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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 351 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
Giacco Offline



Beiträge: 1.991

02.09.2018 20:07
Im Netz der goldenen Spinne (1966) Zitat · Antworten

IM NETZ DER GOLDENEN SPINNE - (MISSIONE SPECIALE LADY CHAPLIN)
I/F/Sp 1966 - Regie: Alberto de Martino - Musik: Bruno Nicolai - FSK 16 - Verleih: Gloria
Deutsche Erstaufführung: 20.1.1967
Darsteller: Ken Clark, Daniela Bianchi, Evelyn Stewart, Jacques Bergerac, Helga Liné, Mabel Karr, Philippe Hersent



Auf der Suche nach einem gesunkenen U-Boot, bestückt mit 16 Atom-Raketen, kommt CIA-Agent 077 Dick Malloy der schönen Lady Chaplin, die in diversen Verkleidungen kaltblütige Morde begeht, und dem Reederei-Besitzer Zoltan, der zugleich Bergungsspezialist für gesunkene Schiffe ist, auf die Spur. Um zu verhindern, dass die Massenvernichtungswaffen in falsche Hände gelangen, muss er alles riskieren.



"Im Netz der goldenen Spinne" ist einer der bond-ähnlichsten Eurospy-Filme. Die wendungsreiche Handlung bietet all das, was Freunde des Genres schätzen: interessante Schauplätze, spannende Action-Einlagen, schöne Frauen und gewissenlose Schurken. Und natürlich einen Titelsong, der für die passende Einstimmung sorgt: "Lady Chaplin", gesungen vom damaligen italienischen Superstar Bobby Solo.

Ken Clark als CIA-Agent hat sicher nicht die Ausstrahlung eines Sean Connery, kam damals aber in dieser Rolle beim Publikum an und wirkte insgesamt in 7 Eurospy-Produktionen mit. Ex-Bond-Girl Daniela Bianchi ist als Lady Chaplin die Chefin eines internationalen Modesalons und zeigt sich in ständig wechselden Kreationen und mit verschiedenfarbigen Perücken. Verkleidet als Nonne, als alte Lady im Rollstuhl oder als Zugschaffnerin, erweist sie sich obendrein als weiblicher Profi-Killer. Die nicht minder attraktive Evelyn Stewart (aka Ida Galli) ist ihre vertraute Mitarbeiterin. Jacques Bergerac als aalglatter Zoltan hat eine besondere Vorliebe für Skorpione, während Helga Liné mehr am Erwerb von Atomsprengköpfen und Treibstoffen interessiert ist. Mabel Karr steht dem Agenten 077 treu zur Seite, allerdings hat ihr das Drehbuch ein spektakuläres Ende zugedacht. Ihr Tod ist im wahrsten Sinne des Wortes explosiv - und das nur, weil sie das falsche Kleid trägt.

Für wenig Freude sorgt allerdings die deutsche Synchro, denn die ist einfach nur flach und lieblos - somit eigentlich völlig untypisch für den Gloria-Verleih. Die "Deutsche Synchronkartei" gibt z.B. an, dass Daniela Bianchi von Ingeborg SChöner synchronisiert wurde, deren Stimme hier aber absolut nicht erkennbar ist. Möglich, dass man - aus welchen Gründen auch immer - für die Video-Auswertung (Mike Hunter Video) eine neue Billig-Synchro hergestellt hat. Es hört sich fast so an.

Film-Echo-Note: 4,0 (40 Meldungen) / Erstnote: 3,7
Spanien: 1.336.749 Besucher
Italien: Platz 82 der Erfolgsliste (ca. 2 Mio. Besucher)

Prisma Offline




Beiträge: 7.551

02.09.2018 20:22
#2 RE: Im Netz der goldenen Spinne (1966) Zitat · Antworten

Ein wirklich unterhaltsamer und hochwertiger Film, der sich im Agenten-Genre nicht hinter der Konkurrenz zu verstecken braucht.
Bei der Besetzung haben mir vor allem Ida Galli und Helga Liné gefallen, die ich ja immer gerne sehe.
Interessant sind erneut die Zahlen zum Film und die beachtlichen Erfolge in Spanien und Italien.

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 413

28.10.2020 19:26
#3 RE: Im Netz der goldenen Spinne (1966) Zitat · Antworten

Im Netz der goldenen Spinne ist das dritte und beste offizielle Abenteuer des Superagenten Jack Clifton alias 077, der allerdings hier unter seinem tatsächlichen Namen Dick Malloy firmiert und von dem ehemaligen Model Ken Clark gespielt wird. War Vollmacht für Jack Clifton noch ein recht durchschnittlich inszenierter Film mit kleineren Bond-Gimmicks, wie Maschinengewehren im Rückscheinwerfer, endlosen Prügeleien mit gar nicht so cleveren Ganoven und einem geradezu utopischen Finale mit einer vernichtenden enterprise-ähnlichen Handfeuerwaffe, so kam Operation Bloody Mary schon straffer und spannender daher, mit deutlichen Feuerball-Anspielungen, einer rasanter Schießerei auf einem Hausdach und anderer guter Einlagen. Die Russen von der anderen Seite des Eisernen Vorhanges wollten in Kurzauftritten auch immer mal mitmischen, hatten gegen den blonden Helden vom «C.- I. -A.» aber genauso wenig Chancen wie die größenwahnsinnigen Bösewichter.

Im dritten Einsatz von Clifton/Malloy konnte man immer noch nicht ganz vom «Feuerball»-Mythos lassen. Ein abgesoffenes amerikanisches Schiff mit etlichen Nuklearwaffen an Bord ist für allerlei zwielichtiges Gesindel natürlich geradezu ein Magnet. Der reiche amerikanische Unternehmer Zoltan, Spezialist für die Hebung gesunkener Meeresfahrzeuge, wird von Malloy gleich unter Generalverdacht gestellt. Doch man will nicht auf ihn hören… Die Chefin einer Pariser Modefirma, genannt Lady Chaplin, ist eine, allerdings unzuverlässige, Verbündete des Millionärs. Ihre Darstellerin, Daniela Bianchi, kommt nicht mehr so verhuscht und bescheiden wie an der Seite von Sean Connery in Liebesgrüße aus Moskau daher. Ihr Part im aktuellen Film ist viel intensiver und prägender, ist sie doch auch als gnadenlose Killerin in verschiedenen Verkleidungen unterwegs, etwa als Nonne, Soldatenliebchen oder als ältere Lady mit schießendem Rollstuhl. Nebenher darf sie beim häufigen Kleiderwechsel ihre zweifellos vorhandenen Reize zur Geltung bringen, denen letzten Endes auch der Agent mit der Doppel-Sieben-Lizenz erliegen darf, allerdings bleibt der Held in Bezug auf die tödliche Dame stets etwas reserviert. Nebenher tummeln sich auch noch andere hübsche Ladies, meist Gegenspielerinnen, im relativ verwickelten Geschehen herum. Zoltan ist nur der Zwischenhändler für eine Macht im Hintergrund, die neben den Raketen auch noch Unmengen eines roten Zeugs benötigt, das man mit dem üblichen Aufwand aus einem Zug entführt. Wozu das Zeugs dienen soll, bleibt irgendwie unklar, soll wohl zum Antrieb der Raketen dienen, doch die brauchen doch eigentlich Flüssigtreibstoff (?). Jedenfalls wird daraus eine Ladung explosiver Textilien geschneidert. Nebenher gibt es einen in finanzielle Engpässe geratenen Verräter in der britischen Regierung, den dann sein klassisches Schicksal ereilt, als er von den Gangstern nicht mehr gebraucht wird. Das Taxi mit eingebautem Gasanschluss in die Passagierkabine – eine beliebte Zutat auch für Wallace-Filme.
Nachdem es dem kriminellen Reeder Zoltan mittels eines von ihm entwickelten Sonderstoffes gelungen ist, das begehrte Wrack zu heben und die Atomraketen in seine Gewalt zu bringen, ist noch lange nicht klar, wo er diese aufbewahrt. Clifton-Malloy ist ihm mit einer Tauchglocke auf die Spur gekommen. Dessem Darsteller fehlt ehrlicherweise der Charme von Connery, aber er schießt und prügelt sich bis zum Schluss routiniert durch die Handlung, setzt auch gerne mal zur Durchsetzung seiner Interessen Explosivstoffe ein. Immerhin, die Schlägereien wirken besser oder realistischer inszeniert als bei manchem Bond-Film, was bei allen drei Streifen auffällt.
Am Ende treffen Zoltan und Malloy im geheimen Raketenversteck aufeinander, wobei sie unbesorgt zwischen den nuklearen Sprengkörpern herumballern. Der Abgang des bösen reichen Kampfskorpion-Liebhabers hängt, was Wunder, aber dann wieder eng seinem ausgefallenen Hobby zusammen. Seine attraktive Haupthelferin Lady Chaplin dagegen darf sich eines wesentlich milderen Ausgangs ihrer Machenschaften erfreuen, denn die moderne clevere Frau weiß natürlich, wann sie rechtzeitig die Seiten wechseln muss…
Ende gut, alles gut, kann man da nur wieder sagen, der Film Im Netz der goldenen Spinne setzt mit seiner relativ verwickelten Handlung und deren genreüblichen Zutaten zumindest für Eurospy-Bondverschnitte durchaus einen Maßstab.

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