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  • Unser Mann in Rio (1966)Datum10.06.2022 11:14
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Unser Mann in Rio (1966)

    Zitat von TV-1967 im Beitrag #20
    Das Eastman hier noch nix zur DVD bzw. Blu-ray geschrieben hat wundert mich. Nun gut. So schön dieser Film ist, so schlecht ist die VÖ von Filmjuwelen. Warum? Ganz einfach! Es wurde (warum auch immer) das Master von der Ausstrahlung damals auf "Premiere World" verwendet (KIRCH). Ohne "Columbia-Vorspann", nicht digital restauriert. Das Bild ist weiterhin matschig und gruselig bzw. grieselig. Sorry. Das einzig Gute daran ist die VÖ an sich und der sehr gute Ton bzw. Sound. Leider geht man auch im Booklet nicht im Geringsten auf den fantastischen Soundtrack/Ohrwurm von Mario Nascimbene ein, sondern spricht nur von irgendwelchen Bananen! Das ist diese VÖ (mal wieder) auch! PIDAX hätte den Film zumindest wirklich restauriert! Nachtrag! Der Trailer wurde extra NEU gefertigt. Also kein Originalmaterial von damals. In der Vergangenheit machte es, wenn es keinen "Original-Trailer" gab ein Filmexperte aus München. Bei aller Liebe zum Film bin hier trotzdem enttäuscht! Vertragslage hin oder her!

    Ich habe die Scheibe noch nicht hier, aber dass man das damalige "Premiere"-Master verwendet hat, glaube ich weniger. Das dürfte seinerzeit noch in SD abgetastet worden sein und daher für eine Blu-Ray-Auswertung nicht in Frage kommen. Andere Kritiken lesen sich bisher ja auch so, als habe man sich (so, wie ich es mal vor hatte), die kursierende deutsche Kinokopie gegriffen und abgetastet. Das würde auch das "grieselige" erklären - Filmkorn nennt sich das und gehört da hin und ist kein technischer Defekt. Ich finde es dann eher positiv, dass man nicht mit Rauschfiltern drüber gegangen ist um das ohnehin gegenüber dem Negativ schlechtere Bild komplett zu versauen. Wenn es die Kopie war, die ich seinerzeit im Filmclub 813 in Köln gesehen habe und die solide digitalisiert wurde, dann habe ich hier auf meiner Heim-Leinwand Spaß damit.
    Für mehr müsste man an die Negative oder zumindest Interpositive ran - das dürfte außerhalb der Möglichkeiten von Filmjuwelen liegen, bzw. zu teuer sein. Ich hoffe zwar, dass sich da irgendwann noch ein US-Label oder Ähnliches erbarmt, aber solange ist zumindest eine digitalisierte Kinokopie okay. Besser als die sonstige Vorgehensweise von Filmjuwelen 30-40 Jahre alte SD-MAZen auf DVD zu ziehen.

  • Wer seid ihr? IIDatum30.05.2022 12:02
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Wer seid ihr? II

    Zitat von patrick im Beitrag #302
    Zitat von Lord Low im Beitrag #301
    Also Campbell hätte Quantum sicher nicht durch diese schnellen Schnitte verhunzt.


    Vermutlich nicht. Ich hoffe, dass Marc Forster niemehr einen Bond dreht. Bei "Spectre" ist ja Gott sei Dank wieder Sam Mendes am Werk.

    Ich sehe erst jetzt zufällig diese Beiträge:
    "Ein Quantum Trost" ist meiner Meinung nach einer der best-fotografierten Filme der Reihe und man sieht noch in Grundzügen, wo die Reise eigentlich hingehen sollte. Es gibt beispielsweise einige schöne Kamerafahrten und Ähnliches, die durch den Schnitt "verhunzt" werden und woraus sich schließen lässt, dass der Film nicht "auf schnellen Schnitt" geplant und gedreht wurde.
    Soll heißen: Man wird sicherlich nicht schon in der Vorproduktion entschieden haben mit dem 120-Minuten-Standard zu brechen und durch die Handlung zu hetzen. Dann wäre auch Einiges anders gedreht worden.
    Der Schnitt ist wahrscheinlich nicht (allein) Marc Forsters Werk, bzw. seine Entscheidung, denn er steht ansonsten auch nicht gerade für Schnittgewitter.
    Vielmehr fiel die Produktion des Films mitten in den großen Autorenstreik und so wimmelt es im Film von Logiklöchern und offensichtlich nicht ausformulierten Szenen, weil das Drehbuch zu Drehbeginn noch nicht rund war. Aus meiner Sicht wählten (primär die Produzenten) dann nach Ansicht der ersten Fassung die Notlösung "wir schneiden eine halbe Stunde raus" und ahmen "Bourne" nach, obwohl das Material nur teilweise für diesen Stil geeignet war.
    Aber das lässt sich natürlich nicht verifizieren, ist nur mein Eindruck.
    Sam Mendes hat mich mit "Skyfall" nur teilweise und "Spectre" gar nicht überzeugt. Bei "Skyfall" gefiel mir nur das Ende, was ein Törchen für den nächsten Film öffnete für "die alte Formel" mit Geplänkel mit Moneypenny, Instruktionen von M und einem abgeschlossenen Fall. Stattdessen versuchte "Spectre" dann allen Craig-Bonds irgendeinen großen "Plan" im Nachhinein aufzupropfen und rote Fäden zu ziehen, wo keine waren. Die Actionszenen sind auch eher mau.

  • DER ZIRKEL DER GERECHTENDatum27.05.2022 13:47
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema DER ZIRKEL DER GERECHTEN

    Zitat von Edgar007 im Beitrag #4
    Hat jemand das Buch schon gekauft bzw. kann etwas dazu schreiben? Wie ist die (Übersetzungs-)Qualität?

    Man kann bei Amazon über "Blick ins Buch" ein paar Seiten lesen. Ich habe Wallace ewig nicht mehr gelesen, aber auf mich wirkt das ziemlich trocken und sperrig. Ob das nun an Wallace oder der Übersetzung liegt, müssen kundigere Mitglieder bewerten...

  • Unser Mann in Rio (1966)Datum27.05.2022 13:45
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Unser Mann in Rio (1966)

    Zitat von Havi17 im Beitrag #17
    Kann mich noch an den Film erinnern, hab ihn seit 2006 auf DVD (Premiere). Die Matt Helm Filme von Henry Levin gefallen mir gut. Der Abstand zu einem Top Euro-Spy wie z.B. "Run a Crooked Mile" ist jedoch enorm.

    Die Definition von "EuroSpy" spielt hier für die Einordnung sicherlich eine wichtige Rolle. In dem Sinne, wie den Begriff viele Amerikaner beispielsweise verwenden, geht es um eine (meist schön bunte) Umsetzung der 007-Formel, gern auch aus Italien und eher auf den Zeitraum 1963 bis 1967 bezogen. Da ist "Unser Mann in Rio" definitiv, was Schauwerte und Budget betrifft, ganz vorn mit dabei.
    Wenn man den Begriff wörtlich nimmt und "jede europäische Produktionen mit Spionagethematik" darunter fasst, spielen natürlich die Harry Palmer-Filme mit Michael Caine oder "Der Spion, der aus der Kälte kam" in einer eigenen Liga. "Run a crooked mile" ist ja beispielsweise ein TV-Film und ein geerdeter, realistischer Spionagefilm.
    Als Sonntag-Nachmittag-Unterhaltung ist "Unser Mann in Rio" sicherlich mit die erste Wahl, wenn man die klassischen Connery-Bond-Filme gerade mal wieder durch hat.

  • Wallace-Romane zu verkaufenDatum17.05.2022 23:34
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Wallace-Romane zu verkaufen

    Und "Edgar Wallace Almanach" aus dem Hause Goldmann ist noch aufgetaucht. "Die erste vollständige Bibliographie der deutschen und englischen Erstausgaben" mit Bildern aus dem Leben Wallaces und biografischen Notizen mehrerer Autoren.

  • Wallace-Romane zu verkaufenDatum17.05.2022 21:06
    Thema von Fabi88 im Forum Off-Topic

    Hallo in die Runde!
    In den Edgar Wallace-Roman-Thread gehört das hier sicher nicht und hier im Off-Topic nerve ich wahrscheinlich am wenigsten und werde vielleicht dennoch gelesen.
    Der Hausstand muss verkleinert werden und so löse ich meine Wallace-Roman-Sammlung auf, die ehrlich gesagt meist auch eher nur Deko war als wirklich gelesen wurde.
    Den Großteil habe ich mir selbst bereits gebraucht aus diversen Quellen zusammengesucht. Als "neuwertig" ist wohl keiner der Bände zu bezeichnen...
    Um folgende Bände geht's und ich würde mir gern die Mühe sparen das Alles bei eBay und Co einzustellen und mich mit Preisrecherche und Co herumzuschlagen. Macht also gern Angebote per PM!
    Ansonsten bleiben die Bände eben im Karton bis irgendwann die Wohnung vielleicht doch mal groß genug dafür ist.

    Seltenes:
    "People - The Autobiography of a mystery writer" - Englische Ausgabe im Hardcover, mit handschriftlicher Widmung von Wallace persönlich! Wem er da widmet, konnte ich aber nicht entziffern.
    "Der Frosch mit der Maske" in Altdeutsch von der Leser-Vereinigung Gutenberg-Verlag in schickem Hardcover-Einband, allerdings recht angestoßen und hier und da vergilbt

    Welbild-(Doppel-)Bände:
    - Edgar Wallace - Das Leben eines Phänomens (von Margaret Lane)
    - Der Frosch mit der Maske / Bei den drei Eichen
    - Der Unheimliche / Die toten Augen von London
    - Das Verrätertor / Die gelbe Schlange
    - A.S. Der Unsichtbare / Der Doppelgänger
    - Das Gesetz der Vier / Die Schuld des Andere
    - Die Bande des Schreckens / Der Zinker
    - Die drei Gerechten / Die Tür mit den sieben Schlössern
    - Geheime Mächte / Richter Maxells Verbrechen
    - Das Geheimnis der Stecknadel / Die seltsame Gräfin
    - Die vier Gerechten / Großfuß
    - Der rote Kreis / Gucumatz
    - Treffbube ist Trumpf / Käthe und ihre Zehn
    - Das Gasthaus an der Themse / Der grüne Brand
    - Der sechste Sinn des Mr. Reeder / Nach Norden, Strolch!
    - Der Hexer / Menschen
    - Der schwarze Abt / Der Banknotenfälscher
    - Penelope von der Polyantha / Das Steckenpferd des alten Derrick
    - Die vierte Plage / Der Teufelsmensch
    - Der Mann von Marokko / Hands up!

    Scherz Krimi-Klassiker:
    - Der Hexer (erstmals ungekürzt, neu übersetzt - anders als die Weltbild-Ausgabe nicht auf Basis von "The Ringer", sondern "The Gaunt Stranger")
    - Der Zinker (ungekürzt und neu übersetzt)

    Goldmann "Die Edgar Wallace-Jubiläumsausgabe":
    7: Der Brigant
    10: Der Dieb in der Nacht
    28: Der goldene Hades
    29: Die Gräfin von Ascot
    41: Das Juwel aus Paris
    48: Der Mann im Hintergrund
    50: Die Melodie des Todes
    58: Der Redner
    70: Töchter der Nacht

    Diverses:
    "Käthe und ihre 10" als Taschenbuch aus dem Gebrüder Weiss Verlag (recht nett gestaltes Cover)
    Edgar Wallatze - Der Frosch mit der Glatze (Eine Parodie von Wolfang G. Fienhold)

    Wenn was dabei sein sollte oder Interesse am ganzen Paket besteht, einfach per PM mit Preisvorstellung melden.

  • Paul Temple kehrt zurück!Datum06.05.2022 12:48
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Paul Temple kehrt zurück!

    Ich bin noch nicht ganz durch mit "Valentine" (mit der Arbeit und kleinem Kind zuhause fehlt oft leider die Zeit), muss aber schon jetzt ein stückweit Abbitte leisten.

    Fand ich den Beginn noch sehr holprig (vielleicht auch, weil eine Szene ohne Temple und Steve als Einstieg ungewohnt war), besserte es sich schnell und ich hatte mich nach spätestens zwei Folgen an die Stimmen gewöhnt.

    Abseits der Titelmusik (die ich nach wie vor zu penetrant finde - was sich noch verstärkt, weil man sie jede halbe Stunde wieder auf's Ohr gedrückt bekommt) finde ich die musikalische Untermalung äußerst gelungen und stimmungsvoll. Die Instrumentierung und Produktion wirkt auch wesentlich geschmackvoller und weniger synthetisch als die Eröffnung befürchten lässt.
    Da nehme ich meinen anfänglichen Vergleich zu Maritim und Co gern zurück. Nur das Lied mit Gesang, was in einer Spelunke im Hintergrund spielt, wirkte mir etwas zu modern, aber das ist eine Kleinigkeit.

    Auch das Sounddesign ist weit besser, als die Teaser vermuten ließen, allerdings fehlen mir hier und da weiterhin ein paar Geräusche um es wirklich "lebendig" zu machen und auf der anderen Seite gibt es aus meiner Sicht unglückliche Entscheidungen (das "Zerplatzen" der Selbstmörderin zu Beginn oder später der Fund eines Messers, der mit "Matsch"-Geräuschen vermittelt wird), die leider sehr trashig wirken und vor allem unnötig sind. Es führt außerdem zu Brüchen, weil inhaltlich doch Alles sehr altmodisch ist (Wen schockiert das Thema Drogenhandel denn noch? Die Beziehung von Paul und Steve ist abseits kleiner Anspielungen auch sehr zahm), aber dann solche modernen (oder doch eher 80er?) "Splatterffekte" hereinplatzen.

    Die Besetzung ist im Großen und Ganzen Klasse - gerade Nebenrollen sind passend und markant besetzt. Die neue Steve macht ihre Sache besonders gut, auch mit Sir Graham werde ich (trotz einiger Lispler, gerade zu Beginn "Daff ift ein Fall für Paul Temple") schnell warm. Charlie ist nahe am Original, aber das muss ja nicht schlecht sein.
    Paul Temple selbst ist mir leider sehr unsympathisch, wie er angelegt, bzw. gespielt wird. Teils ist das sicherlich inhaltlicher Natur, dass man seine "Britishness" mehr betonen wollte, teils beabsichtigtes "als erfolreicher Krimiautor Über den Dingen stehen", oft aber eben leider in meinen Augen unsympathisch. Das war bei Deltgen auch manchmal so, aber mit mehr akustischem Augenzwinkern gespielt. Dort hatte er auch mehr "weiche" Seiten oder machte Fehler, bzw. zeigte Schwächen, den Eindruck hat man hier eigentlich nie.

    An der Umsetzung habe ich also im Großen und Ganzen weniger auszusetzen, als nach den ersten Teasern.
    Ich würde mir nach wie vor wünschen, dass die Sprecher Entfernungen und Bewegungen auch mal im Bezug auf den Mikrofonstandpunkt wirklich spielen und nicht nur über Pegel und EQ gearbeitet wird, aber das wäre vielleicht ja zukünftig möglich? Aber Timing und Rhythmus funktionieren doch sehr gut und es gibt Atempausen, was mich sehr beruhigt.
    Folge 4 hörte ich laut im Arbeitszimmer, als meine Freundin auch zwischendurch mal an ihrem Schreibtisch saß und ihr Kommentar war "Oh, da hört man schon, dass das eine aufwändige, hochwertige Produktion ist" ohne zu wissen, was ich da gerade höre. Wie gesagt, für die meisten Ohren werden meine Kritikpunkte nicht ins Gewicht fallen. Und ich muss mittlerweile auch sagen, dass das Alles sehr kompetent gemacht ist. Definitiv qualitativ über dem anzusiedeln, was andere (kleine) Privatlabels auf die Beine stellen.

    Mein Zwischenfazit fällt also durchaus positiv aus. Das Ganze lässt sich kurzweilig hören, vielleicht legt sich mein Gefühl gegenüber dem "neuen Paul Temple" auch noch.
    Inhaltlich gibt es ein paar Einschränkungen, die teils aber wohl bereits auf Durbridge zurückgehen:
    Gerade die Einstiegsszene als Ganzes dient offenkundig nur als möglichst eindrucksvoller Start (viele Stimmen, dramatische Situation), erzählt im Grunde aber Nichts, was der Zuhörer nicht ohnehin anschließend durch die typische "Sir Graham sucht die Temples auf und erzählt, was Scotland Yard gerade in Atem hält"-Szene vermittelt bekommt. Es bricht vor allem mit der grundlegenden Erzählweise, dass wir im Grunde immer nur bei Paul und Steve sind. War das bei Durbridge schon im Skript so oder wurde hier "ausgeschmückt"?
    Auch wird einmal mehr deutlich, dass Durbridge immer wieder mit den selben bzw. ähnlichen Situationen, Figuren und Abläufen hantiert. Es ist in soweit schon ein so bekannter Ablauf, dass Sir Graham nicht einmal mehr begründen muss, warum er eine riesige Verbrechenswelle befürchtet. Es ist ein geheimnisvoller Hintermann aktiv, das muss für den Zuhörer genügen.

    Meine Liebe zu Durbridge ist im Laufe der Jahre etwas erloschen - die Mehrteiler nach "Melissa" habe ich bis heute nicht gesehen und auch die alten Temples höre ich eher selten, weil sich mir da zu viel wiederholt und ich im Grunde nur die Sprecher gern höre. Der Humor ist bei "Gestatten, mein Name ist Cox" stärker, die Abwechslung und Qualität der Fälle aus meiner Sicht bei Lester Powells "Dame"-Hörspielen höher. Gerade letztere höre ich noch immer recht häufig.
    So gelingt es auch "Valentine" nicht so etwas wie "Begeisterung" bei mir auszulösen. Auch die "neuen" Elemente, wie etwas mehr "Kribbeln" zwischen Paul und Steve ändern daran nicht viel - auch das hat bei Lester Powell schon in den 50ern besser funktioniert, bzw. wirkte seltsamerweise sogar moderner und frecher. Aber kurzweilig ist der "neue alte Temple", wie gesagt und auch die weiteren Fälle werde ich wahrscheinlich hören. Der angekündigte "Fall McRoy" ist mit 70 Minuten ja auch mal etwas Anderes.

    Dass Pidax mit dem Fall Valentine startet, ergibt natürlich in sofern Sinn, weil so quasi die anfängliche Lücke in der alten NWDR-Reihe geschlossen wird - handelt es sich doch um den Stoff, der dem möglicherweise ersten und leider verschollenen Temple-Mehrteiler "Ein Fall für Paul Temple" zu Grunde lag. Allerdings war der Stoff ja bei der BBC bereits einer der etwas späteren Fälle - so eint ihn mit "Paul Temple und der Fall Curzon", dem ersten heute verfügbaren Deltgen-Temple, dass Sir Graham, Paul, Steve und andere ständig die Namen von vorigen Fällen erwähnen, die der Hörer jedoch noch nicht kennt (/kennen kann).
    Insofern freue ich mich, wenn auch diese Fälle noch deutschsprachig das Licht der Welt erblicken - "Dr. Belasco" beispielsweise.
    Wenn dann noch die Kleinigkeiten beim Sounddesign verbessert werden und man etwas mutiger mit Mikrofonierung, bzw. Bewegungen vom Sprecherpult weg arbeitet, hat man mir nach anfänglichem Grundumschlag jeden Wind aus den Segeln genommen.

  • Operation Taifun (1967)Datum25.04.2022 15:13
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Operation Taifun (1967)

    Es ist nur eine DVD angekündigt - das spricht ja auch deutlich gegen eine Neuabtastung. Diese würde man ja sicherlich stolz auf Blu Ray oder gar UHD präsentieren.
    Cargo hängt wohl mit dem Label Endless Classics zusammen, die bereits einige Eurospy-Filme veröffentlicht haben. Da reicht es schon die dortigen Reviews zu lesen:
    Da wird wohl wieder irgend eine alte MAZ (vielleicht gar in 4:3 oder so) auf DVD gepresst und versucht das Ganze mit Schuber und Limitierung aufzuwerten.

  • Besondere FilmvorführungenDatum18.03.2022 09:31
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Besondere Filmvorführungen

    Zitat von Daniel86 im Beitrag #119
    Ach, wie schade, habe ich auch verpasst. Das können sie aber nicht all zu offensiv beworben haben... 🤔

    Mir ist es tatsächlich nur aufgefallen, als ich gestern nachmittag im Auto dran vorbei fuhr und das markante Kinoplakat von "Das siebente Opfer" sah. Habe dann auf ihrer Homepage nachgeschaut.

  • Besondere FilmvorführungenDatum17.03.2022 17:56
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Besondere Filmvorführungen

    Der Filmclub 813 in Köln spielt nach der Corona-Pause mittlerweile auch wieder und hat anscheinend eine "Edgar Wallace jagt Dr. Mabuse"-Reihe.

    Ich habe leider eben erst gesehen, dass dort heute um 20:00 "DAS SIEBENTE OPFER" als 35mm-Kopie läuft. Ich werde es nicht schaffen, aber vielleicht ja der ein oder andere hier?

    Am 31.03. folgt der Foren-relevante "UM NULL UHR SCHNAPPT DIE FALLE ZU" aus der Jerry Cotton-Reihe. Eine schöne Möglichkeit den Film auf der großen Leinwand so zu sehen, wie 1966.

  • Zitat von eastmancolor im Beitrag #144
    @Fabi
    Was musste ich mit dir diskutieren, weil du der Überzeugung warst, dass Wartezimmer zum Jenseits nicht kommen würde, weil er nicht zur Wallace Serie gehört oder weil er nicht verkaufsstark wäre.


    Moment, da hast Du mich aber falsch verstanden oder stellst es nun im Nachgang bewusst (?) anders dar. Die Diskussion ging darum, dass ich nicht mit einer Neu-Abtastung rechne, unter anderem aus verkaufstechnischen Gründen. Dass eine Blu-Ray auf Basis des 2003er-Masters möglich wäre, habe ich damals schon angemerkt. Dass er überhaupt kommt, war nicht Dein Punkt in der betreffenden Diskussion, sondern dass er dafür auch "garantiert" neu abgetastet wird. Wir haben nun eine Blu-Ray, aber offensichtlich keine Neuabtastung.
    Die Option, dass man "Wartezimmer" in Form des alten Masters als Bonus in die letzte Teiledition oder eine Gesamtedition packt, hatte ich, wenn ich mich recht erinnere, selbst auch geäußert - und war nicht der einzige. So ist es nun tatsächlich gekommen. Dass Du nach wie vor glaubst (oder glauben willst), dass die Rialto nochmal hohe fünf-stellige Summen in die Hand nimmt um ihn einzeln neu abzutasten, obwohl eine physische VÖ gerade erst erschienen ist, die entsprechende Lizenz an Leonine wahrscheinlich langfristig läuft und es darüber hinaus aufgrund mangelnder Nachfrage keine Einzel-Lizensierung an Streaming-Anbieter geben wird, sei Dir ja unbenommen.

    Dass Phantom, Akasava und Koffer noch auf Blu-Ray kommen, habe ich auch nie ausgeschlossen.
    Dass es "nur Stück für Stück" geht, fußt auf welchen Erfahrungen? Selbst eine lange Reihe wie die Edgar Wallace-Filme wurde in 2 Paketen durchdigitalisiert und auch die Mabuses wurden auf einen Schlag abgearbeitet.
    Dass die Lage bei "Fluch der gelben Schlange" eine andere war, lag an den abweichenden Rechteinhabern (cCc statt Rialto) und selbst dort reichte der Zeitpunkt der Digitalisierung und die Lizensierung ja noch dafür aus, ihn in die Gesamtbox zu integrieren. Es gibt (von außen betrachtet) keinen Grund eine Filmreihe quasi zu 4/5 zu digitalisieren und einzelne Titel irgendwann, Jahre später, nachzureichen, weil "es eben nur so geht".

    Bei "Akasava" wird es natürlich Marketing-technisch schwierig, weil es wohl keine weitere Wallace-Gesamtbox mehr geben wird und der Titel nicht gerade das Aushängeschild der "Wallace"-Reihe ist, dass von den Käufern aus den Mediamarkt-Regalen gerissen wird. Aber im Ausland ist Jess Franco durchaus beliebt und es wird irgendwann sicherlich (ausländische) Labels geben, die diesen Jess Franco-Fanmarkt bedienen wollen und notfalls heimische Fassungen digitalisieren - da könnte sich dann auch ein deutsches Label dranhängen.

    Mir fiel in der Zwischenzeit übrigens auf, dass ich da einen Denkfehler hatte. Bei den 2003/2004 erschienenen Edgar Wallace-DVDs wurde in den Booklets und anderswo auf die Abtastung in 1080i50 hingewiesen, noch dazu wurden Restaurierungen damals öfter als heute von den Labels betreut, weil die DVD die Primärauswertung darstellte. Deswegen war ich etwas zu selbstverständlich davon ausgegangen, dass auch die Bryan Edgar Wallace-Filme FullHD-fähig abgetastet wurden. Es ist aber natürlich gut möglich, dass cCc damals eigene Wege ging und aus Sparsamkeit nur in SD abtasten ließ. Dann wären die Überlegungen natürlich Makulatur, hier wie bei "Wartezimmer" auf die alten Master zurückzugreifen. Nur wenn es damals auch bei diesen Titeln eine Abtastung mit 1080i50 gab, gäbe es beim "Phantom" das von mir beschriebene Master, das sogar eine solide Blu-Ray ermöglichen würde - auch wenn selbst dann eine aktuelle Neuabtastung natürlich wünschenswert (und qualitativ lohnend) wäre.

    Wir haben nur eine ähnliche Situation, wie beim "Wartezimmer" - dass nämlich eigentlich ein großer Packen ähnlicher Filme (Mabuse-Reihe, "Fluch der gelben Schlange" und fast alle BEW-Filme) schon abgearbeitet wurde und es verwundert, dass nur zwei Titel nicht dabei sind.
    Man darf sich da durchaus fragen, ob die Hürde für eine Abtastung eben dieser zwei Filme als Einzelprojekte nun nicht eher noch höher liegt. Mehr will ich doch gar nicht sagen.

    Ich sehe also ganz simpel die "Gefahr", dass bei einer hypothetischen Zweitverwertung als "Bryan Edgar Wallace-Gesamtbox" dann eben "Koffer" und Phantom" nur als DVD oder zumindest "nur" als Blu-Rays auf Basis der alten Master enthalten sind, falls diese überhaupt HD-fähig wären.

  • Zitat von DanielL im Beitrag #142
    Zitat von Fabi88 im Beitrag #141
    Da es aus Veröffentlichungssicht keinerlei Sinn ergibt diese beiden Filme auszulassen, gehe ich davon aus, dass man seitens cCc bzw. der zuständigen Restaurierungsfirma kein gut erhaltenes Material gefunden hat, welches eine angemessene Restauration ermöglicht.



    Kann sein, kann aber auch einen völlig anderen Grund haben? Ist doch reine Spekulation. Man müsste Frau Brauner fragen, wie die Lage ist. Insofern würde ich empfehlen: Noch nicht in Details zu verrennen, die lediglich mit dem bestmöglichen Übel hantieren. Geschweige denn irgendwelche Work-Arounds an Labels heranzutragen. Du weißt ja welch ein Bärendienst solch eine Veröffentlichung wäre, falls es eben doch noch Möglichkeiten gibt, das Originalmaterial heranzuziehen.

    Ich hoffe der Markt gibt in ein paar Jahren noch eine Chance für eine vollständige BEW-Box von einem hochwertigen Boutique-Label her. Das ist das Wunschdenken. Die Lizenzvergabe von CCC an Pidax ist unterm Strich leider eine Enttäuschung. Ich hab nichts gegen Pidax, aber "BEW" als Edelkrimis passen da für meinen Geschmack nicht hin. Die erschienenen Hauptfilme wären woanders 1:1 identisch gekommen, da von der FFA servierfertig. Was Präsentation und Ausstattung angeht wäre aber weitaus mehr drin gewesen. Einzig und ausgerechnet beim "gelben Grab" konnte hier zumindest der Umfang des Bonusmaterials überzeugen. So wie bei den "Durbridge"-Projekten ist ja hier bekannt, wer das angekurbelt hat.

    Du hast ja absolut Recht. Eigentlich scheint es nicht vorstellbar, dass wirklich Alles an Material bei der Kinematek und Murnau-Stiftung unbrauchbar ist.
    Aber wirklich sinnvolle Gründe liegen nicht auf der Hand, warum man ausgerechnet den Start der Reihe und den ersten von drei BEW-Filmen aus dem Jahr 1964 ausgelassen hat. Und als Sammler stört es mich ganz einfach und ich suche Erklärungen.
    Allgemein sind ja, wenn ich mir die Förderentscheide so anschaue, 2020 nur ein cCc-Film aus den 70ern, aber dafür 2021 wieder einige cCc-Filme aus den 40ern bis 60ern dabei gewesen. Möglicherweise läuft da die Restaurierung etwas unkoordiniert und man weiß vielleicht selbst nicht so ganz, welcher Film zu einer Reihe gehört, oder legt einfach keinen Wert darauf.
    Vielleicht hat sich ja auch ganz einfach die Förderung bei den beiden Titeln quergestellt - von wegen höhere Kosten aufgrund der Materiallage, die man angesichts der Qualität oder Vermarktbarkeit nicht einsah?
    Gründe kann es, wie du sagst, viele geben. Solange Pidax nur äußert, es gäbe keine Master, die Titel nicht bei den Förderentscheiden auftauchen und niemand von uns Kontakt zu Frau Brauner hat, können wir nur spekulieren - oder es lassen.
    Aber bestmögliches Übel trifft es ja nicht ganz, wenn man zumindest "Phantom" auf Basis des damaligen Masters auf Blu-Ray veröffentlichen würde. Ultrascope ist ja ein etwas problematisches Format und selbst die in 4K abgetasteten "Der Zinker" oder "Das Ungeheuer von London-City" würde ich nicht zwingend als Referenzscheiben bezeichnen. Der 1080p-Upscale sieht nicht wesentlich (!) schlechter aus als "Henker von London" und "Ungeheuer", dann könnte das nicht durch DVD-Komprimierung gelittene Ursprungsmaster wahrscheinlich wohl erst recht gut mithalten.
    Aber dass man gerade bei Pidax Sorge haben müsste, dass die Master nur in 1080p25 oder gar ungewandelt in 50i auf der Scheibe landen, stimmt leider.
    Und "Koffer" müsste man wie gesagt besser komplett neu abtasten. Schon die DVD fiel damals gegenüber den anderen BEW-Filmen und den 1962er-Edgar Wallace-Filmen qualitativ ab und da wird sicher nicht (nur) misslungenes Encodieren Schuld dran gewesen sein.

  • Paul Temple kehrt zurück!Datum14.03.2022 23:22
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Paul Temple kehrt zurück!

    Zitat von DanielL im Beitrag #41
    Vermutlich auch so ein bisschen eine Sache des Erwartungsmanagements. Und ob Vergleich 50er-Hörspiele oder heutige Produktionen von kleineren privaten Labels usw.

    Spontane Reaktion: Finde, klingt ganz gut.

    @Fabi: Um da vielleicht mal eine "Nullmessung" für deine Urteile zu haben. Wie fällt denn dein Urteil aus zu Pater Braun von Maritim? (Ich kenne kaum etwas, daher sind meine Beispiele begrenzt, aber da du viel zu hören scheinst, kennst du das sicher?) Ansonsten höre ich eher von Zeit zu Zeit mal alte Europa Sachen oder Radiostücke...

    Meine Erwartungshaltung war "anders als die 50er-Hörspiele" und hoffentlich auch anders, sprich besser, als einige aktuelle Produktionen von Privatlabels. Und bei letzterem bin ich eben leider noch nicht sicher.
    Dass da nun ein Deltgen-Stimmdouble um die Ecke kommt und sich alle Sprecher um ein einziges Mikrofon versammeln, als wäre es ein Lagerfeuer, habe ich ja nie erwartet - und auch nicht gewollt.
    Apropos: ich höre aktuell zwischendurch mal wieder "Die Dame"-Reihe von Lester Powell und fand die ungläubige Reaktion meiner Freundin sehr lustig, als ich ihr sagte, dass die Dinger Anfang/Mitte der 50er entstanden sind und nur ein Mikrofon verwendet wurde - auch wenn das vielleicht auch nicht so ganz stimmt.

    Bei "Pater Brown" fällt mein Urteil unentschieden aus. Habe ich die ersten Folgen noch als relativ aufwändig und gut produziert in Erinnerung, finde ich die Musik der aktuelleren Folgen nur noch grauenhaft, das Sounddesign oftmals unzureichend, Volker Brandt zunehmend unmotivierter (mein Eindruck) und die ein oder andere Nebenrolle driftet gern mal Richtung Bauerntheater ab. Da höre ich eigentlich nur noch aus alter Verbundenheit und Vollständigkeitsgründen rein.
    Die alten Europa-Hörspiele sind natürlich persönliche Favoriten - so produzieren könnte man aber nicht mehr. Zumal es auch da nüchtern betrachtet durchaus ja Baustellen gibt. Bei Wallace wären dies beispielsweise die extremen Kürzungen um auf 45 Minuten zu kommen, die gern mal für Logiklöcher und nicht ganz nachvollziehbare Handlungssprünge sorgen. Aber sie verströmen natürlich eine gewisse Wohligkeit mit der analogen Bandsättigung, Carsten Bohns Jazz-Rock und den vielen, stimmgewaltigen Theater-Schauspielern.
    In letzter Zeit fand ich die Volker Kutscher-Radio-Mehrteiler "Der nasse Fisch" und "Der stumme Tod" gar nicht übel.
    Und da ich heute wieder reingehört habe: "Der Mörder ohne Gesicht" in der 2002er-Produktion vom Hörverlag demonstriert schon in den ersten paar Minuten, wie lebendig und atmosphärisch Hörspiele sein können. Das ist eigentlich ein gutes Beispiel für viele Punkte, die ich hier genannt habe - was Staging, Räumlichkeit, Atmos und "Spielen statt sprechen" betrifft.

  • Paul Temple kehrt zurück!Datum14.03.2022 22:21
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Paul Temple kehrt zurück!

    Zitat von Georg im Beitrag #39

    Zitat
    Dass die Musik (sollte es die finale sein) tatsächlich (produktions-technisch) in die Richtung geht, die ich befürchtet hatte, nämlich arg synthetisch und gewollt episch, ist dann eigentlich auch egal. Momentan kommt wenig Vorfreude auf und ich fühle mich in meinem früheren Wunsch bestätigt, dass bei einem neuen Versuch von Durbridge-Mehrteilern die Öffentlich-Rechtlichen ran müssen anstatt von Privatlabels.
    Deshalb gibt's ja die alten Hörspiele, die kann man ja immer hören, wenn einem das neue nicht gefällt. Etwas 1:1 zu kopieren wäre absolut falsch gewesen, v. a. wo jetzt eine neue "Ära" beginnt. Die Alternative zu den ÖR wäre einfach gewesen: es gibt kein neues Hörspiel. Der ganze Aufwand (insg. 50 Sprechrollen, die alle auch mit einzelnen Darstellern besetzt wurden!) wäre viel zu teuer gewesen. Zwei Sender haben nämlich deshalb abgewunken.

    Lieber Fabi, ich glaube, dass man nach 2x 30 Sekunden Hörprobe nur sehr wenig sagen kann. Manches muss sich setzen. Es wäre schön, wenn Du Dir das Ganze dennoch anhörtest (vor allem als alter Temple-Fan) und danach noch ein paar Worte dazu verlierst! Dass wir nicht alle die gleiche Meinung haben können, ist ja klar. Aber dann kann man auch auf die Dinge besser eingehen. Übrigens - im sehr ausführlichen Booklet - und im bald online gehenden Video mit Interviews mit allen Beteiligten - wird sehr viel über die Herangehensweise der Macher erzählt und erklärt.

    Und nur zur Info: Alleine an der Postproduktion wurde mehr als ein halbes Jahr sehr intensiv gearbeitet. Es ist jetzt mehr Hörfilm als Hörspiel. Wer das alte will, wie gesagt, hat ja die alten Hörspiele zur Verfügung. So kann man heute nicht mehr produzieren. Nochmals 20 Schauspieler in ein Studio zu kriegen und das ganze vorzulesen war schon aufgrund von Corona nicht möglich.


    Danke erstmal, dass du dich bemühst, sachlich darauf einzugehen. Natürlich gebe ich dem Ganzen eine Chance und hoffe ja selbst am stärksten, dass mein Eindruck mich täuscht.

    Aber ich finde ganz im Gegenteil, dass es bedenklich ist, wenn ich bereits nach zwei kurzen Ausschnitten so viele Fragen zur Inszenierung und Umsetzung habe. Meine Angst ist, dass genau diese Probleme sich durch das gesamte Hörspiel ziehen. Es sind ja zwei wenig emotionale oder auf harte Spannung getrimmte Momente, wo Timing und Rhythmus nicht ganz so ins Gewicht fallen. Und es geht hier ja nicht um Entscheidungen oder Interpretationen, die ich anders getroffen hätte, sondern dass sich mir leider das Gefühl aufdrängt, es gab eher etwas zu wenig Inszenierung.

    Ja, ich höre sicherlich mit anderen Ohren, weil ich „Kassettenkind“ bin, auch heute noch fast mehr Hörspiele als Filme/Serien konsumiere und beruflich mit (Ton-)-Technik, Regie, Dramaturgie und Co zu tun habe - aber genau deswegen äußere ich ja konstruktive Kritik, bzw. versuche es. Ich habe von Menschen, denen ich die Hörbeispiele geschickt habe als Reaktion teilweise nur "Ne, überzeugt mich nicht" bekommen. Ich versuche ja zu erklären, bzw. für mich selbst festzustellen warum das bei mir der Fall ist.

    Und das Schöne ist ja, dass ich hier im Wallace-Forum wahrscheinlich nicht im großen Maße Kaufentscheidungen beeinflusse und es die schnelle Möglichkeit gibt durch Klicks auf die Hörbeispiele den eigenen Eindruck mit meinen Kritikpunkten abzugleichen. Es gibt sicherlich viele, die sich primär auf den reinen Inhalt und die Handlung fokussieren können oder an aktuellen Produktionen gerade cleane Produktionsweise mit wenig Dynamik und quasi pausenlosen Dialogen schätzen.

    Und ich verstehe ja absolut, dass es ein Herzensprojekt ist, aber die beiden Ausschnitte als Beispiel für "Hörfilm" zu nennen kann ich nicht akzeptieren, wenn ich allein an "Die vergessene Welt" von RipperRecords denke oder das, was Highscore Music mit ihren "Batman"-Hörspielen präsentiert hat. Beides tatsächlich Kino für die Ohren und im Übrigen hochmoderne Produktionen, die heutige Hörgewohnheiten voll bedienen und vielleicht wiederum bei (Alte Radio-Mehrteiler-)Temple-Fans nur wenig Gegenliebe finden würden.
    In den beiden Ausschnitten sind mir zig Momente aufgefallen, wo Geräusche gepasst oder sogar hingehört hätten - bei einem klassischen Hörspiel, wohlgemerkt. Bei "Hörfilm" erwarte ich dann sogar noch mehr Dynamik, volle Ausnutzung der Tontechnik, permanenten (!) Einsatz von Atmos und Räumlichkeit und so weiter. Aber diesen Anspruch habe ich wie gesagt gar nicht. Ein solides Hörspiel wäre mir absolut recht. Ich habe aber ja beispielsweise den Moment genannt, wo Sir Graham vor der Tür steht. Alles, was man hört ist die Leere der Sprecherkabine - warum? Das wäre doch eine Chance den Wohnort der Temples irgendwo zu verorten – überspitzt gesagt: ist es eine Stadtwohnung und hört man Autos vorbeirollen und in der Ferne den Big Ben oder ist es ein ländliches Cottage, so dass es nur leichten Wind oder vielleicht Rascheln der Bäume, vereinzeltes Vogelgezwitscher und Co gibt? So oder so: der Klang von Sir Grahams Stimme (außen!) müsste sich von der Charlies (innen!) in irgendeiner Weise unterscheiden.
    Und was tut Temple, als Charlie und Graham eintreten? Hat er vielleicht ein Glas in der Hand, isst er gerade ein Sandwich, blättert er in der Zeitung, die er dann weglegt, tippt er seinen neuen Roman auf der Schreibmaschine und unterbricht sein Werk, als sich die Tür öffnet? In den Ausschnitten tut niemand etwas – man steht und redet. Warum läuft Graham Forbes im ersten Hörbeispiel nicht etwa aufgebracht durch den Raum, während Temple den ruhigen, beruhigenden Part gibt? Es könnten zumindest auch beide am Kaminfeuer sitzen, das im Hintergrund prasselt oder auf einem Ledersofa sitzen, das zwischendurch etwas knarzt. Es gäbe so viele Möglichkeiten mehr Leben hineinzubringen/die Atmosphäre zu verdichten.

    Auch die alte Musik will ich gar nicht zurück. Ich wäre hochzufrieden, wenn es einen neuen, frischen Weg gäbe, der mich überzeugt oder an den ich mich zumindest erst einmal gewöhnen müsste.
    Aber dass man jedes Hörspiel mit möglichst epischem Klangteppich zugießt, der aber dann oft nah an 80er-Jahre-Fairlight-Exzessen landet, anstatt (was auch in heutigen Hörspielen funktioniert) beispielsweise ein Jazz-Trio auf echten Instrumenten spielen zu lassen und dann eben nur hier und da einzusetzen, ist auch etwas, was mich ganz allgemein stört und was anderswo sicherlich noch drastischer ist als hier, wo ich ja schon sagte, dass es "nur" in die Richtung geht. Aber es gibt fantastische Hörspiele, die allein mit Akustikgitarre vertont wurden - ohne genau das jetzt für Temple fordern zu wollen. Auch die Wallander-Hörspiele nach Mankell fahren oft kein (Pseudo-)Orchester auf und sind (auch dadurch) extrem stimmungsvoll.

    Ich finde sogar ganz im Gegenteil, dass der neue Score sich gerade zu Beginn sehr an Hans Jönsson anlehnt, aber die gefühlten 200 Instrumente eben nur aus dem PC kommen. Da wäre es durchaus möglich gewesen eigene Wege zu gehen und eben nicht ein Orchester aufzufahren, wenn man sich ein "echtes" nicht leisten kann.
    Und wozu überhaupt die Musik bei Grahams Besuch? Es ist kein Szenenwechsel, wir springen weder großartig an einen anderen Ort, noch gibt es einen Zeitsprung. Man hört die Schritte sogar noch zu Beginn unter der Musik. Es wären nur 1-2 Sekunden mehr Schritte den Flur runter und das Öffnen einer Tür und man hätte direkt eine lebendigere Szene. So stehen Charlie und Graham wie aus dem Boden geschossen da und Temple wartet quasi schon um seinen "Bei Timothy..."-Part loszuwerden. Vielleicht ist der Schnitt hier aber ja im fertigen Hörspiel noch anders?

    Dass der Post-Produktions-Aufwand groß war, glaube ich gern – auch ohne den Hinweis darauf konnte ich mir das selbst erschließen, da ich selbst schon für hobbymäßige Hörspielversuche trotz Schnitterfahrung ewig an wenigen Minuten saß und den Aufwand vom Tonschnitt beim Film kenne. Aber wenn eben in der Inszenierung gewisse Weichen gestellt wurden (oder eben nicht gestellt wurden), lässt sich auch mit viel Aufwand in der Post das Ruder nicht komplett rumreißen. Da sind wir wieder beim besagten "spielt/spricht jemand Entfernung" oder geht man nur bei einem "normal" gesprochenen Text in der Post mit Lautstärkeregler und Equalizer dran und glaubt so diese Wirkung erzielen zu können?

    Ich fordere gar nicht, dass alle Sprecher zugleich im Raum stehen. Das hindert aber keinen Regisseur oder Tontechniker daran die Sprecher mal vom Tisch weg zu holen. Das funktioniert auch bei Einzelaufnahmen. Ein "im Gehen" gesprochener Text klingt beispielsweise deutlich anders als "ich gehe und spreche" im Sitzen zu praktizieren.
    Aber die - wie du richtig sagst - sehr kurzen Ausschnitte klingen nicht, als hätte man sich mit Staging und Ähnlichem befasst. Auch wenn es kein Bild gibt, spielt das natürlich eine Rolle. Wieder die Begrüßungsszene: Sagt Temple einfach nur "Bei Timothy" oder steht er gerade mit dem Rücken zur Wand, ein Buch in der Hand und dreht sich überrascht um? Oder hat er schon gehört, dass ein Gast auf dem Weg zu ihm ist und steht erwartungsvoll an der offenen Tür? Oder hat er gar schon Sir Graham gehört und sich seine Begrüßung grinsend zurechtgelegt? Man muss gar nicht jede Szene mit 40 Seiten Hintergrundgeschichte aufladen, aber man denkt sich das bei der Inszenierung Alles dazu und gibt dem Schauspieler die minimal dafür nötigen Infos und sagt nicht nur nach dem ersten Take "leg die Betonung vielleicht doch eher auf Wort XY" - ohne jetzt unterstellen zu wollen, dass der verantwortliche Regisseur das tut.
    Es gibt genug Möglichkeiten Sprechern etwas an die Hand zu geben, damit sie eine Szene spielen und nicht "nur" sprechen. Methoden, die früher viel genutzt wurden und eben auch beim modernen Hörfunk noch genutzt werden. Auch mal raus aus der Sprecherkabine, verschiedene Mikrofontypen nutzen, anstatt alle frontal mit dem "richtigen" Abstand vor ein Großmembranmikro zu setzen/zu stellen. Den Schauspielern sagen, wo sie sich befinden, wie sie sich im Raum bewegen - dann passiert es auch mal, dass sich jemand nachdenklich murmelnd vom Mikro abwendet oder den Beginn eines Satzes mit dem Rücken zum Mikro beginnt und so weiter. Dass man hier nicht nach WDR-Methode große Studioräume mikrofoniert und quasi ein Theaterstück aufführt, ist mir beim wahrscheinlich begrenzten (und dennoch sicherlich nicht geringen) Budget klar. Auch dass man nicht (wie früher) eine Tür in den Raum stellt, damit die Schauspieler noch selbst die Foleys liefern und das Betreten von Räumen wirklich spielen, ist mir klar. Aber gerade, wenn so ein großer Aufwand betrieben wird, finde ich es eben schade, wenn man das Ganze doch eher "nur lesen lässt", wie die beiden Ausschnitte auf mich wirken.

    Es passiert andauernd, dass ich in eine inhaltlich vielversprechende neue Hörspielproduktion reinhöre und nach dem ersten Teil oder schon währenddessen den Schlussstrich ziehe. Es gibt gerade bei Sherlock Holmes und Konsorten eine riesige Welle, die auch viele bestenfalls mittelmäßige Produktionen in den Handel (oder ins Streaming) strömt.
    Dass ich mir überhaupt so viel Mühe mache und hier fast Romane schreibe, liegt ja daran, dass mir Temple sehr am Herzen liegt und ich mich eigentlich sehr über neue Hörspiele freue. Da spricht sicherlich auch einfach eine gewisse Enttäuschung aus mir, dass ich mir gewünscht hätte, dass sich schon nach zwei Hörschnipseln unbändige Vorfreude breit macht oder ich überrascht über die Interpretation bin und mich vielleicht noch etwas dran reiben muss, bis ich es annehmen kann. Aber den ersten Eindruck kann ich eben leider nur mit „ausbaufähig“ beschreiben.
    Ich habe noch die Hoffnung, dass andere Szenen einfach mit mehr Dynamik (bzw. überhaupt Dynamik - tontechnisch gesehen) ablaufen und sich auf Langstrecke ein interessanter Rhythmus ergibt.

    Bei allem Kritteln: Irgendjemand den Kauf ausreden will ich auf keinen Fall, denn ich bin mir sicher, dass viel Liebe und Arbeit drinsteckt - der Preis von 9,90 Euro für ein mehrstündige Neuproduktion ist hingegen überraschend gering und an sich finde ich das ganze Projekt äußerst unterstützenswert.

    Hohe Verkaufszahlen erlauben ja vielleicht für kommende Projekte auch ein Budget, mit dem es leichter fällt Kritikpunkte, die ich angesprochen habe mit Ruhe und mehr Möglichkeiten anzugehen.

  • Paul Temple kehrt zurück!Datum14.03.2022 14:54
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Paul Temple kehrt zurück!

    Den Teaser mit Charlie habe ich jetzt erst entdeckt.
    Er vertieft den Eindruck zu von Hauff, vielleicht gewöhnt man sich aber an seine Art auch irgendwann notgedrungen...
    Charlie ist gut gecastet und an den Temple-Sprecher (Stimme kommt mir bekannt vor, komme aber nicht auf den Namen) kann ich mich bestimmt gewöhnen.
    Aber es bleibt der "Lesungs"-Eindruck.
    Alle drei Sprecher sind immer gleich laut gepegelt, proklamieren ihre Texte sauber und so etwas schelmisch, neckisch gedachtes wie "offensichtlich, ich stehe genau vor ihm, Charlie" wird komplett unironisch und dadurch gestelzt gesprochen, bzw. inszeniert. Die Szene stottert leider im Rythmus und noch dazu entstehen viele (technische und inszenatorische) Fragen in meinem Kopf:
    Wieso hört man beim Öffnen der Tür keine Außenathmo um die Orte lebendiger zu machen und voneinander zu trennen?
    Warum muss man Musik spielen lassen, anstatt die paar Sekunden Gang tatsächlich hörbar zu machen und so keinen Eindruck von "wir müssen den Text schnell durchbringen, bloß kein Moment ohne Musik oder Wort" entstehen zu lassen?
    Warum wird "Bei Timothy, bei Timothy,..." so unentschlossen präsentiert, warum nicht überrascht gerufen oder zu sich selbst gemurmelt?
    Und warum spricht Charlie das "Sie haben einen Gast..." nicht so, als haben ihn Temples vorige Worte aus dem Konzept gebracht? Wie sich die Inszenierung anbieten würde: Er hat sich die Worte bereit gelegt, mit denen er Gäste vielleicht immer ankündigt und merkt, dass es aktuell nicht passt, spricht sie aber verwirrt und routinemäßig, vielleicht wacklig mit "Ähm..." und dünnerer Stimme dennoch aus.
    Betreten wir mit Charlie den Raum? Dann müsste Paul Temple auf die Tür zugehen. Sind wir schon bei Temple? Dann müssten Charlie und Forbes sich auch akustisch nähern.
    Drei Leute sitzen alle im selben Abstand vor ihren Mikrofonen und es entsteht keine Interaktion und man kann Nichts räumlich zuordnen.
    Vielleicht wird so klarer, was ich mit meiner Kritik meine?

  • Paul Temple kehrt zurück!Datum14.03.2022 14:11
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Paul Temple kehrt zurück!

    Zitat von Georg im Beitrag #36
    Auf der PAUL TEMPLE-Facebook-Seite werden in den nächsten Tagen Teaser mit den Sprechern in den neuen Pidax-Hörspielen präsentiert.

    Los geht's mit Sir Graham Forbes:
    https://fb.watch/bHnokibris/

    Ich mache mir sicher wieder (?) Feinde, gerade wenn ich sehe, dass die Kommentare bei FB durchwegs positiv sind...
    Aber schade, der Ausschnitt hört sich auch nach mehrmaligem Hören in meinen Ohren leider etwas nach "Lesung mit verteilten Rollen" an, auch wenn man den Anschein, dass sich Gesprächspartner "ins Wort fallen" zumindest im Schnitt versucht hat. Da gibt es schlimmere Beispiele in modernen (Nicht-Hörfunk-)Hörspielen, wo tatsächlich noch brav Pausen dazwischen sind.
    Walter von Hauffs Stimme mag ich eigentlich, aber ich war schon zuvor der Meinung, dass er seine Stärken vor allem als Dokumentarfilmsprecher oder bei Animations-Synchros (wo es sachlich sein muss, bzw. im Gegenteil ruhig "drüber" sein darf) hat. Der Ausschnitt bestätigt mich leider darin. Dass der "Ur"-Graham Forbes immer eine fast gelangweilte, beiläufige Art hatte, ziehe ich dabei gar nicht in Betracht, aber die Betonung ist meiner Meinung nach teilweise seeehr seltsam gesetzt und wirkt nicht, als würde da jemand gerade seine Gedanken äußern. In vielen Maritim-Hörspielen (Sherlock Holmes, Pater Brown) fand ich seine Auftritte ebenfalls oft schon deplatziert und unglaubhaft, daher ist es vielleicht gar nicht der Regie anzukreiden.
    Zu Paul Temple möchte ich mich noch nicht näher äußern. Dass man einen anderen Typen gesucht hat und Deltgens Art die Texte mit Nachdruck und gewissem Schneid in der Stimme zu proklamieren nicht mehr modern ist, sollte klar sein. Aber das, was ich da bisher höre, klingt arg austauschbar. Da warte ich aber gern noch ab.
    Dass die Musik (sollte es die finale sein) tatsächlich (produktions-technisch) in die Richtung geht, die ich befürchtet hatte, nämlich arg synthetisch und gewollt episch, ist dann eigentlich auch egal. Momentan kommt wenig Vorfreude auf und ich fühle mich in meinem früheren Wunsch bestätigt, dass bei einem neuen Versuch von Durbridge-Mehrteilern die Öffentlich-Rechtlichen ran müssen anstatt von Privatlabels.

    Nicht falsch verstehen: Es ist keine Kritik am Casting oder Ähnliches. An die reinen Stimmen kann man sich ja meist schnell gewöhnen.
    Es fühlt sich aber für mich ganz einfach an, wie zwei professionelle Sprecher in einem schallgedämmten Raum, die aus ihren Textbüchern lesen. Das ist der fairness-halber auch ein Problem, dass ich mit sehr vielen aktuellen Hörspielen - gerade von frischen oder kleineren Labels - habe. Man lässt in der Inszenierung wenig Raum zum Atmen - dass die Schauspieler auch mal "Äh"s, Räuspern, nachdenkliches Grummeln oder Stille lassen oder sich vom Mikrofon entfernen, abwenden oder nähern. Entfernung wird dann über den Lautstärkeregler simuliert, aber der Sprecher spricht nicht "entfernt". Es wirkt Alles "clean" und als würde jede Figur immer auf den Punkt wissen, wann und wie sie etwas sagt.
    Bei alten (Radio-)Hörspielen und teilweise auch heutigen Radioproduktionen ist der Eindruck viel stärker, dass die Texte wirklich gespielt werden, nicht gelesen. Warum das so wenige Labels auf dem MC-, CD- bzw. Streaming-Markt schaffen, ist mir immer noch ein Rätsel. Teilweise kommen nämlich die selben Sprecher zum Einsatz.
    Vielleicht liegt es daran, dass neben vielen der Personen am Sprecherpult bei privaten Labels auch die Leute an den Reglern heute fast alle von der Synchro kommen, wo eben anders gearbeitet wird, während beim Hörfunk Theater- und Filmleute arbeiten? Mag sein...

    In die weiteren Hörbeispiele werde ich natürlich reinhören, aber obwohl ich ursprünglich (auch wegen Georgs tollem Einsatz) beinahe einen Blindkauf geplant hatte, juckt der Bestellfinger aktuell gar nicht.

  • Zitat von greaves im Beitrag #139
    Wie sieht es mit einer blu Ray vom Phantom von Soho aus ,oder als Mediabook,gibt s da schon was ??🤔

    "Das Phantom von Soho" wie auch "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" waren 2019 - im Gegensatz zu den anderen BEW-Filmen - bei den FFA-Förderentscheiden für das "Filmprogramm Filmerbe" nicht dabei, auch 2020 und 2021 nicht, wurden also bislang nicht neu abgetastet.
    Sprich: es gibt einfach keine neuen Master, die sich ohne viel Bearbeitung auf Blu Ray bringen lassen, bzw. überhaupt qualitativ nach "Blu Ray" schreien.
    Da es aus Veröffentlichungssicht keinerlei Sinn ergibt diese beiden Filme auszulassen, gehe ich davon aus, dass man seitens cCc bzw. der zuständigen Restaurierungsfirma kein gut erhaltenes Material gefunden hat, welches eine angemessene Restauration ermöglicht.
    Etwas flapsig formuliert: die Negative der beiden Filme sind seit 2004 vielleicht endgültig weggegammelt oder wurden sogar nach der damaligen Restauration vernichtet.
    Das Filmportal listet für das "Phantom" zwar Einiges an Material (Bild- Tonnegativ, Dubnegativ und mindestens ein Kinopositiv bei der Kinematek und eine Kinokopie bei der Murnau-Stiftung), aber Alles ist mit "Altdaten" gekennzeichnet, also vielleicht gar nicht mehr vorhanden oder zumindest nicht angemessen katalogisiert bzw. nicht schnell greifbar.

    Rein technisch wäre es aber möglich, aus den 2003/2004 für die DVDs (wahrscheinlich in 1080i50) erstellten Master vorzeigbare 1080p24-Blu Rays zu erstellen, weil die Auflösung passt und nur die Bildwiederholungsrate angepasst werden müsste - wurde ja anscheinend für "Das Wartezimmer zum Jenseits" auch gemacht.
    Ich habe spaßeshalber meine alte Universum-DVD von "Das Phantom von Soho" durch Topaz Video Enhance AI gejagt (https://www.topazlabs.com/video-enhance-ai) - also aus dem SD-Bild mit künstlicher Intelligenz einen 1080p-Upscale erstellt, dabei von 25fps auf 24fps umgestellt und anschließend auch den Ton inklusive Tonhöhenkorrektur umkodiert.
    Wunder vollbringt das Programm nicht, aber im Grunde versucht es Kompression rückgängig zu machen und Informationen wiederherzustellen (vereinfacht gesagt).
    Das Ergebnis sieht nun natürlich nicht ganz so großartig aus wie die neu abgetasteten anderen BEW-Filme, aber viel besser als die DVD.
    Das ursprüngliche Master gäbe also sicher durchaus noch was her. Falls absehbar ist, dass cCc da auch in Zukunft keine Erstellung eines neuen Masters anstrebt, sollte sich Pidax vielleicht um das alte Master bemühen oder - falls sie das Master bekommen haben, aber die Bearbeitung sparen wollten, doch etwas Mühe investieren.
    Die "Phantom"-DVD ist ja anscheinend nur eine 1:1-Neuauflage der alten Universum-DVD, oder liege ich da falsch?

    Bei den "Koffern" sieht das anders aus. Die DVD ist recht "matschig" und ein Upscale sieht - egal mit welchen Einstellungen - nicht viel besser aus als die DVD. Laufstreifen und besagte "Matschigkeit" weisen darauf hin, dass es sich damals schon um die Abtastung einer (oder mehrerer) Positive gehandelt haben könnte. Bleibt natürlich die Möglichkeit, dass das Master gar nicht so übel ist und nur die Bearbeitung für die DVD etwas misslungen ist.

  • Unser Mann in Rio (1966)Datum11.02.2022 15:29
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Unser Mann in Rio (1966)

    Wow! Den habe ich mir immer als Blu-Ray gewünscht - erst recht, seit ich das Glück hatte, ihn in einer tollen 35mm-Kopie beim Filmclub 813 in Köln (wieder) zu sehen. Ich hatte sogar schon Recherchen angestellt, woher diese Kopie stammt, um da vielleicht selbst etwas zu versuchen - aber Dino De Laurentiis als Produzent hat mich dann doch abgeschreckt. Habe mir die Rechtslage schwierig vorgestellt (siehe "Gefahr: Diabolik").
    Sehr schön, dass Filmjuwelen da nun anscheinend selbst (vielleicht ja sogar eben jene Filmkopie?) hat abtasten lassen. Zumindest konnte ich bisher keine ausländische Veröffentlichung finden.
    Die BD wird auf jeden Fall gekauft! Da macht Filmjuwelen wieder ein paar Punkte gut bei mir...

  • Der Preis (1963)Datum11.02.2022 15:24
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Der Preis (1963)

    Zitat von DanielL im Beitrag #2
    Die konzeptionelle Nähe zu Hitchcock besteht zweifellos, gleichzeitig lenkt der Vergleich immer ein wenig davon ab, dass es dennoch ein - soweit ich in Erinnerung habe - sehr unterhaltsamer Film ist, der auch enorm durch den tollen Cast besticht.

    Lenkt es denn tatsächlich davon ab? "Charade" schadet es ja beispielsweise auch nicht, dass er quasi als "der beste Hitchcock, den Hitchcock nicht gedreht hat" gilt.
    Und so sehr Hitchcock immer mit der Formel "unschuldig Verfolgter-Thriller mit Komödien-Elementen" verbunden wird, gibt es in seinem eigenen Werk eigentlich nur "Über den Dächern von Nizza" und "Der unsichtbare Dritte", die dieses Schema (voll) erfüllen. "Die 39 Stufen" und andere sind eher unausgereifte Blaupausen und bei "Der falsche Mann" fehlt der Humor.
    Da insbesondere "Der unsichtbare Dritte" zu meinen absoluten Lieblingsfilmen gehört, bin ich dankbar für "Charade" oder auch Filme aus der zweiten Reihe wie "Der Preis".

  • Edgar Wallace - Heute vor...Datum04.02.2022 13:36
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Edgar Wallace - Heute vor...

    Zitat von Count Villain im Beitrag #140
    Zitat von Fabi88 im Beitrag #139
    Ich glaube, "Count Villain" meint damit, dass Meyerinks Rolle fehlkonzeptioniert ist, nicht die Figur des Sir John an sich, bzw. deren Auslegung in früheren Filmen.


    Das zwar auch, aber Meyerinck hat doch auch nie Sir John gespielt, sondern Sir Arthur.


    Ah, Sorry! Da war ich wieder nur mit halbem Kopf und halber Hand dabei und mich von Havis expliziter Erwähnung Sir Johns fehlleiten lassen...

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