Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Edgar Wallace ,...



Sie können sich hier anmelden
Dieses Board hat 1.591 Mitglieder
178.697 Beiträge & 6.954 Themen
Beiträge der letzten Tage
Foren Suche
Suchoptionen
  • Wallace-NeuverfilmungsmöglichkeitenDatum22.11.2021 11:06
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten

    Zitat von Edgar007 im Beitrag #387
    Zitat von Fabi88 im Beitrag #384
    abstruse Mordmethoden und -Verkleidungen (Mönch, Abt, Frosch und Co) und vieles mehr funktionieren kaum noch

    Komisch, ich lese in diesem Zusammenhang immer "Mönch, Abt, Frosch". Mir fällt jetzt spontan noch der "Hai" aus dem Gasthaus an der Themse ein. Wallace hat weit mehr als 100 Romane geschrieben und in nicht einmal 5% der Fälle gab's solche abstrus verkleidete Verbrecher... Wenn dies, was ich nicht einmal glaube, nicht mehr funktioniere würden, hätte man immer noch 4x soviel Romane, wie es James Bond-Filme gibt...


    Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage: Ohne die abstrusen Verkleidungen und Mordmethoden wäre die Wallace-Reihe sogar in den 60s nicht angenommen worden. Und wenn man nun auch noch bei einer Neuverfilmung einen "bodenständigen" Roman wählen würde, wäre es noch schwieriger als ohnehin schon irgendein Publikumsinteresse zu erwecken.

    Klar, man kann das Ganze in Hamburg spielen lassen und eine Frau als Kommissarin einsetzen und so weiter. Aber wieso muss dann noch das "Wallace"-Siegel unbedingt drauf?
    Wenn man so will, haben ja sogar einige moderne TV-Filme wie die "Kommissar Marthaler"- oder "Jan Fabel"-Filme diverse Wallace-Elemente von wegen Mordserien, teilweise spezielle Mordmethoden, Vermischung von Krimi und Grusel usw.
    Damit kann man doch auch seinen Spaß haben, ohne, dass einem im Vorspann der Name "Wallace" gezeigt wird?
    Beim "modernen" Publikum würde der Name "Wallace" nicht mehr ziehen, bzw. vielleicht sogar eher den ein oder anderen abschrecken, der so etwas wie die RTL-Filme erwartet und die eingefleischten Wallace-Fans würden sich nach dem ersten Teil erschrocken abwenden, weil sie "ihren Wallace" im Ergebnis nicht mehr erkennen...

  • Wallace-NeuverfilmungsmöglichkeitenDatum19.11.2021 15:39
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Wallace-Neuverfilmungsmöglichkeiten

    Zitat von Havi17 im Beitrag #383
    Das ist eine Sache der Bewertung von Empathie durch Betrachter und Darstellung. Abhängig davon daß biedes gegeben ist stimme ich zu oder auch nicht.

    Schrödingers Zu- oder Nichtzustimmung oder schon Dadaismus?

    Aber zum Wesentlichen:
    Zitat von Blacky81 im Beitrag #382
    Ich denke schon das eine Neuverfilmung/Neuauflage der Wallace - Romane auch mit deutschen Schauspielern möglich wäre und das nicht wenig erfolgreich. Hat doch z.B. Babylon Berlin eindrucksvoll gezeigt das Krimis die in den zwanziger Jahren spielen noch funktionieren. Auch die Qualität der deutschen Schauspieler wurde durch die Serie nochmal eindrucksvoll bewiesen.

    Das "Problem" ist hier, dass "Babylon Berlin" auf ziemlich aktuellen Romanen basiert, die auf die Zeit, in der das Ganze spielt mit heutigem Wissen blickt. Das ist natürlich gar kein Problem, aber eben überhaupt der Grund für die Existenz der Serie und den Erfolg und wenn man sich das anschaut und die zentralen thematischen Punkte, nämlich der sich ankündigende Aufstieg der Nationalsozialisten, Charlotte Ritter als emanzipierte Hauptfigur, die schillernde Berlin-Stimmung usw., wird eher offensichtlich, warum das mit Wallace eher nicht funktionieren würde. Wallace' Stoffe spielen nicht nur in der Zeit, sie sind dort auch moralisch, ästhetisch, wissenstechnisch und gesellschaftlich verankert. Auch das ist an und für sich kein Problem, wir lesen den Kontext ja ständig mit, weil uns das Alter bewusst ist.
    Eine "moderne" Umsetzung von Wallace-Stoffen, würde aber - sogar wenn man die Spielzeit der Romane beibehält - viele Änderungen nötig machen, die zentrale Wallace-Merkmale wegfallen ließen.
    Die bedrohte, hilflose Erbin, Verbrecher, die einfach Verbrecher sind (ohne große Herkunftsgeschichte), komplexe Mordkomplotte, die nur dazu da sind den Leser/Zuschauer zu verwirren, abstruse Mordmethoden und -Verkleidungen (Mönch, Abt, Frosch und Co) und vieles mehr funktionieren kaum noch so. Und würde man nur grobe Story-Elemente von Wallace nehmen und sich lose mit ganz neuen Büchern daran entlang hangeln - muss man dann das "Wallace"-Siegel draufkleben?
    Ja, in "Babylon Berlin" finden sich (eher aber erst in der dritten Staffel) einige Elemente vielleicht wieder, die auch bei Wallace nicht ganz fehl am Platz wären, aber ich muss sagen, dass es in der letzten Staffel in genau solchen Momenten (beispielsweise, wenn der Kuttenträger über das Filmstudiogelände läuft) eher unfreiwillig komisch wird und ich eher ein Gefühl von "Hintertreppe" und "altmodisch" habe. Und dies sind auch nicht die Merkmale für die "Babylon Berlin" weltweit geschätzt wird.
    Das Vertrauen in deutsche Schauspieler hätte ich, rein technisch wäre es mit ordentlichem Budget möglich das Ganze in den 20ern spielen zu lassen, aber es fehlt jeglicher Anknüpfpunkt für Publikum und Produzenten.
    Abgesehen davon, dass in Deutschland 95 Prozent der Zuschauer mit Kinski, Schwarz-weiß-Bildern, Geheimgängen und Nebel an die Sichtung herangehen würden und zwangsläufig enttäuscht werden:
    Wer nimmt das Geld in die Hand, um eine Serie zu produzieren, für die es außerhalb Deutschlands kein Publikum gibt? Es ist nämlich illusorisch, dass Engländer, Kanadier, Schotten, Amerikaner, Isländer, Schweden usw. eine in Deutschland und auf deutsch gedrehte Serie, die in London spielt, annehmen. Man müsste das den Briten überlassen und die haben, wie hier im Thread schon erwähnt wurde, keinerlei Interesse (mehr) an Wallace.
    "Babylon Berlin" kostet ein Heidengeld und trägt sich wirtschaftlich nicht, weil wir alle "so höllisch viel Rundfunkgebühren" zahlen (die ARD trägt "nur" ca. ein Drittel der Herstellungskosten) - sondern, weil die Auslandsrechte für viel Geld an Netflix und Co verkauft werden konnten. Im Ausland (gerade in den USA) findet man es reizvoll, eine fremde Stadt als Spielort zu erleben und wie diese von deutschen Filmemachern inszeniert wird. Das wäre bei Wallace nicht das selbe. Um das alte Sprichwort aufzugreifen: "Wieso sollten Deutsche den Amerikanern Coca Cola verkaufen?". In den 60s war das anders, weil ein Kinofilm seine Kosten auf dem hiesigen Markt einspielen konnte und nicht auf Auslandsvertrieb angewiesen war. Über damalige TV-Serien sprechen wir lieber nicht - sobald es dort in den günstigen Werbefernseh-Serien ins Ausland geht, muss man sehr viele Augen zudrücken und auch sonst ist das meiste aus heutiger Sicht eher "charmant" und "nett gebastelt". Mit dem geringen handwerklichen und finanziellen Aufwand bekommt man aber heute erst recht keine vorzeigbare historische Serie hin.
    Ich glaube, viele dieser Punkte wurden hier auch schon öfter genannt, aber man kann sich leider nur wiederholen.
    Die Möglichkeiten für Wallace-Neuverfilmungen sind realistisch gesehen eher überschaubar: Parodien wie "Der Wixxer", eine leicht ironische Weiterführung, bei der man sich auf die 60er-Filme quasi als realen Hintergrund beruft, bzw. die märchenhafte Welt ein Stück weit wieder heraufbeschwört - die 90er-RTL-Filme hätte man sicherlich besser gestalten können - oder die oft (hier) gewünschte werkgetreue Umsetzung, die jedoch kein Publikum und erst recht keine Finanziers hätte. Selbst die Briten selbst trauen sich an historische Krimis nur unter drei Vorzeichen heran: weltbekannte Autoren (eigentlich nur Christie, Conan Doyle und Chesterton), Mythen (Ripper und andere bekannte britische Mordfälle) oder neue Stoffe mit aktuellen Themen (beispielsweise "The Bletchley Circle" um vier Frauen, die in den 50ern in Mordfällen ermitteln).
    Man kann ja hoffen, dass es mit "Babylon Berlin" weiter geht oder andere Stoffe suchen, die ein wenig "Wallace"-Flair versprühen. Ich fand beispielsweise den SAT1-TV-Film "Mordkommission Berlin 1" von 2015 gar nicht übel. Der hält sich weitaus weniger mit historischem Kontext auf als "Babylon Berlin" und setzt launig eine sehr auf Effekte gemünzte Krimihandlung in eher märchenhafter als realistischer 20er-Jahre-Atmosphäre um. Macht Spaß das Ding - war aber finanziell ein riesiger Flop.

  • Die Sichtung ist nun schon wieder einige Wochen her und ich habe mich etwas anders an die ganze Sache herangewagt, indem ich (auch aus Rücksicht auf meine Freundin) einfach "Gesicht" aus der chronologischen Sichtung gestrichen habe.
    So musste sich der Film "nur" mit "Der Gorilla von Soho" oder "Der Mann mit dem Glasauge" messen lassen. Diese ganzen Aspekte von wegen "nochmal was Neues probiert" und "so hätte Wallace in den 70ern aussehen können" fällt interessanterweise komplett weg. Stilistisch ist der Film nämlich von den beiden vorgenannten gar nicht so weit entfernt, im Falle der Täterin ist Motivation und Auflösung ja sogar dem "Glasauge" gar nicht so unähnlich.
    Ich hatte eher das Gefühl, dass der Weg von "Glasauge" hier konsequent weitergegangen wurde, nur mit weniger Budget und etwas zurückgenommener Melancholie. Letzteres kann aber auch einfach daran liegen, dass Harald Philipp als Handwerker da vielleicht auch einfach nicht das Händchen hatte. Die Musik und die Szene am Piccadilly Circus sprechen aus meiner Sicht eher dafür, dass man durchaus Tragik, Drama und Melancholie wie in "Glasauge" erzeugen wollte.
    Die "etwas andere Besetzung" wird ja oft gelobt, für mich war der Rückgriff auf Felmy und Riebauer eher ein Zeichen dafür, dass man nur noch Geld für die Hauptdarsteller der Epigonen (Brauner Bryan Edgar Wallace-Reihe lässt grüßen) hatte.
    Vadim Glowna und andere waren bereits etablierte Fernseh(!)-Darsteller, Ivan Desny bereits als Gegenspieler Sievers in Kressins erstem Tatort-Einsatz etabliert, Friedrich Schoenfelder oder Siegfried Schürenberg ebenfalls sicherlich nicht mehr in der Lage sich die großen Rollen auszusuchen. Dazu kommen Uschi Glas und Co, die quasi als Nachwuchskräfte selbst ausgebildet wurden und daher keine großen Ansprüche stellten.
    Felmy gibt hier irgendwie bereits drei Jahre vorher eine Probe für den gemütlichen Kommissar Haferkamp im Tatort ab und wirkt wenig glaubhaft in den Actionszenen, Uschi Glas spielt katastrophal (im Gorilla fiel das in dem allgemeinen "Over the top" und dem schrillen Grundton nicht so auf), Günther Stoll wirkt lustlos und/oder krank/müde und die Liste lässt sich lang weiterführen.
    Wenn der Beitrag anstelle von "Der Teufel kam aus Akasava" als Beitrag zur "Bryan Edgar Wallace"-Reihe produziert worden, wäre, wäre es vielleicht gar nicht aufgefallen. Er hat beispielsweise durchaus Ähnlichkeit mit dem, was "Der Todesrächer von Soho" versucht - nur eben glücklicherweise keinen Jess Franco auf dem Regiestuhl.
    Das mag Alles wie ein Verriss klingen - dabei finde ich ihn gar nicht so schlecht. Ich wurde nochmal gut unterhalten von Wallace, aber zeitgleich machte sich ab der ersten Minute ein Gefühl von "es ist vorbei" breit. Die klassischen Elemente funktionieren deutlich nicht mehr, "frische Elemente" wie Ingrid Steegers Brüste, die ausgewalzten Fleischerei-Szenen und die "On location"-Szenen, die technisch bedingt mies geleuchtet sind oder wahlweise zu viele Außengeräusche auf der Tonspur haben oder zu klinisch nachsynchronisiert wurden, wirken schmierig und billig.
    Die Dinge, die funktionieren, gab es zu der Zeit bereits im Fernsehfilm, bzw. sie wurden dort anschließend ausgebaut.
    "Die Tote aus der Themse" ist kein schlechter Film, aber ein Film, der deutlich macht, warum der Krimi in dieser Form im Kino nichts mehr zu suchen hat und für das Fernsehen passender gestaltet werden kann.
    Wie schon richtig erwähnt, hat geringes Budget manchmal auch Vorteile: "echte Locations" bringen Realismus und Ernsthaftigkeit, "günstige Schauspieler" sind oft eben auch unverbrauchtere Gesichter und noch nicht beim ersten Leinwandauftritt als "Ah, wieder als grimmiger Handlanger" oder "Hui, der komische Sidekick" erkennbar, straffe Drehpläne mit wenigen Einstellungen und teilweise Handkamera bringen mit Glück auch ein gewisses Tempo und Timing mit usw.
    In sofern muss ich aber meinem Vorredner widersprechen. "Die Tote aus der Themse" wirkt auf mich wie ein etwas großzügiger budgetierter Fernsehfilm. Gerade die Ausstattung ist meist sehr mau. Bei Wendtlands Büro (in dem hier Sir John residiert) habe ich mich gefragt, ob Wendtland vorher Alles ausgeräumt hat oder wirklich in so einem leeren, halligen Raum gearbeitet hat.
    Man darf nicht unterschätzen, was 35mm-Filmmaterial und die 4K-Restaurierung ausmachen. Fernsehfilme jener Zeit wurden meist bereits auf 16mm gedreht. Wäre beispielsweise "Kressin und der tote Mann im Fleet" (um einen Tatort aus dem selben Jahr zu nehmen) auf 35mm gedreht worden und würde man ihn nun angemessen digitalisieren - es sähe nicht wirklich großartig anders aus.

    Der Vorschlag zu Co-Produktionen mit Hammer-Film oder Harry Allan Towers muten komisch an, wenn man sich anschaut, wo beide 1971 standen. Hammer hatte ab 1968 angefangen auch Serien für das TV zu produzieren und Kino-Produktionen von 1971 waren beispielsweise "Sex vor sechs Millionen Jahren" oder "Aufruhr im Busdepot". Dass man gerade in den Folgejahren noch versuchte sich auf Thriller zu verlegen, hätte vielleicht noch gepasst, aber was hätte Hammer davon gehabt, mit der Rialto co- zu produzieren? Man hätte Zugeständnisse an den (im Vergleich zu den USA und Großbritannien eher kleinen) deutschen Markt machen, deutsche Schauspieler einsetzen und sich auch noch inhaltlich reinreden lassen müssen. Außerdem waren das nur 2-3 Filme, ansonsten dominierten Komödien oder TV-Piloten zu anschließend gescheiterten Serienprojekten.
    Harry Allan Towers seinerseits fing ja ebenfalls 1969 an mit Spanien und Italien co-zu produzieren. Ansonsten kam da in den 70ern auch nur noch eine Reihe von "Jack London"-Verfilmungen oder sowas wie "Black Beauty".
    Um es auf den Punkt zu bringen: Hammer und Towers strichen im Grunde zeitgleich die Segel, was die Art von "Gruselfilm" betraf. Da die Kräfte zu bündeln, hätte das Siechtum nur verlängert und hätte auch künstlerisch kaum tolle Produktionen ergeben - höchstens seltsame Hybride.
    Diese Parallelen zeigen auch nochmal deutlich das Grundproblem: Der Markt war gesättigt, das Interesse an "klassischem Grusel" verloschen.
    In dieser Hinsicht ist Bond ja auch ein Paradebeispiel. Geschrieben in den 50ern als eiskalte Spionagegeschichten, in den 60ern teils noch Fokus auf diese Elemente, in den 70ern dann absoluten Fokus auf Stunts und Attraktionen, "Leben und sterben lassen" weist starke Blaxploitation-Elemente auf, "Moonraker" versucht sich unveerhohlen an "Star Wars" anzubiedern usw. Das hätte bei Wallace definitiv nicht so funktioniert, bzw. es wäre kein Wallace mehr gewesen. All das, was die teils so verhassten Gialli praktizierten, hätten die deutschen Filme auch tun müssen um "am Puls der Zeit" zu bleiben - also Abtreibung thematisieren und Co.

    Die Gialli ihrerseits waren im Kino ja gut aufgehoben - dort gab es angemessene Budgets, wirklich tolle Kameraarbeit, großartige Soundtracks, feine Ausstattung, teils gute Schauspielerleistungen und viel Gestaltungswillen, teils künstlerisch. Nur Wallace war das natürlich nicht mehr...

  • Wallace & Blu-rayDatum09.11.2021 09:39
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Wallace & Blu-ray

    Zitat von Jan im Beitrag #1074
    Mal eine berechtigte oder auch unberechtigte Frage eines Laien: Wenn sowohl Player als auch Fernseher nur Full-HD können und kein 4K, ist dann der Unterschied auch so gravierend zwischen BR und DVD oder egalisiert sich das dadurch etwas? Sicher wird ein Unterschied bestehen, aber ist der gravierend oder zu vernachlässigen?

    Gruß
    Jan

    Wenn Player und Fernseher FullHD können, dann holen sie schon das Maximum aus den BluRays (1080p) raus. Da musst Du dir also keinerlei Sorgen machen.
    Die Filme sind zwar in 4K gemastert, aber für die BluRay bereits auf 1080p herunterkonvertiert - ansonsten hätte das Format UHD sein müssen.
    Ein 4K-Player oder -Fernseher/Beamer würde das Ganze nun von der BluRay maximal nochmal hochskalieren, ähnlich wie DVDs von Deinem System wahrscheinlich von SD auf 1080p hochskaliert werden.

    Zu "Fluch der gelben Schlange": Der Film wurde ja mit FFA-Mitteln digitalisiert und Daniel hatte hier bereits den Link zum Filmanfang eingestellt, wo man sich ein erstes Bild von der Qualität machen kann. Es bleibt natürlich zu beachten, dass die Qualität der BluRay dank höherer Bitrate besser sein dürfte. Vimeo ist zwar ein guter Anbieter, aber die Videos werden auch dort natürlich komprimiert, was gerade bei alten Filmen wegen des Korns eine schwierige Sache ist. So sieht es auch hier teils etwas rauschig, pixelig aus, was auf der BluRay nicht der Fall sein dürfte.
    https://www.filmportal.de/node/28103/video/1679009

    Dank an palmi für die Kurzkritik zur Qualität von "Fluch" und "Wartezimmer". Dass letzterer nicht neu restauriert wurde, war ja angesichts seines Fehlens auf allen Förderentscheiden zu erwarten. Dass die BluRay trotzdem besser aussieht als die DVD, gibt das damals erstellte Master durchaus her, da zwar interlaced (also mit 50 halbbildern die Sekunde), aber eben auch mit der Auflösung 1920x1080 abgetastet wurde. Ich habe die Scheibe leider (noch nicht) hier, weil ich wie andere auf die günstigere Variante ohne Soundtrack warte, aber falls der Film in 1080i50 oder 1080p25 drauf wäre, wäre es der Beweis für die Verwendung des alten Masters.

  • Wallace & Blu-rayDatum25.10.2021 13:24
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Wallace & Blu-ray

    Zitat von Daniel86 im Beitrag #1061
    Zitat von DanielL im Beitrag #1047
    Eine "blöde" Frage an die Blu-Upgrader: Was habt ihr mit der DVD-Edition eigentlich gemacht?
    - Trotzdem im Regal
    - im Keller eingemottet
    - verschenkt, verkauft?

    Ich möchte auf jeden Fall die A3-Drehpläne behalten und wie erwähnt sind meine Schuber tlw. schon etwas verzogen und abgestoßen. Aber wenn das DVD-Bonusmaterial vollständig in der Blu-Beilage aufgeht, wären die DVD-Boxen endgültig überflüssig. Ein paar "rote Kauf-VHS" habe ich aus Retro-Gründen ebenfalls noch, aber nur noch ein paar ausgewählte und auch keine dauerhafte Abspielmöglichkeit.



    Bzgl. Bonusmaterial hast du natürlich recht. Die DVDs an sich würde ich dann wohl auch nie wieder einlegen. Aber gab es nicht Kritik an der Qualität der ersten Blu ray-Filme und sogar Hoffnung auf eine korrigierte Neuauflage? Welche Filme betraf das nochmal? Würde man bei denen am Ende doch die DVD bevorzugen? Oder zum Vergleich behalten wollen? Auch um die Booklets würde es mir irgendwie leidtun, auch wenn ich ehrlicherweise nicht mehr reinschaue.

    Also ich bin im Moment noch zu sehr Sammler, um mich von den DVD-Boxen zu trennen. Steht auch alles noch im Regal bei mir. Wenn bei den Blu ray-Einzelboxen im Vergleich zur Komplettbox irgendwelche gestalterischen Elemente wesentlich schöner sind, würde ich vielleicht sogar auch die bisher gekauften Einzelboxen behalten. Aber frag mich nach dem nächsten Umzug nochmal. Ein Kollege meinte gerade vorgestern, dass man wegen Umzügen anfängt, seine Sammlungen zu hassen. Ist leider auch was dran.


    Die "Probleme" betreffen die erste Wallace-BD-Edition, also "Frosch", "Hexer" und "Hund". Dort wurden die Filme nur in 2K, anstatt in 4K abgetastet, was aber natürlich dennoch einen ordentlichen Vorteil in Sachen Schärfe und Kontraste gegenüber den DVDs bietet.
    "Der Hexer" hat allgemein eine schwierige Materiallage (schon die DVDs waren nicht optimal) und bei der Blu-Ray-Qualität fällt nun umso stärker auf, wo die Negative und wo "nur" Zwischenpositive verwendet wurden. Anscheinend sind Teile der Kameranegative irreparabel beschädigt, so dass man zwischen mehreren Quellen wechseln musste - wahrscheinlich aber schon bei den DVDs.
    Bei "Der Frosch mit der Maske" hat man offensichtlich Retuschearbeit gescheut, wodurch vor allem nächtliche Sequenzen etwas "zerkratzt" wirken.
    Da ich die Filme nun chronologisch wieder durchgeschaut habe, kam "Der Hund von Blackwood Castle" recht spät dran und fällt technisch-qualitativ gegenüber den 4K-abgetasteten "Die blaue Hand" und Co etwas ab. Die Farben wirken blasser, das Bild nicht ganz so knackescharf, aber ich wage zu behaupten, dass die DVD schlechter ist.

  • Backkataloge großer LabelsDatum25.10.2021 13:10
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Backkataloge großer Labels

    Zitat von DanielL im Beitrag #33
    Ich versuche mal mein Glück, dass hier in eine andere Richtung zu lenken...

    Was mir auffällt, bezieht sich jetzt eher auf die Filme, die eben noch physisch kommen von den Majors. Klar, früher gab es auch bei einigen Filmen zig Varianten. Aber der übliche Fall war dann doch eher eine Standard-Edition, eine Deluxe/Sammler/Limited/Was-auch-immer-Edition mit besonderer Ausstattung und in der Folge vielleicht irgendwelche weiteren Varianten mit zeitlichem Verzug.

    Mittlerweile kommen oft zu einem bestimmten VÖ-Zeitpunkt zig Verpackungsvarianten mit erheblichem Preisunterschied. Dabei ist aber die Disc total identisch. Steelbook-Sammler scheinen da eine ganz spezielle Spezies zu sein.

    Nehmen wir das Beispiel "The Thing - Das Ding aus einer anderen Welt" von Universal:

    23.09.2021 - Keepcase 4K UHD + Blu-ray - Preis 23-25 EUR
    23.09.2021 - "Limited" Steelbook 4K UHD + Blu-ray - Preis 38-50 EUR


    Du hast sicherlich recht, dass sich die Majors da von den Boutique-Labels haben inspirieren lassen. Aber ganz neu ist das (zumindest im Ausland) auch nicht. Da gibt es teilweise Art-Editionen mit verschiedenen Steelbook-Motiven, die nummeriert oder zumindest limitiert sind - die Scheiben sind dann trotzdem immer die selben.
    Ich erinnere mich auch, dass es früher von vielen Blockbustern entweder 2-Disc-Editionen mit Bonusmaterial oder eben die Single Disc-Edition gab. Preis war teilweise beinahe verdoppelt.
    Ich selbst habe nur wenige Steelbooks und diese nur nach Gelegenheit gekauft, weil sie günstiger oder zumindest nicht teurer als die Amarays waren.
    Bei Filmen, die mir besonders am Herz liegen, bin ich für große Aufmachungen aber tatsächlich auch zu haben. Daher kann ich verstehen, dass es Filmfans gibt, die beispielsweise ihren Lieblings-Marvel-Helden-Film lieber im Steelbook ins Regal stellen als in Form eines schnöden Amaray-Cases. Ob die genannten 65 bis 100 Prozent Preisaufschlag gerechtfertigt sind, sei mal dahingestellt.

    Zitat von Ray im Beitrag #34
    Noch so ein "Phänomen", was inzwischen immer mal wieder auftritt, ist, dass sich die großen Labels Filme von den kleinen "zurückholen" und selbst nochmal - auf verbesserter Bildgrundlage - rausbringen. Aktuelles Beispiel: "Nur 48 Stunden/"Und wieder 48 Stunden"). Die hatte Paramount zunächst selber gar nicht als Blu-Ray gebracht, sondern - im Fall des ersten Teils - unterlizensiert, jetzt haben sie auf Basis eines 4K-Scans (über Vertriebspartner Universal) ein Blu-Ray Double Feature im Mediabook rausgebracht für rund 30 €, das wohl ruckzuck weg war. Nun kommt im November nochmal eines in einfacher Verpackung für 15 €...

    Die Prozedur mit Mediabook oder sonst wie aufgebohrter erster Edition und günstiger "Vanilla"-Variante begleitet uns Sammler ja nun schon seit Anbeginn der DVD-Zeit. Ein ähnlicher aktueller Fall (wenn auch mit Zwischenlizensierung) ist auch "Thief - Der Einzelgänger", das grandiose Kino-Debüt von Michael Mann. OFDB Filmworks hatte dort vor einiger Zeit eine wunderbare Edition aufgelegt, nun ist diese wohl abverkauft und/oder die Sublizenz ausgelaufen und Pidax wirft das Ganze nochmal im simplen Amaray auf den Markt.
    Bei Paramount und "Nur 48 Stunden" dürften die Gründe nochmal spezieller sein. Der Titel wurde nämlich 2011 in Amerika selbst ausgewertet und nur in Deutschland unterlizensiert. Physische Medien sind für die Majors nur noch eine Nische und die "kleingeschrumpften" Abteilungen haben wohl genug damit zu tun aktuelle Titel abzuarbeiten. Dazu kommt dann natürlich auch, dass die deutsche Tochterfirma nicht jede für den amerikanischen Markt gebaute Blu-Ray auch hier selbst bringt - da spielen dann auch sicher (falsche?) Einschätzungen des Marktes eine Rolle. Vieles wird dann einfach unterlizensiert, um schnell überhaupt Einnahmen mit den Titeln zu generieren, weil man sich bewusst ist, den Titel selbst nicht bringen zu können oder zu wollen. Aber dann gibt es sicherlich Rückmeldungen zum Erfolg dieser Veröffentlichungen, so dass nach Ablauf der Lizensierung das Major selbst nochmal veröffentlicht, wenn der Film gut am Markt lief. Und wenn ein neues Master zur Verfügung steht, lohnt es sich ja um so mehr.

  • Wallace & Blu-rayDatum04.10.2021 09:36
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Wallace & Blu-ray

    Zitat von DanielL im Beitrag #1039
    Zitat von Fabi88 im Beitrag #1038
    Aber davon mal ganz abgesehen: ich will nicht behaupten "Wer die Blu-Rays nicht kauft, hat die Wallace-Filme nie geliebt", aber es ist ein durchaus fairer Preis und nur hier hat man die Chance die Filme annähernd noch einmal so zu erleben, wie sie im Kino waren: 24fps und knackescharf. Dass der Ton auch noch (zumindest leicht) besser ist, als auf den DVDs, muss man wohl nicht erwähnen.Dass der ein oder andere Titel vielleicht etwas zu wenig Filmkorn hat und gerade bei "Frosch mit der Maske" etwas mehr Restauration (+4K) nett gewesen wäre, ist kein Grund auf die ollen DVDs zurückzugreifen.


    Jo. Thema der meisten hier ist aber wohl eher gerade: Habe die Blu-Einzelboxen schon gekauft und warum bestraft mich das Label jetzt dafür, indem gewisse Inhalte nun nur der Gesamtbox vorbehalten werden - zumindest vorläufig.

    Ist aber ja leider tatsächlich nichts Neues - siehe Karl May und andere. Man setzt dem Kunden indirekt die Pistole auf die Brust, von wegen "nur, wenn ihr fleißig kauft, erscheinen überhaupt alle geplanten Editionen" und wenn man dann mit den Einzeleditionen durch ist, wird der Kunde, der vorher nicht bereit war eine unvollständige Reihe zu kaufen, auch noch für sein Warten belohnt.
    Das hat man damals bei den DVD-Boxen eleganter gelöst. Es gab ein Abo-System mit Vorzahlung - wenn ich mich recht erinnere, habe es nämlich in Anspruch genommen - und somit ein Versprechen, dass alle Filme in dieser Form erscheinen.
    Kleine Labels hätten es ja ohnehin anders herum gelöst: die Einzel-Editionen strotzen vor Bonusmaterial und sind schicker aufgemacht, die Gesamtbox, bzw. spätere Nachpressungen kommen dann mit weniger Ausstattung, so dass sich der "frühe Käufer" nicht ärgern muss.

  • Backkataloge großer LabelsDatum04.10.2021 09:30
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Backkataloge großer Labels

    Zitat von Havi17 im Beitrag #29
    Ich glaube hier wird schon wieder aneineander vorbei geredet. Jeder hat halt so sein Weltbild und man muß ja das andere nicht verstehen.

    Wenn Argumente kämen, würde ich ja versuchen es nachzuvollziehen. Und (wie so oft) wird nicht auf Argumente reagiert, sondern behauptet, man wolle den anderen nicht verstehen oder rede aneinander vorbei. Dem ist wohl wirklich so, wenn ich mehrfach mit Argumenten erkläre, warum es sich nicht um Enteignung handelt und als Antwort nur "WIR WERDEN ENTEIGNET" zurückkommt. Schade, aber wohl nicht zu ändern.

  • Wallace & Blu-rayDatum03.10.2021 17:05
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Wallace & Blu-ray

    Zitat von Daniel86 im Beitrag #1036
    Zitat von Peter Ross im Beitrag #1035
    Dazu gibt es die Soundtrack CD im Rahmen der Box als Extra.


    ... aber eben nur bei der "limitierten Erstauflage (2.000 Stück)". Da kann ich überhaupt nicht einschätzen, wie schnell die abverkauft sein wird und ob der Preis vorher sinkt. Ich habe zwar auch alle CDs gekauft, aber irgendwie will ich diese Box jetzt so komplett haben. Zuletzt war ich oft zu knauserig mit DVDs und habe mich dann geärgert, wenn sie wider Erwarten schnell vergriffen waren. Nun denke ich, die Wallace-Reihe ist eine meiner liebsten Filmreihen - und habe die Box einfach mal so vorbestellt.

    Angesichts der Verfügbarkeit der Einzelboxen (die noch dazu nun wahrscheinlich gebraucht den Markt überschwemmen) weiß ich nicht, wie schnell diese 2000 Exemplare tatsächlich abverkauft werden. Es könnte sehr gut sein, dass die Box in dieser Form noch lange erhältlich sein wird.
    Aber davon mal ganz abgesehen: ich will nicht behaupten "Wer die Blu-Rays nicht kauft, hat die Wallace-Filme nie geliebt", aber es ist ein durchaus fairer Preis und nur hier hat man die Chance die Filme annähernd noch einmal so zu erleben, wie sie im Kino waren: 24fps und knackescharf. Dass der Ton auch noch (zumindest leicht) besser ist, als auf den DVDs, muss man wohl nicht erwähnen.
    Dass der ein oder andere Titel vielleicht etwas zu wenig Filmkorn hat und gerade bei "Frosch mit der Maske" etwas mehr Restauration (+4K) nett gewesen wäre, ist kein Grund auf die ollen DVDs zurückzugreifen.

  • Backkataloge großer LabelsDatum03.10.2021 16:51
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Backkataloge großer Labels

    Genau deswegen fand ich das Wort "Enteignung" falsch.
    Weil dieses ganze Geschwurbel von wegen "per Gesetz" und "die da Oben" mitschwingt oder sogar mitgedacht wird. Natürlich diktieren Politiker den Medienkonzernen, wie sie ihr Geld einzunehmen haben - gibt ja keine größeren Probleme. Ich sitze gerade kopfschüttelnd vor meinem Monitor, wenn ich Vergleiche von einer DVD (!!!) zu Grundbesitz und Wohneigentum lese.
    Noch einmal: welches Gesetz in Deutschland verbietet irgend jemandem den Besitz von DVD-Kopien von alten Filmen? Ich bin still, wenn mir jemand die Paragrafen zeigt.
    Es ist extrem lachhaft, wie sich Leute, die diese Filme ohnehin nicht schauen, darüber beschweren, dass neue Filme (!) nicht oder kaum mehr auf Medien veröffentlicht werden, die sie ohnehin mangels Player nicht kaufen (Sichtwort UHD). Foren sind manchmal tatsächlich eher ungesund, habe ich den Eindruck.
    Der Turbokapitalismus, die Digitalisierung und Co wird durch die Kunden vorangetrieben und somit auch diese Entwicklung. Der Kunde will sich entsprechend Nichts mehr in das Regal stellen oder nur einzelne Werke, aus besonderer Liebe (und dass es dieses Angebot nach wie vor geben wird, habe ich ja lang und breit dargelegt). Otto Normal will Alles mittlerweile immer und jederzeit und von Auto über Fahrrad zu Musik und Filmen wird Alles per Abo gebucht. Kann man kritisieren, fängt aber eben "unten" bei den Kunden an. Bewegt Euch bitte einmal aus Eurer Blase heraus und sprecht mit Otto Normal da draußen. Ein Großteil der Menschheit konsumiert Filme einmalig und sieht keinerlei Nutzen darin sich einen Film platzraubend ins Regal zu stellen um ihn einmal zu sehen. Und sich auf's Rad zu schwingen (oder auf dem Land sogar ins Auto setzen zu müssen) um zur nächstgelegenen Videothek zu fahren und dort mit Pech dann sehen zu müssen, dass der gewünschte Film gerade verliehen ist, ist tatsächlich nicht mehr zeitgemäß. Geht jemand von Euch noch in Videotheken? Nein? Hoppala, offensichtlich also durchaus selbst Schuld am Tod dieser Einrichtungen. Aber nein, die Politik und die Konzerne sind Schuld - die haben uns das eingebrockt! Ist das tatsächlich ernst gemeint?
    Es ist natürlich schön einfach reflexhaft "die da oben enteignen uns!" zu brüllen. So simpel ist es nicht und wie ich versucht habe zu erklären, sind wir durch unser Konsumverhalten Schuld an diesen Entwicklungen. Und was das Ganze so witzig macht, ist, dass es ja nicht einmal die Filme betrifft, die die Leute schauen, die hier so laut sind. Die sind alle auf DVD erschienen und gebraucht in Massen bei eBay zu bekommen oder auf Flohmärkten.
    Aber natürlich muss man nun hier mit "Deutschmichel", "Volkszorn" und Co um die Ecke kommen.
    Und witzig, dass Nutzungsrechte nun plötzlich etwas Böses sind und die Absichten der Konzerne nun auch verwerflich sind, wo es um Digitalisierung geht.
    Leute: jede einzelne DVD in eurem Regal steht dort, weil ein Großkonzern Euch Geld abknöpfen wollte - und Erfolg damit hatte.
    Die Digitaliserung fing übrigens mit DVDs (und CDs) an. Nicht eben wenige wollten diesen Schritt nicht mitmachen und bei Vinyl, MC und VHS bleiben, weil man da nachvollziehen konnte, wie Bild und Ton zur Röhre/zum Lautsprecher gelangen und bei DVDs (teils zu Recht) Sorgen mit der Haltbarkeit hatten. Bzw. noch früher wird es Leute gegeben haben, die den Schritt zur VHS nicht gehen wollten, weil ein Film ja nur auf Filmrolle ein echter Film ist - auch wenn es dann nur eine stark gekürzte Super8-Fassung ist.
    Es wird immer Leute geben (übrigens auch beim Nachwuchs), die dann feststellen, dass ein Musikalbum auf Vinyl doch etwas Tolles ist - das Artwork, der Prozess die Platte aufzulegen, der Klang,... und Ähnliches wird bei Filmen sicherlich auch passieren, aber wohl dann in Form der UHD - nicht als VHS oder DVD.
    Niemand nimmt Euch Euren Filmabend weg, weil der neue Disney-Familien-Abzock-Blockbuster nun nach der Kinoausstrahlung direkt bei Disney+ läuft und kein physisches Medium mehr erscheint. "Die toten Augen von London" wird man in 100 Jahren noch auf irgendeinem angestaubten Gerät auf einen Bildschirm bringen können. Kurz: Viel zu viel Rauch um Nichts. Aber Hauptsache die Gesellschaft ist verkommen, alle Entwicklungen Murks und man gibt unter lachhaftem Vorwand auch direkt der Politik noch Einen mit.
    Und weil die Greta-Kritik und das Lächerlichmachen der Klima-Bewegung so unangenehm mitschwingt: Ich will mir Datenträger ins Regal stellen, also mache ich mich über Klimaschutz lustig und bade aus Protest in Mikroplastik - wirklich sehr erwachsen. Oder man reflektiert mal und überlegt sich, ob es wirklich sinnvoll ist 75 Prozent einer DVD-Pressung entsorgen zu müssen, weil der Titel wie Blei in den Kaufhaus-Regalen liegt und sich nur wenige Exemplare verkaufen?

  • Backkataloge großer LabelsDatum01.10.2021 14:51
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Backkataloge großer Labels

    Zitat von Havi17 im Beitrag #24
    Wir reden aneinander vorbei. Es kein Wunsch.

    Aber eben auch keine Enteignung.

  • Backkataloge großer LabelsDatum01.10.2021 12:56
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Backkataloge großer Labels

    Zitat von Havi17 im Beitrag #22
    Wenn es WUNSCH des Künstlers oder Vermarkters wäre gebe ich Dir Recht. Doch dem ist nicht so.

    Wessen "Wunsch" ist es denn dann?
    Kleiner Exkurs: Die "großen Labels", von denen wir hier sprechen, sind eben keine Labels, sondern die großen Majors, die nach und nach alle eigene Streaming-Dienste an den Start bringen oder schon besitzen. Sony ist hierbei der bislang einzige Major ohne eigene Pläne, weil es stattdessen ein Bündnis mit Netflix gibt, die neue Kinofilme in der Zweitverwertung zeigen dürfen. Gut möglich, dass der Verzicht auf physische Auswertungsformen Bestandteil dieses Vertrags war.
    Natürlich ist das Ganze also eine Entscheidung der Vermarkter! Die Kosten für Aufbereitung, Presswerke, Vertrieb und Co rechtfertigen immer weniger die Einnahmen durch den Verkauf von physischen Kopien. Außerdem gefährdet jede physische Veröffentlichung eine Streaming-Auswertung, weil sich Blu-Rays leicht rippen, shrinken und hochladen lassen und es so fast immer eine illegale, aber kostenfreie Alternative zum bezahlten Stream gibt. Bei Streams den Kopierschutz zu umgehen und sie zu "ziehen" und im Internet zugänglich zu machen ist ungleich komplizierter und die Ersparnis geringer (einer von tausenden Filmen im Streaming-Angebot, das sogar mit Probeabo zu haben wäre versus physisches Medium, das 9,99 Euro aufwärts kostet).
    Und zum "Wunsch des Künstlers": glaube mir, den meisten Filmemachern sind physische Medien schnurzegal. Wenn es um Wünsche geht, dann meist darum seinen Film in regulärer Kinoauswertung auf der großen Leinwand zu sehen.
    Man kann die Kritik von Nolan, Tarantino und Co am Streaming noch so sehr beklatschen, aber letztlich geht es dabei immer darum, dass man die Leute im Kino sitzen sehen will und nicht zu Hause (!). Gegen parallele Blu-Ray-Veröffentlichungen am Tag des Kinostarts würden diese Herren ebenso Sturm laufen, weil auch diese ja dann nur auf kleinen Bildschirmen geschaut werden.
    Es gab sogar bereits einmal eine Front von Regisseuren, die einen neuen Standard etablieren wollten, damit nicht auf jedem Heim-TV ihre Filme durch falsche Einstellungen verhunzt werden (4:3 als 16:9 abspielen, "dynamische Farbeinstellungen", 100Hz-Modi und Co). Die wenigsten von uns haben zuhause die richtigen Standards, so dass der Film in Bild und Ton den Wünschen des Regisseurs und seines Teams entspricht.
    Es ist bezeichnend, dass beispielsweise der erste "Matrix" im Heimkino eine völlig andere Farbgestaltung hatte als im Kino. Ähnlich sah es bei "The Dark Knight", "Inception" und Co von Nolan aus. Die DVDs und Blu-Rays entstanden durch den Vermarkter, ohne Mitsprache der eigentlichen Künstler. Dass es auch sonst relativ wenige Filmemacher gibt, die sich Jahre später noch irgendwie einbringen bei der Aufbereitung ihrer Filme für Heimkino-Auswertungen, zeigt auch deutlich, dass sie selbst diese nur als sekundäre Auswertungsform sehen oder nach der Kinoauswertung sogar ganz abhaken. Wenn man Pech hat, kommt jemand wie William Friedkin dann höchstens mal auf die Idee das Grading des Films nachträglich zu verhunzen oder Vittorio Storaro hält es für eine gute Idee seine Filme auf ein neues Format zu beschneiden.
    Diese Filmemacher (auch Vohrer und Co) haben die Filme fürs Kino produziert. Ich würde davon ausgehen, dass es den meisten Regisseuren dann völlig egal ist, ob sich jemand ihren Film 40 Jahre später als Scheibe ins Regal stellt, den "Play"-Button beim Streaming-Dienst anklickt oder beim Zappen im linearen TV hängenbleibt. Sie werden sich freuen, dass ihre Filme weiter gesehen werden, aber der Fokus lag auf dem Kino und in welcher Form sie später gesehen werden, ist weitestgehend egal.
    Und der Künstler existiert beim Film nicht in der Form, wie in der bildenden Kunst oder (teilweise) in der Musik. Film ist immer Teamarbeit, selbst, wenn ein Kopf wie Hitchcock oder Nolan davor steht. Soll heißen: Ebenso wie ein Nolan für jeden seiner Filme beansprucht, dass er im Kino läuft, kann es bei einem anderen Projekt der Fall sein, dass es dem Regisseur total egal ist, welche Auswertungsform gewählt wird, der Kameramann aber wünscht, seine Bilder würden im Kino projiziert. Und das Alles zählt am Ende ohnehin Nix, weil der Produzent entscheidet.
    Wenn nur Netflix die Produktionskosten für einen geplanten Film zahlt, müssen die Filmschaffenden das schlucken und dürfen sich freuen, den Film überhaupt realisieren zu können. Sich dann darüber zu beschweren, dass ein Unternehmen, deren Markenkern (überspitzt formuliert) die Vernichtung des Kinos und ein rein digitales Angebot ist, keine Kinoauswertung und keinen DVD-Verkauf vornimmt, wäre höchst albern.
    Der wirkliche Kampf findet ohnehin längst nicht mehr zwischen physischen Medien und Streaming statt, sondern zwischen Kino und Streaming. Und wenn wir uns so sehr auf Heimkino (egal ob physische Medien oder Streaming) fixieren, sind wir eben auch mit Schuld, dass das Kino auf lange Sicht verliert und die Streamingdienste noch größer werden - wodurch letztlich der Todesstoß für physische Medien beschleunigt wird.

  • Backkataloge großer LabelsDatum01.10.2021 10:05
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Backkataloge großer Labels

    Zitat von Havi17 im Beitrag #20
    Dieser Satz ist kein Quatsch. Wenn ein Käufer aufgrund dieser Entscheidung kein eigenes Eigentum an Kulturgut mehr erwerben kann,
    dann ist das so. Wenn man natürlich schon immer Gemälde, Musik, Filme, so wie Du schreibts, verleihen wollte, dann gebe ich Dir Recht.

    Wenn man an (bestimmten!) Kulturgütern kein Eigentum erwerben kann, dann ist das Wunsch des Künstlers oder Vermarkters, keine Enteignung. Für eine Enteignung müsste man dir quasi per Gesetz die Filmkopien, die bereits in Deinem Regal stehen, abnehmen oder Dir den Besitz von DVD/BD-Playern untersagen.
    In der Sache - nämlich, dass es schade ist, wenn physische Medien langsam aussterben - bin ich ja durchaus Deiner Meinung. Ich stoße mich nur am Vokabular - vor allem dem Wort "Enteignung".
    Und man "besitzt" einen Film nicht, nur weil man eine VHS, DVD oder Blu Ray im Regal stehen hat - man besitzt immer nur eine Kopie.
    Wenn ich Freunden erzähle, dass ich ein Gemälde von Leonardo da Vinci besitze und ihnen dann in meiner Wohnung einen Kunstdruck zeige, darf ich mich nicht wundern, wenn man mich freundlich auf gewisse Definitionen hinweist. Warum soll das bei Filmen anders sein? Bei Musik ist es noch einmal etwas anderes - dort ist ein "Album" als industriell, serienmäßig produzierte Kompilation bestimmter Musiktitel auf einem Medium inklusive Cover-Artwork als Produkt ja die eigentliche Kunstform.
    Aber darüber hinaus wundere ich mich auch ein wenig über den "Aufschrei" in einem Forum, in dem ein Großteil der Nutzer Filme eher retrospektiv genießt. Dass ich von aktuellem quietschbuntem Disney-Bombast oder generischen Blockbustern keine physischen Kopien mehr erwerben kann, macht mich nicht wirklich traurig, bzw. berührt mich überhaupt nicht. Da lande ich vielleicht hin und wieder zur Zerstreuung einmal im Kino, aber ins Regal stellen muss ich mir das dann nicht mehr. Und große Teile des Backkatalogs sind bei den meisten Majors längst mindestens auf DVD ausgewertet, so dass die meisten Filme in irgendeiner Form notfalls gebraucht noch erhältlich sind. Diejenigen, die sich darüber beschweren, dass es dann künftig keine Neuauflagen mehr gibt, sind zum Teil dann witzigerweise die selben, die UHD für nutzlos erachten und dann zum Teil nicht einmal die Blu Rays kaufen wollen, weil Ihnen die DVDs genügen.
    Dass ich jährlich genauso viel, vielleicht sogar mehr Geld für physische Datenträger ausgebe als früher und die "Einkaufsliste" mit Neuerscheinungen nach wie vor voll ist, demonstriert, dass für unsere Zielgruppe noch immer viel in physischer Form neu auf dem Markt erscheint. Rührig sind hier natürlich vor allem die "Edition Deutsche Vita" mit der aktuellen prachtvollen Ausgabe von "Deadlock" und demnächst "Abwärts" oder "Das Rasthaus der grausamen Puppen" oder viele andere kleine Labels, die immer wieder die ein oder andere Überraschung parat haben - wie Ostalgica die nun beispielsweise "Argoman" von 1967 in toller Bildqualität auf Blu-Ray veröffentlicht haben und dafür (wie es scheint) "nur" eine Kinopkopie abgetastet und wunderbar aufbereitet haben. In dieser Form hätte ich gern mehr!
    Die großen Labels mögen den Verkauf von Kopien aussterben lassen, aber Boutiqe-Labels gibt es nach wie vor, bzw. nun erst recht. Und auch bei Wallace, Karl May und Artverwandten wird es weiter Datenträger-Verkauf und TV-Ausstrahlungen geben, weil die Zielgruppe (noch) nicht im Streaming angekommen ist. Die Rechteinhaber sind ja nicht ganz doof und wissen durchaus, dass sie die Filme dahin bringen müssen, wo die Kunden sie finden.
    Ich würde außerdem nicht ausschließen, dass wir eine Situation ähnlich zur Entwicklung in der Musik erleben werden: da haben MP3 und Spotify den CD-Markt fast vollständig gekillt, aber Schallplatten als Liebhaberobjekt haben überlebt, bzw. nach langem Koma überhaupt erst wieder den Sprung mit Neuerscheinungen zurück ins Angebot geschafft.
    Und in dieser Form werden auch physische Medien beim Film meiner Meinung nach überleben - als liebevolle Kleinauflage mit Fokus auf Qualität, also Steelbook, Mediabook oder im Schuber mit viel Bonusmaterial und entsprechendem Preis. Und dann steht das Ganze eigentlich auch erst in einem gesunden Verhältnis: das gelegentliche Schauen per Abo oder Pay-per-view gegenüber dem Besitz einer angemessenen Kopie für 20-40 Euro in einer Aufmachung, die einem Film, den man wirklich liebt, würdig ist.
    So paradox das klingt: Wenn ich vor meinem riesigen BD-/DVD-Regal stehe oder im Mediamarkt die Auslagen sehe, erwische ich mich extrem oft bei dem Gedanken, wie sinnvoll dieser massive Plastikverbrauch wirklich noch ist, um einmal im Jahr eine bestimmte Scheibe in ein Gerät legen zu können. Es gibt Filme, für die habe ich insgesamt sicherlich schon hohe zweistellige Summen ausgegeben, weil ich sie im Kino gesehen habe, dann die VHS haben wollte, diese aus Qualitätsgründen durch die DVD ersetzt habe und jetzt nochmal die neue 4K-Abtastung als UHD oder BD kaufe - und in dem gesamten Zeitraum habe ich den Film dann doch nur maximal 2-3 Mal gesehen, aber jede Menge Müll produziert. Wenn ich den Film einfach jedes Mal, wenn ich ihn sehen wollte, für 4,99 oder meinetwegen 9,99 digital geliehen hätte, wäre ich günstiger gefahren und hätte dennoch jedes Qualitätsupdate mitnehmen können. Teilweise kauft man ja auch eine digitale Kopie und kann dann für sehr lange Zeiträume darauf zugreifen, das Master wird dann aber in der Zwischenzeit immer wieder qualitativ geupdated.
    Ich würde also für mich selbst gar nicht ausschließen, dass irgendwann nur noch meine absoluten Lieblingsfilme im Mediabook im Schrank stehen und ich für Alles andere auf digitale Angebote zurückgreife, wenn ich Lust darauf habe. Bei Büchern halte ich es ja ebenso. Da wird ein Buch entweder ohnehin nur geliehen oder nach dem Lesen direkt wieder verkauft und nur die "Klassiker" bleiben im Regal.
    Das läuft dem Grundgedanken des Sammlers absolut zuwider, aber das Angebot an Filmen, Musik und Literatur ist einfach zu groß um sich das volle Angebot in die eigene Wohnung zu stopfen. Da kann man die Digitalisierung durchaus auch als Chance begreifen. In dem Zeitraum, in dem früher ein Film abgetastet, restauriert, aufbereitet, das Bonusmaterial kompiliert, der Datenträger authored wurden, Presswerke und Druckereien beauftragt werden mussten und noch ein Vertrieb die Ausliefereung organisieren musste, kann ein Rechteinhaber nun in der selben Zeit ein vielfaches an Filmen digital zugänglich machen. Das Angebot wird ja nicht kleiner - ganz im Gegenteil!

  • Backkataloge großer LabelsDatum29.09.2021 12:15
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Backkataloge großer Labels

    Zitat von Havi17 im Beitrag #17
    Insgesamt betrachtet führt der Verlust an physischen Medien immer mehr zu Enteigung.

    So gern ich selbst phsysische Medien im Schrank stehen habe - dieser Satz ist Quatsch!
    Besitzt Du alle Filme dieser Welt und die bösen Produktionsfirmen stehen nun vor Deiner Tür und reißen sie Dir aus der Hand?
    Wer die Filme produziert, entscheidet auch, welche Verwertungswege er wählt - ganz simpel! Wenn ein bildender Künstler sich entscheidet, dass er keine Reproduktionen seines Gemäldes erlaubt, dann gibt es eben nur das eine Original, dass bei einem Sammler hängt und Otto Normal kann sich keinen Druck für 20 Euro vom Ikea holen. Von Enteignung würde hier aber niemand sprechen.
    Im Grunde (und diese Fälle gibt es ja massenweise) kann ein Rechteinhaber sogar entscheiden, einen Film in gar keiner Auswertungsform zugänglich zu machen. Da gibt es eingie Filme, von denen weder DVD, noch Blu-Ray, noch Streaming-Angebot existieren und in einigen Fällen dann sogar nicht einmal TV-Ausstrahlungen stattgefunden haben. Auch das ist keine Enteignung, bestenfalls Ignoranz oder schlechte Arbeit.
    Außerdem gilt, was ich auch schon mehrfach angemerkt habe: Einen Film "besitzen" werden die wenigsten von uns. Wir haben Kopien bestimmter Filme im Schrank stehen - nicht mehr und nicht weniger. Die Wallace-Filme beispielsweise "besitzen" die Wendlandts, wir dürfen Kopien auf verschiedenen Medien käuflich erwerben oder mieten - was im Übrigen auch für Streamingdienste gilt, die Lizenzen nur für bestimmte Zeiträume erhalten.
    Und keines der Unternehmen, die aktuell entscheiden auf physische Medien zu verzichten, tut dies um "Kunden zu enteignen" oder bestimmte Nutzungsformen zu kriminalisieren. Die Verkaufszahlen rechtfertigen nur ganz einfach nicht mehr die Presswerk- und Vertriebskosten.
    Wir dürfen uns außerdem am allerwenigsten beschweren: Filme, die uns hier im Forum betreffen, erscheinen ja dank Boutique-Labels und der eher konservativen Kundschaft ja weiterhin physisch.

  • Wallace & Blu-rayDatum23.09.2021 16:57
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Wallace & Blu-ray

    Zitat von eastmancolor im Beitrag #1031
    Zitat von DanielL im Beitrag #1029
    Zitat von eastmancolor im Beitrag #1027
    Ganz schön verwirrend ob Wartezimmer nun dabei ist. Falls nicht, dann bleibe ich bei meinen Boxen und warte bis eine Box mit Wartezimmer kommt.


    Haha, das ist schon kurios. Die Wallace-Box mit der Begründung ablehnen, dass der Film (eventuell) nicht enthalten ist, der eigentlich ohnehin nicht hineingehört.



    Für mich zählt er als Rialto Krimi voll dazu.


    ... ich weiß nur nicht wo WARTEZIMMER plötzlich in HD herkommen soll? Der wurde doch offiziell noch nicht im Rahmen der Filmerbe Digitalisierung abgetastet?

    Wurde doch schon durchgekaut: Für die DVDs wurde damals schon in 1080i50 abgetastet. Das reicht sogar für eine Blu Ray in der Praxis aus. Teilweise erscheinen immer noch Filme in 25p, wohl weil genau solche Master die Basis bilden. Der qualitative Zugewinn gegenüber der DVD wäre da, aber eben nicht so stark wie bei einer 2K- oder gar 4K-Neuabtastung. Um es als Bonus beizulegen sollte das ausreichen.

    Bei der Disc-Anzahl gibt es ja auch noch die Möglichkeit, dass Rätsel und/oder Geheimnis noch parallel mit der Langfassung auf zusätzlicher Scheibe kommen.
    Bei "Der Fluch der gelben Schlange" hoffe ich dann tatsächlich auch noch auf eine Einzel-VÖ.

  • Da bin ich mal gespannt! Beinahe mehr auf Pacing, Inszenierung, Geräuschkulisse und musikalische Untermalung als auf die Besetzung.

  • Geheimagent Barrett greift ein (1965)Datum27.08.2021 15:07

    Die etwas träge Handlung muss ich bestätigen, aber ich habe selten einen so großartig fotografierten Film gesehen. Beinahe jedes Bild könnte man in einen Rahmen packen - jedenfalls hat er sich mir so eingeprägt.
    Zudem gefiel mir die Stimmung sehr gut. Sturges schafft hier sehr viel Atmosphäre.

  • Normalerweise sind Wallace-Amateurfilme (auch oder gerade meine eigenen damaligen) vorallem unfreiwillig komisch und extrem selten in irgendeiner Form sehenswert. Das liegt irgendwo auch in der Natur der Sache - geht es doch im Kern nicht darum, ein Publikum zu erreichen oder gar große Gewinne einzufahren, sondern um den Spaß beim Drehen und darum ein wenig den Vorbildern nachzueifern.
    Dieser Produktion muss man aber zu Gute halten, dass sie scheinbar den Look und die Kamera- und Lichtarbeit der Originale recht gut trifft - was sicher auch daran liegt, dass man auf Super8 oder gar Super16 gedreht hat und somit einen "filmischen Look" erreicht, was beispielsweise der parallel hier geteilte "rote Mönch" mit seiner digitale Handkamera mit zu engen Kadrierungen und Bluescreen-Gemurkse (sorry ) zu keinem Zeitpunkt schafft - vielleicht auch gar nicht angestrebt hat.
    Kaufen würde ich die DVD nicht, aber ich bin gespannt auf Eindrücke!

  • DrehbuchautorenDatum27.07.2021 13:06
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Drehbuchautoren

    Hanns Wiedmann dürfte darunter "gelitten" haben, dass der "Fälscher von London" qualitativ zwar ganz klar zu den besten Werken gehört, aber dem Gleis zuzuordnen ist, dass sich stilistisch in der Reihe/beim Publikum nicht durchsetzen konnte.
    Bei "Die Tür mit den 7 Schlössern" hat er ja "nur" überarbeitet, soweit die Überlieferung zumindest. Auch Gerhard F. Hummel soll dort noch Hand angelegt haben und nicht zuletzt wird Vohrer da noch einmal viel eingebracht haben. Gerade die rhythmischen Probleme und der Fokus auf Nebensächliches, wie ich an anderer Stelle schon schrieb, dürften inszenatorisch begründet sein, weniger schon im Drehbuch angelegt sein.
    Und Franz Josef Gottlieb zeigte bei "Der schwarze Abt" einmal mehr, dass er zwar visuell und atmosphärisch ordentlich was drauf hatte, aber beim Pacing und anderen Disziplinen eher schwächelte. Mit anderen Worten: Wiedmanns Beiträge gehörten (aufgrund unterschiedlicher Gründe wie Thematik, inzenatorische Mängel,...) nicht zu den "Hits" der Serie.
    Das dürfte ebenso ein Grund für keine weiteren Beteiligungen von Wiedmann gewesen sein, wie die Tatsache, dass Herbert Reinecker und Vohrer, bzw. Harald G. Petersson und Vohrer die publikumsträchtigsten Stoffe lieferten, bzw. als Teams wohl einfach super funktioniert und abgeliefert haben.
    Egon Eis ist dann noch einmal eine Klasse für sich - mit "Der Frosch mit der Maske", "Die toten Augen von London" und "Das Gasthaus an der Themse" hat er ja quasi die Grundsteine sowohl für die Reihe an sich, als auch für die stilistische Ausprägung (Nebel, maskierte Mörder, Rettung der Erbin) gelegt, die Jedermann heute noch beim Stichwort "Wallace" im Kopf hat. Mit "Der rote Kreis" und "Das Rätsel der roten Orchidee" kommen dann noch zwei sehr starke weitere Bücher hinzu, die interessante Alternativen zum "Stamm-Stil" boten, aber (leider) nicht weiter verfolgt wurden. Seine Qualität zeigt sich auch darin, dass die fünf genannten Beiträge von vier verschiedenen Regisseuren umgesetzt wurden. Die Qualität der Endergebnisse lässt sich also kaum (nur) dem inszenatorischen Können des jeweiligen Spielleiters zurechnen.

  • Es wird hier, glaube ich, oft zu sehr davon ausgegangen, es hätten Romankenner an den entscheidenden Stellen gesessen als die deutschen Filme produziert wurden, bzw. es wäre nach inhaltlicher Qualität entschieden worden.
    Man startete mit zwei "Versuchsballons", nämlich "Der Frosch mit der Maske" als einem der erfolgreichsten Wallace-Romane und noch dazu mit "kostümierter Killer"-Thematik und "Der rote Kreis" - einem "bodenständigen Krimi", der wohl von den damaligen Dramaturgen als gut konzipiert und vorallem kostengünstig umsetzbar bewertet wurde. Beide haben allerdings eben auch schicke, minimalistische Goldmann-Cover und mit "Frosch" und "rotem Kreis" Erkennungsmerkmale. Die Titel sind zudem so prägnant, dass es unwahrscheinlich ist, dass jemand nach dem Kinobesuch noch lang überlegen muss, wie der Film doch gleich noch hieß, den er jemandem empfehlen will.
    "Die Bande des Schreckens" kombinierte ja quasi beide Richtungen sehr gelungen, aber dass der "Frosch" zumindest (etwas) besser ankam als der "Kreis", dürfte dazu geführt haben, dass vermehrt Ausschau gehalten wurde nach Romanen, die von den Figuren, dem Setting oder zumindest dem Titel ähnliche Filme ergeben könnten - und irgendwann mangels literarischer Vorlagen zu immer abstruseren Kostümen gegriffen wurde.
    Ich bezweifle, dass bei Constantin oder Rialto sich damals jemand durch alle Romane gelesen hat um wirklich gute Stoffe zu finden. Man hat eher darauf geschaut, welche Titel "knallen" und welche Romane schon vom Klappentext her visuelle Versprechungen machen. Die bekanntesten Wallace-Romane wie "Die toten Augen von London" mussten selbstverständlich irgendwann an die Reihe kommen, außer "Der Banknotenfälscher" fallen mir aber wenige Beispiele ein, wo eher nach tatsächlicher Qualität der Vorlage als nach Titel entschieden wurde - dort änderte man ja sogar den Titel noch etwas publikumswirksamer ab.
    Beim "grünen Bogenschützen" wird sicherlich die Grundsituation, eine prägnante Figur durch die Handlung wandern lassen zu können, den Ausschlag gegegen haben - Verkaufszahlen des Romans und dessen Qualität mal ganz außer Acht gelassen.
    Aber ich kann mich natürlich auch täuschen.

Inhalte des Mitglieds Fabi88
Beiträge: 3772
Ort: Köln
Geschlecht: männlich
Seite 1 von 50 « Seite 1 2 3 4 5 6 50 Seite »
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz