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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 368 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
Giacco Offline



Beiträge: 2.271

21.05.2020 16:23
Rififi in Paris (1966) Zitat · Antworten

RIFIFI IN PARIS (DU RIFIFI A PANAME)
F/D/I (1966) - R: Denys de la Patelliére - DE: 23.7.1966 - FSK 16 - V: Gloria
Prod.: Copernic,Paris (60%)- Gloria-Film, München (20%) - Fida, Rom (20%)
Darsteller: Jean Gabin, Gert Fröbe, Nadja Tiller, Claudio Brook, George Raft, Mireille Darc, Marcel Bozzufi, Claude Brasseur, Daniel Ceccaldi, Claude Cerval, Franco Ressel, Christa Lang



Paul Berger, genannt "Diamanten-Paul", gilt als König der Pariser Unterwelt. Nach außen präsentiert er sich als ehrenwerter Inhaber diverser gutgehenden Lokale, doch nebenbei betätigt er sich als Gold- und Waffenschmuggler. Dass einer seiner Kuriere als Agent für die amerikanische Finanzbehörde arbeitet, ahnt er nicht. Er hat andere Sorgen, denn ein Verbrechersyndikat aus Chicago will bei seinen lukrativen Nebengeschäften mitmischen. Als Paul ablehnt, rücken die US-Gangster in Paris an und stellen ihm ein Ultimatum.

Dieser mit großem Aufwand inszenierte Gangsterkrimi kann mit einem internationalen Staraufgebot punkten, doch leider fehlt es ihm an Spannung und Raffinesse. So ist es denn auch vor allem die exquisite Besetzung, die darüber hinwegsehen lässt, dass der Film nichts wirklich originelles zu bieten hat und ein paar Längen aufweist. Jean Gabin glänzt in einer maßgeschneiderten Rolle, die aber nur den altbekannten Schablonen folgt. Gert Fröbe, der kurz vorher den legendären Bond-Bösewicht "Goldfinger" verkörperte, ist hier als Antiquitätenhändler zu sehen, der nicht nur Pauls bester Freund und Ratgeber ist, sondern auch als "the Brain" dessen krumme Geschäfte organisiert. Seine Frau Irene, die einst die Geliebte von Paul war, wird von Nadja Tiller gespielt, die schon 1958 in "Im Mantel der Nacht" an der Seite von Jean Gabin zu sehen war. Der eigentliche Star des Films ist der weniger bekannte Claudio Brook, der als Agent Mike Coppolano Paul das Handwerk legen will. Dabei arbeitet er eng mit Kommissar Noel (Daniel Ceccaldi) zusammen. George Raft, der bereits in zahlreichen Hollywood-Krimis der 1930er Jahre mitwirkte, kann hier als Chef der amerikanischen Gangsterbande auftrumpfen. Marcel Bozzufi ist Pauls Bodyguard während Mireille Darc als Animiermädchen in einem der Clubs von Paul arbeitet, wo sie dem angeblichen Journalisten Coppolano schöne Augen macht.

"Der mit seiner internationalen Besetzung gut zu vermarktende Film hat neben der sauberen Routinearbeit in der thematischen und optischen Behandlung großartige Höhepunkte und weiß die Spannung bis zum Schluss stetig zu steigern. Während man Gert Fröbe den Großgauner vom ersten doppelschichtigen Augenaufschlag an glaubt, hat der kultivierte Jean Gabin natürlich Mühe, das Publikum von seiner schwarzen Seele unter der graumelierten Gepflegtheit des Grandseigneurs zu überzeugen und die Härte seiner Uppercuts glaubhaft zu machen. Der Dritte im Bunde der Herren der Unterwelt ist George Raft mit aalglatter Gaunerfratze. Die Kamera gewinnt mit dem Fortlauf der zunächst ziemlich verzahnten Handlung Farbe, Perspektive und sichere Stellungnahme. Die Sorgfalt und der Reichtum des Dekors sind zu loben." (Film-Echo)

Film-Echo-Note: 3,6 (51 Meldungen) / Erstnote: 3,1
Frankreich: 1.983.477 Besucher (Paris: 509.953)

rasira Offline



Beiträge: 21

08.02.2022 12:04
#2 RE: Rififi in Paris (1966) Zitat · Antworten

Interessanter Film - kommt im Mai als BR & DVD bei Fernsehjuwelen.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.646

08.02.2022 15:48
#3 RE: Rififi in Paris (1966) Zitat · Antworten

--

Ray Offline



Beiträge: 1.859

08.06.2022 00:10
#4 RE: Rififi in Paris (1966) Zitat · Antworten

Rififi in Paris (Du rififi à Paname, F/BRD/I 1966)

Regie: Denys de La Patellière

Darsteller: Jean Gabin, Gert Fröbe, Nadja Tiller, George Raft, Mireille Darc u.a.



Während Paul Berger nach außen hin die Fassade eines Lokalbetreibers zu wahren bestrebt ist, lautet sein Spitzname in Unterweltskreisen nicht umsonst „Diamanten-Paul“, ist er doch tief in Schmuggel von Edelsteinen und Waffen verstrickt. Dies bekommen auch Mitbewerber aus dem amerikanischen Ausland mit, die sich gerne an Pauls Geschäften beteiligen würden. Pauls Ablehnung mündet in eine offene Konfrontation…

„Rififi in Paris“ basiert wie „Rififi“ (1955) auf einem Roman von Auguste Le Breton. Während rififi umgangssprachlich zunächst mal nur so viel „Krawall“ bedeutet, verband man hierzulande seit dem stilprägenden Werk von Jules Dassin eine besonders raffinierte Form eines Diebstahls. Die daraus folgende Erwartungshaltung, im Falle von „Rififi in Paris“ handele es sich um ein Heist-Movie, wird indes enttäuscht. Vielmehr geht es hier um rififi im engeren Wortsinne, also um „Krawall in Paris“. Jean Gabin gibt wie in dieser Phase seiner Karriere häufiger den Gangsterboss, der sich im Verlaufe der knallharten Konkurrenz aus den Staaten ausgesetzt sieht. Zu Anfang des Films soll dem Publikum sogleich sein Format präsentiert werden. Die Handlung hetzt geradezu von Schauplatz zu Schauplatz: Japan, London, München – und natürlich Paris. Gepaart mit der geschmackvollem Inszenierung und dem prominenten Cast hat der Film durchgängig einen edlen Touch. Wer ohne Heist-Movie-Erwartung in die Betrachtung geht, bekommt auch inhaltlich einen soliden Gangsterfilm geboten, wenngleich der rote Faden mitunter ein wenig verloren geht. Gert Fröbe und Nadja Tiller tauchen von einer kurzen Einblendung zu Anfang abgesehen erst nach etwa 30 Minuten das erste Mal auf. Fröbe kann im Laufe seines eher kleineren Auftritts Facetten seines Könnens demonstrieren, die man von ihm im Unterhaltungsfilm eher weniger gewöhnt ist. Auch Nadja Tiller spielt ihren Part der Ex-Geliebten Bergers und aktuellen Lebensgefährtin der Fröbe-Figur gut.

Das Bild der Blu-Ray von Filmjuwelen ist wirklich gelungen. Als Bonus gibt es insbesondere Booklet und einen Audiokommentar.


Solider Gangsterfilm mit großer Besetzung und vielen internationalen Schauplätzen, der allerdings mitunter etwas den roten Faden verliert. Vorerst 3,5 von 5 Punkten.

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