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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 76 mal aufgerufen
 Off-Topic
Benny Offline




Beiträge: 2.451

24.04.2004 10:38
Jackie Chan und Taiwan Zitat · antworten

Jackie Chan in Taiwan verboten

DDP bedeutet "Demokratische Fortschrittspartei". Doch was sich die Fraktion um den neu gewählten Präsidenten Chen Shui-ban da ausgedacht hat, klingt schwer nach Mittelalter.

Denn kaum, dass einer Kritik an der ach, so fortschrittlichen Demokratie äußert, wird er gleich mit Arbeits- und Einreiseverbot abgestraft. So geschehen im Fall von Jackie Chan. Der hatte sich doch glatt erdreistet, die Wiederwahl von Präsident Shui-ban im März als "größten Witz aller Zeiten" zu bezeichnen.

Der Martial Arts-Star hatte die Worte kaum gesprochen, da machte sich Partei-Senior Parris Change für folgenden Maßnahmenkatalog stark: Chans neues Werk "In 80 Tagen um die Welt" darf in Taiwan nicht gezeigt werden, der Filmstar darf das Land nicht mehr betreten und die Bevölkerung wird aufgerufen, Produkte aus Chans Heimatland Hongkong ab sofort zu boykottieren!

Vom Recht auf freie Meinungsäußerung scheint der Partei-Veteran also nicht viel zu halten. Schließlich hatten die Umstände von Shui-bans Wiederwahl tatsächlich weltweit für Stirnrunzeln gesorgt:

Bananenrepublik

Seine Partei war mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,2 Prozent als Sieger aus der Wahl hervorgegangen - umgerechnet 30.000 Stimmen von 12,9 Millionen. Nach der Auszählung ging eine halbe Million Menschen aus Protest auf die Straße. Einer der Vorwürfe, den auch die Oppositionspartei um Herausforderer Lien Chan erhob: Amtsinhaber und Spitzenkandidat Shui-ban habe das Attentat, bei dem er einen Tag vor der Wahl leicht verletzt wurde, selbst inszeniert - um Stimmen zu gewinnen.

Ein Hauptstreitpunkt zwischen den Parteien ist dabei das Verhältnis zu China: Die kommunistische Führung der Volksrepublik sieht Taiwan als abtrünnige Provinz an. Der wiedergewählte Präsident Shui-ban steht für Distanz zu Peking, die Opposition fährt eher einen Kurs der Annäherung. Nach dem Aufruhr um die Wahl kamen aus Peking deutliche Worte, aus denen erstmals sogar die Möglichkeit eines chinesischen Einmarschs in Taiwan durchklang - "sollte die Situation außer Kontrolle geraten."

Dass die gespannte Lage eine derartige Reaktion auf die Äußerungen eines Schauspielers vielleicht trotzdem nicht rechtfertigt, sahen dann doch auch einige Parteikollegen des Wortführers gegen Chan so und meldeten leise Bedenken an. Außerdem bestrafe man mit dem Verbot des Films ja nicht nur den Lautsprecher aus Hongkong, sondern auch seine unbeteiligten Kollegen Arnold Schwarzenegger, Jim Broadbent und Johnny Knoxville.

Taipeh, 23.04.2004

Sachen gibts auf dieser ach so fortschrittlichen Welt...
Gruß
Benny

Dirk Offline



Beiträge: 2.788

24.04.2004 14:21
#2 RE:Jackie Chan und Taiwan Zitat · antworten

Mir fehlen die Worte...

Gruß
Dirk

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