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Dieses Thema hat 15 Antworten
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 Giallo Forum
Seiten 1 | 2
argento92 Offline



Beiträge: 80

14.06.2009 18:44
Der New-York-Ripper (1982) Zitat · antworten

Hey!

Könnt ihr mir Auskunft über diesen Lucio-Fulci-Film geben? Mich würden eure Meinungen zu diesem Slasher-Giallo sehr interessieren.

Gruß
argento92

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

14.06.2009 21:01
#2 RE: Der New-York-Ripper (1982) Zitat · antworten

Sehr hart und provokativ, technisch sauber und spannend inzeniert im 80er-Jahre-Look, Gewalt und Sexanteil sehr selbstzweckhaft ...

Man kann von dem Film unterhalten werden (gibt sicher schlechtere Gialli bzw. Slasher), allerdings hat die Sache schon einen leichten Beigeschmack. Und an die früheren Fulci-Gialli wie "Don't Torture a Duckling", "A Lizard in a Woman's Skin" oder "Nackt über Leichen" reicht er lange nicht ran.

Peter

Happiness IS the road! (Marillion)

Jacob Starzinger Offline



Beiträge: 1.413

12.10.2011 20:20
#3 RE: Der New-York-Ripper (1982) Zitat · antworten

Gibt es den irgendwo auf Deutsch?

MfG Jacob

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

12.10.2011 21:35
#4 RE: Der New-York-Ripper (1982) Zitat · antworten

Ja, XT hat mehrere Versionen uncut veröffentlicht. Alles über Österreich. Diese DVDs kann ich nur empfehlen.

Außerdem gibt es von Astro und Laser Paradise deutsche Uncut-Veröffentlichungen - aber Vorsicht, denn es gibt von diesen Labels auch geschnittene DVDs! Wie die allerdings von der Qualität her sind, kann ich nicht sagen.

Peter

Happiness IS the road! (Marillion)

Janek Offline




Beiträge: 1.852

12.10.2011 23:18
#5 RE: Der New-York-Ripper (1982) Zitat · antworten

Eine kurze Kritik:

Die Gore-Effekte in diesem Giallo sind eine Augenweide - im Gegensatz zu den vielen Pinselstrichmorden in anderen Gialli. Die Musik ist super (von Fassung zu Fassung aber unterschiedlich, bei der spanischen fehlen z.B. immer diese kreischenden Geigen, wenn der Ripper säbelt).

Zudem müsste dieser New-York-USA-Giallo eigentlich prämiert werden, da er unbestritten den verrücktesten aller Mörder hat, nämlich den mit der Donald-Duck-Stimme.

Was auch positiv ist, ist die Kameraarbeit. New York ist sehr interessant eingefangen (z.B. wenn die Frau mit dem Fahrrad durch New York fährt). Ein Nachteil des Filmes ist der Alptraum (viele werden wissen, was ich meine: er ist zwar sehr gut gefilmt und hat gute Effekte, aber der Dramaturgie schadet er deutlich, wenn man die Regeln typischer Gialli kennt).

Aber trotzdem 4,5 von 5 Punkten + Wohlfühl-Bonus (ist irgendwie bei allen Gialli vorhanden ).

MfG
Janek

Janek Offline




Beiträge: 1.852

16.12.2011 22:42
#6 RE: Der New-York-Ripper (1982) Zitat · antworten



DER NEW YORK RIPPER

Na gut, zur Handlung muss ich nicht mehr viel sagen: In New York geht ein bestialischer Frauenmörder um, der eine Stimme wie Donald Duck hat, und schlitzt seine Opfer bestialisch auf. Die Polizei ist ratlos, die Opfer sind hilflos und der Ripper hat an seinen Metzeleien großen Spaß, was er dann in Worte fasst wie: "Her skin is soooo warm, quack, quack!"

Was mir an diesem Film so gefällt, ist die unglaubliche Überlegenheit des Täters gegenüber der Polizei. Ich muss schon immer schmunzeln, wenn der Ripper zum Inspektor sagt, dass er so dämlich sei und "Bullen" wie er es sowieso nicht schaffen würden, ihn zu fassen. Diese Machtspiele, die eigentlich keine sind, machen sehr viel Spaß. Natürlich nicht die, sondern auch dass der Täter einer der verrücktesten, wenn nicht sogar der verrückteste Mörder der Gialli überhaupt ist. Er macht seine Opfer eigentlich völlig lächerlich: "Warum habt ihr denn vor der netten Ente Donald Duck so viel Angst? Außer einem Springmesser habe ist doch nichts, oder?"

Die Mordszenen sind wirklich gut gemacht und wirken sehr echt. (Zum Vergleich: Bei Sergio Martinos TORSO war ich von den Splatter-Effekten doch schon ziemlich enttäuscht.) Die Szenen in "New York Ripper" schocken auch heute noch.

Zu den Schauspielern schreibe ich mal nicht so viel, sie spielen für mich alle auf demselben Niveau, nichts Besseres und nichts Schlechteres. Zu Fulcis Regie sage ich dagegen deutlich: "Hut ab!" Der Film hat wirklich ein gutes Tempo:

Minute 01-02: abgehackte Hand
Minute 09-10: 1. Mord
Minute 23-25: 2. Mord
Minute 35-39: Angriff auf Fay in der U-Bahn
Minute 40: Angriff des Rippers auf Fay
Minute 40-41: Kinoszene (Alptraum)
Minute 51-55: Flucht vor dem "Ripper"
Minute 55: 3. Mord des Rippers
Minute 68-69: Einbruch bei Fay
Minute 71-74: Jagd auf den Ripper
Minute 75-77: 4. Mord
Minute 78: Leiche von wird gefunden
Minute 86-88: Stellung des Rippers
Minute 88-89: Ripper wird erschossen


Jetzt noch zu der von manchen kritisierten Musik: Ich finde die Musik von Franseco de Masi einfach Klasse, denn sie quakt genau so wie der Ripper.

Und ich liebe einfach die unglaublich dreckige Atmosphäre dieses Filmes. Die plakative Erotik und Gewalt - da hat Fulci die perfekte Mischung gefunden. In diesem Film ist eine Person schmutziger als die andere. Außerdem gibt es Humor der allermakabersten Art, über den vermutlich nicht jeder lachen kann.

Besonders hervorzuheben sind die toll eingefangenen New-York-Szenen, sowie die Alptraum-Sequenz im Kino, die einfach nur ein Feuerwerk aus visuellem Farbspiel, Angst und Gewalt ist.


Für mich immer noch in meiner Giallo-Top-Ten und 10 von 10 Punkten wert für einen wunderbar dreckigen Film mit vielen Wohlfühlpunkten.

MfG
Janek

Janek Offline




Beiträge: 1.852

17.12.2011 17:09
#7 RE: Der New-York-Ripper (1982) Zitat · antworten

Ein Hinweis zu der Deutschen Synchro: Bitte bewertet die Donald-Duck-Stimme des Rippers nicht nach der deutschen Synchro - die ist nämlich grauenhaft. In der deutschen Fassung benutzt der Ripper ein Gerät, um seine Stimme zu verstellen. In der italienischen und englischen Version quakt er ohne künstliche Hilfsmittel in seiner "eigenen" Donald-Duck-Stimme.

Die deutsche Synchro ist außerdem auch teilweise in den Dialogen entschärft worden.

MfG
Janek

Janek Offline




Beiträge: 1.852

16.01.2012 21:39
#8 RE: Der New-York-Ripper (1982) Zitat · antworten

Ich habe mal eine Frage an euch:

Findet ihr die Musik zum "New York Ripper" unpassend?


Ich habe in anderen Foren und Kritiken gelesen, dass viele die Musik als unpassend empfinden. Ich kann diese Meinung aber nicht teilen: Für mich ist der Film ohne diese Musik von Franseco de Masi gar nicht vorstellbar.

MfG
Janek

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

17.01.2012 06:33
#9 RE: Der New-York-Ripper (1982) Zitat · antworten

Du bist aber hartnäckig.

Ich weiß ja, welche Antwort du hören willst ...

Mich hat die Musik in dem Film noch nie gestört, allerdings hat sie sich auch nicht so enorm eingeprägt wie die mancher anderen Gialli. In den Achtzigern hat man vergleichsweise deutlich Schlimmeres verbrochen - wie z.B. den Soundtrack zu "Murder Rock".

Peter

Happiness IS the road! (Marillion)

Janek Offline




Beiträge: 1.852

17.01.2012 15:03
#10 RE: Der New-York-Ripper (1982) Zitat · antworten

Ich fand, der "Murder Rock"-Song blieb aber doch schon im Ohr. Mich stört die Musik in dem Film eigentlich wenig - schlimmer finde ich die langweiligen, unblutigen Morde sowie die Tanzeinlagen. Für mich ist "Murder Rock" eine Entschuldigung für den für manche zu brutalen "New York Ripper".

Und die Musik beim "New York Ripper" finde ich ziemlich einprägsam. Lasst mal zu dem Film einen Morricone-Score laufen - ihr werdet sehen, dass der fehl am Platze wäre, auch die kreischenden Geigen z.B. aus "Cosa avete fatto a Solange" passen nicht zu dem Film.

MfG
Janek

Gubanov Offline




Beiträge: 15.214

25.03.2018 20:40
#11 RE: Der New-York-Ripper (1982) Zitat · antworten



Der New-York-Ripper (Lo squartatore di New York)

Thriller, IT 1982. Regie: Lucio Fulci. Drehbuch: Gianfranco Clerici, Lucio Fulci, Vincenzo Mannino, Dardano Sacchetti. Mit: Jack Hedley (Lieutenant Fred Williams), Paolo Malco (Dr. Paul Davis), Almanta Keller (d.i. Almanta Suska) (Fay Majors), Andrew Painter (d.i. Andrea Occhipinti) (Peter Bunch), Howard Ross (Mickey Scellenda), Alexandra Delli Colli (Jane Forrester Lodge), Laurence Welles (d.i. Cosimo Cinieri) (Dr. Lodge), Cinzia de Ponti (Rosie), Daniela Doria (Kitty), Zora Kerova (Eva) u.a. Uraufführung (IT): 4. März 1982. Uraufführung (BRD): 10. Juni 1982.

Zitat von Der New-York-Ripper
Lieutenant Williams von der New Yorker Polizei hat einen neuen Lieblingsfeind: einen brutalen Mörder, der mit Spring-, Küchen- oder Rasiermesser junge Frauen bestialisch hinrichtet. Die Vermieterin der ersten Toten kann einen wichtigen Hinweis geben: Die Frau hatte vor der Tat einen Anruf bekommen, in dem sich der Killer mit verzerrter Stimme meldete. Seine Stimme klang wie die einer Ente! Dies erlebt Lieutenant Williams auch bald am eigenen Leibe, denn sein Geltungsbedürfnis verleitet den New-York-Ripper dazu, der Polizei seine nächsten Taten anzukündigen. Wie lange wird er sein tödliches Spiel unbehelligt treiben und Williams an der Nase herumführen können?


Offenbar nachhaltig von Disneys Zeichentrickfigur verstört, erweckte Lucio Fulci zehn Jahre nach seinem bis dato umstrittensten Giallo „Don’t Torture a Duckling“ die düstere Seite von Donald Duck zu neuem Leben. Erneut wird der Enterich zum Symbol für Mord und Gewalt, die in „The New York Ripper“ in großzügiger Dosierung und provokanter Verbindung zu sexuellen Abarten zum Einsatz kommt. Diesmal ist es der titelgebende Ripper – ein wahrer Metzger vom Schlage eines Londoner Jack –, der sich übers Telefon mit verzerrter Donald-Duck-Stimme bei Opfern und Polizeihäschern meldet. Seine arroganten Überlegenheitsäußerungen gehen mit seiner perfiden Machtausübung mit Messer und Klinge einher und machen ihn zu einer besonders bedrohlichen Mördergestalt, obwohl ihm das typische Mantel-, Maske- und Handschuhe-Outfit seiner früheren Genre-Kollegen abgeht. Auch der inszenatorische Fokus hat sich seit den Giallo-Frühwerken drastisch verändert: weg von der langen, spannungsvollen Ankündigung eines drohenden Unheils hin zu plötzlich hereinbrechendem Verderben, bei dem es zuvorderst auf blutige Details und das Überschreiten von Grenzen ankommt. Fulci lässt genüsslich draufhalten, wenn ein Opfer eine abgebrochene Flasche zwischen die Beine gerammt bekommt oder die Rasierklinge des Rippers bei einem anderen quer durch Brustwarze und Augapfel schneidet. Zartbesaitete sollten diesen Film definitiv meiden.

Zitat von „Der New-York-Ripper“ bei Film Freak Central, Oktober 2009, Quelle
The New York Ripper’s main claim to fame is its reputation as a sadistic, gory, and generally misogynist giallo [...], featuring authentic location photography in scuzzy New York locales that strongly recall images from films like Taxi Driver and Cruising [...]. Fulci’s killer stalks New York women and mutilates them with an unmistakably sexual aggression, although he’s apparently not a rapist. He’s a stock genre character except for one thing: he talks like Donald Duck, complete with frenzied quacking noises. (I am not making this up.) And there’s nothing fantastic about the murders on screen, except in the sense that Fulci stages them so well, with moments that occasionally evoke a real sensation of terror, confusion, isolation – before the inevitable death occurs.




Die Vorwürfe, der Film demonstriere aufgrund der abenteuerlichen Verquickung von Sex und Gewalt eine frauenfeindliche Grundhaltung, übersehen einige interessante Ansätze, mit denen der Film den selbstzweckhaften Einsatz dieser Genre-Merkmale aufbricht. Als besonders zentral erweist sich die unterschwellige Aussage, dass alle Charaktere des Films – seien sie Täter oder Opfer, schuldig oder unschuldig – Dreck am Stecken und gleichfalls in der Fantasie haben, dass jede Figur in gewisser Weise lasterhaft oder gebrochen ist und auch den Überlebenden nur pessimistische Aussichten auf ein unerfülltes Leben bleiben. New York wird als düsteres Moloch gezeigt, das seine Einwohner unbarmherzig Düsternis und Gefahr aussetzt. Die Handlungsträger setzen sich auf ihre Weise zur Wehr – mit mehr oder weniger harmlosen Perversionen, und sei es nur das Walkman-Hören und Bonbon-Naschen des Gerichtsmediziners, während er die Hinterlassenschaften des Rippers wieder notdürftig zusammennäht.

Jack Hedley zeichnet seinen Ermittler als entsprechend harten Hund, der krasse Fälle gewöhnt ist, den die besondere Brutalität des Ripper aber besonders mitnimmt und darüber hinaus geradezu verbissen macht, das Duell gegen ihn gewinnen zu wollen. In klassischer Whodunit-Form konzipiert, fällt der Verdacht zunächst auf Schleimbeutel-Legende Howard Ross, der jedoch bald als zu verdächtig aus der möglichen Täterriege ausscheidet. Paolo Malco, Andrea Occhipinti, Almanta Keller und Laurence Welles ergänzen sie aber äußerst effektiv, sodass bis zum letzten Moment mitgerätselt werden kann. Mag man von der Aufmachung also halten, was man will – unter einem reinen Krimi-Aspekt ist „The New York Ripper“ in Aufbau und Struktur sehr gut gelungen. Dabei werden einzelne Figuren von mehreren Seiten beleuchtet; insbesondere die verschiedenen Facetten, die das Drehbuch den Rollen von Paolo Malco und Almanta Keller entlockt, sind als für Giallo-Verhältnisse durchaus überdurchschnittlich einzuordnen.

Ebenfalls kommen dem Film seine offensichtlich guten Produktionswerte zugute, die es erlaubten, ihn ausschließlich an Originalschauplätzen zu drehen und in den wichtigen Departments Kamera und Musik auf A-Klasse-Personal zurückzugreifen, das sein Handwerk versteht (Luigi Kuveiller und Francesco de Masi). Sie sorgen gemeinsam mit der stets druckvollen, temporeichen und milieusicheren Regie für kurzweilige Unterhaltung, die hartgesottenen Genrefreunden gefallen sollte.

Wer sich nicht an kunstfertig aufgeschnittenen Filmpuppen und Unmengen an Kunstblut stört, wird in „The New York Ripper“ eine düstere Zustandsbeschreibung einer degenerierten Großstadt finden, in denen die Spleens einzelner Personen so wenig auffallen wie ein Baum im Wald. Ernstliche Spannung und eine treffsichere Be- und Umsetzung machen aus dem Thriller mehr als ein wildes Gemetzel. 4 von 5 Punkten.

Josh Offline




Beiträge: 7.880

27.03.2018 22:57
#12 RE: Der New-York-Ripper (1982) Zitat · antworten

Sehr schönes Review, ich mag den auch, auch wenn es nicht Fulcis bester Film ist.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.214

27.03.2018 23:10
#13 RE: Der New-York-Ripper (1982) Zitat · antworten

Danke!

Über Fulcis besten Giallo dürften die Meinungen ja auseinandergehen. Für mich ist das "The Psychic", für dich bestimmt nicht. Welchen packst du an die Spitze?

Josh Offline




Beiträge: 7.880

27.03.2018 23:15
#14 RE: Der New-York-Ripper (1982) Zitat · antworten

Keinen Giallo, Fulcis bester Film ist für mich die Geisterstadt der Zombies, dicht gefolgt von Woodoo und Syndikat des Grauens.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.214

27.03.2018 23:30
#15 RE: Der New-York-Ripper (1982) Zitat · antworten

Okay, auf Zombiepfade habe ich zugegebenermaßen mich noch nicht begeben.

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