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 Film- und Fernsehklassiker international
Giacco Offline



Beiträge: 1.904

02.05.2019 12:35
Des Teufels schwache Seite (1963) Zitat · Antworten

DES TEUFELS SCWACHE SEITE (LES BONNES CAUSES)
AT: MORDFALL DUPRÈ
Frankreich/Italien (1963) - R: Christian-Jaque - DE: 10.9.1963 - FSK 16 - V: Schorcht
Darsteller: Marina Vlady, Bourvil, Pierre Brasseur, Virna Lisi, Umberto Orsini



Catherine Dupré möchte ihren reichen Ehemann loswerden, der wegen seiner Herzprobleme von der Krankenschwester Gina betreut wird. Damit der Verdacht auf Gina fällt, sorgt sie dafür, dass er während einer Injektion stirbt. Außerdem präsentiert sie ein gefälschtes Testament, dass die Pflegerin, die mit Monsieur Dupré ein Verhältnis hatte, als Alleinerbin ausweist. Unterstützt wird die attraktive Catherine von dem gerissenen Anwalt Cassidi, der ihr Liebhaber ist. Alles läuft nach Plan, nur dem Untersuchungsrichter kommen immer mehr Zweifel ...

Christian-Jaque, ansonsten eher der leichten Unterhaltung zugetan, wagt sich mit diesem unterhaltsamen Kriminalfilm an ein etwas brisantes Thema. Die optisch elegante Inszenierung und die ausgezeichneten Darsteller sorgen dafür, dass der Film auch in künstlerischer Hinsicht überzeugen kann. Marina Vlady als gewissenlose Mörderin und Pierren Brasseur als ihr Anwalt und Geliebter geben ein durchtriebenes Paar ab. Der französische Filmkomiker und Spaßmacher Bourvil zeigt als Untersuchungsrichter, dass er auch ernste Rollen glaubhaft verkörpern kann. Die unschuldig angeklagte Krankenschwester wird von der Italienerin Virna Lisi dargestellt. Damals noch dunkelhaarig, wurde sie später berühmt als Superblondine mit Sexappeal und Glamour-Image. Sie drehte mit Hollywood-Größen wie Frank Sinatra, Jack Lemmon oder Tony Curtis.
In Frankreich lief "Les bonnes causes" mit beachtlichem Erfolg. Trotz guter Kritiken und dem Prädikat "wertvoll" war das Interesse des deutschen Publikums weitaus geringer, als es sich der Verleih erhofft hatte. Ein neuer Titel sollte Abhilfe schaffen und so hieß der Film ab dem 20.12.63 "Mordfall Dupré". Gebracht hat es nichts.

"Ein Untersuchungsrichter unterliegt bei der Aufklärung eines Mordes einem Rechtsanwalt, der weniger die Gerechtigkeit als den Erfolg sucht. Nicht uninteressant inszenierte Verfilmung einer packenden Romanvorlage mit treffend besetzten Darstellern." (Filmdienst)

Bisher ist auf der Leinwand selten so alptraumartig beklemmend die Möglichkeit vorgeführt worden, Unrecht in Recht zu verwandeln und die Justiz zum Handlanger der nackten menschlichen Niedrigkeit zu stempeln. Mit zynischer Überlegenheit und mephistophelischer Geisteskälte strebt der Anwalt, der der Geliebte der Mörderin ist, ein Fehlurteil an, das zielsicher zu einem Justizirrtum führen muss. Sein großer Gegenspieler ist der Untersuchungsrichter, dem bald klar wird, dass die Angeklagte das Opfer eines grausamen Komplotts werden soll.
Das Faszinierende an dem Film ist nicht nur die psychologisch so klar herausgearbeitete Handlung, sondern auch die profilierte Zeichnung der Charaktere. So ist Pierre Brasseur als Anwalt kein billiger Filmschurke, sondern ein Mann mit einem Rest von Anstand, denn als ihm die Geliebte den Mord gesteht, ist er entsetzt, wird wankelmütig und will sich sogar von ihr trennen. Aber sie siegt und suggeriert ihm, dass beider Zukunft allein von seiner Anwaltskunst abhängt. Da erst entschließt er sich, ihren Fall zu dem seinen zu machen. Neben der brillanten Leistung von Brasseur zu bestehen, fällt auch einer Marina Vlady nicht leicht. Eine beachtliche Überraschung ist dagegen der französische Lustspieldarsteller Bourvil in der Charakterrolle des Untersuchungsrichters."
(Film Echo, Sept. 1963)

Film-Echo-Note: 4,8 (19 Meldungen) / Erstnote: 4,2
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