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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 285 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
Giacco Offline



Beiträge: 1.417

18.03.2017 14:50
Mord im Fahrpreis inbegriffen Zitat · antworten

Mord im Fahrpreis inbegriffen (Frankreich 1965) - Regie: Costa-Gavras - Deutsche Erstaufführung: Sept. 1966
Darsteller:
Yves Montand, Pierre Mondy, Catherine Allégret, Jacques Perrin, Simone Signoret, MichelPiccoli, Jean-Louis Trintignant, Claude Mann



Bei der Ankunft des Nachtzugs von Marseille nach Paris wird in einem Schlafwagenabteil eine Tote gefunden. Da die Fahrgäste bereits fort sind, versucht Inspektor Grazziani von der Pariser Polizei die weiteren 5 Mitreisenden des Abteils ausfindig zu machen, um sie als Zeugen bzw. Verdächtige zu befragen. Doch ein Unbekannter kommt ihm zuvor und beseitigt einen nach dem anderen.

Costa-Gavras hat sein Erstlingswerk, das nach einem Roman entstand, stilsicher und temporeich inszeniert. Unterstützt wurde er von einem Darsteller-Ensemble, das mit exzellenten Leistungen glänzt. Dazu gibt es kleine Gastauftritte weiterer französischer Stars. Die Spannung wird durch ironischen Humor aufgelockert und das rasante Finale lässt darüber hinwegsehen, dass die Fülle der Details mitunter schon ein wenig für Verwirrung sorgt. Außerdem sollte zumindest das deutsche Publikum von Anfang bis Ende volle Konzentration aufbringen, denn die französischen (Nach-)Namen fliegen einem nur so um die Ohren und man muss sie im Bruchteil von Sekunden zuordnen, um dem Geschehen folgen zu können.
Der jungen Schauspielerin Catherine Allégret diente der Film als Sprungbrett. Sie ist die Tochter von Simone Signoret und die Stieftochter von Yves Montand. 1976 spielte sie eine Hauptrolle in Roland Klicks Simmel-Verfilmung "Lieb Vaterland magst ruhig sein". In Frankreich war "Compartiment tueurs" (Originaltitel) mit über 1 Mio. Besuchern ein Publikumserfolg. Allein in Paris zog er 350.000 Zuschauer an. Der Film-Echo-Note 3,7 (bei nur 15 Meldungen) nach zu urteilen, zeigte sich das deutsche Kinopublikum eher zurückhaltend.

Auszug aus einer zeitgenössischen Kritik:

"Costa-Gavras drehte einen Krimi, der es in sich hat: Da gibt es eine spannende Geschichte, die ehrlich konstruiert ist, keine Haken schlägt und ohne Bluff auskommt. Sie geht aus von Figuren, die psychologisch interessant und glaubwürdig konzipiert sind. Und die Dialoge sind selbst in der deutschen Synchronisation pfiffig, echt und nicht ohne Doppelbödigkeit. - Schade, dass dieser prächtige Krimi so unauffällig an den Start gebracht worden ist."

Fräulein Janine Offline




Beiträge: 124

18.03.2017 22:32
#2 RE: Mord im Fahrpreis inbegriffen Zitat · antworten

Ich hab den Film diese Woche auch auf ARTE gesehen, und war ganz begeistert.
Da spielt ja wirklich alles mit, was im Französischen Kino Rang und Namen hatte.
Das Catherine Allegrette die Tochter der Signoret ist, wusste ich zwar nicht, aber ich habe es vermutet.
Sie sieht ihr wirklich sehr ähnlich.
Michel Piccoli fand ich im übrigen ganz hervorragend.

brutus Offline




Beiträge: 12.765

18.03.2017 23:28
#3 RE: Mord im Fahrpreis inbegriffen Zitat · antworten

Wers verpasst hat, der hat nochmal Gelegenheit ihn zu sehen (oder aufzunehmen).

Bei Arte am 21. März um 13:40 Uhr

Prisma Offline




Beiträge: 7.462

24.03.2017 21:41
#4 RE: Mord im Fahrpreis inbegriffen Zitat · antworten

"Mord im Fahrpreis inbegriffen" lässt Krimi-Herzen höher schlagen, nicht nur, weil es sich um einen spannungsgeladenen Whodunit handelt, sondern vor allem wegen der exzellenten Inszenierung. Was man hier an Extravaganz im Rahmen von Bildgestaltung und Kamera-Einstellungen geboten bekommt, ist tatsächlich höchstes Niveau. Die Mord-Motive bleiben in schwachen Momenten zwar hinterfragungswürdig, jedoch hat man es mit zahlreichen Personen zu tun, die entgegen der Rationalität agieren. Von daher gewinnt das Ganze schon wieder ein Stück weit an Plausibilität. Insbesondere die Ermordungsszenen wirken durch das Spiel mit schneller Montage, Zooms, dem Einsatz von Musik und Akustik und Art der Handhabe derart atmosphärisch, spannend und dicht, dass es eine Offenbarung ist, diesem mörderischen Treiben zu folgen. Unterstützt vom Who’s Who des französischen Kinos, wie beispielsweise Yves Montand, Michel Piccoli, Jean-Louis Trintignant oder Simone Signoret, die ihre Präzision klassisch ausspielen, entfaltet sich ein abwechslungsreicher Verlauf, der mit feinem Humor und allerlei Komplikationen gespickt ist. Costa-Gavras Edel-Krimi konnte in jeder Hinsicht überzeugen, vor allem, wenn man das Setting, beziehungsweise Vakuum Zug im Rahmen von Mord-Geschichten ansprechend findet, wenngleich diese Szenen auch nur einen kleinen Teil des Films ausmachen.

brutus Offline




Beiträge: 12.765

25.03.2017 00:19
#5 RE: Mord im Fahrpreis inbegriffen Zitat · antworten

Ob der zu recht wohlwollenden Kommentare hier gibt es von ARTE nochmal eine Zugabe, am 28. März um 13:40 Uhr

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