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  • Wallace & Blu-rayDatum21.03.2017 00:10
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von eastmancolor im Beitrag #384
    Meines Wissens kann die Streaming Qualität bisher weder mit Blu-ray noch mit UHD Discs mithalten.

    Da sich eine BD50 nicht so einfach streamen lässt, kann man sich ja ausrechnen, dass die 4K-Streams auch nicht riesengroß sind. Allerdings wachsen irgendwann die Internetleitungen mit. Das "bisher" ist also tatsächlich nur eine Momentaufnahme - zumal ja auch Codecs sich weiterentwickeln.
    Zitat von eastmancolor im Beitrag #384
    Was körperliche Datenträger betrifft sehe ich in jedem Fall eine Zukunft, weil die Firmen damit einfach mehr Geld verdienen, ganz zu schweigen dass Sammler etwas greifbares in der Hand halten wollen und sich Discs auch hervorragend zum Verschenken eignen.

    Du nennst da direkt alle Probleme als Pro-Argumente: Firmen entscheiden nicht, was sich verkauft, Sammler sind eine Nische und Geschenke noch mehr.
    Zitat von eastmancolor im Beitrag #384
    Meine Prognose für die Zukunft ist die "Vielfältigkeit" des Angebots, bzw. es dürften verschiedene Nischen abgedeckt werden. Die einen gehen ins Kino, die anderen schauen ganz normal im TV, andere über Netflix, Amazon und Co und wieder andere mit einem körperlichen Datenträger.

    Ich denke, dass Streaming den Markt beherrschen und TV vielleicht sogar ganz aussterben wird (das wird sich zeigen, wenn "intelligente" Fernseher die breite Masse erreicht haben und Mediathek- und Streaminganbieter-Abrufe ebenso einfach sind wie einen Sender auszuwählen). Das Kino wird weiterleben, schließlich gibt es immer noch den Wunsch nach Spektakel, der die Leute in den großen Saal vor die Leinwand zieht und auf der anderen Seite haben sich Arthouse-Kinos ein verlässliches Publikum aufgebaut, das durchaus auch Nachwuchs bekommt.
    Was aber physische Datenträger betrifft, kann ich mir gut vorstellen, dass die BD (vielleicht sogar nur die DVD) ebenso wie die CD bei Musik noch als Standard weiter existieren wird, selbst wenn die Verkäufe immer weiter zurückgehen, aber nur noch die zugkräftigsten Titel veröffentlicht werden und im anderen Extrem Nischentitel wie die Edition Deutsche Vita-Reihe. Man wird sich daran gewöhnen müssen, dass einige Filme gar nicht mehr physisch zu bekommen sein werden. Bei Musik bahnt sich das ja leider zum Teil auch mittlerweile schon an.
    Im allerschlimmsten Falle kann ich mir sogar vorstellen, dass die BD oder UHD nur durch einen Hype wie bei Vinyl unter totalen Filmenthusiasten mit Verkaufszahlen unter ferner liefen weiterlebt.

  • Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von EdgarWallace24 im Beitrag #403
    Sorry, wenn ich da jetzt vllt kurz mit nem anderen Thema zu den Filmjuwelieren anfangen muss, aber ich hab da eine Frage an euch Experten und zwar ist mir folgendes aufgefallen. Der Film Die Hölle von Macao läuft laut ofd.de 87:24 min auf der Dvd der Filmjuweliere. Die alte Vhs von Embassy hingegen soll laut selbiger Seite 88:22 min laufen und die französische Tv Fassung sogar 88:42. Kann ja gut sein, dass die Franzosen ein alternatives Verleih-Logo hatten, leider kann ich es selbst nicht überprüfen. Zu Kinozeiten soll der Film ca 93 min in NTSC-Geschwindigkeit gelaufen sein. Hierbei würde die französische Fassung in PAL-Geschwindigkeit wohl die UNCUT-Fassung sein. Was mich aber einfach am meisten interessieren würde: Wieso geht die neue Dvd fast eine Minute kürzer als die alte Vhs. Irwas muss da doch fehlen? Hat da einer ne Vergleichsmöglichkeit mit der Vhs? Ich besitze sie leider selbst nicht und kann deshalb keinen Vergleich durchführen. Meine Blu-Ray läuft etwas über 91 in NTSC-Geschwindigkeit. Gegenüber der angeblichen Original-Kinofassung müsste doch dann hier iretwas fehlen? Ähnlich ist es nun auch bei Der Fluch des schwarzen Rubin. Original-Kinofassung laut ofdb.de 101 min in NTSC-Geschwindigkeit, während die Blu-Ray ein paar Sekunden weniger als 100 läuft. Da muss es also auch einen Unterschied gegeben haben. Gut, mir ist aufgefallen, dass der Film wohl ein paar Sprünge hat, zum Teil sind manche Dialoge nicht mehr komplett vollständig gewesen. Mag sein, dass die kürzere Laufzeit daraus resultiert. Und zu guter Letzt noch zum Spukschloss im Spessart Blu-Ray läuft exakt 97:22 min (ich vermute mal in Pal, da alle Pal-Fassungen im Tv auch 97 plus-minus paar Sekunden liefen???)während die Kinofassung laut ofdb.de 103 gelaufen sein soll. Mich würde einfach mal interessieren, ob hier etwas gekürzt ist, bei diesen Streifen oder nicht. Vllt kann da ja jemand etwas dazu beisteuern. Insgesamt find ich die Vös auf Blu-Ray meistens wirklich verdammt gut. Nur solche Kleinigkeiten lassen mich manchmal stutzen. Wenn man so manche Dvd-Vö ansieht, hat Filmjuwelen ja auch echt schon ganz mieses Zeugs gebracht( Ein Alibi zerbricht, Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mr.X...).

    Also zu ersteinmal kann man die 24fps von Kinofassungen nicht einfach als NTSC bezeichnen. PAL und NTSC sind (/waren) Fernsehnormen und hängen mit der Netzfrequenz zusammen - 50HZ in Europa, 60HZ in den USA. PAL waren daher meist 50 Halbbilder, bzw. 25 Vollbilder und NTSC 60, bzw. 30. Das spielt bei Kinofilmen natürlich keine Rolle - die wurden einfach mit 24 Bildern die Sekunde aufgenommen, unabhängig von PAL- oder NTSC-Normen, auch wenn NTSC mitunter mit 23,976 Bildern operiert. Das nur kurz dazu, weil ich den Text daher öfter lesen musste um zu verstehen, worum es geht.

    Bei "Die Hölle von Macao" habe ich gerade noch einmal selbst nachgeschaut und die Blu Ray läuft 91:02 - da würden gegenüber der bei OFDB angegebenen Laufzeit der deutschen Kinofassung zwei Minuten fehlen. Gegenüber der Embassy-VHS wäre es auch immerhin eine Minute, da diese mit ihren 88:22 Minuten auf 24fps umgerechnet relativ genau 92 Minuten ergäbe. Allerdings neigten vorgesetzte Firmenlogos auf Videokassetten ja allgemein dazu eher lang zu sein, weshalb diese Minute vielleicht relativ zu vernachlässigen wäre. Die französische Fassung kommt mit ihren 88:42 noch am nähesten an die Laufzeit der Kinofassung, wie sie überall angegeben wird - umgerechnet auf 24 Bilder wären das nämlich 92:23. Dort noch einen (damals üblichen) kurzen Abspann dazugerechnet, würde sich das decken, zumal Kinolaufzeiten meist aufgerundet werden. Ich habe die Blu Ray nun noch nicht komplett geschaut, aber hatte die ersten Minuten noch nicht den Eindruck, dass der Film so massiv durch fehlende Frames und Risse beeinträchtigt ist, dass zwei volle Minuten fehlen könnten. Der Filmdienst gibt die Länge der deutschen Fassung mit 2542 m, 93 min an. Allerdings wurde der Film damals ab 18 Jahren und nicht feiertagsfrei freigegeben. Ich weiß nicht, ob es eine Wiederaufführung gab, aber falls die Basis für die Filmjuwelen-Blu Ray (und -DVD) eine oder mehrere gut erhaltene Kinokopien war/waren, ist es leider durchaus möglich, dass es sich um eine durch Gewaltschnitte gekürzte Fassung handelt. Über eine solche Wiederaufführung weiß ich jedoch Nichts und da ich den Film noch nicht gesehen habe, kann ich keine Einschätzung geben, ob merkliche Schnitte vorhanden sind.
    Interessant ist in diesem Zusammenhang ja auch, dass die Blu Ray auch den englischen Ton an Bord hat - was zumindest stark darauf hindeutet, dass zumindest keine Dialogszenen betroffen sind, sonst wäre die Angleichung der Tonspur eine Mühe gewesen, die man sich eher gespart hätte. Noch interessanter ist, dass die Italienische Kinofassung häufig mit 90 Minuten angegeben wird, der Film dort also wohl in der kürzesten Form lief. Nichts Genaues weiß man also. Entweder wurde der Film (in Deutschland) direkt nach der Erstaufführung gekürzt oder die Angaben zur deutschen Fassung sind allesamt falsch und beziehen sich auf eine alternative französische Fassung?

    "Der Fluch des schwarzen Rubin" bietet durch die Blu Ray ebenfalls den direkten Vergleich zur Kinolaufzeit. Der (meist verlässliche) Filmdienst gibt 2771 m, 101 min an. Die Fassung auf der Blu Ray ist tatsächlich mit vielen, vielen Filmrisse gestraft, so dass hier durchaus 32/33 fehlende Sekunden zusammenkommen könnten. Wenn der Film (ohne Risse) 100:31 lief, würde ja auf 101 aufgerundet.

    Die "Spukschloss im Spessart"-Blu Ray besitze ich nicht, aber es wäre schon seltsam, wenn die Blu Ray mit 25 statt 24 Bildern die Sekunde laufen würde. Allerdings ist dies angesichts der Länge der TV-Ausstrahlungsfassung tatsächlich wahrscheinlich. Vielleicht wurde der Film ähnlich wie die Wallace-Filme bereits vor einigen Jahren noch mit 1080i50 oder 1080p25 abgetastet und man hat dieses Master als Basis für die Blu Ray genutzt?

    Ich bin mit meinen Filmjuwelen-Blu Rays ingesamt auch durchaus zufrieden.
    "Abenteuer in Rio" fällt natürlich aus der Reihe, weil man hier den Luxus eines tollen französischen Masters hatte. Man hat dann leider auch direkt den beliebten Kardinalfehler der vergessenen Tonhöhenangleichung gemacht und die deutsche Tonspur zu tief auf die Scheibe gepresst. Es gab dann aber eine berichtigte Neuauflage.
    Bei den deutschen Produktionen sieht es dann natürlich anders aus, weil bei den Titeln, die Filmjuwelen veröffentlicht meist keine Produktionsfirmen dahinterstehen, die entweder bereits Blu Ray-geeignete Master vorhalten oder ein Interesse daran haben die Produktion eines hochwertigen Masters finanziell zu unterstützen. Die (ohnehin oft nur subjektiv bewertbare) inhaltliche Qualität mal ganz bei Seite gelassen, aber die "Weinert-Wilton"-Filme oder ein "Fluch des schwarzen Rubin" waren bereits in den 60ern eher Filme "aus der zweiten Reihe". Da werden die Rechteinhaber eher weniger auf TV-Einnahmen, neuerliche Kinoauswertung oder Geld von Streaming-Diensten spekulieren. Oft dürften hier auch einfach keine Negative mehr vorhanden sein oder in einem so miesen Zustand sein, dass zwar ein tolles Ergebnis immer noch möglich wäre, aber Kosten bedeutet, die allein durch Blu Ray- und DVD-Auswertung kaum zu amortisieren sind.
    Natürlich ist man zu sehr verwöhnt von Subkultur und Co, wo mühsam jedes Negativfitzelchen in die Restauration einfließt, aber dass die Filmjuwelen-Scheiben oft "nur" auf Kinokopien basieren, ist leider unübersehbar. Je nach Erhaltung und wie oft sie schon gespielt wurden, ist dann ein Fehlframe-Gewitter wie bei "Fluch des schwarzen Rubin" leider unumgänglich oder man erwischt nochmals gekürzte Wiederaufführungskopien.
    Gemessen daran, dass es bisher keine unbestrittenen "Meisterwerke" getroffen hat und vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die Alternative schlichtweg wäre "dann bringen wir halt nur eine DVD" (und das dann im schlimmsten Falle noch auf Basis einer alten MAZ), kann ich mit der Praxis, Kinokopien als Basis zu verwenden, ganz gut leben. Bei Wallace, Mabuse oder Karl May würde ich auf die Barrikaden gehen, aber ich hätte niemals damit gerechnet die "Weinert-Wilton"-Filme oder ein obskures Werk wie "Schüsse im Dreivierteltakt" überhaupt jemals in Full HD zu erleben. Die meisten Filmjuwelen-Titel hatten anscheinend auch das riesige Glück, dass die jeweiligen Kinokopien nicht all zu sehr kaputt gespielt waren. Bisher kann ich mich nur an "Fluch des schwarzen Rubin" als negativen "Ausreißer" erinnern, aber dem schadeten die Risse und Sprünge Charme-mäßig kaum, unterstützen sie den ranzigen Groschenroman-Look des Ganzen doch eher noch.

    "Normale" Labels würden natürlich immer gezielt Filme zur Veröffentlichung auswählen und von der Prämisse "wir wollen eine Blu Ray veröffentlichen" aus denken. Koch, Subkultur und Co haben daher oft Titel fallen lassen, weil ganz einfach kein BD-taugliches Material aufzutreiben war oder der Rechtegeber sich quergestellt hat Zugang zu den Negativen zu gewähren und gehen bei den Titeln, die sie bringen weite Wege um ein gutes Ergebnis zu erzielen.
    Mittlerweile habe ich die sehr starke Vermutung, dass die Abläufe bei Filmjuwelen - vorallem aufgrund des riesigen Katalogs - anders und ganz simpel folgendermaßen aussehen:
    1. Gibt uns der Rechtegeber ein gutes Master (gut=DVD-tauglich) - Ja=nur DVD-VÖ / Nein=Punkt 2
    2. Liegt eine Positivkopie bei der Deutschen Kinemathek oder dem Deutschen Filminstitut? - Nein=ausländisches Master oder schlichtweg keine VÖ / Ja=Punkt 3
    3. Ist die Kinokopie gut erhalten? - Nein=wenn möglich zumindest DVD-VÖ / Ja=Punkt 4
    4. Ist der Titel relativ verkaufsträchtig? - Ja=Blu Ray / Nein=DVD

    "Kommissar X jagt die roten Tiger" ist der letzte Teil einer seinerzeit recht Publikums-starken Filmreihe, "Die Hölle von Macao" ist ein bildgewaltiger Abenteuerfilm mit Elke Sommer und Robert Stack, "Schüsse im Dreivierteltakt" ist extrem selten und noch dazu mit Pierre Brice, Terence Hill und Heinz Drache hochkarätig besetzt, die Spessart-Filme sind bei älteren Semestern noch immer recht bekannt, "Aus einem deutschen Leben" bietet Götz George, Heinz Erhard ist ebenfalls eine Marke... und so weiter.
    Die Gedanken daher eben diese Filme (auch) auf Blu Ray zu veröffentlichen kann ich gut nachvollziehen. Da die ersten Filmjuwelen-Blu Rays erst Mitte 2014 erschienen, gilt für viele Veröffentlichungen aus der Zeit davor wahrscheinlich, dass diese nur Pech hatten. Ein Teil der Titel wäre vielleicht bei einer späteren Auswahl auch auf Blu Ray ausgewertet worden - "In Beirut sind die Nächte lang" und andere Lex Barker-Abenteuerfilme wären da aus meiner Sicht Kandidaten. Wobei auf der anderen Seite wohl gute Verkaufszahlen der DVDs spätere Blu Ray-Veröffentlichungen nach sich gezogen hätten - es sei denn, man hat damals noch nicht Full HD abgetastet und müsste für BDs noch einmal komplett von vorn beginnen.

    Bei den künftigen Titeln fällt schon Einiges ins Auge. Es sind Filme wie die Rühmann-Filme darunter, die bereits zigfach ausgewertet wurden - sei es auf VHS, im TV oder auf DVD - weshalb es auch durchaus DVD-taugliche Master gibt.
    Schon ein laienhafter Abgleich ist ja ernüchternd: entweder ohne großen Aufwand eine gewisse Anzahl DVDs an Leute verkaufen, die den Film noch in keiner Form besitzen oder Aufwand betreiben und nur wenige DVDs mehr verkaufen (die Zahl derer, die eine DVD nur aufgrund eines neuen Masters ersetzen dürfte gering sein) und ein paar wenige Blu Rays verkaufen. Dass diese geringe Anzahl an Mehrverkäufen den finanziellen Aufwand einer kompletten Neuabtastung lohnt, wage ich zu bezweifeln.
    Außerdem hat sich ja beispielsweise der Status aus Daniels "DVD-only"-Liste schon zumindest bei "Im weißen Rössl" geändert, wo nun doch zusätzlich eine Blu Ray erscheint. Dies dürfte am von mir oben vermuteten Ablauf liegen. Wenn ohnehin neu abgetastet werden muss und das Material es hergibt, wird sicher im ein oder anderen Fall noch auf Blu Ray umgeplant.
    Ich habe daher auch noch Hoffnung, dass nach "Der letzte Mohikaner" auch "Das Vermächtnis des Inka" noch ein Upgrade erfährt. Man wird sich vielleicht früher oder später denken "wenn wir schon das Karl May-Plagiat auf Blu Ray bringen, können wir ein Karl May-Original doch nicht nur als DVD bringen" - außerdem liegt in der Deutschen Kinemathek eine Positivkopie, über deren Zustand ich allerdings Nichts weiß.
    Auch bei Jerry Cotton habe ich noch Hoffnung, da die alten Master absolut grottig sind. So etwas kann ein Label, dass für "kleinere Filme" regelmäßig Kinokopien für BDs abtastet nicht einmal für DVDs ernsthaft als Basis in Betracht ziehen. Außerdem: dort, wo Kopien für die beiden auf BD veröffentlichten Cottons lagern, liegen nach meiner kurzen Prüfung auch fast alle anderen Filme der Reihe in der einen oder anderen Form. Und nicht Zuletzt haben zumindest vor 7/8 Jahren Sky und ARD-Anstalten die Cotton-Filme noch gespielt - bei Verfügbarkeit von sendetauglichen Mastern könnte dies ja wieder aufgegriffen werden.

  • Wallace & Blu-rayDatum07.03.2017 03:14
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von michro im Beitrag #381
    - Die Fernsehanstalten fordern aktuell 4K - UHD Abtastungen

    Wobei das natürlich im Moment noch unnötig ist, da die Sender nur 720p senden. Aber dass man da nun gegenüber der Streaming-Konkurrenz, die längst 4K anbietet den Anschluss nicht verpassen will, leuchtet ein.
    Zitat von michro im Beitrag #381
    - Mehr als 4K - UHD macht bei 50 Jahre alten Filmen keinen Sinn. Das damalige Filmmaterial gibt diese Auflösung nicht her.

    Wenn es nicht um 70mm-Negative geht, kann man das wohl unterschreiben - zumal grad bei eher kostengünstig produzierten Filmen wie den Wallace-Filmen.
    Zitat von michro im Beitrag #381

    - Kosten einer 4K Abtastung 25 000 EUR. Anmerkung: Das erscheint mir für eine Restaurierung extrem wenig.


    Das dürften die Kosten für die reine Abtastung sein. Sprich das Digitalisieren der Negative. Restauration ist dann ja erst der nächste Prouzess, der je nach Zustand mächtig Zeit - und somit Geld - kosten dürfte. Außerdem hatte ich aus dem selben Zusammenhang noch im Kopf, die 25.000 Euro gelten für die 2K-Abtastung und 4K würde mit 50.000 Euro zu Buche schlagen?
    Zitat von michro im Beitrag #381

    - Analoge Kinovorführungen sind kaum mehr möglich. Keine analogen Projektoren. Keine Kopierwerke. Es muss digitalisiert werden was erhalten und vorführbar sein soll.


    Genau, was ich immer sage. Bis auf obskure kleine Vereine, die 35mm-Kopien in höchst unterschiedlichen Erhaltungszuständen zeigen, ist 35mm kaum noch in Betrieb. Selbst die Retrospektiven auf der Berlinale werden nicht, was naheläge, mit zeitgenössischen Kinokopien bestritten, sondern mit im Vorfeld angefertigen DCPs. Wenn Filmfestivals irgendwann auf die Idee kommen auch den deutschen Unterhaltungsfilm zu würdigen, hilft es, wenn 4K-DCPs vorliegen. Dass einige Kinos bereits Klassiker in dieser Form zeigen und sich hier auch für Wallace ganz neue Spielmöglichkeiten ergeben könnten, habe ich hier im Thread ja bereits erwähnt.
    Zitat von michro im Beitrag #381

    - Zumindest das ZDF kauft aktuell nur Spielfilme ab Herstellungsjahr 2000 an. Anmerkung: Das bedroht das Geschäftsmodell der CCC und Rialto.

    Die ÖR werden das Rennen gegen Streaming-Anbieter verlieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass eine Rückbesinnung auf den Markenkern, nämlich "altes Publikum" durchaus im erhöhten Einsatz von alten Filmen resultieren könnte. Da muss man nun nur etwas abwarten. Außerdem gibt es ja je nachdem durch neue Player wie Netflix und Amazon durchaus auch neue "Geschäftsmodelle" für CCC und Rialto. Bei den Mabuse-Restaurationen hat außerdem glaube ich ARTE mitfinanziert.
    Zitat von michro im Beitrag #381

    - Anmerkung: Bei etwa 100 000 EUR Lizenzeinnahmen pro Jahr für eine Fernsehauswertung müssten 25 000 EUR für eine Abtastung eigentlich drin sein. Warum muss das der Steuerzahler übernehmen - Wunsch von Frau Brauner. Ich würde das anders sehen bei Spielfilmen, deren wirtschaftliche Wert nicht da ist. Alles an Material z.B. der CCC kann und sollte man wohl auch nicht erhalten. Irgendwie wird man da schon zwischen Daumen nach unten und Erhalt Daumen nach oben unterscheiden müssen.

    Diese Lizenzeinnahmen bleiben aber ja immer öfter aus. Außerdem ist mit den 25 000 Euro, wie ich oben vermute, eher nur die reine Digitalisierung, nicht aber die zu einer Präservation nötige Restaurierung abgedeckt. Bis ein wirklich gutes 4K-Master zur Verfügung steht, wird man wohl mehr als 25 000 Euro investieren müssen. Allerdings stecke ich in solchen Prozessen nicht drin.

    Außerdem muss man immer daran denken, dass auch die CCC nicht aus Frau Brauner besteht, die von ihrem Wohnzimmer aus Backkatalog-Rechte verkauft, sondern eine Firma mit Angestellten und Räumlichkeiten darstellt, was Alles laufende Kosten verursacht.

    Und genau diese Frage nach dem "was erhalten wir und was nicht" ist ja der zentrale Punkt!
    Hält sich der Staat aus der Digitalisierung von Unterhaltungsfilmen raus, weil man einfach sagt "Publikumsfilme, die kein Publikum (mehr) finden, sind nicht erhaltungswürdig" und kümmert sich nur um den Autorenfilm, wo dann zwar zig Filme gerettet werden, deren Master aber mangels Interesse seitens des Publikums dann auch nur ungenutzt herumliegen? Überspitzt formuliert, aber wohl kaum von der Hand zu weisen...
    Selbst Werke von großen Namen wie Fassbinder hätten es ganz einfach schwer sich irgendwie über den freien Mark zu amortisieren, sind aber aus kulturhistorischer Sicht rettungswürdig (auch wenn man mich persönlich mit Fassbinder jagen kann).
    Auf der anderen Seite finde ich Filme wie "Deadlock", "Mädchen Mädchen" oder "Blutiger Freitag" ebenso erhaltenswert - ohne den persönlichen Einsatz von Subkultur (das kann man nicht oft genug erwähnen), würde da aber Alles weggammeln, weil es zwar Unterhaltungsfilme sind, aber die Nachfrage (heute) fehlt, die eine Abtastung rechtfertigt. Es ist ein absoluter Glücksfall, dass Subkultur 1. nicht auf Profit abzielt (oder sogar abzielen muss) und 2. mit der "Edition Deutsche Vita" ein Siegel geschaffen wurde, was anscheinend doch langsam Zugkraft bekommt und Titel verkaufen lässt, die es "solo" schwer hätten. Allein durch diese Reihe wird wohl sprichwörtlich Einiges an deutschem Kino gerettet, was sonst verotten würde, weil man Steuergelder für solchen "Schund" nicht hergeben mag. Darauf kann man sich aber auch nicht ausruhen, nach dem Motto "es werden sich schon spleenige Fans finden, die ihre persönlichen Schätze retten".
    Um das weiter zu spinnen: Die Karl May-Filme verkaufen sich ordentlich auf Blu Ray, denke ich. "Der letzte Mohikaner" ist dann aber schon ein Grenzfall. Aus kulturhistorischer Sicht (wenn man übliche Maßstäbe ansetzt) als Karl May-Epigone, als zur reinen Unterhaltung produzierter Trittbrettfahrer, nicht erhaltenswert. Ich selbst finde, dass der Film es verdient hat "gerettet" zu werden. Ob der Film aber über Blu Ray-Verkäufe die Digitalisierungskosten decken kann, schien Filmjuwelen auch lange unsicher zu sein. Schön, dass sie es dennoch wagen, aber man wird hier am unteren Ende der Möglichkeiten kalkulieren. Eine Präservation in Form eines restaurierten 4K-Masters wird es bei diesem Film nicht geben. Mit solchen Kompromissen von Wegen "gerettet, aber nicht in optimaler Form" kann ich noch halbwegs leben, aber dahinter gibt es dann jede Menge qualitativ durchaus sogar bessere Filme, die selbst diese Hürde nicht mehr schaffen.
    Um nochmal auf CCC zu kommen und was da über den Markt refinanzierbar ist: "Fluch der gelben Schlange" als "echter Edgar Wallace" verkaufbar und "Mabuse" (auch dank ARTE-Beteiligung) rentabel - die "Bryan Edgar Wallace"-Filme - obwohl zum Teil besser - aber nicht...?
    Ich finde daher schon, dass Steuergelder auch für Filme aufgewendet werden sollten, die zwar unterhaltend und für ein Publikum produziert wurden, aber dieses Publikum (zur Zeit?) nicht mehr finden. Vorrangig sollten hier dann Qualität des Films und die zeitgenössische Bedeutung sein.
    Mit der Terrorwelle der 70er in Deutschland haben sich sowohl "Der deutsche Herbst" und Fassbinders "Die dritte Generation" beschäftigt, aber auch "Blutiger Freitag" ist eine Reaktion auf diese Ereignisse und neben seinem puren Exploitation-Charakter und dem Unterhaltungswillen auch ein Zeitzeugnis, das einen der Aspekte zeigt, wie die Gesellschaft mit der Lage umgegangen ist. So gibt es ja auch Unterhaltungsfilme, die sich mit gesellschaftlich zu ihrer Zeit aktuellen Themen wie Abtreibung und Ähnlichem beschäftigt haben. Überlässt man hier das Feld nur verkopften Filmen mit künstlerischem Anspruch, erreicht man eine verzerrte Darstellung des damaligen deutschen Films.
    Da besteht also noch großer Diskussionsbedarf.

    Aber zurück zu Wallace... noch etwa drei Wochen bis zur Edition 2!
    Ich bin wirklich gespannt, ob man die bei der ersten Edition gemachten Fehler abgestellt hat und die Blu Rays auf Basis von 4K-Mastern auch den Zweiflern eine klare Steigerung gegenüber den DVDs zeigen.

  • Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von Mr. Yales im Beitrag #240
    Kommen wir nun nochmals zu der in Beitrag #233 erwähnten „Edgar Wallace löst den Fall“-Serie des Labels WinterZeit.

    Ab heute ist die erste Folge für 7,99 € erhältlich. Der Titel der Auftaktepisode lautet „Der unheimliche Pfeifer von Blending Castle“.

    Zitat
    „Wir haben dieses Jahr mehrere neue Serien/Reihen am Start. Die erste ist heute gestartet: EDGAR WALLACE LÖST DEN FALL. Und wie es nach den Vorbestellzahlen aussieht auch sehr zufriedenstellend. Das freut uns.“

    Die zweite Folge der Serie wird am 10. März unter dem Titel „Das irische Halstuch“ veröffentlicht. Die dritte kommt am 12. Mai mit dem Namen „Der schwarze Armbrustschütze“ auf den Markt.
    Ich werde mir höchstwahrscheinlich keine der CDs zulegen.


    "Der unheimliche Pfeifer von Blending Castle" war meiner Meinung nach durchaus unterhaltsam, auch wenn die Wallace-Bezüge manchmal etwas zu weit hergeholt sind. Besetzung, Handlung und akustisches Drumherum waren aber gut. Da werde ich wohl auch weitere Folgen hören.

    Die Hörplanet-Reihe hat mich bisher irgendwie nicht überzeugen können, kann aber auch nicht mit dem Finger darauf zeigen, was mich stört. Ich habe bisher alle Folgen gehört, mich hat auch Nichts offensiv genervt, aber mir ist eben auch Nichts im Gedächtnis geblieben - die Hörspiele laufen durch und sind quasi schon vergessen - womit ich gar nicht die Arbeit und den Aufwand heruntermachen will!
    Selbiges galt auch für die kurze Reihe von neuen Maritim-Hörspielen, die damals schon nach vier Folgen wieder eingestampft wurde und das Titania-Medien-Hörspiel "Die blaue Hand" - während "Das indische Tuch" noch ganz gut war.
    Aktuelle Hörspiele bleiben mir leider allgemein eher sehr selten im Gedächtnis. Irgend etwas fehlt mir da immer, vielleicht ist es auch ganz einfach die sterile Studiotechnik und synthetische Musik, die bei mir kaum Stimmung aufkommen lassen. Europa produziert die "drei ???"-Hörspiele noch immer mit der alten Studiotechnik und ich bilde mir ein, das hören zu können. Es klingt erdiger, organischer, selbst wenn natürlich alle weiteren Post-Produktions-Prozesse da auch digital erfolgen und die Qualität der Folgen allgemein leider extrem abgenommen hat.

    Die letzten allgemeinen Hörspiel-Highlights waren für mich die Umsetzung des Andreas Eschbach-Romans "Das Jesus Video" und die überaus zynischen, aber witzigen Kai Magnus Sting-Hörspiele um das "Kriminalistische Alt-Herren-Trio". Den Effekt, den viele vor zig Jahren gehörte Hörspiele auf mich hatten, die ich zum Teil heute noch fast mitsprechen kann und wo allein der Klang der Stimme eines Sprechers wie Pasetti, Deltgen oder Ungeheuer Begeisterung in mir weckt, finde ich bei neuen Produktionen leider so gut wie nie. Dass dieser Effekt auch bei alten, aber erst vor kurzer Zeit erstmals gehörten Hörspielen wie den "Die Dame..."-Mehrteilern auftrat, lässt mich den "verklärte Jugenderinnerungen"-Aspekt ausschließen.
    Ich lege dann also doch lieber die alten Europa-Kassetten ins Tapedeck, höre mal wieder einen "Paul Temple"-, "Cox" oder "Die Dame..."-Mehrteiler oder eine der immerhin 79 Folgen der "Professor van Dusen"-Reihe, deren Nachfolger aus dem Hause Highscore Music übrigens mit jeder Folge mehr dem Niveau der klassischen Reihe auf die Pelle rückt und eine weitere kleine Ausnahme vom "neu=nicht überzeugend" bildet.

    Gerade im Hörspielbereich gibt es auch einfach so unglaublich viel alte und neue Konkurrenz, dass es eine Wallace-Reihe etwas schwer bei mir hat.
    Die Europa-Hörspiele haben unerreichte Sprecher (diesbezüglich wird Serienübergreifend niemand dem Europa-Label in seiner Hochzeit jemals das Wasser reichen!), das analoge Feeling, die stimmungsvolle Carsten Bohn-Musik (die auch die drei ??? und TKKG bereicherte) und die kurzweilige, an den 60s-Filmen orientierte Umsetzung. Schade nur, dass die Reihe nicht länger lief - zumal gegen Ende ja durchaus unverfilmte Stoffe in den Fokus rückten.
    Wenn es um klassische, sprich klar in der Vergangenheit verankerte Kriminalfälle geht, gebe ich jederzeit Sherlock Holmes (dann allerdings auch eher in audiovisueller Form mit Jeremy Brett in der TV-Serie) oder van Dusen, der sowohl kurzweilige Fälle, als auch gut funktionierenden Humor bietet, den Vortritt - auch in der Nachfolge-Variante. Für den Kurz-Krimi zwischendurch gibt es noch "Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney".

    Die Roman-nahen Wallace-Umsetzungen entbehren vielleicht ganz einfach der humoristischen Auflockerungen, die man nicht umsonst bei den 60s-Filmproduktionen hinzugefügt hat?
    Außerdem bin ich immer noch kein Freund von der üblichen Praxis, dass ein Hörspiel mittlerweile scheinbar vorschriftsmäßig eine CD bis zum Rande ausfüllen muss. Selbst die drei ??? waren am Besten, als die Hörspiele 40-50 Minuten Länge hatten. Der (erzwungene) Mut zur Lücke und kurze und prägnante Handlung war nicht immer verkehrt. Auch van Dusen überschritt diese 50 Minuten-Grenze eher selten (den Folgen der neuen Reihe würden 10 Minuten weniger oft auch ganz gut tun, habe ich das Gefühl).
    Außerdem sind es heutzutage - egal welches Label und welche Reihe - gefühlt immer die selben Stimmen, die aus den Boxen quellen. Selbst Europa hat ihr Stammpersonal in den 80ern nicht so inflationär eingesetzt, wie aktuell sämtliche Labels immer wieder ähnlichen Rollen mit den naheliegendsten Kandidaten besetzen. Ich meine, dass auch die Hörplanet-Wallace-Reihe davon nicht ganz ausgenommen werden kann.
    Es soll kein "früher war alles besser"-Rundumschlag sein, aber wo sind die Douglas Welbats oder Peter Pasettis? Früher hat man Schauspieler vom örtlichen Theater verpflichtet, heute gibt es einen festen Stock von Hörspielsprechern, aus denen scheinbar jede Rolle aquiriert wird. Nocturna fand ich daher zumindest bezüglich der Sprecherwahl (Patrick Bach, Helmut Zierl und Ilja Richter anstatt zum tausendsten Mal beispielsweise Helmut Krauss oder Jürgen Thormann, auch wenn ich mich bei Letzterem noch vor wenigen Jahren über jeden seiner Auftritte gefreut habe) ganz erfrischend - auch wenn dann leider Anderes nicht passte.
    Eine Hörspielproduktion ist doch ohnehin schon recht teuer - warum traut sich kein Label dann direkt in die Vollen zu gehen und einen Stock an analoger Musik einspielen zu lassen, den es meinetwegen auch für mehrere Serien nutzen und auch jederzeit erweitern kann und auf unverbrauchte Theaterschauspieler in der Sprecherkabine zurückzugreifen?

  • Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von eastmancolor im Beitrag #401
    Die VERMÄCHTNIS DVD ist von 2008, da wundert es nicht dass Koch kein HD Master erstellt hat. Beim MOHIKANER war das genauso. Meines Wissens basiert die MOHIKANER HD Abtastung auf dem damals von Koch recherchierten Film Material. Die Materiallage von MOHIKANER ist genauso schwierig wie beim VERMÄCHTNIS.
    Meiner Meinung nach ist vom VERMÄCHTNIS ebenso eine Blu-ray möglich wie vom MOHIKANER.


    Die Wallace-Filme wurden für die 2004 (!) erschienenen DVDs auch immerhin mit 1080 Zeilen abgetastet. Aber mir fehlt da natürlich der Einblick, wie Koch arbeitet, bzw. damals gearbeitet hat.
    Hätte es durchaus für möglich gehalten, dass man 2008 - auch für DVD-VÖs - schon in 1080p abgetastet hat. Immerhin wurde die Blu Ray ein Jahre zuvor eingeführt und ein Jahr darauf stellten die ÖR auf HDTV um.

    Aber dann sollte man also Filmjuwelen nun auch wegen des "Inka" mit Mails nerven?
    Auf meine konstruktive Cotton-Mail kam noch immer keine Antwort.

  • Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Ich finde es immer seltsam, dass es selbstverständlich ist, dass man als Kunstliebhaber Museen aufsucht, anstatt sein Leben lang Vorlieb mit Postkarten und Bildbänden zu nehmen.
    Ebenso wird ein bekennender Musikliebhaber wohl niemals dafür kritisiert, dass er eine teure HiFi-Anlage und Vinyl, SACD oder zumindest Audio-CD oder Flac nutzt, wenn es seine Lieblingslieder doch in 96kbit-Qualität bei YouTube gibt.
    Bei den Wallace-Romanen lese ich auch häufig, wie wichtig es sei gute Übersetzungen zu erwischen und welche Ausgaben ungekürzt sind, was ich ebenfalls unterschreibe. Die vor einigen Jahren erschienenen Neuübersetzungen der Bond-Romane von Ian Fleming haben zumindest was meine Favoriten betrifft die alten Goldmann-Ausgaben im Regal ersetzt, deren Übersetzung auch ohne existierende Alternative nie wirklich überzeugend war und nicht das volle Potential des Flemingschn Stils transportierte.
    Bei Filmen und Serien wird es sogar zunehmend beklatscht, wenn man für wichtig erachtet diese im O-Ton zu genießen.
    Wenn man aber Wert darauf legt Filme auch bildtechnisch in bestmöglicher Qualität zu erleben, wird man schräg angeschaut?

    Ja, ich kenne diese Zeiten noch, als man froh war ein Exemplar einer VHS-Kleinauflage eines seltenen Films zu ergattern und war regelrecht glücklich, wenn zwischen Filmrissen und Kürzungen noch die Handlung erkennbar war. Auch habe ich Filme wie "Texas" von und mit Helge Schneider auf VHS rauf und runter geschaut, obwohl das Scope-Format brutal auf 4:3 abgeschnitten war - es gab keine Alternative und ich habe den Film geliebt.
    Ich habe noch immer viele Filme nur auf Videokassette oder als digitalisierte VHS-Kopie, weil es von den betreffenden Titeln nichts Anderes gibt.
    Die beste Variante wäre ohnehin bei den meisten Filmen "gut erhaltene 35mm-Kopie im Kino", von daher ist (bzw. war bisher) Super8, TV-Ausstrahlung, VHS oder auch DVD immer nur ein Kompromiss. In Großstädten ist es häufiger möglich ältere Filme noch in der intendierten Form zu erleben - in Köln sind es beispielsweise Something Weird Cinema oder der Filmclub 813, die vom obskuren Italo-Schund bis hin zum ein oder anderen Hitchcock 35mm-Kopien im Kino zeigen. Dafür lasse ich dann sowieso jede VHS, jeden TV-Mitschnitt und jede DVD liegen.

    Ich bin über Edgar Wallace und James Bond zum Film gekommen und über die Liebe zu diesen beiden Filmreihen kam es bei mir auch zur Berufswahl und meinem Filmstudium, deswegen spielt natürlich auch berufliche "Besessenheit" sicherlich eine Rolle dabei wie ich Filme wahrnehme.
    Aber Kinofilme haben eines gemein - sie werden oder wurden für's Kino produziert und entfalten dort ihre ganze Wirkung. Das Home Entertainment ist dem Kino immer in weitem Abstand hintergelaufen: von meist kleinen Bildschirmen mal ganz abgesehen - TV-Ausstrahlungen im falschen Bildformat, gekürzte Videokassetten und und und. Die DVD war ein Quantensprung, keine Frage! Zumal hier (auch wenn es einige Labels nicht kümmerte) erstmals keine für's TV erstellten MAZen mehr ausreichten und viele Filme dankenswerterweise endlich im richtigen Bildformat und ungeschnitten für's Wohnzimmer zugänglich wurden. Dennoch war auch die DVD niemals das Ende der Fahnenstange. Bessere Versionen der Filme existierten schon damals, viele aktuelle Blu Rays basieren auf vor 10-15 Jahren eigentlich für die DVDs erstellten Mastern - darunter auch große Blockbuster aus den 90er- und 2000er-Jahren. Auch die Wallace-Filme wurden ja immerhin damals schon mit 1080 Zeilen abgetastet. Das Problem waren Codecs und Datenträger. Dort ging auf dem Wege vom Master zum Produkt für den Endkunden noch sehr viel verloren.
    Wenn man so will, hat die Blu Ray nun also jediglich einen seit Jahren überall längst erreichten Standard auch im Heimkino etabliert, bzw. eben noch nicht, weil sich viele Kunden noch dagegen sträuben - was ja auch vollkommen legitim ist, wie ich im Blu Ray-Thread geschildert habe. Wer einen Film bereits auf DVD besitzt und mangels Equipment ohnehin nicht vom Mehrwert einer guten Blu Ray profitiert, muss und kann nicht dazu gezwungen werden sich einen großen neuen Fernseher, einen Blu Ray-Player und Blu Rays zuzulegen.
    Aber wenn ich hämisch sein will, könnte man mit Fug und Recht sagen: das, was sich viele begeistert als DVD ins Regal stellen, würde vom Sendestandard her nicht einmal mehr im MDR um 2:40 Nachts gesendet werden dürfen. Das ist überspitzt formuliert, weil natürlich auch bei den ÖR zum Teil noch noch alte MAZen genutzt werden (müssen), aber gerade bei bekannteren Filmen wie den Wallace-Filmen trifft dies mittlerweile zu. Selbst künftige TV-Ausstrahlungen werden aufgrund der neuen 4K-Master, die dort wahrscheinlich auch zum Einsatz kommen, die (seinerzeit tollen) DVDs hinter sich lassen, da auch 720p schon (sofern gut komprimiert) qualitativ besser ist als die 13 Jahre alten DVDs. Soll heißen: das Fernsehprogramm einzuschalten garantiert dann bessere Qualität, als wenn ich die DVD des selben Filmes einlege.

    Wir sprechen hier von Kinofilmen (!) in SD-Qualität, während jedes Firmenevent, billige Musikvideos und V-Blogs in 1080p gedreht und auch gestreamt werden. Ich drehe selbst zum Teil bereits in 4K - Spielfilme, die für wesentlich mehr Budget und für das Kino produziert wurden, sollten dann bildqualitativ doch nicht stark abfallen, finde ich?
    Ich bin trotz Regiestudiums vor allem als Kameramann tätig und habe mich Jahrelang intensiv mit kreativer Lichtsetzung beschäftigt. Ich könnte spontan zig Beispiele nennen, wo bei der DVD-Umsetzung nur erkennbar war, dass überhaupt Licht gesetzt wurde, bei den Blu Rays konnte ich dann erstmals die Bildgestaltung vollkommen erfassen. Filme sind eine audiovisuelle Kunstform und abgesehen von der möglichen höheren Bitrate für Tonspuren, gewinnt gerade das Bild immens. Vielleicht sollten sich einige Leute hier einfach mal von Vittorio Storaro, Haskell Wexler oder John Alcott fotografierte Filme in 1080p auf einem Full HD-Bildschirm anschauen?
    Blu Rays - immer gute Master und gutes Authoring vorausgesetzt - bieten erstmals die Möglichkeit Kinofilme mit 24 Bildern die Sekunde zu sehen, sie bieten - gutes Grading auf Basis von Zwischenpositiv oder anderen Quellen vorausgesetzt - erstmals seit der Kinoauswertung wieder die intendierten Farben und Details wie sie im TV und auf VHS und DVD bisher absoffen.
    Ein schlechter Film wird so sicher nicht besser - ich habe vielmehr das Gegenteil erlebt, weil schlechte Kameraarbeit, mieses Szenenbild und schwache Effekte viel "besser" zur Geltung kommen, aber ein guter Film kann seine Qualitäten viel besser entfalten (meine Liebe zu "Der unsichtbare Dritte" ist durch die Blu Ray nur noch viel größer geworden!) und ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, Filme nun schon bei Erstsichtungen so zu sehen, wie sie damals im Kino liefen. Bei neuen Filmen wie "Interstellar" oder "Nice Guys" ging meiner Erfahrung nach bei erneuter Sichtung im Heimkino schlicht und ergreifend gegenüber dem Kinobesuch bildtechnisch Nichts mehr verloren. Bei Filmen, die man schon oft gesehen hat, entdeckt man Neues - vor ein paar Tagen habe ich mal wieder "Dr. No" gesehen und erst nun wurde mir vollkommen bewusst, was für grandiose Arbeit Ken Adam damals beim Szenendesign selbst bei "kleinen" Sets wie den Hotelzimmern geleistet hat. Hier kann ich dann auch den Bogen zu Gubanovs Kritik, es gäbe keine lesenswerten Beiträge mehr spannen: durch die neuen Blu Rays gibt es endlich mal wieder einen Anlass die Wallace-Filme in ganz neuer Qualität neu zu entdecken. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass mir - wie bei "Dr. No" dieses Mal ganz andere Dinge ins Auge fallen und ich wieder dazu neige etwas thematisch Film-bezogeneres zu schreiben...
    Um noch einmal den Gemälde-Vergleich zu bemühen:
    Original im Museum=35mm im Kino
    DVD=Bildband oder Postkarte
    Blu Ray=gute Reproduktion

    Dass meiner Meinung nach das Ende der Fahnenstange (was das Heimkino betrifft) erreicht ist, habe ich an anderer Stelle bereits geschrieben. Wenn ich an Stelle des aktuellen 1080p-TVs einen 4K-Fernseher der selben Größe stellen würde, würde ich bei einem Film in 4K gegenüber der Blu Ray wohl mit gesundem Abstand vom Sofa aus keinen Unterschied mehr sehen. Ob sich das bei der Leinwand mit 1,80 Meter Breite anders verhielte, kann ich nicht abschätzen. Ich durfte aber auf der Berlinale vor ein paar Jahren das neue Master von "Taxi Driver" im Filmpalast sehen. Problem: die 4K-Fassung ließ sich aufgrund eines technischen Fehlers nicht abspielen, also wurde die 2K-Fassung gezeigt und trotz großer Leinwand war das kein großes Problem. Soll heißen: 4K hat seinen berechtigten Platz im Kino und vor allem bei neu produzierten Werken. Im Heimkino wird 1080p noch lange Bestand haben, der TV-Standard ist ja noch nicht einmal dort angelangt.
    Außerdem bin ich fest davon überzeugt, dass die Blu Ray das allerletzte physische Medium sein wird. Da wird vielleicht noch ein 4K-Format kommen, aber die Player und das Medium werden dank Netflix und Amazon keine flächendeckende Akzeptanz mehr finden. Dass Wallace und Co nochmal in einem anderen Format zum Kauf erscheinen, halte ich für ausgeschlossen. Wenn Netflix und Amazon den Krieg gewonnen haben, wird man dort irgendwann auch Wallace, vielleicht dann in Form der 4K-Master, inklusive im Abo haben. Da ich mir Filme aber nach wie vor gern ins Regal stelle und Abos verabscheue, kaufe ich gern jetzt die Blu Rays.

    Um noch einmal explizit bei Wallace und Bond zu bleiben:
    Ich hatte die Wallace-Filme zu diesem Zeitpunkt rauf und runter geschaut, und dennoch war es 2003 ein völlig neues Erlebnis "Der Hexer" als 35mm-Kopie im Rahmen des Edgar Wallace-Festivals im Kino in Neustadt zu sehen - obwohl bereits die Kinowelt-DVD des Films ganz gut war. Ich bin Jahrzehnte zu spät geboren um die Wallace-Filme im Kino zu erleben, aber mit Beamer, Leinwand und guten Blu Rays auf Basis von 4K-Mastern wäre ich diesem Erlebnis wieder nahe. Selbst auf einem normal-dimensionierten TV (sprich 40 Zoll oder ähnliches) ist man mit guten Blu Rays der damaligen Kinoauswertung näher als mit den DVDs.
    2008 erschienen die ersten Bond-Filme auf Blu Ray und ich war begeistert, wie frisch gerade frühe Filme wie "Dr. No" wirkten. Als ich 2009 oder 2010 in London einer Aufführung von "Der Hauch des Todes" im Kino beiwohnen durfte, war es dementsprechend nicht mehr DAS Schlüsselerlebnis, obwohl natürlich gerade die Bondfilme immer von einer möglichst großen Projektionsfläche profitieren und ich damals noch keinen Beamer besaß. Aber selbst auf einem normalen 42-Zoll-Full HD-Fernseher war der Filmgenuss bereits wunderbar.

    Um abschließend Jean-Luc Godard zu zitieren: "Film ist 24 mal Wahrheit pro Sekunde" - und einen Film dank BD nun mit 24 statt 25 Bildern pro Sekunde zu sehen mag für viele ein vernachlässigbares Detail sein (Regisseure sehen das übrigens anders, das Timing und Co ist komplett anders, hört man oft), Film ist aber auch ein physisches Format, die meisten Kinofilme sind sogesehen eigentlich also nur noch "Videos", da sie digital gedreht und projiziert werden. Ein Format, was möglichst viel vom "Film" ins digitale Zeitalter rettet, sprich Reproduktion in Form von möglichst authentischen Farben, hoher Detailwiedergabe und so weiter, als "Trend" oder "Pixelzählerei" abzutun, disqualifiziert den Redner eigentlich für jeden Anspruch als Filmliebhaber zu gelten, so hart muss ich das leider formulieren.
    Zumal es selbst im Sinne der "ich mag Filme, egal in welcher Form ich sie sehe"-Fraktion sein sollte, dass gerade ihre Lieblinge nicht nur "irgendwie" weiterbestehen, sondern in möglichst guter Qualität gerettet werden. Dass durch ein 4K-Master beispielsweise auch Kinoauswertungen wieder möglich werden, hatte ich an anderer Stelle bereits erwähnt.
    Verständnis habe ich aber nach wie vor für jeden Gelegenheits-Filmgucker, der nur einen kleinen Fernseher besitzt oder auf Laptop schaut und dem DVDs genügen.

    P.S.: Und es als "Markmechanismen" und "Marketing" abzutun, dass mühsam Negative gesichtet, in 4K abgetastet und restauriert werden, hören die Beteiligten sicher auch gern.
    Purer Markmechanismus wäre es, wenn man die "alten" 1080i50-Master in 8 chronologischen Blu Ray-Boxen auf den Markt geworfen hätte von wegen "jetzt endlich auf Blu Ray!" und "kauf, dumme Fanschar!".
    Die 4K-Abtastungen erfolgen nicht um Käufer noch einmal auszupressen (denn so toll dürfte der Absatz kaum sein), sondern weil die Negative jetzt in 4K-Mastern konserviert werden sollen und müssen. Über Blu Rays lassen sich im Idealfall Kosten amortisieren.

  • Wallace & Blu-rayDatum27.02.2017 01:59
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von DanielL im Beitrag #378
    Das gröbkörnige Material beim roten Kreis ist mir auch schon aufgefallen. Bin gespannt, ob man hier bei einer kommenden VÖ noch besser nachlegen kann. Eine 4K-Abtastung alleine wird das Problem natürlich nicht lösen.

    Grobes Korn ist ja an sich auch gar nicht das Problem. Da die Negative abgetastet wurden, ist dies ganz einfach ein Resultat aus dem damals verwendeten Filmmaterial, der Belichtung und Co und muss daher meiner Meinung nach als Bestandteil des Werks gesehen werden. Das Korn da also nun zu "töten", würde ich nicht befürworten. Zumal es einige schwarz-weiß-Filme gibt, deren Negative ebenfalls so grobkörnig sind und auf Blu Ray ganz wunderbar aussehen ohne Korn-Kill. Das Problem ist eher, dass Filmkorn und Video-Kompression nicht die besten Freunde sind. Grobes Korn und (starke) Quantisierung werden gern zu "wunderbarem" Pixel-Schnee und eskalierender Klötzchenparty.
    Wenn man in 4K abtastet und wenn dieses Ergebnis dann (gut) auf ein 1080p-Master für eine BD50 heruntergerechnet wird, schafft die Komprimierung des Korns nicht ein so großes Problem wie es noch DVDs taten. Im besten Falle sieht das Filmkorn dann also einfach wie grobes Filmkorn aus, aber zumindest nicht nach Klötzchenartigem Schneegestöber.

  • Wallace & Blu-rayDatum27.02.2017 00:27
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Wer noch Röhren betreibt oder bei der ersten Generation von "HD-ready"-Geräten zugeschlagen hat (beherrschen "nur" die maximale Auflösung von 1280×720), hat man bei Blu Rays natürlich keinen, in letzterem Falle vielleicht bei größerer Diagonale leichten, Mehrwert. Meinen ersten Blu Ray-Player hatte ich auch noch an einer 82cm-Röhre hängen. Allerdings habe ich da bereits angefangen zumindest Neuanschaffungen möglichst auf Blu Ray zu fokussieren, des Weitblicks wegen und die Röhre hielt dann auch nicht mehr sehr lange.
    Aber an sich habe ich volles Verständnis für die Skepsis gegenüber Blu Ray, was Wallace betrifft. Wenn man sich für gutes Geld alle 8 DVD-Editionen ins Regal gestellt hat und diese nur auf handlicher Diagonale schaut, kann man damit nach wie vor durchaus zufrieden sein.
    Allerdings habe ich nun seit 5-7 Jahren einen 42-Zoll-Plasma-Fernseher und auf einem Meter Diagonale sehe ich auch vom Sofa aus (wohl auch aufgrund der Gewöhnung an FullHD) bei einigen DVDs schon die Artefaktsbildung. Ich habe nun mal stichprobenartig die Wallace-DVDs eingelegt und vorallem bei grobkörnigeren Exemplaren wie "Der rote Kreis" oder "Die seltsame Gräfin" wird es problematisch.
    Auf dem 23 Zoll-PC-Monitor wird es teilweise sogar erschreckend - da sitze ich aber zugegebenermaßen natürlich auch fast mit der Nasenspitze davor.
    Ohne die Arbeit an den DVDs herabwürdigen zu wollen, aber die meisten Wallace-Filme haben die verfügbare Größe der DVD9 kaum ausgenutzt - da dürften sogar ein paar DVD5 darunter gewesen sein, müsste ich jetzt aber erst nachprüfen.
    Um sich den Stand der Technik zu verdeutlichen: mit dem Codec, mit dem Blu Rays arbeiten, ließen sich die Bildinformationen der Wallace-DVDs in etwa 1 bis 2-GigaByte-große Dateien pro Film speichern und auf einer Blu Ray steht einem einzigen Film 25-50 GB zur Verfügung. Der mögliche Qualitätszugewinn ist also denkbar immens - immer eine gute Quelle und gutes Mastering vorausgesetzt. Dass man nun in 4K arbeitet, dürfte sich auch im Ergebnis niederschlagen, der Vergleich zur ersten BD-Edition wird also auch interessant.
    Und ich hatte es zwar, glaube ich zumindest, erwähnt, aber wer hier Marketingmasche und Ähnliches wittert: Die BD hat sich - wie sich ja auch hier oft zeigt - was den Verkauf betrifft noch nicht als Medium Nr. 1 durchgesetzt, dass da nun UHD in den nächsten Jahren ein Thema werden sollte und man "Alles nochmal kaufen darf", glaube ich nicht. Der Unterschied von 1080p (1920×1080) zu 4K (3840x2160) ist nicht mehr so wahnsinnig immens. Und wenn 4K flächendeckend kommt, ist der Netzausbau und der Siegeszug der Streaming-Dienste wohl auch schon weiter fortgeschritten, so dass es dann kaum noch physische Datenträger gibt.
    Auf längere Sicht wäre man also mit dem Kauf der Blu Rays am Ende der Home Entertainment-Fahnenstange angekommen, zumindest wenn ich mir das bei meinem momentanen Setup von wegen 3 Meter Abstand auf 1 Meter Bildschirmdiagonale so vorstelle und wenn man als Grundlage "etwas zum ins Regal stellen" festlegt.

  • Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Eine Mail zu Cotton haben sie von mir bereits erhalten vor ein paar Wochen, allerdings gab es keine Antwort.
    Beide DVD-Ausgaben von "Das Vermächtnis des Inka" sind Out of Print, da kann man auch mit einer DVD durchaus einen Markt finden, solange diese günstiger ist als schon die gebrauchte Einzel-DVD gehandelt wird - von der Collector's Edition in Leinen mal ganz zu schweigen. Und wenn (anders als beim "Mohikaner") Koch schon kein HD-Master erstellt bzw. bekommen hat, dann wird das seine Gründe gehabt haben.
    Die Entstehungsgeschichte des Films - Stichwort einzige Produktion der "Franz Marischka Film" und Pleite des Nora-Verleihs noch während der Erstauswertung - dürfte die Quellensuche schon für die DVD eher schwierig gestaltet haben.
    Dennoch wäre mir eine Abtastung etwaiger Kinokopien oder Ähnliches auf Blu Ray natürlich lieber gewesen, gerade weil es die anderen 16 Rialto- und cCc-Filme auf Blu Ray gibt. Bei einer DVD werde ich da also auch nicht zuschlagen, obwohl ich den Film als guten und originell anders gestalteten Beitrag zur Karl May-Welle in Erinnerung habe.

  • Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von eastmancolor im Beitrag #396
    @Daniel
    Ich hatte Filmjuwelen vor ein paar Woch gefragt, warum sie einen der berühmtesten Rühmann Filme überhaupt "Wenn der Vater mit dem Sohne" nur auf DVD re-releasen. Darauf kam die Antwort, jetzt erst mal auf DVD. Vielleicht irgendwann mal eine Blu-ray. Das klang schon positiver als vor einem halben Jahr bezüglich der Cotton, wo man Blu-rays gänzlich verneint hat mit dem Hinweis dass sich die Blu-rays schlechter verkaufen als DVD.

    Die müssten sich aber doch, wenn sie so knallhart kalkulieren, eingestehen, dass sich Cotton-DVDs gar nicht verkaufen werden, weil der Markt voll ist mit Kinowelt/Studiocanal und den holländischen Scheiben.
    Wenn da nicht sofort BDs kommen, kommen auch später keine. Die DVDs werden wie Blei in den Regalen liegen und man wird dann für Blu Rays einen noch kleineren Markt sehen.

  • Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Ich schließe mich hier voll und ganz DanielL an. Ich drehe selbst teilweise schon in 4K, dass ich nur noch TV und Serien auf dem TV schaue und für Spielfilme in der Regel die Leinwand runterfahre, habe ich ja an anderer Stelle schon erwähnt. Da die technische Unzulänglichkeit von DVDs zu erkennen ist nicht schwer. Der Unterschied ist hier durchaus vergleichbar zum damaligen Wechsel von VHS zu DVD. Da der Unterschied zwischen FullHD (bzw. dem etwas höheren 2K) und 4K nicht mehr so riesig ist, wird man als Kunde wohl mit dem Wechsel zur Blu Ray auch am Ende der Evolution sein - um diejenigen zu beruhigen, die nicht alle zwei Jahre den selben Film neu kaufen wollen.
    Ich denke auch, dass dieses Jahr die Wende bringen wird. Klassiker sind auch bei Netflix bereits in HD zu finden, TV-Sender senden bei "Winnetou" und Co bereits HD-Master zumindest in 720p - bei vielen Filmen ist man also schon besser dran das TV anzuschalten als seine alten (oder neuen) DVDs aus dem Regal zu nehmen. Für den Home Entertainment-Markt bedeutet dies doch zwangsläufig über kurz oder lang, dass Käufer das Portmonaie nicht mehr aufmachen, wenn sie ein qualitativ schwächeres Produkt ins Regal stellen sollen, als Free TV und Streaming-Alternativen für lau oder geringe Monatsbeträge bieten? Sich einen Film "zum Anfassen" ins Regal zu stellen sollte ja irgendeinen Mehrwert bieten, der über "ich kann mir die Inhaltsangabe auf der Rückseite durchlesen" hinausgeht. Eine gute Blu Ray ist allein wegen Datenrate und Co sogar 1080p-Streams überlegen (diese haben über Beamer durchaus schon Schwächen, zumal nicht jeder schnelles Internet zur Verfügung stehen hat und da nochmal komprimiert wird).
    Natürlich wird es immer Filme geben, bei denen sich partout kein 1080p-geeignetes Resultat erreichen lässt und wo "lieber so retten als gar nicht" gilt. Hier sind DVDs absolut in Ordnung.
    Ich habe lange das "Nebeneinander" von DVDs und Blu Rays in meinem Regal gepflegt, aber mittlerweile gibt es genug Material auf BD zu sehen, so dass DVD-Käufe ganz hinten anstehen und ich bei einigen Filmen bereits die DVD verkaufe und für eine neuerliche Sichtung auf eine Blu Ray warte. Auch bei Wallace werde ich nun so verfahren, da gerade die frühen Filme der Reihe wie "Der rote Kreis" auf Leinwand so keinen Spaß machen und wegen meiner langen Liste an Erstsichtungen, die in HD vorliegen das Bedürfnis die Filme dann halt auf TV zu schauen nicht so groß ist.
    Wenn da nun 6 Filme (2 Editionen) im Jahr erscheinen, übersteigt das wahrscheinlich sogar noch meinen Sichtungs-Intervall. Wenn es mies läuft, sehe ich dieses Jahr halt nur die drei Wallace-Filme, die in der Edition 2 stecken, aber die Wallace-DVDs stehen momentan relativ ungenutzt im Regal. Ich werde höchstens noch die Editionen mit den ganz starken Filmen bis zur BD-VÖ behalten, falls es mich doch mal in den Fingern juckt exakt jenen Film nun sehen zu wollen.

    Dass Filmjuwelen aber so kurzsichtig ist, bereits auf DVD ausgewertete Filme nochmals nur auf DVD zu veröffentlichen, glaube ich kaum. Bei diesen Filmen wird man entweder eine VÖ zurückstellen oder auf Blu Ray gehen. Zumal ja sicher Filme darunter sind, bei denen schon für die DVD ein 2K- oder zumindest 1080p-Master erstellt wurde, wie es bei "Der letzte Mohikaner" bereits anklang.
    Ich hoffe aber, dass man weiterhin bei Erstveröffentlichungen parallel DVDs und Blu Rays anbietet. Auch für DVDs werden ja fast immer HD-Master erstellt (abgesehen von Filmen bei denen man Sendebänder nutzt), die höheren Kosten für Blu Rays liegen woanders. Wenn das Label also aus finanziellen Gründen nur eine DVD anbietet und die von uns prohphezeite Wende einritt, wird dann eine Blu Ray nachgeschoben, was einen faden Beigeschmack hätte, wo diese doch dann bereits zum Zeitpunkt der DVD-VÖ möglich gewesen wäre. Das ist selbst einigen Nischenlabels schon einige Male nicht gut bekommen.

  • Wallace & Blu-rayDatum15.02.2017 15:57
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #359
    Innerhalb des heutigen Tages wurde auf folgender Seite die Angabe zur anstehenden Blu-Ray-Kollektion von 2K auf 4K geändert...

    Dann hätte der "Filmfuzzi" also doch Recht. Und meine ganzen Ausführungen zu 4K und Präservation wären doch wieder sinnvoll.
    Ergäbe sich dann natürlich früher oder später noch die Frage, ob auch die Filme der ersten BD-Edition noch einmal eine Sonderbehandlung erfahren und die erste Edition tatsächlich "nur" ein Versuchsballon war und man jetzt für zukünftige Boxen in die Vollen geht...
    Gerade bei "Das Gasthaus an der Themse" dürfte man wohl bei einem 4K-Master richtig gespannt sein - laut Beiheften der alten DVD-Editionen war dies der Film mit der zeitraubendsten Nachbearbeitung. Wenn man das dieses Mal mit genug Aufwand angeht, freut sich meine Leinwand (und natürlich auch ich) schon tierisch auf das Ergebnis!

    Zur "Stecknadel"-VÖ: Der Film ist eine Marke unter den Giallo-Liebhabern, die greifen sowieso zu.
    Dallamanos Oeuvre als Regisseur ist aber ja eher schmal und da dies schon sein bekanntester Film ist (neben dem bereits erschienenen "Der Tod trägt schwarzes Leder" - für seinen besten halte ich aber immer noch "Kaliber 38"), kann man mit seinem Namen wohl auch wenig Publicity erzielen. Da greift man mit "Edgar Wallace" noch eher den "Gelegenheitskäufer" ab, wobei sich das bei den Mediabook-Preisen ja sowieso eher schwierig gestaltet. Außerdem ist die Nennung des Namens "Wallace" die einzige Option um die Doku sinnvoll im Bonusmaterial unterzubringen.
    Auf jeden Fall freue ich mich auf die VÖ! Früher hatte ich von "Camorra - Ein Bulle sieht rot" über "Blindman - Der Vollstrecker" bis "Milano Kaliber 9" so ziemlich alle DVD-VÖ von Koch im Regal. Nachdem ich nach und nach fast alle DVDs veräußert habe, größenteils aufgrund BD-Upgrades, stehen außer einigen wenigen DVDs aus der Italo-Western-Regenbogenreihe "nur" die Mediabooks zu "Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia", "Das geheimnis der schwarzen Handschuhe" und "Vier Fliegen auf grauem Samt" in der Vitrine - die sind aber Klasse! Wenn "Stecknadel" da qualitativ mithält, ist eine weitere Lücke geschlossn.

  • Wallace & Blu-rayDatum08.02.2017 11:49
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Die Beihefte der "alten" DVDs sprechen von FullHD-Abtastungen. Ich bin daher immer von 1080p24 oder 25 ausgegangen, Torsten Kaiser von TLEFilms hat aber hier im Thread glaube ich mal von 1080i50 gesprochen.
    Zwar gibt es immer noch VÖ alter Master in dieser Form auf Blu Ray, der Standard liegt aber (zu Recht) mittlerweile bei 1080p24. Wenn man faul wäre, könnte man durchaus mittels unschöner Wandlungen Blu Rays auf Basis der alten Master produzieren.
    Also die drei Filme der ersten Blu Ray-Box wurden wohl nochmals neu in 2K abgetastet. "Filmfuzzy" sprach hier aber ja plötzlich von 4K, was auch sinnvoller wäre. Vielleicht hatte man irgendwann mal testweise nach klarem Muster 2K-Abtastungen gemacht nach dem Prinzip:
    - der älteste Film: "Frosch mit der Maske"
    - der Film mit den problematischten Quellen: "Der Hexer"
    und
    - einen Farbfilm: "Der Hund von Blackwood Castle"
    quasi als Machbarkeitsstudie oder Ähnliches. Da können Beteiligte wahrscheinlich mehr sagen. Auf jeden Fall wäre für alle folgenden Filme 4K natürlich sinnvoller...

    @DanielL: Vielen Dank für den Link zur Sitzung. Interessante Einblicke!

  • Wallace & Blu-rayDatum03.02.2017 16:52
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Übrigens mal eine Frage in die Runde:
    Wie komme ich eigentlich auf 4k?
    Die Basis der ersten Blu Ray-Box waren ja 2k-Abtastungen.
    Ist der einzige Grund dafür, dass ich nun selbstverständlich von 4k ausgehe tatsächlich, diese dubiose Aussage von "Filmfuzzy"?

    Zitat von filmfuzzy im Beitrag #289
    Ich hatte Gestern die gelegenheit das UHD-Master des 4k-Scans
    von "Das Gasthaus an der Themse" und "Der Fälscher von London" anzuschauen, der Hammer !

    Spätestens jetzt wäre eine Äußerung von Beteiligten doch mal sehr gut.

  • Wallace & Blu-rayDatum03.02.2017 15:16
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von DanielL im Beitrag #341
    7. Deinen Gedanken zu „Das Rätsel des silbernen Dreieck“ bei Filmjuwelen wollte ich schon völlig abtun und zwar mit dem Hinweis, dass Filmjuwelen ja offenbar große Teile der Kinowelt-Lizenzen übernommen hat und damit genug zu tun haben dürfte. Dann allerdings fiel mir ein, dass dieser Film ja bei Kinowelt erschienen ist. There you have me! Das würde dann grundsätzlich aber auch auf den „Rächer“ zutreffen. Der beim „Dreieck“ angesprochene „Vorteil“ eines vorliegenden US-Masters kann allerdings, sofern sich ein Label allein darauf verlässt, nur in einer unbefriedigenden Kompromisslösung enden. Die Besonderheiten der deutschen Fassung (auch über die fehlende Farbe hinaus) dürften dir ja hinreichend bekannt sein.

    Zum "Rächer": Basis der DVD war das selbe Master, dass für TV-Ausstrahlungen und VHS-Auswertung diente. Kurt Ulrich ist seit 50 Jahren tot und der Europa-Filmverleih existiert in seiner damaligen Form anscheinend seit 55 Jahren nicht mehr. Von außen betrachtet lagern die Kamera-Negative im allerbesten Falle in einem Archiv, im schlechtesten sind sie längst vernichtet. Ob zumindest noch ein Interpositiv existiert, ist dementsprechend ebenso fraglich. Kinokopien aus dem Bestand des Europa-Filmverleih wären dann noch eine Chance. Ich glaube auch nicht, dass hier TV-Auswertung und Co eine aufwändige Restaurierung rechtfertigen. Der Film hat lange davon profitiert, von Kirch im Paket mit den Rialto-Wallace-Filmen angeboten werden zu können. Man müsste also die Kosten einer Restaurierung (egal ob Negative, Zwischenpositive oder Kinokopien) mit Blu Ray-Verkäufen amortisieren. Die Kinowelt-DVD wird relativ teuer gehandelt, ich hoffe, dass - wer auch immer die Rechte hält - der Versuchung wiedersteht durch eine 5-10-Euro-DVD-Neuauflage des alten Masters eine schnelle Mark zu machen und zumindest eine Blu Ray auf Basis von Kinokopien wagt, wenn schon kein anderes Material mehr greifbar sein sollte. Je länger man bei solchen Filmen wartet, desto geringer wird die Chance den Film zumindest noch in 2k zu retten. Irgendwann droht dann eine SD-MAZ aus den 80s die letzte verbliebene Version eines Films zu sein.

    Zum "Dreieck": Dass die originale und vom englischen Hauptproduzenten so intendierte farbige Langfassung eine "unbefriedigende Kompromisslösung" darstellen sollte, kann ich nicht ganz nachvollziehen.
    Letztlich hat Constantin das englische Material ja "nur" auf Schwarz-weiß-Filmmaterial umkopiert, umgeschnitten und einen eigenen Vorspann eingesetzt. Im einfachsten Falle sollte man also beim UK-Master nur einige Einstellungen/Szenen rausschneiden, die Farbregler herunterdrehen und den deutschen Vorspann einsetzen müssen. Quelle wären hier im besten Falle die Original-Vorspann-Elemente, falls diese die verschlungene Geschichte des Constantin-Verleihs irgendwie überlebt haben. Ansonsten ließe sich mit Glück eine Kinokopie auftreiben aus der man den Vorspann nehmen kann. Im schlimmsten Falle greift man den Vorspann aus dem alten Master.
    Bei Existenz einer deutschen Kinokopie wäre ansonsten folgende Lösung durchaus gangbar: Disc 1 mit dem farbigen UK-Master, deutscher Tonspur mit den Fehlstellen mit UT aus dem O-Ton aufgefüllt und Disc 2 mit der deutschen Kinofassung von dieser brauchbaren Kinokopie abgetastet.
    Wallace-Fans hin oder her, die meisten dürften "länger! bunter!" bevorzugen und die deutsche Kinofassung als Bonus betrachten.

    Zitat von DanielL im Beitrag #341
    8. Auf deiner Liste der „Übriggebliebenen“ hast du, was die Krimis betrifft, den „Teufel von Akasava“ eleganterweise unerwähnt gelassen. Sicherlich wäre eine Variante der bestehenden CCC-DVD-Box als Blu-ray ohne besonders große Verluste, wenn „Fluch der gelben Schlange“ solo daherkommt, im Bonusmaterial allerdings ein Musikvideo mit Soledad-Miranda-Szenen auf Musik von Hübler und Schwab aus „Akasava“ enthalten ist.

    Ja, den Akasava vergesse ich gern mal. Natürlich würde es sich anbieten, die Boxen wieder in der selben Zusammenstellung auf Blu Ray zu upgraden. "Akasava" wurde für die DVD in 1080p von den Original-Negativen abgetastet, da ließe sich also ohne großen Aufwand eine Blu Ray-realisieren. Aber ich sehe schon, dass wir uns einig sind, dass "Der Fluch der gelben Schlange" aus Wallace-Sicht der rettenswertere Film ist. Außerdem besteht auch hier die Gefahr einer "Zerpflückung", da Jess Franco ja auch einige spezialisierte Kleinlabels interessiert, aber da sind wir wieder im Bereich der Spekulation.

    Zitat von DanielL im Beitrag #341

    9. Ist eine schlechte Materialsituation beim „Fluch der gelben Schlange“ sicher? Es gibt ja über deine HD-Beispiele hinaus auch z.B. die CCC-Winnetous auf Blu-ray, wobei ich deren Qualität allerdings nicht kenne.


    Über cCc hörte man immer wieder Schreckensmeldungen. Bevor ich das Alles unsachgemäßg zusammenfasse, zitiere ich "c.n.-tonfilm", der sich 2004 im Zusammenhang mit cCc-Filmen auf DVD dazu geäußert hat:
    "Mit der Materialsituation vieler CCC-Produktionen sieht es nicht gut aus. Zum einen sind viele Negative und Kopien, die zunächst lange Zeit bei der Kinemathek Berlin eingelagert waren, dort durch unsachgemäße Lagerung verdorben. Brauner hat sich wohl nach Einlagerung tatsächlich nicht mehr darum gekümmert, was dort mit den Materialien geschieht, die Kinemathek wiederum stellte sich auf den Standpunkt, Brauner hätte nichts bezahlt und sich selbst um seine Filme kümmern müssen.
    Zum zweiten wurde zahlreiches weiteres Filmmaterial, das auf dem CCC-Gelände selbst aufbewahrt wurde, in den frühen 90ern durch einen Wassereinbruch beschädigt. Dies Bild ergibt sich recht übereinstimmend nach Aussagen von Mitarbeitern des ZDF, Kirch Media und der Kinemathek. Bei einem Rundgang durch das Gelände und die CCC-Ateliers, der mir vor einigen Jahren möglich war, bestätigte sich mir selbst leider der Eindruck, daß dort vieles verwahrlost und ungepflegt vor sich hin gammelt. Brauners CCC-Negative bzw Kopien werden heute im Sony-Center in Berlin gelagert."

    Wie ich schon schrieb, war für die DVD-VÖ von "Im Reiche des silbernen Löwen" ja sogar angeblich gar Nichts mehr vorhanden, sprich die Negative zerstört/verschollen, so dass eine alte TV-MAZ im falschen Bildformat als Vorlage diente. Die Blu Ray - die ja auch erst relativ spät in der Komplettbox nachgeschoben wurde - sieht mir stark danach aus, dass man bestenfalls ein Interpositiv verwendet hat, ich würde sogar Kinokopien nicht ganz ausschließen. Leider hat man anschließend versucht das durch die zig Ausbelichtungszwischenschritte entstandene Filmkorn zu eleminieren und so Klötzchenbildung befördert und Schärfe gekillt - das Ergebnis sieht auch farblich sehr seltsam aus und ist definitiv kein gutes Beispiel für Filmklassiker in FullHD. Hier hätte ich eine stark körnige Fassung bevorzugt, die voll zu seiner Quelle steht. Aber gemessen an der alten TV-MAZ ist das hier natürlich Gold!
    "Old Shatterhand" wurde auf 70mm gedreht, da ich die DVD nicht mehr hier liegen habe, kann ich die Angaben aus dem Booklet nur noch aus dem Gedächtnis reproduzieren. Dort stand, dass es weltweit kaum noch Optionen gibt 70mm abzutasten (letztlich wohl eher eine Kostenfrage) und man daher auf ein 35mm-Interpositiv zurückgegriffen hat. Auch die Blu Ray sieht nicht nach 4k-Abtastung der 70mm-Negative aus. Entweder wird man das alte Master (Wallace- und May-Abtastungen erfolgten damals alle in 1080p) oder nochmals das 35mm-Zwischenpositiv genutzt haben.
    Die Karl May-Filme der cCc sind ansonsten durchaus Blu Ray-tauglich aufbereitet worden, wieviel Arbeit investiert werden musste und ob - zumindest teilweise - Negativelemente genutzt werden konnten, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis. Ich tippe tatsächlich eher darauf, dass man bei allen Filmen (bis auf "Im Reiche des silbernen Löwen") die "alten" 1080p-Master genutzt hat. Schade ist, dass man quasi durch die Bank weg zu viel an den Filtern gedreht hat um Korn zu töten, aber das ist der Materiallage bei cCc nicht wirklich anzulasten.
    Zurück speziell zum "Fluch": Die Produktionsnotiz zur DVD (liegt der cCc-Wallace-Box bei) spricht zwar von Neuabtastung des Original-Negativs, aber auch davon, dass das Negativ der farbigen Titelsequenz verschollen ist und von einem Digi-Master übernommen werden musste. Die ersten drei Minuten der DVD sehen dementsprechend katastrophal aus (VHS-Qualität). Falls die Negative seit der DVD-Auswertung sachgemäß gelagert wurden, wäre eine Neuabtastung des eigentlichen Films natürlich möglich. Vielleicht findet sich ja auch noch wie beim "Reiche des silbernen Löwen" eine alternative Quelle, aus der man zumindest den Vorspann retten kann. Die DVD weist viel Staub und andere Defekte auf - mehr als die Rialto-Wallace-DVDs, aber dies ließe sich wohl auch noch aus dem 1080p-Master retuschieren. Abgesehen von der Vorspann-Problematik wäre eine Blu Ray also relativ günstig machbar. Dass hier qualitativ dann natürlich nicht das selbe Ergebnis möglich ist, wie bei einer sorgsam durchgeführten 4k-Abtastung und Restaurierung wie bei den Rialo-Wallaces liegt auf der Hand.

    Zitat von DanielL im Beitrag #341

    10. Eine Meinung zu Originalnegativen und Zwischenpositiven zu entwickeln, ohne weitere Detailkenntnis der Materie und der konkreten Sachlage, fällt mir schwer. Wie kompliziert das Ganze ist, zeigen viele Beiträge in diesem Forum. Einfach fällt mir allerdings folgender Wunsch: Im Zweifel ist immer die Lösung zu wählen, die zu den besten Ergebnissen führt und nicht jene, die zu den schnellsten und/oder günstigsten führt. Das dabei auch ökonomische Faktoren berücksichtigt werden müssen, ist klar. Deine Beurteilungen zu Abtastvorgängen und Restauration bei BR-Box 1 sind eine interessante Meinung, die ich durch Unkenntnis der Blu-rays allerdings noch schwerer einordnen kann, als vermutlich ohnehin.


    Das bessere Ergebnis lässt sich in der Regel natürlich auf Basis der Original-Negative erreichen - das ist schließlich das Material, wie es am Set durch die Kamera belichtet wurde. Hier sind dementsprechend Details, Kontrast und Co am Besten und das Korn am geringsten. Allerdings braucht man (zumindest bei Farbfilmen) Interpositiv oder Kinokopien dennoch zur Farbbestimmung, da die Negative noch nicht farbkorrigiert sind. Falls die Negative außerdem zig Kopier-Prozesse durchlaufen haben sollten oder anders gelitten haben, ist das Interpositiv die zweitbeste Variante. Im Grunde kann man auch von der einfachsten Lösung sprechen, weil man sich (bei guter Erhaltung) um Kontrast- und Farbbestimmung kaum Gedanken machen muss. Überspitzt formuliert: taste ein gut erhaltenes Interpositiv ab, drehe nur an auffälligen Stellen am Kontrast, retuschiere ein paar Defekte raus (bzw. lass Filter drüber laufen) und fertig ist das Blu Ray-Master. Die Interpositive wurden ja so ausbelichtet, dass sie direkt als Basis der Kinokopien dienen (Internegativ und Co überspringe ich mal).
    Allerdings vergibt man hier die Chance auf mehr Details, mehr Farbinformationen und weniger Körnung. Negative erfordern also immer mehr Arbeit, bringen aber auch die besseren Ergebnisse. Wenn man jedoch nach der Abtastungen keinen großen Aufwand betreiben will, können dementsprechend Interpositive bessere Ergebnisse bringen.
    Wenn man aber in 4k neu abtastet, ist es logisch auf die Negative zurückzugreifen. Dann muss man aber auch klotzen statt kleckern und sich um so mehr Mühe bei der Restaurierung machen. Wir sind uns ja einig, dass hier bei "Der Frosch mit der Maske" und "Der Hexer" mehr gemacht hätte werden können/müssen.
    Da aber sogar in Amazon-Kundenrezensionen diese mangelnde Restauration kritisiert wurde und der Sterneschnitt dementsprechend mau ausfällt, nimmt man diese Kritik bei Universum (Tobis? Rialto? Der beauftragen Restaurationsfirma?) hoffentlich an.

    Zitat von DanielL im Beitrag #341

    11. Ansonsten kann ich dir insofern zustimmen, das mich das wenige Interesse der Forenmitglieder an den Entwicklungen im Blu-ray-Bereich (im Abgrenzung zum Kaufinteresse, aus beschriebenen Gründen) auch verwundert, obgleich die Blu-ray Veröffentlichungen eben nicht ganz der Meilenstein sind, wie der Quantensprung von ge- und beschnittenen VHS- und TV-Fassungen auf DVD.


    Für den Heim-Bereich mögen sie nicht DER Meilenstein sein. Dass bei Vielen die eigentlichen Vorteile von Blu Rays immer noch nicht angekommen sind (originalgetreuere Farbgebung, 24 statt 25 Bilder pro Sekunde und so weiter) und man nun erstmals in der Lage ist daheim die Filme in Geschwindigkeit und Qualität wie damals im Kino zu erleben nicht als Quantensprung anerkannt wird, ist leider nicht zu ändern.

    Zitat von DanielL im Beitrag #341

    12. Warum müssen die Filme „ohnehin“ grundsätzlich abgetastet werden um „zukünftige Probleme“ mit Lizenznehmern zu umgehen? Meines Wissens ist ein vernünftiges Master nicht zwangsläufig die Bringschuld des Lizenzgebers. Ist es nicht sogar recht häufig so, dass Beschaffung von Lizenz und Bildmaster für das Label zwei recht getrennte Kisten sind?


    Wenn man Lizenzen vergibt, muss man ein Master liefern. Eher ist es so, dass Lizenzgeber einem Label noch Knüppel zwischen die Füße werfen, wenn diese sich selbst um Bildmaster kümmern wollen.
    Aktuelle Beispiele: "Suspiria" - '84 Entertainment hat die deutschen Rechte erworben und bekam nur ein kaputt restauriertes Blu Ray-Master vom Lizenzgeber. Nicht einmal das unbearbeitete 2k-Master wollte man dort herausgeben (weil es vernichtet ist, wie sich herausstellte) und an die Original-Negative zwecks Neuabtastung wollte man erst recht niemanden heranlassen. Da TLEFilms für die deutsche Blu Ray aus dem an sich zerstörten Blu Ray-Master noch etwas Ordentliches herausgeholt hat und man in Italien nun doch einmal auf die Idee kam, dass für neuerliche Kinoauswertung und wegen großer Nachfrage nach Heimkinorechten aus aller Welt ein Präservations-fähiges 4k-Master mal eine gute Idee wäre, hat man TLEFilms nun beauftragt die Original-Negative abzutasten und zu restaurieren. Dass vom Ergebnis natürlich auch '84 Entertainment (bei einer neuerlichen VÖ) profitiert, ist aber nicht in erster Linie das Werk des Labels. Das Master wird für den Lizenzgeber hergestellt und auch von diesem an Labels lizensiert.
    Es passiert andauernd Nischenlabels, aber auch Subkultur hat bei ihrer grandiosen "Edition deutscher Tonfilm"-Reihe schon öfter Titel streichen müssen, weil der Lizenzgeber ihnen nur eine alte MAZ anbot und sich gleichzeitig sperrte Zugang zu den Negativen zu gewähren. Oft kann der Lizenzgeber auch nicht einschätzen, was sich aus ihrem Material machen lässt. Bei Lisa-Film hieß es stets die Original-Negative von "Blutiger Freitag" seien zerstört, aber nachdem Subkultur sich nun einmal das Lager vorgenommen hat, kommt nun eine 4k-Restauration des ungeschnittenen Original-Negativs heraus. Dies war nur mit großen persönlichen Einsatz des Labels möglich und die Bereitschaft der Lizenzgeber bei anderen Projekten Subkultur an die Negative zu lassen kommt nur durch deren Reputation zu Stande.
    Dass sich Subkultur selbst so abmüht Master komplett in Eigenregie herzustellen ist eine Ausnahme, nicht die Regel und ob da der Lizenzgeber immer die Chance nutzt durch finanzielle Beteiligung auch direkt selbst in ein Master zu investieren, dass sie wiederum TV-Sendern und Co anbieten können, weiß ich nicht.
    Ich glaube eher, dass es gewisse Standards für Lizenzen gibt. Wenn ich als Lizenzgeber nur eine alte MAZ als Master liefern kann, kann ich nur Heimkino-Lizenzen vergeben (wo DVD noch Standard ist) und bekomme wohl schon bei TV-Sendern-Probleme. Da werden Sender, die HD senden, abwinken - ich kann also kein Geschäft machen. Daher kümmern sich Lizenzgeber bei allen Filmen, die lohnen selbst um gute Master.
    Rialto steht ja mit ihren 1080p-Mastern an sich noch ganz gut da. Von Heimkinorechten (576i für DVD, 1080p für Blu Ray) über TV-Senderechte (720p/1080i) bis hin zu Streaming-Diensten (720p/1080p) kann man ja noch Alles gut abdecken. Allerdings wird 4k für Streamingdienste langsam interessant und nicht zu letzt sind die Wallace-Filme für Kinoauswertungen nicht uninteressant. Sie kommen langsam in die Phase, wo sie filmhistorisch immer wichtiger werden. Falls also die Berlinale irgendwann in einer ihrer Retrospektiven den ein oder anderen Wallace zeigen will, braucht man 4k-DCPs. Auch "normale" Kinos strukturieren sich um, Programmkinos können ihr Programm theoretisch frei aus verfügbaren DCPs zusammensetzen. Das Residenz hier in Köln zum Beispiel zeigt einmal wöchentlich Kinofilme aus den 50ern und 60ern und setzt hier bisher noch auf Hollywood-Filme wie "Lawrence von Arabien", was auch einfach am Angebot an 4k-DCPs in diesem Bereich liegen mag. Dass es durchaus Kinos gibt, die gern mal einen Wallace zeigen würden und eine 4k-DCP natürlich wunderschön ist, kann ich mir gut vorstellen. Selbst in meiner Heimatstadt Jever hat das örtliche Kino, das mittlerweile digitalisiert ist, in letzter Zeit "Goldfinger" und "Das Boot" gezeigt. Hier erschließen sich - vielleicht noch eher kleine - neue Märkte und Vermarktungsmöglichkeiten alter Filme.
    Jedenfalls ist es zukunftssicher nun Alles einmal ordentlich in 4k abzutasten. Mit 4k ist jetzt möglich fast alle Bildinformationen aus 35mm-Material zu erfassen = der ideale Zeitpunkt sich nicht mehr von gammelnden Negativen und kaputtgespielten Kinokopien abhängig zu machen. Allerdings auch der ideale Zeitpunkt diese 4k-Master so aussehen zu lassen, wie man den Film erhalten möchte. Wenn man hier jetzt auch nur einzelne Einstellungen falsch ausbelichtet und Ähnliches, brennt man diese Probleme in alle zukünftigen TV-Ausstrahlungen, Streaming-Angebote, Blu Ray- und sonstige Auswertungen.

    Zitat von DanielL im Beitrag #341

    Im Übrigen habe ich ja schon geschrieben: Vielleicht tue ich dem ganzen Projekt Unrecht. Vielleicht gibt es gute Gründe für die Veröffentlichungspolitik. Vielleicht ist Qualitätsanspruch ein Treiber der unrühmlichen Veröffentlichungsfrequenz. Allein: Es könnte doch so einfach sein, ein paar Worte darüber zu verlieren seitens der Verantwortlichen. Und da interessierte Nachfragen in der Regel an einer unkundigen Servicestelle enden, ist’s halt schwierig. Beobachten werde ich es aber sicherlich weiter. Endet die Edition nach ein paar Prestige-Titeln ganz? Schwenkt man danach um auf schnelle VÖ's unter Verwendung der Abtastungen für die DVD-Auswertung? Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass das Projekt bis 2032 über Projektmanager-Generationen getragen wird ;). Toll wäre natürlich eine anspruchsvolle Gesamtedition. Sollte es bei einer Teiledition bleiben oder zu der Low-Variante übergehen, wären mir dann aber einige wenige, dafür ehrliche, exklusive Single-Steelbooks mit neuen Bonusmaterialien lieber gewesen. Dann hätte man eine vernünftige DVD-Edition gehabt und für Highlights der Reihe in ein "Nonplusultra" investiert.

    Ich finde es ebenso schade, dass die Verantwortlichen sich nicht zu Wort melden. Ich kann mir nur vorstellen, dass die erste Box tatsächlich ein Versuchsballon war. Man hat die ersten drei (für TV, Streaming und Co restaurierten) Filme auf Blu Rays auf den Markt geworfen um zu sehen, ob Nachfrage herrscht und Resonanz bekommen, dass man sich mehr Restauration und höheren Qualitätsanspruch erhofft. Wenn die unrühmliche Veröffentlichungsfrequenz tatsächlich darin begründet liegt, dass man diese Kritik annimmt und mehr Aufwand betreibt für die nächsten Filme, wäre dies doch stark zu begrüßen?
    Man tastet immerhin komplett neu ab. Da man alle 32 Filme (plus "Wartezimmer") in Form von 1080p-Mastern lagern hat, hätte man theoretisch sofort eine Box mit allen Filmen auf Blu Ray veröffentlichen können.

  • Lord Low´s Fan-TrailerDatum03.02.2017 14:27
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Sehr schick!
    In dieser Form würde ich mir definitiv alle 32 Rialtos ins Regal stellen.

  • Wallace & Blu-rayDatum01.02.2017 15:27
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    @DanielL: Sorry, dass ich da jetzt "die Pferde scheu gemacht habe".
    Momentan schreibe ich ja etwa einen Beitrag im Jahr hier. Das mache ich dann halt in Form des Umfangs wieder wett.
    Ich habe nur die Kritiken zur ersten Box bei Amazon gesehen und regelmäßig die aktuellen Beiträge zu Blu Rays allgemein und zur Edition 1 bzw. 2 gelesen und jetzt einmal meine Gedanken zu der Thematik "abgearbeitet". Wenn meine Interpretation der wilden Reihenfolge falsch sein sollte, bin ich gespannt gegenteilige Vorschläge zu lesen. Und bis auf die italienischen Co-Produktionen ist da auch wenig Spekulatius enthalten. Und selbst das fußt ja durchaus auf Infos. Koch hat ja "Halbmond" schon dementiert, ich kann mir aber einfach nicht vorstellen, dass sich Filmart oder Camera Obscura eine Möglichkeit zur Sublizensierung entgehen lassen würden und ebenso unwahrscheinlich finde ich, dass Universum und Co ihr Hauptaugenmerk auf die italienische Langfassung legen würden.

    Des Weiteren habe ich halt auch noch die dumpfe Hoffnung, dass Anregungen zum Umgang mit den Blu Rays (einfach die jeweiligen Scheiben in den DVD-Editionen ersetzen und Ähnliches) vielleicht noch den ein oder anderen überzeugen umzusteigen.
    Ich verstehe dieses Forum ja ehrlich gesagt ohnehin nicht mehr und bin deswegen auch nicht mehr oft hier. Es gibt zig Forenspiele, Threads zu Serien, die teilweise nicht einmal in die Krimi-Sparte fallen und so weiter, aber den WALLACE-Blu Ray-Thread muss ich für jeden Beitrag quasi aus der Versenkung holen.
    Ich wünsche mir ja eigentlich gerade wildes Spekulieren, Äußern von Befürchtungen, Hoffnungen und Allem, was so dazu gehört. Ich dachte, wir sind alle wegen der klassischen Rialto-Wallace-Filme hier?
    Natürlich wurde irgendwann Alles ausdiskutiert und welcher Wallace als nächstes in der Kabel1-Reihe läuft, wird wohl kaum mehr solche Hysterie und Diskussionen hervorrufen, wie vor 15 Jahren, als ich hier aufschlug, aber ich erinnere mich, was bei den DVD-VÖ hier los war.

    Ja, die DVDs waren sehr gut, aber die damals hergestellten Master stellten wohl schon zu ihrer Entstehungszeit nicht der Weisheit letzter Schluss in Sachen Präservation der Filme dar.
    Allein die Tatsache, dass die Filme nun nochmals alle nach heutigem technischen Standard digitalisiert werden, sollte für jeden Wallace-Fan ein Grund zur Freude sein. Denn dies werden die Fassungen sein, die künftig die Basis aller TV-Ausstrahlungen, Streaming-Angebote und auch Kino-Projektionen darstellen. Da geht es nicht nur um ein paar Blu-Rays. Um so wichtiger ist es aber das Ganze finanziell über Blu Ray-Käufe zu unterstützen um so auch die Bereitschaft zu erhöhen mehr Aufwand in die Restauration zu investieren.
    Abtasten muss man die Filme ohnehin, weil sonst zukünftig Probleme mit Lizenznehmern entstehen, aber vom "Kinokopien abtasten" wie bei einigen Filmuwelen- oder Pidax-BDs (nicht falsh verstehen - manchmal einfach die letzte Option) und "Alles abtasten, was die Archive hergeben und Zeit und Geld in Restaurierung stecken" wie bei Subkulturs kommendem "Blutiger Freitag"-Release ist die Spanne groß.
    Ich begrüße es, dass man bei Wallace auf die Kameranegative setzt, auch dass man beim "Hexer" zum Teil auf Zwischenpositive zurückgreifen musste war schon bei dem für die DVD erstellen Master nicht zu verhindern, aber Lizenznehmer zahlen für ein "top restauriertes" Master wohl nicht mehr als für ein "solides", da werden Titel oder sogar nur Pakete gekauft. Deswegen kann nur eine hohe Nachfrage der Blu Rays bewirken, dass man sich wirklich Mühe gibt und nicht nur "gute", sondern "perfekte" Ergebnisse anstrebt. Die Blu Rays aus der ersten Box sind wesentlich besser als die DVDs, aber beim "Frosch mit der Maske" hätte man den ein oder anderen Defekt mehr restaurieren können und bei "Der Hexer" wäre es schön gewesen, die Zwischenpositiv-Sequenzen so zu bearbeiten, dass der Qualitätsabfall gegenüber den Negativ-Sequenzen nicht so groß ausfällt. Von mehr Aufmerksamkeit bei der Ausbelichtung (die Kontrastprobleme waren zugegebenermaßen nicht so groß wie bei den Weinert-Wilton-BDs, aber dennoch diskutabel) einmal ganz zu schweigen. Ich hatte hier ja bereits geäußert, dass ich den Eindruck hatte, dass man genau dies auch beim alten Master getan hat, sprich damals mehr Aufwand betrieben hat, als jetzt. So gewinnen die BDs gegenüber den DVDs in Schärfe, Auflösung, Kontrast und Details, aber es besteht nun einmal die Chance durch Restauration nicht nur die DVDs technisch zu übertrumpfen, sondern auch im Vergleich zu Konkurrenz-BDs aufzutrumpfen. Wenn Subkultur einen Schwarz-Weiß-Film wie den grandiosen, aber lange vergessenen "Mädchen, Mädchen" in weitaus besserer Qualität auf Blu Rays veröffentlicht als Major-Labels eine Prestige-trächtige Reihe wie die Wallace-Filme, dann ist das schade.
    Ich hoffe stark, dass man die Kritikpunkte an der ersten Edition wahrgenommen hat und bei der zweiten mehr Aufwand betreibt und dies auch durch besserere Verkaufszahlen goutiert wird. So gesehen hat man ja nur bei "Der Hexer" bisher nicht das Optimum herausgeholt, "Der Frosch mit der Maske" hat ja nur in einigen dunkeln Szenen ein paar Probleme.
    Ich bin jedenfalls gespannt!

  • Wallace & Blu-rayDatum31.01.2017 13:53
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Schön, dass es weiter geht!
    Mich ärgert es zwar immer noch, dass die Chronologie so wild durcheinander geworfen wird und immer nur drei statt der bei den DVDs üblichen vier Filme in eine Box gepackt werden, aber aus kaufmännischer Sicht kann ich dies mittlerweile nur zu gut verstehen.
    Hätte man jetzt chronologisch die ersten drei Filme in die erste Box gepackt, würde spätestens mit der Veröffentlichung der zweiten Box - mit dem vierten Film der DVD-Edition 1 - eine Schwemme an gebrauchten DVD-Editionen 1 durchs Land rollen, womit man den Otto-Normalverkäufer verliert, der sich lieber für 5-10 Euro 'ne gebrauchte DVD-Box in Online-Auktionshäusern angelt.
    Eine Veröffentlichung einzelner Blu Rays würde wiederum das Problem schaffen, dass die meisten sich "Hexer", "Zinker" und "Mönch" in HD gönnen und dann mit dem Kaufen aufhören würden.
    Also muss man sich mit der Situation nun arrangieren. Bei dem aktuellen VÖ-Turnus von 1,5 Jahren zwischen den Boxen kommt für mich auch ein Gesamt-Verkauf meiner alten DVD-Editionen und Nach-und-nach-Kauf der Blu Ray-Boxen nicht ernsthaft in Betracht. Wenn man jetzt einzelne Amarays aus den DVD-Editionen verhökert, steht man am Ende vor dem Problem einen fast leeren Schuber mit 1-2 verbliebenen DVDs loswerden zu müssen - ergibt auch keinen Sinn. Wie ich bereits schrieb, sind Design der DVD- und Blu Ray-Scheiben nahezu identisch, so dass man diese in den alten Editionen auch austauschen könnte, aber ich bin ehrlich gesagt bei Blick auf mein Filmregal sehr froh darüber, wenn irgendwann die sehr klobigen DVD-Editionen vielen schmalen Edgar Wallace-Blu Ray-Boxen Platz machen können.
    Auch wird es nun weniger Editionen geben, da ich mir kaum vorstellen kann, dass der von Koch Media nun bald veröffentlichte "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" nochmals in eine Edition gepackt wird. Da würde man sich gegenseitig das Geschäft zerstören - glaube eher, dass Koch da die gesamten Rechte sublizensiert hat. Da schon die Kino-Auswertung im Grunde Etikettenschwindel war, kann ich auch damit leben, wenn der deutsche Wallace-Vorspann es nicht einmal ins Bonusmaterial schafft.
    Zu den mehr oder weniger "rein-deutschen"-Wallace-Produktionen sollten die Kameranegative und Zwischenpositive alle bei Rialto liegen, aber bei "Das Gesicht im Dunkeln", "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" oder "Das Rätsel des silbernen Halbmonds" sollten diese eher bei den italienischen Co-Produzenten liegen. Nur auf Zwischenpositive oder gar Kinokopien zuzugreifen war für die DVDs noch unproblematisch, würde bei Blu Rays aber ein gute Ergebnis gefährden. In meinen Augen ist es da nur logisch, dass Rialto, Universum und wer auch immer sonst die Finger im Spiel hat, ganz ökonomisch lieber Sublizenzen an Label mit guten Italo-Kontakten vergibt, als selbst den teuren Weg zu gehen italienische Master zu lizensieren oder die Negative in Italien abtasten zu lassen oder nach Deutschland zu transportieren und selbst abzutasten (was viele Italo-Produzenten dem Vernehmen nach auch ungern zulassen). Zumal ja selbst unter den Wallace-Fans selbst typische Farb-Grusel-Krimis wie "Die blaue Hand" oder "Der Mönch mit der Peitsche" schon einen schwereren Stand haben und viele erst recht wenig Wert auf die Italo-Co-Produktionen legen, es sei denn aus reiner Vollständigkeit.
    Es ist also sehr wahrscheinlich, dass die neuen Blu Ray-Boxen am Ende "nur" 29 oder 30 der Rialto-Filme beinhalten werden. "Das Gesicht im Dunkeln" und "Das Rätsel des silbernen Halbmonds" passen bei Desinteresse von Koch auch gut in die "Filmart Giallo Edition", wo man nun ja auch auf Blu Rays setzt oder in die "Italian Genre Cinema Collection" von Camera Obscura.
    Falls es schließlich auf 29 Filme hinauslaufen sollte, wären dies 10 Blu Ray-Boxen und man würde wahrscheinlich wieder zum Aufrunden "Wartezimmer zum Jenseits" reinmogeln.
    Von "Das Rätsel des silbernen Dreieck" gibt es aus den USA schon seit Jahren eine gute Blu Ray, da kann ich mir gut vorstellen, dass irgendwann von Filmjuwelen oder einem anderen Label noch eine Blu Ray kommt, wenn fast alle offiziellen Wallace-Filme auf Blu Ray raus sind, um sich da anzuhängen. Schließlich muss man nur das HD-Master mit der deutschen DVD dubben und Untertitel für die fehlenden Szenen einsetzen (eine solche Version kursiert auch bereits in 1080p in einschlägigen Foren).
    Übrig blieben Filme wie "Der Rächer" und "Der Fluch der gelben Schlange", wobei vor allem letzterer auf DVD ja schon Qualitätsprobleme hatte. Die Problematik mit cCc-Filmen und deren Kameranegativen ist ja bekannt. Ich weiß bis heute auch nicht, wie man doch noch irgendwie geschafft hat ein einigermaßen brauchbares HD-Master für "Im Reiche des silbernen Löwen" hinzubekommen. Vielleicht taucht ja auch beim "Fluch" nochmal irgend etwas auf.
    Jedenfalls rechne ich mittlerweile durchaus damit, dass wir irgendwann alle Wallace-Filme in der einen oder anderen Form auf Blu Rays in Händen halten können - immerhin haben es selbst "Weinert-Wilton" und zumindest zwei "Jerry Cotton"-Filme auch schon geschafft und Gerüchte zu den 60s-Mabuses habe ich auch schon vernommen...

  • Wallace & Blu-rayDatum05.02.2016 00:46
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von Castel im Beitrag #263
    Dann lohnt sich der Kauf der Bluray nicht wirklich, so wie ich dass nun verstanden habe.

    Wenn sich diese Entscheidung darauf stützt, dass bei der DVD mehr "rausfiltert" wurde, dann werden Punkte unterschlagen, die für den Kauf der Blu-Rays sprechen:
    - weitaus bessere Auflösung
    - mehr Details
    - besserere Kontraste
    - die Körnung verstärkt den Filmeindruck
    - die Filme laufen erstmals wieder mit den korrekten 24 Bildern die Sekunde
    - besserer Ton
    ...

  • Wallace & Blu-rayDatum03.02.2016 12:57
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema

    Zitat von nico2312 im Beitrag #261
    Zitat von nico2312 im Beitrag #260


    nach der 1 bluray box reichen mir auch die dvd´s



    bei manchen filmen sollte man aufhören das alte knistern..... rauszufiltern.
    das nimmt den effekt der filme.


    Meinst du das Knistern der Lichttonspuren? Da wurde der Ton bei den Blu-Rays in der Tat besser bearbeitet.
    Beziehst du dich auf das Bild, macht es nämlich keinerlei Sinn. Mehr "Bildschäden" weist nämlich die Blu-Ray-Auflage auf und auch die Körnung ist unter Anderem aufgrund der höheren Aufösung hier stärker bemerkbar. Bei den DVDs wurde seinerzeit definitiv mehr "rausgefiltert".
    Und auch ansonsten ist das doch Blödsinn. "Der Frosch mit der Maske" lief 1959 in Form von Kratz- und Laufstreifen-freien Kopien in den Kinos und hatte daher damals dann wohl keinen Effekt?

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