Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Edgar Wallace ,...



Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 272 mal aufgerufen
 Off-Topic
Jan Offline




Beiträge: 1.431

12.01.2016 19:30
Ruth Leuwerik gestorben Zitat · Antworten

Schon zu ihren aktiven Filmzeiten galt sie als die Grande Dame der Leinwand. Nun ist die deutsche Schauspielerin Ruth Leuwerik im hohen Alter von 91 Jahren in München gestorben.

Bekannt wurde Ruth Leuwerik in den 1950er Jahren vor allem durch die auch international enorm erfolgreichen Produktionen um die Trapp-Familie. Sie verkörperte bereits in jenen Jahren, häufig an der Seite von Dieter Borsche oder O.W. Fischer, den emanzipierten und selbstbewussten Typ Frau, spielte bei Helmut Käutner "Die Rote" und in Harald Brauns ambitionierter Thomas-Mann-Verfilmung "Königliche Hoheit". Nachdem ihr Typ, wie sie selbst einmal sagte, in den 1960er Jahren weniger gefragt war, zog sie sich nach Alfred Vohrers Krimidrama "Ein Alibi zerbricht" vorerst aus dem Kino zurück. Erst 1971 gelang es Vohrer nach einigen Anstrengungen erneut, sie für seine Simmel-Verfilmung "Und Jimmy ging zum Regenbogen" vor die Kinofilmkamera zu locken. Darüber hinaus war sie als Gastdarstellerin in den beliebten Krimireihen "Der Kommissar" oder "Derrick" im Fernsehen zu sehen.

Ruth Leuwerik lebte mit ihrem dritten Ehemann, einem bekannten Münchner Augenarzt, seit Ende der 1960er Jahre in einer Villa in Grünwald.

Mich persönlich bestürzt der Tod von Frau Leuwerik umso mehr, als dass ich im Juni des vergangenen Jahres noch das Vergnügen hatte, mit ihr in München ein Gespräch führen zu können. Sie war eine wirkliche Grande Dame; nicht nur vor der Kamera, sondern auch privat.

Gruß
Jan

Tarzan Offline



Beiträge: 941

12.01.2016 21:09
#2 RE: Ruth Leuwerik gestorben Zitat · Antworten

Eine der besten deutschen Schauspielerinnen!

Sehe sie auch immer wieder gerne, neben den genannten etwa auch in FRANZISKA (1957) oder - mit Böttcher-Klängen - in AUF ENGEL SCHIESST MAN NICHT (1960).

Auch persönlich eine imponierende Zeitzeugin!

Gubanov Offline




Beiträge: 16.129

13.01.2016 23:28
#3 RE: Ruth Leuwerik gestorben Zitat · Antworten

Eine sehr traurige Nachricht. Ruth Leuwerik war für mich die ultimative Grande Dame des deutschen Films - unvergleichlich.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.586

17.01.2016 13:41
#4 RE: Ruth Leuwerik gestorben Zitat · Antworten

"Echte künstlerische Leistungen verlangt sie von sich selbst, nicht ein Spiel, das heute dem Publikum gefällt und morgen vergessen ist." (Friederike Mat im Buch "Unsere Filmlieblinge")



Anlässlich des Todes von Ruth Leuwerik habe ich mir gestern noch einmal die "Derrick"-Folge Nr. 102 "Der Täter schickte Blumen" angesehen, die am 29. April 1983, also eine knappe Woche nach ihrem 59. Geburtstag zum ersten Mal ausgestrahlt wurde. Sie verkörpert darin Vera Baruda, eine vermögende Witwe, die von Herren der alten Schule umgeben ist, jedoch kurz vor der Heirat mit einem Mann steht, der in diesen Kreisen aufgrund seiner Vergangenheit nicht willkommen ist. Einmal mehr zeigt Leuwerik Haltung, eine Contenance, die anerzogen ist. Für Frauen ihrer Generation gehörte es sich nicht, in der Öffentlichkeit die Fassung zu verlieren. Dieser unerschütterliche Glaube an die Bedeutung von höflichen Umgangsformen, von Würde, ging bei der Schauspielerin jedoch stets mit Feinfühligkeit und Reflexion einher. Sie handelte nicht leichtfertig, sondern aus Überzeugung und schaffte damit eine sichtbare Distanz zu oberflächlichen Menschen ihrer Umgebung. Am Mittwoch, den 13. Februar 2016 schrieb Michael Schleicher folgendes zum Ableben der Künstlerin:

Zitat von Münchner Merkur, Kulturteil: 'Die ideale Frau'
Sie spielte am liebsten für die Zeit ungewöhnlich eigenständige Charaktere - etwa "Die ideale Frau", eine promovierte Juristin und Bürgermeisterin: 1959, als der Film herauskam, ein Ereignis. Zwar blieben diese Figuren verankert in der Zeit: Egal, wie unabhängig - Leuweriks Frauen waren ihren Männern treu und forderten sie nicht in ihrem Rollenverständnis heraus. Zugleich ließen sie sich aber auch nicht zum adretten Beiwerk degradieren. Man darf davon ausgehen, dass Ruth Leuwerik hierauf besonders geachtet hat - vor und hinter der Kamera: Wer ihre "Nettigkeit" als "Dummheit" missverstanden habe, erzählte sie einmal bestimmt, bei dem konnte sie "andere Töne" anschlagen.


Das angenehme Gefühl, das ihre Anwesenheit auf der Leinwand oder dem Bildschirm auslöst, kann man wohl am besten mit Verlässlichkeit bezeichnen. Man weiß, dass man nie Unangemessenes zu sehen bekommen wird, sondern dass das Augenmerk auf der Schauspielkunst der feinen Töne liegt.

Die oben angefügte Bilderauswahl führt durch die Jahrzehnte von Leuweriks Schaffen: "Die goldene Brücke" (1956), "Liebling der Götter" (1960), "Der Kommissar: Der Segelbootmord (1974) und "Derrick: Der Täter schickte Blumen" (1983)

 Sprung  
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz