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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 432 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
Blinde Jack Offline




Beiträge: 2.000

12.12.2007 13:53
Abwärts (1984) Zitat · Antworten

Kennt jemand den Film "Abwärts" mit Wolfgang Kieling und Götz George? Er ist aus dem Jahr 1984.

rainbow Offline




Beiträge: 1.597

13.12.2007 05:20
#2 RE: Abwärts (1984) Zitat · Antworten

Den bekommst Du recht günstig auf DVD (so um die 3€) zu kaufen, bei gut sortierten Supermarkt-Wühltischen wirst Du da fast immer Glück haben.

Der Film gefällt mit wirklich sehr gut - eine handvoll Leute, auf engstem Raum in einem Fahrstuhl, der streikt. Und das Ganze wirklich ziemlich spannend ... Schau Dir den Film ruhig mal an.

Blinde Jack Offline




Beiträge: 2.000

13.12.2007 19:39
#3 RE: Abwärts (1984) Zitat · Antworten

Ich werde den Film auf jeden Fall anschauen! Das mit dem Wühltisch ist eine gute Idee, danke!

Gubanov Offline




Beiträge: 16.370

25.06.2020 16:15
#4 RE: Abwärts (1984) Zitat · Antworten



Abwärts

Thriller, BRD 1983/84. Regie und Drehbuch: Carl Schenkel (Dialoge: Frank Göhre). Mit: Götz George (Jörg), Renée Soutendijk (Marion), Wolfgang Kieling (Gössmann), Hannes Jaenicke (Pit), Klaus Wennemann (Monteur Heinz), Ralf Richter (Monteur Otto), Jan Groth (Pförtner), Kurt Raab (Fahrstuhlmonteur), Ekmekyemez Firdevs (Putzfrau), Hans Schwögler (Sargträger) u.a. Uraufführung: 4. Mai 1984. Eine Produktion der Laura-Film München und der Mutoskop-Film München im CineVox Filmvertrieb Grünwald.

Zitat von Abwärts
Später Abend im Geschäftsviertel von Frankfurt: Nichtsahnend steigen drei Leute in einen Aufzug ein, um ein Bürohochhaus zu verlassen. Zu ihnen gesellt sich ein vierter, der froh ist, endlich eine Kabine zu bekommen. Er war vorher schon beinah in den leeren Fahrstuhlschacht gestürzt. Doch auch diese Fahrt wird nicht weniger abenteuerlich: Nach wenigen Sekunden bleibt der Lift zwischen den Stockwerken stecken und obendrein streikt der Alarmknopf. Die Ratlosigkeit weicht schnell der Aufregung und dann der Panik, denn die Leute im Aufzug können sich gegenseitig nicht im geringsten ausstehen: Jörg und Pit geraten in Streit über Marion und ihre männliche Heldenhaftigkeit, während der Buchhalter Gössmann in seinem Koffer ein pikantes Geheimnis verwahrt ...


In der modernen Gesellschaft kann man sich auf allerlei technischen Komfort verlassen, doch umso gefährlicher wird es, wenn die sicher geglaubten Hilfsmittel ihren Dienst versagen. Dystopische Thriller thematisieren den Jahrtausendcrash, Stromausfälle oder die Zerstörung sicher geglaubter Innovationen durch Naturgefahren. Eine Nummer kleiner, aber nicht weniger effektiv fütterte Carl Schenkel die Urängste seines Publikums mit dem Aufzug-Schocker „Abwärts“, in dem ein stecken gebliebener Lift – im wahrsten Sinne des Wortes – im Zentrum des Geschehens steht. Schenkel ließ sich für sein Werk vom holländischen Horrorfilm „Fahrstuhl des Grauens“ („De lift“) inspirieren, der nur ein Jahr zuvor in die Kinos gekommen war, verzichtete aber auf dessen übernatürliche Elemente, was dem Endergebnis sehr gut tut. „Abwärts“ gerät dadurch zu einem spannenden Charakterdrama, das ähnlich wie Agatha Christies „Zehn kleine Negerlein“ von der Ausweglosigkeit einer gefährlichen Location lebt.

Man sieht z.B. im DDR-Werbematerial zum Film auch Hinweise darauf, dass es sich um einen Krimi handelt, doch das ist im Grunde genommen falsch. Zwar stecken in Wolfgang Kielings Koffer ergaunerte Unsummen fremden Geldes, doch das ist nicht das Hauptthema des Films. Vielmehr ergeben sich sämtliche Konflikte in „Abwärts“ aus den ungewollt aufeinanderprallenden Charakteren. Die Gruppe, die sich da im Fahrstuhl zusammengefunden hat, ist sogar derart explosiv, dass man als Zuschauer gewillt ist, über verschiedene Unwahrscheinlichkeiten wie z.B. die überschnelle Eskalation der Lage hinwegzusehen. Natürlich wäre es auch wenig interessant, den vier Gefangenen dabei zuzusehen, wie sie stundenlang ruhig auf Hilfe warten. Stattdessen bekommt man einen Hahnenkampf erster Güteklasse zwischen Götz George und Hannes Jaenicke, diverse zickige Momente von Renée Soutendijk und stoisch-verschwitzte Angstreaktionen von Wolfgang Kieling zu sehen. Kielings Charakter ist dabei sicher der verzichtbarste, der auch am wenigsten zum Endergebnis beiträgt. Der Fokus liegt vielmehr auf dem Kräftemessen zwischen Jörg und Pit.

Gegenseitig heizen sich die verschiedenartigen Figuren so sehr auf, dass sie nicht nur immer riskantere Rettungsaktionen unternehmen, um Marion zu beeindrucken, sondern auch gegenseitig aus Abneigung und Misstrauen aufeinander losgehen. Der Film ist dabei sehr deutlich in seinem Subtext, dass Georges Rolle als die abstoßendere der beiden empfunden werden soll. Das Problem an dieser Konzeption, auf die der Film auch bezüglich seines dramatischen Endes hin ausgelegt ist, besteht darin, dass Jaenicke in seiner jugendlichen Rebellenrolle viel nerviger und unleidlicher erscheint und man ihn schnell zum Teufel wünscht. Des Unterhaltungsfaktors wegen kämpft er sich aber immer wieder zurück. Beide Herren liefern dabei sowohl körperlich als auch darstellerisch Maßarbeit, sodass das Überdramatisierte dieser Produktion nicht künstlich, sondern sehr organisch wirkt. Auch Soutendijk schafft es, die Unebenheiten ihrer Rolle gekonnt auszubügeln und das liebenswerte Luder mit damenhaftem Eighties-Chic zu mimen.

Eine weitere ausgesprochene Stärke von „Abwärts“ besteht in der beeindruckenden Kameraarbeit von Jacques Steyn, die mit äußerster Beweglichkeit, spannenden Perspektiven und dem andauernden Schweben über dem Abgrund für angespanntes Nägelkauen sorgt. Lediglich die klaustrophobe Stimmung im engen Aufzug kommt nicht ganz so eindringlich zum Tragen, da dramaturgiebedingt viele Szenen im Schacht auf dem Dach der Kabine spielen.

Engagierter Kultthriller mit unrealistischer, aber dafür umso feurigerer Figurenzeichnung und Darstellern, die bereit waren, Angst, Hass und Gier in aller Deutlichkeit auf die Leinwand zu bringen. Das Publikum darf sich mit wohliger Anspannung zurücklehnen und im Duell George gegen Jaenicke dem persönlichen Favoriten die Daumen drücken. Gute 4 von 5 Punkten.

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.664

26.06.2020 09:39
#5 RE: Abwärts (1984) Zitat · Antworten

Dieser Film erscheint übrigens mittelfristig in der "Edition deutsche Vita" von Subkultur!
Hier schon einmal ein kleiner Einblick in die zu erwartende Bildqualität: https://vimeo.com/167359318

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