Zitat von Daniel86 im Beitrag #8Und was sind die "bekannten Macken"?
Teilweise Nutzung deutscher/geschnittener Master ohne O-Ton; fehlerhafte Tonspuren (asynchron angelegt, bei ungekürzten/längeren Bildfassungen oft unsauber geschnitten, Lautstärkeschwankungen, schlechter Sound - eben wegen Nutzung von Privatmaterial, obwohl es besser erhaltenes Material gäbe); zumindest teilweise Ignorieren von Beschwerden (mein Favorit: die OmU-VÖ "The Pale Horse", wo in der letzten Minute der Ton bis zum Schluß komplett aussetzt)
Zu den "Simon Templar"-Spielfilmen und der "Geisterkomödie" lieferte ich die Tonspuren; es gab kein Belegexemplar, noch nicht mal ein ordinäres Danke.
Und was mich wirklich extrem geärgert hat: "Danger Man" und "Der Baron". Bei ersterem verfüge ich über eine deutsche Folge, die auf den bisherigen VÖ fehlte und die ich am Tag der Ankündigung direkt anbot. Die Antwort (mehrere Monate VOR dem Erscheinungstermin): "Sorry, zu spät, die DVDs sind längst fertig." Von wegen, man wollte nur nicht (über die Menü-Programmierung hinaus) nochmal ans Authoring ran. Und wenn die DVDs am Tage der Ankündigung schon fertig sind, hat man definitiv vorher nicht recherchiert, denn die Problematik der Fehlfolge war bekannt. Eine simple Gogle-Suche hätte direkt ins Synchronforum geführt. Und dann "Der Baron": Von mir im Pidax-Forum angeboten (vollständige Mittschnitte von 7 Folgen + Kinofilm), abgebügelt worden mit "Kommt definitiv nicht bei uns." Aber als dann die Folgen alle in der Tube standen (allerdings in deutlich schlechterer Qualität und mit abgeschnittenem Anfang) kam die Serie dann doch bei Pidax, mit exakt diesen Tonspuren.
Man mag mir deshalb nachsehen, daß ich diesem Label eher skeptisch gegenüberstehe und nur aus Mangel an Alternativen bei denen kaufe.
Bei 52 Folgen + Special auf gerade mal 5 BDs würde ich eher mit SD on BD rechnen. Neusynchros gibt es mit Sicherheit nicht, und wenn die alten Synchros der 6 betreffenden Folgen tatsächlich aufbereitet werden konnten, wäre die kürzliche OmU-Box eine ziemliche A…lochnummer.
Abgesehen von den bekannten „Macken“ häufen sich da in letzter Zeit die Authoring-Fehler. Anscheinend sind Nachpressungen billiger als eine gescheite Qualitätskontrolle.
„Der Würger“ mit Lugosi (in der Erstsynchro) landete wenigstens noch bei Anolis…
Wobei ich hoffe, daß man beim "Tuch" tatsächlich auf eine Vorkriegsausgabe als Grundlage zurückgegriffen und nicht einfach die Gregor Müller-Verstümmelung mit der Scherz-Übersetzung aufgefüllt hat. Der "Frosch" wurde ja glücklicherweise nie ein Opfer dieser Barbarei und war nur minimal gekürzt.
Und diesmal wohl tatsächlich ungekürzt, die deutsche Erstübersetzung von Alma Johanna König wurde komplett mit dem Original abgeglichen und die fehlenden Passagen ergänzt. Tja, und was sind schon 25€ - bei dem Gegenwert?
Zitat von eastmancolor im Beitrag #25Bei Al Mundy hat sie sich nicht selbst gesprochen. Da hat sie ne ganz bekannte Synchronstimme gehabt, leider weiß ich den Namen nicht. Ich glaube nicht das Dor sich selbst synchronisiert hat, weil sie in dieser Zeit viel in USA war. Ich glaube nicht das sie wegen einer Folge, den Aufwand betrieben haben.
Bei "Al Mundy" wurde Karin Dor von Renate Danz gesprochen, umd beim "Chef" war es Heidi Treutler.
Da Vohrer im Quasi-Remake "Der Gorilla von Soho" allerdings eindeutig den Strauss-Charakter als Mörder des Flimmer-Fred-Charakters darstellt, kann man wohl davon ausgehen, daß die Thematik seinerzeit schon diskutiert wurde und er diesmal auf "Nummer Sicher" gehen wollte, um zumindest in diesem Punkt offene Fragen zu vermeiden.
Von Maritim gibt es sogar noch zwei weitere Folgen, „Der Unheimliche“ (ähnlich konfus wie „Das Gesicht im Dunkeln“) und „Der Banknotenfälscher“ (war okay, blieb aber nicht sonderlich im Gedächtnis).
Und zur Abwechslung mal ein paar Worte zur englischen "Konkurrenz", namentlich zu der Doppel-CD The Lost Plays. Enthalten sind drei schon etwas betagtere BBC-Produktionen:
Butter in a Lordly Dish (1956, dt. Legale Tricks) Die WDR-Produktion "Legale Tricks" von 2001 konnte mich nicht so ganz begeistern. Zu neuzeitlich-spartanisch und mit relativ farblosen Stimmen besetzt kam diese Deutschland-Premiere daher, obwohl man dem Sender immerhin guten Willen bescheinigen konnte, und auch das Skript schien mir etwas schwach auf der Brust. Zumindest letzteren Punkt konnte "Butter in a Lordly Dish" ausräumen, denn auch, wenn es immer noch eine eher durchschnittliche Arbeit von Agatha Christie ist, so wirkt das Original doch um einiges runder. Denn, oh Wunder, der WDR hat bei der Übersetzung an einigen Stellen die Schere angesetzt. Kann man dieses Vorgehen bei diversen Anspielungen auf die Handlungszeit (Post-WWII) noch nachvollziehen, so schadet es der Geschichte doch immens, daß eine kurze Unterhaltung Sir Lukes mit der Freundin seiner Frau, die seinen allgemeinen Hang zur Untreue thematisiert, gekappt wurde. Noch schwerer wiegt aber, daß auch im Finale einige durchaus nicht unbedeutende Hintergründe zur Garfield-Mordserie wegfielen und der Höhepunkt - verglichen mit dem Original - doch mehr als zahm inszeniert wurde. So ist in diesem Fall die BBC-Version der des WDR eindeutig vorzuziehen. Funfact am Rande - Neben Sir Luke gibt es im Original nur eine weitere männliche Sprechrolle, einen Gepäckträger am Bahnhof. Der Butler der Enderbys ist ein (ziemlich grantiges) Hausmädchen.
Personal Call (1960, dt. Die Stimme aus dem Grab) Bei "Personal Call" verhält es sich genau umgekehrt. Die deutsche Fassung leidet zwar unter einem schlechten Textbuch (hölzerne Dialoge, Kürzungen, Fehler, Zudichtungen) und ist recht spartanisch inszeniert, hat dafür aber fabelhafte Sprecher an Bord und erzeugt gerade in ihrem Minimalismus eine dichte Atmosphäre. Das Original hat nichts davon. Die Sprecher agieren heftig auf Tempo und lassen dem Zuhörer keine Zeit, die Dialoge wirken zu lassen, und gerade bei der wichtigen Rolle der Fay hat man mit Rice Bevan eine glatte Fehlbesetzung (oder eine grottige Regie) zu verbuchen, denn so gelangweilt-desinteressiert, wie die ihre Texte runterleiert, glaubt man keine Sekunde an eine "Stimme aus dem Grab". Dazu kommt noch eine absolut lausige Effektarbeit, die in der deutschen Fassung deutlich besser gelöst wurde. Ein heiteres Grinsen bleibt allenfalls noch für Barbara Lotts Darbietung als Pam, da sie mit einem sehr dick aufgetragenen schottischen Akzent agiert (den hatte sie bei "Butter in a Lordly Dish" nicht) sowie den sehr heftigen Cockney-Dialekt von Vivienne Chatterton als Mrs. Lamb. Netterweise kann der in englischen Dialekten nicht ganz so bewanderte Zuhörer sich übrigens auch eine PDF mit dem Skript ausdrucken, die sich auf der CD befindet (und die offenbart, daß Christie für die Dinnerparty am Anfang sogar 3 Seiten "Hintergrunddialog" verfaßt hat, aber auch, daß die Senderredaktion schon im Original einige Dialoge herausgestrichen hat). Dennoch tritt hier einmal der seltene Fall ein, daß die deutsche Fassung besser ist.
Murder in the Mews (1955, keine dt. Fassung) Dieses Poirot-Abenteuer hat es da etwas leichter, denn davon gibt es keine deutsche (Hörspiel-)Version. Hier handelt es sich um eine patente, auf den damaligen Standards produzierte Umsetzung der gleichnamigen Novelle (für eine Kurzgeschichte ist sie doch recht lang) mit guten Sprechern, wobei es ungewohnt ist, Poirot ohne Akzent agieren zu hören. Mit Alan Cuthbertson als Charles Laverton-West ist sogar ein Schauspieler dabei, den man auch hierzulande vom Ansehen her kennen könnte, war er doch in so ziemlich allen Krimiserien von den britischen Inseln mal in Gastrollen zu sehen. Auch hier befindet sich das Skript im PDF-Format als Bonus auf der CD, allerdings ist der Scan (dritte oder vierte Generation Fotokopie) oft seitenweise unlesbar, so daß man lediglich entnehmen kann, daß auch hier offenbar von der Redaktion noch kürzend eingegriffen wurde.
Weiterhin gibt es als Bonus noch diverse O-Töne von Agatha Christie herself, jeweils von einem Kommentator anmoderiert, sowie ein sehr ausführliches Interview mit Ian Whittaker, der als Jugendlicher bei "Murder in the Mews" in der Rolle des Freddie Hogg zu hören ist.
Fazit: Diese Doppel-CD bietet ein mehr als schönes Gesamtpaket für den passionierten AC-Fan, auch wenn nicht alle Beiträge gleich überzeugen. Definitiv eine lohnende Ergänzung zu den deutschen Boxen.
Im letzten Augenblick (DDR 1977) Das einzige mir bekannte Hörspiel nach einer Vorlage von Agatha Christie, das in der DDR entstand. Und die Voraussetzungen waren gar nicht mal schlecht. Die Vorlage war gut gewählt (wem der Titel spontan nichts sagt - es handelt sich um "Philomel Cottage", hierzulande bekannter als "Villa bzw. Haus Nachtigall"), die Sprecherbesetzung war mehr als ordentlich und die Regie lag bei Klaus Zippel ebenfalls in bewährten Händen. Einmal mehr erwies sich leider der Bearbeitungsansatz als Problem. Bearbeiter Horst Angermüller schrieb ein reines Dialog-Spielbuch ohne Erzähler, so daß das Hörspiel komplett ohne die inneren Konflikte und emotionalen Wechselbäder der Hauptfigur auskommen muß und so rein über die Dialoge abläuft. Einiges funktioniert dabei recht gut (der Gärtner, der von einer nervigen Nachbarin begleitet wird; Dick Windyfords Freund), aber gerade zum Höhepunkt, wenn sich das Geschehen zuspitzt, passiert doch vieles einfach zu unvermittelt und aus heiterem Himmel (das Telefonat mit dem "Schlachter", Alix' "Märchen"), so daß man sich bei Nichtkenntnis der Kurzgeschichte vermutlich fragt, was da gerade vor sich geht. Und nach nicht einmal 23 Minuten erreichen wir schon die Zielkurve, wo das Dialogbuch dann wenigstens dem Titel des Hörspiels gerecht wird. Schade, da wäre sicher mehr gegangen, wie etwa zwei amerikanische Bearbeitungen für die klassische Hörspielserie "Suspense" zeigen. Die erste Fassung von 1943 (mit Orson Welles und Geraldine Fitzgerald) setzte gekonnt einen "über den Dingen stehenden" Erzähler ein, während die zweite Aufnahme von 1946 (mit Lilly Palmer) gar Alix selbst zur Ich-Erzählerin machte (was dann zugegebenermaßen gelegentlich ins reine Hörbuch abdriftete). Beides waren bessere Ansätze als der hier verfolgte, und auch 5-10 Minuten mehr Spielzeit hätten sicher nicht geschadet.
An den Sprechern liegt es nicht, die machen ihre Arbeit ordentlich, auch wenn sie außerhalb der DDR kaum jemand kennen dürfte. Daher erlaube ich mir mal, hier die Besetzung anzuführen:
Alix Martin - Ingrid Weingarten Gerald Martin - Alfred Struwe Dick Windyford - Friedhelm Eberle Harry Dean - Dieter Bellmann George - Max Bernhardt Mrs. Hopkins - Annemarie Collin Wirt - Immo Zielke Polizist - Walter Jäckel
Schlecht ist das Hörspiel nicht, aber eben auch nicht mehr als durchschnittlich. Leider wurde der YT-Upload von den Copyright-Hütern sehr schnell aufgespürt und gelöscht, so daß man eh nur schwer in den Genuß kommt.
Letztes Jahr wurde zumindest die Tonspur von "The Second Stain", Cushings erster Folge, entdeckt. Es war auch die Rede davon, diese in restaurierter Form (wie auch immer die aussehen mag) zugänglich zu machen, aber bisher habe ich leider nichts mehr davon gehört.
Man hätte sich besser die alberne Schießprothese gespart und Havelock (wie im Buch!) zusammenbrechen lassen. Und Staletti hätte sich - nach dem Einsturz seiner Luftschlösser - selbst richten können.
Zitat von Edgar007 im Beitrag #111Ausgerechnet DAR WIRTSHAUS VON DARTMOOR finde ich als einen der drei schlechtesten Romane von Victor Gunn. Habe ihn erst beim dritten Anlauf bis zum Ende geschafft. Den Film finde ich aber gut - nicht zuletzt wegen der tollen Schauspieler
Da gehe ich sogar mit, Gunn hat weit besseres geschrieben. Vermutlich hat hier der griffige Titel das Rennen gemacht. Ich hätte jetzt eher zu "Im Nebel verschwunden", "Die Treppe zum Nichts" oder "Die geheimnisvolle Blondine" (da hätte es sogar einen Killer in verschiedenen Kostümierungen gegeben) als Vorlage geraten.
Zitat von Blacky81 im Beitrag #106Toller, atmosphärischer Wallace-Epigone der an dem fehlenden Regietalent von Zehetgruber leidet. Was hätte der Film unter der Leitung eines Franz-Joseph Gottlieb, Jürgen Roland oder Helmuth Ashley für Potential gehabt?
Der Film leidet eher daran, daß er mit der Vorlage (die das Potential zu einer Serie durchaus hatte) viel zu, hüstel, frei umgeht. Als Freund von Gunns Büchern kann ich ihm so gar nichts abgewinnen.