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  • Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #41
    Zitat von Fabi88 im Beitrag #26
    Ich habe keine "belehrenden Winkel" in die Wallace-Filme interpretiert, ...

    Das dürften wir wohl unterschiedlich sehen. Wenn du Vohrer unterstellst, er wolle jemanden (wen eigentlich?) mit (wessen?) NS-Verbrechen konfrontieren, heißt das ganz klar: Die Wallace-Filme haben deiner Meinung nach einen erzieherischen, belehrenden Re-Education-Auftrag.


    "Denkanstöße" sind kein "Re-Education-Auftrag" oder Ähnliches. Und ich habe die Konfrontations-Theorie nicht als die einzige richtige hingestellt, sondern als Möglichkeit in Betracht gezogen.
    Vohrer geht in Punkto Gewalt weiter als seine Kollegen und schreckt dabei auch nicht vor Gas und Ähnlichem zurück. Die zeitgenössische Kritik hat dies hier und da schon durchaus kritisch betrachtet.
    Natürlich kann man nun als Argument anführen, dass die Zuschauer damals nach immer obskureren Mordmethoden und abstruseren Kostümen verlangten, aber das war aus meiner Sicht eher eine Folge davon, nicht der Ursprung. Und bei Reinl und Co fiel dies nicht ganz so extrem aus.
    Man könnte jetzt also wild diskutieren, ob Vohrer einfach selbst "drauf stand", Wendtland mehr Gewalt wünschte oder glaubte, das Publikum wolle das so. Zumindest der Verleih freute sich ja über jeden Wallace mit niedriger FSK-Freigabe.

    Zitat von Fabi88 im Beitrag #26
    aber die eigene Haltung kann man unmöglich aus seinem Werk heraushalten, auch wenn es Auftragsarbeiten sind.

    Dann nehmen wir dein Beispiel bzgl. Reinls Frosch und der Todesstrafe. Es trifft nicht zu. Welche "Haltung" Reinls in Bezug auf die Todesstrafe soll sich aus dem Film heraus zeigen? Er hat das abgefilmt, was Wallace sich ausgedacht und Bartsch/Eis davon adaptiert haben. Und selbst bei Wallace entspringt die Todesstrafe als Plotelement (zumindest in diesem Falle) nicht einer "Haltung", sondern einzig dem Wunsch, mit der irreversiblen Natur einer solchen Bestrafung handfesten Suspense zu generieren.[/quote]
    "Abfilmen" gibt es nicht. Es wäre eine Theaterbühne ohne Bühnenbild, auf der die Schauspieler sitzen und den Text möglichst betonungsfrei rezitieren.
    Dem Regisseur obliegen alle kreativen Entscheidungen. Zwar gibt es für jedes Gewerk einen "Chef", geht es aber darum, ob die Protagonistin ein rotes Abendkleid oder einen grünen Minirock tragen soll, entscheidet der Regisseur. Bzw. auch Ideen anderer anzunehmen oder bestimmten Gewerken komplett freie Hand zu lassen ist eine Entscheidung.
    Dementsprechend ist es kein Problem, falls Vohrer die Schauspielführung nicht lag. Ihm waren Optik, Tempo und Co wichtiger. Noch extremer ist da beispielsweise Dario Argento, wo die Schauspieler in beinahe jedem Werk komplett führungslos umherzulaufen scheinen.
    Das Todesstrafenthema ist im Roman und Eis/Bartsch haben es beibehalten, ja. Aber bereits das ist doch eine Haltung? Nehmen wir an, dass ein Drehbuch der Todesstrafe positiv gegenüber steht: er hätte das ganze Thema dramaturgisch beibehalten können. Sprich, John Bennet macht seinen Job gern, verheimlicht ihn nur aus gesellschaftlichen Gründen. Als er hinter Bennets Geheimnis kommt, äußert sich Richard Gordon anerkennend von wegen "ehrenwerter Job". Es wäre alles ebenso möglich gewesen, die Suspense wäre geblieben, der junge Bennet fiele als bedauerlicher Einzelfall einem eigentlich guten System in die Hände und der Henker zeigt Eigeninitiative. Das hat man aber ganz bewusst nicht getan - weil die Todesstrafe in der Wirtschaftswunderzeit des damaligen Deutschland keine Basis zu haben schien, aber auch, weil es anscheinend den Autoren ins eigene Weltbild passte. Und Reinl zeigt Bennet als dämonischen, unheimlichen Kerl und erzählt seinen beruflichen Hintergrund eher als kriminelles Doppelleben, denn als simples Geheimnis - wie es vielleicht im Roman eher noch gehandhabt wurde. Sympathisch wirkt er ab dem Zeitpunkt, wo er sich von seinem Beruf zu lösen beginnt.

    Ich glaube übrigens, dass hier unterschiedliche Definitionen von "Politisch" herumschwirren.
    "Politisch sein" fängt bei mir nicht an bei "moralischer Zeigefinger" und "Themen vordergründig behandeln" und erfordert auch nicht die Mitgliedschaft in der NSDAP oder SPD oder was auch immer.
    Klassensprecher ist ein politisches Amt, Politik ist nicht nur Staatstragend, sondern ganz simpel die Art und Weise von Interessenausgleich und Miteinanderleben und ist daher nicht immer zwingend Parteipolitik.
    Nichtwähler sind ja auch nicht unpolitisch, sie sehen ihre Interessen nur nicht präsentiert vom Angebot oder was auch immer... aber darüber wird ja auch immer wieder gestritten.

  • Wallace & Blu-rayDatum12.09.2019 11:55
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von eastmancolor im Beitrag #762
    Ich schätze das HALBMOND und STECKNADEL in ihren deutschen Kinofassungen ganz normal in die Boxen inteegriert werden. Ob es noch Langfassungen on top gibt weiß ich nicht aber ich glaube nicht dran.
    Koch hatte nur die Lizenz für die jeweilige MEdiabook Veröffentlichung.
    Ich könnte mir aber vorstellen dass Koch noch GESICHT bringt. Die Giallo Fans wollen die volle Fassung, die ja bei Arrow erschienen ist.
    Das muß man abwarten.


    Interessant ist auch, wann WARTEZIMMER ZUM JENSEITS restauriert wird.

    Beim "Wartezimmer" bin ich wie gesagt gar nicht so überzeugt, dass der überhaupt restauriert wird.
    Vor 10-15 Jahren gab es kein Material von dem Film. Meines Wissens gab es nie eine VHS und auch TV-Ausstrahlungen dürften sich an einer Hand abzählen lassen. Dementsprechend war es damals lukrativ den Film im Zuge der Wallace-Filme mit-zu-digitalisieren und die Kosten mit den Verkäufen der Wallace-Filme - auf einem damals noch gut laufenden DVD-Markt - querzufinanzieren. So hatte man überhaupt etwas Brauchbares von dem Film im Archiv.
    An Stelle der Rialto würde ich das 1080i-Master bestmöglich auf 1080p wandeln und es dabei belassen. Wenn eine Lizenzanfrage für Blu Ray, Streaming oder TV kommt, reicht das (aktuell) noch und das Interesse an dem Film wird wohl kaum in 10-20 Jahren größer sein als jetzt.
    Für Rialto spielt bei einer Digitalisierung das Publikumsinteresse die größte Rolle, das ich wie gesagt eher für überschaubar halte und für die Filmförderung spielt die Bedeutung für die nationale Filmgeschichte eine große Rolle. Ob die Filmförderung den Film für erhaltenswert hält, kann ich nicht voraussehen, aber dass der Film nicht gemeinsam mit den letzten 9 Wallace-Filmen auf der aktuellen Förderliste steht, macht es nicht wahrscheinlicher, dass man dem Film eine 4K-Abtastung spendiert.

    Mit Wallace, Karl May und den Otto-Filmen dürfte Rialto die zugkräftigsten Titel (größtenteils) ins 4K-Zeitalter geholt haben. Erst einmal könnte ich mir vorstellen, dass man sich den beiden Loriot-Filmen nochmals mit aktueller Technik widmet. Was vom Backkatalog dann noch lohnt, bzw. von Lizenznehmer-Seite nach 4K verlangt, dürfte sehr überschaubar sein.
    "Unser Haus in Kamerun" - um einen weiteren 60s-Rialto-Film mit ähnlich starker Besetzung wie "Wartezimmer" zu nennen - wurde ja auch "nur" an Pidax unterlizensiert. Ebenso übrigens "Die Herren mit der weissen Weste". Weiß bei Letzterem jemand, ob der mit Filmfördermitteln von der Rialto selbst abgetastet wurde oder Pidax eine Kinokopie auf eigene Kosten digitalisiert hat?

    Zitat von Gubanov im Beitrag #764
    Material zum "Rächer" wäre auf jeden Fall vorhanden gewesen. Filmportal.de listet verschiedene Kopien auf 35 mm. Und einige Forumsmitglieder und ich haben den Film im Sommer 2013 beim Sommerkino des Potsdamer Filmmuseums auch von einer ordentlichen Kopie statt von der alten MAZ gesehen. Leider wohl ein dauerhaft einmaliges Erlebnis.

    Sehr schade. "Dank" der sehr aktuellen Filmjuwelen-DVD dürfte der Marktbedarf für die nächsten Jahre bis Jahrzehnte gedeckt sein.
    Aber eigentlich ist doch gerade Filmjuwelen bekannt dafür Kinokopien abzutasten. Gerade von dieser Seite wäre eine Blu Ray zu erwarten gewesen und hätte sicherlich auch in Zusammenarbeit mit dem aktuellen Rechteinhaber finanziert werden können. Schließlich wandert "Der Rächer" doch auch immer wieder zwischen die Rialto-Wallace-Filmen ins Fernsehprogramm.

  • Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von Tarzan im Beitrag #25
    Wenn man sich mal die Verfasser der ersten Wallace-Drehbücher ab 1959 vom (früheren) Wirken der Personen anschaut, dann müsste einem eigentlich "Angst und Bange" werden. Wird es aber nicht.
    Und wenn ich Alfred Vohrers Regie-Arbeiten außerhalb der Wallace-Reihe (zum Zeitpunkt seines ersten Serien-Einsatzes) sehe, dann glaube ich schon, dass er die deutschen Krimis ernst genommen hat. Er mag Hollywood und Nouvelle vague gesprochen haben, aber als Regisseur war nun wirklich mehr Handwerker als Künstler.
    Aus heutiger Sicht mag man vieles in die Filmentstehung hineininterpretieren, aber in der Entstehungszeit waren sicherlich andere Faktoren maßgeblich.

    Meinst du mit den Autoren Egon Eis, der aufgrund seiner jüdischen Abstammung schon 1933 nach Wien floh oder Wolfgang Menge, dessen jüdische Mutter zwar den Holocaust überlebte, aber ihre gesamte Familie verlor?
    Und Vohrer mag man gern als Handwerker sehen, aber Figuren wie Sir Archibald oder die bewusst überkandidelten Einsätze von Skeletten und Co sind künstlerischer Ausdruck. Ob man ihn für einen guten oder ausgeprägten Künstler halten will, ist eine andere Frage, aber er hat eine deutliche eigene Handschrift, die sich kaum verstecken lässt. Während andere Regisseure hinter dem "Wallace"-Siegel zurückblieben, wurden seine Filme nicht umsonst bereits im Vorspann als "Ein Alfred-Vohrer-Film" eingeleitet.

  • Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #24
    Das finde ich doch arg überinterpretiert. Man sollte Unterhaltungsfilmen durchaus ihre unpolitische und unkritische Natur zugestehen, die auch nicht zwangsläufig als Mitläufertum verkannt werden muss. In allem einen belehrenden Winkel oder eine "Haltung" erkennen zu wollen, liegt wohl eher an der Voreingenommenheit des heutigen Betrachters.

    Da habe ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt. Ich habe keine "belehrenden Winkel" in die Wallace-Filme interpretiert, aber die eigene Haltung kann man unmöglich aus seinem Werk heraushalten, auch wenn es Auftragsarbeiten sind. Nur darum ging es mir. Die herausgearbeiteten Beispiele sind ja nicht einmal dezidiert politisch, aber zeigen doch auf, dass gewisse Themen bei Regisseuren oft vorkommen und ich dies nicht für Zufall halte.

  • Wallace & Blu-rayDatum11.09.2019 16:40
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von eastmancolor im Beitrag #760
    @Fabi
    Koch hat die Wallace Lizenzen nur für diese Mediabooks und nur für einen kurzen Zeitraum. Einer 3er Box von Universum steht rein gar nichts entgegen. Die kommt ganz sicher.


    Da du immer gut informiert bist, glaube ich dir natürlich. Der Vollständigkeit halber gehören die Filme natürlich auch in die offiziellen Editionen.
    Weißt du denn, ob Universum dann auch die Langfassungen bringt oder nur die Wallace-Kinofassungen? Koch Media hat ja eigentlich - abgesehen vom "zuerst am Markt" - keinerlei Nutzen davon Geld für die Lizenzen auszugeben, wenn bereits geplant ist die Filme noch in der regulären Edition zu veröffentlichen? So einen Deal würde ich an ihrer Stelle gar nicht eingehen - sofern das nicht Teil eines attraktiven Pakets war. Von daher würde ich schwer davon ausgehen, dass ihr Hauptargument die internationalen Langfassungen sind und Universum in den Editionen eben nur die Kinofassungen bietet.

    Darüber hinaus: 9 Filme befinden sich in der Digitalisierung und zusammen mit den beiden Gialli macht das 11 Filme. Verteilt auf 3er-Editionen ergibt sich doch genau die Problematik, die ich meinte - nämlich eine Edition mit nur zwei Filmen. Veröffentlicht Universum die beiden Gialli als Edition 11, greift wegen der Mediabooks niemand zu. Ein Bundle Marke "Das Rätsel des silbernen Halbmonds"+Schwarz-weiß-Klassiker hätte nur mit "Der Hexer", "Die toten Augen von London" oder "Der Zinker" vielleicht funktioniert.
    Ich befürchte daher, dass die Gialli in zwei Editionen geschoben werden und man sich zwei Schwarz-weiß-Klassiker für die allerletzte Edition mit nur zwei Filmen aufspart - das hieße, dass meine geplante chronologische Sichtung sich nochmals um Jahre verschiebt und ich langsam aber sicher an den Punkt komme die Editionen 1-7 zu verkaufen und mich bis zur sicherlich geplanten Komplett-Box zu gedulden.

  • Wallace & Blu-rayDatum11.09.2019 13:07
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von prelle02 im Beitrag #754
    Laut FFA (Filmförderungsanstalt) Webseite wurden weitere Gelder für die Digitalisierung der Wallace-Filme genehmigt. Vielleicht geht es ja irgendwann mit Blu-rays weiter.

    Tobis Home Entertainment GmbH, Berlin:
    „Der rote Kreis“ (Spielfilm, 1959/60): 15.488,00 €
    „Die Tür mit den sieben Schlössern“ (Spielfilm, 1962): 15.488,00 €
    „Der Gorilla von Soho“ (Spielfilm, 1968): 15.488,00 €
    „Der Mann mit dem Glasauge“ (Spielfilm, 1968/69): 15.488,00 €
    „Die Gruft mit dem Rätselschloss“ (Spielfilm, 1964): 15.488,00 €
    „Das Verrätertor“ (Spielfilm, 1964): 15.488,00 €
    „Das Geheimnis der weißen Nonne“ (Spielfilm, 1966): 15.488,00 €
    „Das Gesicht im Dunkeln“ (Spielfilm, 1969): 15.488,00 €
    „Die Tote aus der Themse“ (Spielfilm, 1971): 15.488,00 €

    Link: https://www.ffa.de/aid=1394.html?newsdet...g-von-77-filmen

    Das wären dann ja alle fehlenden Rialto-Filme und wieder drei Boxen.
    Spannend wird sein, ob man dort nun die von Koch als Mediabooks veröffentlichten Gialli einmischt oder oben genannte Filme als Edition 8,9 und 10 veröffentlicht und es dann dabei belässt. Letzteres wäre meine favorisierte Lösung.
    Da "Stecknadel" und "Halbmond" beide mit dem "Edgar Wallace"-Siegel veröffentlicht wurden, kann ich mir durchaus vorstellen, dass Koch Media die komplett unterlizensiert hat und da von Universum selbst Nix mehr kommt. Würde man sie in die Editionen integrieren, käme man auch wieder auf eine ungerade Zahl. Ok, das ist kein Argument, weil man bei den DVDs ja auch "Wartezimmer zum Jenseits" untergemischt hat. Aber ich würde nicht ausschließen, dass man den überhaupt nicht nochmal in 4K digitalisiert.

    Insgesamt sieht es momentan folgendermaßen aus mit Wallace und Blu Rays - die Sanders-Filme und "Pagode" habe ich ausgelassen.

    Rialto:
    01: Der Frosch mit der Maske - Edition 1 (aber noch 2K-Master - wird da nochmal was nachgelegt?)
    02. Der rote Kreis - Digitalisierung läuft
    03. Die Bande des Schreckens - Edition 4
    04. Der grüne Bogenschütze - Edition 6
    05. Die toten Augen von London - Edition 5
    06. Das Geheimnis der gelben Narzissen - Edition 5
    07. Der Fälscher von London - Edition 2
    08. Die seltsame Gräfin - Edition 6
    09. Das Rätsel der roten Orchidee - Edition 4
    10. Die Tür mit den sieben Schlössern - Digitalisierung läuft
    11. Das Gasthaus an der Themse - Edition 2
    12. Der Zinker - Edition 2
    13. Der schwarze Abt - Edition 3
    14. Das indische Tuch - Edition 4
    15. Zimmer 13 - Edition 7
    16. Die Gruft mit dem Rätselschloss - Digitalisierung läuft
    17. Der Hexer - Edition 1 (aber noch 2K-Master - wird da nochmal was nachgelegt?)
    18. Das Verrätertor - Digitalisierung läuft
    19. Neues vom Hexer - Edition 6
    20. Der unheimliche Mönch - Edition 3
    21. Der Bucklige von Soho - Edition 7
    22. Das Geheimnis der weißen Nonne - Digitalisierung läuft
    23. Die blaue Hand - Edition 7
    24. Der Mönch mit der Peitsche - Edition 3
    25. Der Hund von Blackwood Castle - Edition 1 (aber noch 2K-Master - wird da nochmal was nachgelegt?)
    26. Im Banne des Unheimlichen - Edition 5
    27. Der Gorilla von Soho - Digitalisierung läuft
    28. Der Mann mit dem Glasauge - Digitalisierung läuft
    29. Das Gesicht im Dunkeln - Digitalisierung läuft
    30. Die Tote aus der Themse - Digitalisierung läuft
    31. Das Geheimnis der grünen Stecknadel - Koch Media Mediabook
    32. Das Rätsel des silbernen Halbmonds - Koch Media Mediabook

    cCc:
    - Der Fluch der gelben Schlange
    - Der Teufel kam aus Akasava
    Material dürfte vorhanden sein, siehe Karl May- und Mabuse-Filme der cCc, da dürfte irgendwann was kommen, vielleicht wie schon bei den DVDs nach der letzten Rialto-Edition.

    Und die weiteren:
    - Der Rächer - jüngst wieder alte MAZ als DVD veröffentlicht, also Neuabtastung einfach nicht lukrativ oder (wahrscheinlicher) kein Material mehr vorhanden
    - Das Rätsel des silbernen Dreieck - Blu-Ray von Filmjuwelen

    Das sieht also doch Alles in Allem sehr, sehr gut aus. Nur schade, dass "Der Rächer" wohl niemals mehr in brauchbarer Qualität zu sehen sein wird und ausgerechnet bei "Der Frosch mit der Maske" und "Der Hexer" bei der Digitalisierung nicht das Optimum herausgeholt wurde. Ebenfalls natürlich schade, dass so viel Bonusmaterial gegenüber der DVD-Editionen auf der Strecke geblieben ist.

  • Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Habe die Sendung mittlerweile auch gehört und könnte nur eine einzige Kritik nachvollziehen - nämlich die, dass es allgemein wenig tiefschürfend war.
    Aber darum ging es bei der Sendung offensichtlich ja auch nicht. Zweck war nur angesichts des Jubiläums an die Filme zu erinnern und ein paar Infos für "Normalos", die nicht alle Dialoge auswändig herunterbeten können zu liefern.
    Grothum zu hören war unterhaltsam, der Tontechniker war eher losgelöst von Wallace interessant und die Ausführungen des Filmhistorikers schienen mir überaus logisch. Zumal er sichtlich begeistert aus der Perspektive des gut unterhaltenen Zuschauers sprach und nicht als "Papas Kino"-Kritiker.
    Dementsprechend wenig nachvollziehen kann ich die hier eingeworfenen "haltet die Politik bei Wallace raus!"-Einwürfe. Aber wenn ich das richtig überlesen habe, haben diejenigen die Sendung gar nicht gehört, sondern sich an einem Einzeiler auf der Seite aufgehangen. Ganz im Gegenteil lobt der Filmhistoriker ja die (behauptete) Internationalität der Wallace-Filme mit ihrem (trotz Nebel und kriminellen Aktivitäten) durchaus positiv gezeichneten England-Bild.

    Und nun Off-Topic: "Unpolitische" Filme gibt es nicht. Ist ein Film bloßes Handwerk, spiegelt er zumindest den Zeitgeist und vorherrschendes Weltbild wider. Ansonsten würde er ja schließlich "anecken" oder zumindest irritieren und so im schlimmsten Falle das Publikum verschrecken. Das macht auch den ein oder anderen NS-Zeit-Unterhaltungsfilm ohne Propaganda-Auftrag für reflektierte Zuschauer zu einem getrübten Vergnügen.
    Sitzen dann noch intelligente Leute mit großem Gestaltungswillen am Autorenschreibtisch und/oder auf dem Regiestuhl, so ist es unvermeidlich, dass ihr Weltbild sich im Endergebnis wiederfindet.
    Deswegen sind die in der Sendung aufgezeigten Symbole für Vohrers Homosexualität in seinen Filmen auch gar nicht so weit hergeholt, wie man vielleicht denken könnte.
    Während Gottliebs Beiträge zu Wallace, Bryan Edgar Wallace und Weinert-Wilton schön inszenierter, aber oberflächlicher Kintop sind und ihre Piefigkeit die damalige deutsche Gesellschaft recht gut widerspiegeln, haben Reinls Filme durchaus hier und da prägnante Themen und Anliegen. So spricht bereits aus Reinls "Frosch mit der Maske" deutliche Ablehnung der Todesstrafe - in Form der Figur John Bennet, die widerwillig und unter Geheimhaltung tötet und lieber Malen will und endgültig mit seinem Beruf bricht, als der eigene Sohn als "Kunde" vor ihm steht. Weiter geht es dann mit dem Thema "psychische Krankheiten bei Sympathieträgern" in "Der Fälscher von London", "Zimmer 13" und "Der unheimliche Mönch". Man könnte da sicher mit etwas Mühe eine Menge herausarbeiten.
    Bei Vohrer hingegen gibt es vor allem sehr viel Zynismus und bewusste Grenzübertretungen - nirgendwo sonst gibt es so abstruse und brutale Mordmethoden. Ob man dies dann, wie durchaus in der Literatur zu finden, als Projektion interpretieren will, bei der die NS-Verbrechen von britischen Gangster-Gruppen verübt werden, die am Ende des Films stellvertretend für die damaligen Täter am Galgen oder in der Zelle landen oder Vohrer vielleicht auch den älteren Zuschauern den Spiegel vorhalten wollte, indem er sie verklausuliert mit den NS-Verbrechen konfrontiert, lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei feststellen, diese mögliche Sichtweise sollte aber zumindest in Erwägung gezogen werden.

    Es ist jedenfalls zu kurz gegriffen als Regie-Handschrift nur bevorzugte Kameraeinstellungen und Charaktere zu sehen. Der Regisseur kann selbst bei Umsetzung eines fremden Drehbuchs gar nicht anders, als die Figuren so zu inszenieren, wie er sie sieht, bzw. zeigen will. Das fängt damit an, dass man (auf Basis des selben Drehbuchs) den Hexer als hundsgemeines Ungeheuer oder aber als engagierten "Gutmenschen" darstellen könnte und geht damit weiter, dass man - natürlich unterschwellig und oftmals ungeplant - seine Sichtweise auf bestimmte Beziehungen, Personen oder Situationen einfließen lässt.
    Aufs Politische heruntergebrochen könnte man bei Reinl eine durch und durch konservative Einstellung feststellen, bei der Verbrechen einen unwillkommenen Einbruch in die "natürliche Ordnung" darstellen, die am Ende ausnahmslos getilgt werden. Am Ende steht fast immer ein klassisches Paar am Beginn ihrer Familienplanung. Die Bösen sind durchweg böse und Ausnahmen gibt es nur, wenn eine psychische Störung die Täter zu Morden zwingt. Auch in diesen Fällen wird die natürliche Ordnung jedoch durch den Tod dieser Personen wiederhergestellt.
    Bei Vohrer habe zumindest ich den Eindruck, dass das Kriminelle und der Wahnsinn eher in der bestehenden Gesellschaft brodelt und auch nie ganz rückstandlos entfernt werden kann. Der ein oder andere Film bietet trotz Karthasis den Ausblick, dass es nicht lange friedlich bleiben wird und vielleicht doch etwas Grundsätzliches schief läuft. Aber um das zweifelsfrei zu belegen, müsste ich alle Filme nochmals Revue passieren lassen, was momentan wegen einiger auf Blu Ray noch nicht veröffentlichter Filme stockt.

    Zu guter Letzt möchte ich aber auch anmerken, dass ich lange nicht mehr im Forum war und nun angesichts einiger Posts einigermaßen irritiert war. Natürlich ist es einem Forums-Thema wie den Wallace-Filmen der 60er inherent, dass der ein oder andere Diskussionsteilnehmer die Filme unreflektiert als "Produkte einer besseren Zeit" ansieht und auch politisch eher rückwärtsgewandt ist, aber die an der einen oder anderen Stelle geäußerten Darstellungen einer "Verbotsgesellschaft", grundlegende Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Wahlen oder gar Aussagen Richtung "BRD GmbH" stoßen mir doch schon sehr sauer auf. Hoffentlich waren dies nur Ausrutscher.

  • Der WiXXer - Die DVDDatum27.07.2019 21:43
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von DanielL im Beitrag #20
    Das gleiche hab ich mir bei den 15 Jahren auch gedacht: Ist es wirklich schon so lange her? Wahnsinn!

    Auf eine gewisse Weise auch konsequent, dass man bis 1965/1966 noch davon ausging, einen dritten Hexer-Film herzustellen, was letztlich verworfen wurde und dem Wixxer das selbe Schicksal widerfahren ist.

    Obwohl es ja mittlerweile schon fast Tradition hat, dass immer wieder doch noch ein paar Gerüchte gestreut werden, dass der Wixxer noch mal zurückkehrt. Da hatten wir nun schon "TripleWixx" als Kinofilm, die "Wixx-Akten" als angebliche Fernsehserie und zuletzt das Kokettieren mit Netflix. Bisher war es immer eine Ente. Würde mich nicht wundern, wenn es zum Jubiläum wieder öffentliche Gedankenspiele gibt. Der Bruch zwischen Kalkofe und Pastewka schien ja auch sehr endgültig. Mal sehen, wer da in Sachen Jubiläum so auf- oder abtaucht...

    Ich denke schon, dass es auch ohne Pastewka Pläne zu einer Fortsetzung gibt. "TripleWixx" hat sich damals wohl aufgrund der eher überschaubaren Einspielergebnisse von "Neues vom Wixxer" zerschlagen, die Fernsehserie sicherlich aufgrund der Kosten. Pro7 hat ja auch ihre "Märchenstunde" und Ähnliches irgendwann auslaufen lassen, weil die Kosten gegenüber den Werbeeinnahmen wahrscheinlich zu hoch waren. Dass Ratpack dann mit einer mehr oder weniger ähnlich gelagerten Serie nochmal weitermachen dürften, ist illusorisch.
    Aber der Serienhype und die "neuen" Streaminganbieter könnten zumindest in die "Wixx-Akten"-Idee wieder Leben bringen. Christian Becker ist einer der größten Filmproduzenten in Deutschland und wenn er hinter dem Projekt steht, wird Netflix da offene Ohren haben. Er dürfte aktuell so ziemlich der einzige Sein, der noch nicht mit Netflix gearbeitet hat - selbst die BTT hat ja nun ihre Serie da am Start.
    Die große Frage ist natürlich, ob "Der Wixxer" und "Neues vom Wixxer" bei Netflix wirklich eine Art "Publikumstest" waren und ob die Zugriffszahlen Netflix davon überzeugen können eine Serie auf dieser Basis zu finanzieren. Ich bin skeptisch.

  • Wallace & Blu-rayDatum27.07.2019 21:32
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von Havi17 im Beitrag #749
    Nach Auskunft des Verleihers ist "Das Verrätertor" auf Full-HD also 1920x1080 abgetastet worden.
    Der Film erscheint jedoch leider weder in Box Nr. 6 (Bogenschütze, Neues v. Hexer, Gräfin) noch
    Box Nr. 7 (Bucklige, Hand, Zimmer 13), also vermutlich (auch) nicht mehr auf einem physikalischen
    Medium (Blue Ray). Welche Qualität VODs bieten um sich vor dem Kauf zu informieren ist laut
    WerStreamtEs nicht klar. Wenn man im Netz nachschaut bietet Maxdomne HD (soll sein 1280x720),
    Amazon maximal 1080p, I-Tunes (720 oder 1080p), also unklar und deutlich unter Full-HD "Blue Ray"

    So kann man nachrechnen welche Wallace nur noch über VOD zu haben sein werden, wobei auch deren
    Lizenzdauern begrenzt und damit die Erhältlichkeit für den Interssierten sein könnte.

    Bei Google Play jedenfalls konnte ich jedoch trotz Kauf keine Downloadmöglichkeit finden und habe
    nur 30 Tage Recht mir den Film anzusehen.

    Gruss
    Havi17


    Ersteinmal ganz ausschließlich auf die Technik bezogen: Prime und iTunes liegen qualitativ nicht aufgrund der 1080p-Auflösung unter Blu Ray-Qualität, sondern aufgrund der Bitraten. Blu Ray IST 1080p, allerdings darf ein Film da bis zu 50 GB groß sein. Die Streams von Netflix und Co müssen durch deutsche Internet-Leitungen passen, da muss man Abstriche machen. Das kann je nach Kodierung kaum sichtbar sein, aber sichtbar ist es immer. Mit H265 und zukünftigen Codecs ändert sich das natürlich nun auch nochmal. Ich rechne eher damit, dass schon bald Netflix, Prime und Co Richtung 4K gehen werden. Für Netflix-Produktionen wird native 4K-Auflösung von Seiten der Kamera erfordert, es gibt dort dementsprechend Listen, welche Kameras überhaupt benutzt werden dürfen. Dementsprechend wird man dort (und wohl auch bei anderen Streaming-Anbietern) über Kurz oder Lang auch von Produktionsifirmen, die ihren Backkatalog lizensieren 4K-Master fordern.

    Und nun inhaltlich:
    Die Filme der ersten Edition waren "nur" in 2K abgetastet worden, danach hat man mit 4K weitergemacht. Dass man dabei Filme wie "Der Bucklige von Soho" oder "Zimmer 13" nicht ausgelassen hat, weist mehr als deutlich darauf hin, dass man alle Filme dieser Prozedur unterziehen wollte - allein schon, weil Rialto in wenigen Jahren mit den alten 1080p-Mastern gar Nichts mehr anfangen kann, weil dann 4K selbst bei Free-TV und Streaming Standard sein dürfte. Es gibt ja auch immer noch die Chance, dass Berlinale und Co irgendwie auf die Idee einer Vohrer- oder Reinl-Retrospektive verfallen und nach 4K-DCPs dürsten.
    Wie sich der "Klassiker zurück im Kino"-Trend entwickelt, lässt sich ja auch noch nicht absehen. In der Residenz in Köln laufen seit Jahren "Frühstück bei Tiffany", "Die Vögel" und Co und selbst der Kinoverein meiner Heimatstadt hat kürzlich im Kino "Goldfinger" gezeigt. Dafür braucht es immer DCPs auf dem Server (auch wenn diese theoretisch auch nur 2K sein müssen). Warum sollte Wallace nicht vom ein oder anderen Kino gezeigt werden? Das sind dann zwar nur geringe Einnahmen, aber zumindest liegen die Filme auf absehbare Zeit für alle Auswertungen entsprechend vor, wenn man nun einmal Alles in 4K digitalisiert.
    Dass die Filme also exklusiv für die Blu Ray-VÖ abgetastet werden, ist auszuschließen. Dann wäre das Projekt bereits nach der ersten Box eingestampft worden, bzw. man hätte mit 2K-Abtastungen weitergemacht.
    Zu Zeiten der DVD-Veröffentlichungen waren nicht nur die Verkaufszahlen von DVDs allgemein noch höher, die Filme liefen auch erfolgreich auf Kabel 1 und im ÖR - die Kosten konnten also durch Fernsehsender und DVD-Vertrieb gleichermaßen refinanziert werden.
    Ob sich die neuen Master finanziell lohnen, hängt mittlerweile eher davon ab, was Prime und Co bereit sind an Lizenzgebühren zu bezahlen. Die Blu Rays helfen bestenfalls mit einem geringen Prozentsatz dabei die Kosten der Restauration zu amortisieren. Und die Fernsehsender fallen aus - die DVD-Master genügen zumindest in der Theorie noch für die Auswertung.

    Bei "Das Verrätertor" hat also entweder deine Quelle Unrecht, oder es ging dabei um den (damals) aktuellen Stand, nach dem noch nicht alle Filme in 4K abgetastet waren und so beispielsweise beim "Verrätertor" das 1080p-Master das bestverfügbare war.
    Letztendlich ist es natürlich auch möglich, dass bei einigen wenigen Filmen die Negative nicht mehr vorliegen oder in erbärmlichem Zustand sind und man daher auf 4K-Restaurationen verzichtet. Dagegen spricht jedoch wiederum, dass man bereits für die DVDs zum Teil Zwischenpositive digitalisiert hat, wenn die Negative einen zu schlechten Zustand hatten. Diese würden hochauflösende Master ebenfalls ermöglichen. Notfalls würden ja sogar die alten DVD-Vorlagen für Blu Ray ausreichen (oder waren das 1080i-Abtastungen? Habe ich nicht mehr so genau im Kopf.).
    Filmjuwelen veröffentlicht ja Filme zum Teil auf Basis von Kinokopien auf Blu Ray, was zum Teil durchaus Charme hat. Die Technik ist aber heute auch in Bezug auf vermeintlich zerstörte Negative weiter. Subkultur demonstriert hier, was man aus Material rausholen kann, was noch vor 10 Jahren wohl mangels Rettungsoptionen entsorgt worden wäre: https://dirtypictures.phpbb8.de/subkultu...eht-t10427.html
    Von daher wird man von allen Filmen (mit mehr oder weniger Aufwand) 4K-Master erstellen können und wird dies bei Wallace auch tun.
    Die Frage ist also, ob bei Rialto die 4K-Restaurationen ins Stocken geraten sind (die unregelmäßigen VÖs wären dadurch zu erklären, dass man immer eine Box rausbringt, wenn wieder drei Filme abgeschlossen sind, denn jeder Film stellt in der Restauration einen anderen Aufwand dar) oder ob alle Filme bereits in 4K vorliegen und Universum die VÖs über die Verkaufszahlen steuert - sprich, wenn eine Box X Einheiten abverkauft hat, gibt man den Startschuss für die nächste.
    In ersterem Fall muss man einfach nur Geduld haben.
    Wenn jedoch Letzteres der Fall ist, darf man die Hoffnungen dennoch nicht begraben. Dann werden die Abstände zwar wieder größer, aber es sollten doch genug Leute noch bei jeder Edition früher oder später zuschlagen.
    Man entscheidet auch sicher nicht erst nach der 7. Edition und somit kurz vor Ende, dass sich eine Reihe überhaupt nicht lohnt. Da dürften bereits die Verkaufszahlen der einen oder anderen Box früher zum Ziehen der Reißleine verleitet haben. Da dies nicht passiert ist, rechne ich noch mit den restlichen Editionen. Wie Daniel ja schrieb, ist das kein prioritäres Projekt von Universum, was auch dazu passt, dann man die Veröffentlichungen zum Teil im eigenen Katalog aufzuführen vergisst. Die Editionen laufen dann nur nebenher mit, werden also im Kalender mal spontan dazwischengeschoben. Soll mir Recht sein, aber dann sollte Universum zumindest kurz verlauten lassen, dass man plant die Edition zu vervollständigen.
    Im miesesten Falle stampft Universum die Edition ein, wartet ab, bis die bisherigen Editionen weitestgehend abverkauft sind - und somit wieder Nachfrage besteht - und feuert eine Gesamtbox raus. Das Preis-/Leistungs-Verhältnis wäre gegenüber den Einzeleditionen natürlich wesentlich besser.
    MGM/20th Century Fox hat so etwas bei Bond ja auch abgezogen. Da kam eine obskure 6-Filme-Blu Ray-Box mit Connery, Moore und Brosnan raus, sowie einige Filme einzeln, bevor beides nicht vervollständigt eingestampft wurde und eine große Box kam. Damals war ich froh auf die Box gewartet zu haben.

  • Wallace & Blu-rayDatum25.07.2019 09:53
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Universum listet auf ihrer Seite im Katalog nur Edition 1,2,4 und 7 auf, Amazon hat Edition 7 aktuell nur auf dem Marketplace im Angebot, man hört Nichts von einer Edition 8,... das Ganze scheint ein totales Nischenprojekt zu sein und ich frage mich, ob und wann es weitergeht. Beim chronologischen Wiederentdecken aller Wallace-Filme bleibt man ja direkt beim zweiten Film, dem "roten Kreis" stecken, weil es den noch nicht auf Blu Ray gibt.
    Wenn man Stecknadel und Halbmond abzieht, sind nur noch 9 Rialto-Wallace-Filme ohne Blu Ray-Veröffentlichung - das wären also drei Editionen. Abgesehen von der "Versuchsballon"-Edition 1, nach der 16 Monate Stille herrschten, lagen immer nur 14 Tage bis maximal 8 Monate zwischen den Veröffentlichungen. Edition 8 müsste daher spätestens im November schon im Handel sein, eine Ankündigung gibt es aber noch nicht.
    "Der Hexer", "Das Gasthaus an der Themse", "Der Zinker", "Der unheimliche Mönch",.. - Die Klassiker der Reihe sind alle durch. Wenn die bisherigen Editionen schon keine Verkaufsschlager waren, fragt man sich bei Universum sicherlich, ob man damit überhaupt fortfahren sollte, wo nun die Titel fehlen, die das Zugpferd der jeweiligen Edition darstellen würden.
    Statt mit den Einzeleditionen weiter zu machen, in absehbarer Zeit direkt eine 32-Filme-Gesamtedition auf den Markt zu werfen um die fehlenden 9 Filme und die bereits von Koch ausgewerteten Gialli nachzuliefern, halte ich durchaus im Bereich des möglichen. Dass die bisherigen Editionen zum Teil aufgrund anscheinend eher übersichtlicher Auflage bereits beim ein oder anderen Shop nicht mehr lieferbar sind, spricht dafür.
    Ich würde mich zwar über das viele Geld ärgern, dass ich bereits für die ersten 7 Editionen gezahlt habe, aber mein Vollständigkeitswahn bekäme Futter.

  • Der WiXXer - Die DVDDatum25.07.2019 09:15
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Die Cover finde ich durchaus gelungen!

    ---

  • Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Ein interessanter Artikel von vor etwa einem Jahr: http://www.filmstarts.de/nachrichten/18519487.html
    Man könnte daraus schließen, dass Netflix nicht zufrieden mit den Zugriffszahlen war. Andererseits ist ein Jahr auch garnix, was Drehbuch-Entwicklung, Vorplanung und Co betrifft.
    Wenn letztes Jahr die Überlegungen zu einer Serie noch frisch waren, kann es durchaus sein, dass das Projekt bei Ratpack erst jetzt konkret in der Pipeline steckt.
    Aber warten wir mal ab.

  • Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Richard Angst war in der Lage jede Menge toller Bilder zu produzieren, allerdings sind in jedem Film dann auch wieder extrem schwache Momente dabei - sehr seltsam kadrierte Heranfahrten, unfassbar flach komponierte Bilder,... diese extreme Unebenheit kann man durchaus auch als "Unzulänglichkeit" bezeichnen.
    Die konstrastreichen, expressionistisch anmutenden Außenbilder hat er gut im Griff und ich bin ein großer Freund seiner verspielten Ideen - wie im "Henker" dem untersichtigen Schuss/Gegenschuss auf Felmy/Preiss, jeweils mit dem aufgehäuften Seil im Vordergrund oder im "siebenten Opfer" der untersichtige Schuss auf eine sitzende Person, wo zuerst nur beide Schuhsohlen den Vordergrund ausfüllen und erst anschließend den Blick auf das Gesicht freigeben.
    Solche Bilder haben sich mir eingebrannt und beeinflussen mich wahrscheinlich noch heute, während ich mich ansonsten an wenig aus den Filmen so genau erinnere.
    Aber um so stärker fallen dann wieder die einfallslosen, bis hin zu handwerklich tatsächlich unsauberen Bilder auf.

    Es gab damals jede Menge (lichtsetzende) Kameramänner, die einwandfreie Bilder gestalteten - Nichts, was auffiel zwar, aber eben auch weder positiv noch negativ. Franz X. Lederle würde ich da beispielsweise nennen, der die Cotton- und St. Pauli-Filme ohne all zu große Spirenzien auf Zelluloid bannte und sich keine missratenen Bilder erlaubte.
    Wenn nicht die Momente wären, wie das "Karottenkauen aus Kiefersicht" und Ähnliches, würde ich Karl Löb in die selbe Kategorie stecken - wobei diese Ideen wahrscheinlich eher auf Vohrers Kappe gehen.
    Ansonsten hat Löb wohl weit weniger "Wow-Momente" produziert als Angst, aber bei ihm fehlen eben Bilder, die ein Stirnrunzeln verursachen völlig.

  • Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #424
    Außerdem erscheint am 15.03. der bis dato hierzulande unveröffentlichte Yves Montand-Krimi "Z - Anatomie eines politischen Mordes"

    https://www.amazon.de/Anatomie-eines-pol...&keywords=Z+dvd

    Einer der ganzen großen Klassiker des Politthriller-Kinos. Aber wieso keine Blu Ray?
    Vor gar nicht so langer Zeit hat ARTE den Film meiner Erinnerung nach frisch restauriert gezeigt - da gibt es also definitiv entsprechende Master.
    Eine DVD, die schlechtere Qualität als mein ARTE-Mitschnitt hat, kommt mir jedenfalls nicht ins Haus...

  • Wallace & Blu-rayDatum21.12.2018 10:32
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Liegt dies denn wirklich daran, dass man die englischen Tonspuren einfach nicht mehr inkludiert oder bestanden die Edition 5 und 6 nur ganz einfach aus Filmen, die bereits in der DVD-Fassung ohne englische Tonspuren auskommen mussten? Meines Wissens hatten ja bereits bei den DVD-Editionen nicht alle Filme englische Tonspuren an Bord?

  • Wallace & Blu-rayDatum20.12.2018 17:42
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von Lord Peter im Beitrag #685

    Nope, bei Movieside ("Nachfolger" von Cinefacts) ist folgende Auskunft von Universum zitiert:

    E.W.-BD-Box Nr. 7 wird am 29. März 2019 erscheinen.

    Sie wird folgende Titel enthalten:

    „Zimmer 13“
    „Der Bucklige von Soho“
    „Die blaue Hand“


    Beitrag Nr. 100 auf S. 5 unten: https://www.movieside.de/showthread.php?...t=edgar+wallace

    Das ist allerdings auch eine sehr gute Zusammenstellung!

  • Wallace & Blu-rayDatum16.12.2018 16:58
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Ich befürchte auch, dass die erneut erscheinen, aber da sich 32 Filme schlecht auf Dreier-Boxen aufteilen lassen, besteht ja noch die Chance dass die beiden Filme am Ende in ihrer deutschen Kinofassung noch in einer 11. Edition veröffentlicht werden und vielleicht noch "Wartezimmer zum Jenseits" dazu gesteckt wird.

    Zu erst einmal hoffe ich, dass "Der rote Kreis" in der 7. Edition landen wird - ist nicht nur einer meiner Lieblinge, sondern so könnte man zumindest schon einmal die ersten neun Wallace-Filme chronologisch schauen. Verkaufstechnisch wird aber nun eher eine komplett farbige Box kommen und man wird sich "Der rote Kreis" und "Die Tür mit den sieben Schlössern" aufsparen um "Gorilla" und Co noch attraktiv paaren zu können...

  • Wallace & Blu-rayDatum15.12.2018 11:22
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Koch Media legt vor und veröffentlich nach "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" und "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" kommendes Jahr auch "Das Rätsel des silbernen Halbmonds" als Mediabook. *

    Ich hoffe, dass es da einen Deal mit Universum/Tobis/Rialto gab und Koch die alleinigen Heimvideo-Rechte für die Wallace-Gialli besitzt - nicht, dass die Filme zusätzlich in den kommenden Blu Ray-Editionen der Wallace-Filme nochmal in Form der deutschen Kinofassung untergemischt werden.

    6 Editionen sind veröffentlicht und somit 18 Filme. Somit fehlen "nur" noch 12 und dies wären dann vier weitere Editionen.
    Ich kann mir höchstens vorstellen, dass Koch auch noch "Das Gesicht im Dunkeln" übernommen hat und Tobis/Universum die Möglichkeit nutzt den Platz dann mit "Wartezimmer zum Jenseits" zu füllen, weil nur so eine HD-Restauration refinanziert werden kann. Aber das sind bloße Spekulationen.

    *Quelle: https://italo-cinema.de/1347-koch-films-...lbmonds-in-2019

  • Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    @michro:
    Ich besitze ebenfalls eine Leinwand mit 1,80 Breite und FullHD-Beamer und teile daher deine Qualitätsansprüche. Um so weniger verstehe ich, wieso dieser 1-Minuten-Schnipsel bei YouTube von dir so gefeiert wird. Der Clip hat eine Auflösung von 360p und bei so mieser Auflösung kann ich das zugrundeliegende Material überhaupt nicht beurteilen. Könnte auch eine VHS oder eine alte MAZ sein - noch dazu verzerrtes Bildformat.

    Und nun zur "Aktenlage":
    Kirch hat sicherlich in den 80ern oder 90ern ein Master angefertigt um den Film beim eigenen Sender Sat1 senden zu können, bzw. Rechte an andere Sender oder VHS-Labels veräußern zu können.
    Sicherlich basieren auch die in der OFDB aufgeführten Ausstrahlungen bei Premiere und dem BR auf diesem alten Master und ziemlich wahrscheinlich basieren auch sämtliche Auslandsveröffentlichungen auf diesem Master, weil sich Rechteinhaber aus unterschiedlichen Ländern meist austauschen - warum sein eigenes teures Süppchen kochen, wenn man Kosten teilen kann?
    Möglicherweise wurde dieses Master noch vom vorhandenen Negativ gezogen und weist daher nur wenige Materialfehler auf.
    Fakt ist aber: eine alte TV-MAZ taugt nicht für DVD-Veröffentlichungen und tat dies auch 2005 schon nicht, als Koch sich daran machte "Der letzte Mohikaner" auf DVD zu veröffentlichen.
    Fakt ist auch: Wenn das Master von Kirch stammt und das Negativ heute nicht mehr dort liegt und über deren Kontakte nicht gefunden werden konnte, gibt es hierzulande keines mehr.
    Und ein Zwischenpositiv ist nach dem Negativ die zweitbeste Quelle. Wie du sicher weißt, wurde und wird für viele Blu Rays für im Negativ fehlende Einstellungen oder sogar ganze Abtastungen darauf zurück gegriffen. Dieses lag ja zumindest bei Kirch, aber in desolatem Zustand.

    Koch Media hat sich einiges Renommee mit der Veröffentlichung von Italo-Western verdient, sowie einige Italo-Gangster- und -Polizeifilme veröffentlicht und daher zur damaligen Zeit gute Kontakte zu italienischen Rechteinhabern unterhalten. Dort scheint auch kein Material aufgetaucht zu sein.
    Und zu guter Letzt gab es ja zwei spanische Produktionsfirmen, die am "Mohikaner" beteiligt waren. Man wird definitiv auch die damaligen Rechteinhaber in Spanien kontaktiert haben, ebenfalls ohne Erfolg.

    "Die Rechte an dem Film zu besitzen ist nicht gleichbedeutend damit auch Material zu besitzen."
    Dein Beispiel mit dem Musikverlag ist absolut richtig. Und bei Filmen ist es meist ebenfalls so, nur:
    Was bei deinem Beispiel Peter Thomas ist, ist bei Spielfilmen nicht der Regisseur, Drehbuchautor oder Kameramann, sondern die Produktionsfirma. Da es nur ein Kameranegativ gibt, liegt dies meist beim Hauptproduzenten und da fragt sich nun, ob dies die International Germania war (die nicht mehr existiert, weshalb in diesem Fall wahrscheinlich alles Material eben doch beim Rechteinhaber gelandet sein dürfte, worauf auch das Vorliegen der Zwischenpositive bei Kirch klar hindeutet) oder einer der zwei spanischen Produzenten. In letzterem Fall ergäben aber die Anfragen aus Spanien nach dem HD-Master keinen Sinn. Eine kurze Rückfrage durch den spanischen Rechteinhaber bei den spanischen Produzenten nach den Negativen und kurze Anfragen an deutsche und italienische Rechteinhaber zwecks Mitfinanzierung der Abtastung - und schon wären die Negative digitalisiert.
    Die Lage war ja nun einmal, dass Filmjuwelen für Deutschland eine Blu Ray plante und zeitgleich anscheinend der spanische Rechteinhaber Interesse an einem HD-Master zeigte. Hätte zu diesem Zeitpunkt irgend jemand Kenntnis vom Verbleib der Negative gehabt, wäre dies der beste Zeitpunkt gewesen auf dieser Basis ein neues Master zu erstellen. Filmjuwelen hätte sich sicher nicht gesträubt anstatt Summe X an Koch Media für das bestehende Master, anteilig eine nur unwesentlich größere Summe Y an Spanier oder Italiener für die Herstellung eines neuen exklusiven Masters in besserer Qualität zu zahlen.

    "Ich kann mir im übrigen nicht vorstellen, das man 2005 nach dem Negativ gesucht hat. Der Film wurde in einem Sonderformat gedreht, das man seinerzeit in Europa nicht abtasten konnte - selbst nicht für berühmte Italowestern - DVD Blockbuster. Das geht erst seit einigen Jahren. Man hat bewusst nach 35 MM Kopien im "normalen" Format gesucht - nach Material das in die damaligen Abtaster reinpasst."
    Laut IMDB wurde der "Mohikaner" auf 35mm 2-perf gedreht. Das sollte zumindest 2005 auch für Abtaster kein Problem mehr gewesen sein. Die Wallace-Filme wurden ja auch zum Teil im günstigen Scope-Verfahren auf 35mm 2-perf gedreht und Universum hat 2002/2003 die Negative problemlos für die DVDs abtasten können.
    Das Abtastproblem ist mir nur bei Filmen wie "Old Shatterhand" bekannt, wo das Negativ 70mm war und man daher 35mm-Positive als Quelle verwendet hat. Die DVDs zu "Spiel mir das Lied vom Tod" und ähnlichen Filmen kamen ebenfalls schon 2003 heraus und waren gut. Außerdem hatte Koch 2005 längst selbst Filme wie "Brutale Stadt" (ebenfalls Techniscope und 2-perf) auf DVD veröffentlicht. Die Probleme bestanden meist eher darin, dass die technischen Möglichkeiten fehlten aus dem verlebten, schlecht gelagerten Billig-Material vieler Italo-Filme ein schönes Ergebnis mit korrekten Farben zu zaubern. Da war der Weg Zwischenpositive oder Kinokopien - beispielsweise auf gut erhaltenem Kodak vorliegend - abzutasten vielleicht im ein oder anderen Fall der einfachere. Und gab es gut erhaltene Negative, herrschte lange noch die Haltung der Produzenten vor, diese ja nicht in fremde Hände zu geben. Bei Filmen wie "Suspiria" gibt es diese Probleme ja sogar noch heute. Und Rechteinhaber sind zum Teil noch immer der Meinung, ihre 80er-Jahre-MAZen würden auch noch für aktuelle DVD-VÖ ausreichen und es gäbe keinen Anlass für eine Neuabtastung.

    "1.) Die Bildqualität ist so gut wie beim Trailer auf youtube https://www.youtube.com/watch?v=wGAIROcIqVs - hier kann jeder hereinschauen - und zumindest der DVD sehr deutlich überlegen. Die Farben sind kräfig. Kaum Defekte. Ausnahme: Die spanischen Titel. Die hat man in der Tat aus einer schlechten Kopie genommen - ala Inka bzw. noch übler. Der Ton hat teilweise Mängel z.B. am Ende sogar erhebliche Mängel."
    Der von dir genannte "Trailer" ist wie gesagt ein grottenschlechter 1-Minuten-Ausschnitt, aus dem sich keinerlei Informationen ziehen lassen. Defekte würden, wären sie vorhanden, komplett von der miserablen Auflösung verschluckt werden. Und die Farben sind kräftig, aber ob diese so intendiert waren, kann man diskutieren. Gerade die Hauttöne wirken nicht wirklich natürlich, auch wenn ich den knallblauen Himmel auch sehr mag. Ob sich ein solches Ergebnis nicht auch sehr einfach per "Farbsättigung"-Hochschrauben am Beamer mit einem flaueren Film erreichen lässt, könnte man in Erwägung ziehen.
    Und zuletzt erwähnst du selbst, dass die spanischen Titel aus einer schlechten Kopie gezogen wurden, was endgültig zeigt, dass es sich um kein spanisches Master handelt, sondern man ein ausländisches Master verwendet hat (wahrscheinlich von Kirch) und nur die Titel ersetzt hat.

    Letztendlich sieht die "Aktenlage" für mich so aus:
    Spanische Streaming-Version:
    Entweder deutsches Blu Ray-Master, aber internetkonform runterkonvertiert, womit Farbinformationen und Details verloren gehen und vielleicht sogar nur SD oder maximal 720p, möglicherweise auch Bildwiederholungsrate nicht originale 24fps.
    oder
    Altes Kirch-Master hochskaliert auf 576i oder höher, womit man keinesfalls ansatzweise HD erreicht.

    Deutsche Blu Ray:
    Echtes FullHD, teilweise aus der zweitbestmöglichen Quelle - dem Zwischenpositiv - abgetastet. Je nach Erhaltungszustand der zum Auffüllen verwendeten Kinokopien auch mehr oder weniger die damals intendierten Farben. Dafür möglicherweise auch Defekte, die nicht retuschiert wurden.

    Man kann sich dann wieder ganz klassisch Seitenlang streiten, ob man Bonbonfarben und von schlechter Auflösung verschlucktes Filmkorn lieber mag als natürliche Farben und prägnantes Korn, wie es bei Eastmancolor im sparsamen Techniscope-Verfahren nun einmal vorherrschte, aber dann sollte man auch nicht nach Blu Rays und Leinwand streben.

    "Der Film hat sehr vor allem viele Beschädigungen. Auf einer grossen Leinwand ist das kein Vergnügen."
    Ich habe zuhause eine Leinwand um möglichst nah an das Kinoerlebnis zu kommen und natürlich ist es der Wahnsinn ein wunderbar von den Kameranegativen restauriertes Werk wie "Der unsichtbare Dritte" anzuschauen.
    Aber nicht immer sind die Negative eben noch greifbar. Außerdem muss man sich dann schon bewusst sein, dass dies nicht das Erlebnis ist, was die Leute damals im Kino hatten. Im Kino liefen keine Negative oder zumindest Zwischenpositive, sondern Kinokopien, also bereits die dritte Generation. Bei vielen Filmen ist Filmkorn schon im Negativ stark ausgeprägt - wie es dann mehrere Kopie-Stationen später aussah, wenn der Film als Kopie im Kino landete, kann man sich in etwa vorstellen. So betrachtet sehen viele Filme auf Blu Ray besser aus als sie es im Kino jemals taten und wir als Blu Ray-Käufer relativ verwöhnt.
    Als meine Eltern in den 70ern die Winnetou-Filme als Wiederaufführungen in Dorfkinos zum ersten Mal sahen, war das kein Hochglanz-Erlebnis, sondern etwas sehr haptisches, da die Kopien bereits ihre Geschichte hatten und viele Spielstätten gesehen haben. Ich selbst erlebe so etwas noch heute häufig hier in Köln im Filmclub 813, wo alte Filme von Original-Kinokopien projiziert werden und habe mich an Laufstreifen, Risse und Staub gewöhnt, bzw. in diesem "Grindhouse"-Rahmen gehört das sogar dazu. Wenn man riesiges Pech hat, leidet der Film (oder einzelne Akte) auch noch unter heftigem Farbstich - an der Stelle trübt es mir dann allerdings auch das Vergnügen deutlich.
    Filmjuwelen hat bereits bei Filmen wie den Weinert-Wilton-Filmen den Weg beschritten Kinokopien abzutasten, weil keine Negative mehr vorhanden oder zumindest auffindbar waren. Das Ergebnis ist mir immer lieber als eine MAZ aus den 80ern, die noch vor der Vernichtung vom Negativ gezogen wurde. Der Zugewinn an Schärfe, Dynamik, Details, Kontrast und Co ist es mir wert auch Defekte in Kauf zu nehmen. Analoge Defekte haben Geschichte und Charme und sind nicht vergleichbar mit digitaler Klötzchenbildung wegen schlechter Codierung und Ähnlichem.
    Und viele Blu Rays, die von Kinokopien abgetastet wurden sehen so aus, wie ich mir das Erlebnis in Nachspielkinos in den 60ern oder sogar bei Wideraufführungen in den 70ern vorstelle (Klebestellen, Laufstreifen, Staub,...).
    Natürlich wäre es mir lieber, wenn man zumindest grobe Defekte per Retusche behandelt. Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich die "Mohikaner"-Blu Ray (noch) nicht mein Eigen nenne, aber dass man die selbe Vorlage genommen hat (sprich, die selben Rollen abgetastet hat), bedeutet noch nicht, dass die Häufung an Defekten die selbe ist. Möglicherweise hat man für das DVD-Master gar Nichts retuschiert und dieses Mal zumindest ein wenig getan - andersherum war es ja anscheinend bei der Blu Ray von "Der Hexer", wo man - wie für die DVDs - die Negative abgetastet hat, aber für die Blu Ray weniger Retuschearbeit investiert hat.

    Die zentrale Frage ist schlussendlich für mich immer: will ich diesen Film auf der Leinwand sehen? Wenn ja, muss es die Blu Ray sein. Wenn ich noch einen Fernseher mit <100cm-Diagonale da stehen habe und nur den Film gern mal wieder sehen möchte, reicht vielleicht auch ein Stream oder eine alte DVD.

    Und wenn der spanische Rechteinhaber sich in Deutschland wegen eines HD-Masters erkundigt und es in Italien keinerlei Interesse an dem Film gibt, dann sollten wir uns glücklich schätzen, dass es zumindest diese Blu Ray gibt. Nach Filmjuwelen wird diesen Film nie wieder jemand anfassen. Die Zukunft ist Streaming und dafür wird nun bis in alle Zeiten dieses HD-Master genutzt werden. Dass ein Label ausgerechnet diesen Film für 4k entdeckt und mehr Recherche-Arbeit investiert als Kirch, spanische Rechteinhaber, Koch Media und Filmjuwelen zusammen schließe ich an dieser Stelle einfach mal komplett aus.

  • Der Killer von Wien (1971)Datum14.08.2017 16:52
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #49
    Wer den Film noch nicht kennt/hat und durch Percy Listers Rezension Interesse am Film bekommen hat, dem sei gesagt, dass FilmArt inzwischen eine Einzel-Disc von "Der Killer von Wien" veröffentlicht hat (die vorherige 2-Disc-Version war schon länger vergriffen). Die neue Disc ist schon für 10-15€ zu haben, was für Giallo-Filme auf dem deutschen Markt ja durchaus günstig ist.

    Wurde nicht schon eine Blu Ray-VÖ angekündigt? Auf diese warte ich immer noch...

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