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Dieses Thema hat 37 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
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Gubanov Offline




Beiträge: 14.778

27.11.2013 17:54
#16 RE: Monk (2002-09, TV) Zitat · antworten



Mr. Monk und der Marathon-Mann (Mr. Monk and the Marathon Man)

Episode 9 der TV-Kriminalserie, USA 2002. Regie: Adam Davidson. Drehbuch: Mitch Markowitz. In den Hauptrollen: AM, SF, LS, RD. Mit: Peter Outerbridge (Trevor McDowell), Arlene Mazerolle (Tillie), Richard Zeppieri (Arthur Zaleski), Zakes Mokae (Tonday Mawwaka), Natalie Jasen (Mrs. McDowell), Brandi Marie Ward (Gwen Zaleski), Martin Roach (Carl Jenkins), Paula Barrett (Angie) u.a. Erstsendung (USA): 13. September 2002. Erstsendung (BRD): 17. August 2004.

Zitat von Mr. Monk und der Marathon-Mann (9)
Trevor McDowell hätte jeden Grund, seine Geliebte umzubringen, die ihm auf der Tasche liegt und sein harmonisches Familienleben gefährdet. Dummerweise würde der Verdacht sofort auf ihn fallen. Er begeht den Mord deshalb während des San-Francisco-Marathons, an dem er zur selben Zeit als Läufer teilnimmt und alle Streckenpunkte pflichtgemäß abläuft. Wie soll beides simultan möglich sein, fragen sich Adrian Monk und Sharona verdutzt und stoßen auf eine unscheinbare, aber tödliche Lücke im technischen Überwachungssystem ...


Die Idee des Alibis in „Mr. Monk und der Marathon-Mann“ ist so genial, dass man sich erstens fragt, warum vorher noch kein Krimiautor auf die Idee mit dem Marathonlauf kam, und zweitens gutmütig über kleine logische Unebenheiten hinwegsieht. Wieder einmal bekommt man es mit einer Episode zu tun, in der der Mord zu sehen und der Mörder zu erkennen ist, es sich also eher um einen Howcatchem als einen Whodunit handelt. In diesen Fällen sollte die Mörder-Persönlichkeit besonders in den Vordergrund rücken, was hier leider nicht der Fall ist, durch die Marathon-Stimmung und den erfahrenen Läufer Tonday aus Nigeria aber bestens wettgemacht wird.

Zum ersten Mal bereitet seine Angst vor Keimen Monk hier echte zwischenmenschliche Probleme bei einer Begrüßung. Es hat sich als Ritual eingebürgert, dass er mit einem Feuchttuch seine Hand abwischt, nachdem er die seines Gegenübers geschüttelt hat. Auch ich würde darauf sicher verwundert reagieren und nicht so stillschweigend darüber hinweggehen wie die meisten Gesprächspartner, bei denen Monk so vorgeht. Im Organisationsbüro der Marathon-Veranstalter gerät er jedoch in die peinliche Situation, für einen Rassisten gehalten zu werden, weil er sich die Hände reinigt, nachdem sich ihm ein Schwarzer vorstellte. Autor Mitch Markowitz wollte hier wohl ausprobieren, wie weit der durch die Zwangshandlungen Monks provozierte Humor in die umgekehrte Richtung ausschlagen kann. Einen kleinen Testlauf dafür absolvierte auch schon der aufgebrachte Herr am Anfang, an dessen Strickjacke Monk herumfummelt, weil sie schief geknöpft ist. Hier kommt klar heraus, dass Monk mit seinen Macken nicht nur gegen sich selbst anzukämpfen hat.

In einer kurzen Szene unternehmen Monk und Sharona eine Fahrt mit einem der berühmten San Francisco Cable Cars, der im Schienenseilbetrieb verkehrenden Straßenbahn der kalifornischen Metropole.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.778

01.12.2013 21:16
#17 RE: Monk (2002-09, TV) Zitat · antworten



Mr. Monk macht Urlaub (Mr. Monk Takes a Vacation)

Episode 10 der TV-Kriminalserie, USA 2002. Regie: Kevin Inch. Drehbuch: Hy Conrad. In den Hauptrollen: AM, SF, RD, BF. Mit: Rosalba Martinni (Mitzi), Sandra McCurdy (Nicole Young), Amanda Martínez (Lupe), Rosario Rivendeira (Maria), Beatriz Pizano (Mrs. Garcia), Polly Draper (Rita Bronwyn), Graham Harley (Tony Landis), Barry Flatman (John Fenimore) u.a. Erstsendung (USA): 20. September 2002. Erstsendung (BRD): 24. August 2004.

Zitat von Mr. Monk macht Urlaub (10)
Ihren ersten Urlaub seit Jahren verbringen Monk und die beiden Flemings gemeinsam in einem Hotel am Strand. Allerdings amüsiert sich nur Sharona – zumindest bis Benjy durch ein Fernrohr einen Mord in einem Hotelzimmer beobachtet. Niemand will ihm glauben, weil in dem betreffenden Raum weder eine Leiche noch Spuren des angeblichen Kampfes gefunden werden. Lediglich Monk und Rita Bronwyn vom Hotelsicherheitsdienst halten zu Benjy. In einem Wettlauf gegen die Zeit müssen sie nicht nur den Mörder finden, sondern auch untersuchen, wer überhaupt getötet wurde ...


Häufig weiß man bei Monks Fällen als Zuschauer von Anfang an, woran man ist – der Täter wird entweder bei seiner Schandtat gezeigt oder die Auflösung gestaltet sich als offensichtlich. Hier wird man über alle möglichen Dinge im Unklaren belassen, was der Spannung absolut zuträglich ist, zumal durch den schlecht gelaunten Hotelchef und sein Ultimatum den Ermittlungen ein starker Antrieb verliehen wird. Da fällt es auch nicht allzu schwer ins Gewicht, dass relativ wenig Urlaubsatmosphäre vermittelt wird. Gerade in der anfänglichen Strandszene fehlt das gleißende Sonnenlicht – und das Hotel ist auch eher eine Bettenburg als ein romantischer Fernwehtraum.

Für diverse Insiderwitze sorgt die amüsante Polly Draper in der Rolle der Hoteldetektivin. Sie zitiert jedes übercoole Detektivklischee aus amerikanischen Filmen und Serien, hat aber trotzdem einiges auf dem Kasten und agiert als Monks Assistentin, während Sharona sich diesmal erstaunlich ablehnend verhält. Ihr Sohn Benjy, gespielt von Max Morrow, erhält dafür eine größere Rolle und meistert diese absolut glaubwürdig. Dass zwischen Monk und dem Jungen eine gute Chemie besteht, weiß man ja seit Benjys Kommentar, er wolle den sonderbaren Monk einmal mit in die Schule nehmen, weil er „der absolute Oberchecker“ sei.

Ich möchte darüber hinaus nicht vergessen, einmal auf die absolut obercheckerhafte Musik der Serie zu sprechen zu kommen, die von Jeff Beal komponiert wurde. Das in den Vor- und Abspännen auftauchende Gitarrenstück (2003 mit einem Emmy ausgezeichnet) kann sich erstklassiger Ohrwurmqualität rühmen und ist auch in verschiedensten Variationen als Szenenstück prägnant und wandlungsfähig im Einsatz. Die Entscheidung, ab Staffel 2 eine andere Titelmusik zu verwenden, führte zu großer Verwunderung unter den „Monk“-Fans, was in Anbetracht der Qualität der Beal-Melodie auch völlig nachvollziehbar ist.

Gubanov Offline




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03.12.2013 21:01
#18 RE: Monk (2002-09, TV) Zitat · antworten



Mr. Monk und das Erdbeben (Mr. Monk and the Earthquake)

Episode 11 der TV-Kriminalserie, USA 2002. Regie: Adam Shankman. Drehbuch: David Hoberman, Andy Breckman. In den Hauptrollen: AM, SF, LS, RD, BF, CK. Mit: Amy Sedaris (Gail Fleming), Cameron Daddo (Darryl Wright), Janine Theriault (Christine Rutherford), Damir Andrei (Father Hatcher), Ross Petty (Henry Rutherford), Andy Marshall (Police officer), Eric Fink (Taxi driver), Russell Ferrier (Workman) u.a. Erstsendung (USA): 4. Oktober 2002. Erstsendung (BRD): 31. August 2004.

Zitat von Mr. Monk und das Erdbeben (11)
San Francisco wird erschüttert – nicht nur von einer Mordserie, sondern zunächst von einem starken Erdbeben. Die Frau des millionenschweren Mäzens Henry Rutherford macht sich die Situation zunutze und tötet ihren Mann auf eine Weise, die alle Leute glauben machen soll, er sei durch eine beim Beben umgefallene Vitrine erschlagen worden. Dummerweise hat auch die beste Gelegenheit einen Haken: Rutherford telefonierte zur Tatzeit, sodass der Mord auf Sharonas Anrufbeantworter festgehalten wurde. Das bringt Monks Assistentin ebenfalls in Lebensgefahr ...


San Francisco wurde durch seine Lage in der Nähe der San-Andreas-Spalte, an der die Nordamerikanische und die Pazifische Platte aneinandergrenzen, schon häufig von Erdbeben heimgesucht und auch für die Zukunft kann diesbezüglich keine Entwarnung ausgesprochen werden. Weil die Platten mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 6 Zentimetern pro Jahr durch ihre tektonische Bewegung quer aneinander vorbeidriften, kommt es auch zu Verkeilungen der Plattengrenzen, die sich dann manchmal mit einem großen Ruck lösen und zu Erschütterungen führen – die schwersten seismischen Aktivitäten wurden 1906 mit einer Stärke von 7,8 auf der Momenten-Magnituden-Skala gemessen und führten zu Verschiebungen von bis zu 6 Metern.

Insofern bietet die Ausgangssituation, auch wenn sie ein wenig apokalyptisch anmutet, durchaus einen realistischen Startpunkt für einen Fall, auch wenn die Konsequenzen bezüglich Monk ein wenig weit hergeholt wirken. Sein durch die aufgeregte Situation provoziertes Kauderwelsch scheint eher ein Gag des Drehbuchautors zu sein, um den Charakter noch schrulliger wirken zu lassen und einige Situationen noch brenzliger zu machen, trägt aber letztlich außer zur Erheiterung nur wenig zur eigentlichen Geschichte bei. Diese wird diesmal erstaunlich gewaltvoll aufrecht erhalten, was einen zweiten, eigentlich überflüssigen Mord und die Bedrohung und Entführung Sharonas einschließt. Das sind keine unbedingten Minuspunkte, weil die Dramaturgie trotzdem oder auch gerade deshalb schlüssig ist, wer diese Folge aber ohne Vorkenntnisse der Serie als Einstiegsepisode sieht, bekommt ein falsches Bild der zumeist eigentlich ganz harmlosen Sendung.

Ich schätze an „Mr. Monk und das Erdbeben“ vor allem die Fülle an persönlichen Informationen, die man über die regulären Serienfiguren erhält. Mit Gail wird Sharonas Schwester (Gail legt Wert darauf, die jüngere, sexy Schwester zu sein) eingeführt, die in der zweiten Staffel noch einmal auftauchen wird. Spannend dabei, dass die Schauspielerin Amy Sedaris eigentlich sieben Jahre älter ist als Bitty Schram. – Auch nicht uninteressant: Lieutenant Disher hatte einmal einen Schnurrbart, rasierte ihn aber wegen der Verwechslungsgefahr mit Bartträger-Genossen Captain Stottlemeyer ab.

Gubanov Offline




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03.12.2013 22:16
#19 RE: Monk (2002-09, TV) Zitat · antworten



Mr. Monk und Willie Nelson (Mr. Monk Meets the Red-Headed Stranger)

Episode 12 der TV-Kriminalserie, USA 2002. Regie: Milan Cheylov. Drehbuch: Andy Breckman, Tom Scharpling. In den Hauptrollen: AM, SF, LS, RD, BF. Mit: Willie Nelson (Willie Nelson), David Anderson (Sonny Cross), Neil Crone (Terry T), Bruce McFee (Pete), Geofrey Whynot (Mr. Benjamin), Jonathan Whittaker (Lawyer), Jackie Richardson (Wendy Maas), Jay „Mad Dog“ Michaels (Li’l Kenny Freedman) u.a. Erstsendung (USA): 11. Oktober 2002. Erstsendung (BRD): 7. September 2004.

Zitat von Mr. Monk und Willie Nelson (12)
Ausgerechnet auf Willie Nelson fällt der Verdacht, seinen Manager Jason „Sonny“ Cross erschossen zu haben. Mr. Monk ist entsetzt – als zweitgrößter Fan des Country-Musikers nach seiner verstorbenen Frau Trudy ist er der festen Überzeugung, dass der Sänger keinesfalls ein Mörder sein kann! Leider steht Monks Meinung den Aussagen einer „Augen“-Zeugin gegenüber: Die blinde Mrs. Maas beschwört, Nelsons Stimme vom Tatort her wiederzuerkennen. Auch andere Indizien lassen nur einen einzigen unausweichlichen Schluss zu – bis eine von Monks Macken hilft, den Fall zu lösen ...


In „Mr. Monk und Willie Nelson“ wird wie in kaum einer anderen Folge klar, welchen Einfluss die Ermittlungen des berühmten Inspektor Columbo auf die Serienmacher hatten. Beinahe als Gedenk-Episode konzipiert, erinnert alles in diesem Fall an die „Columbo“-Folge „Schwanengesang“, in der Countrystar Johnny Cash den Mörder spielte. Nicht nur die angebliche Täterpersönlichkeit stimmt überein, auch verhielten sich in beiden Fällen die Opfer deutlich verabscheuungswürdiger als der Killer. Dass der Ermittler sich als Fan des Verdächtigen outet, erfolgt beinah obligatorisch. Aber auch kleinere Gemeinsamkeiten wie die Tatsache, dass beide Episoden mit Aufnahmen von Proben auf einer leeren Freiluftbühne beginnen, fallen ins Auge. Bei „Monk“ fühlte man sich offenbar in der Bringschuld: Schon vor dem Vorspann ertönt Nelsons größter Hit „On the Road Again“.

Der größte Unterschied besteht wohl darin, dass, während Cash bei „Columbo“ noch selbst für das Verbrechen verantwortlich war, Nelson hier nur als dringender Tatverdächtiger auftritt, der Mord aber letztlich von jemand anderem verübt wurde. Damit versuchte man wohl, Imageschäden zu vermeiden, die in einer zunehmend medial beeinflussten Welt für Nelson wohl größer ausgefallen wären als für Cash anno 1974. Die Sensationslust der Medien wird hier passend dazu auch thematisiert, wenn er um die Statements der Polizei geht, die mit treffsicherer Regelmäßigkeit von einem Flitzer gestört werden.

„Mr. Monk und Willie Nelson“ appelliert in einem besonderen Maße an die Romantik- und Mitleidsbereitschaft des Zuschauers. Dadurch, dass sich Monk mit Nelson so eng verbunden fühlt, wird der Fall für ihn nicht nur eine professionelle, sondern eine persönliche Angelegenheit – stärker vielleicht, als man es bei Monica Waters empfand. Die Schlussszene, in der Monk und Nelson zusammen auf dem Friedhof an Trudys Grab ein Duett des Songs „Blue Eyes Crying in the Rain“ spielen, geht sehr ans Herz und zeigt, dass die Kritik an der Serie, sie mache einen Charakter wie Monk nur lächerlich, zu oberflächlich ist. Tony Shalhoub erhält die Gelegenheit, der Figur eine über die reine Spleenigkeit hinausgehende Tiefe zu verleihen.

Gubanov Offline




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04.12.2013 00:44
#20 RE: Monk (2002-09, TV) Zitat · antworten



Mr. Monk im Flugzeug (Mr. Monk and the Airplane)

Episode 13 der TV-Kriminalserie, USA 2002. Regie: Rob Thompson. Drehbuch: David Stern. In den Hauptrollen: AM, SF, RD. Mit: Brooke Adams (Leigh Harrison), Garry Marshall (Warren Beach), Jennifer Dale (Barbara Chabrol), Carl Marotte (Stefan Chabrol), Hal Eisen (Neil), Timothy Daly (Tim Daly), Robin Duke (Aunt Minn), Francois Klanfer (Bernard) u.a. Erstsendung (USA): 18. Oktober 2002. Erstsendung (BRD): 23. September 2004.

Zitat von Mr. Monk im Flugzeug (13)
Unter falschen Vorwänden bringt Sharona Monk zum Flughafen, wo sie ihm eröffnet, dass sie nach New Jersey fliegen wird. Monk muss entweder in Schwester Gails Obhut oder selbst mitfliegen – das Gepäck dafür stünde bereit. Schweren Herzens entscheidet sich Monk, tatsächlich zum ersten Mal in seinem Leben eine Flugreise anzutreten. Die Bedenken über die Sicherheit des Verkehrsmittels weichen jedoch bald einer spannenden Beobachtung: Ein Passagier hat offenbar seine Frau umgebracht und fliegt nun mit seiner Komplizin gen Europa. Kann Monk die Flucht verhindern?


Die abschließende Episode der ersten „Monk“-Staffel kann getrost als Kammerspiel bezeichnet werden: Ein Großteil der Handlung spielt sich im Flugzeug auf der Reise von San Francisco nach Newark ab und bietet somit eher Raum für geschickte Gedankenspiele als für Action und Brutalität. Als geradezu genial kann man es bezeichnen, wie Monk einen Mord rekonstruiert, ohne auch nur einmal mit einer der beteiligten Personen gesprochen zu haben. Diese Prämisse geht auf große Detektivvorbilder zurück, die sich früher bereits als Meister der Theorie ohne die Notwendigkeit, sich mit der Praxis die Finger schmutzig zu machen, sahen. Hercule Poirot zum Beispiel wettete in der Geschichte „The Disappearance of Mr Davenheim“ mit Chief Inspector Japp um fünf Pfund, dass er das titelgebende Verschwinden innerhalb von einer Woche aus seiner Wohnung heraus aufklären könne. Ähnlich wie Poirot daraufhin Hastings mit den Ermittlungen vor Ort beauftragt, delegiert Monk Lieutenant Disher per Telefon durch die einzelnen Stationen der Leichensuche.

Da Monk mit einer für ihn besonders unangenehmen und außergewöhnlichen Situation konfrontiert wird, bietet sich natürlich noch mehr als das übliche Maß an unorthodoxem Verhalten an – der Mordfall Chabrol dient für ihn zunächst als eine Übung, um die Flugangst zu überwinden. Schon vor dem Besteigen des Flugzeugs stellt er Beobachtungen an, die ihm dabei helfen, sich nicht auf seine unbequeme Entscheidung konzentrieren zu müssen. Im Laufe der Reise gerät er dann an mehrere Passagiere und an Bordpersonal, die durch seine Kapriziosen auf eine harte Probe gestellt werden. Pikant an der Rollenverteilung ist, dass die Stewardess mit den klaren Ansagen, Brooke Adams, im wahren Leben Tony Shalhoubs Ehefrau ist.

Das Staffelfinale hinterlässt einen durchweg positiven Eindruck und ist zu den stärksten Folgen der Season zu zählen, auch weil das Flair in der – zwar unterdessen deutlich moderneren Flugzeugkabine – doch nostalgische Erinnerungen an Agatha Christies „Tod in den Wolken“ aufkommen lässt.

Gubanov Offline




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04.12.2013 00:54
#21 RE: Monk (2002-09, TV) Zitat · antworten



Meine Episodenrangliste zur 1. „Monk“-Staffel

Platz 01 | ★★★★★ | Folge 006 | Mr. Monk in der Anstalt
Platz 02 | ★★★★★ | Folge 013 | Mr. Monk im Flugzeug
Platz 03 | ★★★★★ | Folge 012 | Mr. Monk und Willie Nelson

Platz 04 | ★★★★☆ | Folge 009 | Mr. Monk und der Marathon-Mann
Platz 05 | ★★★★☆ | Folge 005 | Mr. Monk auf dem Rummelplatz
Platz 06 | ★★★★☆ | Folge 010 | Mr. Monk macht Urlaub
Platz 07 | ★★★★☆ | Folge 001 / 002 | Mr. Monk und das Attentat (Teile 1 + 2)

Platz 08 | ★★★★★ | Folge 004 | Mr. Monk gegen die Qualle
Platz 09 | ★★★★★ | Folge 008 | Mr. Monk und Monica
Platz 10 | ★★★★★ | Folge 007 | Mr. Monk und ein Milliardär auf Abwegen

Platz 11 | ★★★☆★ | Folge 011 | Mr. Monk und das Erdbeben
Platz 12 | ★★★☆★ | Folge 003 | Mr. Monk und die Hellseherin

Gubanov Offline




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14.07.2017 19:25
#22 RE: Monk (2002-09, TV) Zitat · antworten

Seit gefühlt mehreren Jahren wird die „Monk“-Komplettbox online und in jedem zweiten Supermarkt zu überaus verlockenden Preisen angeboten. Zu einem Kurs von gerade einmal einem Euro pro DVD (3 bis 4 Fälle) konnte ich kürzlich dann auch nicht mehr widerstehen und widme mich daher nach einer längeren Pause wieder einmal der Serie. Staffel 1 lag zur Auffrischung bereits im Player, jetzt geht es weiter mit Staffel 2:



Mr. Monk geht wieder zur Schule (Mr. Monk Goes back to School)

Episode 14 der TV-Kriminalserie, USA 2003. Regie: Randall Zisk. Drehbuch: David Breckman (Story: David Breckman, Rick Kronberg). In den Hauptrollen: AM, SF, LS, RD, BF. Mit: Andrew McCarthy (Derek Philby), Rosalind Chao (Arleen Cassidy), Bob Brewer (Kyle Patterson), David Rasche (Coach Nick Patterson), Erica Yoder (Beth Landow), Chane’t Johnson (First Teacher), Michael Reisz (Second Teacher), Roz Witt (Lunch Lady) u.a. Erstsendung (USA): 20. Juni 2003. Erstsendung (BRD): 30. September 2004.

Zitat von Mr. Monk geht wieder zur Schule (14)
An Trudys alma mater nimmt sich eine Literaturlehrerin das Leben, indem sie vom Glockenturm auf dem Campusgelände springt. So zumindest die offizielle Version, die die Polizei vertritt. Die Rektorin, eine Freundin von Trudy, zieht Monk hinzu, weil sie nicht an den Selbstmord ihrer Kollegin glauben kann. Auch Monk kommen schnell Zweifel und er heftet sich an die Fersen des arroganten Chemielehrers Derek Philby. Es stellt sich heraus, dass dieser ein Verhältnis mit der Toten hatte. Doch ein besseres Alibi könnte er nicht haben: Zum Zeitpunkt ihres Todes nahm er 40 Schülern einen Test ab ...


Für den Einstieg in die zweite Season wählte man ein Drehbuch des Bruders des Serienerfinders, der bereits mit „Mr. Monk in der Anstalt“ einen sehr starken Beitrag zur Reihe geliefert hatte. Es geht gleich mit einem Fall los, in den Monk durch den Schauplatz und die dadurch wachgerufenen Erinnerungen auf ganz persönlicher Ebene involviert ist, wobei er zu den an dem aktuellen Mordfall direkt beteiligten Personen keine engen Bande pflegt. Bei dem College handelt es sich um eine Eliteschule, die in erster Linie von versnobten Personen zu frequentiert werden scheint: Weder die Lehrerschaft (der glatte Derek Philby oder der rachsüchtige Sportlehrer Patterson) noch die Schüler (Kyle, ein im wahrsten Sinne des Wortes ausgewachsener Tyrann) machen einen besonders liebenswerten Eindruck. Allerdings erhalten die Figuren auch nicht wirklich viel Gelegenheit, über Klischees hinauszuwachsen, was „Mr. Monk geht wieder zur Schule“ deutlich hinter dem vergleichbaren Columbo-Ausflug „Luzifers Schüler“ zurückstehen lässt.

Beim Fall handelt es sich um eine typische „Monk“-Struktur mit einem dem Publikum bekanntem Mörder – nur die Art und Weise, auf die er sich ein Alibi beschafft, bereitet sowohl dem Zuschauer als auch Monk, der den Übeltäter intuitiv schon bei seiner ersten Begegnung identifiziert, Kopfzerbrechen. Aufgelöst wird der Fall schließlich durch eine Falle, in die der zuvor mit raffinierter Kaltschnäuzigkeit vorgehende Philby etwas zu blauäugig tappt – Kriminalistisches gab es also schon durchaus Überzeugenderes im Rahmen der Serie.

Dennoch sorgt das herausfordernde Auftreten von Andrew McCarthy für ein gutes Zusammenspiel von Täter und Ermittler und auch die peinlichen Momente, in denen der gehemmte Monk als Lehrer vor eine augenrollende Klasse tritt (Stichwort suboptimal geeignete Quereinsteiger ...), gehören in den Klassikerfundus der Serie. Hätte man den Fokus allerdings ein klein wenig weiter von den humoristischen in Richtung der Ermittlungs-Elemente verlegt, hätte „Mr. Monk geht zur Schule“ noch überzeugender ausfallen können.

Gubanov Offline




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14.07.2017 22:40
#23 RE: Monk (2002-09, TV) Zitat · antworten



Mr. Monk fährt nach Mexiko (Mr. Monk Goes to Mexico)

Episode 15 der TV-Kriminalserie, USA 2003. Regie: Ron Underwood. Drehbuch: Lee Goldberg, William Rabkin. In den Hauptrollen: AM, SF, LS, RD. Mit: Emma Bates (Michelle), Corbin Allred (Scott), Jorge Cervera, Jr. (Dr. Madero), Tony Plana (Captain Alameda), David Noroña (Lt. Plato), Marcelo Tubert (Hector), René Rivera (Captain Valez), Hector Luis Bustamante (Gomez) u.a. Erstsendung (USA): 27. Juni 2003. Erstsendung (BRD): 7. Oktober 2004.

Zitat von Mr. Monk fährt nach Mexiko (15)
Ein Hilferuf erreicht das San Francisco Police Department aus Mexiko: Ein gut betuchter Jugendlicher ist dort bei einem Fallschirmsprung gestorben. Wer jedoch glaubt, dass der Junge den Tod fand, weil die Reißleine durchschnitten war, irrt: Der Gerichtsmediziner findet zur Überraschung aller Beteiligten Wasser in der Lunge des Toten – er ist am Himmel über der Wüste ertrunken! Um zu klären, wie das möglich ist, wird Monk über die Grenze geschickt. Er arbeitet mit Captain Alameda und Lieutenant Plato zusammen, die fest an ein Verbrechen mit Drogenhintergrund glauben ...


Während der mexikanische Fall „Blutroter Staub“ nicht zu Lieutenant Columbos Glanzstücken zählt, genießt die Parallelepisode „Mr. Monk fährt nach Mexiko“ gemeinhin hohes Ansehen. Obwohl man auf die (ohnehin nicht mehr zeitgemäße) Stierkampf-Thematik verzichete, schafften die Autoren es, möglichst viele Eigenheiten des Nachbarlands auf liebenswerte Weise einzufangen. Es geht nicht immer ganz politisch korrekt zu in Fall #015 – z.B. wenn der Hotelchef geflissentlich eine Kakerlake auf dem Kopfkissen schönredet oder Monk bei einem Mordanschlag seinen Attentäter panisch in Schach zu halten versucht und dabei in einem Wörterbuch blättert, um sich verständlich zu machen. Doch dieser lockere Ton passt gut zur Serie und nimmt nie ernstlich überhand.

Die mexikanischen Polizisten sind auch nicht die hellsten, nehmen sich in dieser Beziehung aber wenig im Vergleich zu Stottlemeyer und Disher. In der Tat gelangen hier amüsante Parallelen, z.B. wenn man sich einmal die Übersetzung des Nachnamens von Lieutenant Plato überlegt. Mit ihren voreiligen Schlüssen verraten sie dem Zuschauer, was ganz sicher nicht hinter den Todesfällen steckt. Diese haben es diesmal besonders in sich (ein in der Luft Ertrunkener und ein von einem Löwen Zerfleischter) und werden in klassischer Whodunit-Form aufgezogen, was der Folge einen exzellenten Spannungsbogen verpasst.

Der arme Mr. Monk wird derweil nicht nur kurzfristig für tot gehalten, sondern steht tatsächlich kurz vor dem Verdursten, weil ihm die Koffer mit den mitgebrachten Mineralwasser-Flaschen gestohlen wurde. Wir erfahren, dass er nur die Marke Sierra Springs trinkt. Die existiert tatsächlich, hat ihr Hauptquartier in Sacramento und vertreibt ihre Flaschen seit 1950 an der US-Westküste und in Texas. Schleichwerbung galore also, die erst ab der sechsten Staffel von „Monk“ beendet wurde, als dieser zur fiktiven Marke Summit Creek wechselte.

Gubanov Offline




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15.07.2017 11:30
#24 RE: Monk (2002-09, TV) Zitat · antworten



Mr. Monk und das Baseballfieber (Mr. Monk Goes to the Ballgame)

Episode 16 der TV-Kriminalserie, USA 2003. Regie: Michael Spiller. Drehbuch: Hy Conrad. In den Hauptrollen: AM, SF, LS, RD, BF, CK. Mit: Christopher Wiehl (Scott Gregorio), John Sanderford (Lawrence Hammond), Darby Stanchfield (Erin Hammond), Jane Carr (Mrs. Jenkins), D.J. Lockhart-Johnson (Darryl Grant), Robert Pierce (Frank Henley), Michael B. Silver (Lyle Turrow), Cameron Kush (Jared Stottlemeyer) u.a. Erstsendung (USA): 11. Juli 2003. Erstsendung (BRD): 14. Oktober 2004.

Zitat von Mr. Monk und das Baseballfieber (16)
Wohin das blinde Verlassen auf ein Navigationssystem führt, muss der Milliardär Lawrence Hammond bemerken, als die freundliche Stimme aus dem Lautsprecher ihn und seine Frau Erin in eine Sackgase in einem Industriegebiet manövriert, wo ein maskierter Mörder auf die beiden wartet. Mr. Monk findet heraus, dass nicht – wie alle zunächst annehmen – der Milliardär das beabsichtigte Opfer des Doppelmords war, sondern dessen Gattin, die ein Verhältnis mit einem Profi-Baseballspieler unterhielt. Und tatsächlich hängt die Lösung des Falles mit einem der kleinen weißen Lederbälle zusammen ...


Baseball gehört zur amerikanischen Folklore, und natürlich verschlägt es auch Mr. Monk irgendwann einmal auf das ball field. Er muss dem mager-unsportlichen Benjy aufbauend zur Seite stehen und sich schließlich sogar als Schiedsrichter betätigen, was sowohl seinen Ordnungssinn als auch sein Problem, Entscheidungen zu treffen, auf eine harte Probe stellt. In diesen Momenten und in jenen Szenen, in denen man eine ganz neue Seite von Captain Stottlemeyer kennenlernt (Typ: überambitionierter Sportler-Vater), verdrängt die Baseball-Thematik die eigentlichen Ermittlungen ein wenig zu stark.

Dass die Konstruktion der Folge dennoch aufgeht, liegt daran, dass sich Monk und Sharona diesmal weder Zeit für ausufernde Verdächtigenscharen noch für ein langes Duell mit einem bereits bekannten Täter nehmen müssen. Der Mörder wird am Ende kurzerhand aus dem Hut gezaubert und ist keine zuvor an der Handlung beteiligte Figur. Trotzdem enttäuscht der Clou, an dem vor allem das wie so oft bei „Monk“ innovative Motiv überzeugt, nicht. Andererseits hätten natürlich die Persönlichkeiten der beiden Toten stärker in den Mittelpunkt gerückt werden können. Dies hätte der Folge einen größeren Tiefgang beschert, denn immerhin wird vom Mörder der sinnlose Tod eines Unbeteiligten (eigentlich sogar zweier Unbeteiligter) in Kauf genommen, um sein eigentliches Ziel zu verfolgen.

Für die entsprechenden stillen Momente der Folge sorgt der Liebhaber der Toten, dem Christopher Wiehl ein sympathisches Gesicht verleiht. Wiehl ist allerdings „bloß“ Schauspieler und kein echter Baseballstar – er ging im gleichen Jahr sogar im Football-Stadion fremd, als er für ESPN in der Serie „Playmakers“ als Quarterback vor der Kamera stand. Und um das Ballsport-Trio komplett zu machen, sei noch die urkomische Szene erwähnt, in der Monk einen „Fleck“ von einem Basketball abwischt. Zu dumm, dass sich der Fleck als Autogramm von Michael Jordan entpuppt ...

Gubanov Offline




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16.07.2017 01:00
#25 RE: Monk (2002-09, TV) Zitat · antworten



Mr. Monk geht in den Zirkus (Mr. Monk Goes to the Circus)

Episode 17 der TV-Kriminalserie, USA 2003. Regie: Randall Zisk. Drehbuch: James Krieg. In den Hauptrollen: AM, SF, LS, RD, BF, CK. Mit: Lolita Davidovich (Natasia Lovara), Lola Glaudini (Ariana), Mark Ivanir (Edgar Heinz), Ilia Volok (Ryan), Steve Monroe (Sgt. Myers), Marek Probosz (Sergei), Shauna Duggins (Ninja), K.T. Thangavelu (Radiologist) u.a. Erstsendung (USA): 18. Juli 2003. Erstsendung (BRD): 21. Oktober 2004.

Zitat von Mr. Monk geht in den Zirkus (17)
Es hätte so ein angenehmer Sommerabend für den Artisten Sergei und seine Freundin Ariana werden können! Sie sitzen in einem Straßencafé in San Francisco, wo ihr Zirkus gerade gastiert. Plötzlich springt jedoch ein Vermummter von der Feuertreppe, erschießt Sergei, dreht noch einen Salto an der Brüstung und verschwindet unter erstaunten Ausrufen der Anwesenden wieder im Dunkel. Ariana ist sich sicher, dass Sergeis Exfrau, die Trapezturnerin Natasia, für den Mord verantwortlich ist. Da gibt es allerdings einen Haken: Die Verdächtige trägt seit einiger Zeit einen Gipsverband wegen eines gebrochenen Fußes ...


Hier haben wir es wieder: Das erbitterte Duell zwischen Monk und einem unmöglichen Tatverdächtigen, der natürlich entgegen jeder Vernunft für den Mord verantwortlich ist. In diesem Fall fällt die verantwortungsvolle Aufgabe der kanadischen Schauspielerin Lolita Davidovich zu, die als rumänische Zirkusartistin beweist, dass sich der spleenige Detektiv immer noch am besten an jenen Tätern abarbeitet, die ihre Schuld gar nicht erst zu verbergen versuchen und dafür Haare auf den Zähnen tragen. „Sergei war ein furchtbarer Ehemann“, meint Natasia trocken. „Und er war ein furchtbarer Ex-Ehemann. Aber er ist ein hervorragender toter Ex-Ehemann.“ – Und insgeheim fragt man sich, welcher Anteil an Fürchterlichkeit nicht auch von ihr selbst ausgegangen sein könnte ...

Agatha-Christie-Fans werden Natasias Alibi natürlich sekundenschnell durchschauen, denn Autor James Krieg ließ sich hier eindeutig von „Tod auf dem Nil“ inspirieren. Die Ähnlichkeit der Tatabläufe ist aber gar nicht so schlimm, denn schließlich hält die Episode auch abseits dieser Kernfrage – passend zum Thema Zirkus – eine Reihe ablenkender Kuriositäten bereit. Besonders der ausgefeilte zweite Mord stellt unter Beweis, wie wunderbar man Tragik und Komik verbinden kann.

Aber es ist vor allem Sharonas Angst vor Elefanten und die sich daraus ergebende Streiterei zwischen ihr und Monk, die der Folge das gewisse Etwas verleiht. Sie zeigt den so liebenswerten Mr. Monk von seiner egoistischen Seite – seine Krankheit macht es ihm schwer, wenn nicht unmöglich, für die Phobien anderer Menschen jenes Verständnis aufzubringen, das er im Umkehrzug für seine eigenen erwartet. Es ist der harmonischen, erprobten Interaktion von Tony Shalhoub und Bitty Schram zu verdanken, dass ob dieser Charakterschwäche und der darauffolgenden Schmollerei keiner der beiden Protagonisten in der Gunst des Zuschauers liegt. Hier zeigt sich einmal mehr: Die Serie „Monk“ schlachtet zwar die Sonderbarkeit der Titelfigur aus, weiß aber, wo nötig, auch die nötige Sensibilität aufzubringen.

Gubanov Offline




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16.07.2017 18:10
#26 RE: Monk (2002-09, TV) Zitat · antworten



Mr. Monk und der älteste Mann der Welt (Mr. Monk and the Very, Very Old Man)

Episode 18 der TV-Kriminalserie, USA 2003. Regie: Larry Trilling. Drehbuch: Daniel Dratch. In den Hauptrollen: AM, SF, LS, RD, TM. Mit: Glenne Headly (Karen Stottlemeyer), Kurt Fuller (Dennis Gammil), Jim Jansen (Mayor Rudner), Patrick Cranshaw (Miles Holling), Bill Erwin (Hiram Holling), Sonya Eddy (Opal), Ralph Peduto (Gravedigger), Alfred Dennis (Old Man) u.a. Erstsendung (USA): 25. Juli 2003. Erstsendung (BRD): 11. November 2004.

Zitat von Mr. Monk und der älteste Mann der Welt (18)
Wer könnte einen Grund haben, den ältesten Mann der Welt umzubringen? Lieutenant Disher ist sich sicher: Dahinter kann nur der zweitälteste Mann stecken ... oder ein Killer, der es pathologisch auf Guiness-Weltrekordhalter abgesehen hat. Mr. Monk, der Captain Stottlemeyer, welcher von Eheproblemen geplagt wird, in seiner Wohnung aufgenommen hat, verfolgt derweil eine vielversprechendere Spur: Miles Holling, der verstorbene Greis, erhielt vor seinem Ableben anonyme Drohanrufe. Plötzlich scheinen sich auch Verbindungen zum Tod eines Teenagers aufzutun, den Stottlemeyer nie aufklären konnte ...


In der Liste der seit den 1980er Jahren als älteste Menschen der Welt geltenden Personen kommen auf 95 Frauen lediglich fünf Männer. Und tatsächlich galt zum Ausstrahlungszeitpunkt der Episode der Japaner Yukichi Chuganji, der es vor seinem Tod am 28. September 2003 auf 114 Jahre und 189 Tage brachte, als Rekordhalter. Auffällig ist auch, wie häufig US-Amerikaner in der Liste enthalten sind: Sie machen mit 44 Erwähnungen den weitaus größten Anteil eines einzelnen Landes an der „Spitzengruppe“ aus. Abseits dieser statistischen Spitzfindigkeiten muss man festhalten, dass es einfach eine hervorragende schwarzhumorige Idee ist, ausgerechnet so einen Super-Greis als Mordopfer auszuerwählen. Die kuriosen Motive, mit denen Randy Disher aufwartet, tragen maßgeblich zur Belustigung bei, während man auch nicht alle Tage davon ausgehen kann, dass der Sohn eines Mordopfers bereits die 80-Jahre-Schwelle überschritten hat. (Der Darsteller des Hiram Holling war übrigens in Wahrheit sogar älter als sein Filmvater, aber das sieht man ihm nun wirklich nicht an.)

Einen wahrlich methusalemischen Bart weist dagegen die Idee auf, einen der Ermittler – diesmal Captain Stottlemeyer – durch eine Ehekrise gehen zu lassen. Die nervige Hippie-Ehefrau passt in keinster Weise zum korrekten, ehrgeizigen Beamten und die Witze, die sich aus dessen kurzzeitiger Flucht unter Monks Dach ergeben, wirken eher erzwungen. Immerhin versteht es das Script, alle Handlungsstränge – den Mord an der Titelfigur, einen zweiten, ungeklärten Fall und die Probleme im Hause Stottlemeyer – am Ende geschickt zu einer sinnvollen Auflösung zusammenzuführen, die man sich aber bereits eine Weile vor den Protagonisten denken kann.

Ebenso wie „Mr. Monk macht Urlaub“ aus der ersten und „Mr. Monk und der 12. Geschworene“ aus der aktuellen Staffel war „Mr. Monk und der älteste Mann der Welt“ für den Edgar, also den Edgar-Allan-Poe-Preis, nominiert. Alle diese Folgen sowie zwei spätere hatten jedoch Pech und wurden zugunsten anderer Nominierungen übergangen.

Gubanov Offline




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17.07.2017 06:50
#27 RE: Monk (2002-09, TV) Zitat · antworten



Mr. Monk geht mit Sharona ins Theater (Mr. Monk Goes to the Theater)

Episode 19 der TV-Kriminalserie, USA 2003. Regie: Ron Underwood. Drehbuch: Tom Scharpling (Story: Wendy Mass, Stu Levine). In den Hauptrollen: AM, SF, LS, RD, BF. Mit: Betty Buckley (Cheryl Fleming), Amy Sedaris (Gail Fleming), Melissa George (Jenna Ryan), Simon Templeman (Carl Sebastian), David Doty (O'Dell), Mark Phinney (Doorman), Marc Vann (Hal Duncan), Gwen McGee (Judge) u.a. Erstsendung (USA): 1. August 2003. Erstsendung (BRD): 18. November 2004.

Zitat von Mr. Monk geht mit Sharona ins Theater (19)
Sharonas Schwester Gail steht im Kriminalstück „Blut auf dem Mond“ auf der Bühne. In einer Szene soll sie ihren Schauspielkollegen mit einem Requisitenmesser erstechen. Auf der Premiere steckt dem Mimen jedoch auf einmal ein echtes Messer in der Brust. Ein ausgebuchter Theatersaal einschließlich Sharona und Mr. Monk haben gesehen, wie Gail dem Mann das Messer in die Brust stach. Und doch verlassen sich Sharona und ihre Mutter ganz auf die kriminalistischen Künste von Mr. Monk, Gail aus diesem Schlamassel herauszupauken. Mit welchem Kniff wird ihm diese schwere Aufgabe gelingen?


In ihrem zweiten und letzten Auftritt als Sharonas Schwester gerät die dem hiesigen Publikum wohl am ehesten als nervig synchronisierte Feilbieterin von Wäscheparfüm bekannte Amy Sedaris in ernste Schwierigkeiten. Gail entpuppt sich als sehr erfolgreiche Schauspielerin – sogar mit Broadwayaussichten –, die sich nur leider auf eine Rolle eingelassen hat, in der sie auf offener Bühne ihren Ex-Freund erstechen zu müssen. Die Lage sieht also eindeutig aus, als dieser tatsächlich tot zu Boden geht. Den Kniff nach dem Motto „aus Spiel wird Ernst“ hat man schon in mehreren Krimis gesehen, doch der Umgang mit der Thematik in „Mr. Monk geht mit Sharona ins Theater“ ist gelassener: Eindeutig wird darauf hingewiesen, dass ein erfahrener Schauspieler ein Requisitenmesser nun wirklich nicht mit einem echten verwechseln kann. Auch die angemessene Verzweiflung von Sharona und ihrer Mutter sorgt dafür, dass der Fall glaubwürdig und weniger albern als manch andere „Monk“-Episode wirkt.

Wo außerdem in anderen Fällen der Humor nachträglich „aufgeklebt“ wirkt, fügt er sich hier stimmig ein, zumal sich die Idee, dass Mr. Monk kurzfristig als Ersatzdarsteller für den Verstorbenen einspringt, sowohl als höchst amüsant als auch – am Ende – als höchst gefährlich herausstellt. Suspense gibt es also genug und die Steigerung desselben mündet in eine sehr clevere, wenngleich sicher etwas konstruierte zweite Sichtweise auf die Dinge, die am folgenschweren Abend vor den Augen von Hunderten von Menschen geschahen.

Rundum gelungen ist übrigens nicht nur die „Theater“-Folge, sondern auch der ab der zweiten Staffel durchgängig bis zum Serienende zu hörende neue Soundtrack: In dem im Jahr 2004 mit einem Emmy ausgezeichneten Titellied „It’s a Jungle out There“ singt Randy Newman über Monks Zwänge und Ängste. Eine sehr clevere Idee, die der Serie – mit einer eingängigen Melodie kombiniert – einen passenden neuen Stempel aufdrückt, ohne sich in Ton und Stil zu weit von der bisherigen Untermalung zu entfernen. Und zur vorliegenden Episode mit Gails Schicksal passt es auch noch: „You better pay attention or this world we love so much might just kill you ...“

Gubanov Offline




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17.07.2017 21:35
#28 RE: Monk (2002-09, TV) Zitat · antworten



Mr. Monk und der schlafende Verdächtige (Mr. Monk and the Sleeping Suspect)

Episode 20 der TV-Kriminalserie, USA 2003. Regie: Jerry Levine. Drehbuch: Karl Schaefer. In den Hauptrollen: AM, SF, LS, RD, BF, CK. Mit: Frank John Hughes (Trevor Howe), Josh Stamberg (Agent Grooms), Beth Skipp (Amanda Babbage), Chad E. Donella (Ricky Babbage), Matt Winston (Brian Babbage), Michelle Krusiec (Maria), Kathryn Joosten (Nurse Stempel), Shishir Kurup (Tamil Swarma) u.a. Erstsendung (USA): 8. August 2003. Erstsendung (BRD): 2. Dezember 2004.

Zitat von Mr. Monk und der schlafende Verdächtige (20)
Die Mitglieder des über ein millionenschweres Erbe zerstrittenen Babbage-Clans erhalten Briefbomben. Wegen des großen Einflusses der Familie muss Stottlemeyer die Ermittlungen an den ATF-Agenten Grooms abgeben, was sehr an seinem Ego nagt. Er bittet Monk, ihm eine möglichst beeindruckende Theorie zuzuflüstern, um Groom eins auszuwischen. Dummerweise hat Monk sich in die fixe Idee verrannt, dass der im Koma liegende Bruder Brian für die brandgefährlichen Päckchen verantwortlich ist. Natürlich will niemand diese Theorie glauben. Bis Monk an jenem Tag, an dem Brian wieder aufwacht, den gegenteiligen Beweis erbringt!


Jerry Levine, der in dieser Folge zum ersten Mal Regie bei „Monk“ führt, ist ein kurioses Gewächs halbwegs zwischen Regisseur und Schauspieler und wird in Folge #022 auch vor der Kamera zu sehen sein. Mit Captain Stottlemeyer Ted Levine ist er übrigens nicht verwandt, auch wenn die aktuelle Häufung der Levines (man bedenke auch den Storywriter aus Episode #019) vielleicht stutzig macht. Levine, also Jerry, schuf hiermit eine Folge, die das Unmögliche hinbiegen und einen Komapatienten zum Mörder stempeln will. Damit sind selbstredend einige Unwahrscheinlichkeiten verbunden, aber auch eine reizvolle Herausforderung für die Ermittler, was dazu führte, dass der Fall, obwohl er bei genauerer Betrachtung nicht der anspruchsvollste ist, zu den Lieblingen von Disher-Darsteller Jason Gray-Stanford zählt.

Die zerstrittene Babbage-Clique hinterlässt wenig Eindruck, denn der Fokus liegt nicht auf ihnen, sondern auf anderen Eitelkeiten: Captain Stottlemeyer fühlt sich gemaßregelt, weil ortsfremde Experten „seinen“ Fall übernommen haben. Er liefert sich deshalb amüsante Duelle mit Agent Grooms (Josh Stamberg), obwohl er eigentlich durch Monk schon daran gewöhnt sein müsste, die Oberhand in den Ermittlungen abgeben zu müssen. Wer das ATF nicht kennt: Es handelt sich um die Polizei des „Amts für Alkohol, Tabak, Schusswaffen und Sprengstoffe“, die auf Bundesebene operiert und direkt dem Justizministerium der Vereinigten Staaten unterstellt ist.

Etwas unvorteilhaft gealtert ist die Episode wegen ihres unverblümten Einsatzes von Computereffekten. Was 2003 modern war, fällt dem aktuellen Zuschauer als etwas angestaubt auf, wenn man etwa einen Blick durch die Umschläge auf die „tickende“ Briefbombe erhaschen oder Zeuge werden kann, wie Monk von der Wucht einer Explosion durchs Zimmer geschleudert wird. Eine klassischere und wesentlich adrenalinhaltigere Szene ist die, in der Sharona in einer Kurzschlussreaktion eine nunmehr bewegungsempfindliche Bombe fängt und diese nun so lange ruhig in der Hand halten muss, bis sie entschärft ist. Da wird selbst die schlagfertige Bitty Schram, die in dieser Folge außerdem vom Auftauchen des Ex-Ehemanns geplagt wird, einmal ganz kleinlaut.

Gubanov Offline




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23.07.2017 11:25
#29 RE: Monk (2002-09, TV) Zitat · antworten



Mr. Monk, ein Playboy und viele schöne Mädchen (Mr. Monk Meets the Playboy)

Episode 21 der TV-Kriminalserie, USA 2003. Regie: Tom di Cillo. Drehbuch: James Krieg. In den Hauptrollen: AM, SF, LS, RD, BF. Mit: Gary Cole (Dexter Larsen), Erinn Bartlett (Amber), Danny Bonaduce (Danny Bonaduce), Jennifer Lyons (Bethany Daniels), Lisa Thornhill (Noelle Winters), Mark Tymchyshyn (Elliott D’Souza), Fay Masterson (Diane Luden), Edward Edwards (Shawn Clemmons) u.a. Erstsendung (USA): 15. August 2003. Erstsendung (BRD): 9. Dezember 2004.

Zitat von Mr. Monk, ein Playboy und viele schöne Mädchen (21)
Einst als Elektronikzeitschrift gegründet, erfuhr das „Sapphire Magazine“ erst einen großen Aufschwung, als es sich weniger auf Technik als vielmehr aufs Abdrucken (halb-)nackter Frauen konzentrierte. Der Gründer, Dexter Larsen, lebt mittlerweile wie im Paradies in Sapphire Mansions auf den Hügeln über San Francisco, umgeben von jungen, zeigefreudigen Fotomodells. Diese Traumwelt will sein Verleger D’Souza ihm zerstören: Die Hochzeit des mittlerweile defizitären Blattes ist nämlich lange vorbei; es soll abgesetzt werden. Mit diesem Einschnitt hat D’Souza sein Todesurteil unterschrieben!


Wenn die Anspielungen schon so offen in Richtung Playboy Mansions und Hugh Hefner zielen, hätte die Serie durchaus auch den echten Herausgeber besetzen können – ähnlich dem Auftritt des echten Willie Nelson in der ersten Staffel. So bleibt es bei einem Miniauftritt von TV-Multitalent Danny Bonaduce als Danny Bonaduce, während die eigentliche Täterfigur Dexter Larsen eine Fantasiegestalt ist. Eine recht bösartige – das muss man hinzufügen, denn er verkauft offenbar nicht nur schmutzige Heftchen, sondern lässt sich auch auf ein ebensolches Spiel mit Mr. Monk und Sharona ein, indem er die Ermittlungen mittels einer Erpressung zu beenden versucht.

Es ist gut, dass die Episode diese etwas nachdenklicheren Momente einstreut, in denen Sharona bedauert, als junge Mutter, die auf jedes Geld angewiesen war, freizügige Fotos gemacht zu haben. Diese heben das sonst etwas lapidare Niveau der Folge um einiges, denn sie geben, auch wenn sie dem Mordfall an sich nichts hinzufügen, Bitty Schram und auch Kane Ritchotte etwas größere und anspruchsvollere Rollen als üblich.

Die Mordmethode entspringt dem typischen „Monk“-Kuriositätenkabinett und dürfte sich dem Zuschauer selbst beim ersten Sehen schnell erschließen, wird aber dadurch nicht weniger interessant. Sie eignet sich zudem perfekt, den Täter am Ende mit seinen eigenen Waffen zu schlagen – eine zufriedenstellende Art der Überführung, die dafür sorgt, dass der überhebliche Dexter Larsen endlich die Oberhand verliert. Zuvor hielt er schließlich alle Trümpfe in der Hand, was nicht zuletzt an Monks Verklemmtheit liegt, die man schon in „Mr. Monk und das Baseballfieber“ bei der Befragung eines Aktmodells beobachten konnte (im Gegensatz zu den lechzenden Cops, die erst beschließen, sich einzuschalten, als sie erfahren, wer der Verdächtige ist). Wer hätte da gedacht, dass der spleenige Mr. Monk die Sapphire Mansions, für die man einen dem Hefner-Anwesen möglichst ähnlichen Drehort mit Natursteinfassade, Erkern und Springbrunnen auswählte, als klarer Sieger verlassen würde?

Gubanov Offline




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04.08.2017 15:40
#30 RE: Monk (2002-09, TV) Zitat · antworten



Mr. Monk und der 12. Geschworene (Mr. Monk and the 12th Man)

Episode 22 der TV-Kriminalserie, USA 2003. Regie: Michael Zinberg. Drehbuch: Michael Angeli. In den Hauptrollen: AM, SF, LS, RD, CK. Mit: Ed Marinaro (Stewart Babcock), Lauren Tom (Mrs. Ling), Deborah Zoe (Lisa Babcock), Jerry Levine (Kenny Shale), Eugene Collier (Henry Smalls), Billy Gardell (Ian Agnew), David Figlioli (Tommy Zimm), Jimmy Shubert (Frank Pulaski) u.a. Erstsendung (USA): 22. August 2003. Erstsendung (BRD): 16. Dezember 2004.

Zitat von Mr. Monk und der 12. Geschworene (22)
Elf Menschen, die scheinbar nichts gemeinsam haben, fallen einem Serienmörder zum Opfer. Die Polizei ist ratlos. Monk kommt auf die Idee, dass sich eine so grundverschiedene Gruppe eigentlich nur durch eins verbunden sein kann – eine gemeinsame Jury-Tätigkeit vor Gericht. Tatsächlich waren die Opfer Geschworene in einem Prozess vor sechs Jahren. Während Stottlemeyer und Sharonas neuer Lover, der stellvertretende Bürgermeister Kenny Shale, nun Jagd auf den zwölften Mann machen, konzentriert sich Monk auf Kläger und Angeklagte des damaligen Verfahrens ...


Adrian Monk ist sicher kein gewöhnlicher Zeitgenosse. Ähnlich wie in „Mr. Monk in der Anstalt“ wird ihm diesmal jedoch eine noch durchgeknalltere Gestalt in Form des vor sechs Jahren schwerverletzten Ian Agnew, dem noch immer ein Stück verzinktes Rohr im Kopf steckt, gegenübergestellt, was Sharona gegenüber ihrem Boss zu dem trockenen Kommentar verleitet: „Sie sind jedenfalls nicht der Verrückteste in diesem Raum.“ – Während sich Monk zwangsgestört wie immer über die Art, wie die Betreiberin seiner Wäschereinigung Knöpfe annäht, beschwert, zeigt er in anderen Momenten tatsächlich ein erstaunlich un-monkisches Verhalten, z.B. als er sich bei einer nächtlichen Observation plötzlich auf den bewaffneten Täter stürzt.

Die Geschichte gehört zu den reizvollsten der zweiten Staffel und verfügt mit der Mordserie, dem unbekannten Täter und den in die Vergangenheit reichenden Motiven über alles, was ein ansprechendes Mordrätsel benötigt. Hinzu kommen gute Nebendarsteller (Lauren Tom als Mrs. Ling ist eine besondere Freude) und ein zwar letztlich einigermaßen überflüssiger, aber doch gut von den eigentlichen Hauptverdächtigen ablenkender Seitenplot um Sharonas Flirt mit einem hohen politischen Tier, der ihr plötzlich Aufmerksamkeit und „Freunde“ von allen Seiten einbringt. Auch Leland Stottlemeyer schmiert ihr Honig um den Mund und bietet sich als Vertrauter an, denn Monk sei ja schließlich Monk und habe sich „ins Monk-Land verirrt“.

Der Gedankensprung, eine so diverse Menschengruppe wie die Mordopfer dieser Folge könne man nur in Amerika und nur als zufällig einberufene Geschworene vor Gericht finden, erinnert den Kenner an Agatha Christies „Mord im Orientexpress“, wo Poirot eine ähnliche Schlussfolgerung anstellt. Sonst hält man sich mit Parallelen zu anderen Krimis zurück – dies wird sich erst mit der ähnlich betitelten Folge „Mr. Monk als Geschworener“ (das Season-Finale der vierten Staffel) ändern, die als Hommage an „Die zwölf Geschworenen“ von 1957 angelegt ist.

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