Die grausame Strafe der IRA für Verrat folgt auf dem Fuße, was wiederum die Spezial-Abteilung der Polizei in Gestalt eines Inspektors samt Assistenten auf die Fährte des Verursachers setzt. Das Ganze mündet kurz vor Schluss unabhängig vom restlichen Geschehen in eine unerwartet blutige Auseinandersetzung. Devlin setzt sich im Roman auch zusammen mit einem verwundeten deutschen Unteroffizier des Unternehmens auf einem Schnellboot nach Deutschland ab, während er im Film ja unrealistischerweise bei seiner Molly bleibt und das S-Boot in letzter Konsequenz offenbar abgeschossen wurde.
Trotz der auch sonst noch bestehenden Abweichungen kann man aber von einer sehr werkgetreuen Verfilmung sprechen, der nun ohnehin nicht zu stark nuancierte Stoff wurde vergröbert und in einer Konzentration auf das Wesentliche umgesetzt.


Zusammenfassung:

Wie das Lexikon des internationalen Films bemängelt, wird der Krieg hier tatsächlich als eine Angelegenheit harter Burschen dargestellt, und die sich demzufolge im Übrigen durch soldatische Tugenden, wie Tapferkeit, Kameradschaft, Gehorsam auszeichnen, ansonsten rauhbeinige Gesellen mit dem Herz auf dem rechten Fleck sind, die die Umstände leider auf gegnerische Positionen geworfen haben, die sich dennoch respektieren usw. Das sollte man aber nun bei einem derartigen Film auch erwarten, es geht hier weder um Kriegskritik noch um Hinterfragen gängiger Klischees. Dennoch bleibt auch hier mitunter Zeit für leisere und nachdenklichere Töne. Es wird auf Spannung und Konflikte gesetzt, die selbstredend auftretende Frage des Zuschauers, ob denn hinter allem ein Körnchen Wahrheit stecken könnte, wird geschickt geschürt. Obwohl ja am Ende ein Verantwortlicher bedeutungsschwer sagt, dass das alles niemals stattgefunden hat - im doppelten Sinne treffend.
Als Ergebnis gibt es einen über zweistündigen dramatischen Film mit hervorragenden Akteuren.

Savini Offline



Beiträge: 256

23.07.2021 13:27
#2 RE: Der Adler ist gelandet (1976) Zitat · Antworten

Vor ein paar Monaten habe ich den Film nach längerer Zeit mal wieder komplett gesehen.
Mein Eindruck stimmt überwiegend überein, höchstens ein paar Anmerkungen:

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
Die Verfilmung von Jack Higgins‘ Klassiker kann mit einer Riege von sehr guten Schauspielern sowie einer spannenden Geschichte trumpfen, obgleich man ja weiß, dass Sir Winston nach Kriegsende noch zwei Jahrzehnte weiterlebte, Bücher schrieb, Bilder malte und, wie es sich gehört, allerlei Preise entgegennahm.

Das ist auch bei Fred Zinnemanns ähnlich langem und ähnlich spannendem "Schakal" auch kein Hindernis (obwohl Meinolf Zurhorst das Gegenteil behauptet).
Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
Quasi als Rechtfertigung für einen solchen Helden wird am Anfang Steiners Aversion gegen die Mordaktionen der SS gezeigt, hier lässt Caines Rolle sehr überzeugend seine fast schon an Hass grenzende Abneigung gegen unsoldatische Schlächter hinter der Front heraus, während er sonst den ganzen Rest des Filmes eine ironisch-überlegte, fast schon etwas überhebliche Art dem Schicksal gegenüber an den Tag legt. Irgendwie macht er den Eindruck, dass er sich in seiner (Film-)Haut nicht so endgültig heimisch fühlt.

Die (gescheiterte) Rettungsaktion einer Jüdin und der offen gezeigte Abscheu der SS gegenüber waren wohl unverzichtbar, um der Figur Sympathiepunkte zu verschaffen. Selbst wenn klar ist, dass seine Mission am Ende scheitert (siehe oben) muss der Zuschauer ja zumindest zeitweise mit Steiner bangen. Bereits im Kino der Adenauer-Zeit wäre ein positiver deutscher Offizier so dargestellt worden, später sowieso.

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
Beängstigend real erscheint Pleasence in seiner Himmler-Darstellung, die auch rein äußerlich sehr ähnlich wirkt. Das Gefühl, einer Giftschlange gegenüberzusitzen, muss wohl gleichgeartet sein.

Beim ersten Sehen war ich verblüfft und hätte Pleasence gar nicht erkannt; die Maske ist absolut überzeugend, ebenso wie die Mischung aus Verschlagenheit und fast unbeholfen wirkender Leutseligkeit im Gespräch.
Trotz nur drei Szenen bleibt die Darstellung im Gedächtnis wozu auch die Sache mit der Vollmacht beiträgt (wer den Film kennt, wird das verstehen).
Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
Larry Hagman beispielsweise tritt als Colonel Pitts auf, eine eher lächerliche und komplett unfähige Figur, deren Karrieregeilheit leider eine Menge Männer zum Opfer fallen.

Interessant, dass der Film nicht nur auf deutscher Seite sowohl positiv als auch negativ gezeichnete Figuren bietet, sondern sogar auf der der Alliierten mit Pitts eine Karikatur eines engstirnigen Wichtigtuers und mit Captain Clark einen vernünftigen amerikanischen Offizier als Gegenpol.

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
Sutherland als irischer Widerstandkämpfer beginnt schnell noch eine Affäre mit der netten Molly von nebenan, was mit einer wahrhaft atemberaubenden Geschwindigkeit vor sich geht, was hat der Typ eigentlich so an sich ?

In einem Film, der sich ansonsten relativ "realistisch" gibt, wirken diese James-Bond-Allüren schon fast fehl am Platze.
Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
der hasserfüllte Pater Voreker aus der Kirche etwa

Wirklich "hasserfüllt"? Auf mich wirkt die Figur über weite Strecken sehr besonnen und sanftmütig; dass ihm im letzten Drittel angesichts einer (bewusst) provozierenden Bemerkung von Devlin der Kragen platzt, ist durch die Umstände absolut verständlich.
Übrigens hatte ich die Kirche früher immer selbstverständlich für eine (hochkirchlich orientierte) anglikanische gehalten und war überrascht, dass Verecker sie in einer der geschnittenen Szenen als "roman catholic" bezeichnet. Sowohl in der Fehlerliste bei IMDB als auch in einem online einsehbaren Auszug aus einem Buch über die Darstellung katholischer Geistlicher im Film heißt es, dass es extrem unglaubwürdig sei, dass die offenbar einzige Kirche in einem Dort im Südosten England 1943 eine katholische wäre.
Warum es keine anglikanische ist, ist eigentlich unverständlich, auch dramaturgisch. Außerdem würden dadurch ein paar Unstimmigkeiten vermieden.

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
Und, besonders eklatant, am Ende zögert er im entscheidenden Moment, den Abzugsfinger zu krümmen, was allerdings im Prinzip nichts ausmacht. Trotzdem wollte man hier vielleicht einen Offizier in deutscher Uniform nicht zu sympathisch herüberkommen lassen.

Vielleicht wollte man gegen Ende durch den (scheinbaren) Tabubruch auch eine kurze Schockreaktion beim Publikum auslösen, das selbstverständlich annahm, dass
Churchill gerettet wird.

Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
Auch Oberst Radl war mehr Getriebener als Überzeugter, obgleich natürlich für alle die Pflichterfüllung über allem stand.

Wobei die Darstellung im Film relativ neutral und differenziert ausfällt, wenn man bedenkt, dass es sich nur im ersten Drittel um eine wirklich zentrale Figur handelt. Aähnlich sieht es (trotz der Kürze seines Auftritts) bei Admiral Canaris aus.

Noch kurz etwas zur deutschen Fassung: Michael Caine hatte damals noch keine wirkliche Feststimme und wird von Klaus Kindler synchronisiert, den man heute in erster Linie mit Clint Eastwood verbindet (er war im ersten James-Bond-Film auch aus dem Mund von Sean Connery zu hören). In den letzten Jahrzehnte wurde dann Jürgen Thormann zum Stammsprecher, der hier aus dem Mund des Pfarrers zu hören ist, der (aus heutiger Sicht) irritierenderweise in mehreren Szenen direkten Dialog mit Steiner hat.
Und gerade in diesem Forum sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Donald Sutherland in diesem Film die Stimme von Harry Wüstenhagen hat.

 Sprung  
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz