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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 198 mal aufgerufen
 Giallo Forum
Georg Offline




Beiträge: 3.049

22.10.2011 21:05
Tutti defunti ... tranne i morti (Italien 1977) Zitat · Antworten

Tutti defunti ... tranne i morti
Wörtliche dt. Übersetzung: Alle verstorben ... außer den Toten
Italien 1976

Emilia-Romagna, 1950. Der arbeitslose Dante findet endlich eine Arbeit. Er soll auf eigene Rechnung Bücher an reiche Familien verkaufen, deren Geschichte das Thema des Werks ist. Niemand öffnet ihm. Erst in der Villa die Zanottis wird ihm Einlass gewährt. Das Haus muss gerade einen Todesfall verkraften: Marquis Ignazio ist gerade gestorben. Im Haus haben sich die Verwandten versammelt. Tochter Illaria verliebt sich auf den ersten Blick in den unscheinbaren Dante und lädt ihn zum Essen ein. In der Zwischenzeit wird der Verfasser der Familienchronik mit einem Messer erstochen. Seine Bücher werden verbrannt und bald kommt es auch in der Villa zu zwei Todesfällen. Privatdetektiv Martini wird gerufen, das kann aber nicht verhindern, dass in der abgeschiedenen Villa weitere Morde geschehen. Die Familienchronik beinhaltet nämlich eine furchtbare Prophezeiung:

"Saranno in dieci,
legati al nostro nome,
uno ne rimarrà,
non si sa come,
e da quei nove morti,
composti al cimitero,
avrà luce il tesoro
e scoprirai il mistero.
Tutto avverrà la notte maledetta
in cui la quercia antica
cadrà sotto la saetta".

Sinngemäße Übersetzung:

"Sie werden zehn sein,
verbunden mit unserem Namen,
einer davon wird übrigbleiben,
man weiß nicht wie,
und von diesen neun Toten ausgehend,
zusammengetragen am Friedhof,
wird Licht auf den Schatz fallen
und du wirst das Geheimnis lüften.
Alles wird in der verfluchten Nacht geschehen .
in der die alte Eiche
durch den Blitz umfällt".

Nachdem ich Pupi Avatis großartigen Thriller La casa dalle finestre che ridono gesehen hatte, schlug ich gestern sofort bei der DVD zu, als sie mir zufällig in einem DVD-Laden unterkam. Die Inhaltsbeschreibung klingt recht spannend und auch die Emilianisch-Romagnolischen Schlösser bilden einen passenden Schauplatz für eine unheimliche Kriminalgeschichte. Pupi Avati setzt erneut Filter ein und fotografiert das Geschehen interessant. Das wär's dann aber schon. Diese Mischung aus skurrilem schwarzen Humor, Agatha-Christie-Krimi, Giallo und Gothic-Film funktioniert nämlich nicht. Zu sehr sind die Figuren überzeichnet, zu sehr die Anspielungen auf das Giallo- und Krimigenre übertrieben. Die Geschichte an sich erinnert natürlich an Agatha Christies "Zehn kleine Negerlein", wird aber durch die erwähnten skurrilen und großteils bizarren Regieeinfälle enorm abgeschwächt. Spannung kommt manchmal zwar durch unheimlich beleuchtete und in Nebel getauchte Schlösser und das Auftreten des in Schwarz gekleideten Killers mit schwarzen Handschuhen auf, wird aber durch den zwanghaft gewollten Humor schnell wieder zu Nichte gemacht. Möglich, dass Liebhaber des schwarzen Humors den Film gut finden, für Giallo-Fans allerdings eine Enttäuschung.
Mir war klar, dass La casa dalle finestre che ridono nur schwer zu übertreffen war, dass der unmittelbare Nachfolgefilm des Regisseurs allerdings so enttäuschend würde, hätte ich mir nicht gedacht.
Interessant ist allerdings das Bonusinterview auf der DVD mit dem Produzenten Antonio Avati , dem Regisseur Pupi Avati, einem der Drehbuchautoren und dem Hauptdarsteller. Darin wird erzählt, dass Pupi Avati sehr zu seinem Missfallen nach La casa dalle finestre che ridono als "Polanski der Poebene" bezeichnet wurde und dass alle von ihm weitere Filme dieses Typs haben wollten. Weil er sich aber auf nichts festlegen wollte und sich nicht selbst kopieren wollte, entschloss er sich dazu, eine andere Art von Film zu machen, einen Film mit schwarzem Humor, surreal, komisch, ein bisschen Agatha Christie. Lange vor Mel Brooks, so wird in dieser Doku gesagt, hat Pupi Avati ein Genre begründet. Naja ...

Regie: Pupi Avati, Drehbuch und Idee: Pupi Avati, Antonio Avati, Gianni Cavina, Maurizio Costanzo, Musik: Amedeo Tommasi, Kamera: Pasquale Rachini, Produzenten: Gianni Minervini, Antonio Avati
Mit Gianni Cavina, Francesca Marciano, Carlo Delle Piane, Greta Vayan, Michele Mirabella


Georg Offline




Beiträge: 3.049

22.10.2011 21:09
#2 RE: Tutti defunti ... tranne i morti (Italien 1977) Zitat · Antworten

... wie ich soeben gesehen habe, scheint es auch eine dt. Version zu geben. Die IMDB gibt als deutschen Titel "Neun Leichen hat die Woche" an.

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