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  • Bond-BesucherzahlenDatum21.09.2020 10:33
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Bond-Besucherzahlen

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #49
    Zitat von Fabi88 im Beitrag #32
    Mit "Stirb an einem anderen Tag" hat man dann die Reihe leider fast vor die Wand gefahren. Einer noch gelungenen Vortitelsequenz (die so ähnlich fast bei Craig stattfinden können) folgt ein Film, der die ausgelutsche Bond-Formel schlecht wiederholt. Von Allem zu viel (Gadgets, CGI-Effekte,...) oder zu wenig (glaubhafte Gegenspieler, interessante Handlung) und dazu noch mies eingebundene Hommagen an die alten Bond-Filme. So konnte es auf keinen Fall weitergehen

    Ich finde, du springst hier zu hart mit dem Film um. Okay, ich habe ein persönliches Erlebnis, das ich damit verknüpfe. Außerdem gefällt mir das Thema. Ein schlechter und manipulierender Zeitungsschmierant, wie Carver einer ist, wird mal bloßgestellt und kriegt seine gerechte Strafe. Ja, die Sache mit seiner Frau und Bonds Ex-Geliebter ist Unsinn, auch die Honkong-Sequenzen sind etwas ausgelutscht. Carver ist zu penetrant und kindisch, auch klar. Doch Götz Otto als Gehilfe gefällt mir, gleichfalls der wunderliche Dr. Kaufmann, der einen Mord von Heidelberg aus begehen könnte, und es würde immer noch nach Unfall aussehen. "Sie kriegen den Wagen nicht auf ? Rufen Sie doch den Automobilclub an !" Hahaha, das ist nun wirklich typisch deutsch ! Der Film hat einen gewissen Witz und ist irgendwie realistischer als "Goldeneye". Und 007 entpuppt sich doch mindestens als Aluhutträger, weil er doch nie glaubt, was in der Zeitung steht . Dabei hat er auch sicher allen Grund dazu, der Mann, der für die Regierung die Drecksarbeit macht, wie er ja in einem der Bücher so direkt behauptet hat.

    Da gibt es einfach zu viel "Sterben" in den Filmtiteln. Ich meinte "Stirb an einem anderen Tag" von Lee Tamahori, nicht Roger Spottiswoodes "Der Morgen stirbt nie". Letzteren fand ich zumindest okay, wenn auch nicht so gut wie "Goldeneye" und "Die Welt ist nicht genug".

  • Zitat von eastmancolor im Beitrag #22
    Am 27.11.20 erscheint nun ein abgespecktes 2 Disc Mediabook mit einem bockstarken Cover, für Leute, denen nur der Film wichtig ist.
    https://www.amazon.de/dp/B08JF5FH23/?col...lv_ov_lig_dp_it


    Sehr schön! Die Bemühungen um den Peter Thomas-Soundtrack finde ich zwar schön, aber es ist glaube ich Nix, was bei mir im Alltag oft im Player landen würde. Von daher ist das Mediabook perfekt für meine Zwecke.

  • Bond-BesucherzahlenDatum17.09.2020 16:46
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Bond-Besucherzahlen

    Zitat von Havi17 im Beitrag #42
    In der Tat, wir reden wieder aneinander vorbei. Es ist auch nicht so, daß ich Zitat,
    "Du verwechselst Schauspieler und Rolle, bzw. selbst auf die Rolle bezogen haut das nicht ganz hin",
    die Schauspieler mit deren Rolle verwechsle, sondern eben der Schauspieler das Problem ist.

    Dann hat es aber doch ganz viel mit Differenzierung zu tun? Ich mag Craig als Typ auch überhaupt nicht, bin aber zu ausreichend Differenzierung fähig um "Casino Royale" dennoch als sehr guten Film zu erkennen und die Idee den Weg vom ungeschliffenen Raubein zum weltmännischen Gentleman zu erzählen für Bond erst einmal sogar relativ spannend finde - völlig Wurscht, wer die Hauptrolle spielt. Daher ja auch meine Bemerkung zu Ottfried Fischer - vielleicht an dieser Stelle noch einmal mit der Erklärung versehen, dass dieser Mann in der Hauptrolle für mich einen Grund darstellen würde einen Film gar nicht sehen zu wollen.
    Lazenby hat auch nicht annähernd Connerys Charisma, seinen Auftritt habe ich mir (nur aufgrund von Fotos von ihm als Bond) lange aufgeschoben, aber ich halte "Im Geheimdienst ihrer Majestät" mittlerweile für einen der absolut besten Bond-Filme. Selbst, wenn Lazenby die Hauptrolle noch weniger tragen würde, blieben mit Drehbuch, Setdesign, Besetzung (Diana Rigg, Gabriele Ferzetti, Telly Savalas, Ilse Steppat,...!), Inszenierung, Kameraarbeit, Schnitt, Skistunts und vielem mehr viel zu viele Aspekte eines gelungenen Films übrig, als dass der Film scheitern könnte. Dennoch sehen viele Filmfreunde (sogar Bond-Fans) den Film nur als eine Fußnote und Anomalität der Reihe, weil eben nicht Connery oder zumindest Moore die Hauptrolle spielt - in Deutschland wurde ja viel dadurch abgefedert, dass Lazenby von Sean Connerys Stammsprecher Gert-Günter Hoffmann gesprochen wird. Auch Dalton hatte später ja einen schweren Stand, obwohl "Der Hauch des Todes" ansonsten Alles lieferte, was einen klassischen Bond-Film ausmacht. Da fiel mir der Zugang aufgrund des Hauptdarstellers auch lange schwer.
    Anders herum mag ich Brosnan als Bond sehr, aber sehe "Der Morgen stirbt nie" und "Stirb an einem anderen Tag" als völlige Tiefpunkte der Reihe. Weniger differenziert würde ich hier wohl zumindest über viele Probleme hinwegsehen.
    Wahrnehmungen sind nun einmal komplett unterschiedlich und ich kenne viele Leute, die sich wegen eines Schauspielers für einen Kinobesuch entscheiden und wo die Mitwirkung eines Darstellers oder einer Darstellerin darüber entscheidet, ob ein Film als "gut" oder "Schlecht" bewertet wird. Ob ein Film aber Interesse bei mir hervorruft oder mir gefällt, ist jedoch weit mehr davon abhängig, wie Handlung und Bildsprache aussehen. Der Name eines Regisseurs ist da oftmals weitaus aussagekräftiger, als der des Hauptdarstellers. Aber da geht jeder anders heran.
    Daher mache ich für meine Probleme mit den aktuellen Bond-Filmen auch nicht Craig verantwortlich, sondern die aktuelle Ausrichtung der Reihe oder meinetwegen auch Sam Mendes.

    Zitat von Havi17 im Beitrag #42
    Old Rascal scxhreibt zurecht "Allgemein nahm ich die früheren Bonds einfach ganz anders wahr". Das
    ist genau das Problem wo wir leider nicht übereinkommen. Wir haben eine unterschiedliche Wahrnehmung.
    lasse das einfach mal sacken. Die Jüngeren sind in einer anderen Zeit geboren und wir älteren sind
    in die neue Zeit hineingewachsen. Da gibt es eben andere Wahrnehmungen und IN FOLGE andere Vorlieben.
    Die heutigen Bonds sind schon wegen der kalten unempathischen Darsteller einfach austauschbar. Da
    rettem auch schnelle Schnitte und Reizüberflutungen garnichts, im Gegenteil! Und auch hohe Einspielergbnisse
    belegen nur, daß sich die verändert gemachten Menschen nur verändert haben.

    "Lasse das einfach mal sacken." ist gar nicht nötig! Wenn Du noch einmal vergangene Beiträge liest, wirst Du merken, dass ich selbst die unterschiedliche Wahrnehmung thematisiere und absolut respektiere. Ich habe weder gegen die Connery-Puristen irgend etwas, noch gegen Leute, die die Moore-Klamauk-Bonds lieben oder die Dalton-Härte bevorzugen.
    Altmodisch bin ich ein Stück weit ja auch selbst, sonst würde ich keine 50er-Jahre-Hörspiele hören und die Edgar Wallace-Filme lieben. Ich würde sonst auch nicht die Connery-Filme für (mit) die besten der Reihe halten. Ich stimme Old Rascal komplett zu, denn auch ich habe die alten Bond-Filme anders wahrgenommen. "Liebesgrüße aus Moskau" mit meinen Großeltern im Fernsehen zu sehen, war ein prägendes Erlebnis. Die Brosnan- oder Craig-Bondfilme verströmen da eine andere Stimmung und Weltsicht, natürlich!
    Aber "altmodisch" darf die Bond-Reihe selbst mit ihren aktuellen Filmen eben nicht sein. Sonst wäre er nämlich die von mir erwähnte Rockband, die ohne jegliche Weiterentwicklung und Varianz nur noch für ein paar verbliebene Alt-Fans spielt. Das hat man mit den Brosnan-Bonds nämlich (obwohl technisch meist auf der Höhe) versucht und damit die Reihe beinahe beerdigt.

    Und Du versuchst Dich zwar mit ihm gemein zu machen, redest aber eigentlich auch an Old Rascal vorbei.
    Bei Old Rascal lese ich zwar sehr viel Liebe für die frühen Bond-Filme, aber auch sehr viel Verständnis für die jüngere Generation und nur wenig Verteufelung der neuen Werke heraus.
    Old Rascal und andere pflegen hier einen schönen Meinungsaustausch, mit Respekt vor Ansichten Anderer und somit auch Erkenntnisgewinn (hoffentlich für beide Seiten).
    Was diesen Meinungsaustausch mit Dir (zumindest für mich) so schwierig gestaltet, ist der absolutistische Anspruch, der immer wieder zu Tage tritt. Wo Old Rascal einräumt, dass die aktuellen Filme wohl einfach nicht für seine Generation gedreht werden und er bekennend altmodisch ist, ist es bei Dir ein allgemein gültiger Fakt, dass Craig unempathisch und austauschbar ist.
    Und wenn Du dann von "verändert gemachten Menschen" schreibst, wähne ich mich im falschen Film. Solche diffusen Andeutungen von Dir ziehen sich mittlerweile durch viele Threads hier, ohne dass es mal irgendwie erläutert wird.

  • Bond-BesucherzahlenDatum17.09.2020 16:24
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Bond-Besucherzahlen

    Zitat von Old Rascal im Beitrag #41
    Kann gut sein, dass der völlig reizüberflutende schnelle Schnitt hier den Eindruck verzerrt und vielleicht auch komprimierter auftretende Stunts. Bei Quantum wusste ich in der Tat auch nicht mehr was wer gerade mit wem macht. Allgemein nahm ich die früheren Bonds einfach ganz anders wahr. Dort liebte ich die Gadgets und Spielereien und auch die Action Sequencen auf der Bobsleigh Bahn, im Wasser, auf der Skipiste,etc. Sowas gab es in anderen Filmen ja überhaupt nicht. Die heutigen Bonds nehme ich viel technischer, kälter und mit weniger Charme wahr und in vielerlei Dingen auch mit anderen Filmen austauschbar.

    "Ein Quantum Trost" war tatsächlich ein Extrembeispiel. Dort versuchte man ja einen "Bourne"-ähnlichen Stil zu erzeugen (und wie gesagt die Logiklöcher zu verdecken), hatte aber scheinbar nicht wirklich in diesem Stil gedreht. Aber natürlich wird auch bei "Skyfall" oder "Spectre" die Schnittfrequenz höher sein als bei "Leben und sterben lassen" oder "Liebesgrüße aus Moskau".
    Was Tempo und Schnittrhythmus betrifft, sollte man aber auch die alten Filme nicht unterschätzen! Bei "Im Geheimdienst ihrer Majestät" nahm Peter R. Hunt, der Cutter aller vorigen Bond-Filme, Platz auf dem Regiestuhl und seine Erfahrung spiegelt sich deutlich im Ergebnis. Vor allem die Vortitelsequenz wirkt extrem frisch und modern (auch wenn 1-2 wahrnehmbare Speedups etwas auffallen).
    Da wird in den Actionszenen bereits mit gewollter Orientierungslosigkeit experimentiert.

    Dass die neueren Teile, wie du sagst, technischer und kälter wirken, liegt zu einem ordentlichen Teil an der Zeit, in der sie spielen. Der Bruch ist ja bereits in den 80ern erkennbar, wo die Anwesenheit von Moore es noch einigermaßen kaschiert hat. Aber es wird schon hier düsterer und kälter, Alles wird sozusagen digitaler und auch ein Stück-weit unübersichtlicher. Mit dem Ende des kalten Krieges werden, wie schon richtig beobachtet, die Feindbilder diffuser.

    Die Gadgets und Spielereien sind aus meiner Sicht eher was für Jugendliche - an die sich aber ja vor allem die Bond-Filme der Moore-Ära durchaus richteten.
    Im Rückblick (!) nervt mich persönlich vieles davon. Sie haben oft in der Reihe zu sehr Überhand genommen, so dass man sich dann für entsprechend harte Brüche entschied. Ein solcher Bruch war definitiv "Man lebt nur zweimal", wo es des Guten zu viel war und man für "Im Geheimdienst ihrer Majestät" wieder auf den Boden zurückkehrte und mit dem bereits genannten "Moonraker", nach dem man mit "In tödlicher Mission" wieder ernster wurde. Eine solche Zäsur gab es dann wieder mit "Stirb an einem anderen Tag", wo man mit unsichtbarem Auto und Co den Bogen kräftig überspannte und das Ganze mit "Casino Royale" wieder entschlackte. "Im Geheimdienst ihrer Majestät", "In tödlicher Mission" oder "Casino Royale" sind interessanterweise dann auch Filme, die mir besser gefallen, je älter ich werde, weil ich mich als Zuschauer ernst genommen fühle und ich nicht das Gefühl habe, in einen aus dem Ruder geratenen Kindergeburtstag geraten zu sein.
    Deswegen hängt sicherlich viel mit dem Alter bei der Erstsichtung zusammen. Ich ertappe mich ja auch ständig dabei, dass ich über Alfred Vohrers Wallace-Regieeinfälle von wegen "Blick aus dem Mundraum beim Kauen einer Karotte" und Ähnliches schmunzle oder über einen recht sexistischen Spruch in einer 60s-Komödie kichere. Das passiert aber eben nur bei Filmen, die ich aus der Kindheit oder Jugend kenne. Ich fühle mich in der Zeit zurückversetzt, es kommen Erinnerungen hoch und ich fühle mich wieder wie damals - zumindest an guten Tagen, dann geht es um Nostalgie.
    Würde mir in einem aktuellen Kinofilm jemand die Karotten-Einstellung präsentieren oder haut eine (als Sympathieträger gedachte) Hauptfigur einen solchen Spruch mit absolutem Ernst heraus, schlage ich mir die flache Hand vor die Stirn. Soll heißen: Vieles, was in den 60s oder 70s witzig oder spannend war, würde heute nicht mehr die selbe Emotion erzeugen.
    In den 60ern plante man die Mondlandung und die Concorde, man sah die positiv gestimmte Star Trek-Serie und schaute begeistert darauf, welche Möglichkeiten Computer versprachen. Gadgets und Wundertechnik waren futuristisch und toll. Wir leben nun aber in einem eher Technologie-kritischen Zeitalter, was paradoxerweise komplett auf Servern und Smartphones fußt. Futuristische Utopien sind nicht gefragt, die Zukunft macht vielen Menschen eher Angst. Und wenn wir ehrlich sind, haben wir alle mittlerweile das Feuerzeug mit den 83 Funktionen von Derek Flint in der Hosentasche - es heißt nur Smartphone und hat ungefähr 500 Funktionen. Welches Gadget soll uns da noch in ein solches Erstaunen versetzen? Das unsichtbare Auto in "Stirb an einem anderen Tag" knüpft an die unwahrscheinlichen Gadgets von früher an, wirkt aber einfach nur gespenstisch, weil technisch 2002 beinahe schon möglich. Es ist von da aus auch kein weiter Weg mehr zu der perfekten Ausstattung, die den Agenten zu einem quasi unbesiegbaren Supermann macht und die Identifikation erschwert. In "Spectre" wurde dementsprechend ja bereits thematisiert, dass Bonds Job eigentlich auch von einer unbemannten Drohne erledigt werden könne. Das ist eine Frage, die sich Connery oder Moore mangels Technik noch nicht stellen lassen mussten, auf die die Bond-Reihe aber eine Antwort liefern muss, wenn sie weiterhin Relevanz haben will.
    Ich fand, wie gesagt, den Staudamm-Stunt oder die Autoüberschlagung in neueren Bond-Filmen ähnlich spektakulär wie Bob-Bahn und Co früher. Dass mir aber Laser-Uhren und Ähnliches fehlen, kann ich nicht behaupten. Das ist dann aber nur meine Wahrnehmung.

    Aber wo ich oben schon einmal "Moonraker" erwähnt habe:
    Gerade dieser Film ist auch ein wunderbares Beispiel für Zeitgeist und Bewertung im Laufe der Zeit. Gab es damals nicht wenige Stimmen, die den Film sogar als besten Bond-Film nach "Goldfinger" sahen, wird der Film mittlerweile regelmäßig bei Abstimmungen - sogar von eingefleischten Bond-Fans - auf einen der letzten Plätze gewertet.
    Genau so muss man es natürlich auch bei den aktuellen Filmen sehen. "Casino Royale" hatte nach Erscheinen lange bei Abstimmungen den ersten Platz inne, mittlerweile sind "Goldfinger" und "Liebesgrüße aus Moskau" wieder vorbei gezogen. Die erste Begeisterung und Überhöhung hat sich gelegt und kritischere Betrachtungen, bzw. auch der Vergleich zu anderen Filmen der Reihe finden statt.
    "Goldeneye" hat mittlerweile selbst einen Klassikerstatus und taucht des öfteren in Top5-Listen auf, ob "Casino Royale" diesen dauerhaft erhält, wird man sehen. "Skyfall" wird es meiner Meinung nach beispielsweise nie in diese Riege schaffen, "Spectre" noch weniger.

  • Thema von Fabi88 im Forum Off-Topic

    Ich möchte eine Empfehlung aussprechen für diesen von Bastian Pastewka kuratierten und moderierten Podcast:
    https://www.radiobremen.de/bremenzwei/se...-mucks-100.html

    Pastewka hat Krimi-Hörspiele aus den reichhaltigen Archiven von Radio Bremen herausgesucht und rahmt diese mit humorvollen, aber auch informativen Moderationen ein.
    So wird es nicht nur eine Reise in die Hörspielwelten der 50er, 60er, 70er und 80er Jahre, sondern auch an Kinofilme, Fernsehspiele und Serien erinnert, in denen die Sprecher mitwirkten.
    Die Hörspiele selbst sind zudem entweder tatsächlich spannende Neuentdeckungen oder zumindest launig und kurzweilig.

    P.S.: Am Besten wirklich am Anfang beginnen - die aktuelle Folge ist leider in meinen Augen kein Highlight.

  • Bond-BesucherzahlenDatum15.09.2020 11:58
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Bond-Besucherzahlen

    Zitat von Old Rascal im Beitrag #36
    Neidisch? Wenn du`s gesehen hättes wärest du jetzt ein Dinosaurier:))

    Aber Spaß beiseite. Verrückt finde ich die maßlos übertriebenen Stunts mit superlativen Effekten. Aber wie auch schon angedeutet findet ein 79Jähriger da nicht mehr so den Zugang wie ein 19 oder 29jähriger. Das ist ganz natürlich. Bondfilme waren schon immer unrealistisch aber auf verschiedene Arten. Ich würde die früheren Filme als mehr bodenständig unrealistisch bezeichenen, da die Stunts noch nicht alle Grenzen sprengten und wohl auch noch nicht konnten. Man lebt nur zweimal ist allerdings genau jenes Frühchen, das ich nie so besonders mochte. Da gefällt mir die spätere Mooreversion Der Spion der mich Liebte schon sehr viel besser. Der oben angesprochene Mooreklamauk hat sich so langsam eingeschlichen und ist mir auf Anhieb gar nicht mal so aufgefallen sondern erst im Rückblick. Moore hatte es ja etwas leichter als der arme Lazenby, der den Bruch mit Connery marken musste. Er war ja schon ein beliebter Fernsehstar. Solange ich lebe werde ich aber wohl nicht mehr von Bond lassen, da es ja schade wäre nach fast 60 Jahren damit aufzuhören:)

    Ab spätestens "Feuerball" waren die übertriebenen Stunts und die Effekte aber gerade doch der Verkaufsfaktor bei den Bond-Filmen. Jetpacks, die irre Bob-Verfolgung in "Im Geheimdienst ihrer Majestät", der (damals schon digital berechnete) Looping-Stunt über den Fluss bei "Der Mann mit dem goldenen Colt", der Ausflug ins Weltall, tauchende Autos,... man hat immer die Grenzen gesprengt und dies wurde auch vom Publikum erwartet. Der Ski-Sprung ins Nichts mit dem sich spät öffnenen Fallschirm in "Der Spion, der mich liebte", der noch immer den Atem stocken lässt, ist doch letztlich nichts Anderes als der Bungee-Sprung vom Staudamm in "Goldeneye" oder der Weltrekord bei Überschlägen mit dem Auto in "Casino Royale".
    Die meiste Zeit fährt Bond noch immer quer durch Innenstädte und fährt Verkaufsstände um. Der Schnittrhythmus ist nur schneller geworden und die Kameras sind bauweisebedingt in der Lage näher dran zu sein. Dass man daher den Zugang im Alter nicht mehr so gut findet, verstehe ich. Schon mich hat der Schnitt in "Ein Quantum Trost" überfordert und es war selten klar, wer gerade wen schlägt. Das war aber ein Stück weit der Tatsache geschuldet, dass man aufgrund des (Autorenstreik lässt grüßen) unfertigen Drehbuchs in der Postproduktion wohl auf "schnell und kompakt" setzte um Logiklöcher zu verdecken.
    Bei den anschließenden Filmen wurde es ja wieder klassischer und übersichtlicher.

  • Bond-BesucherzahlenDatum15.09.2020 11:49
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Bond-Besucherzahlen

    Zitat von Havi17 im Beitrag #37
    Bevor Bond hier populär wurde entstanden in Frankreich schon die Lemmy Caution Filme, die früher und
    schnell zunehmend mehr den Agenten als sympatischen Womanizer erscheinen ließen und eine Menge Humor
    mit ins Spiel brachten. Viele Jahre später brachten Hill/Spencer zunächst im Western-Genre dies
    noch erfolgreicher auf die Bühne.

    Lemmy Caution ist sicherlich ein Bond-Vorläufer, ebenso wie Cary Grant in "Der unsichtbare Dritte" prägend gewesen sein dürfte.
    Wo aber Spencer & Hill irgendeine Nähe zu den Bond-Filmen haben sollen, erschließt sich mir nicht. Da ist ja die oft bemühte "Bond im wilden Westen"-These bei den "Sabata"-Filmen mit Lee van Cleef schon fast plausibler.

  • Bond-BesucherzahlenDatum15.09.2020 11:46
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Bond-Besucherzahlen

    Zitat von Havi17 im Beitrag #33
    Zitat von Fabi88 im Beitrag #32

    Schlussendlich gibt es aber eh keine objektive Qualitätseinordnung. Der eine liebt an Bond das Verrückte, humorvolle, bunte, der andere die Härte, der nächste schaut die Filme wegen der Stunts, der andere wegen der Bond-Girls. Handwerklich gut gemacht (für ihre jeweilige Zeit) sind sie alle (bis auf die CGI bei "Stirb an einem anderen Tag").
    Und erfolgreich sind sie nun einmal bis heute.

    Dieser Meinung kann man sein, doch woher weiß man was jemand an den Bonds alles liebt und erst recht wahrnimmt, was man selbst nicht sieht.

    Natürlich hast Du recht, dass man nicht die Beweggründe eines jeden Bond-Fans wissen kann, warum er die Reihe liebt. Aber genau deswegen schrieb ich ja, dass eine objektive Einordnung kaum möglich ist, da nahezu jeder Film ein riesiges Publikum hat und damit bei sehr vielen (vielleicht teilweise auch sehr unterschiedlichen) Menschen einen Nerv getroffen hat, bzw. immer noch trifft. Es muss also auch Menschen geben, die beispielsweise an "Stirb an einem anderen Tag" sehr viel lieben und wahrnehmen, was sich mir nicht erschlossen hat und das ist auch völlig in Ordnung so. Die Liste von wegen "Humor, Härte, Bondgirls und Co" war ja auch nie auf Vollständigkeit ausgerichtet, sondern darf gern individuell ergänzt werden. Wenn die Reihe nach dem Ausstieg von Connery Zuschauerzahlen-mäßig implodiert wäre, würde feststehen, dass Connery allein der Faktor war. Wenn "Goldeneye" ein Flop gewesen wäre, hätte man vermuten können, es sind die exotischen, bunten Drehorte. All das ist nicht passiert, die "liebenswerten Punkte" sind demnach zu vielfältig und scheinbar auch noch genügend dieser Punkte beibehalten worden.

    Zitat von Havi17 im Beitrag #35
    Die alten Bond-Darsteller waren ganz andere Persönlichkeiten, die mehr Empathie hatten als z.B. das Schlußlicht Craig

    Du verwechselst Schauspieler und Rolle, bzw. selbst auf die Rolle bezogen haut das nicht ganz hin. Ich könnte jetzt ganz polemisch fragen, ob du bei Connery die Empathie meinst, mit der er den wehrlosen Prof. Dent erschießt ("Dr. No") oder fremde, unbewaffnete Frauen mit ihrem BH würgt um Blofelds Aufenthalt zu erfahren ("Diamantenfieber"). Und ob du bei Craig die Empathie vermisst, wenn er in "Casino Royale" im teuren Anzug zu Vesper in die Dusche steigt um sie tröstend in den Arm zu nehmen. Ich weiß, was du meinst, aber ein difusses "ich mag Craig als Typ nicht" kann man kaum auf die Auslegung der Rolle projezieren. Ich mag Craig als Typ auch nicht so gern wie Connery und Brosnan, aber er spielt das, was er da in die Hände bekommt sehr gut. Er hat sicherlich auch Glück, dass bei "Casino Royale" von Drehbuch, über Inszenierung bis hin zu Besetzung, Soundtrack und Schnitt Alles stimmte und der Film (überspitzt formuliert) vielleicht sogar mit Ottfried Fischer in der Hauptrolle noch leidlich funktionieren würde.
    Der Bond-Darsteller "macht" ja nicht den Film. Sean Connery muss im Rückblick auch Richard Maibaum, Terence Young und Ted Moore auf Knien danken, dass sie mit Drehbuch, Regie und Kameraarbeit für einen guten Film gesorgt haben, in dem er trotz mangelnder Erfahrung glänzen konnte. Es ist ja überliefert, dass er Respekt vor der Rolle hatte und wer genau hinschaut, merkt ihm im fertigen Film hier und da noch gewisse Unsicherheiten an (vor allem, wenn er keinen Text hat oder Blicke gefragt sind). Die Souveränität und Coolness kam ja erst mit den weiteren Filmen und kippte dann ehrlich gesagt zum Ende hin zu einer gewissen Teilnahmslosigkeit. "Diamantenfieber" ist ja wohl auch deswegen als zynischer Film und schon fast als Parodie auf die eigene Reihe angelegt, weil ansonsten die Gefahr bestanden hätte, dass er wie ein Fremdkörper wirkt. Für seinen Bond in "Sag niemals nie" fand Connery dann ja nochmals eine andere Herangehensweise.
    Brosnan kann im Gegenzug ja auch Nichts dafür, dass er mit "Der Morgen stirbt nie" und "Stirb an einem anderen Tag" kein gutes Material im Rücken hatte, da konnte er die Rolle mit noch so viel Charisma und Coolness spielen, aber die Filme dennoch nicht auf ein anderes Niveau heben.
    Bond zu verkörpern ist keine leichte Aufgabe und weil nicht einfach jeder den Connery geben kann, hat jeder Darsteller seinen eigenen Stil, bzw. wurde schon von Produktionsseite anders angelegt. Es gibt etliche Momente in den frühen Filmen, die mit einem Dalton oder Moore eine völlig andere (teils unangenehmere) Wirkung gehabt hätten.
    Connery ist hart, aber selbst noch charmant, wenn er rücksichtlos handelt, Moore ist der selbstironische Gentleman, dem man die Härte jedoch kaum abnimmt, Dalton verkörpert Kühle und eine gewisse Härte und Ernsthaftigkeit, der Womanizer-Part ist jedoch weniger ausgeprägt und die Moore-sypischen Oneliner wirken aus seinem Mund nicht so überzeugend, Brosnan ist der etwas glatte Superhelden-Bond, der gefühlt immer die Kontrolle behält, Craig ist nun einmal der selbstzweifelnde, harte Bursche. Auch das wird vorbei gehen, weil die Rolle mit dem nächsten Darsteller wahrscheinlich nicht genauso angelegt sein wird.

    Ich betrachte es tatsächlich so, dass es mit Craig (bzw. genauer nach "Casino Royale") nicht etwa qualitativ bergab ging, sondern "nur" die Ausrichtung mir nicht restlos gefällt. "Skyfall" verfügt über ein für sich genommen sehr gelungenes Drehbuch, Schauspieler wie Ralph Fiennes, Javier Bardem, Albert Finney und Co sind über jeden Zweifel erhaben und auch im Stab finden sich ausnahmslos die Besten ihres Fachs - Roger Deakins Kameraarbeit ist beispielsweise wie immer zum Niederknien und der Mann ist 64 und hätte alles Recht zu sagen "ich bin mit Connery aufgewachsen, so muss ein Bond-Film für mich aussehen", aber die Richtung, vielleicht auch die Inszenierung, überzeugt mich nicht komplett.
    Und dass da ein paar Geschäftsleute im Hinterzimmer überlegen, was "das junge Publikum" wohl sehen will und was am meisten Einnahmen verspricht und dann einen riesigen Stab an Handwerkern und Auftragsarbeitern herankarrt, stimmt so nicht. Zumindest Drehbuchautoren, Regisseure und Kameramänner werden da sehr aktiv (mit-)gestalten oder gerade aufgrund ihres Stils verpflichtet.
    Ebenso, wie ein Terence Young mit "Dr. No" und "Liebesgrüße aus Moskau" sehr viel von sich selbst in die Figur des James Bond einbrachte, hat auch ein Sam Mendes seine eigene Vision und dreht da nicht "irgendwas für den Zeigeist". Deswegen finde ich es ja so interessant, dass ein Martin Campbell (samt Kameramann Phil Meheux) nicht nur den Brosnan-Bond-Stil mit "Goldeneye" etablierte, sondern einen völlig anders ausgerichteten "Casino Royale" drehte und den neuen Craig-Stil einführte. Die drei Autoren von "Casino Royale" schrieben zuvor bereits die recht klassischen "Die Welt ist nicht genug" und "Stirb an einem anderen Tag". David Arnold blieb ebenfalls als Komponist. Es sind also quasi die selben Kreativen, die die Brosnan-Ära prägten, die den Neustart gestalteten. Erst danach gab es große personelle Wechsel.

    Auch ich liebe die Connery-Bondfilme wohl am meisten, finde die Dalton-Einsätze aber ganz erfrischend und verstehe und goutiere, was man mit "Casino Royale" vor hatte. Leider wurde das nicht konsequent weitergeführt. Ich hoffe daher auf einen guten Abschluss mit "Keine Zeit zu Sterben" und einen spannenden, besser funktionierenden Stil mit dem nächsten Darsteller.
    Es wird ja niemand zum Kinobesuch gezwungen und nur, weil ein neuer Film stilistisch anders ist, leidet die Qualität von "Goldfinger" doch nicht? Der wird wahrscheinlich, wie alle Bond-Filme, zum Kinostart in 4K erscheinen und wieder eine neue Generation begeistern.

  • Bond-BesucherzahlenDatum14.09.2020 18:22
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Bond-Besucherzahlen

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #29
    Sehr interessant, die "Bond-Geschichte(n)" der einzelnen Mitglieder zu lesen ! Kann ich gut nachvollziehen. Mein erster Bond im Fernsehen war auch der tatsächlich erste Film mit Dr. No und Ursula Andress' spektakulärem Strand-Auftritt (der im Buch ja noch wesentlich pikanter ist ! Schade, dass der Film da nicht ganz so weit mitging ). Eigentlich ist ja "Dr. No" noch gar nicht so spektakulär, wenngleich er sich noch relativ nahe ans Buch hält. Aber die Connery-Bonds sind auch meine Lieblinge - ohne Frage. Wie schön einfach war doch da die Welt noch.

    Und hier liegt wohl eines der Probleme - wenn man es denn so nennen will. Die Welt war wahrscheinlich gar nicht unbedingt einfacher, aber die Menschen wollten Ablenkung und Eskapismus. Man ging ins Kino um schöne Menschen dabei zu beobachten wie sie durch schöne Sets laufen und außergewöhnliche Dinge tun - Alles möglichst weit weg vom eigenen Alltag. Dass Jamaika und andere Bond-Locations früher quasi unerreichbar waren, wie hier schon geschrieben, ist sicherlich ein Grund des Erfolgs. Dass "Keine Zeit zu Sterben" auf Jamaika spielt, war ja im Gegensatz dazu nun in der Öffentlichkeit und in der Presse eher nur noch eine Fußnote. Venedig aus "Moonraker" oder die Schweiz in "Im Geheimdienst ihrer Majestät" müssen auf viele Zuschauer heute ja erst recht stinklangweilig wirken.

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #29
    Die Gefahr ging meist von einer ominösen Verbrecherorganisation namens Spectre aus, später dann, zur Moore-Zeit, in der gleichen Schlichtheit von ähnlich gelagerten Vereinigungen, aber auch von größenwahnsinnigen Großkapitalisten (heute schon wieder ein politisch äußerst heikles Thema, wie sich die Zeiten ändern). Zwischendurch mal der ziemlich düstere Film mit Lazenby, bei dem eigentlich nur das furchtbare Rüschenhemd stört, in das man ihn am Anfang gesteckt hatte. Zum Schluss der Moore-Ära der Versuch zu etwas mehr Realismus, aber leider war der gute Roger da schon nicht mehr in einem Alter, in dem irgendein Geheimdienst der Welt ihn in den aktiven Dienst gelassen hätte. Dann Dalton, soo übel finde ich die Filme auch nicht, besonders der mit dem mexikanischen Drogenboss ist ein recht harter Streifen, der sogar einige Szenen aus den Originalromanen enthält.

    Ein äußerer Konflikt von wegen "Guter Agent gegen verrückten Bösewicht" reichte früher nun einmal aus. Am Besten war der Bösewicht schon optisch als solcher zu erkennen. Ebenso wie klassische Monsterfilme noch ohne sinnvolle Erklärung irgendwelche Monstren auf Großstädte los lassen konnten oder Terroristen in Filmen diffusen Gruppen angehörten und ihre Motivation eigentlich Wurscht war, solange man einen simplen Wettlauf gegen die Zeit mit klarem Feindbild hatte.
    Dass das Publikum heute mehr Wert als früher auf Realitätsnähe legt, würde ich nicht behaupten, aber es gibt gestiegene Erwartungen an die Motivation der Figuren und den Wunsch nach mehr zwischenmenschlichen Konflikten als den altbekannten äußeren. Da könnten Medienpsychologen oder Soziologen jetzt vielleicht Gründe nennen.

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #29
    Dann eine lange Zeit nichts, die Post-Cold-War-Ära mit Goldeneye und Brosnan fing recht vielversprechend an, da war ich gerade mitten im Studium und habe das zusammen mit anderen Bond-begeisterten Kommilitonen durchaus gewürdigt. Schien so, als hätte man ein bisschen an die Connery-Zeit anknüpfen wollen.

    Ich fand immer, dass Brosnan eher an den Moore-Bond anknüpfte mit seiner Upperclass-Attitüde und einer gewissen Steifheit, sowie allgemeiner Halb-Ironie. Connery war da schon immer hemdsärmliger - trotz Smoking. Da hatte man aus meiner Sicht schon immer den Eindruck, dass da eigentlich ein Rowdy hinter der Fliege schlummert, der nicht im Anzug geboren wurde. Aus meiner Sicht knüpft genau da auch Craig an - wohl nicht umsonst gleichen sich die Aufnahmen von Connery, der in "Dr. No" aus dem Sitz den wehrlosen Prof. Dent erschießt und Craig, der im Bürosessel sitzend in der Vortitelsequenz von "Casino Royale" den Sektionsleiter erschießt, in Sachen Bildgestaltung stark. Die ausgiebige Schlägerei in "Ein Quantum Trost" mit Messerstichen strahlt eine ähnliche Ruppigkeit und Erbarmungslosigkeit aus, wie Connerys Kampf im Fahrstuhl inmitten von Scherben. Moore und Brosnan strahlten bei Allem, was sie taten immer eine gewisse Eleganz aus. Dalton lag irgendwo dazwischen, Lazenby war zu sehr auf einen 1:1-Connery-Ersatz ausgelegt, bzw. bekam ja keinen zweiten Film um sein Profil zu schärfen. "Goldeneye" fand ich aber auch sehr gelungen, bis auf die trashig-kitschigen Titel und die Mutlosigkeit den kalten Synthie-Score von Eric Serra kurz vor der Premiere in Teilen noch durch 08/15-Orchestermusik zu ersetzen.

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #29
    Leider ging es dann bergab, obwohl "Der Morgen stirbt nie" mit dem zeitungsabstinenten Bond auch noch guter Stoff war.

    Das sehe ich wiederum dann anders. Der Film war für mich gegenüber "Goldeneye" ein starker Rückschritt. Völlig überkandidelte Vortitelsequenz, blasser Bösewicht, halbgare Anbiederung an den 90er-Jahre-HongKong-Action-Trend und allgemein wenig Erinnernswertes. "Die Welt ist nicht genug" holte noch einmal Alles aus der ausgelutschen Formel heraus. Mit Robbie Coltranes Rückkehr ein sympathisches Comic Relief, das dramaturgisch jedoch gut eingebunden ist, ein bedrohlicher, aber auch tragischer Bösewicht, eine erst spät durchschaubare Sophie Marceau, tolle Actionszenen im U-Boot, ein grandioser Soundtrack mit gekonnter Verwebung von Orchester im John Barry-Stil mit Electronic,...
    Mit "Stirb an einem anderen Tag" hat man dann die Reihe leider fast vor die Wand gefahren. Einer noch gelungenen Vortitelsequenz (die so ähnlich fast bei Craig stattfinden können) folgt ein Film, der die ausgelutsche Bond-Formel schlecht wiederholt. Von Allem zu viel (Gadgets, CGI-Effekte,...) oder zu wenig (glaubhafte Gegenspieler, interessante Handlung) und dazu noch mies eingebundene Hommagen an die alten Bond-Filme. So konnte es auf keinen Fall weitergehen

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #29
    Schließlich Craig mit "Casino Royale". Hier trat wohl, ganz zeitgemäß, die Kunstfigur der Filme zurück und der eigentliche brutale, rüpelhafte und gar nicht so extrem weltmännische Ur-Bond auf den Plan, gleichzeitig war es ja auch das erste Bond-Buch. Der Geheimagent Ihrer Majestät entwickelt sich (natürlich nur in bescheidenen Grenzen) auch in den Romanen etwas weiter, in der Filmreihe hat man nun auch versucht, dem Rechnung zu tragen und vor allem wieder an die gute alte Tradition der gegnerischen Verbrechersyndikate anzuknüpfen. Sogar Spectre wurde wieder aus der Versenkung geholt, allerlei persönliche Verstrickungen und sogar Selbstzweifel, Burnout und andere moderne Dinge wurden dem vielgeplagten Helden angeheftet.

    Die Selbstzweifel und den Burnout hatte Bond in den Romanen schon und M ließ ihn dort ebenfalls bei Bedarf bereits fast über die Klinge springen. Du sprichst aber ja dementsprechend schon ganz richtig vom "Ur-Bond" der Romane. Wie oben schon geschrieben, orientiert sich der Craig-Bond neben den Romanen deutlich mehr "Liebesgrüße aus Moskau" oder "Lizenz zum Töten" als an "Moonraker" oder "Man lebt nur zweimal".
    Was ich sehr schade finde, ist dass man die Entwicklung der Figur nicht konsequent verfolgt hat. Bei "Ein Quantum Trost" tobte ja leider bereits der Drehbuchstreik, der dem Film aus jeder Pore quillt. Da wurde die Abkehr vom "Weltmännischen Bond" bereits etwas überspannt, bzw. die Entwicklung stagnierte. Wie gesagt, wurde am Ende von "Skyfall" der Bogen zum weltmännischen Bond ja sehr gut geschlagen. Nach dem Aston Martin aus "Goldfinger" Bond mit Hut bei Moneypenny im Büro und M im getäfelten Büro - da hätte ein ganz klassischer Bond-Film folgen können. Stattdessen ist "Spectre" dann ein Hybrid aus ausgelutschen Alt-Bond-Elementen und halbherzig aufgepropfter horizontaler Erzählung um die (teilweise ungewollt losen Fäden der Vorgänger) noch irgendwie zu einem Schluss zu bringen.

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #29
    Fast schon könnte man z.B. "Skyfall" schon als Kritik an gewissen Geheimdienstpraktiken ansehen, kleine Waisenkinder aufzunehmen und zu Agenten auszubilden, etwas, das östliche Geheimdienste ja gerne machten, aber auch Bonds Schicksal ist ja gleichermaßen. So klammert er sich an diese kalte und ziemlich rücksichtslose Frau "M", seinen Mutterersatz, die ihn bei Erfordernis wohl mit einem gewissen Bedauern, aber trotzdem ohne zu Zögern über die Klinge hätte springen lassen. Ziemlich gruselig. Aber ich finde, man sollte es mit Bonds "Vermenschlichung" nicht zu weit treiben und ihn als den harten Burschen lassen, der er ist. Er muss nun mal die Bösewichter verhauen, drei mit einem Schuss erwischen, die schlüpfrigen Luder wie die anständigen Professorengattinen gleichermaßen flachlegen, Unmengen von Schnaps in sich reinschütten und stets im Glücksspiel gewinnen, sowie immer das letzte (zynische) Wort haben. Also alles das machen, wozu sich unsereins nie so richtig traut.

    Das Verhalten der weiblichen M in "Skyfall" ließ mich an den Anfangsteil von "Der Mann mit dem goldenen Colt" denken, wo Bond wenn ich mich richtig erinnere aus einer sowjetischen Gehirnwäsche zurückkehrt und M zynisch plant, Bond gegen den nahezu unbesiegbaren Scaramanga antreten zu lassen, nach dem Motto "wenn er den Auftrag schafft, hat er sich als Verlandstreu und dienstfähig erwiesen, stirbt er, ist es ein potentieller Doppelagent weniger". Es ist nicht Alles irgendwo nur aus dem Zeitgeist und "modernen Zugeständnissen" zu erklären. Vieles war auch schon immer in der Vorlage vorhanden und wurde nur nicht konsequent genutzt. Man kann durchaus auch die Interpretation in Erwägung ziehen, dass man bei den frühen Bond-Filmen eher Elemente bewusst weggelassen hat, die man nun wieder übernimmt und die auf den Fleming-Nichtkenner "neu" und "falsch" wirken. Hart war er in den Romanen immer, trotz Selbstzweifeln und Schwächephasen und das ist er auch in den Filmen - allerdings versucht man die Gründe für seine Härte zu ergründen, bzw. prüft diese auch mal.

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #29
    Wer wird wohl Craigs Nachfolger werden ? Das bisschen, was ich da an Diskussionen aufgeschnappt habe, hat mich schon schaudern lassen. Wenn der neue Bond plötzlich kein Mann mehr ist, sondern einem der restlichen 60 oder 80 oder sonstwieviel Geschlechtern zugehört, einer eindeutig europafernen Ethnie angehört, plötzlich Veganer und Antialkoholiker ist, einen erfolgreichen Kurs im Antiaggressionstraining absolviert und sich engagiert gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz einsetzt, dann ist die Reihe für mich eindeutig gestorben.

    Es sind aber Diskussionen, an denen sich die Bond-Entscheidungsträger bisher gar nicht beteiligt haben, die also jeder Grundlage entbehren. Bisher waren es meines Wissens ausnahmslos Printmedien, die für Auflage und Klickzahlen die rhetorische Frage wiederkäuen, ob Bond nicht auch eine Frau sein könnte.
    Dass da vielleicht mal hin und wieder auch von den Produzenten ein Gerücht gestreut oder eher ausweichend auf direkte Fragen reagiert wird, sorgt für Publicity und ein Stück weit auch zur Beruhigung der Kritiker - von wegen "seht her, uns ist die Thematik bewusst und wir beschäftigen uns damit", aber dass der nächste Bond eine Frau ist oder dunkelhäutig, dürfte ausgeschlossen sein. Ersteres haut namentlich (trotz aller Trans-Thematik) nicht hin und für Letzteres gibt es wenige Kandidaten. Idris Elba (übrigens Sexiest Man Alive 2018) hätte mir tatsächlich gefallen können (und wichtiger ist ohnehin die Qualität des Films selbst), aber der ist auch nur vier Jahre jünger als Craig. Von daher wird man sich hier kaum weiter vom Klischee entfernen, als man es bereits mit Craig tat. Vor allem nach dem Erfolg von Colin Firth als britischer Gentleman-Spion Harry „Galahad“ Hart in "Kingsman" könnte ich mir durchaus vorstellen, dass man eher wieder zurück zum Brosnan-Typus gehen wird. Tom Hardy wäre zu nah an Craig, Kandidaten wie Henry Cavill oder Tom Hiddleston geben da wohl schon eher die Richtung vor.
    Vielmehr sorgt man (schon länger) lieber abseits der Hauptfigur für respektvoller geschriebene Frauenfiguren und Diversität in Nebenrollen. Warum sollte ein amerikanischer Agent (Felix Leiter) nicht schwarz sein, wie ca. 15 Prozent der dort lebenden Menschen? Und Naomie Harris ist geborene Londonerin, es wäre also nicht unrealistisch, dass sie in einem Büro des MI6 gelandet wäre, hätte sie einen anderen Berufsweg eingeschlagen. Im Ausgleich bekommen die Traditionalisten ja in Ralph Fiennes wieder einen männlichen M, der mich durchaus an Bernard Lee und Robert Brown erinnert.
    Aber es zeigt ja schon, dass wohl eher ein Problem auf Seiten der Diskurs-Teilnehmer besteht, als auf Seiten der Macher, wenn es einen Aufschrei gibt, weil 007 im neuen Bond-Film eine Frau ist.
    Dabei ist es nur folgerichtig, dass nach James Bonds Pensionierung die Nummer neu vergeben wird und (auch wenn in "Der Hauch des Todes" scheinbar noch ein reiner Männerclub) auch weibliche Agenten für den MI6 arbeiten. Wäre es diesen Leuten ernst, würden sie auch meckern, wenn es hieße, 007 wäre im kommenden Film ein blonder Mann namens Edward, der von einem Amerikaner gespielt wird, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass dann sehr schnell relativiert werden würde nach dem Motto "Achso, nur die Nummer wurde neu vergeben, ist dann quasi wie Sean Bean als 006 in "Goldeneye". Bei einer (noch dazu dunkelhäutigen Frau) geht aber sofort reflexartig das Geschrei los und jede Richtigstellung wird gepflogen ignoriert.

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #29
    Wie schon erwähnt, andere Agenten gibt es mittlerweile zuhauf, Bond muss sich einmal durch die originellen Gadgets, die exotischen Drehorte, aber auch letztlich durch seine Persönlichkeit gegen die Konkurrenz zur Wehr setzen.
    Auf alle Fälle, Goldfinger, Feuerball oder Man lebt nur zweimal sind Filme, die einfach nicht mehr zu toppen sind, da sie den sprichwörtlichen Sixties-Charme haben. Das schafft kein moderner Bond mehr, trotz aller Millionensummen, die in ihn gesteckt werden - wäre auch eine Idee, einen Retro-Bond zu drehen...

    Die Gadgets haben "Mission Impossible" und "Kingsman" mittlerweile bis zur Absurdität getrieben, da finde ich es gerade gut, dass es in den letzten Filmen bodenständiger zuging. Und dass exotische Drehorte niemanden mehr ins Kino ziehen, wurde ja schon thematisiert. Zumal da auch die anderen Agenten nachziehen, auch weil Produktionen im Ausland teilweise sogar günstiger sind als in England oder den USA zu drehen.
    Wenn man das Rad zurückdreht und die Persönlichkeit des 60er/70er-Bonds in den Mittelpunkt stellt, ist das etwas mau. Der Bond der 60er trägt Smoking, liebt Frauen und das Glücksspiel und trägt eine Walter PPK - mehr weiß man nicht über ihn. Den Rest hat Connerys Charme gemacht. Connery wird die Rolle aber nicht noch einmal spielen. Es gibt ja so schon nicht wenige Leute, die Probleme haben die Bond-Filme nach Connery überhaupt noch den einzelnen Darstellern zuzuordnen. Da muss man sich etwas Anderes einfallen lassen, fürchte ich.
    Ich wäre schon glücklich, wenn man mit dem nächsten Bond-Darsteller wieder eine gewisse Abkehr vom horizontalen Erzählen schafft. Bei 2-3 Jahren Pause zwischen den Filmen ist eine übergeordnete Erzählung wenig zielführend und mehr Eigenständigkeit innerhalb der Reihe würde den Filmen aus meiner Sicht immer gut tun. Das verhindert dann auch Probleme bei der "Staffelübergabe" zwischen den Darstellern. Schon jetzt wird es ja schwierig den Nachfolger von Craig einzuführen, weil die (versuchte) Entwicklung der Figur unter Craig erfordert, dass der Wechsel in irgendeiner Form erklärt wird. Jetzt noch einmal einen jungen Schauspieler bei seinen ersten Tötungen zu erleben, durch die er den Doppel-0-Status erlangt, würde mich ermüden.

    Zitat von Old Rascal im Beitrag #30
    Leider habe ich es nicht damit in's Guinnessbuch der Rekorde geschafft alle Bondfilme von Dr.No bis heute im Kino gesehen zu haben, sondern nur bis Goldeneye insgesamt 33 Jahre:) Goldeneye hat mir gar nicht mehr gefallen. Natürlich ist Dr.No mit heutigen Ansprüchen nicht mehr vereinbar aber damals war es wirklich ein Erlebnis, das knallbunte Jamaica auf der Leinwand zu sehen. Da gab es keinen Vergleich mit den entwickelteren Bondfilmen, da wir diese einfach noch nicht hatten. Da war weniger eindeutig mehr. Die Filme wurden ja später im TV in Endlosschleife wiederholt und ich sah sie mir immer wieder gerne an. Dalton, Brosnan, Graig naja schaute ich zwar auch im TV, aber die meisten nur einmal. Da bin ich einfach nicht mehr die Generation dafür.

    Ist ja absolut verständlich. Es gibt ja auch Bands, die entweder irgendwann durch mangelnde Weiterentwicklung nur noch für eine handvoll dankbarer Altfans spielen und auf der anderen Seite einige Bands, die mit ihrer Entwicklung neue Fans gefunden und alte nachhaltig verschreckt haben. Als Beispiel seien hier nur Yes und Genesis genannt, die als Progressive Rock-Bands mit komplizierter Musik bereits Stadien gefüllt haben und dann in den 80ern mit Kommerz-Pop nochmal viel größeren Zuspruch bekommen haben. Aber da werden sicher nicht alle Fans seit der Anfangszeit mitgegangen sein.
    Es wird sicher auch Bond-Fans geben, die "Dr. No" und "Liebesgrüße aus Moskau" wegen der zynischen und kompromisslosen Hauptfigur mochten und sich mit den bunteren, Gadget-überladenen Familienfilmen und spätestens mit dem Moore-Klamauk von der Reihe verabschiedet haben und bei Dalton noch einmal kurzzeitig zurückgekehrt sind. Ich kenne auch viele Roger Moore-Fans, die Brosnan als seinen legitimen Nachfolger sehen und die Connery-Bonds ganz nett finden, den Lazenby-Bond und die beiden Dalton-Filme sowie Craig aber ignorieren.
    Am Besten sind wohl die dran, die Connerys Charme der ersten Filme, den grandios inszenierten "Im Geheimdienst ihrer Majestät" mit tragischem Finale, den funkigen "Leben und sterben lassen" und den "over-the-top"-Bond "Moonraker", den 90s-Brosnan-Bond und den modernen Craig schätzen und Spaß an allen Filmen der Reihe haben. Dazu zähle ich mich glücklicherweise. Dass ich dann während der Moore-Filme 1-2 Mal die Augen verdrehe und "Stirb an einem anderen Tag" am liebsten auslasse und bei Craigs Bond-Filmen 2-4 permanent denke "Schade, da wäre soviel mehr drin gewesen", ist da nur eine klitzekleine Einschränkung.

    Zitat von Old Rascal im Beitrag #30
    Natürlich muss die Reihe mit der Zeit gehen, wenn sie sich verkaufen will. Nur hat eben leider eine immer verrückter werdende Welt immer verrückter werdende Filme zur Folge und das nicht im positiven Sinne. Ich bin und bleibe da gern hoffnungslos altmodisch.

    Die "verrückt"-Thematik kann man aber durchaus in beide Richtungen lesen.
    Die Jetpack-Einlagen, Vulkankrater-Domizile und Weltraumausflüge der 60er und 70er finde ich persönlich verrückter als beispielsweise einen nahezu Gadget-losen Film wie "Ein Quantum Trost", in dem es um ein bodenständiges Thema wie Wasser-Privatisierung geht und die Kämpfe nicht mit Wunderwaffen, sondern Fäusten und Messern ausgefochten werden. Dass man dem Publikum mehr Exzess bietet als früher, würde ich daher klar verneinen. Die Explosionen sind mächtiger, die Schnittfrequenz den aktuellen Sehgewohnheiten angepasst und es gibt mehr Handkamera, aber dass es Handlungs-mäßig verrückter zugeht als früher, lässt sich kaum halten.
    Wie schon von Dr. Oberzohn erwähnt, gab es ja auch bereits in der letzten Moore-Phase die Neigung die Filme wieder realistischer zu machen. "In tödlicher Mission" gefiel mir daher auch immer sehr, weil sich der Klamauk und zu abgefahrene Ideen im Rahmen hielten. Wenn hier bereits Dalton übernommen hätte, wäre es vielleicht sogar ein noch besserer Film geworden.
    "Lizenz zum Töten" hatte dann ja schon fast noch mehr Chuzpe als "Casino Royale" oder "Ein Quantum Trost", was das Brechen mit Gewohnheiten und Sicherheiten (Felix Leiters Verstümmelung) betrifft.

    Schlussendlich gibt es aber eh keine objektive Qualitätseinordnung. Der eine liebt an Bond das Verrückte, humorvolle, bunte, der andere die Härte, der nächste schaut die Filme wegen der Stunts, der andere wegen der Bond-Girls. Handwerklich gut gemacht (für ihre jeweilige Zeit) sind sie alle (bis auf die CGI bei "Stirb an einem anderen Tag").
    Und erfolgreich sind sie nun einmal bis heute.

  • Da bin ich ja mal auf den Preis gespannt!

  • Bond-BesucherzahlenDatum11.09.2020 22:50
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Bond-Besucherzahlen

    Zitat von Old Rascal im Beitrag #23
    Zurück zur Bondmania. Als Forendinosaurier habe ich die Bondfilme von 1962 bis etwa 1995 alle noch pünktlich zum Kinostart besucht und kann aus Erfahrung berichten, dass der Stellenwert eines Bondpics in den früheren Jahren ungleich höher war als später. Mit den Einspielergebnissen habe ich mich nie beschäftigt. Ich spreche von ganz persönlichen Wahrnehmungen. 1962 bis 1971 sah ich die Bonds in UK und die Späteren dann im deutschsprachigen Raum. Ist natürlich gut möglich, dass es auch darauf ankommt. Die frühen Moorefilme erlebte ich aber eigentlich auch noch als besondere Kinoleckerbissen. Meine persönliche Bondmüdigkeit setzte etwa ab Octopussi ein. Ich habe dann mit stark sinkender Begeisterung bis Goldeneye durchgehalten und schließlich das Handtuch geworfen, Bond dann aber eher halbherzig im Fernsehen weiterverfolgt. Casino Royale war nicht schlecht, nicht zuletzt wegen des Romanbezugs. Die gleichnamige Parodie hatte mir viele Jahre zuvor weniger gefallen. Mit Craig selbst hatte ich immer Schwierigkeiten ihn als Bond ernst zu nehmen. Seine Folgefilme haben mir dann auch nicht mehr so gefallen. Auch wenn die Filme nach wie vor Kassenschlager sind, haben sie nicht mehr den besonderen Stellenwert von einst. Da zogen sie als cineastisches Großereignis viel konzentriertere Aufmerksamkeit auf sich und waren Tagesgespräch. Inzwischen streut sich diese Aufmerksamkeit in viele Richtungen und hebt Bond sehr viel weniger hervor.

    Interessant diese Wahrnehmung zu lesen. Es gibt ja etliche Menschen, die weniger mit Connery, sondern mit den Moore-Bond-Filmen im Kino aufgewachsen sind und mindestens bis zum letzten Brosnan-Film noch mit Begeisterung bei der Stange geblieben sind, weil diese noch in eine ähnliche Kerbe schlugen. Vielleicht hat es dann doch etwas mit dem Alter und der allgemeinen Begeisterungsfähigkeit zu tun, die sicherlich irgendwann abnimmt. Es wäre interessant zu erfahren, ob Leute, die erst bei den Dalton-Filmen im "kinoreifen" Alter waren die Wechsel zu Brosnan und Craig noch voller Begeisterung mitgemacht haben.
    Meine eigene Bond-Begeisterung fing mit "Liebesgrüße aus Moskau" im TV an, da war ich wohl ca. 10 und es war für mich ein absolutes Highlight 1999 dann "Die Welt ist nicht genug" im Kino sehen zu dürfen. In meiner Jugend war ganz klar Brosnan DER Bond-Darsteller. Ich mag den Film immer noch sehr (nach "Goldeneye" der zweitgelungenste Brosnan, meiner Meinung nach) und war sehr enttäuscht jetzt erfahren zu müssen, dass er im Bezug auf die Relation von Budget zu Einspielergebnis der am wenigsten erfolgreichste Bond-Film überhaupt ist.
    Wie dem auch sei, wenn ich mich richtig erinnere, habe ich damals wenig Unterschied zwischen "Der Morgen stirbt nie" im Kino und "Goldeneye" auf VHS und weiteren Connery- und Moore-Bonds im TV gemacht - ich fand alle Filme großartig, egal worum es ging und wer Bond spielte. Mit 14/15 habe ich mich dann vorallem aus Enttäuschung über "Stirb an einem anderen Tag" (ich hätte beinahe das Kino während des Films verlassen) auf die frühen Bond-Filme gestürzt und mir dann ja - wie sich einige langjährige Forumsnutzer sicher erinnern - ähnliches Futter gesucht und vorallem das Thema Euro-Spy beackert.
    Dass Connery dann irgendwann auch zu meinem Lieblings-Bond wurde und ich feststellte, dass "Der Morgen stirbt nie" beispielsweise kein guter Film ist und die meisten Moore-Bonds nerviger Klamauk, kam erst mit dem Alter. "Casino Royale" hat mich im Kino dennoch umgehauen, gerade, weil ich zu dieser Zeit etwa auch die Romane gerade gelesen hatte und den literarischen Bond in diesem Film wesentlich besser getroffen finde, als bei fast allen Vorgängerfilmen.

    Um aber noch einmal auf die Zuschauerzahlen zu kommen, würde ich einfach behaupten, dass es beinahe jeder Bond-Darsteller geschafft hat die jeweilige Generation für sich zu gewinnen. Schon bei Connery spielte das "Jungsträume"-Element ja eine große Rolle beim Erfolg, was im Gegenzug natürlich ausschließt, dass ältere Zuschauer sich da automatisch aufgehoben fühlen. Ich bin fest davon überzeugt, dass viele Eltern eher besorgt waren, dass ihr Sohn für den brutalen, raubeinigen Connery schwärmte. Die Leute in diesem Alter, die als junger Mann wie Connerys Bond sein wollten, bringen dann eben heute kein Verständnis für die Begeisterung ihres Sonnes für die Craig-Bonds mit, was soll's?
    Phasenweise machten der Figur oder dem jeweiligen Darsteller dann natürlich auch andere Trends zu schaffen. Gerade bei Moore nahm man diese anfangs (Blaxploitation bei "Leben und sterben lassen" und "Star Wars" bei "Moonraker") noch sehr gut mit, aber Indiana Jones, Rambo und die Jedi-Ritter machten den Bond-Filmen der 80er dann sicherlich das Leben schwer. Dalton musste sich dann gegen die aufkommenden Hollywood-Action-Helden wie Bruce Willis und Sylvester Stallone behaupten. Brosnans "Goldeneye" füllte quasi ein Vakuum, in welches bald aber auch auch "Mission Impossible" oder "xXx" stießen. In der jungen Zielgruppe waren damals auch Dinos oder die "Men in Black" sehr angesagt.
    Die Rolle ist mit Daniel Craig nun allerdings auch gar nicht mehr so angelegt, dass sich 12jährige denken sollen "genau so will ich sein". Was sich in dieser Form bei "Lizenz zum Töten" noch als Problem entpuppte, gehört hier aber wohl zum Teil des Erfolgs. In Zeiten, wo Regierungen nicht mehr blind vertraut und auf "den starken Mann" gehofft wird, sind Bonds Selbstzweifel, bzw. Kämpfe gegen Gegner im eigenen System die einzige Möglichkeit noch glaubhafte Filme zu erzählen und einen Nerv beim Publikum zu treffen.
    Selbst bei den "Kingsman", wo die alte "Gentleman-Spione retten die Welt"-Formel noch mal gekonnt recycelt wird, geht dies nur mit viel Ironie und bewusster Überspitzung. Und die Bond-Filmreihe mehr oder weniger als Parodie ihrer selbst fortzuführen, wäre nach "Stirb an einem anderen Tag" die Alternative zum Neustart mit "Casino Royale" gewesen. Ob das von Erfolg gekrönt gewesen wäre, kann man schlecht abschätzen.

    Wie gesagt bin ich aber schwer gespannt auf die Einspielergebnisse von "Keine Zeit zu sterben". Bei "Tenet" - der anderen großen Kinohoffnung zur Zeit - besteht ja noch die Chance, dass er seine Kosten an den Kinokassen zumindest einspielt und dann mit der weiteren Verwertung in die Gewinnzone rutscht. Ein hoffentlich würdiger Abschluss der Craig-Bonds mit scheinbar vielen Verbeugungen vor anderen Teilen der Filmreihe könnte vielleicht trotz Corona viele Zuschauer in die Kinos ziehen.

  • Bond-BesucherzahlenDatum11.09.2020 21:55
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Bond-Besucherzahlen

    Zitat von Edgar007 im Beitrag #22
    Zitat von Fabi88 im Beitrag #18
    "Dr. No" hat zwar das ca. 60fache seines 1 Million-Budgets eingespielt, das macht aber eben 59 Millionen Dollar Gewinn, während bei "Skyfall" der Gewinn bei 5,5fachem Ergebnis eben bei ca. 900 Millionen Dollar liegt.

    Ich geb's auf...
    Alle Filme mit Connery, Lazenby und Moore haben zusammen weniger gekostet als der angeblich erfolgsreichste SKYFALL. Haben aber insgesamt (nicht inflationsbereinigt!) fast das Doppelte eingespielt. Also ich investiere lieber 200 mal 1 Mio. und bekomme dafür jeweils 60 Mio. (insgesamt dann 12 Mrd.) bevor ich ich einmal 200 Mio. investiere und dafür dann "nur" 1,1 Mrd. bekomme.

    Aber egal, das kann jeder so sehen wie er möchte.

    Du vergisst, dass Du als Basis deiner Rechnung die inflationsbereinigten Budgets nehmen musst. Da landet man dann bereits mit den ersten 7 Bond-Filmen bei ca. 200 Millionen Dollar. "In tödlicher Mission" und "Moonraker" hätten so zusammen auch bereits 200 Millionen gekostet.
    Wenn Wilson und Broccoli mit 7,5 Millionen Dollar Budget das "Dr. No"-Geschäft wiederholen könnten, würden sie es sicherlich tun.
    Aber es sind nun einmal alles Filme aus unterschiedlichen Zeiten. Der Anspruch der Zuschauer ist gestiegen, die Bereitschaft ins Kino zu gehen gleichzeitig gesunken.
    Die Budgets steigen exponentiell (übrigens seit "Dr. No" - es gab selten einen Bond-Film der nur ähnlich viel wie sein Vorgänger kostete und mit dem erwähnten "Der Mann mit dem goldenen Colt" nur einen richtigen Rückschritt), aber die Zuschauerzahlen mit jedem Film zu übertreffen, kann kaum gelingen. Die etwa 9.000.000 Zuschauer, die "Man lebt nur zweimal" errreichte, haben überhaupt nur 20 andere Filme (bis heute) überhaupt übertroffen. "Skyfall" mit ca. 7,815.000, "Der Spion, der mich liebte" mit 7.200.000 und "Spectre" mit ca. 7.046.000 liegen da schon ein Stück dahinter.
    Es genügt also nicht, die Zahlen nur mit vorigen Bond-Filmen zu vergleichen, sondern man muss auch die Zuschauerzahlen anderer aktueller Filme einbeziehen.
    Auf der Seite JamesBond.de gibt es einige Listen und Statistiken zu Einspielergebnissen und Zuschauerzahlen.
    Dort wird zwar nicht die Rechnung "erste drei Bond-Darsteller zusammengerechnet" gegen "Skyfall" aufgemacht, aber die durchschnittlichen (infaltionsbereinigten) Einspielergebnisse der einzelnen Darsteller berechnet. Craig liegt dort bei 827,8, Connery bei 737,3, Moore bei 589,5, Lazenby bei 529,6, Brosnan bei 518,6 und Dalton bei 344,5 Millionen Dollar.
    Dass die "Connery"-Bondfilme außergewöhnlich erfolgreich waren, bestreitet doch niemand. Aber wenn man beispielsweise die geschätzten Gewinne (inflationsbereinigtes Einspielergebnis abzüglich inflationsbreinigtem Budget) der ersten drei Roger Moore-Filme gegen die ersten drei Craig-Bonds aufrechnet, kommt man nahezu bei der selben Summe raus.
    Wenn man die letzten vier Moore-Auftritte gegen alle bisherigen Craig-Bonds aufrechnet, gewinnt Craig deutlich.
    Mir sind die Connery-Bonds und vor allem Lazenbys einziger Einsatz auch lieber als die letzten Craig-Bonds und die Moore-Filme, aber mir das rechnerisch jetzt so hinzubiegen, dass das auch die Einspielergebnisse zeigen, leuchtet mir nur wenig ein.

    In Hollywood spricht man bei teuren Filmen oft davon, dass ein Film am Box Office etwa das doppelte seiner Kosten einspielen muss um als Erfolg zu gelten. Dies haben bis heute alle Bond-Filme geschafft.
    Selbst im Vergleich zu Star Wars und Co sind die Bond-Filme noch immer gute Geschäfte.

  • Bond-BesucherzahlenDatum11.09.2020 15:18
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Bond-Besucherzahlen

    Ich kann mich gut erinnern, dass 1999 bei "Die Welt ist nicht genug" noch eine relativ große "Bondmania" herrschte - soweit ich das in Friesland wahrgenommen habe.
    Die letzten Roger Moore-Bonds und die beiden Dalton-Filme hatten ja stark abnehmende Zuschauerzahlen. Bei Moore könnte man auf die ausgelutschte Bond-Standard-Formel als Grund tippen, bei Dalton wohl auf eine zu große Abkehr von dieser Formel.
    Mit "Goldeneye" gab es ja - nicht zuletzt auch aufgrund der langen Pause - noch einmal einen großen Hype, der ja wohl auch die "Mission Impossible"-Reihe und "Austin Powers" nach sich zog.
    Dass die weiteren Brosnan-Bond-Filme dann aber wieder mit wenigen Variationen die selbe alte Formel wiederholten, dürfte dem Zuschauerinteresse wenig zuträglich gewesen sein. Dass mit "Stirb an einem anderen Tag" (formelhaftes Drehbuch, zu übertriebene Gadgets, erstmals massiver Einsatz von - noch dazu schlechter - CGI) dann qualitativ der Tiefpunkt der Reihe erreicht war, machte eine massive Kursänderung nötig.
    Bei mir war jedenfalls damals die Bond-Begeisterung zum Erliegen gekommen und vor "Casino Royale" war meine Einstellung nur "hoffentlich wird's wieder besser" und "schauen wir mal, wie der Craig es macht". Ähnlich wie zuvor mit "Goldeneye" gelang Martin Campbell aber eine überzeugende Neubelebung des Bond-Mythos und ein toller Film. Rein qualitativ (also was Drehbuch, Inszenierung, Bildgestaltung und Schauspiel betrifft), hat man es hier aus meiner Sicht ganz klar mit einem der besten Filme der Reihe zu tun. Die folgenden Teile haben sich dann leider zu sehr an anderen Filmtrends wie der "Bourne"-Reihe und den Nolan-Batman-Filmen orientiert und bei den zu bemühten Versuchen irgendwie - teils erst im Nachhinein - eine horizontale Erzählung einzubringen, verlieren sie dann die letzte Eigenständigkeit. Dabei gefiel mir das Ende von "Skyfall" sehr, wo gekonnt der Bogen zum klassischen Connery-Bond geschlagen wird, Craig mit Hutwurf im Vorzimmer auf Moneypenny trifft und dann von einem Bernard Lee-ähnlichen Ralph Fiennes als M im getäfelten Büro empfangen wird. "Spectre" macht dann leider wieder sehr viel falsch.

    James Bond ist zwar noch immer eine Konstante der Pop-Kultur, aber anders als in den 60ern, wo die Konkurrenz (außer Harry Palmer und Derek Flint) zum Großteil nur aus klaren Parodien und billig hergestellten Nachahmern bestand, stehen mittlerweile mit Jason Bourne, Ethan Hunt (Mission:Impossible) oder den Kingman ebenfalls großzügig budgetierte Spektakel im Kino als Alternative bereit. Und "24" oder "Tom Clancy’s Jack Ryan" beackern das Fernsehen/Streaming. Es kann daher gut sein, dass viele jüngere Zuschauer James Bond daher eher als einen von vielen Agenten wahrnehmen.
    Dass ein neuer Bond-Film nach wie vor ein Ereignis ist, kann man aber schon sagen. Aktuell richtet "das Kino" wohl nicht grundlos all seine Hoffnungen auf den anstehenden Start von "Keine Zeit zum Sterben".
    Auf diese Besucherzahlen bin ich wirklich gespannt!

  • Wallace & Blu-rayDatum11.09.2020 14:45
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Wallace & Blu-ray

    Zu "Frosch", "Hexer" und "Hund", also Edition 1 hatte ich seinerzeit ja schon Stichproben-mäßig etwas geschrieben, wovon Vieles von @TLEFilms FRPS (teils zu Recht) auseinander genommen wurde.
    "Frosch" und "Hexer" hatte ich später auch endlich komplett geschaut. Die Schäden beim "Frosch" waren meiner Meinung nach auf 280cm Bilddiagonale nicht extremst störend, auch "Der Hexer" machte Spaß, trotz aufgrund der Materiallage schwankender Qualität.
    "Der rote Kreis", "Die Bande des Schreckens", "Der grüne Bogenschütze" und "Das Gasthaus an der Themse" machten dann deutlich, dass der Umstieg auf 4K-Scans der richtige Schritt waren.

    Gestern Abend war dann "Die toten Augen von London" dran. Meiner Meinung nach bietet sich hier ein von vorne bis hinten fantastisches Bild.
    Das Filmkorn ist bei Innenaufnahmen und tendenziell stärker ausgeleuchteten Szenen angenehm fein, in dunkleren Situationen entsprechend gröber. Der Nebel wabert angenehm filmisch durch die Londoner Gassen, also längst nicht mehr in Form stehender Klötzchen.
    Gerade bei extremen Nahaufnahmen - die Vohrer hier sehr gern einsetzt - ist die Schärfe und der Detailreichtum beeindruckend, aber auch sonst macht das Bild einen sehr guten Eindruck.
    Mir ist nur erstmals auch bewusst geworden, dass Karl Löb hier einige Halbtotale bei Dialogen mit etwas zu weit geöffneter Blende fotografiert hat und so manches Mal ein Gesprächspartner in der Unschärfe sitzt. Da diese zu leicht ausfällt, kann sie künstlerisch kaum so gewollt sein.
    Aber apropos "künstlerisch": ich hatte auch gar nicht in Erinnerung, dass Vohrer (bzw. Heinz Funk?) bereits 1961 mit Ambient-Elementen auf der Tonspur experimentiert hat. Bei Nora Wards Besuch im Blindenheim, als der blinde Jack sich durch die Geheimtür zu nähern droht, wabert der Bass (einer Orgel?) unangenehm, beinahe schon im bewusst nicht mehr wahrnehmbaren Frequenz-Bereich und lässt die Spannung quasi physisch greifbar werden.
    Allgemein klingt die Tonspur wesentlich dynamischer und weniger blechern als noch bei VHS, TV oder DVD, auffällig gerade bei den Schreien der weiblichen Darstellerinnen. Man hat sich also auch mit dem Ton liebevoll auseinander gesetzt und nicht nur mit dem Bild. Da bei Filmen, die älter sind und nicht in 5.1 daherkommen, selten auf die Tonspur eingegangen wird, sei hier mal exemplarisch ein Lob ausgesprochen!

    Während ich bei "Edition 1" ja noch viele Kritikpunkte teilte, muss ich für die Editionen 2 bis 8 - obwohl ich noch nicht alle Filme komplett geschaut habe - nochmals eine dringende Kaufempfehlung für alle Wallace-Fans aussprechen. So gut dürften die Filme seit der Premiere nicht mehr ausgesehen haben.

  • Bond-BesucherzahlenDatum11.09.2020 12:42
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Bond-Besucherzahlen

    Weil es bei Victor Gunn nicht ganz passt, geht's hier weiter.
    Auch schön, auf diese Weise noch einmal an Joachim erinnert zu werden.

    Zitat von Edgar007 im Beitrag Bewertet: "Das Wirtshaus von Dartmoor" (1964, Stilverwandte)
    Zitat von Fabi88 im Beitrag Bewertet: "Das Wirtshaus von Dartmoor" (1964, Stilverwandte)
    Zu Bond sei nur kurz gesagt, dass die Filme mit der Zeit sogar nur noch erfolgreicher werden, ganz egal, wie man zu den Stories stehen will.

    Auch das ist so nicht korrekt. Inflationsbereinigt liegen von den reinen Einspielergebnissen 4 Connery- und 3 Moore-Filme in den TOP 10. Und im Vergleich zu den Produktionskosten (und das ist ja der tatsächlihce wirtschaftliche Erfolg) haben ale "alten" Bond-Filme mindestens das 10-fache (Dr. No das 60-fache!) eingespielt. Selbst der "tolle" Skyfall, der ja als der erfolgreichste verkauft wird, schafft gerade mal das 5,5-fache...


    Ich bin bei weitem kein Fan von "Skyfall", aber es ist nun einmal der Bond-Film mit den meisten Zuschauern und dem höchsten Einspielergebnis. Der SC Freiburg ist ja auch nicht der erfolgreichere Bundesligist, weil er weniger Budget für seine soliden Mittelfeldplätze ausgibt, als der FC Bayern für seine zahlreichen Meisterschaften und internationalen Titel.
    "Dr. No" hat zwar das ca. 60fache seines 1 Million-Budgets eingespielt, das macht aber eben 59 Millionen Dollar Gewinn, während bei "Skyfall" der Gewinn bei 5,5fachem Ergebnis eben bei ca. 900 Millionen Dollar liegt. Wenn man inflationsbereinigt rechnet, wären das bei "Dr. No" mit ca. 440 Millionen Gewinn bei 7,5 Millionen Budget immer noch nicht einmal die Hälfte.
    Alles in Allem wäre nach (sehr grober) Rechnung wohl "Feuerball" mit inflationsbereinigten 910 Millionen Euro sogar knapp vor "Skyfall", aber uns liegen die genauen Zahlen nicht vor und mir fehlt das abgeschlossene Mathe-Studium und die Zeit und Muße das wirklich belastbar zu berechnen.
    Dass "Dr. No" natürlich ein riesiges Geschäft bei überschaubarem Einsatz war, steht außer Frage. Dass man später dann aber mit immer höherem Einsatz herangehen musste, ist den gestiegenen Erwartungen des Publikums geschuldet.
    Worauf ich von Anfang an hinaus wollte: Die Zuschauerzahlen bei den Bond-Filmen korrelieren anscheinend nicht mit dem gelungensten Drehbuch (wie du sagtest "Story"), sondern mit den spektakulärsten Stunts, aufwändigsten Sets und Ähnlichem.
    Mit "Der Mann mit dem goldenen Colt" wagte man ja kurzzeitig das Experiment das Budget zu senken, hatte aber ein wesentlich geringeres Einspielergebnis als bei den Vorgängerfilmen. Mit verdoppeltem Budget bei "Der Spion, der mich liebte" verdoppelte man auch gleichzeitig das Einspielergebnis. Ich finde inhaltlich beispielsweise ersteren wesentlich interessanter. In den Top10 finden sich (neu und alt mal ausgeklammert) einige Filme mit Schablonen-Handlung, nicht unbedingt die Bond-Filme mit den gelungensten Drehbüchern.
    Craig ist mittlerweile mit durchschnittlichen 827,8 Millionen Dollar Einspielergebnis deutlich vor Connery mit 737,3 Millionen ("Sag niemals nie" nicht einbezogen). Bei Moore gingen die Zuschauerzahlen zurück, bei Dalton noch weiter und bei Brosnan gab es dann zumindest neue Zwischenhochs, bis es bei Craig zu neuen Höhenflügen kam.

  • Zitat von Edgar007 im Beitrag #98
    Hätte man Victor Gunn romangerecht (wie das erste Drittel der Wallace-Filme) verfilmt, hätte vielleicht eine erfolgreiche Serie daraus werden können. Aber man wollte halt (wie Weinert-Wilton, Gardiner, Durbridge, Wallace jun. usw.) im Fahrwasser der erfolgreichen Wallace-Filme mitschwimmen. Und sind wir doch mal ehrlich, die Wallace-Filme, die nicht mehr auf eine Buchvorlage basieren und "frei erfunden", sind ja größtenteils auch Käse. Das gleiche gilt ja sogar für James Bond. Die Stories der letzen Filme kann man ja größtenteils in die Tonne treten. Ausnahme: Casino Royale. Aber dafür gab's eben eine Romanvorlage.

    Das klingt nun aber wieder, als ob Du nur von "künstlerischem Erfolg" sprichst, den ich ja selbst bei Gunn durchaus für möglich halte. Ich zweifle ja nur an einem realistischen Publikumserfolg in Form vieler verkaufter Kinokarten.

    Die Romane "Der Frosch mit der Maske" und "Der rote Kreis" waren Bestseller und die Zuschauer konnten etwa erahnen, was sie da filmisch erwartet.
    Selbst, wenn man den Namen "Edgar Wallace" nur am Rande kannte, schwang da etwas mit. Das sind so Fälle, in denen eine Romanverfilmung dankbar ist, ähnlich später Donna Leon (wenn auch für das Fernsehen) wo man zumindest auch als Nichtleser schon weiß, dass man Venedig als Kulisse erwarten darf.
    Dass Fritz Lang 1960 kein großer Name mehr war, würde ich so nicht unterschreiben. Seine Rückkehr nach Deutschland und die "Tiger von Eschnapur"-Neuauflage waren relativ spektakulär (in den USA hatte er in der Zwischenzeit ja auch einige starke Filme inszeniert). "Mabuse" lag brach, das stimmt. Das erklärt ja auch, warum Brauner die Rechte seit 1953 untätig liegen ließ und erst mit den Wallace-Erfolgen (und dem zurückgekehrten Fritz Lang) den Mut aufbrachte, damit etwas zu tun. Das ist aber allgemein ein wichtiger Punkt der Krimiwelle: gab es bis 1959 vereinzelte Kinokrimis mit unterschiedlicher Ausrichtung (aus denen durch die Bank keine Reihe entstand), versuchten eigentlich alle Krimis ab 1960 die Wallace-Erfolgsformel zu treffen - mit wenigen Ausnahmen, wie den Durbridge-Filmen, die zugleich auf die TV-Mehrteiler-Zuschauer abzielten. Später wurde es interessant auch noch etwas Agenten/Abenteuer-Thematik hineinzubringen um James Bond nachzueifern.
    Der Name "Victor Gunn" auf dem Plakat hätte den meisten Kinogängern wenig gesagt und man hätte mit namhafter Besetzung und/oder reißerischem Titel und Plakatmotiv punkten müssen. Die namhafte Besetzung kostet viel Geld - gerade bei einem "ersten Teil" also eher schwierig und dass reißerischer Titel und Plakatmotiv nicht zu Gunn passen, wurde hier ja bereits erwähnt.
    Dass es "ausreicht", einen inhaltlich guten Film zu produzieren und das Publikum von allein kommt, ist leider nicht so. Auch das Drehbuch, dass einen inhaltlich gelungenen Film erst ermöglicht, musst beauftragt und bezahlt werden. Für einen eher unbekannten Romanautoren hätte keine Produktionsfirma auf eigene Faust gehandelt und die Verleiher hätten wahrscheinlich auch eher skeptisch reagiert, als direkt mitzufinanzieren.
    Deswegen bleibe ich dabei, dass sicherlich ein einzelner, überschaubar budgetierter, aber durchaus guter Film - vielleicht sogar mit zufriedenstellendem Besucherergebnis - dabei hätte heraus kommen können, aber eben kein großer Publikumserfolg - und somit keine Reihe. Ob neben den recht teuren und aufwändigen Rialto-Wallace-Filmen und seinen zahlreichen Nachahmerm Platz am Kinomarkt für eine eher gesetzte, ernsthafte Krimireihe gewesen wäre, wage ich nämlich zu bezweifeln. Sich bewusst den Trends entgegen zu stellen - und das auch noch in Form einer Reihe - hat sich wohl nicht ohne Grund niemand getraut.

    P.S.: Zu Bond sei nur kurz gesagt, dass die Filme mit der Zeit sogar nur noch erfolgreicher werden, ganz egal, wie man zu den Stories stehen will. Da es in der gesamten Reihe auch maximal 4-5 wirkliche Romanverfilmungen gibt und selbst diese sich massiv vom Stil der Romanvorlagen lösen, bietet sich hier ohnehin kein Vergleich an. Spätestens mit "Goldfinger" hat man eine sehr eigenständige Filmreihe aufgebaut und während man bei Wallace sein Heil in möglichst vielen Filmen in kurzer Zeit gesucht hat, um die Welle voll zu erwischen, macht der riesige Aufwand der Bond-Filme Abstände von mittlerweile drei Jahren nötig. Das hilft dem Event-Charakter natürlich. Dass man immer erfolgreich mit dem Zeitgeist gegangen ist, hat sicher auch dazu beigetragen, dass beim Publikum (bisher) keine Ermüdung auftritt. Dies mag zwar bei den Dalton- oder Craig-Filmen die Connery-Fans verschrecken, aber wenn wir ehrlich sind, sind die "Bourne"-Schnitttechnik bei "Ein Quantum Trost" und die Anlehnung in Optik und Stimmung der aktuellen Teile an die Nolan-Batman-Filme Nichts anderes als die Blaxploitation-Einflüsse oder "Star Wars"-Anleihen bei Roger Moore.
    Auch bei Wallace glaubte man ab 1967 verstärkt (vermeintlich) moderne Elemente einbauen zu müssen um das Publikum bei Laune zu halten. Der Zuschauerrückgang wird aber eher an der allgemeinen Müdigkeit gelegen haben. Nach so vielen Wallace-Filmen in so kurzer Zeit, sowie den zahllosen Nachahmern, war beim Publikum einfach die Luft raus. Hätte man 1969 noch in schwarz-weiß einen Inspektor durch den Londoner Nebel tapsen lassen um die bedrohte Erbin zu beschützen, wäre der Zuschauerrückgang wohl noch schneller von statten gegangen als mit den "käsigen" bunten Filmen um Glasaugen und Bucklige.

  • Künstlerisch/qualitativ erfolgreich hätte dies sein können, aber wohl kaum kommerziell. Goldmann-Cover auf dem Plakat, Wallace-ähnlicher Titel, zum Teil aus der Wallace-Reihe bekannte Darsteller - Über den Ansatz kann man sicherlich streiten, aber der Film war ja dennoch kein so großer Erfolg, dass ein Nachfolger, geschweige denn eine Reihe daraus entstand.
    Hätte man sich demgegenüber von Beginn an sogar auf romangetreue Verfilmungen und nur das Siegel "Victor Gunn" ohne jegliche Wallace-Anlehnungen konzentriert, wäre man wohl sicher baden gegangen.
    Du sprichst hier von Edgar Wallace, der in Deutschland damals zu den meist gelesensten Autoren gehörte und der Figur des "Dr. Mabuse", der dank der beiden Fritz Lang-Klassiker für deutsches Weltkino steht.
    Dass aus Ersterem eine erfolgreiche Filmreihe wurde, galt seinerzeit sogar als Überraschung, dass Zweiteres funktionieren würde, war mitten in der Krimiwelle und mit Fritz Lang auf dem Regiestuhl zumindest wahrscheinlich.
    Victor Gunn dürfte niemals ausreichend gezogen haben um eine eigenständige Filmreihe zu tragen, da wäre höchstwahrscheinlich sogar die Qualität der Filme egal gewesen. Versuche mit Heather Gardiner oder Day Keene (Qualität des Endergebnisses mal dahingestellt) waren ja auch nicht von Erfolg gekrönt und bei Weinert-Wilton (der immerhin Verkaufszahlen-technisch mal ein großer Name war) wechselten Ausrichtung und die Produktionsfirmen fröhlich, es musste Geld aus Spanien und Italien gesammelt werden um die Filme zu realisieren und schon nach vier Filmen in zwei Jahren war Schluss - eine erfolgreiche Reihe sieht anders aus.
    Da brauchte es schon Groschenheft-Helden wie "Jerry Cotton" und "Kommissar X", wo die Namen einen bereits Jahrelang an den Bahnhofskiosken ansprangen.
    Selbst die Kino-Ausflüge nach Francis Durbridge-Romanen waren ja keine Hits - weil gerade hier die eigene Konkurrenz im Fernsehen wohl zu groß und Durbridge zu sehr als Meister des Cliffhangers bekannt war.

    Es gibt übrigens ein Hörspiel nach Victor Gunns Roman "The Whistling Key" unter dem Titel "Der vertauschte Koffer" vom HR und SFB aus dem Jahre 1962.
    Es sprechen die Wallace-Veteranen Siegfried Schürenberg, Fritz Rasp und Alf Marholm!
    Gibt es seit Mai hier zu hören > https://www.hr2.de/podcasts/hoerspiel/de...sode-69816.html

  • Wallace & Blu-rayDatum07.09.2020 11:12
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Wallace & Blu-ray

    Als reine Spekulation hatte ich es ja mittels "Meine Einschätzung" und "ich glaube" hoffentlich ausreichend kenntlich gemacht.
    Irgendwann wird es sicherlich etwas Vollständiges geben. Vielleicht lässt man es sogar mit der Edition 10 und "Verrätertor", "Themse" und "Gorilla" gut sein und bringt erst 2-3 Jahre später alle 32 Filme (also dann auch die beiden Gialli) in einer Gesamtbox heraus. Wer weiß?
    Zwischen den Winnetou-Blu-Ray-Boxen und der Karl May-Komplettbox lagen auch etwa zwei Jahre.
    Dass es da von Anfang an einen Plan gab, wage ich aber zu bezweifeln. Man hätte ansonsten sicherlich nicht direkt "Hexer" und "Frosch" in einer Box untergebracht und sich zum Ende hin mit eher schwächeren Titeln durchgehangelt. Da war wohl schlicht und einfach Glücksspiel angesagt oder was gerade fertig aus der Restauration kam.

  • Wallace & Blu-rayDatum06.09.2020 13:39
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Wallace & Blu-ray

    Zitat von DanielL im Beitrag #888
    Als Titel für die neunte Box sind GLASAUGE, THEMSENTOTE und 7 SCHLÖSSER bestätigt.


    Eigentlich keine schlechte Zusammenstellung. Einer der am ehesten gelungen zu bezeichnenden Farb-Wallaces, der letzte Wallace-Film ohne italienische Beteiligung und ein durch und durch typischer Vertreter der Reihe aus der Hochphase.

    Zitat von brutus im Beitrag #889
    Dann bleiben ja für Box 10 noch Verrätertor, Gorilla und Gesicht, eine absolute Highlight-Box

    Irgendwie interessant, dass es sich so komplett nach "Reste-Box" anhört, obwohl ja auch noch die beiden Wallace-Gialli übrig sind.

    Zitat
    Das Beste hebt man sich halt immer zum Schluss auf
    Ich könnte mir auch vorstellen, dass das Gesicht eher wie die anderen Gialli von Koch einzeln erscheint - und evtl. Gorilla und Tor mit dem Wartezimmer "aufgepeppt" werden?
    Oder diese Titel einfach mal unter den Tisch fallen...



    Falls "eastmancolor" Recht hat und Koch bei den bisherigen Wallace-Gialli nur befristete Rechte erworben hat, rennt für diese Koch-Einzel-VÖ-Lösung schlicht und einfach die Zeit weg.
    Während das 2017 erschienene "Das Geheimnis der grünen Stecknadel"-Mediabook mittlerweile stark reduziert abverkauft wird (was durchaus für eine 3-Jahres-Lizenz spricht), ist "Das Rätsel des silbernen Halbmonds" ja gerade erst vor einem Jahr erschienen. Falls der Titel von LEONINE also für eine 10. oder 11. Wallace-Edition fest geplant war und ist, wäre die VÖ für Koch nur sehr überschaubar lukrativ und ich bezweifle, dass man dort unter diesen Rahmenbedingungen überhaupt zugegriffen hätte.
    Meine Einschätzung ist, dass LEONINE die beiden Wallace-Gialli entweder gar nicht (bzw. erst als späten Nachklapp) für die Wallace-Editionen plant oder LEONINE Koch zumindest zugesichert hat, bis 2021 keine eigene VÖ folgen zu lassen um zwei Jahre exklusiven Abverkauf zu ermöglichen. Alternativ kommt hier natürlich auch wieder die Möglichkeit ins Spiel, dass Koch die internationalen Langfassungen exklusiv hat und in den Wallace-Editionen nur die deutschen Schnittfassungen zum Einsatz kommen. In diesem Fall hätte LEONINE aber die "ungeliebten" Wallace-Teile längst untermischen können, anstatt am Ende eine Box bringen zu müssen, die nur diese Filme enthält.
    Da "Das Gesicht im Dunkeln" (auch international) nicht den Stellenwert wie die anderen beiden Wallace-Gialli hat, wäre eine Exklusiv-VÖ für Koch noch zwingender. Ich glaube nicht, dass Kochs Interesse da groß genug ist, um LEONINE eine Wallace-Editions-Pause für die nächsten drei bis fünf Jahre abzuringen. Denn eine Wallace-Edition mit dem "Gesicht" wäre dann frühestens 2023/24/25 möglich.
    Ich glaube daher, dass die von "Dr. Mangrove" ins Spiel gebrachte Edition 10 mit "Verrätertor, Gorilla und Gesicht" sehr wahrscheinlich ist. Mit "klassisch Schwarz-weiß", "trashig-bunter Deutschkrimi" und "Giallo" wäre die Bandbreite auch interessant genug um noch Käufer zu finden.
    Die beiden Wallace-Gialli erscheinen dann wohl erst nächstes oder sogar übernächstes Jahr in einer etwas verspäteten 11. Edition. Aufpeppen muss man diese dann auf jeden Fall. Ich hoffe sehr, dass man dann möglichst viel von dem Bonusmaterial zu allen 32 Filmen nachliefert, was die bisherigen Blu-Rays gegenüber den alten DVD-Editionen vermissen ließen. Dass wieder das "Wartezimmer" herhalten muss, ist leider wahrscheinlicher, nur tippe ich im Falle einer neuen Restaurierung doch eher auf eine Einzel-VÖ. Eine Digitalisierung, nur um Bonus für zwei bereits auf Blu-Ray ausgewertete Filme zu haben, ist unlukrativ. Da läge die Option näher, einfach das HD-taugliche Master von 2003 zu nutzen.

  • Zitat von Pidax im Beitrag #362
    - Die Hölle von Manitoba - Neue HD-Abtastung / Mit dem PRÄDIKAT WERTVOLL ausgezeichneter Western mit Lex Barker und Pierre Brice (Pidax Western-Klassiker) [Blu-ray]
    https://www.pidax-film.de/Gesamtkatalog/...-ray::1963.html


    Sehr schön! Tauchte bei den Förderentscheiden der FFA ja noch gar nicht auf, aber freut mich zu hören, dass der cCc-Filmstock auch abseits von Karl May, Wallace und Mabuse digitalisiert wird.

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