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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 294 mal aufgerufen
 Schauspieler/-innen
Butler James Offline



Beiträge: 2

26.05.2021 16:30
Soledad Miranda Zitat · Antworten

Hallo zusammen,

kurz zu mir: nach einigen Wiederholungen im Oster- und Pfingstprogramm wurde Edgar Wallace für mich nach über drei Jahrzehnten wieder "lebendig". Als Kind/Jugendlicher beim Familienfernsehabend waren die Krimis Gruselgaranten. Also - was man damals unter Grusel verstand..... in erster Linie natürlich die s/w-Filme. Die "bunten" von der Sorte "Grüne Stecknadel" & Co. mußten für mich "draußenbleiben".

Ich besorgte mir nun über Ebay das Buch von Herrn Kramp und schmökere mich seitdem durch die Story der Stories. Interessant sind dabei diejenigen Filme, die aus dem 60er-Jahre-Raster fallen und mir bisher unbekannt sind.


Jetzzt aber endlich zu Soledad Rendón Bueno, aka Soledad Miranda, aka Susann Korda, aka Susan Korday.
Ich kannte sie bis dato nicht. Am Tod mit 27 Jahren knabbere ich.

Sowohl in Buch als auch Wikilügia (betrachte ich mit größter Skepsis) scheint ein Zeitfehler zu sein. Einerseits starb Soledad am 18.08.1970, andererseits soll der Film "Der Teufel kam aus Akasava" genau dann gedreht worden sein.

Zitat deutsche WP:
"Der Film wurde vom 3. August bis 9. September 1970 in Portugal, Spanien und West-Berlin gedreht."
Da stimmt doch etwas nicht. In gerade einmal zwei Wochen ist doch keine einzelne Rolle fertig abgedreht?

In der englischen WP sind die Zeitangaben etwas logischer, allerdings auch ungenau.
Zitat englische WP:
"On the morning of 18 August 1970, after completing the filming of The Devil Came from Akasava, Miranda and her husband were involved in a collision with a small truck near Lisbon. Simões suffered minor injuries, but Miranda died as a result of major head and back trauma.[3] She and Jess Franco had started filming her next project (Justine) which he abandoned after her death."
Für "....Akasava" wird kein dezidierter Zeitraum genannt, sondern festgestellt, daß am 18.08. die Dreharbeiten dafür vorbei waren. Weiter heißt es, daß gerade neue Dreharbeiten begonnen hatten, für einen Erotikfilm "Justine", der aus zwangsläufigen (traurigen) Gründen abgebrochen werden mußte und nicht mehr erschien.

Der Zeitraum 03.08.-09.09.1970 paßt von der Logik her nur zu "Justine". Bleibt die Frage, wann genau "....Akasava" gedreht wurde.
Hat jemand hierzu Informationen jeglicher Art?
Soledad ist eine wunderschöne Frau. Bei Musikern ist der "Club 27" ja eine makabre Szenegröße; jetzt erfuhr ich, daß auch Schauspieler daran teilnehmen. Ein beklemmender Gedanke. Erst recht, wenn ich daran denke, daß ich gerade "kam" und sie "ging" - unsere Lebenszeit überschnitt sich um keine acht Wochen.

Danke schön für Auskünfte .

Jan Offline




Beiträge: 1.675

26.05.2021 19:53
#2 RE: Soledad Miranda Zitat · Antworten

Hallo und herzlich willkommen,
exakt wird man das nur feststellen können, wenn man Einsicht in die in Frankfurt lagernden Produktionsunterlagen nimmt. Es müssen Tagesberichte von dem Film existieren, die die genauen Produktionsabläufe dokumentieren (und zwar exakt so, wie es Atze Brauner gewohnt war ). Ich denke aber schon, dass man dort den bei Joachim Kramp angegebenen Produktionszeitraum finden wird; schon alleine deswegen, weil diese Dokumente schon vor der öffentlich zugänglichen Archivierung zumindest einsehbar waren. Joachim war gerade bei dem Erfassen solcher Daten immer höchst akribisch und begeistert, diese aufzulisten. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass er da etwas frei erfunden haben soll. Die Angaben, die heute im Internet kursieren, dürften aber alle im Wesentlichen auf dieser einen Quelle beruhen (bei filmportal.de z.B. findet sich auch der identische Zeitraum).

Zu guter Letzt darf man auch den ...äh... höchst ökonomischen Inszenierungsstil Jess Francos nicht außer Acht lassen, der in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum wie diesem gut und gerne auch zwei Filme parallel hätte herstellen können. Er war da nicht so wählerisch, sodass ich davon ausgehen würde, dass Soledad Miranda tatsächlich während der Dreharbeiten verstorben ist. Das Schöne an einem Jess-Franco-Film ist ja, dass es letztlich gar nicht groß auffällt, wenn ein Darsteller oder eine Darstellerin auf halbem Wege nicht mehr an den Dreharbeiten teilnimmt.

Gruß
Jan

Giacco Offline



Beiträge: 2.228

26.05.2021 21:57
#3 RE: Soledad Miranda Zitat · Antworten

Im Filmbibliographischen Jahrbuch 1971 sind ebenfalls diese Angaben enthalten:
3.8 - 9.9.1970 (30 Drehtage)
Für Francos beiden vorherigen Projekte "Sie tötete in Ekstase" und "Vampyros Lesbos", die direkt nacheinander entstanden, wird als Drehschluß "Juli 1970" angegeben. Da bis zum Drehbeginn von "Akasava" eine gewisse Vorbereitungszeit einkalkuliert werden muss, erscheinen die Angaben schlüssig.

Tarzan Offline



Beiträge: 998

26.05.2021 22:07
#4 RE: Soledad Miranda Zitat · Antworten

Im Brauner-Archiv sind zu den deutsch-spanischen Co-Produktionen, bei denen Brauner mehr Co war, nicht zwingend Tagesberichte etc. vorrätig. Bei Jess Franco ist eher davon nicht auszugehen...

Jan Offline




Beiträge: 1.675

26.05.2021 22:44
#5 RE: Soledad Miranda Zitat · Antworten

Zitat von Tarzan im Beitrag #4
Im Brauner-Archiv sind zu den deutsch-spanischen Co-Produktionen, bei denen Brauner mehr Co war, nicht zwingend Tagesberichte etc. vorrätig. Bei Jess Franco ist eher davon nicht auszugehen...

Ja, ich weiß, zumal bei filmportal.de auch keinerlei Auszüge verlinkt sind (im Gegensatz zu anderen CCC-Produktionen). Da bei Akasava m.W. aber Brauner mit Karlheinz Mannchen auch ausführender Produzent war, wäre es zumindest einen Versuch wert in Frankfurt.

Gruß
Jan

Butler James Offline



Beiträge: 2

31.05.2021 12:48
#6 Danke schön :-) Zitat · Antworten

Hallo zusammen,

vielen Dank für die Auskünfte.

Es ist hochinteressant, daß ein Regisseur, der das menschgewordene Chaos auf zwei Beinen sein soll, zusätzlich noch die Fähigkeit des "Multitaskings" hatte und mehrere Filme zeitgleich drehen konnte, was man eigentlich eher mit Ordnungssinn oder gar Pedanterie verbinden würde. Aber es gibt ja bekanntlich nichts, was es nicht gibt.

Dann werde ich mich mal weiter durch Edgar Wallace schmökern.

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