Die Problematik ist inzwischen alt. Ich habe mit verschiedenen Menschen vom Fernsehen darüber schon gesprochen, telefoniert. Nachfolgendes kurzes Video bringt es auf den Punkt. Es gibt viele positive Beispiele. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben, es ist traurig und entsetzlich genug. https://streamable.com/z884hs 2 Tage gültig
Gruss
Havi17
Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt endlich wissen, was Frieden heißt (Jimi Hendrix)
Die Rüstungsindustrie ist eine der größten Gefährdungen der Menschheit. Albert Einstein
Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen. Albert Einstein
Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt endlich wissen, was Frieden heißt (Jimi Hendrix)
Die Rüstungsindustrie ist eine der größten Gefährdungen der Menschheit. Albert Einstein
Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen. Albert Einstein
Essentiell ist das Zitat: "Von meinem Ur-Beruf als Schauspielerin könnte ich unsere Familie nicht ernähren. Denn es gibt die Rollen für Frauen ab 50 schlichtweg nicht. Wird dann mal eine Frau mittleren Alters besetzt, dann vorrangig von etablierten Schauspielerinnen mit einem entsprechenden Bekanntheitsgrad. Wer also als junge Frau nicht die Julia gespielt hat, spielt als ältere Frau auch nicht Lady Macbeth." Fazit: Es gibt zu wenig Rollen für Frauen ab 50. Ich finde es ehrlich gesagt (vom Großteil der Menschen) aber etwas verlogen, diesen Zustand einerseits zu Anlässen wie diesem Interview oder der Situation älterer weiblicher Ex-Stars zu betrauern, andererseits dann aber die seichten Unterhaltungsproduktionen wie Vorabend-Serien oder Utta Danella und Co, die für eben jene Zielgruppe mit eben solchen Figuren produziert werden, dann für eine Kritik an der allgemeinen Qualität im Öffentlich-rechtlichen Fernsehen heranzuziehen. Damit meine ich jetzt nicht explizit Dich, Havi, aber da gibt es schon eine große Diskrepanz in der Wahrnehmung. Ich selbst habe mir angewöhnt keine großartige Kritik mehr an der Existenz von Vorabend-Kitsch, Volksmusikstadl und Co zu äußern, weil die Zielgruppen Ü50/Ü60 im Streaming und bei privaten Sendern gar nicht vorkommen und diese Sendungen (den Quoten zu Folge) sehr gut ankommen. Gerade (in meinen Augen verzichtbare) Sendungen wie das "Traumschiff" sind ja dafür bekannt gestrauchelte, wenig gebuchte, ältere Schauspieler nochmal auf die Mattscheibe zu holen. Wenn das geguckt wird, dann subventioniere ich das eben mit meinen Rundfunkgebühren. Die Älteren müssen ja auch FUNK, Fussball und Co finanzieren. Die Kernproblematik ist am Ende wohl, dass die Sender (auch die privaten sowie Streaming schließe ich da ein) meist um ein junges Publikum buhlen (obwohl Ü50 die deutlich größere und vor allem realistischere Zielgruppe ist) und daher tendenziell Geschichten von jungen Leuten erzählen (lassen). Wenn dann mal Midlife-Crisis-Geschichten und Co erzählt werden, dann in der Regel mit wirklichen Stars oder auf seichtem Niveau als Familienunterhaltung, indem auch noch junge Bezugspersonen und ihre Geschichten (oft mindestens gleichwertig) daneben gestellt werden. Die Problematik zieht sich ja bis in große Kinoproduktionen und die internationale Filmlandschaft. Außer Meryl Streep und einer handvoll anderer Schauspielerinnen sieht man in Hollywood-Produktionen kaum andere Gesichter in "älteren Rollen". Bei Filmreihen wie "James Bond" wird es dann extrem deutlich, dass Craig sogar in den letzten Jahren (in denen der Reihe bereits zuviel "Wokeness" bescheinigt wurde) die Love-Interests durch die Bank 11-18 (!) Jahre jünger waren als er und es eine riesige Nachricht war, als es mit Monica Bellucci einmal kurz eine Bond Girl in seiner eigenen Altersklasse gab. Es wäre ja bereits ein guter Beginn, wenn man einmal anfangen würde, Frauen-(Haupt)rollen in Filmen zumindest im gleichen Alter wie die männlichen (Haupt)rollen zu besetzen. Der Gast bestellt aber ja das Essen und so lange das Publikum (und darunter zum Großteil die älteren Männer) junge Schauspielerinnen sehen will, wird das wohl so fortbestehen. Fuchsberger und Dor trennten übrigens auch 11 Jahre, Baal war nochmals zwei Jahre jünger...
Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt endlich wissen, was Frieden heißt (Jimi Hendrix)
Die Rüstungsindustrie ist eine der größten Gefährdungen der Menschheit. Albert Einstein
Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen. Albert Einstein
Judy Winter erhält "Götz George Preis" für ihr Lebenswerk.
Der Götz George Preis, seit Juni 2018 ging an
- Karin Baal - Margit Carstensen - Peter Striebeck - Gudrun Ritter - Matthias Habich - Angela Winkler - Michael Mendl
Bei Karin Baal, Michael Mendl, gehe ich mit, ganz besonders bei Mattias Habich und Angela Winkler. Die anderen kenne ich zuwenig. Wow, das sind einfach Größen mit Haltung und Rückgrat.
Judy Winter, 64 Jahre auf der Bühne, Erhielt den Preis für ihre Lebensleistung. "In bin zufrieden, dass ich es geschafft habe ohne mich anzubiedern bei irgend jemanden den ich auch politisch verachte. Das ist vielen egal und sie brauchen die Rollen. Das hab ich nie getan, auch noch nicht als ich jung war"
Schon in den 60er und 70er Jahren hat sie Haltung bewahrt. Das sei ihr immer wichtig.
Ältere Schauspielerinnen und Schauspieler auszuzeichnen, das war der persönliche Wunsch von Götz George. "Es gibt immer weniger Rollen, die Bezahlung ist jetzt auch nicht so, dass man sich davon das schöne Häuschen am See locker leisten könnte. D.h. Altersarmut ist ein großes Thema. Je mehr man darauf den Spotlight richtet, desto wichtiger finde ich das".
Judy Winter passt genau zu den Größen wie Habich, Winkler, die ich kenne. Haltung, Rückgrat, kein anbiedern, einfach Klasse! Da fällt mir noch Adele Neuhauser ein. Als Kommissarin Bibi Fellner im "Wiener Tatort" biedere sich die 65-Jährige "bei niemanden an, sie wirft sich auch dem Publikum nicht an den Hals", so Jury-Mitglied Knut Elstermann.
Gut dass echte Leistung noch honoriert wird!
Gruss
Havi17
Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt endlich wissen, was Frieden heißt (Jimi Hendrix)
Die Rüstungsindustrie ist eine der größten Gefährdungen der Menschheit. Albert Einstein
Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen. Albert Einstein
"Es geht ihr wie vielen einst großen deutschen Schauspielern. Sie hat nur eine kleine Rente." Eine Pflegerin oder ein Seniorenheim könne sie sich nicht leisten, erzählt Schnitzler. https://web.de/magazine/unterhaltung/sta...lindet-41559910
Du arbeitest in deinem Beruf. Dann kommt eines Tages dein Chef und sagt : Du bist jetzt über 50 wir besetzen deine Stelle nicht mehr mit dir, kannst jetzt gehen. Früher sorgten Produzenten, Regisseure, Drehbuchautoren etc. dafür, dass alte Schauspieler noch eine Rolle bekamen die vom Drehbuchautor eigens so geschrieben wurde. Ja natürlich früher schrieben Drehbuchautoren noch die Geschichte für den Schauspieler der länger davor schon mit dem Regisseur ausgesucht wurde. Da gab es keine Produzenten die eigenmächtig pur nach Quotengesicht die Besetzung entschieden.
Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt endlich wissen, was Frieden heißt (Jimi Hendrix)
Die Rüstungsindustrie ist eine der größten Gefährdungen der Menschheit. Albert Einstein
Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen. Albert Einstein
Allerdings geht es hier doch um einen Fall, bei dem die Betroffenen selber (Gottschalk und seine Frau) eine Sache öffentlich gemacht werden; und die Informationen beruhen offenbar nur auf zitierten Aussagen der beiden. Oder ist dir bekannt, dass diese die Erklärungen später dementiert haben?
Ein Portal wie "web.de" mit "deutsche Presse" gleichzusetzen ist der erste Punkt wo es hakt und dann kann ich den "Eklig!"-Vorwurf auch nicht verstehen. Gottschalk und Frau geben der Bild (!!!) ein Interview und diverse Medien zitieren daraus. Ich finde ganz im Gegenteil, dass diese Presseberichte eher die Aufregung um seinen Bambi-Auftritt ein wenig "einfangen".
Dressler erinnert sich an ein Arbeiten ohne jeden Quotendruck. "Die Quote war überhaupt kein Thema. Wir wussten nicht, welche Quote wir hatten. Da war die Quotenmessung nicht am nächsten Morgen da, sondern erst mit 14 Tagen Verzug." Die Korrektive waren stattdessen Unterhaltungschefs, Programmdirektoren, Intendanten sowie die Presse. "Heute ist das anders. Wenn du heute bei einer Show einen Unterhaltungschef fragst, sagt er dir: 'Warte bis ich morgen die Quoten habe, dann sage ich dir, wie ich es fand'. Da gibt es keine spontane Meinung mehr. "
Aus einem ähnlichem Grund greife man bei Moderatoren immer mehr zu Leuten, die nicht anecken. "Zu Menschen, die eben leider nicht wie Thomas Gottschalk, Hella von Sinnen und Harald Schmidt eine bestimmte Persönlichkeit mit allen Ecken und Kanten haben. Man möchte sie ihnen abschleifen, wie den Menschen in der Werbung."
Gruss
Havi17
Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt endlich wissen, was Frieden heißt (Jimi Hendrix)
Die Rüstungsindustrie ist eine der größten Gefährdungen der Menschheit. Albert Einstein
Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen. Albert Einstein
Was für ein Mensch, ein Wort gerade das hier eine besondere Gewichtung erhält, auch für eine Generation die aus dieser Zeit stammt, wo es für die damals noch die meisten, fast eine Selbstverständlichkeit ist so zu denken und zu handeln wie er es tat. Selbstlos für die Menschen, nur für das Publikum. Ohne Stöpsel im Ohr, um ja alles Mainstreammäßig auszusprechen wie es heutzutage bei den PS leider üblich ist. Ohne Skript, live aus der Hüfte, so wie er es beim Radio wie viele andere von der Pieke auf gemacht hat. Ohne Allüren, ein "Hans Dampf in allen Gassen". Selbstlos auch seine Vorbilder wie H.J. Kulenkampf in Erwähnung bringend. Zuschauerzahlen, wie auch einst fast regelmäßig Heinz Schenk, wo man Jahre später mit der üblichen Sicht von heute einfach nur rätselt, wie kann dieser Mann nur 20 Millionen Zuschauer erreichen. Die Antwort ist zu einfach, das Intellektuelle überhaupt darauf kommen können. Er ist authentisch ein Mensch wie Du und ich. Kein Ami Starwesen in Glanz und Glitter. Der Mann von nebenan. All das nimmt man wahr, wenn man heutzutage diese Gabe noch hat, wenn man das Interview durch Günther Jauch (Stelle 1h12) sieht. Und wie unendlich peinlich die Schmach, was die wirklich kranken Mainstreammedien diesem kranken Menschn angedichtet haben Igitt. Diese Show, eine Hommage an Thomas Gottschalk. ZDF, bei den Öffentlich Rechtliche PS, welchen er die Quoten bescherte, keine Spur eines Ansatzes. (Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen) Letzter Prominenter Wechsel zu den Privaten, Elton. Was soll man über degenerierte Strukturen bei den ÖR noch weitere Worte verlieren. Zurück zu den Menschen, Thomas Gottschalk kann man nicht anderes als ein Entertainer nennen. Der Letzte seiner Art, übrig bleiben Wissenskönigmoderatoren und mit den richtigen Ansätzen noch ein Mensch der Menschannähe sucht, Kai Pflaune. Auch hier das gleiche Spiel, enorme Zuschauerzahlen. Doch vielleicht ist das ja garnicht mehr so gewollt und gar Absicht, nicht mehr viele Menschen zusammenzubringen. Man stelle sich nurmal vor diese würden gemeinsam zu denken anfangen, zu reden, nicht auszudenken.
Gruss
Havi17
Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt endlich wissen, was Frieden heißt (Jimi Hendrix)
Die Rüstungsindustrie ist eine der größten Gefährdungen der Menschheit. Albert Einstein
Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen. Albert Einstein
In den vergangenen Jahren haben sich vermehrt "Tagesschau"- und "Tagesthemen"-Moderatoren dazu entschieden, das ARD-Nachrichtenflaggschiff zu verlassen und stattdessen zu einem privaten Anbieter zu wechseln. Zahlreiche ehemalige "Tagesschau"- bzw. "Tagesthemen"-Moderatoren sind in den vergangenen Jahren z.B. zur privaten Konkurrenz abgewandert: Patrik Baab, Alexander Teske, schrieben auch Bücher darüber. Marc Bator ging zu Sat.1, Linda Zervakis wechselte zu ProSieben und Pinar Atalay zog es zu RTL. Der jüngste prominente Abschied war jener von Constantin Schreiber: Im Mai verließ der Journalist die "Tagesschau" und wechselte zu Axel Springer, https://www.wunschliste.de/tvnews/m/uebe...source=nw260109
Zitat von Havi17 im Beitrag #132In den vergangenen Jahren haben sich vermehrt "Tagesschau"- und "Tagesthemen"-Moderatoren dazu entschieden, das ARD-Nachrichtenflaggschiff zu verlassen und stattdessen zu einem privaten Anbieter zu wechseln. Zahlreiche ehemalige "Tagesschau"- bzw. "Tagesthemen"-Moderatoren sind in den vergangenen Jahren z.B. zur privaten Konkurrenz abgewandert: Patrik Baab, Alexander Teske, schrieben auch Bücher darüber. Marc Bator ging zu Sat.1, Linda Zervakis wechselte zu ProSieben und Pinar Atalay zog es zu RTL. Der jüngste prominente Abschied war jener von Constantin Schreiber: Im Mai verließ der Journalist die "Tagesschau" und wechselte zu Axel Springer, https://www.wunschliste.de/tvnews/m/uebe...source=nw260109
Es liegt nahe da nun "inhaltliche" Diskrepanzen zu vermuten, aber es ist im Grunde das uralte Thema Geld. Die öffentlich-rechtlichen zahlen gut, aber die Privaten (noch) besser. Die Privaten haben ja seit ihrem Bestehen schon des Öfteren "News-Offensiven" gestartet und dafür bekannte Gesichter von Tagesschau, Heute Journal und Co abgeworben. Sowohl im Info- als auch im Unterhaltungsbereich gibt es auch etliche Fälle, wo die entsprechenden Leute in späteren Jahren, wenn die Quoten sinken oder sie den Jugendwahn-Idealen der Privaten nicht mehr passen, wieder ins öffentlich-rechtliche Fernsehen zurückkehren. Im Unterhaltungsbereich ist das vielleicht am Deutlichsten zu sehen: Günther Jauch war bis 1989 beim ZDF und erhielt dann einen dicken Vertrag bei RTL. Seit 2011 taucht er ja vermehrt auch wieder im Programm der ARD auf. Harald Schmidt verließ 1995 den WDR und "Schmidteinander", weil Sat1 ihn mit viel Geld und einer eigenen ganz auf US-Late Night getrimmten Sendung lockte. Nachdem Sat1 seine Sendung auslaufen ließ, "griff" die ARD ja auch nochmal zu und dort hätte Schmidt möglicherweise sogar bis in seinen Ruhestand weitersenden können. Die kurze Rückkehr zu Sat1 war dann aber (meiner Meinung nach) ein Fehler und leider gab es danach außer dem PayTV-Anbieter Sky wohl keinen Sender mehr, bei dem er anheuern konnte. Gottschalk ist zwar vor allem bekannt für "Wetten dass", aber es gab ja nur 3-4 Ausgaben im Jahr, deswegen verschleiert es ein wenig, dass auch er nach zahlreichen Formaten beim ZDF (unter anderem "Na sowas!") 1990 bei RTL anheuerte und später bei Sat1. Dass er (wieder) beim BR und SWR im Radio zu hören war, hatte sicherlich auch mit dem Scheitern einiger RTL- und Sat1-Formate zu tun. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind (in allen Bereichen) sowohl Startrampe für Talente, als auch Auffangbecken für alte Recken. In den richtig erfolgreichen Phasen verdienen die wirklich Großen natürlich lieber bei den Privaten.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #133 Es liegt nahe da nun "inhaltliche" Diskrepanzen zu vermuten, aber es ist im Grunde das uralte Thema Geld
Da stimme ich Dir zunächst mal zu. Bei Elton mit dem Abschied von der ARD war es nicht anders. Er sagte er wollte mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Diese Zeit verbringt er nun vermehrt bei RTL. Doch das gilt nicht für alle genannten "Geldflüchlinge". Alexander Teske, um nur ein Beispiel zu nennen, hatte andere Gründe. Das was er erlebte und in sein Tagebuch schrieb, veranlasste ihn nicht nur seine Arbeit bei der Tagesschau zu beenden, sondern darüber ein Buch zu schreiben. https://www.amazon.de/inside-tagesschau-...e/dp/3784437311
Zitat von Fabi88 im Beitrag #133 Es liegt nahe da nun "inhaltliche" Diskrepanzen zu vermuten, aber es ist im Grunde das uralte Thema Geld
Da stimme ich Dir zunächst mal zu. Bei Elton mit dem Abschied von der ARD war es nicht anders. Er sagte er wollte mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Diese Zeit verbringt er nun vermehrt bei RTL. Doch das gilt nicht für alle genannten "Geldflüchlinge". Alexander Teske, um nur ein Beispiel zu nennen, hatte andere Gründe. Das was er erlebte und in sein Tagebuch schrieb, veranlasste ihn nicht nur seine Arbeit bei der Tagesschau zu beenden, sondern darüber ein Buch zu schreiben. https://www.amazon.de/inside-tagesschau-...e/dp/3784437311
Sorry, aber wenn jemand "Meinungsmache" und Co als Grund für einen Wechsel zu den Privaten angibt, wo die Auswahl der Themen stark damit zusammenhängt, womit sich die Werbepartner wohl fühlen, was die Finanziers im Hintergrund für richtig halten und ob man in den zahlreichen Boulevard-Meldungen noch Querverweise zu Gesichtern aus dem eigenen Programm unterbringen kann, kann ich das nicht ernst nehmen. Ich kenne aber glücklicherweise auch solche Fälle nicht. Bei Leuten wie Alexander Teske mag es andere Beweggründe geben, aber der scheint ja gar nicht "gewechselt" zu sein, sondern mit Bewegtbild welcher Art auch immer gar nicht mehr in Berührung zu sein. Ein Blick in die Vita zeigt, dass er 14 Jahre Redakteur bei mdr AKTUELL und dann 5 Jahre Planungsredakteur bei ARD-aktuell war - das ist eine lange Zeit und meist war er wohl frei anstatt festangestellt und ist dabei nie wirklich weit in der Hierarchie aufgestiegen. Dann wurde scheinbar der Vertrag (aus welchen Gründen auch immer) nicht mehr verlängert und plötzlich kommt so ein Buch (bei einem Verlag, an dem es oft Kritik aufgrund extrem rechter Tendenzen gab) auf den Markt. Da bin ich immer vorsichtig und bei Amazon gibt es zahlreiche Rezensionen, die dem Ganzen den Charakter eines "Rachebuchs" zuschreiben und auf zahlreiche Ungereimtheiten hinweisen. So schreibt er wohl beispielsweise, dass die Tagesschau zu oft CSU-Positionen sendet, behauptet aber auf der anderen Seite, die Redakteure seien allesamt (zu) links. Dazu kommen wohl sehr viele persönliche Anekdoten und fehlende Quellenangaben.
Wohlgemerkt gibt es genügend Gründe für Kritik an den öffentlich-rechtlichen. Aber ich sehe 1. nirgendwo, dass die Privaten irgend etwas besser machen und 2. fehlen mir da überall die Lösungsansätze. Draufschlagen und Kritik äußern von außen ist sehr einfach, jahrzehntelang klaglos die Arbeit zu machen um dann nach Kündigung/Rente/Arbeitgeberwechsel die Öffentlichkeit zu suchen, ist auch nicht vertrauenserweckend. Wirklich praktikable Lösungsansätze in ein System zu integrieren, dass (wie Unternehmen überall) auf ständigen Kostendruck reagieren muss, ist eine ganz andere Sache. Ja, häufig sind die führenden Köpfe und eingefahrene Strukturen ein Problem, da wird nun ja beispielsweise auch viel über die ARD-Programmdirektorin Christine Strobl (Tochter von Wolfgang Schäuble, verheiratet mit dem Innenminister von Baden-Württemberg und selbst CDU-Mitglied) diskutiert oder über die Aussagen von WDR-Intendantin Katrin Vernau, die sich mehr AFD-Positionen im Programm wünscht - kurz bevor die AFD als gesichert rechtsextremistisch eingeordnet wurde. Aber wenn ich mir die "Insider" ausschaue, die kritische Bücher schreiben, weiß ich in der Regel, dass diese in Führungspositionen Alles definitiv wohl zum Schlechteren führen würden und sie häufig eben nicht heldenhaft den "Ausstieg" gewählt haben, sondern aus diversen Gründen gegangen wurden und nun Wege suchen sich zu revanchieren. Auch das ist ja ein strukturelles Problem: Wenn ein Journalist bei den Privaten nicht den Durchbruch schafft oder sich den "Wes Brot ich ess"-Gesetzen nicht beugen will und bei den Öffentlich-Rechtlichen aus irgendwelchen Gründen in Ungnade fällt, kann er/sie nicht viel anderes machen als sich Zielgruppen wie Querdenkern oder extrem rechten Formaten anzubiedern (siehe Ken Jebsen und Co). Die extrem linke Zielgruppe gibt ja nicht viel Geld aus. Und zum Schluss noch meine Sichtweise auf die oft genannte "Objektivität": Das ist leider häufig genug nur ein Synonym für den Wunsch einer tendenziösen Berichterstattung aus einer anderen Richtung. Ja, auch ich wünsche mir mehr Objektivität - vor allem, wenn Positionen von Politikern und Parteien ohne jegliche Einordnung ins Programm gestellt werden. Aber fast ebenso schlimm, wenn nicht noch schlimmer finde ich die falsch verstandene Objektivität in Form von "false balancing" - wenn nämlich bei Themen, bei denen juristisch (Stichwort Grundgesetz) oder wissenschaftlich (Stichwort Klimawandel) oft gar keine zwei gleichwertigen Sichtweisen existieren, tatsächlichen Experten irgendwelche Leute mit viel Meinung, aber wenig Ahnung gegenübergestellt werden, die eine Minderheitsmeinung abbilden, diese aber fälschlicherweise dem Zuschauer dann gleichgestellt erscheint. Dass man für den besseren "Knalleffekt" gern extrem links und extrem rechts in eine Sendung lädt und eskalieren lässt, anstatt Themen sachlich und lösungsorientiert aufzuarbeiten, kommt erschwerend hinzu und fördert in allen Parteien den Aufstieg von Politikern, die sich auf Populismus verstehen. Es ist auch nicht objektiv, wenn man tendenziell links geprägten Sendungen dann einfach ein Format wie "KLAR" gegenüberstellt um sagen zu können, man bilde ja alle Sichtweisen im Programm ab. Das ist dann nur eine besondere Ausprägung der Blasen, die sich auch in Social Media gebildet haben. Dann bekommt jede Zielgruppe halt ihre 1-2 Sendungen, in denen sie 1:1 ihre Weltsicht bestätigt bekommen und niemand muss mehr über den Tellerrand schauen oder sich mit differenzierten Betrachtungen auseinandersetzen.