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Forum Edgar Wallace ,...



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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 63 mal aufgerufen
 Romane
horatio Offline




Beiträge: 577

25.09.2010 10:43
#1 Louba der Spieler (1927) Zitat · antworten

Die letzten Wochen war mal wieder Wallace pur angesagt:

Louba der Spieler

Der etwas leichtsinnige junge Leutnant Reggie Weldrake dient in der englischen Armee auf Malta. Er hat Spielschulden. In Loubas Lokal hat er beim Roulette große Summen verloren. Eines Tages wird Reggie erschossen aufgefunden. Von nun an hat Captain Hurley Brown nur ein Ziel: Loubas Spielhölle muss unbedingt verschwinden.

Der Roman spielt später in London, die Love-Story tritt diesmal in den Hintergrund. Für mich ein spannender Roman!

horatio
"Irgendeiner muß es ja gewesen sein!"

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 68

09.05.2018 11:33
#2 RE: Louba der Spieler (1927) Zitat · antworten

Ein für Edgar Wallace eher ungewöhnlicher Roman. Fast scheint es, als ob er mal einen klassischen Whodunit a la Agatha Christie schreiben wollte. Das Opfer, eben jener besagte Emil Louba, ist allerdings kein Lord oder ein ähnliches Mitglied der oberen Zehntausend, sondern eine ausgesprochene Negativgestalt, ein orientalischer Spielhöllenbesitzer, verschlagen, gierig, skrupellos erpresserisch und lüstern. Allerdings gesteht ihm Wallace auch eine Art verführerischen exotischen Charme zu, mit dem er seine Mitmenschen mitunter zu beeindrucken versteht. So wird denn in den ersten Kapiteln eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Verdächtigen produziert, die alle irgendwie Grund haben, Louba zu hassen: der Vater eines von ihm in den Selbstmord getriebenen Soldaten, dessen Kameraden und vor allem dessen Vorgesetzter, der später in einer ganz anderen Funktion wieder auftauchen soll, des weiteren abgelegte Geliebte, die er ins Unglück stürzte; Frauen, die er zur Heirat (und sicher nicht nur dazu) zwingen will; ein Verlobter, der seine Braut aus Loubas Klauen retten will, dann einen ewigen geschäftlichen Konkurrenten , usw. usw....
Als Louba dann eines Tages erschlagen in seiner Wohnung liegt, geht die Polizei ungewohnt sorgfältig an die Sicherung der Spuren und an die Abgleichung der Alibis der Verdächtigen, bald stellt sich heraus, dass die Feuerleiter vor seinem Wohnzimmerfenster eine große Rolle spielt...

Es ist eben die Crux mit solcherart Geschichten, dass das Ganze immer auch zu Lasten der Spannung geht. Irgendwann ist es dem Leser egal, wer nun wann warum in der Wohnung war und das Ganze zwei Stunden später noch einmal wiederholt hat. Man will dann nur noch die Auflösung haben. Der Täter ist diesmal nicht so leicht wie sonst immer zu durchschauen, obwohl er sich ganz am Anfang einen argen Schnitzer leistet, der offenbar niemanden dazu verleitet, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Das Motiv ist eigentlich vom Leser von alleine kaum zu durchblicken und genauso zurechtgebogen wie die gesamte Mordgeschichte. Selbst als der Täter erneut zuschlägt (auch diesmal erwischt es wieder einen sehr unsympathischen Charakter) tappt der Leser noch im Dunkeln, wo denn jetzt die Beweggründe für alles liegen. Aber zum Schluss gibt es einen Brief des Täters, der alles erklärt, wobei wieder einmal Wallace`Hang zur Selbstjustiz bei schweren Fällen durchscheint.

Alles in allem ein eher "klassisch" gestrickter Krimi mit ein paar Wallace-typischen Elementen darin. Zum Einmal-Schmökern durchaus okay.

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