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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 294 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
Ray Offline



Beiträge: 1.933

14.07.2018 21:33
Frau Cheneys Ende (1961) Zitat · Antworten

Frau Cheneys Ende (BRD 1961)

Regie: Franz Josef Wild

Darsteller: Lilli Palmer, Carlos Thompson, Martin Held, Willy Birgel, Wolfgang Kieling, Maria Sebaldt, Friedrich Schoenfelder, Ann Smyrner, Francoise Rosay, Wolfgang Völz, Stanislav Ledinek, Horst Naumann. Erik Radolf u.a.


Die sich als reiche australische Witwe und "Dame von Welt" ausgebende Frau Cheney (Palmer), ihres Zeichens Juwelendiebin, mietet eine Villa an der Riviera, um an die Schmuckstücke der feinen Gesellschaft zu gelangen. Unterstützt wird sie dabei von dem als ihr Butler auftretenden Komplizen Charles (Held). Als Cheney bei einem Diebstahl vom smarten Lord Dilling (Thompson) erwischt wird, geht sie volles Risiko...

Anders als es der fatalistische Titel vermuten lässt, hat der Zuschauer es bei "Frau Cheneys Ende" mit einer eher seichten Boulevardkomödie zu tun. Franz Josef Wild nimmt sich bei seinem einzigen Kinofilm zunächst viel Zeit, um die Figuren und den Zuschauer in die Atmosphäre der feinen Gesellschaft einzuführen. Dank des bemerkenswerten Casts schaut man diesem Treiben aber durchaus gerne zu. Allen voran Lilli Palmer mit ihrer Präsenz und Ausstrahlung sowie Martin Held mit seinem differenzierten und stets präzisen Spiel bereiten Freude. Komplettiert wird das Hauptdarsteller-Trio von Carlos Thompson. Aber auch in der zweiten Reihe wartet der Film mit vielen bekannten Gesichtern auf (Kieling, Sebaldt, Völz, Smyrner). Der kriminalistische Aspekt gibt nicht wirklich viel her und im Grunde baut der Film in dem Moment, in dem es den Anschein hat, der Film würde nun richtig loslegen, eher ab und wird dabei im Ganzen ein wenig unglaubwürdig. Zwischen die starke Akzentuierung in Richtung Liebeskomödie mischen sich vorsichtige und mitunter halbherzige gesellschaftskritische Töne ("Nicht jeder verdient das, was er beruflich verdient"). Besetzung und Riviera-Flair lassen über die Kritikpunkte ein Stück weit hinwegsehen.

Die DVD von Icestorm präsentiert den Film in akzeptabler Bildqualität.


Stark besetzte, aber mit wenig Biss ausgestattete Krimikomödie um Schein und Sein der feinen Gesellschaft. 3,5 von 5 Punkten.

Giacco Offline



Beiträge: 2.535

27.02.2023 12:48
#2 RE: Frau Cheneys Ende (1961) Zitat · Antworten

FRAU CHENEYS ENDE
BRD (1961) - R: Franz Josef Wild - DE: 24.8.1961 - FSK 18 - V: Europa
Prod.: Roxy-Film, Luggi Waldleitner - M: Hans-Martin Majewski - Prädikat: wertvoll
Darsteller: Lilli Palmer, Carlos Thompson, Martin Held, Willy Birgel, Maria Sebaldt, Wolfgang Kieling, Friedrich Schoenfelder, Francoise Rosay, Ann Smyrner, Gisela Fischer, Andreas Blum, Stanislav Ledinek, Wolfgang Völz, Horst Naumann, Nora Minor



Die Ankunft der aus dem fernen Australien angereisten Frau Cheney, die ein Haus an der Cote d´Azur gemietet hat, sorgt bei den Reichen und Schönen in der Nachbarschaft für Neugier und Gesprächsstoff. Niemand ahnt, dass es sich bei der eleganten und offensichtlich gut situierten Dame, die von Verehrern umschwärmt wird, um eine raffinierte Juwelendiebin handelt. Ihr angeblicher Butler ist in Wirklichkeit ihr Komplize und Lehrmeister. Die beiden haben es auf den kostbaren Schmuck der vermögenden Madame Ebley abgesehen.

Starbesetzte Gesellschaftskomödie mit pointierten Dialogen. Der Stoff basiert auf dem Bühnenstück "The Last Of Mrs.Cheney" des Briten Frederick Lonsdale, das bereits mehrfach verfilmt worden war. Die Dreharbeiten begannen am 15.Mai in Nizza. Anschließend entstanden die Atelieraufnahmen in den Berliner CCC-Studios. Lilli Palmer als Frau Cheney und Martin Held als ihr Butler Charles erhielten die Gelegenheit, ihr schauspielerisches Potenzial voll zu entfalten. Größere Rollen haben außerdem Carlos Thompson als Frauenschwarm und Schwerenöter sowie Willy Birgel als schon etwas bejahrter Lord Elton, der Frau Cheney unbedingt heiraten will. Die Leistungen der übrigen Darsteller sind ebenfalls tadellos.
Wenn sich die Macher auch einige Mühe gegeben haben, die Handlung mit (harmlosen) Frivolitäten und attraktivem Riviera-Ambiente aufzulockern, ändert das nichts daran, dass dem Film in der zweiten Hälfte ein wenig die Puste ausgeht. Der erwartete Krimi-Kitzel bleibt aus, da der Plan der Gauner erst gar nicht in die Tat umgesetzt wird und die Story plötzlich einen anderen Kurs nimmt. Doch allein schon die Besetzung macht das Ganze sehenswert. Die damalige FSK-Freigabe ab 18 kann man heute nur milde belächeln.
Kleine Randnotiz: Lilli Palmer und Carlos Thompson waren damals ein Ehepaar. Sie hatten 1956 in "Zwischen Zeit und Ewigkeit" erstmals gemeinsam vor der Kamera gestanden und ein Jahr später geheiratet.

Bereits 1957 wurde das Stück von Peter Beauvais fürs Fernsehen (SWF) inszeniert. Handlungsort war natürlich nicht die Riviera, sondern London. Damals spielten Sonja Sutter und Harald Maresch das diebische Pärchen. Die Rolle von Artur Dilling (Carlos Thompson im Film) erhielt Helmuth Lohner. Interessant ist, dass Friedrich Schoenfelder sowohl in der Fernseh- als auch in der Filmfassung mitwirkt. 1957 gab man ihm den Part des Lord Elton, den im Film Willy Birgel darstellt.

"Ein amüsanter Film, dessen Spott sich gegen die Riviera-Prominenz richtet. Dieser Spott ist mitunter recht vordergründig, was das Vergnügen an den schauspielerischen Leistungen aber kaum schmälert. Da ist zuerst einmal Lilli Palmer. Sie hat eine sehr reizvolle Art, sich - als Frau wie auch als Schauspielerin - Distanz zu schaffen und vertsteht es trefflich, sich den begehrlichen Mannsbildern gegenüber so belustigend naiv zu geben, dass es schon wieder raffiniert wirkt. Martin Held, der als krimineller Butler den hohen Herrschaften unentwegt Lektionen für gutes Benehmen erteilt, ist allein schon das Eintrittsgeld wert. Willy Birgel zeichnet mit gutem Humor einen ältlichen Lord, der spät und deshalb etwas tapsig auf Freiersfüßen wandelt. Carlos Thompson hätte man für seine Liebhaber-Rolle etwas mehr überlegene Männlichkeit gewünscht. Stanislav Ledinek macht als Mode-Masseur, der alles erfährt und alles ausplaudert, eine gute Komödien-Figur. Wer den Film besucht, macht sich vergnügte anderthalb Stunden." (film-Echo)

"Schauspielerisch sehr ansprechende, etwas flach inszenierte Verfilmung eines Bühnenstücks." (Filmdienst)

Film-Echo-Note: 4,5 (65 Meldungen) / Erstnote: 3,1 (Der Film lief in den Großstädten gut, in den Klein- und Mittelstädten allerdings nur mäßig.)

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