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 Film- und Fernsehklassiker national
Giacco Offline



Beiträge: 1.838

25.10.2019 14:18
Die Insel der Amazonen (1960) Zitat · Antworten

DIE INSEL DER AMAZONEN
BRD (1960) - Pr: Rapid-Film (Wolf C. Hartwig) - DE: 25.11.1960 - FSK 16 - V: Union
Drehbuch: Johannes Kai - Musik: Karl Bette - Kamera: Georg Krause
Darsteller: Adrian Hoven, Ann Smyrner, Jan Hendriks, Dorothee Parker, Demeter Bitenc, Karin Heske, Beatrice Norden, Slavo Schwaiger



Nach bestandenem Examen beschließen sieben unternehmungslustige Mädchen in einem exklusiven Schweizer Internat, gemeinsam eine Mittelmeerkreuzfahrt zu unternehmen. Bei einem Landausflug lernen sie in einer Hafenbar Manuel kennen, der mit seinem Vater auf der kleinen Amazoneninsel eine meteorologische Station betreibt. Sie wollen ihn mit einem Besuch dort überraschen, ohne zu ahnen, dass sie sich damit in Gefahr begeben. Manuels Vater hat nämlich zufällig ein verschollen geglaubtes Flugzeugwrack mit einer Ladung Goldbarren entdeckt. Doch davon hat auch der Gangster Murdock Wind bekommen und überfällt mit drei Kumpanen die Wetterstation, um sich den Schatz unter den Nagel zu reißen.



Wie fast alle Hartwig-Produktionen wurde auch dieses Werk damals von der Kritik mit Schimpf und Häme überschüttet. Dabei sollte man eigentlich anerkennen, dass trotz eines äußerst bescheidenen Drehbuchs und einer schlicht gestrickten Handlung doch noch ein recht unterhaltsames Filmchen entstanden ist. Anfangs gehen die 7 jungen Damen dem Zuschauer mit ihrem unbedarften Geplapper zwar ein wenig auf die Nerven, und die sich anschließenden ausgedehnten Frühsport-Szenen der Bikini-Mädchen auf dem Schiffsdeck treiben die Handlung auch nicht voran, sondern dienen lediglich dazu, die weiblichen Reize ins rechte Licht zu rücken. Aber mit dem Landgang kommt dann so nach und nach Schwung in den Laden. Regisseur Otto Meyer, eher als Heimatfilm-Spezialist bekannt, arbeitete erstmals für Produzent Hartwig und lieferte eine handwerklich ordentliche Arbeit ab. Lob verdient ebenso der Kameramann, der die landschaftlichen Schönheiten ansprechend ins Bild zu setzen wusste. Und auch die musikalische Untermalung kann zwischenzeitlich mit interessanten Sound-Effekten überzeugen, wobei man auf das leicht-beschwingte Schlagerliedchen während des Vorspanns hätte verzichten können.
Gedreht wurde im Sommer 1960 an der jugoslawischen Küste. Die weibliche Hauptdarstellerin Ann Smyrner wirkte zum ersten Mal in einer Hartwig-Produktion mit. Mit ihrem Partner Adrian Hoven, der den Pfeife rauchenden Manuel spielt, hatte sie bereits 1958 in "Lilli, ein Mädchen aus der Großstadt" vor der Kamera gestanden. Jan Hendriks, der sich für die Rolle des Oberschurken Murdock die Haare weißblond färben ließ, war schon in Hartwigs vorherigem Film "Flitterwochen in den Tod" dabei gewesen. Der Jugoslawe Demeter Bitenc versucht als Murdocks Handlanger heimlich ein paar Goldbarren beiseite zu schaffen, lässt sich dabei aber vom Chef erwischen. Unter den Mädchen befindet sich Dorothee Parker, die 1959 von Hartwig entdeckt wurde und ihn später heiratete.

"Der Film ist billige Unterhaltungsware. Geistig etwas minderbemittelt schon vom Buch her, bewegen sich Regie, Kamera und Darstellung in denselben Bezirken. Ein Musterbeispiel dafür, was sich der deutsche Film in seiner gegenwärtigen Situation nicht leisten kann. Wie naiv und vordergründig das Ganze inszeniert ist! Otto Meyer versäumt im ersten Teil keine Gelegenheit, die sieben schnatternden Gänslein als Nackedeis vorzuführen: mal beim Zubettgehen (mit Kissenschlacht und "Hihihi"!), mal beim Sport und mal beim Baden. Als dann die bösen Gangster auf das frische Fleisch schielen, weiß er auch ein Mittelchen, dass die strammen Figuren sich profilieren: ein besoffener Rohling schießt mit dem Wasserschlauch auf die wehleidig Wimmernden, auf dass sich die Kleidchen so eng an die Rundungen pressen, dass dem Kenner nichts verborgen bleibt.
Man kann Adrian Hoven und Jan Hendriks - die beiden männlichen Gegenspieler - nur bedauern, dass sie in die Untergrundbereiche eines solchen filmischen Abenteuers hinabgestiegen sind. Diese Art der filmischen Unterhaltung kann der Verbraucher im Fernsehen dutzendweise bequemer haben."
(Film-Echo, Dezember 1960)

Film-Echo-Note: 4,9 (18 Meldungen)
(Die Note ist allerdings nur bedingt aussagekräftig, da der Union-Verleih Anfang 1961 - also mitten in der Kinoauswertung des Films - Konkurs anmelden musste.)

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