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Dieses Thema hat 13 Antworten
und wurde 1.135 mal aufgerufen
 Schauspieler/-innen
Peitschenmönch Offline




Beiträge: 534

25.11.2005 20:57
Ulrich Beiger Zitat · antworten

Ulrich Beiger spielte in:

- "Der Frosch mit der Maske"
- "Der rote Kreis"
- "Die Bande des Schreckens"
- "Der Fälscher von London"

Er spielte den kalten, kompromisslosen, etwas schleimigen Bösewicht absolut genial und einzigartig. Ein Schauspieler, der den Zuschauer wirklich durch bloße gespielte kriminelle Energie zu fesseln und mehr oder weniger sogar zu schocken vermag. Ich finde bei ihm gerade so faszinierend, dass seine Figuren dabei so wirklich und alltäglich wirken. Er hat eine perfekte Zusammenwirkung von Realität und filmischem Bösewicht drauf gehabt, die infolgedessen für den Zuschauer wirklich eindringlich ist.
Ich finde ihn eigentlich von allen Wallace-Bösewichten am "verstörendsten", wenn man es so formulieren will, da er durch seine Art irgendwie die am realsten wirkenden Bösewichte von allen spielte. Der Mann konnte die Nerven wirklich fordern.
Auch klasse war sein Auftritt als Nazi in "Gesprengte Ketten", wo er als realer Verbrecher ebenso zu schocken vermochte und dabei absolut souverän und real wirkte.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.269

25.11.2005 21:10
#2 RE: Ulrich Beiger - Meinungen zum Schauspieler (6) Zitat · antworten

Leider auch wieder ein toller Schauspieler, der nur in den ersten Wallace-Filmen eingesetz wurde. Ich frage mich, warum? Jede seiner vier Rollen spielte er absolut überzeugend - egal ob als schleimiger "Erpresser" im roten Kreis oder als korrupter Polizist beim Fälscher von London. Schade, daß man in den späteren Filmen der Serie keine Verwendung mehr für ihn fand.

ewok2003 Offline




Beiträge: 1.290

26.11.2005 00:06
#3 RE: Ulrich Beiger - Meinungen zum Schauspieler (6) Zitat · antworten
Stimmt, es war mir bisher gar nicht so bewusst, dass er nur in den ersten Wallace-Filmen auftrat. Zudem in keinem Vohrer-Film.
Beiger hat wie viele andere Wallace-Stars ein ganz bestimmtes Image. Er ist immer ein kleiner Verbrecher, jenseits des Guten. Typisch dafür sind seine Rollen im Frosch und im Fälscher.
Warum man ihn nach dem Fälscher nicht mehr eingesetzt hat, ist mir rätselhaft. Aber vielleicht wollte er ja auch selber nicht mehr Wallace-Star sein. Sonst hätte er ja möglicherweise ja mal bei Brian Wallace mitgespielt.
Beiger verstarb übrigens 1996 in München.

Gruß, Ewok

Peitschenmönch Offline




Beiträge: 534

26.11.2005 01:46
#4 RE: Ulrich Beiger - Meinungen zum Schauspieler (6) Zitat · antworten

Noch eine Info zu seinem Filmschaffen:

Wie etliche andere Wallace-Stars (S. Schürenberg, E.F. Fürbringer, W. Peters, J. Hendriks, H. Drache, H. Leipnitz, H. Nielsen etc.) war Ulrich Beiger auch als Synchronsprecher tätig, wenn auch vergleichsweise selten. Mir ist er zuletzt als Sprecher in einigen Charlie Chan-Filmen aufgefallen, da wurde er im Abspann auch als 'Ulli Beiger' genannt.
Hat mir als Sprecher ebenfalls sehr gut gefallen.

Tom Offline



Beiträge: 739

26.11.2005 10:16
#5 RE: Ulrich Beiger - Meinungen zum Schauspieler (6) Zitat · antworten

Ulrich Beiger, einer der besten Bösewichte der ganzen Reihe. Mir ist er am besten in "Díe Bande des Schreckens" in Erinnerung geblieben. Einfach 'ne Klasse Leistung. Muss aber auch sagen, dass man ihn hätte ohne weiteres in anderen Wallace-Filmen zum Einsatz hätte bringen können. Leider aber nich passiert. Warum auch immer.

Dr.Stalletti Offline



Beiträge: 35

29.11.2005 09:01
#6 RE: Ulrich Beiger - Meinungen zum Schauspieler (6) Zitat · antworten

Ich hätte auch gedacht, daß Ulrich Beiger in mehr Filmen mitgespielt hätte. Er spielte immer unangenehme Zeitgenossen, böse und unglaublich schleimig. Früher dachte ich immer "Igitt, der schon wieder !", aber das zeigt doch eigentlich gute Schauspielkunst. Nie hat Kinski eine derartige Abneigung auslösen können, manchmal ist der ja schon eher eine Karikatur gewesen.
Am besten fand ich Beiger in "Die Bande des Schreckens". Auch in dem Ami-Schinken "Gesprengte Ketten" hat er gut so einen richtig fiesen Gestapo-Chef gemimt.
Im "Roten Kreis" war seine Rolle eine Fehlbesetzung, da hätte er lieber den Felix Marl spielen sollen, so wie er im Buch beschrieben wird, das wäre 1:1 rübergekommen.

fritz k Offline



Beiträge: 243

29.11.2005 13:09
#7 RE: Ulrich Beiger - Meinungen zum Schauspieler (6) Zitat · antworten

Hallo,
ich fand Ulrich Beiger auch am besten in "Die Bande des Schreckens". Daß er als potentieller Ehemann für Karin Dor in Konkurenz zu Fuchsberger auftritt, macht seine aufgesetzte gestelzte Freundlichkeit noch widerlicher und ihn in den Schlußszenen noch böser. In "Der rote Kreis" finde ich ihn auch genial besetzt, er wirkt da schon fast pädophil böse. Und auch in "Der Fälscher von London" spielt er seine Rolle als zugleich ehrgeiziger und korrupter Inspektor glänzend.
Einer der besten Schauspieler in den frühen Wallace-Filmen.

Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

29.11.2005 22:19
#8 RE: Ulrich Beiger - Meinungen zum Schauspieler (6) Zitat · antworten

Einer der besten Schurkendarsteller der Wallace-Filme, den ich aber auch gerne mal in einer sympathischen Rolle gesehen hätte. Am besten war er meiner Meinung nach in "Der Fälscher von London"!

ewok2003 Offline




Beiträge: 1.290

20.12.2005 21:51
#9 RE: Ulrich Beiger - Meinungen zum Schauspieler (6) Zitat · antworten

Ich habe mir gestern noch mal "Die Bande des Schreckens" angeschaut und dort insbesondere mal Ulrich Beiger genauer beobachtet.
Grandios gefällt er mir ja in der Szene mit Karin Dor alleine im Zimmer beim Golffestival. Zunächst steigert er sich ihr gegenüber in die gewünschte Ehe mit Dor rein, will dass sie ihn heiratet. Als dann jedoch der Scottland-Yard-Beamte eintritt lacht er laut los und wird in den nächster Minute wieder ernst, dreht sich wieder zu Dor und macht eine Androhung!
Wirklich klasse!
Schade, dass er solch gute schauspierische Qualitäten nicht wesentlich öfter in seinen Wallace-Filmen ausspielen konnte.


Gruß, Ewok

Blinde Jack Offline




Beiträge: 2.000

12.01.2007 21:28
#10 RE: Ulrich Beiger - Meinungen zum Schauspieler (6) Zitat · antworten

Schade das er nur wenige Wallace mitgedreht hat! Ein Meister seines Fachs!
mfg Dittmann

Blinde Jack Offline




Beiträge: 2.000

16.12.2007 19:26
#11 RE: Ulrich Beiger - Meinungen zum Schauspieler (6) Zitat · antworten

er meistert seine rollen perfekt, aber in späteren EW verfilmungen kann ich ihhn mir nicht vorstellen!

Grunge - The best Musicstyle ever...

Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

27.12.2007 21:09
#12 RE: Ulrich Beiger - Meinungen zum Schauspieler (6) Zitat · antworten
Ein aussergewöhnlicher Darsteller,der mir besonders "hier herrlich diabolisch" in "Die Bande des Schreckens" (Es muß ein Ende nehmen,ein Ende.) gefällt. Auch seine Auftritte in "Der Frosch mit der Maske" (Aus mir kriegt ihr nicht's raus!),"Der rote Kreis" (Ich bin's nicht.) o. "Der Fälscher von London" (Sie ist es,das konnten wir feststellen.) sind perfekt. Es handelt sich hier um einen großen Künstler. Sein Auftritt als Unterstellter von Hans Reiser in "Gesprengte Ketten" ist zwar kurz aber gut!

Sehenswerte Auftritte hatte er auch in "Bildnis einer Unbekannten","Max,der Taschendieb","Melissa","Percy Stuart" o. "Fluchtweg St.Pauli - Großalarm für die Davidswache". Er war auch als Synchronsprecher tätig sowie als Sprecher von Hörspielproduktionen. Ein sympathischer Darsteller,den wohl viele gerne sehen!

Auf http://www.steffi-line.de gibt es viel Wissenswertes über ihn zu erfahren!
RialtoExklusiv Offline



Beiträge: 37

13.01.2008 12:37
#13 RE: Ulrich Beiger - Meinungen zum Schauspieler (6) Zitat · antworten

Ulrich Beiger hat man die Rolle als Bösewicht immer abgenommen, das war schon sehr glaubhaft.
Vorallem aber, hatte er eine markante Stimmt, welche zu all seinen Rollen gepasst hat!
Beiger steht bei mir in der Rangliste noch vor Brockmann oder Eppler!

Tarzan Offline



Beiträge: 855

24.12.2016 16:00
#14 RE: Ulrich Beiger - Meinungen zum Schauspieler (6) Zitat · antworten

Ulrich Beiger zählt – sicher nicht nur für mich – zu den beliebtesten Gesichtern der frühen Rialto Edgar-Wallace-Filmen. Über ihn ist leider bislang nicht so viel in diesem Forum geschrieben worden. Das soll hier zu Weihnachten ein bisschen geändert werden. Zumal Ulrich Beiger für mich zu den Wallace-Schauspielern zählt, die ich auf der Bühne live gesehen habe (in der Kleinen Komödie München in DREI MÄNNER IM SCHNEE).

Betrachten wir einmal zwei Filme von ihm aus seiner Vor-Wallace-Zeit näher. 1954 spielt Beiger in dem Operettenfilm CLIVIA (Regie: Karl Anton). Er gibt dort den eifersüchtigen Liebhaber und Buffo-Partner Herta Staals auf Mallorca. „Es ist gar nicht so einfach auf einem störrischen spanischen Esel zu reiten und dabei wohlgeformte Dialoge zu sprechen,“ meint er im Pressetext des Films. Beiger nennt sich selbst einen „komischen Bonvivant“ und ist vorgesehen später einmal die Nachfolge des unvergesslichen „graziösen Dicken“, Will Dohms, anzutreten. Seine joviale humorige Art, und die Schlagfertigkeit seines wachen Verstandes, machen ihn zu einem jener eleganten Komiker, die ihre Rolle stets aus den Bezirken eines reinen Klamauks auf die gemütvolle Ebene einer echten Humorigkeit zu stellen verstehen.

Sein Werdegang als Schauspieler ist nicht alltäglich. Als Sohn französischer Eltern in München geboren, studiert er zunächst einmal Zeitungswissenschaft. Aber gerade als er eine Volontärstelle bei einer großen deutschen Zeitung antreten will, bringt ihn ein guter Freund zu dem berühmten Schauspieler-Pädagogen Kutscher, dessen faszinierenden musischen Beschwörungskünsten er sofort verfällt. Eines Tages sieht ihn Falkenberg und stellt ihn in dem Bühnenstück von Sherwood, DIE ANDERE SEITE, auf die Studiobühne. Nach seiner ersten Rolle in MARIA STUART an den Münchner Kammerspielen und als dekadenter Adliger in Lopo de Vegas schwerloser Komödie WAS KAM DENN DA INS HAUS, wird er Regie-Assistent bei Falkenberg und dringt dort unter Anleitung dieses großartigen Theaterfachmannes in alle Geheimnisse der Dramaturgie, vor allem aber auch der Regie ein. Von dort her rührt sein beachtliches Wissen um die Eigengesetzlichkeit der Formgestaltung, eine Tatsache, die später immer wieder der eigenen Rollenformung zugutekommt, wenn es gilt, eine wichtige Chargenrolle in großer Ensemblebesetzung einer profilierten Charakterstudie zu machen. Er spielt mit Heidemarie Hatheyer, Käthe Dorsch, Ilse Werner, Herta Feiler und in CYPRIENNE mit Käthe Gold zusammen, um im Bayerischen Staatstheater in Lenz‘ SOLDATEN einen Bösewicht darzustellen, der die ganze Skala seiner schauspielerischen Interpretationskunst offenbart. Sein Wunsch ist und bleibt in einer verantwortungsvollen Aufgabe einmal Regie führen zu können und jene Rolle zu erhalten, die seiner Eigenschaft als anspruchsvoller „komischer Bonvivant“ im Stil der Comedia d’elle Arte gerecht wird, oder aber in einem modernen Stück, beispielsweise den Journalisten in dem bekannten Bühnen-Thriller DIE IST NICHT VON GESTERN, den er neben Speelmanns mit großem Erfolg in München auf die Bretter legte.

Sein größter Eindruck bei CLIVIA aber war, als er bei einem Nachtflug nach Mallorca zu den Aufnahmen die große Kathedrale von Palma, vom Scheinwerferlicht angestrahlt, unter dem sternglänzenden Samthimmel der Balearen unter sich liegen sah. Ein Eindruck, der ihn mit unwiderstehlicher schauspielerischer Vehemenz inspirierte, seinem eifersüchtigen südländischen Kapellmeister, den er hier zu verkörpern hat, in bester Buffo-Laune, jenes innere und äußere Gewicht zu geben, das er für seine Rollen stets von Haus aus mitzubringen pflegt.

Drei Jahre nach CLIVIA ist Ulrich Beiger als „Prinz Ali Hussni“ in EL HAKIM (Regie: Rolf Thiele) zu sehen. Unter der Überschrift „Komiker müssen kluge Menschen sein“ wird über ihn berichtet: „Man kann nicht kräftig über ihn lachen, - wenn es auch gelegentlich vorkommen mag, - er ist und bleibt ein Meister des Schmunzelns, - und diese Tatsache spricht fraglos für Ulrich Beiger, jenen Vollblutkomödianten, der Klamauk und Klamotte kategorisch ablehnt.- Anfangs wollte er Journalist werden (Ulrich Beiger kam am 26. August 1918 in München als Sohn eines Arztes zur Welt) und die Eltern, beide französischer Abstammung, hatten nichts dagegen. Schon während der ersten Semester seines zeitungswissenschaftlichen Studiums schrieb er Kriminalromane, die gallischen Humor und Esprit widerspiegelten. Im theaterwissenschaftlichen Seminar von Professor Kutscher, das er gelegentlich besuchte, entdeckte ihn dann eines Tages Otto Falckenberg und engagierte den schwach Protestierenden vom Fleck weg für die Münchner Kammerspiele. Zuerst war er nur Regieassistent für fünfzig Mark Gage im Monat, bald vertrat er bei Proben abwesende Darsteller – und plötzlich war er ,ganz da‘, ein geist- und temperamentvoller Schauspieler, der am liebsten in einem Stück in verschiedenen Rollen auftrat, ein Künstler, der aus seiner reichen Menschlichkeit schöpfte. ,Ich blieb von 1937 bis 1947, - also bis zum Tode des großen Intendanten, bei Falckenberg‘, erzählt er. ,Es waren wundervolle Jahre‘. – Hernach ging Ulrich Beiger an die Kleine Komödie, gleichfalls in München, und hielt ihr ebenso die Treue, bis auf den heutigen Tag. Seine tiefe Liebe zur Schauspielerei und seine Abneigung gegen jedwede Schablonisierung und Verflachung der künstlerischen Eigenproduktivität brachten es mit sich, dass der vielfältig begabte Künstler auch Regie am Theater führt und jungen Leuten Schauspielunterricht gibt. ,Meiner Meinung nach muss man junge Leute für die Gegenwart und zugleich gegen sie erziehen, nur dann kann man dem „billigen Anzug von der Stange“ entgehen‘, meint Beiger nachdenklich. ,Auch jene Regisseure und Intendanten sind mir ein Gräuel, die nur sich und ihren Erfolg – und nicht mehr das Theater als Ganzen lieben‘. So bewundert er auch alle großen Komiker, ,denn sie müssen, um die tiefsten verborgenen Regungen der menschlichen Seele zu erfüllen, kluge Menschen sein!‘ ,Uli’s. (wie ihn seine Freunde nennen) ungezählte Bühnen- und Filmerfolge haben aus ihm keineswegs einen eitlen Geck gemacht. Er ist der zurückhaltend-liebenswürdige, ewig drahtige und humorvolle Mann geblieben, der er immer war. So fand er auch seine letzte Filmrolle in EL HAKIM ,wunderbar erregend‘, genau gesagt sind es zwei gänzlich verschiedene Typen, die er zu spielen hatte. Einmal ist er der cholerische, im Grunde unsichere und spontan großzügige Prinz Ali, der dem Hakim, dem angehenden, blutarmen ägyptischen Arzt Ibrahim hilft, zum anderen der bärtige Bootsbesitzer Husni, eine Figur, die zum Ausgangspunkt eines Lebensschicksals wird. ,Theater ist überhöhtes Leben‘, meint Ulrich Beiger, ,man muss beide kennen, dann weiß man erst, wo das Wahre und Richtige liegt‘.“

Zweimal Ulrich Beiger, die den Schauspieler etwas näher näherbringen. Einen Schauspieler, der keine Schablonisierung anstrebte, sondern Geist, Esprit und eine tiefe Liebe zu seinem Beruf offenbarte.

Reiner Boller (2016)

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