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 Film- und Fernsehklassiker national
Giacco Offline



Beiträge: 1.969

10.06.2020 12:59
Straße der Verheißung (1962) Zitat · Antworten

STRASSE DER VERHEISSUNG

BRD (1962) - R: Imo Moszkowicz - DE: 13.11.1962 - FSK 18 - V: Nora
Darsteller: Mario Adorf, Karin Baal, Johanna von Koczian, Amedeo Nazzari, Wolfgang Wahl, Paul Muller, Wolfgang Völz, Carola Rasch, Lotte Ledl



Bei einem Landgang im Hafenviertel von Neapel lässt der Matrose Joe an einer Weggabelung eine Münze darüber entscheiden, in welche Richtung er gehen soll. Die Straße führt in die Paradiso-Bar zu der Striptease-Tänzerin Nina. Beide verlieben sich in einander, doch ihre Beziehung wird durch Eifersucht, Alkohol und Auseinandersetzungen auf die Probe gestellt. Um zu zeigen, was passiert wäre, wenn Joe den anderen Weg genommen hätte, kehrt der Film zum Ausgangspunkt zurück. Diesmal trifft er auf die verwöhnte Luxusdame Valentina und wieder ist Liebe im Spiel. Doch Valentina hat gewisse Verpflichtungen gegenüber einem etwas undurchsichtigen Herrn und der versucht, Joe in kriminelle Machenschaften zu verwickeln.

Ein Mann zwischen zwei Frauen in einem Film, der die Frage stellt: Ist der Weg eines Menschen vorbestimmt? Die Filmbewertungsstelle zeichnete das Werk immerhin mit dem Prädikat "wertvoll" aus. Die Dreharbeiten begannen Anfang September 1962 an Originalschauplätzen in Neapel und die anschließenden Atelieraufnahmen fanden in München statt.
Nach "Max, der Taschendieb" war dies der zweite Kinofilm des damals 37jährigen Fernsehregisseurs Imo Moszkovicz. Anschließend drehte er noch das amouröse (Un-)Lustspiel "Es war mir ein Vergnügen", mit dem er allerdings eine Bauchlandung erlebte. Mit der Note 6,0 bildete der Film das Schlusslicht der Erfolgsrangliste 1963. Grund genug für Moszkowicz, sich fortan wieder auf die Fernseharbeit zu konzentrieren. Die Musik stammt einmal mehr von Martin Böttcher. Da etliche Szenen des Films im Nachtclub-Milieu spielen, gibt es auch eine Gesangsanlage. Die dunkelhäutige Olive Moorefield stellt als Barsängerin die zum Thema passende Frage:"Wohin führt die Straße des Lebens?". Ihre Stimme ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig. Dem Produktionsjahr 1962 entsprechend wird natürlich auch der damalige Modetanz Nummer 1, der Twist, präsentiert.

"Die ungewöhnliche Idee des Films beruht darauf, die Geschichte eines einfachen Mannes von einem Ausgangspunkt nacheinander in zwei Variationen zu erzählen. Beide Erzählungen sind angereichert mit gängigen Rauf- und Bar-Szenen, Eifersuchtsmätzchen, undurchsichtigen Schieber- und Polizeiaffären, mit Sentimentalität, Spannung und umrißhaft skizzierten skurrilen Typen. Die tiefere Absicht des Autors ist so gut kaschiert, dass man sie letzten Endes kaum noch spürt. Auch der neapolitanische Schauplatz - es wurde dort längere Zeit original gedreht - tritt nicht sonderlich in Erscheinung. Ansonsten aber ist Klaus von Rautenfelds Bildgestaltung wie immer gut. Hübsche Einfälle hatte der Komponist Martin Böttcher. Der Schnitt zeigt Witz und Tempo. Und Imo Moszkowicz, der Regisseur, hat das Buch mit allen Vorzügen und Schwächen geschickt in Szene gesetzt. Ganz real, direkt und unkompliziert. Als ein Stück wechselvoller, flotter Unterhaltung. Wer vordergründig nur das Ganze sehen will, braucht sich um Schicksal, Zufall und Charakter kaum Gedanken noch zu machen.
Darstellerisch hervorragend: Mario Adorf. Sein Seemann, Kraftmeier mit handfesten Grundsätzen und sanftem Gemüt, trägt mühelos die Hauptlast der Aktion. Präzise und überzeugend: Karin Baal, Amedeo Nazzari und der Bumslokalwirt Wolfgang Wahl. In einer blassen Rolle als blasse Erscheinung: Johanna von Koczian. Hinsichtlich der Publikumschancen lässt "Straße der Verheißung" durchaus verheißungsvolle Prognosen zu."


Film-Echo-Note: 4,3 (46 Meldungen)

Das Filmplakat:
https://www.postertreasures.com/Filmplak...erheissung.html

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