LIEBESNÄCHTE IN DER TAIGA BRD 1967 - R: Harald Philipp - DE: 5.10.1967 - FSK 16 - V: Nora Produktion: Franz Seitz - nach dem Roman von Heinz G. Konsalik D: Thomas Hunter, Marie Versini, Rolf Boysen, Biggi Freyer, Hellmut Lange, Walter Barnes, Stanislav Ledinek, Ivan Desny, Christiane Nielsen, Kurt Pieritz, Magda Konopka, Rudolf Schündler, Gitty Djamal, Henning Schlüter, Alexander Allerson, Friedrich G. Beckhaus, Gerd Frickhöfer
Um technische Einzelheiten über ein neues russisches Raumfahrtzentrum auszukundschaften, wird der CIA-Agent Frank Heller - getarnt als Betriebsingenieur Pawel Semjonoff - in ein nahegelegenes Holzkombinat geschickt. Dort verliebt er sich in die junge Politkommissarin Ludmilla. Schon in den ersten Tagen gelingt es ihm, geheime Konstruktionspläne zu fotografieren. Doch seine Tarnung fliegt auf. Die einzige Möglichkeit, sich dem Zugriff des KGB zu entziehen, bietet die Flucht durch die unwirtliche und teilweise unerschlossene Taiga. Ludmilla entscheidet sich dafür, mit ihm zu kommen. Nach zahllosen Abenteuern und Gefahren schaffen sie es, sich bis zu einem Fluss durchzuschlagen, der die Grenze zu Afghanistan bildet. Doch die Verfolger sind ihnen dicht auf den Fersen.
Der dramatische Abenteuerfilm, der eine Spionage-Story mit einer Liebesromanze verknüpft, wurde von Harald Philipp routiniert und zügig inszeniert. Philipp schrieb auch, zusammen mit Werner P.Zibaso, das Drehbuch, das auf dem gleichnamigen Bestseller von Heinz Konsalik basiert. Im Februar 1967 begannen in Wien die Dreharbeiten. Anschließend ging es weiter nach Jugoslawien, wo dann nach vierwöchiger Drehzeit die letzte Klappe fiel. Der 3-Millionen-DM teure Film startete im Oktober 1967 mit 48 Kopien. Das deutsche Kinopublikum ließ sich von den überwiegend negativen Kritiken nicht beeinflussen und so konnten die Theaterbesitzer volle Säle und mehrwöchige Laufzeiten vermelden. Natürlich stößt man innerhalb der Handlung auf eine Anzahl von Klischée-Typen und Standard-Situationen, doch Marie Versini (bei den Bravo-Lesern zu der Zeit die beliebteste Schauspielerin) und ihr Partner Thomas Hunter bilden ein gut harmonierendes Paar, das sich der Sympathie und der Anteilnahme des Publikums sicher sein kann. Rolf Boysen überzeugt als unerbittlicher sowjetischer Geheimdienst-Chef, der alles daran setzt, die Flüchtigen zu erwischen. Stets an seiner Seite zu finden ist Biggi Freyer als seine Assistentin Marfa. Weil man beim CIA vergebens auf ein Lebenszeichen von Frank Heller alias Pawel wartet, schickt man seinen Freund und Kollegen Captain Braddock hinterher, der nach ihm suchen soll. Gespielt wird er von Hellmut Lange. Als Pawel und Ludmilla nachts in der Wildnis von einem Wolfsrudel angegriffen werden, kommt ihnen ein Mann namens Jurij - dargestellt von Walter Barnes - zur Hilfe, der die beiden auch weiterhin unterstützt. Die Polin Magda Konopka als Mannequin Bibi bringt den Agenten Heller anfangs ungewollt in Schwierigkeiten. In weiteren Rollen sind Ivan Desny als US-Colonel, Stanislav Ledinek als Arbeiter im Holzkombinat, Gitty Djamal als Ärztin sowie Christiane Nielsen und Friedrich G.Beckhaus als verrohte Bewohner einer Sträflingskolonie zu sehen.
"Der Amerikaner Thomas Hunter und die Französin Marie Versini spielen mit großer Hingabe an sich selbst und an ihre abenteuerlichen Rollen das zentrale Paar, während Rolf Boysen den sowjetischen Geheimdienst-Major mit der nötigen Härte ausstattet." (Film-Echo)
Der Film würde mich auch interessieren. Schade, dass er noch nicht auf DVD erhältlich ist - wäre vielleicht etwas für Pidax. Dass die "Liebesnächte in der Taiga" damals ein Erfolg waren, zeigt, dass Franz Seitz auch in diesem Fall einen Nerv des Zeitgeistes traf und eine gute Besetzung zusammentrommelte.
Er war mal bei PIDAX geplant genau wie "DER CHEF SCHICKT SEINEN BESTEN MANN". Angeblich sollte letzterer woanders veröffentlicht werden....! Darauf warte ich auch heute noch ...
Vermutlich haben die Verantwortlichen dann gedacht, dass wohl doch kaum jemand diese alten Filme kaufen wird . Schade. "Liebesnächte in der Taiga" würde ich gerne mal sehen. War mein erster Konsalik-Roman. Es spielen ja viele Bekannte mit, und ich kann mir vorstellen, dass Harald Philipp den Film kompetent umgesetzt hat.
Zitat von MrTwelve im Beitrag #6Vermutlich haben die Verantwortlichen dann gedacht, dass wohl doch kaum jemand diese alten Filme kaufen wird
Angesichts des restlichen Pidax-Programms kaum vorstellbar - da ist ja so einiges an TV-Produktionen dabei, was aus kaufmännischer Sicht weitaus weniger "zieht". Da dürften eher Rechte-fragen, bzw. -Kosten eine Rolle spielen. Oft ist es einfach so, dass man an einem bestimmten Film Interesse hat, sich dann aber herausstellt, dass bereits ein anderes Label sich (Teil-)Rechte erworben hat oder man stellt bei der Rechteklärung fest, dass Person XY plötzlich auch noch Geld sehen will oder man für ein verwendetes Musikstück erneut die Rechte einholen muss und und und. Dann stellt sich schlicht die Frage, ob man persönlich diese Arbeitszeit investieren will und/oder zusätzliche Kosten sich am Ende noch rechtfertigen lassen. Und nicht zuletzt gibt es da noch die Master-Thematik. Bei TV-Produktionen kann man aufgrund der Seltenheit und singulären Quellen mit Kopien der 3. Generation auf DVD durchkommen, bei Kinofilmen (egal wie alt) wird mittlerweile zurecht ein gewisses Qualitätsniveau erwartet. Wenn da in den Archiven nur irgendwas liegt, was bestenfalls VHS-Niveau erreicht, bleibt nur der Weg einer Neuabtastung und auch dafür müssen zumindest nicht zu stark beschädigte Kinokopien aufgefunden werden, wenn schon Negative oder Dub-Positive nicht mehr greifbar sind.
Bestes Beispiel bei Pidax momentan die gelbe Reihe "Historien-KLassiker". Diese Fernsehfilme aus den 60/70iger Jahre erscheinen zu einem bestimmten Termin und landen dann wohl mangels Nachfrage 3 Monate später als "Restposten für 6,90 Euro" in der Rubrik A N G E B O T E. Mir kanns Recht sein und ich spare Geld!
Ja, ich auch. Ist doch toll, dass bei Pidax dann doch so viele Klassiker für so wenig Geld zu haben sind. Nur schade, dass "Liebesnächte in der Taiga" nicht dabei ist. Na ja, mal abwarten, vielleicht kommt er ja doch noch mal irgendwann...