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Dieses Thema hat 20 Antworten
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 Edgar-Wallace-Forum
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Daniel86 Offline



Beiträge: 758

17.04.2021 04:44
"Edgar Wallace seine Nachbarn"-Podcast Zitat · Antworten

Kennt ihr schon den "Edgar Wallace seine Nachbarn"-Podcast? (z. B. https://www.youtube.com/channel/UCDLvjiNnw_UybXAOZZTMMGA)
Ich bin durch Facebook darauf gestoßen und habe mich sehr darauf gefreut, mal reinzuhören. Habe eben die "Gorilla von Soho"-Folge angefangen - aber jetzt sprechen die "Derrick" englisch aus und sagen, Uwe Friedrichsen sei neben dem Film nicht weiter in Erscheinung getreten. Das ist schon hart, ich glaube ich muss nach zehn Minuten erstmal abbrechen. Aber ich werd's später nochmal versuchen.

Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.519

17.04.2021 11:06
#2 RE: "Edgar Wallace seine Nachbarn"-Podcast Zitat · Antworten

Ganz ehrlich - was da allein in den ersten Minuten verzapft wird, geht auf keine Kuhhaut. Du hast einige Sachen ja schon angesprochen - die Sache mit Friedrichsen ist schon sehr peinlich und zeugt von mangelnder Expertise. Dann wird auch noch behauptet, beziehungsweise stolz als Fun Fact verkauft, dass Tappert später in „Dörrick“ unter der Regie von Herbert Reinecker spielte. Keine Ahnung, warum diese drei Personen ausgerechnet einen Podcast über Edgar-Wallace-Filme machen, wenn sie allenfalls rudimentäre Kenntnisse der deutschen Film- und Fernsehkrimi-Geschichte besitzen. Dann wird noch aus dem Buch von Joachim Kramps (!) vorgelesen, und erwähnt, dass Uschi Glas vorher unter anderem in den Filmen „Der unheimliche Mönsch“ und Der Mönsch mit der Peitsche“ zu sehen war. Und um Gottes Willen - der Podcast dauert beinahe zwei Stunden - länger als der Film selbst. Hier wird überdeutlich, dass nicht einfach jeder Hans und Franz einen Podcast machen sollte, nur weil es gerade angesagt ist. Dilettantisch!

Dr.Mangrove Offline




Beiträge: 111

22.11.2022 21:55
#3 RE: "Edgar Wallace seine Nachbarn"-Podcast Zitat · Antworten

Habe mir jetzt mal ein paar Folgen angehört, so schwer es fiel, und bin echt verärgert, wie ignorant man sein kann. Was ist überhaupt der Sinn so eines Podcasts, wenn man nicht in der Lage oder bereit ist, sich wenigstens minimales Hintergrundwissen anzueignen?
Alleine in der Folge über die toten Augen von London, die über zwei Stunden geht (!) wird so viel Unsinn verzapft. Die drei können sich auch null in die 60er-Jahre versetzen und rätseln da sich was zurecht, dass es einem die Tränen in die Augen treibt.
Dazu besteht der Inhalt zu 90% aus langweiligem Nacherzählen der jeweiligen Szenen. Man erfährt kaum etwas über Hintergründe zu Schauspielern, Film etc.
Dass sie auch noch sprechen wie Pubertierende, rundet das Bild ab. Unglaublich nervig und dilettantisch.

SpikeHolland Offline




Beiträge: 174

09.04.2025 01:38
#4 RE: "Edgar Wallace seine Nachbarn"-Podcast Zitat · Antworten

Ich bin erst vor kurzem auf "Edgar Wallace seine Nachbarn" aufmerksam geworden und hatte mich gefreut, dass jemand einen Podcast über die Wallace-Verfilmungen macht. Habe mir jetzt zwei Folgen angehört (oder besser gesagt: "Ich habe jetzt zwei Folgen ertragen ..."), die erste (bei der ich noch nachsichtig war und Anfängerfehler zugestanden habe) und eine der aktuelleren (zu "Das Gasthaus an der Themse"), und es ist keine wirkliche Verbesserung festzustellen. Die Folgen sind zu lang, zu langatmig und schlicht auch langweilig, was vor allem daran liegt, dass die Filme minutiös nacherzählt werden und alle Infos einfach nur wahllos zusammengetragen sind und oft auch falsch wiedergegeben werden. Es fehlt in erster Linie das "Eigene" der Macher, aber sehr stark auch eine wenigstens rudimentäre Kenntnis des Filmgeschäfts der 1960er, die Einordnung der Filme in ihre Zeit und eine Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Rialto-Reihe.
Störend finde ich auch das Alter (oder den "Entwicklungsstand") der drei Macher und ihre Sprache. Zielpublikum eines solchen POdcasts ist automatisch die Gruppe derjenigen, die diese Filme entweder noch aus dem Kino kennt oder wenigstens aufgrund ihrer ersten TV-Ausstrahlungen, das dürften die Geburtenjahrgänge, ich sag mal, zwiscchen 1950 und 1980 sein (und das betrachte ich eigentlich schon als fast zu weit gefasst). Aber genau das sind eben auch Leute, denen sich bei Formulierungen wie "die Info gedroppt" oder "wird von Inspektor Wade gesaved" u. ä. sofort die Zehennägel aufrollen, weil total "cringe" - oder so ... Immerhin, man scheint zumindest nicht zu gendern, jedenfalls ist mir in den beiden Folgen, die ich gehört habe, nichts dergleichen aufgefallen.
Aber, wie hier schon gesagt wurde, ist "Edgar Wallace seine Nachbarn" andererseits ein sehr schönes Beispiel dafür, dass einfach nicht jeder einen Podcast machen sollte, nur weil es, theoretisch wenigstens, jeder kann.
Schade ums Thema.

* * * * *
"Hätte der liebe Gott Farbe gewollt, hätte er die Bibel bunt gedruckt."

Fabi88 Offline



Beiträge: 4.147

11.04.2025 15:49
#5 RE: "Edgar Wallace seine Nachbarn"-Podcast Zitat · Antworten

Das ist die "Podcast"-Krankheit.
Während man früher die hohe Schwelle übertreten musste, dass einer der wenigen Radiosender einen vor ein Mikrofon ließ und diese Radiosender über ihre Redaktionen zumindest die Inhalte prüften oder Hintergrundwissen beisteuerten, erkennen heute die wenigsten Hörer, dass bei den guten Podcasts noch immer große Sender oder Medienhäuser dahinter stecken, die mit Redaktionen meist für einen soliden Unterbau sorgen und 1. die meisten Podcasts eben nicht "mal eben" aufgezeichnet werden, sondern der eigentlichen Aufnahme Stunden- bis Wochenlange Recherche vorausgehen und 2. sogar viele "spontan" wirkende Gags und Einschübe, die für eine private Stimmung und somit zu mehr Nähe zum Hörer führen sollen, gut vorbereitet und oft sogar "fremdgeschrieben" sind. Hinter vielen "in der Mittagspause hingeschludert" wirkenden Podcasts von Comedians stecken ganze Autorenteams. Wenn Peter Urban und Ocke Bandixen sich für eine einstündige Folge ihres "Urban Pop"-Podcasts (den ich übrigens sehr empfehlen kann!) einem Musiker widmen, lesen sie vorher teilweise mehrere Biografien (oder lassen lesen ), hören sich durch die Diskografie usw. um dann fundiert darüber sprechen zu können. Die Kunst liegt dann darin das gut zu verdichten und dabei noch halbwegs spontan wirken zu lassen.
Es gibt mittlerweile aber zu so gut wie jedem Thema Podcasts, wo sich scheinbar Kumpels sagen "Hey, wir reden gern und mögen beide XY, lass uns einen Podcast darüber machen!". Und dann wird spontan ohne Vorbereitung und Recherche irgendwas daher erzählt und Spotify und Co sind eben keine Medienhäuser, die Qualitätskontrolle oder Faktenchecks vor der Veröffentlichung durchführen.
Ähnlich ist es letztlich ja auch bei YouTube, wo Zuschauer jedoch allein aufgrund der Bildqualität oder technischen Umsetzung schneller bemerken, wenn Laien am Werk sind.

In den "Nachbarn"-Podcast habe ich leider auch einmal reingehört und war erstaunt, dass es bereits so viele Folgen davon gibt.
Dabei wäre der Titel eigentlich gut geeignet auch Brücken hin zu den "Wixxer"-Filmen oder gar Epigonen zu schlagen, wenn jemand dahinter stecken würde, der über ausreichende Kenntnisse verfügt.

Daniel86 Offline



Beiträge: 758

19.04.2025 13:20
#6 RE: "Edgar Wallace seine Nachbarn"-Podcast Zitat · Antworten

Zitat von Fabi88 im Beitrag #5
Dabei wäre der Titel eigentlich gut geeignet auch Brücken hin zu den "Wixxer"-Filmen oder gar Epigonen zu schlagen, wenn jemand dahinter stecken würde, der über ausreichende Kenntnisse verfügt.



Beschrei es nicht...
Den Wixxer haben sie sich aber tatsächlich schon vorgenommen:


Irgendwie tut es mir leid, dass ausgerechnet hier scheinbar niemand Gefallen an dem Podcast findet. Ich konnte mich selbst aber ehrlicherweise auch nicht mehr motivieren, in weitere Folgen reinzuhören.

Fabi88 Offline



Beiträge: 4.147

22.04.2025 14:50
#7 RE: "Edgar Wallace seine Nachbarn"-Podcast Zitat · Antworten

Zitat von Daniel86 im Beitrag #6
Irgendwie tut es mir leid, dass ausgerechnet hier scheinbar niemand Gefallen an dem Podcast findet. Ich konnte mich selbst aber ehrlicherweise auch nicht mehr motivieren, in weitere Folgen reinzuhören.

Ich denke mal, hier sind zu viele Leute, die sich teils seit 20 oder gar 50 Jahren mit Wallace befassen. Ein Podcast für diese Zielgruppe müsste schon neue Erkenntnisse liefern oder zumindest kontroverse Meinungen bieten. Das, was ich vom Podcast gehört habe, ist vielleicht geeignet für junge Leute, die bei ihren Großeltern mangels Alternativen im linearen TV-Programm über einen Wallace-Film gestolpert sind, aber für die hat es eigentlich auch zu wenig Piff.

keysersoze Offline



Beiträge: 1

23.04.2025 17:45
#8 RE: "Edgar Wallace seine Nachbarn"-Podcast Zitat · Antworten

Leider kein Gewinn dieser Podcast, bzw. würde ihn ihn definitiv nicht als "Fan"-Podcast bezeichnen.
Jeder Film wird im Grunde zerlegt und ins Alberne gezogen, man urteilt mit den Maßstäben von heute
und geht da weniger auf die gesellschaftlichen Zustände der damaligen Zeit ein.
Man fragt sich, warum sie diesen Podcast machen, wenn sie 80% der Filme sowieso scheiße und albern finden.

Nicki Offline



Beiträge: 4

01.09.2026 04:17
#9 RE: "Edgar Wallace seine Nachbarn"-Podcast Zitat · Antworten

Hallo ihr Lieben,

ich lese schon lange hier und da mal was hier bei euch im Forum, aber dieser Thread hat mich jetzt bewogen, mich doch mal anzumelden und etwas zu sagen, weil er mich gerade wirklich etwas verstört.

Wenn man euch liest, bekommt man den Eindruck, Wallace-Fans sind ein elitärer Haufen. Und wenn man nicht bestimmte Voraussetzungen erfüllt, um zu dieser Elite zu gehören, dann darf man kein Wallace-Fan sein, sich zumindest nicht so nennen und schon gar nicht darüber reden, geschweige denn es dann auch noch wagen, einen Podcast zu machen.

Eine dieser Voraussetzungen scheint das Alter zu sein. Was ich aus diesem Thread bis hierhin mitnehmen kann, ist, dass Wallace nur was für alte Leute ist. So alt, dass sie die Filme noch im Kino gesehen haben. Und Geburtsjahrgänge zwischen 1950 und 1980 reichen schon viel zu weit. Die Filme sollen anscheinend mit ihrer Fangemeinde sterben und die Fangemeinde mit den Machern der Filme, die inzwischen ja schon fast alle tot sind.

Ist das euer Ernst?

Ich bin in den 80ern geboren. Ich weiß gar nicht, wie ich an Wallace dran gekommen bin, weil ich war immer die einzige in meiner Familie, die die Filme im Fernsehen guckte und auf VHS aufzeichnete, um sie immer wieder sehen zu können. Jedenfalls waren die Filme für mich als Kind und Teenager sehr wichtig und haben mindestens meine Sehgewohnheiten, wenn nicht sogar noch mehr in meinem Leben tatsächlich geprägt. Erst vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich auch angefangen, die Bücher zu lesen. Letztes Jahr oder vielleicht vorletztes, hab ich vergessen. Bücher, die um die 100 Jahre alt sind. Und ich liebe sie!

Sicherlich betrachte ich diese Filme und Bücher ganz anders als ihr, wenn ihr aus einer ganz anderen Zeit stammt als ich. Ich beschäftige mich viel mit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, schreibe auch gerade selbst an einer Geschichte, die in den 20ern bis 60ern in England, bzw. London spielt, in einer Atmosphäre, wie sie die Wallace-Filme vermitteln, aber nicht ausschließlich. Ich verwende bewusst Anachronismen, die bis in die 1880er Jahre zurückreichen, um eine ganz eigene Welt zu schaffen, eben weil ich sonst dem Anspruch nicht gerecht werden könnte, eine Zeit, eine Stadt und eine Kultur aus ihrem eigenen Verständnis heraus zu beschreiben und dabei authentisch zu sein. Also wird es eine Welt, dir es so nie gab, die aber bestimmte Gefühle vermitteln soll, unter anderem das, was die schwarzweißen Rialto-Wallace-Filme mir vermitteln.

Ich lese die Wallace-Bücher übrigens im englischen Original, weil ich ja wissen will, was Wallace geschrieben, bzw. eingesprochen hat, und nicht, was jemand für das Verständnis, den Geschmack und die Moral des deutschen Marktes übersetzt und vielleicht verändert hat. Und genauso sind die Filme eben das Original ihrer deutschen Macher, was alle wesentlichen Beteiligten in ihrer jeweiligen Form einschließt, was aber mit einem authentischen London und echter englischer Mentalität vermutlich auch nicht allzu viel zu tun hat. Beides ist einfach Kunst, beides ist toll und beides spricht seine jeweils eigene Sprache.

Aber in beiden Fällen bin ich der Rezipient mit meinem eigenen Verständnis der Welt. Und mein Verständnis begann weder in den 60ern noch in am Anfang des letzten Jahrhunderts. Darf ich die Werke deswegen nicht konsumieren, mich drüber freuen, drüber reden, meinen Begeisterung oder vielleicht auch Ernüchterung zum Ausdruck bringen?

Natürlich ist es toll, wenn jemand ganz viel Fachwissen hat. Und es ist auch spannend, Aufzeichnungen von Menschen aus dieser oder jener Zeit zu hören. Das erweitert ja nicht nur den Horizont, sondern ist auch einfach wahnsinnig interessant.

Aber ich habe doch meinen ganz eigenen Zugang zu diesen Werken. Und sind Filme und Bücher nicht genau dafür da, dass sie Menschen einfach unterhalten, ihnen Freude machen oder sie berühren? Auf den Sender kommt es da nicht an, sondern auf den Empfänger. Der macht doch dann etwas daraus. Ansonsten wäre es ja Zeitverschwendung und man könnte jedes Werk einfach zu seinem Schöpfer in den Sarg legen. Und am besten hat er selbst vorher noch alles genau für die Rezipienten seiner eigenen Zeit kommentiert, damit nur ja niemand etwas falsch versteht. Das erinnert mich irgendwie an die ganz merkwürdige Behandlung von Kunst und Kulturerbe in der heutigen Zeit aus gewissen Richtungen, die unbedingt alles einordnen wollen und Werke verändern, weil sie dem heutigen Zeitgeist nicht mehr entsprechen und in ihrer ursprünglichen Form schon geradezu als gefährlich gelten.

Ich versuche seit einiger Zeit, auch meine Kinder für die Wallace-Filme zu begeistern. Aber die haben nochmal einen ganz anderen Blick darauf als ich und sehen absolute Red Flags an Stellen, die ich eigentlich so schön finde, auch wenn man sie in der Realität vielleicht nicht unbedingt nachmachen muss. Aber ich glaube, die Filme sind ja auch schon mit dem einen oder anderen Augenzwinkern gemacht worden. Und die Bücher sind inhaltlich schon ziemlich überraschend.

Lasst doch einfach jeden aus den Werken mitnehmen, was er will. Und wenn junge Leute diese Werke lieben, dann ist es doch schön, oder nicht? Es hält sie doch am Leben. Und es ist doch toll, wenn man eine junge Community hat, die sich für alte Filme begeistern kann. Da braucht doch kein 80-jähriger Aufpasser neben zu sitzen, der dafür sorgt, dass auch bloß alle alles richtig einordnen. Da können wir ja auch genauso gut einen linkswoken Welterklärer einladen. Der ordnet dann zwar alles anders ein, aber der Effekt auf den Rezipienten ist in beiden Fällen derselbe: ihm wird seine eigene Erfahrung genommen. Und um Dinge richtig zu verstehen, kann doch jeder einfach selbst auf Spurensuche gehen.

Was den Podcast betrifft, habe ich auch noch nicht viel gehört. Mich holt da auch nicht alles ab. Und ich hab auch noch nicht verstanden, welches Verhältnis die drei eigentlich zu den Filmen haben. Aber sie beschäftigen sich damit, auch mit Filmen, die sie z.T. vorher noch gar nicht kannten, und reden darüber, was sie darin sehen. Mir persönlich tut da auch manche Aussage durchaus sehr weh und mir gefällt auch am Podcast an sich nicht alles. Aber vielleicht bin ich auch nicht die Zielgruppe, die sie ansprechen. Und ihr seid es auch nicht. Aber es gibt sie ja anscheinend. Und ist das nicht schön, dass es diese Fangemeinde heute gibt?

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.633

01.09.2026 07:27
#10 RE: "Edgar Wallace seine Nachbarn"-Podcast Zitat · Antworten

Hallo Nicki,

herzlich Willkommen im WallaceWeb-Forum. Ich selbst bin Jahrgang 1970 und habe - außer bei der Premiere-Filmnacht in München - nie einen Wallace-Film im Kino gesehen. Ich denke, Du täuscht Dich aber mit dem Alter der hier vertretenen Fans, da ich mit bald 56 Jahren wahrscheinlich zu den Älteren hier gehöre. Ich freue mich auf weitere Posts von Dir, da es in letzter Zeit tatsächlich etwas still hier im Forum war.

Nicki Offline



Beiträge: 4

01.09.2026 08:16
#11 RE: "Edgar Wallace seine Nachbarn"-Podcast Zitat · Antworten

Hallo Edgar,

mich hat das in diesem Thread tatsächlich auch verwirrt, dass es hier so klingt, als wären die Leute alle mindestens 80 oder so und hätten als einzige die zum wahren Wallace-Fan-Sein unbedingt notwendige Ahnung von Sachen, von denen wir "Jungvolk" gar keine haben können, weil wir diese Zeit nicht erlebt haben.

Aber gut, ich hab das einfach mal so hingenommen.

Aber wenn hier nicht alle schon so alt sind, dann verstehe ich das hier erst recht nicht mehr. Dann haben wir ja alle das Problem, dass wir die Werke nur aus verspäteter Sicht betrachten können. Und dann ist das vielleicht nicht bei jedem identisch mit den dreien aus dem Podcast, aber eben auch auf keinen Fall mit einem Zeitzeugen.

Und dann bleibt eigentlich nur die Frage übrig, ob ein Unterhaltungsformat von Hobby-Podcastern zwingend fachliche Tiefe braucht oder nicht einfach auch ein bisschen lockerer Meinungscontent sein darf.

(Ich persönlich finde ja Ersteres spannender, aber das heißt ja nicht, dass das andere nicht daneben auch existieren darf. Und wenn keiner einen fachlich versierten Podcast macht, dann gibt es eben nur den anderen. Da können dann aber die nichts für, die es machen.)

Übrigens machen Meinungsblogger meistens Reactions, in denen der Content, auf den sie reagieren, direkt abgespielt wird. Das ist bei einem Audioformat nicht so gut möglich und bei einem Wallace-Film auch rechtlich nicht realisierbar. Da hat man dann eben die Wahl, ob man nur allgemein über den Film redet oder ihn einfach nacherzählt, wenn man ihn nun mal leider nicht zeigen kann.

Daniel86 Offline



Beiträge: 758

01.09.2026 10:48
#12 RE: "Edgar Wallace seine Nachbarn"-Podcast Zitat · Antworten

Hallo Nicki,

ein herzliches Willkommen auch von mir!

Ich muss zugeben, dass ich deinen Beitrag nur bedingt nachvollziehen kann. Hast du vielleicht mehr hineininterpretiert, als tatsächlich geschrieben wurde? Ich habe die anderen Beiträge noch mal gelesen und vermute, dass dich hauptsächlich der Eintrag #4 "getriggert" haben könnte oder du dich vorrangig auf diesen beziehst. Aber das ist ja nur die Meinung eines einzelnen Users von vielen und spiegelt nicht zwingend die der anderen wider (gilt natürlich auch für die Beiträge der anderen User, ich will SpikeHolland also hier nicht hervorheben oder zu nahe treten). Bspw. habe ich kein Problem damit, wenn gegendert wird und störe mich grundsätzlich auch nicht an Anglizismen. Zuletzt habe ich aber z. B. Ausschnitte des Videopodcasts von Conchita und JJ gesehen und da hat das ein Ausmaß, was ich irgendwie nicht mehr ernst nehmen kann. Das ist bestimmt eine Generationenfrage, aber ich finde, dass man eine solche Kritik unabhängig des Alters äußern darf. Ich bin übrigens 40( und damit gar nicht so viel älter als Conchita).

Meine Kritik am Wallace-Nachbarn-Podcast bezieht sich aber auf ganz andere Punkte, die ganz kurz formuliert sind: Ich persönlich mag es nicht, wenn Menschen über Dinge sprechen, von denen sie keine Ahnung haben. Wenn man so einen Podcast realisiert, kann man sich vorher inhaltlich informieren und alles ist fein. Die Beteiligten hier haben das aber augenscheinlich nicht ausreichend getan, zumindest nicht in den Folgen, die ich gehört habe. Wenn sie das also nicht getan haben, können sie gerne trotzdem ihre Eindrücke/Meinung äußern, Fakten/Kontext außen vor lassen und schaffen es dann vielleicht trotzdem, einen unterhaltsamen Podcast damit zu gestalten. Hier wurden aber einfach Fakten präsentiert, die nicht stimmen. In einer Zeit von Fake News und falschen KI-Antworten finde ich es aber extrem wichtig, auf die Richtigkeit von Fakten zu achten. Wenn man etwas nicht weiß, kann man das sagen und vielleicht später schriftlich nachreichen. Bei YouTube hätte man solche Möglichkeiten. Zu stammeln, dass ein eigentlich bekannter Schauspieler nicht weiter in Erscheinung getreten sei, geht aber einfach nicht. Und wäre total vermeidbar gewesen, sie hätten das einfach nicht sagen müssen.

Ich persönlich war ganz einfach enttäuscht, als ich das gehört habe. Mein Fan-Herz hüpfte in die Höhe, als YouTube mir das erste Video vorschlug und dann kam die Erkenntnis, dass es mir nicht gefällt, weil es einfach nicht gut gemacht war. Und ich bin da nicht übermäßig anspruchsvoll, denke ich. Ich erwarte keinen Fachvortrag und habe bestimmt viel weniger Fachwissen als viele andere hier. Aber ich weiß halt, wo es steht - und die Moderator:innen dieses Podcasts wussten das auch.

Als positives Gegenbeispiel möchte ich "Puppkultur" von Martin Reinl und Julian Schlichting erwähnen. Das ist unterhaltsam und mit wahnsinnig viel Liebe gemacht. Auch die zwei machen sich oft über Sachen lustig, aber immer mit Respekt. Und sie sind eben gut vorbereitet. Ich höre wirklich jede Folge und fühle mich immer super unterhalten, selbst wenn ich die behandelten Serien/Filme überhaupt nicht kenne.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.927

01.09.2026 12:31
#13 RE: "Edgar Wallace seine Nachbarn"-Podcast Zitat · Antworten

Ein herzliches Willkommen auch von mir

Gruss
Havi17

Fabi88 Offline



Beiträge: 4.147

01.09.2026 12:54
#14 RE: "Edgar Wallace seine Nachbarn"-Podcast Zitat · Antworten

Auch von mir ein herzliches Willkommen!
Zum Stichwort "elitär"... Zuwachs ist zumindest aus meiner Sicht immer willkommen! Mittlerweile sind ja einige (inklusive mir) schon (vielleicht zu?) lange hier, so dass die Themen teilweise extrem abdriften, während Wallace-bezogene Threads teilweise seit Jahren keine neuen Posts haben oder Diskussionen in extreme Nischen gehen - was ich nur feststellen, aber gar nicht kritisieren will!
Wenn also Leute sich anmelden um vielleicht auch wieder zu den Kernthemen zu schreiben oder Fragen (erneut) stellen, finde ich das super.
Wenn diese noch dazu jung sind und sich Wallace aus neuen Blickwinkeln nähern, auch super!
Ich selbst bin ca. 2002 mit 14 Jahren auf Wallace gestoßen, weil zeitgleich zur Entdeckung der Europa-Hörspiele der 80er auch Kabel1 wieder viele Rialto-Filme zeigte. Als ich mich im Forum anmeldete, kannte ich also noch nicht einmal alle 32 Rialto-Filme, geschweige denn die Epigonen oder wusste etwas über verschiedene Phasen der Reihe, Unterschiede der Regie-Handschriften und Co. Das kam dann über die Diskussionen hier im Forum - sprich die Infos älterer Nutzer, die Bücher von Pauer, Tses und Kramp und die immer tiefer gehende Beschäftigung mit den Filmen. Dass dann auch noch die Erstveröffentlichung aller Wallace-Filme auf DVD und "Der Wixxer" im Kino lief, war ein Glücksfall für die damalige Generation, würde ich mal behaupten.
Man muss sich das immer wieder klar machen: in meiner Kindheit (90er Jahre) spielte man Songs aus den 60er Jahren im Oldie-Radio. Heute sind folglich die Songs der 80er/90er, mit denen ich selbst als "aktuelle Musik" aufgewachsen bin die Oldies. Und auf Film bezogen das, was für mich Wallace war, für jüngere heute vielleicht das Kino der 80er mit Star Wars, Ghostbusters und Co, die ja (anders als Wallace) auch nochmal Fortsetzungen und Remakes erfahren haben, was den Zugang zu den alten Filmen natürlich immens erleichtert.
Als junger Mensch 50 Jahre alte Filme zu schauen, war schon "seltsam", mittlerweile hat "Der Frosch mit der Maske" stolze 67 Jahre auf dem Buckel. Ich weiß nicht, wie groß meine Begeisterung für Filme aus den 1940er Jahren damals war, aber Film Noir, Charlie Chan, Casablanca und Co habe ich mir erst wesentlich später erschlossen und da spielte wahrscheinlich meine berufliche Beschäftigung mit Kino und Film auch eine starke Rolle.
So werden sich bestimmt die wenigsten wünschen, dass "Wallace" mit seinen überalterten Fans stirbt. Nicht umsonst wird ja immer noch fleißig auf TV-Ausstrahlungen verwiesen und sporadisch immer wieder auf neue Verfilmungen gehofft.
Zum Podcast: Meine Kritik (Beitrag 5) war da ja eher generalistisch. Es liegt in der Natur der Sache, dass "private" Podcasts in der Regel kein Geld für Redaktionen haben und von mitteilungsfreudigen Leuten gemacht werden, die aber nicht immer auch Zeit, Expertise und Energie für tiefgehende Vorbereitung haben, die man zwingend braucht, damit es nicht nur "spontaner Smalltalk" wird. Dass man in einem Wallace-Podcast also nicht brandneue Hintergründe und Anekdoten erfährt, ist zu verschmerzen.
Aber was ich schade finde, ist, dass der Podcast eben nicht die andere Option bedient: nämlich Gelegenheitszuschauern und jungen Leuten Wallace nahe zu bringen. Ich habe ja in mehrere Folgen hinein gehört und nicht recht verstanden, für wen, außer den selbst sprechenden dieser Podcast einen Mehrwert bietet. Mir fehlte schlicht der Pepp, bzw. überhaupt eine Zielrichtung.
Deswegen darf man den Podcast ja trotzdem so machen, die vielen Folgen sprechen ja dafür, dass es den Machern Spaß macht und vielleicht auch die Abrufzahlen gut sind. Aber Kritik darf doch trotzdem erlaubt sein? Zumal sie ja eben in den meisten Fällen eben nicht das vorgeworfene "nur die Elite darf über Wallace sprechen"-Narrativ bedient. Ich persönlich fand auch die "Ein Filmarchiv"-Podcast-Folge über "Die toten Augen von London" spannend, auch - oder gerade weil die beiden sich über die Wallace-Reihe allgemein eher leicht spöttisch äußerten und den Fokus auf gesellschaftliche Themen sowie die Machart des Films legten. Das war eine neue Perspektive, die über "haben den Film gestern gesehen und sprechen nun spontan drüber" hinaus geht.
Ich hatte ihn eben schon erwähnt, aber der mittlerweile eingestellte "Urban Pop"-Podcast wäre da auch ein guter Gradmesser. Peter Urban hat als Zeitzeuge Konzerte von Jimi Hendrix, Led Zeppelin und Co erlebt und viele der damaligen Stars persönlich interviewt, während sein junger Partner (bewusst?) oft den nur oberflächlich informierten, jungen interessierten Zuhörer gibt und hin und wieder sogar (für Kenner) etwas doofe Fragen stellt.
Damit will ich jetzt nicht sagen, dass man das Personal austauschen muss, aber eine (mehr oder weniger) klare Rollenverteilung, bei der aber eben mindestens ein Beteiligter sich im Vorfeld wirklich fundierte Infos drauf schafft, findet sich in jedem erfolgreichen Podcast - einfach mal drauf achten!
Nicht umsonst haben viele Podcasts, gerade über Bücher, Filme oder Musik, oft einen Laien als Sidekick, der quasi in der Rolle des Hörers Fragen stellt - und beantwortet bekommt! Beim "Nachbarn"-Podcast habe ich immer das Gefühl, der Wissensstand der Macher entspricht dem der Hörer (wenn wir mal von Otto Normal ausgehen).
Und daher ist meine Haltung zu dem Podcast eben nicht "die dürfen nicht drüber reden", sondern "Schade, so wie sie drüber reden, wird man voraussichtlich keine neuen, jungen Fans gewinnen".

Savini Offline



Beiträge: 1.057

02.09.2026 14:39
#15 RE: "Edgar Wallace seine Nachbarn"-Podcast Zitat · Antworten

Ich schließe mich den Willkommensgrüßen ebenfalls an!
Falls du die Absicht haben solltest, im Forum etwas zu verweilen: Hättest du eventuell Lust, zu dem einen oder anderen Thread etwas beizusteuern?

Was die Generationenfrage betrifft, so dürften die in den 80ern Geborenen nach meinem Eindruck in diesem Forum besonders stark vertreten sein. Bei einigen der aktivsten Mitgliedern steht es so im Profil, bei anderen geht es aus ihren Beiträgen hervor.
Ob es hierbei eine Rolle spielte, dass Kabel 1 (bzw. anfangs noch der "Kabelkanal") 1994 begann, alle Rialto-Filme plus den Rächer und das "silberne Dreieck" auszustrahlen und dies danach über viele Jahre hinweg noch regelmäßig tat?
Soweit ich weiß, liefen im ZDF überwiegend (oder sogar ausschließlich?) die s/w-Filme, während die in Farbe meist erst ab den 80ern von Privatsendern gezeigt wurden. So hatte man ab 1994 die Möglichkeit, praktisch alle Filme kennenzulernen (nur der "Fluch der gelben Schlange" lief nie auf diesem Sender).

Übrigens: In einem anderen Forum gab es mal ein Mitglied des Jahrgans 1975, das zunächst überzeugt war, dort zu den "jüngsten" zu gehören und mit Erstaunen erfuhr, dass manche der "Alteingesessenen" zehn oder noch mehr Jahre jünger waren.

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