Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Edgar Wallace ,...



Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 701 mal aufgerufen
 Giallo Forum
Blap Offline




Beiträge: 1.128

11.08.2011 23:36
Schön, nackt und liebestoll (1972) Zitat · antworten

#3 aus der "Italian Genre Cinema Collection" von Camera Obscura

Schön, nackt und liebestoll (Italien 1972, Originaltitel: Rivelazioni di un maniaco sessuale al capo della squadra mobile)

Sollte eine Dame auf der falschen Fleischpeitsche reiten, wird sie in des Schlitzers Klinge gleiten

Der Kriminalbeamte Capuana (Farley Granger) muss sich mit einer grausigen Mordserie beschäftigen. Ein gnadenloser Killer sucht untreue Ehefrauen auf, tötet diese auf bestialische Weise mit einem Messer. Am Tatort lässt der Mörder stets einige Fotos zurück, auf dem die Opfer während ihrer Seitensprünge zu sehen sind. Alle Opfer verbindet nicht nur der Hang zum Ehebruch, sämtliche Frauen führten ein luxuriöses Leben, gehörten zur wohlhabenden und unbekümmerten Oberschicht. Trotz seiner jahrelangen Erfahrung kann Capuana den Täter nicht stellen, eine erste Spur entpuppt sich als Sackgasse ...

"Schön, nackt und liebestoll" ist ein Giallo wie aus dem Lehrbuch. Der Film aalt sich mit Wonne in den Standards des Genres, verzichtet gleichzeitig auf (nahezu) jeden Anflug von Eigenständigkeit. Wozu auch, denn Regisseur Roberto Bianchi Montero versteht es sehr gut, die rund 97 Minuten Spielzeit stilvoll und unterhaltsam auszufüllen. Dabei gehört Montero ganz sicher nicht zu den ersten Namen die fallen, wenn von den wichtigsten Regisseuren des Genres die Rede ist. Er war in unterschiedlichen Spielarten des italienischen Kinos aktiv, zählte zu den soliden Handwerkern, nicht zu den grossen Künstlern die Namen wie Mario Bava oder Dario Argento tragen.

Schon die erste Szene taucht tief in den Giallo-Kosmos ein. Wir sehen ein schöne Nackte, die offenbar auf sadistische Weise aus dem Leben gemessert wurde. Der folgende Vorspann leutet in gelben, orangen und roten Tönen, als Kontrast tauchen die schwarzen Umrisse des Killers auf. Ja, der Messermann, der alte Schnitter vom Dienst. DAS Klischee des Giallo-Schlitzers in Perfektion, schwarzer Mantel, schwarzer Hut und natürlich schwarze Handschuhe. Über das Motiv des Täters verrate ich selbstverständlich nichts, doch die Auflösung folgt -wie überraschend- brav der Norm. So passt es vortrefflich ins blutige Bild, wenn das Drebuch manchen Ansatz im Sande verlaufen lässt. Den Fan des Genres wird es nicht stören, einer solchen Prachtsuhle sieht man kleine Unzuänglichkeiten gern nach.

Bisweilen wird im Giallo die Arbeit der Polizei in den Hintergrund gedrängt, nehmen Privatpersonen die Nachforschungen in die eigenen Hände. SNUL (ich bin kein Freund von Abkürzungen, doch diese mag ich) baut auf einen bodenständige Spürnase mit Polizeimarke, die von Farley Granger mit unaufgeregter Seriösität gespielt wird, auf ruppige Arbeitsweisen verzichtet er im Regelfall. Wir bekommen Einblicke in sein Privatleben, er führt eine -so sieht es zumindest aus- intakte Ehe, seine Gattin Barbara wird von der bezaubernden Sylva Koscina dargestellt. In Nebenrollen sehen wir Chris Avram, Silvano Tranquilli und Luciano Rossi. Herrn Rossi kennt jeder Freund des italienischen Genrekinos, sein wirrer Blick brachte ihm manche Schurkenrolle ein. Neben Granger ist Rossi dann auch der einprägsamste Vertreter innerhalb der Herrenriege, als merkwürdiger Leichenverschönerer gerät er ins Visier des leitenden Ermittlers. Genug von den Kerlen, denn SNUL bietet eine stattliche Anzahl schöner Frauen auf, die selbst für einen Giallo erstaunliche Ausmaße erreicht. Sylva Koscina habe ich bereits genannt, Annabella Incontrera hat man Angela Covello als Tochter zur Seite gestellt. Femi Benussi erfreut zwangsläufig das Auge, meine Favoritin ist jedoch die äusserst heisse Rotfüchsin Krista Nell, bei deren Anblick meine ranzigen Körpersäfte zu brodeln beginnen. Mit Nieves Navarro ist sogar eine echte Legende des Genres am Start. Ihr Part wirkt leider ein wenig isoliert, sie schenkt dem Zuschauer allerdings die offensivste Erotikszene des Streifens, also werde ich mit Sicherheit nicht meckern. Ich verzichte an dieser Stelle ganz bewusst darauf, andere Werke aus der Filmographie der einzelnen Schauspieler aufzuzählen, weil in diesem Fall der Rahmen eines Kurzkommentares deutlich gesprengt würde. Wer mehr Infos benötigt wird im Netz fündig, Kenner können die klangvollen Namen sowieso zuordnen.

Noch immer geht mir die Krista Nell nicht aus dem Kopf, doch auch Femi Benussi und Angela Covello sorgen für Unruhe in meinem Hormonhaushalt. Unfassbar, selbst eine Halbgöttin wie Nieves Navorro zählt in diesem Film nicht zu den allerschönsten Vertreterinnen des starken Geschlechts, ein Beleg für die "Frauenpower" dieser Sause! So schön und anmutig die Damen sind, so verdorben und ruchlos sieht es hinter der Fassade aus (Wir wollen lieber nicht wissen, wie erschreckend es hinter der Fassade des Verfasser aussieht). Gelangweilt von Luxus und Ehemann, da wird im Kaffeekränzchen auf den Putz gehauen, dass sogar einem Lustgreis wie mir die Ohren klingeln. Eine angemessene Überleitung zum Zungenschlag (wie passend) des Films. Die deutsche Synchronisation ist kernig und unterhaltsam, schiesst aber ab und zu ein wenig über das Ziel hinaus. Weniger im Bezug auf vulgäre Ausflüsse, mit denen ich noch nie ein Problem hatte, vielmehr kippt die Synchro ein paar Mal in Albernheiten ab. "Irgendwie" musste ich aber selbst in diesen Momenten grinsen, also keine Rüge meinerseits. Ob das Drehbuch die Moralkeule in der Hinterhand mit sich führt, soll bitte jeder Filmfreund selbst entscheiden. Zumindest kommt dieser Gedanke auf, man beachte das Verhalten des Ermittlers in den letzten Minuten. Erneut muss ich kurz auf die handwerklichen Qualitäten eingehen, die SNUL zu einer runden Sache machen. Regie, Drehbuch und Kamera, in allen Disziplinen gibt sich das Werk keine nennenswerte Blöße. Kurzzeitig mutet das blutige Treiben gar nach grosser Kunst an, ein Mord am Strand wird von Bildern erhabener Schönheit eingerahmt (um einen Anhaltspunkt zu nennen, bei der Sichtung werdet ihr noch viel mehr entdecken). Für den Score sorgte Giorgio Gaslini, der im Bonusmaterial der DVD zu Wort kommt.

Fazit: "Schön, nackt und liebestoll" ist ein Giallo der Fans erfreuen wird, den ich auch Einsteigern ans Herz legen möchte. Sicher, der Flick ist kein Höhepunkt des Genres, bietet aber alle relevanten Zutaten an. Für Liebhaber eine kleine Perle, für Einsteiger eine geeignete Vorspeise, es muss ja nicht gleich "Profondo Rosso" sein. Besonderes Lob verdient die DVD aus dem Hause Camera Obscura. Wie üblich für die "Italian Genre Cinema Collection", kommt die Scheibe in einem schicken Digipak samt Schuber, ferner liegt ein Booklet bei. Der Film liegt ungekürzt und in sehr schöner Qualität vor, neben der deutschen Synchronisation ist auch der italienische Originalton an Bord, ergänzend ein Audiokommentar mit Marcus Stiglegger und Christian Keßler. Der werte Herr Keßler sorgte zusätzlich für den Inhalt des interessanten Booklets, auf der DVD befindet sich eine sehenswerte Featurette mit Komponist Giorgio Gaslini. Damit nicht genug, ein Fotoroman zu SNUL und eine Bildergalerie runden das Paket ab. Eine Spitzenveröffentlichung für die ich Camera Obscura sehr dankbar bin. Macht bitte noch lange auf diesem Niveau weiter!!!

7/10 scheinen mir angemessen, die Hinweis auf die unvermeidbaren "Wohlfühlpunkte" ebenfalls. Hätte ich nicht bereits etliche Gialli gesehen, wäre die Bewertung sicher deutlich großzügiger ausgefallen. Für die DVD verdient Camera Obscura die Höchsnote! Wer bei dieser Prachtscheibe nicht zugreift, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen!

Lieblingszitat:

"Ihr Mann ist ein Krüppel und kann sicher nicht mehr bringen was sie von ihm erwartet"

***

Vom Ursprung her verdorben

Prisma Online




Beiträge: 7.461

22.04.2012 19:31
#2 RE: Schön, nackt und liebestoll (1972) Zitat · antworten



SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL (1972)

mit Farley Granger, Sylva Koscina, Silvano Transquilli, Annabella Incontrera, Chris Avram, Susan Scott, Femi Benussi, Kristina Nel


Ein maskierter Serienkiller macht Rom unsicher. Seine Opfer sind ausschließlich schöne und gut gestellte Frauen der High-Society, die sich ihre Langeweile gerne mit außerehelichen Aktivitäten vertreiben. Der Mörder fotografiert seine Opfer beim Liebesspiel und bringt sie auf bestialische Weise um. Am Tatort hinterlässt er die Beweisfotos, allerdings sind die Köpfe der Liebhaber heraus geschnitten. Kommissar Capuana (Farley Granger) steht vor einem Rätsel und sucht verzweifelt nach irgendwelchen Ansatzpunkten, doch die Mordserie geht weiter. Hat man es mit einem Wahnsinnigen zu tun und wie sieht das Motiv aus? Bei seiner mühsamen Arbeit stößt er auf erste Hinweise, doch der Druck, den Fall endlich zu lösen, wächst unaufhörlich...

Regisseur Roberto Bianchi Montero inszenierte mit "Schön, nackt und liebestoll" einen stilsicheren und sehr klassischen Genrebeitrag, welcher sich im Endeffekt aber nur im Giallo-Mittelfeld platzieren kann. Aufwendig und extravagant in seinen Bildern, trivial wenn auch logisch und nachvollziehbar in seiner Intention, außerdem mitreißend und spannend, wenn auch nicht immer durchgehend. Der Aspekt der gelungenen Unterhaltung steht hier außer Frage, auch sind alle Zutaten für einen mehr als zufrieden stellenden Film in genügendem Ausmaß vorhanden, dennoch verlief die komplette Angelegenheit für mich eher enttäuschend. Leider ist die Vorhersehbarkeit nicht wegzudiskutieren, der Schlüssel ist hier bereits im Vorspann zu finden (ähnlich wie es bei "Perrak" der Fall war), Vorhersehbarkeit allerdings nicht im Sinne von Motiv oder Auflösung, sondern leider in Richtung des verpatzten Überraschungsmoments. Dass der Film sich im Großen und Ganzen vieler, bereits schon einmal da gewesener Elemente und Veranschaulichungen bedient, macht wenig aus, da die Umsetzung sehr geglückt ist. Selten auch habe ich in einem Giallo eine derartig prominente weibliche Besetzung gesehen, die dem zunächst gewöhnungsbedürftigen Titel die oberste Glaubwürdigkeit ausstellt, überhaupt ist die Besetzung hervorragend.

Farley Grangers Kommissar Capuano bekommt einen typischen Stempel aufgedrückt. Bei seiner sachlichen Arbeitsweise kommt es immer wieder zu persönlichen Grenzen und allerhand Komplikationen, die er mit seiner Erfahrung und seinem Scharfsinn bekämpfen kann. Dabei erscheint er überhaupt nicht unkonventionell zu sein, er vermittelt beinahe eine merkwürdige Ruhe und offenbart letztlich, dass er nicht gerade unfehlbar ist. Auch der Privatmann Capuano zeigt dies ansatzweise auf. Überhaupt ist die Darstellerriege unter anderem mit Silvano Tranquilli und Chris Avram sehr prägnant besetzt, wobei man bei den Damen eine schier beispiellose Besetzung aufgefahren bekommt. Susan Scott, Annabella Incontrera, Krista Nell, Femi Benussi...man wünscht sich, dass diese Liste unendlich sein würde. Alle Damen unterscheiden sich hauptsächlich in ihrem Äußeren, denn alle sehen im luxuriöse Leben nur noch wenige Möglichkeiten, sich einen Kick zu verschaffen, so dass selbstverständlich Liebhaber zum Zeitvertreib her müssen. Wegen dieser Tatsache haben alle eines gemeinsam, denn sie werden zu potentiellen Todeskandidatinnen. Alle Darstellerinnen geben ihren zu interpretierenden Charakteren eine besondere Note, besonders Annabella Incontrera sticht durch ihre elegante und kühle Erscheinung hervor. Schade nur, welches Ende einige der Damen in diesem Szenario finden werden.

Die weibliche Hauptrolle besetzte man mit der umwerfenden Sylva "Kaiserin Theodora" Koscina (*1933 in Zagreb, †1994 in Rom). Sie ist für mich persönlich stets Grund genug, mir jeden Film unter ihrer Beteiligung anzusehen, denn sie war schon immer eine meiner Lieblings-Schauspielerinnen. Nicht nur schön, nackt oder liebestoll, lieferte sie (wie auch hier) immer sehr passable und glaubhafte Leistungen, in ihrem Repertoire konnte sie die unterschiedlichsten Anforderungen abrufen. Das Auge der Kamera hob ihre aparte Erscheinung gerne hervor, vornehmlich mit ausgiebigen Großaufnahmen, oder auch alternativen Einstellungen;) Barbara, die Ehefrau des Kommissars ist ebenfalls Mitglied dieser illustren Gruppe von Luxusweibchen, sie wirkt sehr direkt, steht aber auch für den ruhigeren Pol in dieser Konstellation. Sylva Koscina zeichnet ein stolzes Wesen, sie lässt eine unnahbare Note aufkommen, die aber im Kontrast zu ihrem "auffordernden" Wesen steht. Diese Dame ist tatsächlich nur schwer einzuschätzen. Schön, die Wahl-Italienerin in dieser Rolle bewundern zu können!

Insgesamt ist "Schön, nackt und liebestoll" ein Giallo, den Freunde des Genres wohl unbedingt gesehen haben müssen. Gerade in diesem Bereich war es natürlich schwer, das Rad immer wieder neu zu erfinden und etwaige Wiederholungen zu vermeiden. Es ist aber nicht schlimm, denn es strahlt eine angenehme Verlässlichkeit aus. Visuell ist diese Produktion beeindruckend, kameratechnisch hat es bestimmt schon Ausgefalleneres gegeben. Der rote Faden wird in diesem Szenario nie aus den Augen verloren, dass man als Zuschauer aber Wegweisendes aufspüren könnte, bewahrheitet sich zu keinem Zeitpunkt. Charakteristisch hierfür steht das Finale, das in seiner zweifelhaften Auflösung einen Paukenschlag setzen wollte, dies aber gründlich daneben ging. Wer sich nämlich in der bunten Welt der Gialli bereits etwas auskennt, wird leider keine Überraschung finden, eher eindeutige Hinweise. Musikalisch fühlt man sich angenehm und klassisch begleitet, die Untermalung greift in vielen Szenen sehr gut. Unterm Strich ist dieser Film von 1972 ein halber Volltreffer, die Besetzung ist außerordentlich, bei den Inhalten vermisst man kaum eine essentielle Zutat und der Unterhaltungswert ist gewiss. Tempo und Spannung bewegen sich im Gesamtverlauf auf höherem Niveau, das Finale fällt leider deutlich ab und kann letztlich nicht vollkommen zufrieden stellen, beziehungsweise überzeugen. Fazit: "Schön, nackt und liebestoll" sollte man schon einmal gesehen haben, besonders die unheimliche Maskierung des Täters und dessen Auflauern seiner Opfer trägt zu einer beklemmenden Atmosphäre bei!

Janek Offline




Beiträge: 1.852

22.04.2012 20:11
#3 RE: Schön, nackt und liebestoll (1972) Zitat · antworten

Und der Mörder trägt einen Schal. Ob das so gewollt war?

Gruß
Janek

Jacob Starzinger Offline



Beiträge: 1.413

23.04.2012 16:26
#4 RE: Schön, nackt und liebestoll (1972) Zitat · antworten

Vielleicht hat er sich ja erkältet.

MfG Jacob

Gubanov Online




Beiträge: 14.424

14.09.2013 22:07
#5 RE: Schön, nackt und liebestoll (1972) Zitat · antworten

„Schön, nackt und liebestoll“ belegt mit 63,80 von 70 Punkten Platz 11 von 35 im Giallo-Grandprix 2013. Der Film wurde also mit durchschnittlich 4,56 Punkten pro Person bewertet. Unter zwölf Teilnehmern erhielt er vier Top-Ten-Nominierungen, sodass er in der Stichwahl um Platz 10 antreten musste. Dort erhielt er Film 11 von 90 Punkten (Platz 3 von 6).

Anzahl der abgegebenen Bewertungen: 5
mit 64,40 Punkten auf Platz 04 in der Kategorie Stil (Inszenierung und Bild)
mit 63,00 Punkten auf Platz 05 in der Kategorie Schock und Provokation
mit 60,20 Punkten auf Platz 05 in der Kategorie Plot und Spannung
mit 64,40 Punkten auf Platz 03 in der Kategorie Darsteller
mit 61,60 Punkten auf Platz 09 in der Kategorie Musik
mit 68,60 Punkten auf Platz 03 in der Kategorie Giallo-Faktor
mit 64,40 Punkten auf Platz 02 in der Kategorie Freie Wertung
Gehe zum IMDb-Eintrag / OFDb-Eintrag

Ray Offline



Beiträge: 584

10.05.2016 19:06
#6 RE: Schön, nackt und liebestoll (1972) Zitat · antworten

Schön, nackt und liebestoll (BRD 1972)

Regie: Roberto Bianchi
Darsteller: Farley Granger, Sylva Koscina, Nieves Navarro u.a.


Ein Killer tötet reiche Ehefrauen, die ihren Männern untreu sind ...

Für den vorliegenden Film gilt im Grunde das, was auch zu „Die Nacht der rollenden Köpfe“ zu sagen ist. „Sex & Crime“ in Hülle und Fülle, aber wenig Herz. Keine Figur regt wirklich zum Mitfühlen an. Hauptdarsteller Farley Granger, bekannt aus Hitchcocks „Cocktail für eine Leiche“ spielt zu distanziert, der Rest der Riege hat eher kleinere Auftritte, die Damen beißen nacheinander ins Gras, Herren gibt es gar nicht so viele. Einen vorgeschobenen Irren, einen Anwalt, der einer der betrogenen Ehemänner ist und ein Pathologe. So kommt auch die Auflösung nicht sonderlich überraschend daher.

Der Film bietet recht kurzweilige Unterhaltung, der Killer ist „stilecht“ gekleidet (Hut, Mantel, Handschuhe) und zumindest der Mord am Strand ist bärenstark inszeniert und bleibt in Erinnerung. Darüber hinaus bietet die Musik eine gelungene Untermalung.

Sex & Crime ohne Herz. 3/5 Punkten.

 Sprung  
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen