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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 1.106 mal aufgerufen
 Francis Durbridge
SpikeHolland Offline




Beiträge: 170

13.02.2007 01:47
Bewertet Hörspiel: "Paul Temple und der Fall Alex" (1967, 11) Zitat · Antworten

Ich fang einfach mal an ... und zwar mit dem letzten (?) der Paul-Temple-Hörspiele, das ich gerade zum zweiten Mal gehört habe.
Gleich vornweg: Dieses Stück "krankt" natürlich daran, dass Temple diesmal nicht von René Deltgen gesprochen wird, und auch Steve hat eine neue Stimme bekommen. Paul Klinger und Margot Leonhard machen ihre Sache zwar gut (darf man von Profis ja auch erwarten), aber sie kommen nicht so sympathisch rüber wie Deltgen und Annemarie ("Helloooo, Pohl!") Cordes (deren Stimme mich übrigens sehr an Margot Trooger ("Frau Hexer") erinnert). Das mag aber auch daran liegen, dass man sich an Deltgen einfach gewöhnt und beim Hören vor allem sein Gesicht vor Augen hat. Hätte Klinger von Anfang an den Radio-Temple gegeben, hätte man sich an ihn sicher ebenso gewöhnt.
Zum Fall selbst: Die relative Kürze stört mich eigentlich nicht; ist mir immer noch lieber, als würde ein Stoff, der nicht mehr hergibt, mit Gewalt ausgewalzt, um mehr Sendezeit zu füllen. Was mich dagegen stört ist zum einen die doch recht geringe Anzahl potenzieller Verdächtiger: Da hatten wir den Hotelier, Carl Davis, Inspektor Crane (?), Latham, Dr. Kohima, Mrs. Trevalyn (?) ... Tja, und das war's dann auch schon, oder? Wie gesagt, etwas dünn für meine Begriffe. Und zum anderen war alles, was den Temples in diesem Fall gefährlich zu werden drohte, schon einmal da gewesen: Sie entgingen einem Bombenanschlag, sie sollten von der Straße abgedrängt werden ... Wie gesagt, been there, done that.
Ganz gut hat mir dagegen die Szene in der Mühle gefallen, die war, finde ich, einigermaßen originell und recht dramatisch und mitreißend umgesetzt.
Der Fall als solcher war mir, wiederum im Vergleich zu anderen, etwas zu simpel gestrickt.

Nichtsdestotrotz gebe ich dem "Fall Alex" (knappe) drei Punkte von fünf möglichen. Gut unterhalten hat mich das Hörspiel durchaus - nur haben andere mich eben besser unterhalten.

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.546

13.02.2007 18:23
#2 RE: Bewertet Hörspiel: "Paul Temple und der Fall Alex" (1967, 11) Zitat · Antworten

Meiner Meinung nach wäre Paul Temple nie so ein Kult geworden, wenn Klinger ihn von Anfang an gesprochen hätte. Beim Fall Alex ist mir deutlich aufgefallen, dass man aufgrund fehlender, wirklich eindringlicher Stimmen, nur noch einen Stimmenbrei wahrnimmt, wenn man sich nicht direkt lauschend vor den Apparat setzt und genauestens aufpasst. Deltgen jedoch ist selbst am Husten stets erkennbar, der Handlung konnte ich stets sogar dann folgen, wenn ich währenddessen noch am PC saß. Ich denke, Klinger ist durchaus ein ganz guter Sprecher, aber man hätte für den Fall Alex einen Erzähler einführen sollen, da das ganze Temple-Prinzip durch die gewechselten Sprecher nicht mehr so recht funktionierte...

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http://www.agentennetz.de.vu --> Seit dem 13.01.2006 wird geupdated!
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Georg Offline




Beiträge: 3.044

24.02.2007 11:47
#3 RE: Bewertet Hörspiel: "Paul Temple und der Fall Alex" (1967, 11) Zitat · Antworten

Ich finde, dass Paul Klinger nichts an der Qualität des Hörspiels ändert. Man gewöhnt sich sehr schnell an ihn und ich hatte eigentlich recht schnell das Gefühl: das ist Paul Temple. Die Sprecherin für Steve wurde ja auch mehrmals gewechselt, vor bzw. statt Annemarie Cordes gab es ja noch einige...
Ein großes Plus des Hörspiels ist der absolut geniale Sound von Hans Jönsson, dessen Kompositionen für dieses Hörspiel bei weitem besser sind als so einige Wallace-Soundtracks (wobei die natürlich nicht das Maß aller Dinge sind!!!).
Zu den Verdächtigen: für Durbridge'sche Verhältnisse gibt es in diesem Stück ja eine Vielzahl an Verdächtigen. Das ist (leider) etwas, dass sich bei Durbridge durch alle Werke zieht: wenige Verdächtige, dafür immer wieder unglaubliche, unvorhergesehene Ereignisse (die Cliffhanger, aber auch Tote rufen an etc.). Wenn man beispielsweise die TV-Krimis her nimmt, so gibt es überall nur 2-3 Verdächtige: in Melissa kommen nur Don Page oder die Hepburns, in Wie ein Blitz nur die Browns oder Ned Parker, in Das Halstuch eigentlich nur Hopedean oder Goodman als Drahtzieher in Frage usw.
Wenn du schreibst, SpikeHolland, alles schon mal da gewesen: eigentlich ist ALEX der zweite Paul-Temple-Fall (eigentlich REX), er wurde halt als letzter in Deutschland aufgenommen. Eigentlich wiederholt sich also alles, was in ALEX vorkommt, in den später entstandenen Hörspielen. Es gibt übrigens auch einen Film von 1946 (Send for Paul Temple), der die Verfilmung dieses Stoffes ist.
Alles in Allem finde ich das Hörspiel sehr gut, wie immer typische Durbridge-Verwirrungen (Das Mädchen in Braun) und falsche Fährten (Mörder gibt an, selbst erpresst zu werden...).
5/5 Punkte von mir auch wenn ich Fabi recht geben muss, dass es ein ziemliches Stimmeneinerlei gibt und man nie genau weiß, wer genau spricht, wenn man zwischendurch hineinhören würde...

Gubanov Offline




Beiträge: 16.093

20.09.2008 19:07
#4 RE: Bewertet Hörspiel: "Paul Temple und der Fall Alex" (1967, 11) Zitat · Antworten

Bisher ist "Paul Temple und der Fall Alex" das einzige Paul-Temple-Hörspiel, das ich kenne. Ich habe es mir soeben zum wiederholten Male angehört und muss sagen, dass es nichts von seiner Frische eingebüßt hat. Den Sprechern merkt man den Spaß beim Spielen an, Paul Klinger passt meiner Meinung nach hervorragend in die Rolle des Paul Temple (zumal ich ja noch nicht durch Deltgen "vorbelastet" bin) und harmoniert mit Margot Leonard. Der Fall ist spannend und temporeich (es handelt sich sowohl um den letzten als auch um den kürzesten Fall der Hörspielreihe mit "nur" 185 Minuten Laufzeit). Lob an Durbridge und Daumen hoch für den "Alex"-Fall.

Markus Offline



Beiträge: 650

22.08.2010 10:59
#5 RE: Bewertet Hörspiel: "Paul Temple und der Fall Alex" (1967, 11) Zitat · Antworten

Weiß eigentlich jemand, warum nicht Deltgen und Cordes besetzt wurden? Bei den zahlreichen Auswechselungen von Steve hatte man anscheinend darauf geachtet, zumindest eine ähnliche Stimme zu besetzen. Hier wurde aber etwas am Konzept verändert, denn Klinger und Leonard geben den beiden einen ganz neuen Ton.

Gruß
Markus

Vandyke Offline



Beiträge: 34

12.10.2014 10:02
#6 RE: Bewertet Hörspiel: "Paul Temple und der Fall Alex" (1967, 11) Zitat · Antworten

Bei Cordes weiß ich es nicht. Bei Deltgen nehme ich einfach an, dass sein Vertrag mit dem WDR ausgelaufen ist, denn nach 1966 tauchte er vermehrt beim BR auf, so z. B. in "Die Maske des Mörders", in dem Sherlock Holmes Stück "London im Nebel und später auch in Hamiltons Gaslicht. Ferner nehme ich an, dass er damals in der Schweiz als Theaterdarsteller einen Vertrag gehabt hat. Meine mal so was gelesen zu haben. Würde auch passen, denn er nahm ja in der Schweiz auch das Durbridge Hörspiel La Boutique auf.

Vandyke Offline



Beiträge: 34

12.10.2014 10:52
#7 RE: Bewertet Hörspiel: "Paul Temple und der Fall Alex" (1967, 11) Zitat · Antworten

Ich finde das Hörspiel gar nicht so schlecht. Als ich es das erste Mal komplett gehört habe, gefiel es mir gar nicht. Aber nach dem zweiten, dritten Hören gefiel es mir schon besser. Auch bei der Besetzung habe ich nicht so viel zu meckern. Das die Besetzung der meisten Rollen bei den vorherigen Temples eben anders ist,ist halt ein Zeichen der Zeit, weil ja das Fernsehen in den 60er Jahren mehr in den Focus gerückt ist, weshalb die vorherigen Radiosprecher sich dann eben wahrscheinlich diesem Medium zugewendet haben. Paul Klinger als Temple ist sicher gewöhnungsbedürftig, aber er macht seine Sache doch ganz gut. Er hört sich eine Spur ruhiger an als vorher Deltgen. Und Herbert Staß als Inspektor ist auch relativ gut besetzt. Ernst Hilbich als Diener Ricky in Vertretung von Charlie ist urkomisch vor allem er ist noch ein wenig unterwürfiger als Charlie vorher und Alwin Michael Rüffer als Davies ist auch hörenswert.
Eine weitere Anmerkung sei nicht nur bei der Rolle von Steve hat man verschiedene Sprecher ausgewählt, auch Inspektor Vosper hat in jeder Serie, in der er vorkommt einen anderen Sprecher. Nur in der Urversion von Gregory und im Fall Curzon ist es derselbe Darsteller.

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