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Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 653 mal aufgerufen
 Off-Topic
Prisma Offline




Beiträge: 7.514

11.10.2006 21:09
Maria Marlow Zitat · antworten

Hallo zusammen!

Ich suche und suche, aber ich kann kaum was finden!

Ihr kennt doch bestimmt die Schauspielerin Maria Marlow, die in den beiden Niebelungen-Verfilmungen die Kriemhild sehr eindrucksvoll gespielt hat...
Sie soll auch in Winnetou II eine kleine Gastrolle gehabt haben, und zwar unter dem Pseudonym Marie Noelle.
Dann heißt es, Maria Marlow und Marie Noelle sind beides Pseudonyme, und ihr richtiger Name sei Natascha oder Nina Stepun. Ich finde das alles doch sehr verwirrend! Das sind auch die einzigsten Infos, die ich finden konnte...

Kann mir jemand sagen, was aus Maria Marlow geworden ist und ob sie überhaupt noch lebt??? Oder kann mir jemand überhaupt was zu ihr sagen???

Das wäre ja ganz schön nett!!!

LG Prisma

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.491

28.04.2018 20:40
#2 RE: Maria Marlow Zitat · antworten

Der Verbleib der Schauspielerin ist in der Tat ein Rätsel, das zu Kombinationen beflügelt und die Phantasie ebenso anregt wie das überschaubare Werk der Darstellerin. Hier nun eine Filmkritik zu "Kriemhilds Rache" aus dem "Hamburger Abendblatt" vom 22. April 1967:

"Kriemhilds Rache"

In einer Mischung von schlechtem Bilderbuchstil und urältester Stummfilmmanier rollt die mittelalterliche Heldensage vom Untergang der Burgunder an Etzels Hof, "Kriemhilds Rache", über die Filmbreitwand. Produzent Brauner und Drehbuchautor und Regisseur Harald Reinl haben zweifellos Gewaltiges, Epochales vorgehabt. Und was sie sich zu diesem Behuf haben bauen lassen, ist auch imposant und eindrucksvoll. Der Filmablauf, die Dialoggestaltung und die Schauspielerführung aber wirken peinlich dilettantisch und werden dem großen Stoff in keiner Weise gerecht. Weder Etzels rollende Pupillen (Herbert Lom) noch Kriemhilds (Maria Marlow) blankgeputzte Salondamenhaltung spiegeln Schicksal wider. Auch kräftig rot fließende Blutströme, geschwungene Schwerter und galoppierende Reiterscharen vermitteln bestenfalls Achtung vor dem Aufwand, den man trieb, um "Weltformat" zu erreichen (Savoy). ngr.

patrick Offline




Beiträge: 2.906

29.04.2018 21:51
#3 RE: Maria Marlow Zitat · antworten

Ich hab mich das auch schon gefragt. Die Nibelungen bekamen immerhin die Goldene Leinwand und sie hat ihre Rolle dort eindrucksvoll gespielt. Trotzdem hat sich ihre Spur schon kurz darauf verloren. Man könnte fast meinen, sie wollte mit Absicht aus dem Rampenlicht raus. Sieht nicht danach aus, als ließe sich ihr weiterer Werdegang so leicht weiterverfolgen - es seid den eventuell durch private Verbindungspersonen. Wer weis, wie sie heute überhaupt heißt.

Prisma Offline




Beiträge: 7.514

30.04.2018 15:30
#4 RE: Maria Marlow Zitat · antworten

Ja, es ist tatsächlich schwierig irgend etwas herauszufinden und in all den Jahren kam auch nicht viel dazu, außer ein Paar Rollen, die durch Veröffentlichungen zugänglich gemacht wurden. Ich schaue mir die Tage mal "Lösegeld Kilometerstein 15" von 1959 an, in den Maria Marlow angeblich mitspielen soll, was ich aber bezweifle. Auch bei "Winnetou II" kann man sich mittlerweile wohl sicher sein, dass es sich bei Marie Noelle (eigentlich Marie-Noëlle Barre), die dort die Rolle der Susan Merril spielt, nicht um Maria Marlow handelt. Sie hat ja auch eine eigene Filmografie. Hier trotzdem mal ein Screenshot, was meint ihr?


Jan Offline




Beiträge: 1.298

30.04.2018 15:57
#5 RE: Maria Marlow Zitat · antworten

Zitat von Prisma im Beitrag #4
Hier trotzdem mal ein Screenshot, was meint ihr?


Eine gewisse Ähnlichkeit ist da m.E. zu erkennen, wobei ich angesichts dieses Screenshots eher dazu tendieren würde, dass sie es nicht ist. Die Nase erscheint mir anders, das Gesicht zu dem von Frl. Marlow schmaler, das Kinn weniger ausgeprägt. Das kann aber letztend Endes auch eine Sache der Beleuchtung sein. Sollte sich Maria Marlow tatsächlich zum neuen Organisten entwickeln?

Gruß
Jan

patrick Offline




Beiträge: 2.906

30.04.2018 21:14
#6 RE: Maria Marlow Zitat · antworten

Ich hab grade in Winnetou II und die Nibelungen noch mal reingeguckt und die Gesichter auf mich wirken lassen. Das sind mit Sicherheit zwei verschiedene Frauen, die sich auch nicht wirklich ähneln. Maria Marlow hat eine deutlich spitzigere und dünnere Nase als Susan Merril, außerdem auch ganz andere und wesentlich charakteristischere Gesichtszüge. Auch die Gesichtsformen stimmen nicht überein. Susan Merrils Gesicht ist runder. Dass es dieselbe Person sein sollte würde ich zu nahezu 100 Prozent ausschließen.

Wäre gespannt, ob die Dame im zitierten 1959er-Film äußerlich mehr hinkommt. Sie müsste dort ja erst 16 Jahre alt gewesen sein. Da könnte sich natürlich schon noch eine deutliche Veränderung vollzogen haben. Von 1964 bis 1967 (21 bis 24) würde ich das eher ausschließen.

Prisma Offline




Beiträge: 7.514

04.05.2018 23:05
#7 RE: Maria Marlow Zitat · antworten

Ich bin da ganz eurer Meinung, wollte nur noch mal sicher gehen. Ich hatte Susan Merril und Kriemhild die Tage mal nebeneinander verglichen und bin auch förmlich an der Nase hängen geblieben. Früher stand diese Anmerkung mit Marie Noelle bei Wikipedia, wurde dann aber irgendwann gestrichen. Bislang kann ich nur eindeutig sagen, dass sie selbstverständlich in beiden "Nibelungen"-Teilen dabei war und in "Schonzeit für Füchse". In August Riegers "Engel der Sünde" meine ich sie auch erkannt zu haben, doch dort ist sie nicht prominent in Szene gesetzt worden, was im Klartext heißt, dass sie nur schmückendes Beiwerk neben all den anderen Darstellerinnen ist. Und danach kam ja schon nichts mehr.

Prisma Offline




Beiträge: 7.514

05.05.2018 16:22
#8 RE: Maria Marlow Zitat · antworten





● MARIA MARLOW als KRIEMHILD in
DIE NIBELUNGEN TEIL I - SIEGFRIED (D|JUG|1966)



Einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach zufolge, war Produzent Artur Brauner auf der Suche nach geeigneten Darstellern für sein bereits sieben Jahre Planung in Anspruch nehmendes Großprojekt "Die Nibelungen". Für die Rolle Kriemhild hatte man sehr populäre Darstellerinnen ins Auge gefasst; zunächst Marianne Koch und anschließend Romy Schneider. Als Brunhild wurden Barbara Rütting und Eva Bartok in Erwägung gezogen. Wie es letztlich zu der Verpflichtung der völlig unbekannten Natascha Stepun kam, die mit dem internationaler klingenden Künstlernamen Maria Marlow ausgestattet wurde, ist nur zu vermuten und richtet sich möglicherweise nach den Empfehlungen der Befragten - genau wie übrigens bei Siegfried auch - unverbrauchte Interpreten in die Manege zu schicken. Etwas Aufmerksamkeit erlangte Maria Marlow kurz zuvor in Peter Schamonis Spielfilmdebüt "Schonzeit für Füchse", in dem sie als Nina Stepun aufgetreten war und eine leichtfüßige Darbietung in einer besonders interessanten Nebenrolle zum Besten gab. Für die Rolle der Kriemhild wirkt sie wie geschaffen und sei es, falls man sie nur auf ihre der Sage nach überlieferte Schönheit reduziert. Im Allgemeinen bekommt Maria Marlow für ihre Leistung nicht die besten Kritiken zugebilligt, was vielleicht in erster Linie daran liegt, dass Regisseur Harald Reinl seine damalige Ehefrau Karin Dor als Brunhild wesentlich prominenter und stärker inszenierte, außerdem zusätzlich der laufenden Geschichte geschuldet ist. Maria Marlow hingegen versucht es anfänglich mit einer bemerkenswerten Einfachheit, bevor die zweifellos vorhandene Ausstrahlung bemüht wird. Es ist nahezu selbstverständlich, dass die zahmere der beiden Frauen auf den richtigen Moment zu warten hat, der sich hier Ende des ersten Teils plötzlich ergibt und im Rahmen der Voraussetzungen von "Kriemhilds Rache" seine darstellerische Vollendung findet, für die Maria Marlow wohlgemerkt aktiv verantwortlich ist.

Man kann keineswegs sagen, dass Maria Marlow ihre Rolle zu Beginn schwach zeichnet, vielmehr ist es einfach noch nicht an der Zeit, ihre Stärken auszubuchstabieren und der Dramatik vorwegzugreifen. Des Weiteren findet eine radikale Unterordnung zugunsten Brunhilds, respektive Karin Dors statt, die alleine stilistisch und inszenatorisch gesehen alle erdenklichen Vorteile - von der Totalen ihres Gesichts bis hin zu inbrünstigen Dialogen - zugebilligt bekommt. Landläufig entstand somit der vielleicht nicht ganz unberechtigte Eindruck, dass Karin Dor die wesentlich stärkere Interpretation anbietet. Doch es gilt zu unterscheiden, denn sie kann mit etwas auftrumpfen, das Maria Marlow naturgemäß nicht bieten konnte: Routine. Gemessen an dieser Tatsache und des Eindrucks, wenn Brunhild nur noch eine tragische Erinnerung sein wird, der im zweiten Teil folgen wird, wertet sich Marlows einwandfreie Interpretation von selbst auf. Zunächst schaut der Zuschauer auf eine anmutige und gutherzige junge Frau, die die bevorstehende Ruhe vor dem Sturm charakterisieren wird. In übersichtlich wenigen Sequenzen tastet sich die Kamera vorsichtig aber zusehends interessiert an ihr klassisch schönes Gesicht heran. Im Endeffekt bewegt sich der Neuling jedoch stilsicher genug auf dem Parkett, das eine Großproduktion pflastert, und muss sich keineswegs hinter etablierten Stars verstecken. Wo Maria Marlow in Teil I noch zuverlässig und der Anforderung entsprechend die Aufgabe abarbeitet, eine gute Portion Rührseligkeit und Naivität zu bedienen, muss man einfach auf den stärkeren Nachfolger warten, um ihre darstellerischen Fähigkeiten in vollem Umfang kennenzulernen. Kostproben ihres Temperaments und einer eigenartigen Disziplin im Rahmen ihrer Mimik und Körpersprache werden bereits hier ersichtlich, doch ein vollmundiger Racheschwur kündigt nicht nur den Anfang vom Ende an, sondern die unbändige Performance einer Gelegenheitsinterpretin, deren Spur sich leider komplett verloren hat.

Prisma Offline




Beiträge: 7.514

23.05.2018 11:48
#9 RE: Maria Marlow Zitat · antworten



Nach der Sichtung von August Riegers "69 Liebesspiele" darf die Fragestunde über Maria Marlows Leinwandpräsenz in die zweite Runde gehen, bevor abschließend "Lösegeld Kilometerstein 15" an die Reihe kommt. Abgesehen davon, dass mir dieser ans Kiez-Genre angelehnte Film erneut sehr gut gefallen hat, stellt sich wieder die alte Frage der Erstsichtung, ob es sich bei der im Vorspann weit hinten genannten Darstellerin Mara Marlow tatsächlich um Maria Marlow handelt. Die Anhaltspunkte reichen nicht über die Kolportage der Datenbanken hinaus, hinzu kommt, dass keineswegs einwandfrei zu erkennen ist, ob sie in der Masse der Darstellerinnen überhaupt beteiligt ist. Die einzige Interpretin bei der zumindest eine Ähnlichkeit festzustellen war ist die blonde Dame auf den Screenshots, deren Auftritt nicht einmal in die Nähe von einer Minute Auftrittsdauer kommt. Um eine Sprechrolle handelt es sich ebenfalls nicht und für die Handlung ist sie nicht relevant.

Also die erneute Frage in die Runde hier lautet: könnte es Maria Marlow sein, oder sollte ich weiter suchen?

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.491

23.05.2018 14:00
#10 RE: Maria Marlow Zitat · antworten

Ich denke, dass die dominante Frisur (vermutlich eine Perücke) hier größtenteils den Blick aufs Gesicht verstellt. Der trotzige Ausdruck und die Angewohnheit, den Kopf über eine gedachte Linie zu heben, zeigen durchaus Ähnlichkeit mit der stolzen "Kriemhild". Meiner Meinung nach sieht sie in "69 Liebesspiele" jünger aus als in "Kriemhilds Rache", doch um den Realvergleich zu haben, müsste man die laufenden Bilder sehen und gegeneinander abwägen.

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