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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 514 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
Prisma Offline




Beiträge: 7.554

07.04.2018 13:29
Kirmes (1960) Zitat · Antworten


Kirmes

● KIRMES (D|1960)
mit Juliette Mayniel, Götz George, Hans Mahnke, Manja Behrens, Wolfgang Reichmann, Fritz Schmiedel, Benno Hoffmann, Raidar Müller
eine Freie Film Produktion | im Europa Filmverleih
ein Film von Wolfgang Staudte




»Wir zeigen Ihnen heute Abnormes und Enormes«


In einem Dorf in der Eifel findet die alljährliche Kirmes statt. Als man das Karussell auf dem Festplatz aufbauen will und für die Befestigung ein Loch gräbt, kommt ein grausiger Fund in Form eines Skeletts zum Vorschein, außerdem eine Maschinenpistole und ein Helm der Wehrmacht. Die Überraschung ist groß, als plötzlich Frau Mertens (Manja Behrens), eine alteingesessene Bewohnerin des Dorfes, behauptet, dass es sich bei den Gebeinen um ihren Sohn Robert (Götz George) handelt, der 1944 desertiert war. Mit dem Fund kommt eine lange verschwiegene, aber genauso schockierende Geschichte zum Vorschein, die mehrere Personen das Gesicht verlieren lassen...

»Ein paar Knochen und ne alte verrostete Knarre«
, hört man von einer jungen Dame, die sich im selben Moment desinteressiert abwendet, um sich den schöneren Angeboten der Kirmes zu widmen. Betrachtet man den Menschenauflauf, so hat die Veranstaltung nicht nur eine zusätzliche, sondern eigentlich auch eine der zugkräftigeren Attraktionen gefunden und alles geht Schlag auf Schlag. Unsentimental geht man mit dem Leichenfund um, alles Nötige soll in die Wege geleitet werden, bis es einen ersten frühen Schock gibt. »Das Bündel da draußen war einmal unser Sohn Robert.« Schnell werden hektische Stimmen laut, denen ein Märchen vom unbekannten Soldaten lieber wäre; es würden Unannehmlichkeiten erspart und der Aufwand hielte sich auch in Grenzen. Doch eine Mutter besteht auf ihrer Behauptung, dass es sich definitiv um ihr Kind handle. Konträr zum luftig-leichten Titel des Films macht sich eine eigenartige Schwere und Bedrängnis breit. Es stellt sich daher unmittelbar die spannende Frage, wohin einen dieser Verlauf noch führen wird. Plötzlich werden alte Stimmen von Funktionären aus dem Krieg wieder laut; man windet sich und die mittlerweile fest in der eigenen Tasche isolierte Faust findet um mehrere Ecken herum neue Einsatzgebiete, wenig später präzise Skizzierungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt ahnt man, dass sich der Film mit Rückblenden beschäftigen wird und vom Schauplatz Kirmes, normalerweise einem Sammelbecken für Ausgelassenheit und Freude, wird der Zuschauer plötzlich mit einer erschreckenden Exekution konfrontiert. In dieser Szene zeigt sich bereits die besondere inszenatorische Qualität dieses Beitrags, außerdem ein für diese Zeit vielleicht nicht gerade übliches Engagement der Regie.

Parolen, Worthülsen und Abschreckung provozieren ein irritierendes, hauptsächlich erzwungenes Mitläufertum, welches naturgemäß eine gewisse Entrüstung, aber auch ein Gefühl der Hilflosigkeit hervorruft. Als unangenehm wirkender Verstärker funktioniert zusätzlich eine Art sterile Kehrtwende des Verlaufs, in dem es eben doch noch so heiter zugegangen war. Plötzlich ist wieder Kriegszustand, die Waffen der Schießbuden werden durch echte ersetzt. Angst, Verfolgung und Bedrohung lauern in jedem Winkel der Szenerie. Kinder kolportieren die Geschichte des Landesverräters, der soeben hingerichtet wurde und die Atmosphäre wird zusehends unbehaglicher, vor allem auch, weil Ortsgruppenleiter Georg Hölchert sein Unwesen treibt und nach nicht linientreuen Bürgern herumschnüffelt. Diese Person, um nicht zu sagen, dieser Prototyp, wird hervorragend dargestellt von Wolgang Reichmann und er bringt seine Interpretation in Gestalt, Wort und Tat überaus präzise auf den Punkt. Überhaupt bekamen die Darsteller sehr anspruchsvolle Aufgaben anvertraut und es lässt sich ein sehr hohes Niveau an darstellerischer Kompetenz feststellen. Jeder von ihnen kommt in Einklang mit den größtenteils schwierigen Anforderungen. So spielt sich Multitalent Götz George langsam in den Fokus der Geschichte. Angesichts der Anlegung dieser Rolle und den Gewissheiten, die der Verlauf früh festlegt, transportiert sich Tragik und eine ernüchternde Determination, die umso erdrückender wirkt, weil sich ein Ende des Krieges und die Verbindung zur Französin Annette anbahnt. Lichtblicke und Hoffnungsschimmer werden gerade von den Hauptpersonen skizziert, doch potentielle Schocks schweben wie ein schwarzer Schatten über dem Szenario. Die Leichtfüßigkeit und die Spiellaune der Französin Juliette Mayniel färbt den Verlauf mit trügerischer Sorglosigkeit, eine Art C'est-la-vie-Prinzip führt den Zuschauer immer wieder auf dünnes Eis.

Weitere hochklassige Leistungen zeigen Hans Mahnke und Manja Behrens als Roberts Eltern, die zwischen gefährlicher Diplomatie, aufsteigender Desillusionierung und nackter Angst hin- und herpendeln werden. Viele weitere bekannte Darsteller runden das Geschehen im Rahmen ausgefeilter Charakterdarstellungen ab, sodass man sowohl handwerklich, als auch stilistisch sozusagen mehrfache Qualitätsansprüche herausfiltern kann. Wolfgang Staudte bedient sich des hervorragenden Stilmittels, von Anfang an ein Damoklesschwert über die Geschichte zu legen. Da man als Zuschauer meint, den Verlauf weitgehend vorausahnen zu können, entstehen umso größere Schockerlebnisse, wenn trotzdem das Unerwartete passiert. Als Ursprung hierfür dient die Unberechenbarkeit gewisser Personen, die dem Protagonisten möglicherweise selbst die Nächsten sein könnten. Der heimliche Kampf von Moral und Werten wird zur empfundenen Sisyphusarbeit. Hohe Widerstände dominieren die Szenerie und machen das Anschauen meistens nicht leicht. Oftmals ist einem so, als habe man den Titel des Films vergessen oder vielleicht sogar falsch verstanden, aber im Endeffekt ist er an Doppelbödigkeit kaum zu übertreffen. War also am Ende alles nur "Kirmes"? Der hier entlarvende Blick der Regie in Richtung einiger Personen bestätigt den Eindruck, dass sich unter dem Nimbus eines "Spiels" - wie dieses auch heißen mochte oder möge - für sie alles rechtfertigen und vergessen lässt. Das Finale im Bereich der Rückblenden versetzt einen großen Tiefschlag und wird mit dem eigentlichen Finale auf dem Festplatz zur universellen Anklage gegen diejenigen von damals, die immer noch, oder eben trotzdem mit ausgelassenem Gehabe am ewigen Ort des Geschehens zu beobachten sind. Regisseur Wolfgang Staudte ist ein Mahnmal gelungen, welches im Gros des deutschen Nachkriegsfilms mit Mut zur Wahrheit und intelligenter Reflexion hervorsticht. Großartig!

Giacco Offline



Beiträge: 2.042

07.04.2018 22:44
#2 RE: Kirmes (1960) Zitat · Antworten

"Kirmes" nahm 1960 als deutscher Beitrag an den Berliner Filmfestspielen teil. Juliette Mayniel wurde als beste Schauspielerin mit einem "Silbernen Bären" ausgezeichnet. Der Kinostart erfolgte am 18. August (FSK:18, Prädikat: wertvoll)
Wie bei dem Thema zu erwarten war, erwies sich das Publikumsinteresse als mäßig. Film-Echo-Note: 4,6 (33 Meldungen)
In Frankreich hatte der Film 309.177 Besucher.

Prisma Offline




Beiträge: 7.554

09.04.2018 10:28
#3 RE: Kirmes (1960) Zitat · Antworten

Zitat von Giacco im Beitrag #2
Wie bei dem Thema zu erwarten war, erwies sich das Publikumsinteresse als mäßig. Film-Echo-Note: 4,6 (33 Meldungen)

Das hatte ich aufgrund des doch eher schwierigen und teils ungemütlichen Stoffs bereits vermutet.
Wenigstens ist es so, dass Filme wie "Kirmes" nach vielen Jahren oft einen besonderen Status eingeräumt bekommen, falls man sie denn überhaupt zu Gesicht bekommt.
Aber nichtsdestotrotz ein großes Dankeschön an Giacco. Diese begleitenden Informationen sind immer gerne gesehen und stehen den Threads wirklich sehr gut!

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

09.04.2018 18:57
#4 RE: Kirmes (1960) Zitat · Antworten

Zitat von Prisma im Beitrag #3
... falls man sie denn überhaupt zu Gesicht bekommt.

Diese Möglichkeit bietet sich bei "Kirmes" z.B. im Rahmen der Helmut-Käutner-Retrospektive "Querläufer" im Berliner Zeughauskino am Mittwoch, 6. Juni, 20 Uhr. Es wird auch eine ganze Reihe anderer mehr oder weniger forenrelevanter Filme - vor allem Dramen und Zeitgeschichtliches - gezeigt. Siehe hier.

Jan Offline




Beiträge: 1.558

20.02.2021 23:37
#5 RE: Kirmes (1960) Zitat · Antworten

Kirmes
Drama BRD 1960 • mit Götz George, Juliette Mayniel, Wolfgang Reichmann, Hans Mahnke, Manja Behrens, Benno Hoffmann, Elisabeth Göbel, Fritz Schmiedel, Raidar Müller, Horst Niendorf, Hansi Jochmann, uvm. • Drehbuch: Wolfgang Staudte • Kamera: Georg Krause • Schnitt: Lilian Seng • Produktionsleitung: Werner Ludwig • Produktion: Wolfgang Staudte
Regie: Wolfgang Staudte
Eine Produktion der Freie Filmproduktion GmbH Helmut Käutner - Harald Braun - Wolfgang Staudte


Ein Dorf in der Eifel zum Ende der 1950er Jahre: Während der Aufbauarbeiten zu einer Kirmes werden die Gebeine eines Toten gefunden. Das Ehepaar Mehrtens behauptet, dass es sich um die sterblichen Überreste ihres Sohnes Robert handelt, der in den letzten Kriegstagen umgekommen ist und dessen Andenken sich auf einem Ehrenmal gefallener Kriegssoldaten befindet. Sowohl der Bürgermeister wie auch der Pfarrer der kleinen Gemeinde insistieren, die Sache auf sich beruhen zu lassen und den Toten in ein Grab für anonyme Kriegstote zu überführen. Ehepaar Mehrtens hingegen drängt auf Bestattung im Familiengrab, denn sowohl die beiden Eltern - aber auch Bürgermeister und Pfarrer - wissen nur zu gut, welches Schicksal den jungen Robert annähernd 15 Jahre zuvor an diesem Ort ereilte.

"Kirmes" gehört in eine Reihe ambitionierter wie kommerziell erfolgloser Wolfgang-Staudte-Filme, die der Regisseur, teils wie hier in eigener Produktion, in den 1960er Jahren in die Kinos brachte. Die Missachtung, die der Streifen durch das Publikum erfahren würde, schien sein Macher geradewegs angestrebt zu haben, denn das weithin ungemschminkt dargebotene Sujet, das sich einmal mehr um des Regisseurs häufig erörtertes Thema des Untertänigen dreht, legt es geradewegs darauf an, den Publikumsgeschmack der Adenauer-Ära zu verfehlen. Mindestens dürfte es Staudte billigend in Kauf genommen haben, dass die Geschichte um den Irrsinn des Krieges im Allgemeinen und die letzten Kriegstage im Speziellen, um das grotesk gegen sich selbst kämpfende Volk und um den bis hin zur Abartigkeit getriebenen Gehorsam von Volks- und Parteigenossen das Kinopublikum vor den Kopf stößen würde.

Man kann das Raunen, das sich im Kinosaal beim Anblick des von Wolfgang Reichmann so abstoßend dargestellten Bürgermeisters entwickelt haben dürfte, förmlich bis heute spüren. Zahlreiche Zuschauer werden in gerade dieser zentralen Figur der Geschichte irgendwen aus ihrer eigenen Vergangenheit wiedererkannt haben, den sie lieber längst vergessen hätten; wenn nicht gleich Bezug zur eigenen Person hätte hergestellt werden können. Wolfgang Staudte provoziert inmitten der Hochphase von Verdrängung und Verstummung eine Auseinandersetzung mit Faschismus, Krieg und Führerwille, die flächendeckend nicht erwünscht war und als Kassengift galt. Konsequent verzichtet der Regisseur insofern auch gleich auf jedwede Form des Unterhaltungskinos. Jede noch so zaghafte Andeutung einer publikumswirksamen Nuance erstickt Staudte im Keim. Selbst altbewährten Verfahren zur Erzeugung von Spannung, die sich bei einem sich versteckt haltenden Desateur mehr als zahlreich zur Verfügung gestanden hätten, geht der Film aus dem Weg. Übliche Gegenschnitte zwischen Desateur und Häscher finden sich nicht. Zu keiner Zeit erliegt Wolfgang Staudte der Verlockung, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen, in dem er sich einer filmisch erprobten - jedoch in diesem Falle tatsächlich unpassenden - Methode zur Spannungsgewinnung bedienen würde. Dennoch entwickelt der Film, sicher vor allem aus der heutigen Perspektive und seiner kaum cineastischen Effekte zum Trotz, eine Sogwirkung, die durchaus dazu geeignet ist, den Zuschauer die vollen anderthalb Stunden über zu fesseln.

Wesentlich an dieser Fesselung beteiligt sind die hervorragend ausgesuchten Darsteller. Ganz der Linie des Films treu bleibend, wählte Produzent Wolfgang Staudte eher weniger bekannte Gesichter für seinen Film. Eines dieser Gesichter ist der junge Götz George, der hier eine seiner ersten Hauptrollen spielen kann. Sein Gesicht verströmt im raschen Wechsel Panik, Resignation, Hoffnung, Lebensfreude und Besorgnis, teils auch alles zugleich. Es ist ganz im Wesentlichen Götz George zu verdanken, dass die Figur des gehetzten Robert zu einer durch und durch lebensbejahenden Angelegenheit wird. Ihm gegenüber positioniert "Kirmes" die vollendete Verachtung in Form des feisten Bürgermeisters Hölchert. Insofern sich Wolfgang Staudte bei "Kirmes" etwas vorwerfen lassen muss, dann vielleicht die allzu deutlich ausgefallene Nähe der Reichmann-Figur zum Untertan Heßling aus "Der Untertan", seinerzeit dargestellt von dem im Typus zu Wolfgang Reichmann nicht unähnlichen Werner Peters. Reichmann transportiert eines der wesentlichen Übel des braunen Terrors indes kaum weniger überzeugend: Mitläufertum, Untertänigkeit und Gewissenlosigkeit. Einmal mehr dokumentiert Wolfgang Staudte in einem seiner Filme diesen charakterlichen Nährboden des Faschismus, den er fein abgestuft und in zahlreichen Nuancen zwischen falsch verstandenem Gehorsam und eiskalter Täterschaft inmitten zahlreicher Rollen ansiedelt.

In der weiblichen Hauptrolle, möglicherweise mit Blick auf wenigstens etwas Geschäft in Frankreich besetzt, agiert die überaus attraktive Juliette Mayniel. Anders als zu erwarten, handelt es sich bei der von ihr verkörperten französischen Zwangsarbeiterin um einen regelrechten Vamp, angelegt ohne jegliches Sentiment, abgeklärt und liebestoll. Ohnehin sind die weiblichen Charaktere in "Kirmes" durchaus interessant. Der Film beleuchtet als einer der wenigen ganz besonders auch die fanatische Verblendung von Frauen. Analog zu den männlichen Widerparts wird der hübschen Französin eine letztlich saudumme Lehrerin entgegen gesetzt, deren purer Fanatismus jegliches Denken außer Kraft gesetzt zu haben scheint. Noch im Keller und unter amerikanischer Artellerie träumt die Lehrerin vom Endsieg, propagiert längst verhallte Schlachtrufe, währenddessen die Französin mit Wein und Sex das genießt, was ihr gerade noch geblieben ist.

Für Freunde des bunten Unterhaltungskinos kaum geeignet, zählt "Kirmes" mit seiner gelungene Gegenüberstellung von Jägern und Gejagten zu den zweifelsohne beeindruckenden und unwichtigen Produktionen des bundesdeutschen Kinos. Trotz der betont nüchternen Herangehensweise ohne Musik und mit hart schattierten Schwarzweißbildern schuf Wolfgang Staudte ein nachhaltig spannendes Werk von zeitloser Bedeutung. Die etwas allzu deutlichen Anleihen bei Staudtes großem Erfolg "Der Untertan" sowie einige missglückte Anspielungen auf die Bundeswehr trüben den hochwertigen Eindruck nur unwesentlich. 4,5 von 5 Punkten.

Froschmaske Offline



Beiträge: 25

21.02.2021 12:36
#6 RE: Kirmes (1960) Zitat · Antworten

"Kirmes" ist meiner Meinung nach ein nachdenklich stimmender, überaus spannender Film mit erstklassigen Darstellern allen voran Götz George als Robert Mertens und Manja Behrens als dessen Mutter.
Schade, dass dieser Film kein großer Erfolg beim Publikum war, aber wahrscheinlich war das 1960 mit so einem Stoff nicht möglich.
Der Film erschien letztes Jahr bei Filmjuwelen auf DVD. Bildqualität sehr gut.

Ray Offline



Beiträge: 1.645

21.02.2021 22:42
#7 RE: Kirmes (1960) Zitat · Antworten

Klingt sehr interessant. Werde mir die DVD zulegen, am besten gleich zusammen mit "Nacht fiel über Gotenhafen". Der steht bei mir auch noch aus.

Ray Offline



Beiträge: 1.645

06.03.2021 10:46
#8 RE: Kirmes (1960) Zitat · Antworten

Hab den Film inzwischen gesehen und kann mich dem großen Lob nur anschließen. Staudte ist hier wieder voll in seinem Element und erkennbar "auf Krawall" aus. Immer wieder gibt es Schläge in die Magengrube, wobei die Treffer nicht selten unerwartet daherkommen und mit großer Präzision ausgeführt sind. In einzelnen Momenten schießt er womöglich ein wenig übers Ziel hinaus, etwa, wenn das kleine Mädchen ins Spiel kommt und in einer Tour aufgeschnappte Parolen wiederholt. Das ist doch etwas dick aufgetragen. Aus dem Ensemble ragen für mich der wunderbar eklig-fiese Wolfgang Reichmann und die ungemein natürlich agierende Juliette Mayniel heraus. Um diese beiden und George, der ebenfalls einen guten Job macht, bekommt man einige angenehm unverbrauchte Gesichter zu sehen. Alles in allem wirklich sehr zu empfehlen!

Das Bild der DVD von Filmjuwelen ist 1A, leider hat man in diesem Fall anders als in vielen anderen Fällen auf eine parallele Blu-Ray-Auswertung verzichtet.

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