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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 262 mal aufgerufen
 Off-Topic
Havi17 Offline




Beiträge: 3.008

24.06.2018 19:12
#1 Vergleichbarkeit von Filmbewertungen Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag Mord ist ihr Hobby
Mord ist ihr Hobby: Nicht vergeben, nicht vergessen (Coal Miner’s Slaughter)

Der Tod des unbarmherzigen Unternehmers kommt alles andere als überraschend, aber sowohl die Umsetzung (am Kamin in der abgelegenen Hütte) als auch die sich anschließenden Ermittlungen überzeugen durch stimmungs- und rätselvolles Ambiente, das sich ernster nimmt als viele andere „Mord ist ihr Hobby“-Folgen. Ein exzellenter Krimi mit viel US-Flair. 5 von 5 Punkten.

Damit bewertest Du diesen Film höher als das Halstuch und Interpol ruft Berlin ?!

Gruss
Havi17

Editiert von Gubanov am 24.06.2018, 20:20 Uhr - Beitrag in eigenes Thema ausgelagert

Gubanov Offline




Beiträge: 15.359

24.06.2018 20:17
#2 RE: Vergleichbarkeit von Filmbewertungen Zitat · antworten

Du stößt damit - wenn auch eher willkürlich - einen interessanten Punkt an, dem ich lieber einen eigenen Thread widmen möchte, als ihn zwischen den "Mord ist ihr Hobby"-Reviews versanden zu lassen. Letztlich steht hinter deinem Einwand bzw. deiner Erkundigung ja die Frage, inwiefern man Punktwertungen für völlig unterschiedliche, eigentlich nicht wirklich vergleichbare Produktionen miteinander in Relation setzen kann.

Wenn ich eine Serienfolge bespreche wie die, auf die du Bezug genommen hast, dann vergleiche ich diese nicht mit einem x-beliebigen Spielfilm aus einem anderen Produktionsland und -jahrzehnt (warum auch?), sondern eher mit anderen Folgen der gleichen Serie oder ähnlichen Produktionen. Nur das stellt für mich den Bewertungsmaßstab dar. Parallelen zwischen "Mord ist ihr Hobby: Nicht vergeben, nicht vergessen" und "Interpol ruft Berlin" finden zu wollen (oder auch dem "Halstuch"), wäre wohl ein etwas abwegiges Unterfangen und würde zu an den Haaren herbeigezogenen Ergebnissen führen. Ich kann deshalb nicht sagen, ob ich das eine oder das andere besser finde, auch wenn die Punktzahl natürlich eine Tendenz suggeriert.

Die Frage ist für mich hauptsächlich: Worauf habe ich gerade Lust und wie gut eignet sich die Produktion, diese meine Wünsche zu erfüllen. Momentan würde ich wohl jede "Mord ist ihr Hobby"-Folge jedem Durbridge-Krimi vorziehen; vor zwei Monaten war es genau umgekehrt. So ändert sich die Stimmung und mit ihr das DVD-Programm. Das macht das Hobby so vielfältig und abwechslungsreich. Bei an die 2000 DVDs kann ich dann natürlich nicht mit einer "Gesamtrangliste" aller je gesehenen Produktionen aufwarten.

Wie geht es den anderen, die vielleicht auch Punktzahlen für Filme / Serien / TV-Produktionen verteilen? Seht ihr diese als komplett produktionsübergreifend vergleichbar an oder setzt ihr jeweils individuelle Maßstäbe an? Ist z.B. ein 4-Punkte-Wallace-Krimi immer schlechter als ein 5-Punkte-Tatort?

Ray Offline



Beiträge: 984

24.06.2018 21:07
#3 RE: Vergleichbarkeit von Filmbewertungen Zitat · antworten

Die Frage kam ja glaube ich schon mal auf, als ich während meiner Wallace-Besprechungsreihe erst dem "Peitschenmönch" und "Hund" 5 und dann dem Gorilla 1,5 Punkte gab. Allgemein ein sehr interessantes Thema.

Ich gehe bei meinen Bewertungen schon von einem globalen Ausgangspunkt aus, weil ich auch für mich, wenn ich nochmal über eine Bewertung von mir fliege, wissen will, wie viel eine Bewertung "wirklich wert" ist. Dabei fließen aber nichtsdestoweniger ebenso relative Gesichtspunkte ein. Es geht also letztlich auch entscheidend um die Frage, wie viel ich von einem Film/einer Episode einer Reihe berechtigterweise erwarten darf (Bsp.: Von einem James Bond-Film darf man angesichts des Budgets und anderer Faktoren eben mehr erwarten als von einem anderen Eurospy wie "Der Mann mit den tausend Masken"). Diese Kombination führt im Ergebnis einerseits dazu, dass ich sehr selten richtig schlechte Bewertungen abgebe, weil ich grundsätzlich Filme/Serien schaue bzw. hier bewerte, die zumindest in mein erweitertes Interessengebiet fallen. Andererseits vergebe ich aber auch nicht allzu oft die Höchstwertung, weil ich diesbezüglich schon den Anspruch an mich selbst habe, dass diese global gesehen in meinen Augen einigermaßen Bestand haben, d.h. 5/5 muss für mich bedeuten, dass der bewertete Film mich nicht nur in diesem Teilbereich/(Sub-)Genre überzeugt hat, sondern auch über diese Grenzen hinaus eine sehr gute Produktion ist. Hundertprozentig stimmig austariert bekommt man es natürlich nie, aber ich gebe mir Mühe, diesem Anspruch einigermaßen gerecht zu werden.

Jan Offline




Beiträge: 1.315

24.06.2018 22:58
#4 RE: Vergleichbarkeit von Filmbewertungen Zitat · antworten

Diese Frage kam in der Tat meiner Erinnerung nach schon einige Male auf. Richtigerweise lässt sich auf die Frage in meinem Fall keine ganz eindeutige Antwort geben.

Ich bepunkte in Serien ziemlich klar anhand der Serie selbst aber auch immer vor dem Hintergrund vergleichbarer Serien des Genres. Anders wäre es kaum möglich, den ersten Beitrag einer Serie wie beispielsweise "Sonderdezernat K1" überhaupt direkt nach dem Sehen mit einem Punktewert zu belegen, da ich den Rest der Serie ja noch gar nicht kenne. Insofern kommen hier vergleichbare Produktionen wie "Der Kommissar" oder "Derrick" als Messlatte hinzu. Welche Vergleichsproduktionen das im konkreten Fall immer sind, kann der Leser kaum wissen; ich benenne ja nicht jede Vergleichsproduktion immer konsequent. Insofern finden sich diese Vergleichswerte zunächst einmal in meinem Kopf.

Ähnlich sieht es bei Spielfilmen und TV-Filmen aus, die keiner festen oder losen Serie zugehörig sind. Bei der Bewertung des Films "Am Tag als der Regen kam" zog ich für mich bei der Punktevergabe Vergleiche zu "Die Halbstarken" oder "Verbrechen nach Schulschluss ('59)". Sicher aber nicht zu "Im Banne des Unheimlichen" oder zu der "Derrick"-Episode "Tod am Bahngleis", um einmal einige Beispiele zu nennen. Die grobe Einordnung des besprochenen Films zum jeweiligen Genre (und damit den Vergleichsproduktionen) bleibt dem Leser der Besprechung überlassen. Wobei diese Zuordnung in diesen Reihen kaum einer Raketenwissenschaft gleich kommt. Die allermeisten kennen sich im Film sehr gut aus und werden nicht erwarten, dass ich völlig abwegige Vergleiche anstelle.

Generell stellt diese Punktevergabe für mich einen groben Anhaltspunkt für den Leser dar, der auf einen Blick einen Eindruck bekommt. Eine trennscharfe und mathematisch messbare Größe ist sie sicher nicht.

Im Übrigen vergebe ich auch hohe Punktewerte für Produktionen, die mir nicht wirklich liegen - bzw. ich bin stets bestrebt, dies zu tun. Mein Paradebeispiel dafür ist "Feuerball". Ich mag den Film nicht übermäßig. Dennoch ist er in der James-Bond-Reihe und (natürlich) auch unter den Eurospy-Produktionen der 1960er Jahre eine Vorzeigeproduktion von ausgezeichneten Qualitäten, was sich in entsprechender Punktehöhe dann auch wiederfinden wird.

Gruß
Jan

Havi17 Offline




Beiträge: 3.008

25.06.2018 02:05
#5 RE: Vergleichbarkeit von Filmbewertungen Zitat · antworten

Mir gelingt es auch nach dem lesen Eurer Argumente leider nicht Filme über eine Punktzahl
zwischen 1 und 5 miteinander zu vergleichen. Es kommt sicher vor, daß man im Laufe der
Zeit also beim mehrmaligen Sichten eines Filmes zu neuen Bewertungen kommen mag, sei es,
daß man dem Film überdrüssig wird, oder im Gegenteil dazu, daß einem ein Film beim
mehrmaligen Ansehen immer besser gefällt. Für mich selbst kann ich eine solche Bewertung
sicher nachvollziehen, doch wenn ich mich an einer Bewertung im Forum orientieren möchte,
sehe ich für mich so leider keine Chance.

Gruss
Havi17

Georg Offline




Beiträge: 2.907

25.06.2018 20:54
#6 RE: Vergleichbarkeit von Filmbewertungen Zitat · antworten

Ich vergebe schon ewig keine Punkte mehr (und habe es auch nie konsequent getan), weil für mich eine verbale Beschreibung das Punktesystem nicht ersetzen kann. In TV-Zeitschriften werden Filme oft auch mit Punkten bewertet, allerdings trifft das selten meinen Geschmack, wenn ich nur danach gehen würde. Da lese ich lieber ein paar Zeilen, die den Film/ die Folge beschreiben, das ist aussagekräftiger.
Die Filmbesprechungen in diesem Forum sind ja ohnehin sehr ausführlich, da bräuchte ich die letztliche Punktwertung gar nicht.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.008

25.06.2018 21:00
#7 RE: Vergleichbarkeit von Filmbewertungen Zitat · antworten

Ich hatte unlängst einemn sehr guten Bekannten dieses Forum enpfohlen,
er konnte mit dem Punktesystem leider nichts anfangen.

Gruss
Havi17

Gubanov Offline




Beiträge: 15.359

25.06.2018 21:27
#8 RE: Vergleichbarkeit von Filmbewertungen Zitat · antworten

Zitat von Georg im Beitrag #6
Die Filmbesprechungen in diesem Forum sind ja ohnehin sehr ausführlich, da bräuchte ich die letztliche Punktwertung gar nicht.

Ob man sie bei Spielfilmen wirklich braucht, sei dahingestellt, aber gerade bei Serienfolgen finde ich Punktzahlen der Vergleichbarkeit mit anderen Episoden wegen unfassbar wichtig. Und da ist es dann egal, ob es auch eine globale Vergleichbarkeit gibt.
Zitat von Havi17 im Beitrag #5
wenn ich mich an einer Bewertung im Forum orientieren möchte, sehe ich für mich so leider keine Chance.

Das klingt so, als würden hier im Forum Filme mit einer isolierten Punktwertung ohne ausformulierten Kontext beurteilt. Das ist nicht der Fall.

patrick Offline




Beiträge: 2.912

25.06.2018 21:34
#9 RE: Vergleichbarkeit von Filmbewertungen Zitat · antworten

Einige Foristen bewerten die von ihnen besprochenen Filme ja durchaus ohne Punkte, was ich ehrlich gesagt gar nicht mal so schlecht finde. Auch ich orientiere mich lieber nach einer verbalen Beurteilung und meinem Gefühl, das mir in Bezug auf meinen persönlichen Geschmack meistens gute Dienste leistet.

Bei meinen eigenen Besprechungen habe ich das Punktesystem einfach mal so übernommen, weil's hier halt mal üblich ist. Im Grunde finde ich's starr und mathematisch, was nicht unbedingt meinem Wesen entspricht, kann aber damit leben. Auch kann ich die Punkte in Bezug auf meinen Geschmack bemerkenswert gut ausbalancieren. Im Vordergrund sollte aber immer die verbale Bewertung stehen.

5 Punkte vergebe ich grundsätzlich nur für Filme, die mir vom Fleck weg gefallen und auch in meiner Gunst nicht mehr schwinden. Das bleibt dann meistens in Stein gemeißelt, denn trotz Übersättigung bleiben diese Filme in meinem Bewusstsein immerwährende Highlights, die entsprechende Maßstäbe setzen - auch dann wenn ich sie mir gar nicht mehr ansehe. Was sich unterhalb der 5 Punkte abspielt bewerte ich rein nach dem Genre - also nicht übergreifend. 3 Punkte bei Wallace entsprechen also bei mir sicher nicht 3 Punkte bei Hammer, Avengers oder sonst welchen Themen. Nachdem ich mir Themen, die mich nicht interessieren gar nicht ansehe, bleibt natürlich immer ein gewisses Punkteniveau aufrecht - zumindest in den früheren Phasen meiner Interessensgebiete. Gurken enthält für mich jedes Genre, weshalb 1 Punkt auch in allen meinen Lieblingsgebieten durchaus vorkommt. Praktisch alle Genres, die ich liebe, schätze ich aufgrund typischer Charakteristika, deren Ausbleiben oder Schwinden mich nicht selten "erzürnen", was sich dann sowohl verbal, als auch in den Punkten niederschlägt.

Bei der britischen Serie "Murder in Mind" hab ich die Folgen chronologisch geschaut und auch gleich aus dem Bauch raus bewertet ohne zu wissen, was noch auf mich zukommt. Trotzdem hat's im Rückblick ganz gut gepasst. Sollte der eine oder andere sich mit meinen, zugegebenermassen durchaus subjektiven, Bewertungen nicht allzu sehr langweilen und sie auch lesen, wird er rasch erkennen, wo meine Vorlieben liegen und kann sich auch ein Bild machen, ob ihm der Filme eventuell besser oder schlechter liegt.

Jan Offline




Beiträge: 1.315

25.06.2018 21:50
#10 RE: Vergleichbarkeit von Filmbewertungen Zitat · antworten

Ich gucke bei jeder Besprechung als erstes auf den Punktewert, lese dann das Fazit und erst danach den Text - in der Tat sogar häufig absatzweise von unten nach oben und nicht umgekehrt. Das mit dem ersten Blick auf die Punkte hat vor allem einen Grund: Bei Produktionen, die ich gut kenne, weiß ich sofort, ob da jemand eine völlig abweichende Meinung vertritt oder ob sich die Bewertung vermutlich so ziemlich mit meiner decken wird. Interessierter bin ich grundsätzlich an völlig abweichenden Bewertungen und dafür sind die Punkte ein guter Anhaltswert. Ich finde die Punkte-Systematik eigentlich nicht schlecht, zumal sie, wie Gubanov schon schrieb, mitnichten alleine dasteht, sondern von sehr umfänglichen Texten begleitet wird.

Gruß
Jan

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.297

26.06.2018 08:46
#11 RE: Vergleichbarkeit von Filmbewertungen Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #3
Bsp.: Von einem James Bond-Film darf man angesichts des Budgets und anderer Faktoren eben mehr erwarten als von einem anderen Eurospy wie "Der Mann mit den tausend Masken").

Ich bin da völlig anderer Meinung. Wenn die Punkte einen Maßstab darstellen sollen muss es völlig egal sein, wie viel ein Film in der Herstellung kostet. Viel Geld heißt ja noch lange nicht viel Qualität. Außerdem sind die Geschmäcker verschieden.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.359

26.06.2018 10:30
#12 RE: Vergleichbarkeit von Filmbewertungen Zitat · antworten

Ich finde, das ist ein Balanceakt. Auf der einen Seite sollen die Bepunktungen den Geschmack des Rezensierenden widerspiegeln und ihm sollten dabei auch keine Denkverbote (à la "Wichtige Klassiker müssen hoch bewertet werden") auferlegt werden. Auf der anderen Seite suchen die Leser offenbar nach einem einigermaßen seriösen Orientierungsmaßstab, der es schwierig macht, eine Billigproduktion eher weiterzuempfehlen als einen Vorzeigefilm.

Schon daraus wird ersichtlich, dass eine einfache Punktwertung nicht alle Ansprüche erfüllen kann. Sie aber wegzulassen, halte ich für keine gute Idee. Ich sehe es ganz wie Jan: Auch ich schaue immer zuerst auf die Bepunktung und entscheide davon und vom Fazit ausgehend, ob es sich lohnt, auch den Rest des Berichts zu lesen. Bei längeren Beiträgen ohne diese Elemente kann es durchaus vorkommen, dass ich sie gänzlich auslasse, wenn ich gerade nicht in Stimmung für das betreffende Teilthema bin.

Zitat von patrick im Beitrag #9
Einige Foristen bewerten die von ihnen besprochenen Filme ja durchaus ohne Punkte, was ich ehrlich gesagt gar nicht mal so schlecht finde. Auch ich orientiere mich lieber nach einer verbalen Beurteilung und meinem Gefühl, das mir in Bezug auf meinen persönlichen Geschmack meistens gute Dienste leistet.

Unterm Strich ist es wohl auch eher so gedacht, dass der ausformulierte Bericht mehr Empfehlungscharakter hat als die Punktzahl an dessen Ende. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand nur auf die Punktzahlen schielt und dann blind jeden hier mit 5 Punkten bewerteten Film unabhängig von seinem eigenen Geschmack ordert. Davon abgesehen gibt es ja durchaus einige User hier, die eine Schwäche für die, sagen wir, eher obskuren Produktionen haben und vielleicht von einer niedrigen Wertung auch angezogen werden.

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