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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Off-Topic
Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.519

07.09.2012 16:55
Maria Becker gestorben Zitat · Antworten

Mit Maria Becker ist eine der bedeutendsten deutschsprachigen Schauspielerinnen gestorben. 1920 in Berlin geboren, emigrierte Becker nach der Machtergreifung mit ihrer jüdischen Mutter nach Wien, wo sie im Alter von nur 16 Jahren das berühmte Max-Reinhardt-Seminar absolvierte. Nach dem Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich ging Becker zunächst nach England, erhielt kurz darauf jedoch bereits ein Engagement am Zürcher Schauspielhaus, wo sie auch Robert Freitag kennenlernte, den sie 1945 heiratete. Gleichzeitig erhielt Becker die Schweizer Staatsbürgerschaft. Mit Freitag bekam sie drei Söhne.

Becker verköperte mit Vorliebe große Frauengestalten, wie beispielsweise Johanna von Orléans und Iphigenie. Ihr Wirkungskreis beschränkte sich nicht ausschließlich auf Zürich - so spielte sie auch am Wiener Burgtheater, am Hamburger Schauspielhaus und am Münchner Residenztheater. Mit ihrem Mann und Will Quadflieg gründete sie 1956 das Tourneetheater "Die Schauspieltruppe Zürich"; dort wirkte Becker auch als Regisseurin. Obwohl sie sich 1966 von Freitag scheiden ließ, traten die beiden bis in die Neunziger Jahre gemeinsam auf - vor allem im Rahmen ihres Tourneetheaters, dessen alleinige Leitung Becker 1987 übernahm.

Selten war Maria Becker auch im Fernsehen präsent - und wenn doch, so waren dies meist Klassiker-Verfilmungen. Nur für Helmut Ringelmann machte Becker regelmäßig eine Ausnahme. So spielte sie 1972 die Titelrolle in der "Kommissar"-Folge "Schwester Ignatia" (Regie: Dietrich Haugk) und 1975 in "Ein Mord nach der Uhr" (Regie: Alfred Weidenmann). 1980 spielte sie in "Der Alte: Magdalena" (Regie: Zbynek Brynych) erneut eine Episoden-Titelrolle, um ein Jahr später nach einem weiteren Gastspiel beim "Alten" in "Bis daß der Tod uns scheidet" (Regie: Alfred Vohrer) eine nahezu eine Dekade währende Bildschirmpause einzulegen. 1991 verpflichtete sie Ringelmann ein drittes Mal für seine Erfolgsserie. In "Der Geburtstag der alten Dame" (Regie: Zbynek Brynych) absolvierte sie als keifende Matrairchin einen denkwürdigen Auftritt.

Kurios mutet ihre "Derrick"-Karriere an. Die begann nämlich erst 1995. In Folge 248 "Kostloffs Thema" (Regie: Dietrich Haugk) debütierte Becker in der Reihe, um anschließend weitere vier Episodenrollen zu spielen, darunter auch in der allerletzten Folge "Das Abschiedsgeschenk" (Regie: wiederum Dietrich Haugk), wo sie als Vera Kaschonnick ein Mordkommando für Derrick bestellt. Zweifellos ist Maria Becker die wichtigste Gastschauspielerin der späten "Derrick"-Phase. In der eindrucksvollen "Siska"-Folge "Das Böse an sich" (Regie: Hans-Jürgen Tögel) von 2001 spielte Maria Becker zum elften und letzten Mal in einer Ringelmann-Serie. Es sollte ihr vorletzter Fernsehauftritt sein - nur für ein Weihnachtsspecial von "Um Himmels Willen" kehrte sie 2008 aus dem TV-Ruhestand zurück. Auf der Theaterbühne und als Rezitatorin von Lyrik und Prosa war sie jedoch auch in ihren letzten Lebensjahren noch präsent. Für ihre künstlerischen Leistungen wurde Maria Becker unter anderem mit dem Deutschen Kritikerpreis, dem Hans Reinhardt-Ring, dem Bundesverdienstkreuz und dem Louise Dumont Topas geehrt. Am vergangenen Mittwoch ist sie im Alter von 92 Jahren in ihrer Wohnung in Uster bei Zürich friedlich entschlafen.

Georg Offline




Beiträge: 3.264

08.09.2012 20:05
#2 RE: Maria Becker gestorben Zitat · Antworten

Ein schöner Nachruf! Bedauerlich und schade um diese tolle Schauspielerin! Gerade bei Ringelmann war sie immer in tollen Rollen zu sehen, ob als Schwester Ignatia beim "Kommissar", als Magdalena im "Alten", ihren "Derrick"s (toll u. a.: Frau Kaschonnick in Das Abschiedsgeschenk) oder als pikfeine an den Rollstuhl gefesselte herrische Mutter in Das Böse an sich aus der Reihe "Siska"!

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