Krass - One (1-Festival) wird eingestellt. Der fast einzige Sender wo ich hin und wieder mal Filme aufgezeichnet und auch archivert habe. Und "Gähn" Neo soll ein Ersatz sein, langweiliges uninteressantes Nebel-Programm pur. Das lineare TV schafft sich selbst ab. https://www.sueddeutsche.de/medien/ard-z...-one-li.3442951
Ja, das bleibt nur zu hoffen. Beim ZDF-Theaterkanal, wunderbare Stücke auf hohem Niveau, sollte ja auch was übernommen werden. Man darf weiter hoffen ...
Zitat von Havi17 im Beitrag #1Das lineare TV schafft sich selbst ab.
Die Formulierung ist in dem Fall wortwörtlich zu nehmen. Hier wird ja der Reformstaatsvertrag umgesetzt. Der hatte vorgeschrieben, die Zahl der linearen TV-Sender zu reduzieren. Neo wird fortan gemeinsam von ARD und ZDF betrieben.
Aus genanntem Hintergrund sicher nachvollziehbar, aber trotzdem bedauerlich, weil dort die letzten Jahre reglmäßig Serien-Klassiker wie "Drei Engel für Charlie", "Hart aber herzlich", "Rockford", "Straßen von San Francisco", aber auch deutsche Krimiserien wie "Hamburg Transit" ausgestrahlt wurden. Habe dadurch die ein oder andere der genannten Serien für mich entdecken können. Wäre schön, wenn diese Sparte im gemeinsamen Neo-Sender aufrechterhalten bleiben könnte.
Zitat von Ray im Beitrag #5Aus genanntem Hintergrund sicher nachvollziehbar, aber trotzdem bedauerlich, weil dort die letzten Jahre reglmäßig Serien-Klassiker wie "Drei Engel für Charlie", "Hart aber herzlich", "Rockford", "Straßen von San Francisco", aber auch deutsche Krimiserien wie "Hamburg Transit" ausgestrahlt wurden. Habe dadurch die ein oder andere der genannten Serien für mich entdecken können. Wäre schön, wenn diese Sparte im gemeinsamen Neo-Sender aufrechterhalten bleiben könnte.
Die Hoffnung teile ich ehrlich gesagt nur zu einem kleinen Teil. Sowohl "One" als auch "Neo" sind von ihren Sendern ursprünglich ja als Sender für eine Zielgruppe von etwa 25- bis 49 an den Start geschickt worden. Neo hat das zeitweise eingehalten, indem man mutige, kleine Serienprojekte und Experimente wie "Kessler ist …" oder "Das Kneipenquiz" produzierte. Sogar (mittlerweile) relativ zentrale ZDF-Formate wie "Bares für Rares" und Böhmermann sind ursprünglich bei ZDFneo an den Start gegangen - wobei man schon bei Horst Lichter über die Zielgruppe streiten kann. Unter diesen Eigenproduktionen waren viele Sachen, die prämiert wurden und tatsächlich einige Sachen, die ich persönlich super fand - "Komm schon", "Die Snobs", "Bad Banks", (nicht vollständig gelungen: "Eichwald, MdB), "Kessler ist..." und andere. Selbst "gescheiterte" Experimente wie "Stuckrad Late Night" waren unterhaltsam und trauten sich etwas, was man im Hauptprogramm vermisste. Das große Problem war aber natürlich, dass man damit kein Vollprogramm füllen kann. Und genau darin liegt der Punkt begründet, warum ZDFneo irgendwann dazu übergangen ist, Kult-Serien zu wiederholen. Bei der Original-Star Trek-Serie erfolgte hier die TV-Erstausstrahlung der restaurierten Fassung und brachte starke Quoten. Auch Magnum und Wickie laufen oder liefen da mal. Deswegen vermute ich ehrlich gesagt eher, dass man so viele Wiederholungen von Fremdproduktionen oder ZDF-Formaten aus dem Programm werfen wird, dass die Eigenproduktionen von "One" ihren Platz finden. Da weiß ich ehrlich gesagt aber gar nicht, was es da in den letzten Jahren gab. Scheinbar war "One" da bei Eigenproduktionen eher im Reportage- und Dokumentar-Bereich unterwegs als bei Serien und Filmen. "Das Institut – Oase des Scheiterns" ist beispielsweise eine Serie, die ich in der Erinnerung immer bei ZDFneo verortet hätte, die aber tatsächlich von der ARD kam - allerdings nicht etwa von "One", sondern von BR, NDR und WDR, die sie auch in ihren Landesprogrammen ausstrahlten. So etwas hätte künftig natürlich eher einen Platz bei dem neuen "OneNeo"-Kanal. Meine größte Hoffnung ist daher, dass sowohl "One" als auch "Neo" die Anzahl ihrer Eigenproduktionen gar nicht herunterfahren, sondern nur in einem Programm bündeln. Dann gäbe es aber natürlich kaum Sendeplätze für 70s-Serien. Da wäre mein persönlicher Wunsch auch eher, dass man die Sachen vermehrt auch für die Mediathek einkauft. Aktuell liegt meines Wissens nur "Petrocelli" dort. "Magnum", "Hart aber herzlich" und Co dürften noch zu attraktiv für Streaminganbieter sein, so dass weder ZDF noch ARD da die Lizenzen so günstig hinterhergeworfen bekommen wie für Ausstrahlungen im linearen TV. Wenn am Ende weiter alte Serien wiederholt würden, hieße das, dass "One" und/oder "Neo" die Eigenproduktionen massiv zurückfährt und das wäre für den Mediennachwuchs in diesem Land die schlechteste aller möglichen Nachrichten.
Stimmt, das weiß ich auch noch, das war der ursprüngliche Plan mit One (bzw. Eins Festival) und ZDFneo. Die sollten ein jüngeres Publikum ansprechen. Wobei der SWR das vor langer Zeit schon merkte, dass das nicht klappte und hat mit Eins Plus ja versucht, einen anderen Sender jünger zu machen - das heutige "funk". Wie dem auch sei - gegen eine Zusammenlegung von One und Neo ist, finde ich, grundsätzlich nichts einzuwenden, es kommt nur darauf an, wie dieses neue "neo - von ARD & ZDF" dann gestaltet wird. Die Eigenproduktionen von One und ZDFneo können ja übernommen werden. Wenn das nun aber eher Dokus und Reportagen sind, passen die vielleicht aber eher auf den neuen Infokanal oder auf Phoenix. Bei Wiederholungen alter ARD/ZDF-Serien und von Fremdproduktionen, die sonst nirgendwo zu sehen sind, wäre es natürlich schade, wennn diese aus dem Free-TV verschwinden.
ZDFneo hat ja in den letzten Jahren auch an Feiertagen einige Edgar-Wallace-Filme gezeigt. Mal sehen, ob das neue Neo das auch noch macht. Wobei es hier genug andere Sender gäbe, die die stattdessen zeigen könnten.
Sinnvoll finde ich es auf jeden Fall, bei den Informationssendern zusammenzulegen. Ein einziger Info- und Dokukanal, zusammen von ARD und ZDF, genügt. Ich verstehe nur nicht, warum hier nicht tagesschau24, ZDFinfo und Phoenix entsprechend zusammengelegt werden. Stattdessen will man ja Phoenix und "info - von ARD & ZDF" weiterführen und Alpha streichen.
ZDT Theater wurde abgeschafft in ZDF Kultur. Dieser Ersatz soll die Jugend ansprechen. Auf ZDF Kultur liefen herausragende kulturelle Schätzchen, bei ZDF Kultur nichts davon :
Ich finde auch, daß ZDF.Kultur für uns ziemlich uniteressant ist, im Vergleich zum vorherigen Theater-Kanal, traurig, aber was soll man machen. Heute wird ja so gut wie alles als Kultur verkauft. Uns bleibt wenigstens noch Arte und 3sat. https://www.tamino-klassikforum.at/index...-in-zdf-kultur/
Die Marke „ZDFkultur“ existiert seit 2016 nicht mehr als eigenständiger linearer Fernsehsender. Die damalige Einstellung erfolgte aufgrund zu geringer Reichweiten, um stattdessen ein Online-Angebot (Teil von funk) zu schaffen, hieß es... https://www.spiegel.de/kultur/tv/zdfkult...n-a-884964.html
ZDF heute, wie ich einfach konstatieren muss, eine kulturelle Abwärtsspirale ins Nichts.
Ich glaube Aussagen zu tollen Zusammenlegungen nicht (mehr) und dass die wirklich guten Filme und Beiträge aus One im kulturellen Abwärts des ZDF Platz keinen finden werden.
Doch ich bin sicher es werden weiter Kosten gespart und das bei gigantischen Einnahmen, so hoch wie nie zuvor. Die Frage ist nur was ist diesem Sender so viel wichtiger und wo landen diese ...
Zitat von Havi17 im Beitrag #8Ich glaube Aussagen zu tollen Zusammenlegungen nicht (mehr) und dass die wirklich guten Filme und Beiträge aus One im kulturellen Abwärts des ZDF Platz keinen finden werden.
Die Zusammenlegungen wurden niemals als Verbesserungen oder als "toll" verkauft, sondern als Reaktion auf Einsparprozesse. Einige dieser Einsparungsprozesse sind extrem kurzfristig gedacht und werden am Ende wahrscheinlich wiederum teurere Nachwirkungen haben. Der WDR beispielsweise will das Produktionsgelände in Bocklemünd auflösen und müsste dann folglich für künftige Sendungen immer fremdanmieten. Bei der Konsolidierung auf dem Markt wird dort die Anzahl der Anbieter schrumpfen und die Kosten steigen. Gut möglich, dass man in 20 Jahren dann denkt "Mist, hätten wir mal die eigenen Studios behalten."
Zitat von Havi17 im Beitrag #8Doch ich bin sicher es werden weiter Kosten gespart und das bei gigantischen Einnahmen, so hoch wie nie zuvor. Die Frage ist nur was ist diesem Sender so viel wichtiger und wo landen diese ...
Die Inflation macht auch vor Produktionskosten nicht Halt. Selbst bei Beibehaltung des aktuellen Stands müssten die Rundfunkgebühren steigen und weil dafür in der Bevölkerung (zum Teil verständlicherweise) die Bereitschaft fehlt, müssen die Sender sparen. Bei den Produktionskosten selbst geht dies nicht mehr (es gibt Bereiche, wo die Honorare seit 10-20 Jahren gar nicht, bzw. kaum gestiegen sind), also muss man beim Angebot einsparen. Das trifft natürlich dann vor allem Nischenprogramme - und solche sind die Spartensender ja sogar laut eigener Benennung. Führt wahrscheinlich wieder (zu) weit weg, aber das ist eine ähnliche Diskussion wie bei den Steuereinnahmen. In absoluten Zahlen sind diese so hoch wie nie zuvor (und nur über diese sprechen konservative bis rechte Medien), aber in Relation kommt dann zum Vorschein, dass die Sozialausgaben beispielsweise 2002 bis 2022 nur 26 Prozent gestiegen sind (64 Prozent in der Schweiz, 83 Prozent in den USA, 126 Prozent in Polen, usw.), aber beispielsweise zwischen 2000 bis 2005 der Spitzensteuersatz schrittweise von 53 Prozent auf 42 Prozent gesenkt wurde und Kapitalerträge seit 2009 nicht mehr mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert werden. In absoluten Zahlen nimmt der Staat soviel ein wie nie zuvor, gleichzeitig gibt es Bevölkerungsgruppen, die (bei massiven Einkommenszugewinnen) prozentual immer weniger Steuern zahlen und ebenfalls prozentual wächst der Anteil der Ausgaben im Bereich der Sozialleistungen gar nicht - bzw. "nur" bei der Rente - und dort massiv. Wieder zurück zu den Einnahmen der Öffentlich-rechtlichen: Gemessen an der Entwicklung des Durchschnittseinkommens zeigt sich, dass die Belastung durch die Rundfunkgebühren für Haushalte über längere Zeiträume tendenziell sogar gesunken ist. Interessant in diesem Zusammenhang ist natürlich die jüngst gelaufene Volksabstimmung in der Schweiz zu den Rundfunkgebühren. Dort hat sich eine Mehrheit von über 60 Prozent gegen die Senkung der Rundfunkgebühren und die Befreiung von Unternehmen ausgesprochen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk damit klar gestärkt. In Deutschland wäre das undenkbar. Die Schweizer zahlen übrigens aktuell etwa 30 Euro im Monat, die Abstimmungsinitiatoren forderten eine Absenkung auf etwa 18,41 - und damit ziemlich exakt unseren aktuellen Satz.