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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 225 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
Giacco Offline



Beiträge: 1.987

09.11.2019 13:49
Perry Rhodan - SOS aus dem Weltall (1967) Zitat · Antworten

PERRY RHODAN - SOS AUS DEM WELTALL
Italien/BRD/Spanien (1967) - R: Primo Zeglio - DE: 20.10.1967 - FSK 12 - V: Constantin
Darsteller: Lang Jeffries, Essy Persson, Luis Davila, Pinkas Braun, Joachim Hansen, Daniel Martin, Ann Smyrner, John Bartha, Gianni Rizzo, Lisa Halvorsen, John Karlsen



Major Perry Rhodan soll mit seiner Crew auf dem Mond landen, weil dort ein Metall geortet wurde, das wertvoller als Uran ist. Doch bei der Ankunft stößt das Team auf ein außerirdisches Raumschiff, das wegen eines technischen Defekts dort notlanden musste. Es stammt vom Planeten Arkon und die Besatzung besteht aus der blonden Kommandantin Thora, dem Wissenschaftler Crest und diversen Kampfrobotern. Crest ist gesundheitlich ziemlich angeschlagen, denn er leidet an einer Blutkrankheit. Rhodans Bordarzt weiß, dass in einem Institut in Mombasa, das von einem Dr. Haggard geleitet wird, ein Heilserum entwickelt wurde. Um Crest zu helfen, kehrt man deshalb zur Erde zurück. Doch die Landung in Afrika bleibt nicht unbemerkt. Bald belagert ein Militäraufgebot mit Panzern und Helicoptern das Raumschiff. Als man versucht, es anzugreifen, genügt ein einziger Knopfdruck von Thora, um es durch eine unsichtbare Energieglocke zu schützen. Rhodan und sein Co-Pilot Burley machen sich auf den Weg zum Institut von Dr. Haggard. Dabei geraten sie jedoch in einen Hinterhalt, denn der Gangster Homer Arkin hatte von Anfang an seine Finger im Spiel und verfolgt seine eigenen finsteren Pläne.



Nach Jerry Cotton und Kommissar X sollte mit Perry Rhodan ein weiterer Romanheld die Kinokassen zum Klingeln bringen. Allerdings war Perry Rhodan weder FBI-Agent noch Detektiv oder Inspektor, sondern Kommandant eines Raumschiffs, der gemeinsam mit seiner Crew Abenteuer in fernen Galaxien erlebte. Die Idee, daraus einen Film oder sogar eine ganze Reihe zu machen, stammte von Ernst Ritter von Theumer. Nachdem er sich die Unterstützung des herausgebenden Moewig-Verlags gesichert hatte, begab er sich auf die Suche nach internationalen Produktionspartnern. Mit der italienischen PEA hatte er bereits erfolgreich zusammen gearbeitet ("Scharfe Schüsse auf Jamaica") und diese war von seinen Plänen so angetan, dass sie 40% der Herstellungskosten übernahm, die am Ende bei 2,4 Mio. DM lagen. Ein Viertel der Summe wurde allein für die Trickaufnahmen benötigt, für die man Antonio Margheriti verpflichten konnte. Theumers Tefi-Film und eine spanische Firma beteiligten sich mit jeweils 30 Prozent. Mitte September 1966 begann man in Rom mit den Dreharbeiten. Die Außenaufnahmen fanden auf den Kanarischen Inseln statt. In Deutschland wurde der Film schon im Vorfeld aufwändig beworben. Als er dann im Oktober 1967 endlich in die Kinos kam, erzielte er zunächst gute bis sehr gute Startergebnisse. Das änderte sich jedoch bald, denn bei den Perry-Rhodan-Fans überwog die Enttäuschung, da der Film mit den Romanvorlagen nur noch wenig zu tun hatte.
Zu den Kritikpunkten gehörte vor allem, dass die Handlung schon nach 30 Minuten vom Schauplatz Mond wieder in irdische Gefilde verlegt wird. Damit werden dann auch gleich die Raumanzüge der Protagonisten gegen Zivilkleidung getauscht und der Rest der Story hätte ebenso aus dem Drehbuch für einen KX-Film stammen können. Es wird geprügelt und geballert, es gibt Verfolgungsjagden, Täuschungsmanöver und die üblichen Explosionen. Somit entpuppt sich das Ganze im Endeffekt als ein Action- und Abenteuerfilm, der mit ein wenige Space-Flair angereichert wurde. Von intergalaktischen Kriegen und spektakulären Weltraum-Kreaturen keine Spur. Hinzu kommt, dass auch die Trickaufnahmen und Spezialeffekte teilweise etwas unbeholfen wirken.
Wer allerdings die Perry-Rhodan-Romane gar nicht kennt und den Film so nimmt, wie er ist, wird ordentlich unterhalten. Schon der farbenfrohe Vorspann mit der Titelmelodie "Seli" von Marcello Giombini ist purer Sixties-Pop, der Laune macht. Die Inszenierung bringt hier und da ein paar nette Ideen ins Spiel, wenn z.B. die Astronauten mit den außerirdischen Robotern vereint beim Kartenspiel sitzen. Lang Jeffries als Perry Rhodan bleibt ein wenig blass, was aber auch daran liegt, dass er - obwohl er den Titelhelden verkörpert - vom Drehbuch nicht besonders in den Vordergrund gestellt wird. Die Schwedin Essy Persson als Thora kommt hier deutlich besser zur Geltung. Pinkas Braun ist in seiner üblichen Rolle als abgefeimter Schurke zu sehen, während Joachim Hansen als Bordarzt meist im Hintergrund bleibt. Luis Davila (synchronisiert von Rainer Brandt, der ihm ein paar lockere Sprüche in den Mund legte) ist Rhodans Co-Pilot und Kumpel und Ann Smyrner steht als falsche Ärztin in den Diensten der Gangster. Wer an diesem bunten Comic-Strip keine besonderen Erwartungen knüpft und das Ganze nicht hinterfragt, kann durchaus Spaß an der Sache haben.

"Gemessen an seiner Entstehungszeit ein technisch aufwändiger, ansonsten aber kümmerlicher Science-Fiction-Film nach Motiven der erfolgreichen deutschen Groschenheft-Serie"(Filmdienst)

Film-Echo-Note: 4,3 (28) (Erstnote: 4,0)
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Marty McFly Offline



Beiträge: 15

10.11.2019 04:33
#2 RE: Perry Rhodan - SOS aus dem Weltall (1967) Zitat · Antworten

Ich habe mich ja schon öfter gefragt, warum es bisher keinen neuen Versuch gab, Perry Rhodan zu verfilmen.

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.675

11.11.2019 11:36
#3 RE: Perry Rhodan - SOS aus dem Weltall (1967) Zitat · Antworten

Zitat von Marty McFly im Beitrag #2
Ich habe mich ja schon öfter gefragt, warum es bisher keinen neuen Versuch gab, Perry Rhodan zu verfilmen.

Die Versuche gab es. Aber das Hauptproblem ist einfach, dass ein solches Projekt sauteuer und die Finanzierung schwierig ist, weil ein deutscher Produzent allein das Geld nicht aufbringen kann und im Ausland die Marke "Perry Rhodan" unbekannt ist. Für die Jerry Cotton-Neuverfilmung hat man, wenn ich mich recht erinnere, 8 Millionen Euro zusammenbekommen. Diese Summe würde bei einem Sci-Fi-Film für die erste Viertelstunde reichen.
Nicht umsonst wurde "Raumpatrouille Orion" damals auch bereits nach einer Staffel abgesetzt. Ja, man hat damals noch nicht jede Serien-Kuh bis zum Ende gemolken und vielleicht war immer nur eine Staffel geplant, aber die Kosten waren trotz "Bügeleisen-Setdesign" sehr hoch und nur als Ko-Produktion mit Frankreich möglich. Deswegen kam trotz Publikumserfolg auch kein Nachfolgeprojekt zu Stande.
Luc Besson hat mit "Valerian – Die Stadt der tausend Planeten" gerade erst EuropaCorp an den Rande des Ruins gebracht. Der Film ist aus meiner Sicht schwer unterhaltsam und gut gemacht und man sieht ihm seine hohen Produktionskosten (ca. 177 Millionen Dollar) an, aber die Finanzierung war nur mit Partnern in insgesamt 6 Ländern möglich und an der Kinokasse ist der Film relativ gefloppt, weil außerhalb Frankreichs und Belgiens die "Valerian & Veronique"-Comics weitestgehend unbekannt sind.
Der 60s-Perry Rhodan-Film ist ja auch ein Kuriosum, da es eigentlich eine italienische Produktion ist, zu der Theumer Geld, ein paar deutsche Schauspieler - und eben die Perry Rhodan-Lizenz beigesteuert hat.
Ich bin kein großer Kenner der Romanheft-Reihe, aber sehr Vorlagengetreu ist das Endergebnis glaube ich nicht geraten.
Das hat eher Ähnlichkeit mit den Italo-Wallace-Produktionen, die erst durch Wendtlands Geld zu "Wallace"-Verfilmungen wurden und auch sonst - wenn auch mit etwas weniger Budget und abgewandelter Besetzung - entstanden wären.

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