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 Film- und Fernsehklassiker international
patrick Online




Beiträge: 3.132

06.11.2019 20:17
Fury at Smugglers`Bay (Die Bucht der Schmuggler, 1961) Zitat · Antworten

Fury at Smugglers' Bay (Die Bucht der Schmuggler, 1961)



Regie: John Gilling

Produktion: John Gilling

Mit: Peter Cushing, John Fraser, Bernard Lee, Michèle Mercier, June Thorburn, William Franklyn, Liz Fraser, Miles Malleson, George Coulouris, Katherine Kath, Juma, Christopher Carlos, Tommy Duggan, Maitland Moss, Humphrey Heathcote


Handlung:

Das südenglische Cornwall im ausgehenden 18.Jahrhundert. Schmuggel floriert unter den Fischern, wird aber von den Behörden als notwendiges Übel um der Armut zu entgehen toleriert. Wesentlich unheimlicher ist, dass neuerdings auch eine Bande von mörderischen Riffpiraten ihr Unwesen treibt, die Schiffe mit Irrlichtern an die Klippen lockt und dann deren Gut einsammelt. Überlebende werden schonungslos getötet. Dem angesehenen Squire Trevenyan ist durchaus bekannt, dass der grobschlächtige Black John Anführer der Meuchelmörder ist. Dieser hat den Squire allerdings in der Hand, da er hinter ein pikantes Familiengeheimnis gekommen ist, durch das er ihn erpresst. Die Situation spitzt sich zu als Christopher Trevanyan, der Sohn des Squires, einen der Strandpiraten in Notwehr tötet und sich als Zeuge der Umtriebe anbietet. Auch seine romantische Verstrickung mit der hübschen Louise, der Tochter eines Schmugglers, den der Squire strafrechtlich verfolgen muss, damit Black Johns Aktivitäten nicht mit jenen der Schmuggler kollidieren, macht die Situation nicht leichter....

Anmerkungen:

Für "Fury at Smugglers' Bay" zeichnete Hammer-Regisseur John Gilling sowohl als Regisseur und Produzent als auch als Drehbuchautor verantwortlich und brachte damit eine Geschichte auf die Leinwand, die zwar wie ein Hammer-Streifen wirkt, de facto aber ein reiner John-Gilling-Film ist. Die Geschichte besticht insbesondere durch ihr typisches Cornwall-Setting, wurde aber gar nicht einmal dort, sondern im Südwesten von Wales, gedreht. Obwohl ich selbst bereits unzählige Male Cornwall besucht habe, wäre mir das niemals aufgefallen, da die Bilder wirklich das urtypische Cornwall einzufangen scheinen und sogar mit Orten aufwarten, bei denen ich geschworen hätte, sie in Englands schönster Grafschaft betreten zu haben. Die vorliegende Strandräuber-Mär dürfte von Hitchcocks Jamaica-Inn von 1939 inspiriert worden sein und ist Dank Technicolor optisch deutlich attraktiver gestaltet als besagter Film. Der Plot ist flink und unterhaltsam inszeniert, fällt aber trotzdem deutlich hinter den bald folgenden und besonders gelungenen Hammer-Seemansgarn Captain Clegg zurück. Als Cornwall-Liebhaber wird man aber von einem gewissen Wohlfühl-Charme geradezu überwältigt, den die doch recht kurzweilige Geschichte zu bieten hat. Auch die Protagonisten, die vom niederträchtigen Piraten Black John über den kompromittierten Squire Trevanyan bis hin zum sympathischen Straßenräuber "The Captain", der sein Herz im Grunde am rechten Fleck hat, reichen, sind einer altenglischen Strandräuber- und Schmugglergeschichte in höchstem Maße zuträglich. Peter Cushing als strenger und typisch britischer Squire Trevanyan agiert mit der für ihn üblichen Professionalität und gibt in "Period Dramas" ohnehin eine ausgezeichnete Figur ab. Den üblen und verschlagenen Black John verkörpert Bernard Lee, der in sämtlichen Bond-Filmen der 60er- und 70er-Jahre als legendärer M bekannt wurde. Hier ist er allerdings mit Bart und Perücke nur sehr schwer erkennbar. Als junger Held liefert John Fraser (geb.1931) eine agile Performance ab und darf dabei die besonders hübsche Französin Michele Meciere (geb.1939) als sein "love interest" umarmen. Die vor allem als dralle und dümmliche Blondine in britischen Komödien der 60er-Jahre eingesetzte Liz Fraser (1930 - 2018) darf als Wirtin und Braut des charmanten Straßenräubers, genannt Captain, einen ernsteren Part verkörpern, den sie hervorragend ausfüllt.

Fazit:

Eine eher kleine, aber Dank der wunderbaren Cornwall-Atmosphäre, des flotten Tempos und der passenden Charaktere doch recht sehenswerte Strandräuber- und Schmugglergeschichte. Der Streifen wandelt eindeutig auf Hammers Pfaden und profitiert von der Routine John Gillings, der ebenfalls in Cornwall handelnde und besonders gelungene Hammer-Klassiker wie "The Reptile" und "Plague of the Zombies" auf seinem Regie-Konto verbuchen kann. Gute 3,5 von 5 Punkten.

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