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Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 752 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
patrick Online




Beiträge: 3.129

28.02.2016 18:00
Die Nibelungen der CCC-Filmkunst Zitat · Antworten

Die Nibelungen, 1.Teil: Siegfried (1966)



Filmdaten

Produktionsland: Deutschland, Jugoslawien
Originalsprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 1966 (Teil 1), 1967 (Teil 2)
Länge: 91 (Teil 1);
88 (Teil 2) Minuten
Altersfreigabe: FSK 6 (Teil 1); 12 (Teil 2)

Stab:

Regie: Harald Reinl
Drehbuch: Harald G. Petersson, Harald Reinl, Ladislas Fodor
Produktion: Artur Brauner, Götz Dieter Wulf
Musik: Rolf A. Wilhelm
Kamera: Ernst W. Kalinke
Schnitt: Hermann Haller

Besetzung:

Uwe Beyer: Siegfried, Karin Dor: Brunhild, Maria Marlow: Kriemhild, Rolf Henniger: Gunther, Siegfried Wischnewski: Hagen von Tronje, Hans von Borsody: Volker von Alzey, Herbert Lom: Etzel, Dieter Eppler: Rüdiger von Bechlaren, Mario Girotti: Giselher, Fred Williams: Gernot, Skip Martin: Alberich, Samson Burke: Blo-Edin, Maria Hofen: Frigga, Hilde Weissner: Ute, Christian Rode: Dietrich von Bern, Friedrich von Ledebur: Hildebrand, Barbara Bold: Hildegund


Handlung:



Der junge Recke Siegfried von Xanten besiegt den gefürchteten Drachen Fafnir, in dessen Blut er badet und dadurch, bis auf eine Stelle am Rücken, die von einem herabfallenden Lindenblatt verdeckt wird, nun unverwundbar ist. Anschließend bezwingt er den Zwergenkönig Alberich, den Hüter des Nibelungenschatzes, nimmt ihm dessen Tarnkappe ab, durch die man sich unsichtbar machen kann, und gewinnt den märchenhaften Schatz für sich. Mit dem Ring der Nibelungen fährt er per Schiff nach Island, um die stolze Walküre Brunhild, welche die Tochter des Gottes Wotan ist, aus ihrem Schlaf zu erwecken, in den sie aus Strafe dafür versetzt wurde, dass sie sich einst, in ihrer Eigenschaft als Hüterin des Schatzes, diesen stehlen ließ. Brunhild verliebt sich in Siegfried, doch reist der Recke nach Burgund, um dieses im Zweikampf zu gewinnen. Burgunds König Gunther arrangiert allerdings die Heirat seiner Schwester Kriemhild mit Siegfried, nachdem dieser sich auf den ersten Blick in sie verliebt. Damit sind Burgund und Xanten vereint. Allerdings bittet Gunther Siegfried vorher noch darum, ihm bei der Werbung um Brunhild behilflich zu sein, die er mit Hilfe des, durch die Tarnkappe unsichtbaren, Siegfried im Zweikampf bezwingen und zu seiner Königin machen kann. Allerdings verweigert sie, sich ihm hinzugeben, da sie durch ihren Keuschheitsgürtel nach wie vor Wotans Kraft in sich trägt. Einmal mehr muss Siegfried durch seine noch größere Kraft Gunther helfen und ihr diesen abnehmen. Die eifersüchtige Kriemhild stellt anschließend Brunhild in der Öffentlichkeit bloß, indem sie deren Gürtel trägt und sie erniedrigt. Dies wird von Gunthers treuem Vasall Hagen von Tronje und Brunhild als Verrat angesehen. Der finstere Hagen kann Gunther dafür gewinnen, ihm die Erlaubnis zu geben, Siegfried zu töten, da danach der wertvolle Nibelungenschatz Burgund großen Reichtum bringen würde. Anschließen überredet er Kriemhild, jene Stelle, an der Siegfried verwundbar ist, auf dessen Kleidung mit einem aufgenähten Kreuz zu markieren, um diese, wie er vorgibt, besser schützen zu können. Anschließend ermordet er Siegfried bei der Jagd mit einem gezielten Speerwurf. Kriemhild schwört daraufhin Hagen und all jenen Rache, die für den Tod ihres Gemahls mitverantwortlich sind. Damit endet der erste Teil.

Artur Brauner und Harald Reinl erwecken einen Fritz-Lang-Klassiker zu neuem Leben:



Nachdem sowohl die Edgar-Wallace-als auch die Karl-May-Film-Reihe fest in Horst Wendlandts Hand waren und beide Genres auch schon ihren Zenit überschritten hatten, wurde Artur Brauner nicht müde, nach neuen Erfolgswegen zu suchen und entschied sich, die Nibelungen, einen Fritz-Lang-Klassiker von 1924, neu zu verfilmen. Der Gedanke wurde bereits 1959 geboren. Er setzte das Ganze in einer, für ihn gewohnten, Zweiteiler-Fassung um, wobei er diesmal nicht nur für einen Film Gage zahlte. Auch die Erstverfilmung bestand bereits aus zwei Teilen. Anfangs wurde daran gedacht, erneut Fritz Lang als Regisseur zu engagieren, doch winkte dieser ab.

Ein erprobtes Team geht neue Wege:



Um eine handwerklich hochwertige Arbeit zu garantieren, engagierte Artur Brauner für diese Reise ins deutsche und nordische Mittelalter Meisterregisseur Harald Reinl, Kameramann Ernst W.Kalinke und Schnittmeister Hermann Haller, die sich schon in den Winnetou-Filmen als perfektes Team erwiesen haben und allesamt auch Edgar-Wallace-erfahren waren. Der Streifen entstand, wie auch schon die Filme mit dem edlen Apachen, in Co-Produktion mit der jugoslawischen Avala-Film. Gedreht wurde in Berlin, Spanien, Island und Jugoslawien und es werden sehr schöne Außenaufnahmen gezeigt. Die, einem farbigen Korallenriff gleichenden, slowenischen Höhlen von Postojna (Adelsberger Grotten), wo auch schon Szenen aus Winnetou 2 entstanden sind, dienen als König Alberichs Unterwelt, wo sich der Hort der Nibelungen befindet. Schließlich brachte diese Verfilmung es zur Goldenen Leinwand, was mit Karl May nach 1965 leider nicht mehr möglich war.

Die außersportliche Sternstunde des Uwe Beyer:



Viel Nachteiliges ist über Uwe Beyers (1945-1993) Darstellung des Siegfried zu hören und zu lesen. Tatsächlich hatte er nicht die geringste Schauspielerfahrung, sondern war ein erfolgreicher deutscher Hammerwerfer, der bei den Olympischen Spielen 1964 im Alter von erst 19 Jahren die Bronzemedaille gewann. Das durchwegs erfahrene Filmteam war wohl zu sehr gewohnt, mit Profis zu arbeiten und Kriemhild-Darstellerin Maria Marlow (geb.1943) sagte einmal, dass für ihre Liebesszene mit Beyer 12 Anläufe notwendig waren. Reinl und Kalinke schlugen des öfteren die Hände über dem Kopf zusammen. Mit Sicherheit wurden die Dreharbeiten durch die fehlende Routine des Hauptdarstellers beträchtlich verzögert. Wenn ich mir aber den fertigen Film so ansehe, komme ich auch nach wiederholter Sichtung nicht umhin, Uwe Beyer in Schutz nehmen zu müssen. Für mich ist der gutgewachsene Sportler zwar nicht im Übermass charismatisch, macht seine Sache aber trotzdem bemerkenswert gut und strahlt auch die Energie, die Kraft und das, mit einer gewissen Naivität verbundene, jugendliche Draufgängertum des urdeutschen Recken aus. Auch sein Lächeln, welches er immer wieder aufsetzt, steht ihm dabei gut.

Ursprünglich wurde mit dem Gedanken gespielt, Lex Barker als Siegfried zu besetzen. Allerdings betrachte ich das, trotz meiner Verehrung für ihn, für eine doch ziemlich absurde Idee, da der damals 47-Jährige wohl kaum etwas von einem ungestümen Jungmann hatte.

Umsetzung:



Zitat
Uns sind aus alten Zeiten Wunders viel gesagt, von Helden reich an Ehren, von Kühnheit unverzagt, von frohen Festeszeiten, von Weinen und von Klagen, von kühner Recken Streiten könnt ihr nun Wunder hören sagen.

Diese einleitenden Worte wurden neben ähnlichen Zitaten aus dem Nibelungenlied geschickt in den Film eingebaut.

Ich muss gestehen, kein großer Freund von Stummfilmen zu sein und den Fritz-Lang-Klassiker von 1924 nur aus Ausschnitten und einigen Sequenzen zu kennen. Allerdings stimmen diese mit den entsprechenden Szenen dieser Neuverfilmung bemerkenswert gut überein. Leider wurde der sehr wichtige Drachen-Auftritt versemmelt. Das Untier kommt nämlich wie eine keuchende und schnaubende Dampflock daher und die, alles andere als überzeugende, Tricktechnik ist wahrlich mitleiderregend. Sie hebt sich dabei in besagter Szene kaum von der 42 Jahre älteren Fassung ab, was 1966 wirklich nicht mehr hätte sein müssen. Es wäre wohl ratsam gewesen, bei dem amerikanischen Kult Regisseur Jack Arnold anzuklopfen und sich beraten zu lassen, da dieser es in den 50er-Jahren meisterhaft verstand, besonders seine Riesenspinnen-Szenen mit niedrigem Budget sehr glaubhaft umzusetzen, indem er einfach echte Tiere vergrößert in’s Bild kopierte. Genau das hätte man hier mit einer Echse oder einem Waran auch machen können.

Davon abgesehen ist der Film kurzweilig, temporeich und mit schönen kräftigen Farben inszeniert und braucht sich hinter seinen amerikanischen Monumentalfilm-Vorbildern keineswegs zu verstecken. Auch Rolf A. Wilhelms Musik passt hervorragend und geht gut in’s Ohr.

Neben dem Film-unerfahrenen Uwe Beyer ist Karin Dor als stolze und nahezu unbesiegbare Walküre Brunhild in einer sehr ungewohnten Rolle zu sehen, die sie souverän meistert. Als ihr Gegenpart Kriemhild wurde die filmisch kaum aktive, aber durchaus attraktive, Maria Marlow (geb.1943) besetzt. Reinls Maskottchen Dieter Eppler (1927-2008) spielte den Rüdiger von Bechlaren. In einer kleinen Rolle als Gunthers Bruder Giselher wirkt Mario Girotti, der später als Terence Hill bekannt wurde, mit.

Die eindrucksvollste Performance in diesem Film geht allerdings von Siegfried Wischnewski (1922-1989) in seiner wohl besten Rolle als negativer Recke Hagen von Tronje aus. Finster, grimmig, einäugig, stoisch, mit einer kräftigen Stimme und stets eine schwarze Rüstung tragend, wirkt er wie ein Fels in der Brandung und man kann sich eine bessere Hagen-Interpretation wohl kaum vorstellen. Er erinnert dabei stark an sein Vorbild Hans Adalbert Schlettow aus der Ur-Version.

Fazit:

Der im Großen und Ganzen schöne, farbenprächtige und unterhaltsame urdeutscher Monumentalfilm von Meisterregisseur Harald Reinl zeigt passende nordische Naturaufnahmen und krankt hauptsächlich an seiner Drachenszene. 4 von 5.

Mamba91 Offline



Beiträge: 745

29.02.2016 14:57
#2 RE: Die Nibelungen der CCC-Filmkunst Zitat · Antworten

Zitat
Leider wurde der sehr wichtige Drachen-Auftritt versemmelt. Das Untier kommt nämlich wie eine keuchende und schnaubende Dampflock daher und die, alles andere als überzeugende, Tricktechnik ist wahrlich mitleiderregend. Sie hebt sich dabei in besagter Szene kaum von der 42 Jahre älteren Fassung ab, was 1966 wirklich nicht mehr hätte sein müssen.


Der Drache sieht in der Tat nach Augsburger Puppenkiste aus. Harald Reinl selbst war wohl mit der Umsetzung des Drachen sehr unzufrieden und es stimmt wohl das man die Riesenechse 1924 schon genauso gut konstruiert hatte.

Letztlich gefallen mir beide Versionen gut. Die beiden Stummfilme sind vom Ausdruck her schon die Besseren, haben bei einer Gesamtlänge von fast 6 Stunden, aber auch eine Schwere. Die 66er-Version hat da schon einen höheren Unterhaltungswert, der die Geschichte aber auch arg verkürzt und sehr wahrscheinlich auch für eine jüngere Zielgruppe gemacht wurde.
Wollte mir den Reinl-Film demnächst mal wieder angucken.

patrick Online




Beiträge: 3.129

29.02.2016 20:46
#3 RE: Die Nibelungen der CCC-Filmkunst Zitat · Antworten

Hier noch Rolf A. Wilhelms sehr passender Soundtrack zum Nibelungen-Film:



Mir ist aufgefallen, dass unter Cineasten die Fritz-Lang-Version den höheren Stellenwert hat. Wie schon erwähnt kenne ich sie schon von früher her aus Ausschnitten. Sie ist auch auf YouTube verfügbar und ich habe ein bisschen reingeschaut, um die Schlüsselszenen mit Harald Reinls Version zu vergleichen. Filmhistorisch sicher ein Meisterwerk, da will ich nichts kleinreden. Mir steht da nur mal meine fehlende Begeisterung für das Stummfilm-Kino im Wege. Das schöne bunte 60er-Jahre-Kino mit den gelungenen Landschaftsaufnahmen finde ich einfach um ein Vielfaches attraktiver, genauso wie auch die Darsteller. Dass diese Version die Geschichte stark gekürzt zeigt kann ich mir schon vorstellen und erklärt sich ja auch aus der unterschiedlichen Länge der beiden Fassungen. Allerdings kenne ich die Nibelungen lediglich aus der 1966er-Verfilmung und der Deutsche-Heldensagen-Literatur für Kinder und Jugendliche, die ich damals verschlungen habe und die natürlich auch gekürzt und vereinfacht war. Bin also kein Literaturkenner des Original-Nibelungenliedes, sondern habe nur ein rudimentäres Wissen darüber.

Die Reinl-Version wird oft sehr kritisch beurteilt, wenn nicht gar verrissen, weshalb ich mich in diesem Thread positiv darüber äußern möchte, da sie mir trotz gewisser unleugbaren Schwächen sehr gut gefällt. Was ich etwas ankreiden möchte ist, dass im zweiten Teil der mir vorliegenden DVD's die Bild-Qualität gegenüber dem ersten etwas abfällt, wofür der Film aber sicher nichts kann. Das liegt wohl eher an der technischen Umsetzung. Mir liegt diese DVD vor:

Tarzan Offline



Beiträge: 941

01.03.2016 10:04
#4 RE: Die Nibelungen der CCC-Filmkunst Zitat · Antworten

Ein Kapitel zur Brauner'schen Neuverfilmung der NIBELUNGEN gibt es auch in Herbert Loms Biografie "Der Mann, der Inspektor Clouseau hasste". Neben dem 2. Teil mit Lom wird dort auch auf die Produktion im Allgemeinen und auch Teil 1 eingegangen.

patrick Online




Beiträge: 3.129

01.03.2016 16:53
#5 RE: Die Nibelungen der CCC-Filmkunst Zitat · Antworten

Zitat von Tarzan im Beitrag #4
Ein Kapitel zur Brauner'schen Neuverfilmung der NIBELUNGEN gibt es auch in Herbert Loms Biografie "Der Mann, der Inspektor Clouseau hasste". Neben dem 2. Teil mit Lom wird dort auch auf die Produktion im Allgemeinen und auch Teil 1 eingegangen.


Dann darf ich mich ja drauf freuen. Ich bin dabei das Buch zu lesen, nur leider aufgrund meiner zu spärlichen Zeit noch nicht weiter als bis Seite 150 vorgedrungen.

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.431

02.03.2016 16:08
#6 RE: Die Nibelungen der CCC-Filmkunst Zitat · Antworten

@Patrick
Ich glaube echt nicht dass du diesen tollen Film immer noch auf dieser sehr sehr miesen Polband DVD anschaust.
Universum hat kürzlich beide Teile auf einer Blu-ray Disc in fantastischer Bildqualität veröffentlicht. Der Film sieht fast aus, als wäre er gestern gedreht worden. Falls Du keinen Blu-ray Player hast gibts auch eine DVD davon. Das ist ein Pflichtkauft, insofern die Blu-ray mit beiden Filmen schon für 14,99 Euro erhältlich ist. Die Sichtung der Blu-ray hat mir die Freudentränden in die Augen getrieben.
http://www.amazon.de/Die-Nibelungen-Blu-...elungen+blu-ray

http://www.amazon.de/Die-Nibelungen-DVDs...+nibelungen+dvd


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patrick Online




Beiträge: 3.129

02.03.2016 19:52
#7 RE: Die Nibelungen der CCC-Filmkunst Zitat · Antworten

Danke @eastmancolor für den für mich sehr wertvollen Tip. Ich muss verschämt zugeben, dass der Kauf dieser DVD ein Griff in's Klo war, was sich vor allem bei der Qualität des 2.Teils zeigt. Ich habe mich leider von einigen guten Rezensionen zum Kauf hinreißen lassen. Tatsächlich besitze ich keinen Blue-ray-Player, habe allerdings soeben die von dir empfohlene DVD-Version bestellt und werde mit der Besprechung des 2.Teils und den Screen-Shots warten bis sie mir vorliegt. Ich bin über jede Bild-Qualitätsverbesserung dieses Films froh.

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.431

02.03.2016 21:19
#8 RE: Die Nibelungen der CCC-Filmkunst Zitat · Antworten

Zitat von patrick im Beitrag #7
Danke @eastmancolor für den für mich sehr wertvollen Tip. Ich muss verschämt zugeben, dass der Kauf dieser DVD ein Griff in's Klo war, was sich vor allem bei der Qualität des 2.Teils zeigt. Ich habe mich leider von einigen guten Rezensionen zum Kauf hinreißen lassen. Tatsächlich besitze ich keinen Blue-ray-Player, habe allerdings soeben die von dir empfohlene DVD-Version bestellt und werde mit der Besprechung des 2.Teils und den Screen-Shots warten bis sie mir vorliegt. Ich bin über jede Bild-Qualitätsverbesserung dieses Films froh.



Schade das Du keinen Blu-ray Player besitzt, weil das HD Bild wirklich fantastisch ist. Nach der angeblich schlechten Materiallage der NIBELUNGEN hat mich das Bild umgehauen. NUr die Titelsequenzen und ungefähr 10 Minuten im zweiten Teil fallen bildlich leicht ab. Das ist aber immer noch besser als diese unmögliche Polyband DVD wo Teil zwei nicht nur eine saumäßige Bildqualität hatte, sondern auch noch im Bild oben und unten, sowie rechts und links beschnitten war. Du wirst mit Deiner Universum DVD sehr glücklich werden. Im Dirty Pictures Forum haben einige Leute, die den Film nur von früheren schlechten Quellen wie VHS oder Polyband DVD kannten, plötzlich ihre erste negative Meinung zum Film geändert, weil sie ihn auf der Blu-ray erstmals in seiner vollen Pracht sehen können. Der Film kommt bei sehr vielen Leuten nun viel besser weg. Gerade bei diesem wunderschönen Film ist eine gute Präsentation wichtig.

patrick Online




Beiträge: 3.129

02.03.2016 21:28
#9 RE: Die Nibelungen der CCC-Filmkunst Zitat · Antworten

Da bin ich jetzt aber wirklich gespannt. Dann muss ich mir wohl Teil 1 auch noch mal ansehen. Ich würde sagen, hier ist's wie bei den nicht minder farbenprächtigen Karl-May wo eine schlechte Bildqualität auch doppelt und dreifach stören würde. Dort liegt mir aber Gott sei Dank gutes Material vor. Auffallend ist bei diesem Film der geringe Preisunterschied zwischen DVD und Blue-ray.

patrick Online




Beiträge: 3.129

10.03.2016 07:55
#10 RE: Die Nibelungen der CCC-Filmkunst Zitat · Antworten

Und nochmal danke @eastmancolor für deinen Tip. Habe jetzt beide Teile auf der Universum DVD nochmal angesehen. Die Qualität ist wirklich fantastisch. Hätte nie gedacht, dass ich die beiden Teile einmal so einwandfrei sehen kann. Da kommt wirklich Freude auf. Absolute Kaufempfehlung für jeden Interessierten. Die Polyband DVDs könnten jetzt wohl nur noch als Frisbee-Scheiben Verwendung finden.

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.431

10.03.2016 11:16
#11 RE: Die Nibelungen der CCC-Filmkunst Zitat · Antworten

Zitat von patrick im Beitrag #10
Und nochmal danke @eastmancolor für deinen Tip. Habe jetzt beide Teile auf der Universum DVD nochmal angesehen. Die Qualität ist wirklich fantastisch. Hätte nie gedacht, dass ich die beiden Teile einmal so einwandfrei sehen kann. Da kommt wirklich Freude auf. Absolute Kaufempfehlung für jeden Interessierten. Die Polyband DVDs könnten jetzt wohl nur noch als Frisbee-Scheiben Verwendung finden.



Das freut mich wirklich sehr! So gut hat man die Filme wohl seit dem Kino nicht mehr gesehen. Das die tolle Veröffentlichung an Dir bisher vorbeigegangen ist, wundert mich aber schon.

patrick Online




Beiträge: 3.129

13.03.2016 18:59
#12 RE: Die Nibelungen der CCC-Filmkunst Zitat · Antworten

Die Nibelungen, 2.Teil: Kriemhilds Rache (1966/1967)


Zitat
Beim Leben des Kindes, das ich trage schwöre ich, dass ich den Tod Siegfrieds rächen werde an seinem Mörder und allen, die mit ihm schuldig sind.


Handlung:



Nach Siegfrieds Tod verteilt seine Witwe Kriemhild Teile des Nibelungenschatzes an das Volk, um es gegen den Mörder Hagen aufzuwiegeln. Dieser entwendet mit Gunthers Zustimmung kurzerhand den Schatz und versenkt ihn im Rhein. Dabei tötet er Alberich, der versucht, dies zu verhindern. Brunhild, die ebenfalls nicht über Siegfrieds Tod hinwegkommt, nimmt sich das Leben. Um zu verhindern, dass Kriemhilds Sohn als Racheengel heranwächst, planen Hagen und Gunther, ihn zu entführen und in ein Kloster zu bringen. Allerdings stirbt das Kind bei dem von Hagens Männern durchgeführten Überfall. Kriemhild, die nun jeden Lebensmut verloren hat, wird in ihrer schweren Stunde von Hunnenkönig Etzel umworben und willigt, mit dem Hintergedanken nun eine starke Armee für ihre geplante Rache zur Verfügung zu haben, in die Heirat ein. Anschließend hat sie mit Etzel ein weiteres Kind und lädt ihre Brüder und deren gesamte Gefolgschaft, darunter auch Hagen, zur Taufe ein. Obwohl dies eine offensichtliche Falle ist, sagen die Burgunder zu, da eine Ablehnung einer Beleidigung gleichkäme und Etzels Zorn zur Folge hätte. Auf der Suche nach einem Boot für die Überquerung der Donau trifft Hagen auf einige Donauweiber, die ihm prophezeien, dass kein Burgunder, mit Ausnahme eines Mönchs, lebend aus dem Hunnenland zurückkehren wird. Anschließend tötet er einen Fährmann und verwendet dessen Floß für die Überfahrt, wobei er den Mönch, der des Schwimmens nicht mächtig ist, in’s Wasser wirft, um den Wahrheitsgehalt der Prophezeiung auf die Probe zu stellen. Der Gottesmann wird durch seine Kutte über Wasser gehalten und lebend an Land getrieben. Nachdem alle Burgunder am anderen Ufer sind, kappt Hagen mit den Worten „Wir brauchen das Boot nicht mehr“ das Seil und lässt das Floß abtreiben. Die Burgunder werden von Etzel freundlich empfangen, doch vermag die, auf Rache sinnende, Krimhild Etzels Bruder Blo-Edin, der sie liebt, zu einem Mordversuch an Hagen anzustiften, der misslingt und Blo-Edin das Leben kostet. Da Hagen unter Zeugen von hinten angegriffen wurde und aus Notwehr gehandelt hat, lässt Etzel die Sache auf sich beruhen. Nun lässt Krimhild nichts unversucht, Zwietracht zwischen Hunnen und Burgundern zu schüren und ist dabei erfolgreich. Allerdings wird bei einer Auseinandersetzung ihr gemeinsamer Sohn mit Etzel von Hagen getötet. Der vor Schmerz gesundheitlich angeschlagene Hunnenkönig wird bei einem kurzen Schlagabtausch mit Hagen verletzt und erklärt daraufhin den offenen Kampf, was ein Gemetzel zur Folge hat, das auf Seiten der Burgunder nur Gunther und Hagen überleben. Ein letztes Mal fleht Krimhild Gunther an, sich von Hagen loszusagen, was dieser, wie auch ihre mittlerweile toten Brüder Gernot und Giselher, bis zum letzten Atemzug ablehnt. Schließlich bricht er, bedingt durch seine schweren Verletzungen, tot zusammen, woraufhin Hagen folgende Worte an Kriemhild richtet: „Da hast du deine Rache. Drei Brüder für einen Bastard aus Xanten.“ Daraufhin erschlägt sie ihn und nimmt sich selbst das Leben.

Umsetzung:



Obwohl dieser zweite Teil nicht so sehr durch eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen besticht, ist er nicht minder temporeich und spannend inszeniert und rückt die Figur des Hagen stärker in den Vordergrund. Dieser ist wahrlich die Attraktion des Streifens. Viel zu milde und verständnisvoll hingegen wirkt der, von Herbert Lom (1917-2012) dargestellte, Etzel, der eigentlich Attila der Hunnenkönig ist. Man bekommt vielmehr den Eindruck eines Kuschel-Attila vermittelt, als den eines gefürchteten Hunnen. Dies dürfte aber der Vorlage und dem Drehbuch geschuldet sein, das seine Spannung aus der Frage bezieht, wie Kriemhild es umzusetzen vermag, ihren, den Burgundern eigentlich wohlgesonnenen, Gatten gegen diese aufzustacheln. Auch wenn er hier bei Weitem nicht seine beste Rolle bekleidet, ist Loms Performance rein darstellerisch gewohnt professionell und man erkennt an seiner markanten Stimme, dass er einmal mehr selber deutsch spricht. Obwohl die Zeit des Monumentalfilms 1966 eigentlich vorbei war, lief der Zweiteiler ausgesprochen erfolgreich. Reinl schaffte es, die rund 180 Filmminuten frei von Längen und von Langeweile zu gestalten. Die Streifen erinnern ein bisschen an den Stil seiner Karl-May-Filme. Man hat es allerdings mit einer sehr düsteren und tragisch endenden Story zu tun, die für den damaligen Zeitgeist recht hart, brutal und untypisch ist. Für ein 60er-Jahre-Happy-End ist hier kein Platz. Praktisch alle Hauptcharaktere verlieren in dieser Geschichte ihr Leben.

Zitat
Ich kann euch nicht erzählen, was weiter noch geschah. Ich weis nur, dass man Frauen und Männer weinen sah. So viele edle Ritter, die fanden frühen Tod. Hier ist die Mähr zu Ende. Das ist der Nibelungen Not.


Hagen und die Nibelungentreue:



Hagens stoische Ruhe und Robustheit ist den ganzen Film über unerschütterlich, selbst dann, als er vom Volk mit Steinen beworfen wird. Der wenig mitfühlende Recke hat sein Leben im Sinne der sprichwörtlichen Nibelungentreue ganz seinem König Gunther verschrieben. Der Eid, der auch Gunthers Brüder Gernot und Giselher mit einbindet, begründet ein doppeltes Band. Einerseits ist Hagen als Vasall verpflichtet, seinem König bedingungslos die Treue zu halten und diesen zu schützen, andererseits gilt dasselbe auch für den König seinem Vasall gegenüber. Allerdings handelt Hagen nicht völlig selbstlos als er Gunther anbietet Siegfried zu ermorden, um die, durch die Angelegenheit mit dem Keuschheitsgürtel beschmutzte, Ehe reinzuwaschen, was ja eigentlich dadurch gar nicht möglich ist und auch von Gunther anfangs abgelehnt wird. Hagens Motive sind vielmehr Neid und Eifersucht gegenüber Siegfried, der ihm in Gunthers Gunst den Rang abzulaufen droht. Auch wäre es später Hagens Pflicht gewesen, den König über die tödliche Prophezeiung der Donauweiber aufzuklären und von der Weiterreise zum Hofe Etzels abzuraten. Selbstlos ist allerdings sein Angebot, sich angesichts der ausweglosen Situation Kriemhild und den Hunnen auszuliefern, um die anderen Burgunder vor dem Tod zu bewahren. Dies wird jedoch von Gunther ausdrücklich abgelehnt. Nicht nachvollziehbar ist, dass die Brüder Hagen auch dann noch die bedingungslose Treue halten, als Gunther sie ausdrücklich vom Nibelungeneid entbindet, was ihnen ermöglichen würde, nicht mehr auf der Gegenseite ihrer geliebten Schwester zu stehen. Schließlich waren auch sie es, die Hagens verwerfliche Taten immer wieder anklagten.

Fazit:

Auch dieser zweite Teil wurde von Harald Reinl gewohnt actionreich und kurzweilig in Szene gesetzt. Die kürzlich restaurierte Fassung ist in Punkto Bildqualität phantastisch. 4 von 5.

patrick Online




Beiträge: 3.129

15.03.2016 21:08
#13 RE: Die Nibelungen der CCC-Filmkunst Zitat · Antworten

Ich möchte noch darauf hinweisen, dass ich aufgrund der extremen Qualitätsunterschiede auch zu Teil 1 neue Screenshots angefertigt und die Bilder nachträglich ausgetauscht habe. Es sollte nicht der Eindruck entstehen, diese kämen beim 1.Teil von der alten Polyband-DVD, für die ich hier wirklich keine Werbung machen möchte. Alle Bilder stammen jetzt von der neuen Universum-DVD.

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