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Dieses Thema hat 3 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
Ray Online



Beiträge: 863

04.01.2018 17:03
Kommissar Brahm (1967, TV) Zitat · antworten

Es wundert mich, dass diese Serie hier bisher kaum Erwähnung gefunden hat.

Paul Klinger spielt Kommissar Brahm, einen besonnenen und erfahrenen Kriminalbeamten. Er wohnt ohne Frau, aber mit Sohn Peter unter einem Dach. Peter (Manfred Seipold) studiert Jura und absolviert bei seinem Vater eine Art Praktikum, weswegen er in den 13 Folgen seinen Vater bei den Ermittlungen unterstützt und dabei mitunter ohne Absprache eigene Wege geht.

Die Episoden weisen eine Länge von etwa 25 Minuten auf. Inhaltlich handelt es sich um eine realistisch angelegte Serie à la "Kommissar Freytag". Auffällig ist, dass es sich gerade zu Anfang häufig um Fahrlässigkeitstaten handelt. Besonders gelungen sind die Folgen "Ein klarer Fall" und "Tod im Studio B", in denen jeweils trotz begrenzter Lauflänge durch einen interessanten Plot sehr gut Spannung aufgebaut wird. Generell nimmt auch das Privatleben von Kommissar Brahm und Sohn einen vergleichsweise großen Platz ein. Die beiden verbringen regelmäßig auch die Abende zusammen und spielen Schach oder sehen Fern. Peter Brahm hat eine feste Freundin, Helga (Ursula Mellin), sein Vater trifft sich im Laufe der Episoden ein paar Mal mit Frau Buchmann, die in einer Folge ihren Bruder verliert. Brahm wird bei seinen Ermittlungen zudem von Inspektor Lenz, der von Wallace-Akteur Otto Stern verkörpert wird, unterstützt.

Alles in allem bietet "Kommissar Brahm" charmante Unterhaltung, obwohl längst nicht alle Folgen auch inhaltlich überzeugen. Paul Klinger kommt einfach sympathisch rüber, auch wenn seine Art manchmal in belustigender Weise altmodisch erscheint, wenn er etwa immer wieder seine volljährigen Sohn mit erhobenem Zeigefinger - zugegeben oftmals mit Augenzwinkern - belehrt. Die Idee mit der sowohl beruflichen als auch privaten Vater-Sohn-Konstellation hat durchaus seinen Reiz. Der Vorspann ist schön nostalgisch (Brahm erscheint zunächst als Schatten, tritt dann ins Bild, zündet sich seine Pfeife an und schaut in die Ferne), dazu gibt es ein Wiedersehen mit ein paar bekannten Schauspielern (Ulrich Beiger, Klaus Löwitsch, Artur Brauss u.a.). Insgesamt wirkt die Serie jedoch eher wie eine Reihe von 1963 oder 1964, vielleicht war diese Art bodenständige Unterhaltung anno 1967 nicht mehr in diesem Maße gefragt. Oder weiß jemand etwas darüber, warum "Kommissar Brahm" nach 13 Folgen eingestellt wurde?

Unglücklicherweise ist "Kommissar Brahm" innerhalb der Straßenfeger-Editionen wenig passend zusammen in einer Box mit der Serie "Parole Chicago" erschienen. Möglicherweise ein Grund, warum die Serie hier noch nicht viel diskutiert wurde. Allerdings ist die Box inzwischen oft so günstig zu haben, dass sich die Anschaffung auch allein für "Kommissar Brahm" alleine lohnt.

Fazit: Sehr bodenständige, aber charmante Krimi-Nostalgie mit einem sympathischen Paul Klinger.


Kennt hier noch jemand die Serie? Wenn ja, was habt ihr für einen Eindruck gewonnen?

Georg Online




Beiträge: 2.810

05.01.2018 09:55
#2 RE: Kommissar Brahm (TV-Serie, 1967) mit Paul Klinger Zitat · antworten

Ja, natürlich, Kommissar Brahm habe ich in den letzten 20 Jahren auch immer wieder mal geschaut. Nette TV-Unterhaltung, wenngleich sie nicht mit Kommissar Freytag mithalten kann. Dies lag in meinen Augen v. a. auch am Autor Zeitler, der mich mit seinen Beiträgen zu Percy Stuart, Im Auftrag von Madame, John Kling usw. auch nie 100% überzeugen konnte. Dennoch gibt es einige schöne Folgen, wie Du erwähnst, Tod in Studio B oder Ein klarer Fall.
Wenn ich mich richtig entsinne, wollte Klinger auf keine Serienfigur fest gemacht werden, außerdem waren die Leute hinter der Kamera (Autor Zeitler, Regisseur Thiemt) dann ja mit anderen Projekten beschäftigt. Außerdem hat das ZDF in diesen Jahren viel mehr auf Experimente Wert gelegt und häufig lieber etwas Neues produziert als etwas Altes fortgesetzt. Das wurde erst später zur Regel.
P. S.: Die Titelmusik fand ich immer etwas zu hektisch...

Gubanov Online




Beiträge: 15.043

05.01.2018 15:05
#3 RE: Kommissar Brahm (TV-Serie, 1967) mit Paul Klinger Zitat · antworten

Ich habe vor mittlerweile mehreren Jahren einmal die erste Folge gesehen, bin aber nicht hängen geblieben. Ausschlaggebend war vielleicht auch eine gewisse Enttäuschung, weil Paul Klingers Kinofilmimage nicht unbedingt zu der, wie du, @Ray, vielsagend schreibst, "sehr bodenständigen" Art der Serie passt, die zumindest in der Pilotfolge auch recht lapidar auf mich wirkte. Auch war die angesprochene DVD-Auswertung wirklich ungeschickt.

Ray Online



Beiträge: 863

05.01.2018 18:43
#4 RE: Kommissar Brahm (TV-Serie, 1967) mit Paul Klinger Zitat · antworten

Danke für eure Rückmeldungen und antworten auf meine Fragen.

Zitat von Georg im Beitrag #2
Ja, natürlich, Kommissar Brahm habe ich in den letzten 20 Jahren auch immer wieder mal geschaut. Nette TV-Unterhaltung, wenngleich sie nicht mit Kommissar Freytag mithalten kann. Dies lag in meinen Augen v. a. auch am Autor Zeitler, der mich mit seinen Beiträgen zu Percy Stuart, Im Auftrag von Madame, John Kling usw. auch nie 100% überzeugen konnte. Dennoch gibt es einige schöne Folgen, wie Du erwähnst, Tod in Studio B oder Ein klarer Fall.

...

P. S.: Die Titelmusik fand ich immer etwas zu hektisch...



Bei mir sind die Sichtungen von "Kommissar Freytag" schon etwas her. Dort fand ich die Folgen inhaltlich zunächst nicht sonderlich ansprechend, nachdem die Lauflänge aufgestockt wurde, haben mir die Folgen deutlich besser gefallen. Allerdings ist mir Paul Klinger als Kommissar Brahm wesentlich sympathischer als Konrad Georg in "Kommissar Freytag". Auch die Assistenten bei "Kommissar Freytag" waren nicht ganz so mein Fall. Insgesamt hat also in meinen Augen "Kommissar Freytag" inhaltlich die Nase vorn, wohingegen ich hinsichtlich der Hauptfiguren mehr mit denen aus "Kommissar Brahm" sympathisiere.

Was man vielleicht noch kritisch anmerken könnte, ist, dass die Quote nennnenswerter Gastdarsteller (welche "nennenswert" sind, ist natürlich subjektiv) anderswo (deutlich) höher ist als bei "Kommissar Brahm". Da wäre noch mehr drin gewesen.

Der Titelmusik stehe ich recht neutral gegenüber, unerreicht ist m.E. jene aus der ersten Staffel von "Cliff Dexter". Diese ist wirklich genial-vergnüglich.


Zitat von Gubanov im Beitrag #3
Ich habe vor mittlerweile mehreren Jahren einmal die erste Folge gesehen, bin aber nicht hängen geblieben. Ausschlaggebend war vielleicht auch eine gewisse Enttäuschung, weil Paul Klingers Kinofilmimage nicht unbedingt zu der, wie du, @Ray, vielsagend schreibst, "sehr bodenständigen" Art der Serie passt, die zumindest in der Pilotfolge auch recht lapidar auf mich wirkte. Auch war die angesprochene DVD-Auswertung wirklich ungeschickt.


Welches Kinoimage hat Paul Klinger denn (in deinen Augen) genau? Vermutlich das Gegenteil von "sehr bodenständig". Trotzdem würde mich genaueres interessieren. Ich habe noch nicht so furchtbar viel von ihm gesehen, vor allem natürlich "Die weiße Spinne" und "Das Wirtshaus von Dartmoor". ("Kriminalkommissar Eyck" hat mein Interesse geweckt und wird demnächst gesichtet).

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