bin neu dabei, aber schon lange ein Fan der Wallace-Filme :)
Kennt ihr alle Wallace-Filmbücher? Wesentlich sind m.E. die Bücher von Pauer, Tses, Kramp und Hohmann. Welches ist das beste?
Pauer war der Wegbereiter, aber spoilert zuviel. Kramp (“Hallo, hier spricht...“) war gründlicher, aber es fehlt die Nähe zu den Schauspielern wie bei Tses, der allerdings einen eigenwilligen Schreibstil zeigt. Hohmann war wohl der Kritischste, hat aber sicher das dickste Wallace-Filmbuch geschrieben.
Mich wundert ebenso, dass die "Tür" bei Kramp, Tses und Hohmann gleichermaßen schlecht wegkommt (Pauers Beurteilung habe ich gerade nicht in Erinnerung) - in den letzten Jahren wurde sie im Forum dafür umso besser beurteilt.
Jenseits der Filmbücher waren die Rezensionen der Seite deutscher-tonfilm eine ganz gute Alternative (zumal ich mit diesen in Bezug auf viele Filme deutlich stärker übereinstimme). Die Seite selbst ist zwar "offiziell" nicht mehr online, aber an die Besprechungen kommt man problemlos noch heran:http://web.archive.org/web/2008033111543.../ewallace1.html
Ja, auch bei der Tür sind die gesammelten Verrisse nicht erklärbar (in meinen Wallace Top20). Auch Pauer hat ihn verrissen.
Danke für den Link. Hier bin ich auf den ersten Blick lediglich nicht einverstanden mit den harten Wertungen zur roten Orchidee, zum Verrätertor, zum Hund, zum Gesicht und einmal mehr zur Gruft.
Zitat von JimmyFlynn im Beitrag #5Danke für den Link. Hier bin ich auf den ersten Blick lediglich nicht einverstanden mit den harten Wertungen zur roten Orchidee, zum Verrätertor, zum Hund, zum Gesicht und einmal mehr zur Gruft.
Bei der "Orchidee" war ich früher über das schroffe Urteil überrascht; aber als der Film vor ein paar Jahren im Rahmen des Grand Prix wieder an die Reihe kam, muss ich eingestehen, dass mir viele der vorgebrachten Kritikpunkte einleuchteten.
Zitat von Savini im Beitrag #4Mich wundert ebenso, dass die "Tür" bei Kramp, Tses und Hohmann gleichermaßen schlecht wegkommt (Pauers Beurteilung habe ich gerade nicht in Erinnerung) - in den letzten Jahren wurde sie im Forum dafür umso besser beurteilt.
Man muss hier aber auch mal ehrlich sein. Die mittlerweile besseren Bewertungen der "Tür" kommen wahrscheinlich einfach daher, weil die Besetzung fantastisch ist und sehr viel an den liebgewordenen Wallace-Klischees vertreten ist. Mit Heinz Drache erstmals in einem Rialto Wallace, Schürenberg mit seinem Sir John-Debüt, außerdem Kinski, Arent, Pinkas Braun, Werner Peters, Gisela Uhlen, Jan Hendriks, Ady Berber... dazu viel Nebel, düstere Kulissen, Peter Thomas-Musik, viele Morde,... Das Alles hat ja auch schon dazu geführt, dass der Film (als einer von insgesamt sechs Teilen der Reihe) über 3 Millionen Kinozuschauer erreichte. Aber der Film an sich hat dann doch leider viele Rhythmus-Probleme, Vohrers Fokus lag scheinbar mehr auf skurillen Momenten (die auch nicht allesamt zünden wollen) als auf einem nachvollziehbaren Kriminalfall usw. In meiner Kindheit/Jugend fand ich den Film auch noch toll, das hat sich aber mit jeder Sichtung mehr gelegt... Mag sein, dass ich damit hier allein bin, aber zumindest Kramp und Co schienen es eben auch so zu sehen. An anderer Stelle hatte ich ja schon erwähnt, dass "Das Verrätertor" für mich zu den absoluten Schlaftabletten der Reihe zählt und die ausnahmsweise einmal "echte britische Atmosphäre" dem Werk in meinen Augen eher schadet. Dem "Bogenschützen" konnte ich auch nie viel abgewinnen. Zuviele Meta-Ebenen-Scherze und die parodistischen Elemente gelangen bei "Das Rätsel der roten Orchidee" weitaus besser, finde ich.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #7Aber der Film an sich hat dann doch leider viele Rhythmus-Probleme, Vohrers Fokus lag scheinbar mehr auf skurillen Momenten (die auch nicht allesamt zünden wollen) als auf einem nachvollziehbaren Kriminalfall usw.
Über die "Tür" können wir gerne im entsprechenden Thread diskutieren, zumal ich dort vor einiger Zeit ja eine Lobeshymne auf das Drehbuch angestimmt habe. Nur so viel: "Rhytmus-Probleme" sehe ich bei diesem Film nicht, da ist z. B. das hochgelobte "Gasthaus" über weite Strecken viel gemächlicher, der "Abt" leider auch, die "Bande" im Mittelteil und insgesamt auch der "Fälscher" (der aber stärker von seiner Figurenkonstellation lebt). Und das mit dem fehlenden "nachvollziehbaren Kriminalfall" sehe ich allenfalls bei den Szenen in Dr. Stalettis Labor, die wie aus einem anderen Film wirken; vorher konzentriert es sich relativ stark auf den "eigentlichen" Fall.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #7An anderer Stelle hatte ich ja schon erwähnt, dass "Das Verrätertor" für mich zu den absoluten Schlaftabletten der Reihe zählt und die ausnahmsweise einmal "echte britische Atmosphäre" dem Werk in meinen Augen eher schadet. Dem "Bogenschützen" konnte ich auch nie viel abgewinnen. Zuviele Meta-Ebenen-Scherze und die parodistischen Elemente gelangen bei "Das Rätsel der roten Orchidee" weitaus besser, finde ich.
Gerade Humor ist ganz besonders Geschmackssache, insbesondere vor dem Hintergrund FSK. Es macht auch keinen Sinn typische Wallace Stilelemente z.B. im Gasthaus als Vorgabekriterien für gute Wallace Romane oder deren buchnahe Verfilmungen zu nehmen, auch wenn man das gerne so hätte.
Vielleicht interessant, welche Wallace-Filme aus Sicht der Filmbuch-Autoren die besten sind. Durchgehend in den genannten vier Büchern gelobt wurden: - Frosch - Tote Augen - Fälscher - Hexer - Unheimlicher Mönch - Blaue Hand - Banne - Hund - Glasauge (mit Abstrichen)
In zumindest drei Büchern gelobt: - Kreis - Bande - Narzissen - Orchidee - Gasthaus - Nonne
In zwei Büchern gelobt: - Zimmer - Tuch - Neues - Buckliger - Dreieck - Peitsche - Stecknadel
In einem Buch gelobt: - Rächer - Gräfin - Zinker - Abt - Verrätertor
Nur Verrisse gab es für: - Bogenschütze - Tür - Gruft - Gorilla - Gesicht - Themse
Nicht auf dem Schirm habe ich Exoten wie die Afrikafilme und den gelben Schlangenfluch...
Eine interessante Zusammenstellung! Da wird mir wieder bewusst, wie stark meine Überschneidungen mit den Bewertungen bei deutscher-tonfilm waren und wie gering mit denen von Joachim Kramp (ohne seine Verdienste in Sachen Produktionshintergründe zu schmälern).
Zitat von Savini im Beitrag #11Eine interessante Zusammenstellung! Da wird mir wieder bewusst, wie stark meine Überschneidungen mit den Bewertungen bei deutscher-tonfilm waren und wie gering mit denen von Joachim Kramp (ohne seine Verdienste in Sachen Produktionshintergründe zu schmälern).
Ja, die Deutscher Tonfilm Kritiken waren/sind hervorragend. Die beiden Autoren waren auch eine Zeit lang hier aktiv. Man merkt, dass sie von Fans der Reihe geschrieben wurden, die aber auch eine gesunde Distanz zu den Filmen haben und Stärken und Schwächen klar benennen. Nur die Giallos mögen sie nicht, aber diesen Standpunkt kann man gut verstehen und sorgt seit jeher für Kontroversen bei Fans.
Sonst habe ich nur das Hallo! - Buch von J Kramp. Da ist viel Licht, aber auch sehr viel Schatten. Die Hintergründe zur Produktionsgeschichte sind sehr interessant. Allerdings hört es hier auch auf, weil eine echte Auseinandersetzung mit dem fertigen Produkt findet quasi gar nicht statt. Die Kritiken beschränken sich meist auf 1-2 Sätze und sind auch oft schwer nachvollziehbar und eher streitbar. Und leider ist die Qualität der Veröffentlichung in Bezug auf Grammatik und Rechtschreibung beim besten Willen eine Katastrophe. Man meint, das hat niemand mehr Korrektur gelesen. Sowas hätte ich mich zu Schulzeiten schon nicht getraut abzugeben...Aber als Fan der Reihe sollte man es trotzdem natürlich haben.