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Dieses Thema hat 74 Antworten
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Jan Offline




Beiträge: 1.753

19.07.2020 22:43
#61 RE: Bewertet: "Der Würger von Schloss Blackmoor" (1963, BEW 2) Zitat · Antworten

Zitat von Ray im Beitrag #60

Beim "Würger" scheint weitgehende Einigkeit über seine Qualitäten zu bestehen. Knackpunkt im Detail sind dann die gewöhnungsbedürftige Musik, die ich aber zusehends zu schätzen gelernt habe, und die Besetzung der Inspektor-Rolle mit Harry Riebauer.


Ich finde Brauners Mut, hier den Oskar Sala zu engagieren, durchaus beachtlich. Vor allem dann, wenn man bedenkt, dass die Rialto im Jahr 1963 schon eher in die Richtung schmissiger Peter-Thomas-Sounds ging anstatt wie noch kurz zuvor an Heinz Funk festzuhalten, dessen Musikbeiträge streckenweise den Klangexperimenten Salas gar nicht so unähnlich waren. Funks Beiträge zu den "Augen" oder zur "Bande" besitzen ja auch noch nicht das Melodische späterer Thomas- bzw. Böttcher-Sounds. Gut getan hätte dem Würger halt, wenn Brauner noch mal die Geldschatulle etwas geöffnet hätte, um einige Passagen des Films von einem konventionelleren Musiker hinterlegen zu lassen. Nun war das mit Atzes Bereitschaft, Geld auszugeben, ja stets so eine Sache und es erklärt sich insofern, warum auch die Szenen im Schloss durch Oskar Sala vertont wurden. Gut für's Bankkonto des Produzenten, für den Film hätte es sicher bessere Lösungen gegeben.

Harry Riebauer indes ist und bleibt in meinen Augen einfach keine glückliche Wahl. Er war ja darauf auch in F.J. Gottliebs "7. Opfer" vertreten, und ich muss sagen, selbst da überzeugt er mich nicht restlos. Die ihm dort zugedachte Rolle passte dann zwar schon irgendwie besser; diese gewisse Hölzrigkeit im Spiel hat er aber quasi nahtlos ins "Opfer" hinüber gerettet. Wahrscheinlich dürfte Riebauers bester Auftritt bei BEW der im "Henker" gewesen sein.

Da er schon im Film vertreten ist und leider eine denkbar unglückliche Rolle mit unfreiwillig komischem Schnautzbart ertragen muss, bleibt die Überlegung, dass Walter Giller sicher der erheblich bessere Ermittler gewesen wäre. Dass Giller ernsthafte Rollen und zudem auch Hauptrollen spielen konnte, hat er häufig bewiesen. Man denke z.B. nur an die "Kommissar"-Episode "Sturz aus großer Höhe". Die ihm hier letztlich anvertraute Rolle des Schlossherren-Nerds mit Vogelfreund-Attitüde scheint dann doch ein paar Nummern unter seiner Begabung angesiedelt. Als Haupt-Act im "Würger" hätte ich ihn mir allerdings sehr gut vorstellen können.

Zitat von Ray im Beitrag #60

Wollte mir den Film auch schon länger mal wieder ansehen. Mal gucken, ob es nochmal mit der "alten" DVD klappt oder ob es dann schon die neue Blu-Ray von Pidax wird...

Ich habe nur die relativ günstig aufgemachte Box von Universum, fand die Qualität aber völlig ausreichend. Ob der relativ harte Streifen hier geschnitten ist, weiß ich nicht. Zumindest gegenüber meiner alten ZDF-Aufzeichnung finden sich auf der DVD Einstellungen, die ich aus der Fernsehversion nicht kannte (Länge der Einstellung mit dem auf der Straße liegenden Kopf z.B.).

Gruß
Jan

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.408

19.07.2020 23:47
#62 RE: Bewertet: "Der Würger von Schloss Blackmoor" (1963, BEW 2) Zitat · Antworten

Einen zweiten Komponisten einzusetzen wäre doch aber auch sehr außergewöhnlich gewesen, zumindest im Rahmen der deutschen 60er Krimiwelle.

Es hätte den Film fraglos aufwerten können (nicht zwangsläufig jedoch womöglich), aber kam das überhaupt je vor?

Jan Offline




Beiträge: 1.753

20.07.2020 09:04
#63 RE: Bewertet: "Der Würger von Schloss Blackmoor" (1963, BEW 2) Zitat · Antworten

Zitat von Mr Keeney im Beitrag #62

Es hätte den Film fraglos aufwerten können (nicht zwangsläufig jedoch womöglich), aber kam das überhaupt je vor?

Das Beispiel liegt glaube ich gar nicht so fern: In "Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse" hatte Artur Brauner neben Oskar Sala auch den Argentinier Carlos Diernhammer verpflichtet - bzw. vielleicht eher anders herum neben Diernhammer auch Sala. Es war allerdings schon eher ungewöhnlich, zwei Komponisten zu beschäftigen; ansonsten fallen mir eigentlich auch keine Beispiele ein. Im Falle Sala hätte es nur einfach nahe gelegen, weil dessen Output ja zumeist eher den Charakter von Klang statt Musik hatte.

Gruß
Jan

Ray Offline



Beiträge: 1.990

20.07.2020 23:01
#64 RE: Bewertet: "Der Würger von Schloss Blackmoor" (1963, BEW 2) Zitat · Antworten

Zitat von Jan im Beitrag #61
Zitat von Ray im Beitrag #60

Beim "Würger" scheint weitgehende Einigkeit über seine Qualitäten zu bestehen. Knackpunkt im Detail sind dann die gewöhnungsbedürftige Musik, die ich aber zusehends zu schätzen gelernt habe, und die Besetzung der Inspektor-Rolle mit Harry Riebauer.


Harry Riebauer indes ist und bleibt in meinen Augen einfach keine glückliche Wahl. Er war ja darauf auch in F.J. Gottliebs "7. Opfer" vertreten, und ich muss sagen, selbst da überzeugt er mich nicht restlos. Die ihm dort zugedachte Rolle passte dann zwar schon irgendwie besser; diese gewisse Hölzrigkeit im Spiel hat er aber quasi nahtlos ins "Opfer" hinüber gerettet. Wahrscheinlich dürfte Riebauers bester Auftritt bei BEW der im "Henker" gewesen sein.

Da er schon im Film vertreten ist und leider eine denkbar unglückliche Rolle mit unfreiwillig komischem Schnautzbart ertragen muss, bleibt die Überlegung, dass Walter Giller sicher der erheblich bessere Ermittler gewesen wäre. Dass Giller ernsthafte Rollen und zudem auch Hauptrollen spielen konnte, hat er häufig bewiesen. Man denke z.B. nur an die "Kommissar"-Episode "Sturz aus großer Höhe". Die ihm hier letztlich anvertraute Rolle des Schlossherren-Nerds mit Vogelfreund-Attitüde scheint dann doch ein paar Nummern unter seiner Begabung angesiedelt. Als Haupt-Act im "Würger" hätte ich ihn mir allerdings sehr gut vorstellen können.

Zitat von Ray im Beitrag #60

Wollte mir den Film auch schon länger mal wieder ansehen. Mal gucken, ob es nochmal mit der "alten" DVD klappt oder ob es dann schon die neue Blu-Ray von Pidax wird...

Ich habe nur die relativ günstig aufgemachte Box von Universum, fand die Qualität aber völlig ausreichend. Ob der relativ harte Streifen hier geschnitten ist, weiß ich nicht. Zumindest gegenüber meiner alten ZDF-Aufzeichnung finden sich auf der DVD Einstellungen, die ich aus der Fernsehversion nicht kannte (Länge der Einstellung mit dem auf der Straße liegenden Kopf z.B.).

Gruß
Jan


Da ich Riebauer generell gerne sehe, fand ich seine Besetzung als Inspektor immer sehr reizvoll, auch wenn er sicher nicht der klassische leading man ist und ihm zwielichtige Nebenfiguren wie i.d.R. bei Rialto wohl objektiv am besten liegen. In den BEW-Filmen hatte er insgesamt ja sehr unetschiedliche Parts und war neben Felmy letztlich der prägendste Darsteller der Reihe (zumindest was Anzahl und Relevanz der Rollen angeht).

Mit Giller finde ich dennoch einen sehr interessanten Gedanken. Finde es eh recht erstaunlich, dass er den Part angenommen hat. Er war doch damals recht gut im Geschäft, u.a. spielte er im gleichen Jahr in der exzellenten Tucholsky-Verfilmung "Schloss Gripsholm" von Kurt Hoffmann die Hauptrolle. Und in "Die Herren mit der weißen Weste" hat er auch den Ermittler gespielt, wenngleich der Film natürlich noch weitaus komödiantischer angelegt war. Zuzutrauen wäre es ihm allemal gewesen.

Dass die DVD eine gute Qualität hat, habe ich ebnfalls so in Erinnerung. Kaufe sonst grundsätzlich auch keine Filme auf Blu-Ray, die ich schon auf DVD habe. Wallace und Bond sind da bisher die Ausnahmen, weil sie eben unter den Lieblingsfilmen nochmals einen besonderen Stellenwert haben. Und bei BEW wird es außer dem "Würger" auch allenfalls "Das 7. Opfer" werden. Vorausgesetzt, die Rückmeldungen zur Qualität sind positiv.

Der Mönch mit der Peitsche Offline



Beiträge: 476

19.02.2021 18:57
#65 RE: Bewertet: "Der Würger von Schloss Blackmoor" (1963, BEW 2) Zitat · Antworten

"Der Würger von Schloß Blackmoor" - Deutscher Kriminalfilm von 1963, mit Karin Dor, Harry Riebauer, Hans Reiser, Dieter Eppler, Hans Nielsen, Rudolf Fernau, Richard Häussler, Albert Bessler und vielen, vielen anderen

Musik: Oskar Sala

Regie: Harald Reinl

Dieser hochspannende BEW-Film war einer der ersten ( 1989 lernte ich meinen ersten Krimi, "Das Wirtshaus von Dartmoor" im Alter von 14 Jahren kennen ) Krimis, den ich, 1991, damals 16 jährig kennen- und lieben lernte!!!. Ich fand die Geschichte um einen maskierten Würger, der einen einsamen Schloßbesitzer und deren Nichte bedroht, einfach genial-klasse in Szene gesetzt!!!. Auch die Stimme des "Würgers" hatte man, mit dem famosen Klaus Miedel sehr gut verschleiert, denn Miedel spielte nicht offen in dem Filme mit!!!. Auf der Jagd noch den Rohdiamanten geht der maskierte Rächer sprichwörtlich über Leichen, er mordet sich unter anderem sehr einfallsreich ( ich sage nur Drahtseil ) durch die sehr spannende Krimihandlung und auch das Ende ist wieder einmal sehr überraschend, denn wer kommt schon auf die Idee, dass.........nee,nee, wird nicht verraten, sonst kommt die "Spam-Polizei" hier wieder in Form einer, aber immer sehr höflichen Verwarnung auf mich zu!!!.

Die Schauspieler sind wieder sehr gut besetzt, so geben sich Karin Dor, Hans Reiser, Dieter Eppler, Hans Nielsen, Rudolf Fernau, Richard Häussler, Albert Bessler und viele, viele andere ein sehr überzeugendes "Stelldichein"!!!. Besonders hervorzuheben ist hier der famose Harry Riebauer, der hier, man hat mich erhört, mal eine Hauptrolle als Inspektor gespielt hatte und nicht immer nur die stiefmütterlichen Nebenrollen, die keiner spielen möchte und die eben von einem besetzt worden sind ( das ist auch den Schreibern von "WIKIPEDIA" schon aufgefallen ) und die man sehr gerne Harry Riebauer aufs Auge gedrückt hatte!!!.

Aber hier als Inspektor überzeugte er mehr, als so manch anderer Inspektor in anderen Krimis, denn Riebauer trug die, für ihn, ungewohnt, sehr große Rolle bravurös und sehr überzeugend!!!. Da fragt man sich, mußte es eigentlich immer ein Fuchsberger und Drache sein???......klare Antwort...NEIN, denn auch Harry Riebauer hätte sehr gut eine Inspektorrolle in einem EW-Film stemmen können, nur sahen die Produzenten immer nur Pfund( DM ) - Zeichen vor den Augen und besetzte die Krimis mit Schwiegermütterlieblingen wie Fuchsberger und Co.!!!.

Hätte ich am Filmset damals ein Mitspracherecht gehabt, dann hätte ich die Inspektorrollen mit Harry Riebauer, Ernst Schröder, Wolfgang Lukschy, Walter Wilz etc. besetzt und die Rolle des Nachfolgers von "Sir John", den "Sir Arthur" NICHT mit Meyerinck ( meine Nerven ) sondern mit dem immer seriös wirkendem und von mir sehr gern gesehenden Hans Epskamp besetzt, aber leider war ich da noch nicht geboren und deswegen nicht im Filmbuisness tätig gewesen!!!.

Nun zum "Würger" zurück....die Klänge von Oskar Sala sind sehr gewöhnungsbedürftig und dürften bei weitem nicht jeden gefallen, aber mir gefielen sie sehr gut, sie passten wie die "Faust aufs Auge" zu den heimtückischen Morden des "Würgers" und seinen, meist lautlosen Auftritten, rund um Schloß Blackmoor!!!.

Summasumarum bietet der geniale Krimi alles, was damals gefragt war und was das Publikum ( und ich, später ) sehen wollte, die Schauspieler agierten am höchsten Level, die Geschichte sehr gratlinig und spannend, auch durch die schrägen Klänge von Sala in Szene gesetzt und das gibt von mir in der Endwertung.....

...5/5 Sterne

Fabi88 Offline



Beiträge: 4.140

14.02.2025 12:15
#66 RE: Bewertet: "Der Würger von Schloss Blackmoor" (1963, BEW 2) Zitat · Antworten

Da ich nun "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" eh schon gesehen hatte und es zwischen "Der Zinker" und "Der schwarze Abt" ganz einfach von wegen damaliger Kinoauswertung chronologisch gut passte, habe ich meiner Frau nun einfach "Der Würger von Schloss Blackmoor" in der Wallace-Sichtungsreihe untergejubelt.
In Erinnerung hatte ich ihn als einen der besten Epigonen und davon rücke ich auch nicht völlig ab.
Ich schreibe hier einmal mehr keine Kurzkritik mit Punktevergabe, sondern gebe nur meine Eindrücke wieder.

Reinl (und Kalinke) setzen die Geschehnisse wunderbar stimmungsvoll in Szene. Allein so überzeugender Nebel auf großer Fläche ist nur in wenigen Gruselkrimis erreicht worden.
Überhaupt ist Ernst W. Kalinkes Kameraarbeit wieder einmal beeindruckend. Wie schon in "Der Frosch mit der Maske" gibt es einige Sequenzen, in denen komplexe Bewegungsabläufe per Dollyfahrt und Kran elegant verbunden werden, wo andere es mit unbewegter Totale und 1-2 Zwischenschnitten gelöst hätten. Auch werden wieder dramaturgische Ran- und Wegfahrten umgesetzt und die meisten Bilder sind kontrastreich ausgestaltet. Budget und Zeitmangel äußern sich hier und da in Unschärfen, aber davon sind ja auch beispielsweise spätere Rialto-Wallace-Filme nicht ganz frei.
Die Ausleuchtung ist wieder fantastisch und sehr kongruent. Auch die Studio-Rückprojektionen der Autofahrten (bzw. auch das Motorrad) sind handwerklich erneut gut gelungen - allein richtige Perspektiven bei Rückprojektionen scheinen für viele Kollegen ja ein Buch mit sieben Siegeln gewesen zu sein.
Echt wirken diese Fahraufnahmen natürlich wieder nicht, aber gemessen daran, dass scheinbar "echte" Fahraufnahmen nicht im Budget lagen, ist das toll gelöst und steht zumindest dem "Frosch" in Nichts nach.
Einiges in Punkto Bildgestaltung geht natürlich auch auf Reinls Konto, ich würde angesichts von anders (und schwächer) ausgestalteten Filmen wie "Der Teppich des Grauens" aber schon so weit gehen und Reinl und Kalinke als "Dream-Team" bezeichnen, das sich scheinbar optimal ergänzte. Der flotte Schnitt hilft dem Eindruck, bzw. dem Film natürlich auch sehr.

Auch die Besetzung ist größtenteils stimmig (und namhafter als beim Vorgänger). Fernau trägt den ersten Teil des Films super mit seinem leicht dämonischen Spiel, Karin Dor trifft den Ton zwischen selbstbestimmter Frau und (beinahe bedingungsloser) Dankbarkeit für ihren Vormund. Dieter Eppler agiert in seiner Rolle in einer Art 50:50-Mischung aus Kinskis Wahnnsinn und Hendriks zurückgenommer Bedrohlichkeit der Rialto-Wallace-Filme und macht das super. Hans Nielsen zeigt sich wandelbar und ist nach seiner Anwaltsrolle in "Die Tür mit den sieben Schlössern" kurze Zeit zuvor kaum wiederzuerkennen, Richard Häussler und seine Interpretation des durchtriebenen Anwalts erinnern mich ein wenig an Ulrich Beigers Rollen in den Rialto-Filmen.
Nur die beiden Herren Harry Riebauer und Hans Reiser sind in meinen Augen fehlbesetzt, bzw. schaffen es nicht wie die Kollegen aus ihren Rollen etwas zu machen, was im ersten Falle nur schade, im zweiten Falle dem Film jedoch leider abträglich ist.

So toll die Umsetzung ist, so wenig kommt hier leider das Drehbuch mit. Viele Figuren leiden an den selben Problemen wie schon in Kampendonks Buch zu "Das Geheimnis der schwarzen Koffer": sie werden nicht früh genug und selten gut eingeführt, tauchen teils fast willkürlich auf, haben zeitweise gar kein Profil und handeln nicht immer logisch.
Deutlich wird dies beispielsweise in der Szene kurz vor Ende, wo plötzlich Werner Schott als Scotland Yard-Chef aus dem Nichts auftaucht, nur weil es dramaturgisch notwendig ist - wobei auch das noch zweifelhaft ist. Nicht nur, weil Schott die Szene sehr gut ausgestaltet und in meinen Augen eine schöne "Sir John"-Variante bietet, auch aus erzählerischen Gründen wäre es sinnvoll gewesen, ihn schon viel früher einzusetzen. Einige sehr zähe Expositionsszenen, in denen Inspektor Mitchell und sein Assistent Watson im Auto Ermittlungsergebnisse austauschen, hätten sich auch nach Scotland Yard verlegen und unter Zunahme Schotts etwas unterhaltsamer aufbereiten lassen. Man denke nur daran, was Alles möglich gewesen wäre, wenn Schott (seine Rolle hat nicht einmal einen Namen!) beispielsweise zu Beginn zu den Gästen Lucius Clarks gehört hätte und Inspektor Mitchell nach dem ersten Mord nur widerwillig auf den Fall angesetzt hätte, wie es quasi bei "Sir John" spätestens bei den Farb-Rialto-Wallace-Filmen des Öfteren erzählt wurde. Auch die Kritik, Mitchell würde im Alleingang agieren und hätte sich ewig nicht mehr beim Yard gemeldet, hat keinerlei Funktion und hängt natürlich im luftleeren Raum, weil sie zuvor keine Rolle spielte. Zumindest Anrufe bei Mitchell, ob es Ermittlungsergebnisse gäbe oder Assistent Watson, der als Bindeglied Mitchell mal daran erinnert sich beim Yard zu melden, hätten das unterfüttert.
Hans Reisers Figur des Reporters Mike Pierce hängt sogar komplett in der Luft. Nach einem netten Einstieg in der Poststation, wo Reiser mich beinahe an einen etwas älteren Fuchsberger erinnert, darf er eigentlich nur noch 1-2 weitere Male aus dem Nichts auftauchen und makabre Scherze treiben, die spätestens mit der Auflösung jeden Sinn vermissen lassen. Entweder hätte die Rolle enger an andere Figuren gebunden werden müssen - beispielsweise indem er Inspektor Mitchell durch einige Yard-kritische Berichte oder Begegnungen bei vorigen Fällen schon bekannt ist - wodurch seine Unverdächtigkeit gegenüber dem Publikum erhöht wäre oder man hätte sie markanter besetzen müssen, also mit einem jüngeren Schauspieler, der dem Publikum primär als positive Heldenfigur bekannt ist oder einem Komödianten wie Chris Howland oder Harald Juhnke, der die Rolle per se unverdächtiger hätte erscheinen lassen.
Harry Riebauer ist mit seiner Statur natürlich ein optisch überzeugender Inspektor, er bringt aber weder Fuchsbergers jugendlichen Elan, noch Draches Forschheit mit und hat nicht den Charme um die Tatsache, dass das Drehbuch keinerlei Annäherung zwischen Mitchell und Dorsett erzählt, Karin Dor jedoch wachsende Zuneigung spielen muss, zu verdecken. Riebauer selbst kann also gar nicht so viel dafür, er spielt den ermittelnden Beamten gut, der Beschützer und Liebhaber wird vom Buch aber nur behauptet, nicht erzählt und er ist der falsche Typ dafür.
Auch beispielsweise beim Rialto-Film "Die seltsame Gräfin" ist es rein erzählerisch nicht verständlich, warum sich Margaret Reedle in den arg übergriffigen und anfangs mit unklaren Motiven handelnden Mike Dorn verliebt - aber es ist nun einmal Joachim Fuchsberger, der ihn spielt, da ist die Bereitschaft das zu glauben beim Publikum einfach da.
Walter Giller als schottischer Lord schlägt in eine ähnlich Karikatur-hafte Kerbe wie Howlands Geräusche-Sammler im Film zuvor, nach dessen und Eddi Arents vorigen Auftritten in "Das Gasthaus an der Themse" und "Der Zinker" empfinde ich diese Figur aber sogar noch am angenehmsten unter diesen vieren. Wirklicher Klamauk ist nur die Leiter-Szene mit dem mies getricksten Vogel im Nest, ansonsten kommt er eher als ein sogar halbwegs gelungener Versuch britischen Humors bei mir an. Das Zusammenspiel mit dem Nachbarsjungen finde ich sogar mittlerweile recht nett.

Handlungstechnisch gibt es viele gute Ideen, im Grunde versucht aber Lucius Clark nur permanent Diamanten aus dem Schloss zu schaffen um seine Schulden zu begleichen, während ein Unbekannter dies durch Morde zu vereiteln versucht, bzw. hinter das Versteck der Diamanten kommen will. Der Plot selbst ist fast beleidigend simpel und wird nur unzureichend mit Nebensträngen und zusätzlichen Figuren aufgebohrt. Ich hatte zeitweise sogar den Eindruck, als hätte Kampendonk und/oder Fodor einige Szenen entwickelt und dann die Handlung drum herum gebaut. Gewisse Szenen funktionieren für sich genommen extrem gut und haben eine hohe Qualität, beispielsweise die, in der Dieter Eppler als Diamantenschleifer in einem Anfall von Wahn droht Karin Dors Augen zu schleifen, wenn sie ihm nicht das Versteck der Diamanten verrät. Auch das Finale im Moor wirkt, als wäre es noch vor dem eigentlichen Plot entwickelt worden und man hätte erst anschließend einen Weg gesucht dieses irgendwie in die Handlung zu integrieren.
Auch der gesamte Seitenstrang mit Judy ist konfus und klärt sich im Grunde nie wirklich. Judy wird von Tavish und/oder Pierce zum Schloss geschickt, um dort den Schlossherrn einzuwickeln und vom Schloss fern zu halten, damit man dort nach den Diamanten suchen kann, obwohl dieser ohnehin die meiste Zeit irgendwo außerhalb des Schlosses unterwegs ist, während man die permanente Anwesenheit von Butler Anthony scheinbar nicht als Problem sieht?
Pierce schleicht permanent in Maskierung durch den Schlosspark und späht durch die Fenster, ist aber ausgerechnet in den Momenten nicht zugegen, wo Lucius Clark die Bücherwand zum Keller öffnet?
Auch der Angriff auf die Grabbesucherin auf dem Friedhof ergibt 0,0 Sinn und dient nur dem "Gesetz der Serie" und der Existenz einer weiteren Spannungsszene.
Klar, die deutschen Gruselkrimis der 60er-Jahre zeichnen sich selten durch ausgefeilte Dramaturgie und lückenlose Logik aus, hier wird das aus meiner Sicht aber deutlich überstrapaziert.

Die Musik ist noch immer ein Knackpunkt - ich fühle mich gerade beim Titel tatsächlich an Heinz Funks Rialto-Wallace-Beiträge erinnert - nur eben komplett elektronisch umgesetzt. Als Freund elektronischer und progressiver Klänge fühle ich mich hier zuhause und empfinde auch die Spannungssequenzen durchaus gut untermalt. Wo es komplett in sich zusammenfällt, sind die Barsequenzen, die (auch) durch die unpassende Musik extrem karg und hölzern wirken. Gerade, weil meist eine Jukebox spielt, hätte man hier meinetwegen sogar zeitgenössische Schlager dudeln lassen können und gar nicht einmal etwas Neues komponieren müssen - vielleicht hätte Brauner sogar Musikproduzenten gefunden, die ihm dafür noch Geld gezahlt hätten...

Das Szenenbild, bzw. die Ausstattung ist teilweise sehr gelungen, zeigt in anderen Momenten aber deutlich die finanziellen Rahmenbedingungen. So sind die Szenen auf dem Schloss durchgehend gelungen und selbst die "gebauten" im Keller und in den alten Gewölben nett gestaltet. Ich bin in diesem Zusammenhang schon sehr gespannt, ob ich nicht im nun folgenden "Der schwarze Abt" die selben Gewölbe (beide Filme wurden fast parallel in den CCC-Studios in Berlin-Haselhorst gedreht) wieder entdecken werde.
Auch Außendrehorte wie Park Klein-Glienicke in Berlin-Wannsee teilen sich beide Filme.
Die Bar "Old Scavenger Inn" ist von außen recht überzeugend, innen deutlich zu karg - vor allem, wenn man sich ähnliche Sets in Rialto-Filmen wie "Die toten Augen von London" oder "Das Gasthaus an der Themse" anschaut.
Das Postamt schreit nach Notlösung. Da man das meiste in Berlin-Wannsee drehte, war der Wilhelmplatz wohl schlicht logistisch am besten geeignet, strahlt aber so viel (=so wenig) England-Flair aus, wie kaum ein Drehort in einem Wallace-Film überhaupt. Dabei wurde der Platz selbst noch mit dem "London"-Wegweiser und dem "Bus-Stop" einigermaßen gestaltet, das Postamt wirkt aber spätestens innen (Studio?) dann beinahe wie eine kleine Abstellhalle auf dem CCC-Gelände, in die man aus übrig gebliebenen Holzteilen einen Schalter gezimmert hat und lässt wehmütig an Sets wie die Bank in "Das Rätsel der roten Orchidee" (wenngleich auch diese nicht restlos überzeugend ist) denken.

Während die Rialto-Wallace-Reihe sich durchaus an ein junges Publikum richtete und mit der Zeit die humorvollen, bzw. überspitzten Elemente immer stärker betonte, setzte Brauner bei der Bryan Edgar Wallace-Reihe auf eine härtere Gangart und schien stets die äußerste Grenze von FSK 16 zu FSK 18 zu suchen.
Harald Reinl war hier der richtige Mann - so wirken auch "Der Frosch mit der Maske" und "Die Bande des Schreckens" im Rückblick teilweise sehr kaltblütig und brutal. Der "Würger" überreizt den Bogen meiner Meinung nach aber ein wenig. Den erwürgten Opfern noch ein "M" in die Stirn zu gravieren, trägt natürlich gewissen Stilelementen der jungen Rialto-Wallace-Reihe Rechnung (tätowierter Frosch, roter Kreis, grüne Pfeile, gelbe Narzissen am Tatort), ist aber hier viel aufgesetzter als dort. Auch Lucius Clark den abgetrennten Kopf des Gärtners per Post zu senden oder den Morradfahrer per Drahtschlinge zu enthaupten, dient nur dazu Schockmomente für das Publikum zu generieren.
Gerade in den Actionszenen zeigt sich 1. Harald Reinls Händchen dafür (der Faustkampf auf dem Flur im Schloss mit abschließendem Speerwurf ist toll inszeniert und geschnitten) und 2. das mangelnde Budget (die Enthauptung wirkt dilettantisch, die Schießereien billig).
Es wäre allein schon überzeugender gewesen, wenn man die Enthauptung nicht in einer Einstellung gezeigt hätte (die genug Zeit lässt, dass der Zuschauer deutlich erkennen kann, dass der Motorradfahrer einen zweiten Kopf auf dem Kopf trägt, der dann abrasiert wird). Es wäre ein Leichtes gewesen, den echten Motorradfahrer auf das Seil zufahren zu lassen, dann in die Nahe des Motorradfahrers vor der Rückprojektion zu schneiden, in der er panisch die Augen aufreißt und dann die Enthauptung einzuschneiden. Die Szene wirkt nun so holprig, dass ich tatsächlich an Absicht glaube. Ich las irgendwo hier im Forum, es gäbe eine alternative Einstellung der Enthauptung, die wesentlich überzeugender wirkte. Möglich also, dass man bewusst die "schlechtere" Umsetzung nutzte um eine FSK 16-Freigabe zu erhalten.

Ich habe nun massig Kritikpunkte aufgeführt, dennoch mag ich den Film nach wie vor ganz gern. Ich fühle mich bei allen inhaltlichen Unzulänglichkeiten, irritierenden Musikeinsätzen und misslungenen Effekten sehr gut unterhalten. Mit etwas mehr Sorgfalt beim Buch (ein erfahrener Krimi-Autor als es Kampendonk und Fodor waren), zugekaufter Archivmusik in den Barszenen, etwas Zurückhaltung bei den grafischen Gewaltszenen und ein paar Pfennig mehr für das Szenenbild der Bar und des Postamts, wäre ein noch viel besserer Film möglich gewesen - das macht mich etwas traurig.
So bleibt ein kurzweiliger Krimi, der seine Qualitäten aus seinen durchaus vorhandenen Schauwerten und der Inszenierung sowie einigen Schauspielleistungen zieht. Die Auflösung überrascht nicht, das Happyend zwischen Inspektor und bedrohter Schöner wirkt wie das bloße Abhaken von Klischees und über den gerade dargebotenen Plot sollte man keine zwei Minuten nach dem Film mehr einen Gedanken verschwenden, aber der Nebel wabert schön, es wird zwischendurch mal etwas gruselig, es gibt viele Tote und immer passiert irgend etwas.

P.S.: Weil es dazu kaum etwas zu lesen gibt: Die Blu-Ray-Umsetzung ist Klasse! Das Bild wurde Original-getreu digitalisiert, man hat scheinbar die Finger von Rauschfiltern und Co gelassen, so dass sich ein natürlicher Eindruck von Filmkorn ergibt, der in einigen Sequenzen mal stärker mal schwächer ausfällt. So soll es sein!
Für den Ton konnte man wohl ebenfalls gute (Master-?)Quellen nutzen, denn dieser klingt super - keine Übersteuerungen, keine unnatürlichen Frequenzanhebungen, solider Bass und angenehme Höhen.

Savini Offline



Beiträge: 1.049

17.02.2025 15:33
#67 RE: Bewertet: "Der Würger von Schloss Blackmoor" (1963, BEW 2) Zitat · Antworten

Und wieder ein Essays, zu dem ich zumindest einige Anmerkungen hätte:

Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Der flotte Schnitt hilft dem Eindruck, bzw. dem Film natürlich auch sehr.

Wobei ich manche Szenenwechsel sehr abrupt und teilweise fast rabiat bzw. brutal fand (etwa beim Mord an dem von Albert Bessler gespielten Gärtner und dessen anschließender Enthauptung). Aber angesichts der "härteren" Gangart passt es ja ganz gut zum Film.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Fernau trägt den ersten Teil des Films super mit seinem leicht dämonischen Spiel

Wobei es mich immer überrascht, dass er zunächst als zentrale Figur eingeführt wird (ihm gilt ja der Rachefeldzug des Würgers), der Film ihn dann aber fallenlässt. Nach seinem Herzinfarkt verschwindet er praktisch aus der Handlung, abgesehen von einer kurzen Szene, in der er mit dem Butler streitet, er stirbt off-screen und überraschenderweise auch nicht durch die Hand des Würgers, sondern eines natürlichen Todes.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Dieter Eppler agiert in seiner Rolle in einer Art 50:50-Mischung aus Kinskis Wahnsinn und Hendriks zurückgenommener Bedrohlichkeit der Rialto-Wallace-Filme und macht das super.

Ehrlich gesagt, war Eppler für mich immer eine der großen Schwächen dieses Films: Man merkt der Rolle einfach an, dass sie ursprünglich für Kinski geschrieben wurde (laut Tobias Hohmann war er auch vorgesehen), wirkt so aber nur wie eine billige Kopie und unfreiwillig komisch.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Hans Nielsen zeigt sich wandelbar und ist nach seiner Anwaltsrolle in "Die Tür mit den sieben Schlössern" kurze Zeit zuvor kaum wiederzuerkennen

Was ich mich immer frage: Trug Nielsen hier eine Perrücke, oder wurden seine Haare lediglich gefärbt und anders gekämmt? Jedenfalls wirkte er hier ausnahmsweise mal so alt, wie er damals tatsächlich war, und nicht 10-15 Jahre älter.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Richard Häussler und seine Interpretation des durchtriebenen Anwalts erinnern mich ein wenig an Ulrich Beigers Rollen in den Rialto-Filmen.

Bei der gemeinsamen Szene mit Rudolf Fernau muss ich immer schmunzelnd daran denken, dass die beiden zuvor in der "seltsamen Gräfin" in gänzlich anders angelegten Rollen gemeinsam zu sehen waren.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Deutlich wird dies beispielsweise in der Szene kurz vor Ende, wo plötzlich Werner Schott als Scotland Yard-Chef aus dem Nichts auftaucht, nur weil es dramaturgisch notwendig ist - wobei auch das noch zweifelhaft ist. Nicht nur, weil Schott die Szene sehr gut ausgestaltet und in meinen Augen eine schöne "Sir John"-Variante bietet, auch aus erzählerischen Gründen wäre es sinnvoll gewesen, ihn schon viel früher einzusetzen. Einige sehr zähe Expositionsszenen, in denen Inspektor Mitchell und sein Assistent Watson im Auto Ermittlungsergebnisse austauschen, hätten sich auch nach Scotland Yard verlegen und unter Zunahme Schotts etwas unterhaltsamer aufbereiten lassen. Man denke nur daran, was Alles möglich gewesen wäre, wenn Schott (seine Rolle hat nicht einmal einen Namen!) beispielsweise zu Beginn zu den Gästen Lucius Clarks gehört hätte und Inspektor Mitchell nach dem ersten Mord nur widerwillig auf den Fall angesetzt hätte, wie es quasi bei "Sir John" spätestens bei den Farb-Rialto-Wallace-Filmen des Öfteren erzählt wurde. Auch die Kritik, Mitchell würde im Alleingang agieren und hätte sich ewig nicht mehr beim Yard gemeldet, hat keinerlei Funktion und hängt natürlich im luftleeren Raum, weil sie zuvor keine Rolle spielte. Zumindest Anrufe bei Mitchell, ob es Ermittlungsergebnisse gäbe oder Assistent Watson, der als Bindeglied Mitchell mal daran erinnert sich beim Yard zu melden, hätten das unterfüttert.

Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten war das Konzept eines humorvoll gezeichneten Vorgesetzten, der in die Ermittlungen eingreift, bei Rialto selbst auch noch nicht so stark entwickelt; Siegfried Schürenberg als Sir John hatte erst zwei Auftritte gehabt, und diese waren sowohl in Bezug auf den Humor als auch auf seine Präsenz noch relativ dezent gewesen.
Etwas irritiert mich die Aussage, Mitchel würde "seit drei Wochen" an dem Fall arbeiten, da man ansonsten den Eindruck bekommen könnte, die Geschichte spiele innerhalb weniger Tage und Nächte. Zwischen dem ersten Mord und dem ersten Besuch des Inspektors im Old Scavenger Inn vergehen nur 24 Stunden, direkt danach sieht man eine Szene, in der Lucius Clark erneut vom Würger bedroht wird und einen Herzinfarkt erleidet. In derselben Nacht wird das Paket überbracht, es folgen noch der Mord an dem bärtigen Motorradfahrer und der Kampf zwischen Inspektor und Würger im Schloss, in der folgenden Nacht findet das Finale statt.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Hans Reisers Figur des Reporters Mike Pierce hängt sogar komplett in der Luft. Nach einem netten Einstieg in der Poststation, wo Reiser mich beinahe an einen etwas älteren Fuchsberger erinnert, darf er eigentlich nur noch 1-2 weitere Male aus dem Nichts auftauchen und makabre Scherze treiben, die spätestens mit der Auflösung jeden Sinn vermissen lassen. Entweder hätte die Rolle enger an andere Figuren gebunden werden müssen - beispielsweise indem er Inspektor Mitchell durch einige Yard-kritische Berichte oder Begegnungen bei vorigen Fällen schon bekannt ist - wodurch seine Unverdächtigkeit gegenüber dem Publikum erhöht wäre oder man hätte sie markanter besetzen müssen, also mit einem jüngeren Schauspieler, der dem Publikum primär als positive Heldenfigur bekannt ist oder einem Komödianten wie Chris Howland oder Harald Juhnke, der die Rolle per se unverdächtiger hätte erscheinen lassen.

Die Art, wie seine Figur hier eingebaut wird, ist eine weitere große Schwäche des Films: Sie wirkt zu "betont unschuldig" und ist für die Handlung eigentlich überflüssig, weshalb man sich die Lösung ausrechnen kann; erschwerend kommt hinzu, dass ansonsten eigentlich nur der Anwalt Tromby als Verdächtiger bleibt, eventuell noch der Butler.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Harry Riebauer ist mit seiner Statur natürlich ein optisch überzeugender Inspektor, er bringt aber weder Fuchsbergers jugendlichen Elan, noch Draches Forschheit mit und hat nicht den Charme um die Tatsache, dass das Drehbuch keinerlei Annäherung zwischen Mitchell und Dorsett erzählt, Karin Dor jedoch wachsende Zuneigung spielen muss, zu verdecken. Riebauer selbst kann also gar nicht so viel dafür, er spielt den ermittelnden Beamten gut, der Beschützer und Liebhaber wird vom Buch aber nur behauptet, nicht erzählt und er ist der falsche Typ dafür.

Wohl wahr! Als Hauptdarsteller ist er leider fehlbesetzt, zumal seine teilweise undeutlich Artikulation und die eher überschaubaren schauspielerischen Ausdrucksmittel ihn dafür auch nicht gerade prädestinieren.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Auch der gesamte Seitenstrang mit Judy ist konfus und klärt sich im Grunde nie wirklich. Judy wird von Tavish und/oder Pierce zum Schloss geschickt, um dort den Schlossherrn einzuwickeln und vom Schloss fern zu halten, damit man dort nach den Diamanten suchen kann, obwohl dieser ohnehin die meiste Zeit irgendwo außerhalb des Schlosses unterwegs ist, während man die permanente Anwesenheit von Butler Anthony scheinbar nicht als Problem sieht?

Das habe ich auch nie verstanden, wobei dieser Plan mit keinem der beiden von dir Genannten, sondern mit Tromby ausgeheckt worden zu sein scheint. Er dürfte es zumindest sein, mit dem sie darüber am Telefon spricht, da sie ihren Mann nicht siezen würde und von Tavish in der dritten Person redet. Dass sie von Pierce alias Mannings in die Bar eingeschleust wurde, mag ja noch angehen; aber warum soll sie dann zusätzlich noch mit Tromby gemeinsame Sache machen? Und was sie davon hat, erschließt sich aus den von dir genannten Gründen auch nicht.

Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Pierce schleicht permanent in Maskierung durch den Schlosspark und späht durch die Fenster, ist aber ausgerechnet in den Momenten nicht zugegen, wo Lucius Clark die Bücherwand zum Keller öffnet?

Daneben scheint er über hellseherische Fähigkeiten oder einen Röntgenblick zu verfügen, da er zu wissen scheint, dass das Paket, dass der Butler in den Wagen legt, keine Diamanten enthält. Oder warum sonst sollte er diesmal keinen Versuch unternehmen, den Transport zu Tavish zu verhindern?
Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Auch der Angriff auf die Grabbesucherin auf dem Friedhof ergibt 0,0 Sinn und dient nur dem "Gesetz der Serie" und der Existenz einer weiteren Spannungsszene.

Bzw. einer Erklärung dafür, wie Mitchell auf den Namen und die Adresse der Barfrau stößt, um dort Lord Blackmoor anzutreffen (Bedenken gegen einen Einbruch hat er natürlich keine).
Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Während die Rialto-Wallace-Reihe sich durchaus an ein junges Publikum richtete und mit der Zeit die humorvollen, bzw. überspitzten Elemente immer stärker betonte, setzte Brauner bei der Bryan Edgar Wallace-Reihe auf eine härtere Gangart und schien stets die äußerste Grenze von FSK 16 zu FSK 18 zu suchen.

Mich wundert es geradezu, dass der Film seinerzeit nicht "ab 18" eingestuft wurde, da er teilweise sehr drastische Gewaltszenen enthält (dazu später noch mehr) und die Behörde damals bekanntlich noch sehr streng war.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Harald Reinl war hier der richtige Mann - so wirken auch "Der Frosch mit der Maske" und "Die Bande des Schreckens" im Rückblick teilweise sehr kaltblütig und brutal.

Wie bereits in einem anderen Thread erwähnt, hatte ich vor vielen Jahren Diskussionen mit jemandem der meinte, in Sachen Gewaltdarstellung sei Reinl viel reißerischer und teilweise auch sadistischer als Vohrer gewesen. Die These von X war darüber hinaus, dass Horst Wendlandt ihn hier möglicherweise gebremst habe. Darüber könnte man natürlich diskutieren; aber ebenso wie in der "weißen Spinne" fällt auf, dass die Würgeszenen hier viel drastischer gezeigt werden als entsprechende Momente bei Vohrer ("Augen", "Tür", "Tuch"). Hier wird etwas die Kamera lange auf das Gesicht gehalten, das "Gurgeln" der Sala-Klänge unterstreicht die Sache zusätzlich. Einen Erwürgten anschließend noch zu köpfen und dessen Kopf in einem Paket zu verschicken wirkt tatsächlich absolut selbstzweckhaft (man möchte das Publikum schocken), ebenso wie das Köpfen per Drahtschlinge (man hätte den Mann ja auch aus dem Hinterhalt erschießen können).
Wollte man hier vielleicht die Rialto-Konkurrenz in dieser Hinsicht ausstechen, nachdem man schon manche "ihrer" Stars nicht übernehmen durfte?

Fabi88 Offline



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18.02.2025 13:38
#68 RE: Bewertet: "Der Würger von Schloss Blackmoor" (1963, BEW 2) Zitat · Antworten

Zitat von Savini im Beitrag #67
Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Dieter Eppler agiert in seiner Rolle in einer Art 50:50-Mischung aus Kinskis Wahnsinn und Hendriks zurückgenommener Bedrohlichkeit der Rialto-Wallace-Filme und macht das super.

Ehrlich gesagt, war Eppler für mich immer eine der großen Schwächen dieses Films: Man merkt der Rolle einfach an, dass sie ursprünglich für Kinski geschrieben wurde (laut Tobias Hohmann war er auch vorgesehen), wirkt so aber nur wie eine billige Kopie und unfreiwillig komisch.

Interessante Info mit Kinski als A-Besetzung - vorallem, weil die erste Alternativbesetzung, die mir einfallen würde, eher Jan Hendriks wäre. Vielleicht liegt das aber auch einfach daran, dass bei der chronologischen Sichtung der Filme der extrovertierte Wahnsinn von Kinskis Figuren leichte Ermüdungserscheinungen zeigt und ich Epplers Variante recht dankbar annahm. Der Wahnsinn bricht sich ja nur in zwei Momenten Bahn (beim Schleifen im Keller, als man ihm die Steine abnehmen will und wenn er Karin Dor im Keller bedroht), Kinski hätte dies wohl bereits in der Butler-Rolle angespielt, während Eppler in seinen gefassten Momenten nur mysteriös umherschleicht.

Zitat von Savini im Beitrag #67
Wollte man hier vielleicht die Rialto-Konkurrenz in dieser Hinsicht ausstechen, nachdem man schon manche "ihrer" Stars nicht übernehmen durfte?

Ohne die Bedeutung der Bryan Edgar Wallace-Reihe auf Rialto-Entscheidungen zu überhöhen, aber die BEW-Filme hatten durchaus immer so um die 1,5 Millionen Zuschauer und kamen daher zumindest den etwas "unerfolgreicheren" Rialto-Wallace-Filmen nahe. Man hat sicherlich (soweit dies die Vorplanung zuließ) immer ein wenig auf die guten Elemente des jeweils anderen reagiert. Und sicherlich spielen Vorlieben der Regisseure immer eine Rolle - bei Reinls "Die weiße Spinne" gibt es ja auch eine Drahtschlinge, bei "Der Teppich des Grauens" qualvolles Ersticken, während Vohrer selbst Erwürgen sehr leicht inszeniert (bei "Das indische Tuch" genügt ja scheinbar ein Streicheln mit dem Tuch am Hals für den Tod).
Sehr interessant in Punkto Einfluss des jeweiligen Regisseurs sind meines Erachtens die Anmerkungen von Edwin Zbonek zum Drehbuch von "Der Henker von London", die man hier findet: https://www.filmportal.de/sites/default/..._140_PS_001.pdf

Savini Offline



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18.02.2025 13:59
#69 RE: Bewertet: "Der Würger von Schloss Blackmoor" (1963, BEW 2) Zitat · Antworten

Zitat von Fabi88 im Beitrag #68
Der Wahnsinn bricht sich ja nur in zwei Momenten Bahn (beim Schleifen im Keller, als man ihm die Steine abnehmen will und wenn er Karin Dor im Keller bedroht), Kinski hätte dies wohl bereits in der Butler-Rolle angespielt, während Eppler in seinen gefassten Momenten nur mysteriös umherschleicht.

Wobei ich sein Spiel bereits bei seinem ersten Auftritt maßlos überzogen finde; das Bellen der Wachhund löst bei ihm eine Panik aus, als ob eine Bombenexplosion drohe oder er eine ganze Armee von Geistern gesehen hätte.
Aufgrund deiner Besprechung habe ich mir den Film gestern nach langer Zeit wieder angesehen und musste bei dieser Szene (ebenso wie bei einigen anderen von Epplers Auftritten) herzhaft lachen.
Und wenn für dich nur die beiden von dir genannten Momente von "Wahnsinn" zeugen: Was ist dann damit, als er seinen im Bett liegenden Arbeitgeber anbrüllt, wo die Diamanten seien?

Fabi88 Offline



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18.02.2025 16:24
#70 RE: Bewertet: "Der Würger von Schloss Blackmoor" (1963, BEW 2) Zitat · Antworten

Zitat von Savini im Beitrag #69
Zitat von Fabi88 im Beitrag #68
Der Wahnsinn bricht sich ja nur in zwei Momenten Bahn (beim Schleifen im Keller, als man ihm die Steine abnehmen will und wenn er Karin Dor im Keller bedroht), Kinski hätte dies wohl bereits in der Butler-Rolle angespielt, während Eppler in seinen gefassten Momenten nur mysteriös umherschleicht.

Wobei ich sein Spiel bereits bei seinem ersten Auftritt maßlos überzogen finde; das Bellen der Wachhund löst bei ihm eine Panik aus, als ob eine Bombenexplosion drohe oder er eine ganze Armee von Geistern gesehen hätte.
Aufgrund deiner Besprechung habe ich mir den Film gestern nach langer Zeit wieder angesehen und musste bei dieser Szene (ebenso wie bei einigen anderen von Epplers Auftritten) herzhaft lachen.
Und wenn für dich nur die beiden von dir genannten Momente von "Wahnsinn" zeugen: Was ist dann damit, als er seinen im Bett liegenden Arbeitgeber anbrüllt, wo die Diamanten seien?

Gut, Du hast Recht damit, dass er den Wahnsinn schon ein wenig öfter ausbrechen lässt, aber ich persönlich fand sein Spiel dennoch etwas zurückgenommener als es oft bei Kinski war. Den Eindruck, dass er Kinski kopiert oder in jeder Szene mit dem Gedanken im Hinterkopf agiert, dass seine Rolle eigentlich für Kinski geschrieben wurde, hatte ich nicht. Die Reaktion auf die Wachhunde steht ja höchstwahrscheinlich im Buch, da hatte ich auch Fragezeichen im Kopf, aber nicht wegen seines Spiels.

Savini Offline



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25.02.2025 15:19
#71 RE: Bewertet: "Der Würger von Schloss Blackmoor" (1963, BEW 2) Zitat · Antworten

Nachdem ich den Film bzw. ein paar Szenen daraus nochmal genauer unter die Lupe genommen habe, noch einige weitere Anmerkungen:

Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Einige sehr zähe Expositionsszenen, in denen Inspektor Mitchell und sein Assistent Watson im Auto Ermittlungsergebnisse austauschen

Als "zäh" habe ich diese Szenen nicht wahrgenommen, sie haben mich auch nie gestört; ohne solche kleinen Dialoge könnte es zu leicht passieren, dass dem Zuschauer Hintergrundwissen fehlt und er den Eindruck bekommt, der Inspektor zaubere Informationen aus dem Hut.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Ich hatte zeitweise sogar den Eindruck, als hätte Kampendonk und/oder Fodor einige Szenen entwickelt und dann die Handlung drum herum gebaut. Gewisse Szenen funktionieren für sich genommen extrem gut und haben eine hohe Qualität, beispielsweise die, in der Dieter Eppler als Diamantenschleifer in einem Anfall von Wahn droht Karin Dors Augen zu schleifen, wenn sie ihm nicht das Versteck der Diamanten verrät. Auch das Finale im Moor wirkt, als wäre es noch vor dem eigentlichen Plot entwickelt worden und man hätte erst anschließend einen Weg gesucht dieses irgendwie in die Handlung zu integrieren.

Mal sehen, ob manche der von mir gleich aufgezählten Punkte für dich auch in diese Kategorie gehören!
Die Szene, in der Claridge bedroht wird, erinnert mich übrigens an eine ähnliche Situation im "indischen Tuch" aus demselben Jahr: beide Male wird die die weibliche Hauptfigur von jemandem bedroht, der fälschlicherweise annimmt, dass sie etwas Bestimmtes weiß; und beide Male ist es ausgerechnet der Mörder, der sie rettet. Aber da sowohl Drehbuch als auch Regie hier in unterschiedlichen Händen lagen, kann das auch Zufall sein.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Pierce schleicht permanent in Maskierung durch den Schlosspark und späht durch die Fenster, ist aber ausgerechnet in den Momenten nicht zugegen, wo Lucius Clark die Bücherwand zum Keller öffnet?

Noch seltsamer finde ich, dass der Butler Anthony anscheinend schon länger mit Clark unter einem Dach lebt und öfter herumspioniert, aber trotzdem noch nicht herausbekommen hat, wo die Rohdiamanten versteckt sind.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Den erwürgten Opfern noch ein "M" in die Stirn zu gravieren, trägt natürlich gewissen Stilelementen der jungen Rialto-Wallace-Reihe Rechnung (tätowierter Frosch, roter Kreis, grüne Pfeile, gelbe Narzissen am Tatort), ist aber hier viel aufgesetzter als dort. Auch Lucius Clark den abgetrennten Kopf des Gärtners per Post zu senden oder den Motorradfahrer per Drahtschlinge zu enthaupten, dient nur dazu Schockmomente für das Publikum zu generieren.

Besonders seltsam erscheint es mir nach der Enthauptung des Bärtigen: Der Würger scheint unmittelbar danach die Flucht zu ergreifen, sobald der das Geräusch des herannahenden Autos hört, hatte also gar keine Zeit mehr, ein M in die Stirn zu ritzen (oder zumindest dorthin zu schreiben). Aber selbst wenn es anders gewesen sein sollte: wozu? Lucius Clark befindet sich doch noch im Schloss und würde den Kopf gar nicht zu Gesicht bekommen (anders als nach den beiden früheren Morden).
In anderen Threads wurde bereits erwähnt, dass bei den "gelben Narzissen" Uneinigkeit über die Aussprache des Namens "Peter" herrschte und bei der "weißen Spinne" Dieter Eppler den Namen "Reilly" auf verschiedene Arten ausspricht. Hier wird "Lucius" zwar relativ oft korrekt "britisch" "Lußius" ausgesprochen, man hört daneben aber auch das amerikanische "Lusches" sowie das deutsche "Luzius", manchmal auch "Lutschius" und "Luschus", mitunter vom selben Schauspieler.
Aber zurück zu den Ungereimtheiten! Drei Punkten sind mir komischerweise erst jetzt aufgefallen:
Der Raubmord an Charles Mannings liegt viele Jahre, vermutlich sogar Jahrzehnte zurück, Lucius Clark ist also schon sehr lange im Besitz von Rohdiamanten im Wert von mehreren Millionne Pfund. Warum hat er trotzdem Geld seiner Nichte veruntreut?
Und warum lauert der Würger dem Inspektor auf der Brücke auf, um ihn zu töten? Erstmal müsste er dazu wissen, dass dieser in das Haus seiner Frau eingebrochen ist; und wäre aus seiner Sicht nicht ein Anschlag auf Tromby viel sinnvoller, da dieser ja in der Zwischenzeit versucht hat, an die Diamanten zu kommen?
Und warum gibt Mike erst dem Inspektor den Typ, den Butler im Auge zu behalten und Claridge zu beschützen um ihn direkt danach als Würger anzufallen, als er genau das versucht? Wobei auch die erste Attacke (in der vorherigen Nacht) keinen rechten Sinn hat und nur der Effekthascherei dient.

Andere Fragen:
Kann es überhaupt sein, dass jemand von Geburt an einen Finger weniger hat? Von einem zusätzlichen Finger oder einer Zehe durch einen Gendefekt habe ich ja schon gehört; aber andersherum? Übrigens sieht man bei der Szene, in der Clark seinen wegfahrenden Gästen nachwinkt, deutlich, dass er seinen Finger lediglich nach hinten streckt.
Und wie kam eigentlich der Kontakt zwischen Tavish und Tromby zustande? Clark kann doch kaum Interesse daran gehabt haben, einen solchen herzustellen.
Wieso lernen der Junge Philip und Lord Blackmoor sich erst innerhalb der Handlung kennen, obwohl beide doch offenbar viel im Park unterwegs sind und Philip z. B. den ermordeten Tom kennt und die Wachhunde im gehorchen?
Welchen Zweck hatte der erste Mord überhaupt, außer den, Lucius Clark zu verdeutlichen, dass der Maskierte es wirklich ernst meint? Übrigens fällt auf, dass dem Mörder (abgesehen vom Butler) nur Personen zum Opfer fallen, die erst unmittelbar vorher eingeführt wurden und in der Geschichte gar keine andere Funktion haben.
Nachdem der Würger erstmals aus dem Schloss gerannt ist, vergeht eine gewisse Zeit, bis Claridge ihn vom Fenster aus durch den Park laufen sieht. So weit, so gut. Aber wenige Minuten später ruft ihr Onkel im Old Scavenger Inn an, dass sich offensichtlich in London befindet - und wer ist dort am Tresen?
Und warum schreit Judy erst auf, nachdem der tote Würger demaskiert wurde - sie muss doch am besten gewusst haben, wer unter der Maske steckt?

Count Villain Offline




Beiträge: 4.784

26.02.2025 17:23
#72 RE: Bewertet: "Der Würger von Schloss Blackmoor" (1963, BEW 2) Zitat · Antworten

Zitat von Savini im Beitrag #71
Mal sehen, ob manche der von mir gleich aufgezählten Punkte für dich auch in diese Kategorie gehören!
Die Szene, in der Claridge bedroht wird, erinnert mich übrigens an eine ähnliche Situation im "indischen Tuch" aus demselben Jahr: beide Male wird die die weibliche Hauptfigur von jemandem bedroht, der fälschlicherweise annimmt, dass sie etwas Bestimmtes weiß; und beide Male ist es ausgerechnet der Mörder, der sie rettet. Aber da sowohl Drehbuch als auch Regie hier in unterschiedlichen Händen lagen, kann das auch Zufall sein.


Sehr interessant auch, dass Karin Dor wie schon in "Die Bande des Schreckens" abermals von Dieter Eppler bedroht wird. Der sie dann auch noch einmal in "Der unheimliche Mönch" überfallen darf.

Savini Offline



Beiträge: 1.049

26.02.2025 18:53
#73 RE: Bewertet: "Der Würger von Schloss Blackmoor" (1963, BEW 2) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #72
Sehr interessant auch, dass Karin Dor wie schon in "Die Bande des Schreckens" abermals von Dieter Eppler bedroht wird. Der sie dann auch noch einmal in "Der unheimliche Mönch" überfallen darf

... ebenso auch in der "weißen Spinne".
Tja, wenn man zur bevorzugten Besetzung eines Regisseurs gehört und dieser viele Filme desselben Genres dreht, können sich solche Konstellationen leicht wiederholen.

Fabi88 Offline



Beiträge: 4.140

27.02.2025 18:00
#74 RE: Bewertet: "Der Würger von Schloss Blackmoor" (1963, BEW 2) Zitat · Antworten

Zitat von Savini im Beitrag #71
Nachdem ich den Film bzw. ein paar Szenen daraus nochmal genauer unter die Lupe genommen habe, noch einige weitere Anmerkungen:
Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Einige sehr zähe Expositionsszenen, in denen Inspektor Mitchell und sein Assistent Watson im Auto Ermittlungsergebnisse austauschen

Als "zäh" habe ich diese Szenen nicht wahrgenommen, sie haben mich auch nie gestört; ohne solche kleinen Dialoge könnte es zu leicht passieren, dass dem Zuschauer Hintergrundwissen fehlt und er den Eindruck bekommt, der Inspektor zaubere Informationen aus dem Hut.

Ich meine mit "zäh" nicht die Existenz der Szenen an sich oder dass sie die Handlung ausbremsen, sondern dass diese Szenen (das hatte ich auch bei "Der schwarze Abt" ja kritisch angemerkt) außer der reinen Verteilung von Informationen keine dramaturgische Funktion haben. Sie sind oft ja nicht einmal zwischen zwei Szenen eingebaut, wo das Auto vom einen Ermittlungsort abfährt und beim nächsten ankommt, sondern stehen für sich. Oft sitzen einfach zwei Leute im Auto und tauschen Informationen aus, die eigentlich primär für den Zuschauer wichtig sind, aber man weiß nicht wohin sie fahren und es gibt keinen Konflikt zwischen beiden. Kann man so machen, wurde damals (wie heute!) auch oft gemacht, in meinen Augen besser ist es aber, wenn die Szene für sich genommen irgendeine aktive Handlung beinhaltet. Dies wäre beispielsweise der Fall gewesen, wenn die Szenen im Büro des Scotland Yard-Chefs gespielt hätten oder dieser zwischendurch anruft. Man hätte beispielsweise folgende Konstellation finden können:
Den Inspektor hat das Ziel weiterhin allein und ohne ständige Rücksprache mit dem Chef zu ermitteln und den Termin beim Chef schnell - und ohne Offenlegung aller seiner Ermittlungen - hinter sich zu bringen und das Telefonat zu beenden, bzw. das Büro zu verlassen und den Chef als Antagonist, der den aktuellen Stand möglichst detailliert hören will. Dazwischen dann den Assistenten, der gern (mit gewissem Stolz) seine eigenen Ermittlungsergebnisse mitteilen will, aber etwas zwischen den beiden "zerrieben" wird und ständig "zu kurz" kommt.
Das ist jetzt mein rein persönlicher Geschmack und sicherlich von späteren Rialto-Sir John-Szenen beeinflusst. Man hätte aber auch das Auto des Inspektors mit irgendeiner Marotte versehen können, so dass der Inspektor während der Fahrt ständig damit beschäftigt ist über diese Problem zu reden oder es durch Schalten oder ähnliche Vorgänge zu beheben versucht, während der Assistent ihm eigentlich Ermittlungsergebnisse präsentieren will.

Zitat von Savini im Beitrag #71

Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Ich hatte zeitweise sogar den Eindruck, als hätte Kampendonk und/oder Fodor einige Szenen entwickelt und dann die Handlung drum herum gebaut. Gewisse Szenen funktionieren für sich genommen extrem gut und haben eine hohe Qualität, beispielsweise die, in der Dieter Eppler als Diamantenschleifer in einem Anfall von Wahn droht Karin Dors Augen zu schleifen, wenn sie ihm nicht das Versteck der Diamanten verrät. Auch das Finale im Moor wirkt, als wäre es noch vor dem eigentlichen Plot entwickelt worden und man hätte erst anschließend einen Weg gesucht dieses irgendwie in die Handlung zu integrieren.

Mal sehen, ob manche der von mir gleich aufgezählten Punkte für dich auch in diese Kategorie gehören!
Die Szene, in der Claridge bedroht wird, erinnert mich übrigens an eine ähnliche Situation im "indischen Tuch" aus demselben Jahr: beide Male wird die die weibliche Hauptfigur von jemandem bedroht, der fälschlicherweise annimmt, dass sie etwas Bestimmtes weiß; und beide Male ist es ausgerechnet der Mörder, der sie rettet. Aber da sowohl Drehbuch als auch Regie hier in unterschiedlichen Händen lagen, kann das auch Zufall sein.

Ich würde da wirklich stark auf "Zufall" plädieren. Bedrohte Frauen sind ja an und für sich ein beliebtes Element bei Krimis.

Zitat von Savini im Beitrag #71
Noch seltsamer finde ich, dass der Butler Anthony anscheinend schon länger mit Clark unter einem Dach lebt und öfter herumspioniert, aber trotzdem noch nicht herausbekommen hat, wo die Rohdiamanten versteckt sind.

Absolut, das reiht sich ein in viele nicht durchdachte Elemente.
Zitat von Savini im Beitrag #71

Zitat von Fabi88 im Beitrag #66
Den erwürgten Opfern noch ein "M" in die Stirn zu gravieren, trägt natürlich gewissen Stilelementen der jungen Rialto-Wallace-Reihe Rechnung (tätowierter Frosch, roter Kreis, grüne Pfeile, gelbe Narzissen am Tatort), ist aber hier viel aufgesetzter als dort. Auch Lucius Clark den abgetrennten Kopf des Gärtners per Post zu senden oder den Motorradfahrer per Drahtschlinge zu enthaupten, dient nur dazu Schockmomente für das Publikum zu generieren.

Besonders seltsam erscheint es mir nach der Enthauptung des Bärtigen: Der Würger scheint unmittelbar danach die Flucht zu ergreifen, sobald der das Geräusch des herannahenden Autos hört, hatte also gar keine Zeit mehr, ein M in die Stirn zu ritzen (oder zumindest dorthin zu schreiben). Aber selbst wenn es anders gewesen sein sollte: wozu? Lucius Clark befindet sich doch noch im Schloss und würde den Kopf gar nicht zu Gesicht bekommen (anders als nach den beiden früheren Morden).

Auch das dient ja nur dem "Gesetz der Serie". Wenn man das nun einmal eine solche Methode etabliert hat, bleibt man fröhlich dabei.

Zitat von Savini im Beitrag #71

Aber zurück zu den Ungereimtheiten! Drei Punkten sind mir komischerweise erst jetzt aufgefallen:
Der Raubmord an Charles Mannings liegt viele Jahre, vermutlich sogar Jahrzehnte zurück, Lucius Clark ist also schon sehr lange im Besitz von Rohdiamanten im Wert von mehreren Millionne Pfund. Warum hat er trotzdem Geld seiner Nichte veruntreut?
Und warum lauert der Würger dem Inspektor auf der Brücke auf, um ihn zu töten? Erstmal müsste er dazu wissen, dass dieser in das Haus seiner Frau eingebrochen ist; und wäre aus seiner Sicht nicht ein Anschlag auf Tromby viel sinnvoller, da dieser ja in der Zwischenzeit versucht hat, an die Diamanten zu kommen?
Und warum gibt Mike erst dem Inspektor den Typ, den Butler im Auge zu behalten und Claridge zu beschützen um ihn direkt danach als Würger anzufallen, als er genau das versucht? Wobei auch die erste Attacke (in der vorherigen Nacht) keinen rechten Sinn hat und nur der Effekthascherei dient.

Alles gute Punkte. Bei den Rohdiamanten würde ich darauf tippen, dass er Gras über die Sache wachsen lassen wollte. Scheinbar hat ja auch sein Butler erst vor kurzem begonnen die Steine zu schleifen. Er fing also erst kurze Zeit vorher damit an, die Steine zu veräußern. Vielleicht ist der Würger also durch Tromby auf die Diamanten gestoßen und ihre Quelle erraten?
Der Angriff auf den Inspektor dient natürlich vor allem dem "Schlussgag", dass der Würger sich dadurch verrät, dass er den Inspektor für tot hielt, was nur er wissen konnte.
Wenn man gnädig sein will, kann man noch argumentieren, der Würger glaubt aus irgendwelchen Gründen, dass der Inspektor schon zu viel weiß und will ihn daher aus dem Weg schaffen. Durch den Chef von Scotland Yard erfahren wir ja (leider erst später), dass der Inspektor allein und ohne Rückmeldungen arbeitet, ein neuer Ermittler würde folglich quasi bei Null starten.
Hätten wir also Zuschauer diese Info früher, wüssten wir, dass außer dem Inspektor nur sein Assistent (annähernd) alle Informationen hat und nach seinem Tod in die selbe Richtung weiter ermitteln könnte. Dieser ist aber ja ebenfalls Ziel des Angriffs.
Den Tipp mit dem Butler gibt ja Mike dem Inspektor. Der folgende Angriff durch den Würger sollte vielleicht ein weiteres Mittel sein, den Verdacht von Mike abzulenken. Aber dafür ist es nicht auffällig genug.

Zitat von Savini im Beitrag #71

Andere Fragen:
Kann es überhaupt sein, dass jemand von Geburt an einen Finger weniger hat? Von einem zusätzlichen Finger oder einer Zehe durch einen Gendefekt habe ich ja schon gehört; aber andersherum? Übrigens sieht man bei der Szene, in der Clark seinen wegfahrenden Gästen nachwinkt, deutlich, dass er seinen Finger lediglich nach hinten streckt.

Von Polydaktylie spricht man tatsächlich bei 11 (oder gar noch mehr) Fingern oder Zehen. Anders herum kenne ich es auch nicht.
Aber so wie in den frühen 60ern auch noch mit Psychologie und Co umgegangen wurde, würde ich das als medizinische Fehler sehen, der dem Drehbuchautoren einfach "Wurscht" war und in seinen Augen gut in die Handlung passte.

Zitat von Savini im Beitrag #71
Und wie kam eigentlich der Kontakt zwischen Tavish und Tromby zustande? Clark kann doch kaum Interesse daran gehabt haben, einen solchen herzustellen.
Wieso lernen der Junge Philip und Lord Blackmoor sich erst innerhalb der Handlung kennen, obwohl beide doch offenbar viel im Park unterwegs sind und Philip z. B. den ermordeten Tom kennt und die Wachhunde im gehorchen?
Welchen Zweck hatte der erste Mord überhaupt, außer den, Lucius Clark zu verdeutlichen, dass der Maskierte es wirklich ernst meint? Übrigens fällt auf, dass dem Mörder (abgesehen vom Butler) nur Personen zum Opfer fallen, die erst unmittelbar vorher eingeführt wurden und in der Geschichte gar keine andere Funktion haben.

Der Lord kommt doch gerade erst wieder zurück zum Schloss, bzw. hat nicht seinen permanenten Wohnsitz dort - jedenfalls meine ich mich daran aus der Einführung der Figur zu erinnern. Der Junge war also bei seinem letzten Aufenthalt auf dem Schloss noch extrem jung. Außerdem wird ja angesprochen, dass der Lord ständig neue Hobbys hat. Möglicherweise fanden seine vorigen Hobbys primär in den eigenen vier Wänden statt?
Und die Morde, die keine zentralen Personen der Handlung betreffen, sind ein weiteres Argument für meine "um ein paar Szenen herum geschriebene Handlung". Anstatt zentrale Figuren auch um die Ecke zu bringen (der Lord könnte ja ein Opfer sein oder eben Clark anstatt des natürlichen Todes), schreibt man lieber für jeden benötigten Mord vorher eine zusätzliche Figur hinein - den "Bärtigen", den Gärtner usw.

Zitat von Savini im Beitrag #71

Nachdem der Würger erstmals aus dem Schloss gerannt ist, vergeht eine gewisse Zeit, bis Claridge ihn vom Fenster aus durch den Park laufen sieht. So weit, so gut. Aber wenige Minuten später ruft ihr Onkel im Old Scavenger Inn an, dass sich offensichtlich in London befindet - und wer ist dort am Tresen?
Und warum schreit Judy erst auf, nachdem der tote Würger demaskiert wurde - sie muss doch am besten gewusst haben, wer unter der Maske steckt?

Öh, ja, da weiß ich auch nicht mehr weiter...

Das Drehbuch vom "Würger" hat eklatante Mängel, aber die Inszenierung von Reinl lässt kaum Zeit drüber nachzudenken. So ähnlich arbeitet er ja auch bei "Die weiße Spinne", wo schon extrem früh eigentlich kaum Verdächtige für den Chef sowie den Inspektor existieren, man aber einfach nur gut unterhalten den irren Vorgänge auf der Leinwand verfolgt, ohne sich groß Gedanken zu machen, weil es flott geschnitten und inszeniert ist.

Savini Offline



Beiträge: 1.049

28.02.2025 14:38
#75 RE: Bewertet: "Der Würger von Schloss Blackmoor" (1963, BEW 2) Zitat · Antworten

Zitat von Fabi88 im Beitrag #74
Ich würde da wirklich stark auf "Zufall" plädieren. Bedrohte Frauen sind ja an und für sich ein beliebtes Element bei Krimis.

Natürlich; in diesen beiden Fällen war es mir nur aufgefallen, weil es eben nicht der Mörder der Geschichte ist, der die weibliche Hauptfigur bedroht, sondern dieser sogar zum Retter wird. Normalerweise ist es bei diesem Genre ja meist der Held, der diese Funktion einnimmt.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #74
Vielleicht ist der Würger also durch Tromby auf die Diamanten gestoßen und ihre Quelle erraten?

Da die Frau des Würgers als Bardame für Tavish arbeitet, könnte es natürlich sein, dass er über sie von dem Diamantengeschäft erfahren hat; oder es lief schon länger, und er hat sie gerade deswegen dort eingeschleust. Die alte Frage von Henne und Ei ...
Zitat von Fabi88 im Beitrag #74
Der Lord kommt doch gerade erst wieder zurück zum Schloss, bzw. hat nicht seinen permanenten Wohnsitz dort - jedenfalls meine ich mich daran aus der Einführung der Figur zu erinnern. Der Junge war also bei seinem letzten Aufenthalt auf dem Schloss noch extrem jung.

Als der Lord eingeführt wird, hatte ich eigentlich nie den Eindruck, als ob er zuvor längere Zeit abwesend gewesen wäre; denn in diesem Fall hätte er sicher größeres Gepäck bei sich, als er in die Halle kommt.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #74
Und die Morde, die keine zentralen Personen der Handlung betreffen, sind ein weiteres Argument für meine "um ein paar Szenen herum geschriebene Handlung". Anstatt zentrale Figuren auch um die Ecke zu bringen (der Lord könnte ja ein Opfer sein oder eben Clark anstatt des natürlichen Todes), schreibt man lieber für jeden benötigten Mord vorher eine zusätzliche Figur hinein - den "Bärtigen", den Gärtner usw.

Aus der Sicht von Lucius Mannings wären Tavish oder Tromby als Mordopfer eigentlich naheliegend: Tavish, weil Lucius Clark dann erstmal niemanden hätte, an den er die Diamanten schicken könnte; und Tromby (neben dem zuvor genannten Grund) weil Clark dann nicht mehr unter Druck stünde, die Steine möglichst schnell zu verkaufen, um seine Veruntreuungen zu vertuschen.
Aber lieber attackiert der Würger am hellichten Tag (!) die eigene Tante oder tötet Personen wie den Gärtner oder den Bärtigen, die ihm nichts getan haben und die er auch einfach ausrauben bzw. aufhalten könnte.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #74
Das Drehbuch vom "Würger" hat eklatante Mängel, aber die Inszenierung von Reinl lässt kaum Zeit drüber nachzudenken. So ähnlich arbeitet er ja auch bei "Die weiße Spinne", wo schon extrem früh eigentlich kaum Verdächtige für den Chef sowie den Inspektor existieren, man aber einfach nur gut unterhalten den irren Vorgänge auf der Leinwand verfolgt, ohne sich groß Gedanken zu machen, weil es flott geschnitten und inszeniert ist.

Das sehe ich ähnlich, einen neulich geposteten Beitrag aus einem anderen Film; für mich sind "Zimmer 13" und seine beiden Beiträge zur Mabuse-Reihe noch viel deutlichere Beispiele dafür, was Reinl aus dünnen, verworrenen oder lächerlichen Drehbüchern herausholen konnte.

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