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  • Licht und Schatten Mainstream TVDatum05.07.2024 11:02
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Licht und Schatten Mainstream TV

    Ein wirklich schwieriges Thema. Ein Zitat aus Deinen Links finde ich bezeichnend:
    "Die Schuld sieht Schafmeister vor allem bei den TV-Sendern: "Das Fernsehen, und gerade das öffentlich-rechtliche, ist dazu übergegangen, immer weniger fiktionales Programm, also Filme und Serien, herzustellen." Kochshows seien billiger."
    Dass es zu wenig Filme und Serie im Öffentlich-Rechtlichen geben soll, sehe ich tatsächlich nicht. Wir hatten ja hier schon eher die These gelesen, dass es eher weniger Krimis (und somit fiktionales Programm) und viel mehr Nicht-Fiktionales geben sollte.
    Das Problem ist aus meiner Sicht also vielmehr, dass es außerhalb (!) der Öffentlich-Rechtlichen Sender kaum noch Produzenten gibt. Die Zeiten wo RTL, Sat1 und Co (verhältnismäßig) große TV-Filme und zahlreiche Serien produzierten, sind aus bekannten Gründen vorbei, auch bei den hochgehypten Streaming-Anbietern, die es erst auszugleichen schienen, geht es rapide zurück - Sky stellte bereits vor einiger Zeit alle deutschen Eigenproduktionen ein, Paramount ja nun ebenfalls schon kurz nach dem Start.
    Noch dazu existiert in Deutschland kaum noch eine Kinofilm-Industrie. Kinofilme sind quasi nur noch mit Geld der Öffentlich-Rechtlichen möglich und somit fallen dort zwangsläufig wiederum Sendeplätze für (reine) TV-Filme weg.
    Ich drücke es einfach mal ganz drastisch aus:
    Im Endeffekt ist das Problem, dass die Leute nicht mehr (für deutsche Filme) ins Kino gehen und streng genommen auch TV-Filme nur noch subventioniertes Kulturprogramm ohne Zuschauer sind - sofern es keine Krimis sind.

  • WerbeunterbrechungenDatum21.06.2024 15:39
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Werbeunterbrechungen

    Genau, es gibt auf dem Melatenfriedhof ja quasi eine "Schauspielermeile".

  • Karl Spiehs gestorbenDatum21.06.2024 13:08
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Karl Spiehs gestorben

    Zitat von Daniel86 im Beitrag #17
    Zitat von Fabi88 im Beitrag #15
    Sehnlichst erwarte ich die angekündigte Aufarbeitung in 4K vom Label Subkultur - egal ob dann als "Edition Deutsche Vita" oder "Lisa Film" und warte auch bis dahin mit der nächsten Sichtung!

    Argh. Das hättest du doch mal schreiben können, bevor ich vor knapp vier Wochen die DVD gekauft habe! Wo erfährt man solche Planungen? Gegoogelt hatte ich wohl vorher, aber nichts dergleichen gefunden...

    Ich hoffe, Du hast zumindest die FSK18-Version erwischt? Bei Rewe und Co stehen gern mal die FSK16-Scheiben irgendwo nahe der Kasse...
    Den Titel hat Subkultur schon vor etlichen Jahren für die Edition Deutsche Vita in einem Filmforum angekündigt - noch bevor die Lisa-Reihe startete. "In Frankfurt sind die Nächte heiß" erschien ja nun in der Lisa-Film-Reihe, "Rasthaus der grausamen Puppen" jedoch in der Edition Deutsche Vita. Nach welchen Kriterien da mit den Lisa-Filmen gearbeitet wird, habe ich noch nicht ganz verstanden.
    Man kann sich aber prinzipiell eigentlich immer darauf verlassen, dass die Titel wirklich kommen, aber zum Teil liegen zwischen Ankündigung und Veröffentlichung dann ja mal 5 Jahre oder ähnlich.
    "Nachteil" der Lisa-Film-Reihe ist natürlich, dass die Filme "nur" als Blu-Ray erscheinen und das Bonusmaterial übersichtlicher ist, Vorteil ist aber natürlich der Preis. Es hängt nun wahrscheinlich viel davon ab, wie "In Frankfurt sind die Nächte heiß" in der Lisa-Film-Reihe und "Rasthaus der grausamen Puppen" in der EDV-Reihe läuft. "Heißes Pflaster Köln" ist ja beiden stilistisch recht nah. Ich hoffe auf eine EDV-Variante in UHD.

    Auf ihrem Vimeo-Kanal veröffentlichte Subkultur den Trailer übrigens schon vor 5 Jahren!
    https://vimeo.com/333325666

  • WerbeunterbrechungenDatum21.06.2024 12:55
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Werbeunterbrechungen

    Zitat von Savini im Beitrag #8
    Zitat von DanielL im Beitrag #5
    Wow, das Thema ist wirklich die Nische in der Nische der Nische.

    Noch mehr als Threads, in denen die Drehorte der Filme oder Namen von Schauspielern zusammengestellt werden, die teilweise nur Sekunden zu sehen sind?
    Oder Posten von Bildern der Gräber verstorbener Wallace-Beteiligter?

    Also ich für meinen Teil würde sagen... JA!
    Aktuelle Fotos von markanteren Drehorten sehe ich recht gern und für den ein oder anderen sind auch die Grabstätten vielleicht interessant. Ich persönlich habe nur ein paar Minuten Fußweg zum Grab von René Deltgen. Wobei der markante Grabstein mit seiner Unterschrift in Gold seit kurzer Zeit fehlt und bei meinem letzten Besuch nur ein Holzkreuz mit dem Namen seines Sohnes (?) an dieser Stelle stand. Vielleicht wurde seine Grabstelle daher zugunsten des Sohnes aufgelöst?
    Jedenfalls kann ich persönlich zum Werbe-Thema auch Nichts beitragen. Ich trauere der Zeit keineswegs nach, als ich die ersten Wallace-Filme bei Kabel1 gesehen habe. In den Werbeblöcken habe ich mich anderweitig beschäftigt, bzw. bei Mitschnitten Alles dafür getan diese Blöcke nicht aufzunehmen, bzw. zumindest flott zu überspulen und war glücklich, als ich zumindest die erste handvoll Wallace-Filme aus der Kinowelt-DVD-Reihe hatte.

  • Karl Spiehs gestorbenDatum18.06.2024 16:09
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Karl Spiehs gestorben

    Wow, vom Sender "Deutsches Musik Fernsehen" habe ich noch nie vorher gehört. Ob der doch relativ ruppige Film zwischen Schlagern und Volksmusik so gut aufgehoben ist?
    Die erste DVD des Films erschien aber ja auch "nur" beim lokalen Kölnprogramm-Label - FSK ab 18! Es existiert auch eine gekürzte FSK 16-Fassung (die wahrscheinlich dann auch im DMF läuft).
    Sehnlichst erwarte ich die angekündigte Aufarbeitung in 4K vom Label Subkultur - egal ob dann als "Edition Deutsche Vita" oder "Lisa Film" und warte auch bis dahin mit der nächsten Sichtung!

  • Licht und Schatten Mainstream TVDatum17.06.2024 11:24
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Licht und Schatten Mainstream TV

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #52
    Zitat von Fabi88 im Beitrag #29
    Extrembeispiel Volker Buch: Selbst er wird nicht "ausgeblendet"

    Was hat denn der Volker Bruch so Schlimmes verzapft, dass du ihn hier als “Extrembeispiel” darstellst? Hat er sich in die Reichskriegsflagge gehüllt, sich an Berlins sensibelstem Mahnmal hingestellt und ein Importverbot für Jaffa-Orangen verlangt? Weil sonst die Reptiloiden die Macht im Land übernehmen? Ich meine, DAS wäre wirklich irgendwie „extrem“. Davon war er ja meilenweit entfernt, er hat nur eine maßnahmenkritische Initiative von Künstlern mitinitiiert. Die ja nun mehr als notwendig war, gerade aus Richtung der Künstler, die sich doch immer so gerne gesellschaftskritisch geben. Nebenher hat er noch mit der Mitgliedschaft in einer regierungskritischen Partei geliebäugelt (die nicht mal das Böse in Blau ist). Herrgott, wenn das schon so extrem sein soll, da fragt man sich, was manche sich für Vorstellungen von Demokratie, Meinungsfreiheit usw. machen.
    Letztlich kann man froh über jeden Prominenten sein, der sich traut, einfach mal zu sagen, was IST.

    PS: Normalerweise würde ich hier gar nicht mehr an solchen Diskussionen teilnehmen, aber ich fühle mich aus speziellen Gründen Herrn Bruch verbunden, deswegen mal dieser Einschub.


    Kein Grund für überschäumende Emotionen!
    Ich habe ihn deswegen gewählt, weil bei ihm die Reaktionen am härtesten waren. Deswegen diente er mir als "Extrembeispiel" für das, was Havi da so nebulös als "Ausblenden" titulierte.
    Tatsächlich wurde er aber einfach nur öffentlich kritisiert für seine Beteiligung an "Alles dichtmachen" und den Mitgliedsantrag bei "DieBasis" - das war's.
    Dass er beispielsweise mit Attest (als einziger) von den Corona-Schutzmaßnahmen (bspw. Maske tragen) am Set von "Babylon Berlin" befreit war, wurde fairerweise zum Beispiel - wenn überhaupt - nebensächlich in den Berichten erwähnt, weil "die Presse" ihm richtigerweise zugestand, dass es ja tatsächlich dafür gesundheitliche Gründe geben mag. Ich finde es daher "extrem" von "Ausblenden" und Co (Cancel Culture usw.) zu sprechen.
    Es ist erschreckend, wie wenig Rechtsverständnis - gerade in Bezug auf Meinungsfreiheit - in großen Teilen der Bevölkerung herrscht. Wurden die Teilnehmer von "Alles dichtmachen" mit Berufsverbot belegt? Sitzen einige von ihnen bis heute bei Wasser und Brot im Gefängnis? Wurden die Häuser durchsucht und Eigentum beschlagnahmt? Gab es Gerichtsprozesse?
    Alle hatten die Möglichkeit ihre Meinung zu äußern, nur gab es aufgrund des Timings sowie der Art und Weise, wie das geschah (der Sarkasmus wurde nicht von jedem verstanden), laute Gegenstimmen. Meinungsfreiheit bedeutet ganz einfach nicht, dass Meinungen unwidersprochen geäußert werden. Man darf gern den Mob bei Twitter und Co, der sich damals bildete, für den Hass und die Hetze kritisieren, allerdings waren das Privatpersonen und keine stattliche Zensur oder Einschränkung der Meinungsfreiheit oder Ähnliches. In den Fällen, wo es Straftatbestände in den Äußerungen gab, werden die betroffenen Schauspieler sicherlich auch Rechtsmittel eingelegt und von der Justiz unterstützt worden sein.

    Zitat von Havi17 im Beitrag #53
    Es ist doch ganz einfach. Das Buch lesen und DANN darüber reden. Spekulationen, Mutmaßungen, das herausziehen einzelner Schlagworte und zerreden derselben bringt nichts. Das Buch liefert nicht nur den Sachstand, sondern die Gründe und deren Entwicklung über eine lange Zeit.

    Da machst Du Dir aber einen schlanken Fuß, Havi! Wenn man zwei Auszüge aus einem Buch in einem Forum postet, dann doch, weil man auf dieser Basis diskutieren möchte?
    Jetzt gibt es aber Gegenmeinungen, weil andere Nutzer die These "weniger Krimis=besseres Programm" nicht unterstützen oder (wie ich) für eine fundierte Meinung gern Vergleiche zu anderen Jahrzehnten hätten, da soll laut Dir plötzlich eine Diskussion nur noch auf Basis des kompletten Buches passieren.
    Korrigiere mich bitte, aber ich glaube nicht, dass sich von den 282 Seiten auch nur ~10 mit Krimis beschäftigen. Der Ausschnitt hier wird höchstwahrscheinlich der einzige Teil mit diesem Schwerpunkt sein.
    Wie also soll sich der von Dir gewählte Ausschnitt nach Lesen des gesamten Buches (geschrieben von vier Fernsehtätigen, die wohl selbst nie viel mit szenischen Produktionen zu tun hatten) irgendwie relativieren?

    Und anstatt endlich mal die Zahlen zu liefern, wie viele Krimis es im TV in den 70ern gab (sie kommen nicht, weil das Buch diese anscheinend nicht liefert), wird nebulös von "anderen Kritiken" am Öffentlich-Rechtlichen erzählt und wieder "Glaube" in Zusammenhang mit dem Buch und den Autoren erwähnt.
    Wenn es Dir darum geht, hier zwei willkürliche Ausschnitte, die gegen den aktuellen Zustand des ÖRR sprechen zu posten und von allen zu hören "Ja, danke für's Teilen! Das Programm ist Mist!" - dann gebe ich Dir das gern!
    Ich habe ja schon oft genug erwähnt, dass ich das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen für kritikwürdig halte - und es selbst zumindest linear so gut wie gar nicht mehr nutze.
    Aber Kritik ist für mich eben nicht, irgendwelche Zahlen, die teils sogar für ganz andere Thesen erhoben wurden, aneinanderzureihen und dann noch völlig verschiedene Aspekte zu verquirlen (Spielfilme=Unterhaltung und Dokumentationen=Bildung). Bei der Studie zum Krimikonsum beispielsweise ging es um die favorisierten Sendungen der Zsuchauer, nicht um Qualität des angebotenen Programms oder dessen Zusammensetzung. In dem Ausschnitt wird jedoch der Eindruck erweckt, die TV-Sender zeigen 23 von 24 Stunden am Tag Krimis. Dabei sagt die Studie eigentlich eher aus, dass ein Großteil des TV-Programms ungesehen versendet wird und die Zuschauer sich nur bei Krimis noch in ansprechender Zahl vor dem Bildschirm versammeln.
    Wenn eine ernsthafte Diskussion erwünscht ist, müssten wir nun darüber sprechen, wie und warum der Rundfunkstaatsvertrag nicht erfüllt wird. Und wie Count Villain ganz richtig einwarf: Ob er nur aktuell, seit vielen Jahren oder schon immer diesen Vertrag nicht erfüllte. "Früher war Alles besser!" ist mir hier einfach zu billig, allein, weil Georg ja mit seiner akribisch erarbeiteten Liste von 1964 die Vermutung stützt, es gab früher ebenso viele oder gar mehr Krimis.

  • Licht und Schatten Mainstream TVDatum14.06.2024 09:23
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Licht und Schatten Mainstream TV

    Dann muss ich es also auch noch einmal vereinfacht ausdrücken:
    Im Rundfunkstaatsvertrag stehen sowohl Information (=Bildungsauftrag) als auch Unterhaltung als Vorgabe (!).
    In dem von dir geteilten Auszug wird kritisiert, dass der Anteil von Krimis am Unterhaltungsteil zu groß ist. Würde man dort aber bei der Zahl der Produktionen kürzen, gäbe es stattdessen eben mehr Spielfilme aus dem Bereich Science-Fiction, Komödie oder Liebesfilm - vielleicht auch einfach nur mehr Serien, aber keine einzige Dokumentation mehr als sonst.
    Man darf sich nun darüber streiten, ob nicht auch Dokumentationen unterhaltend sein können, zur Fiktion werden sie aber ganz offiziell nicht gezählt. Und die geforderten dokumentarischen Formate im Bereich Wissenschaft und Technik, wären ziemlich sicher nicht (primär) unterhaltend.
    Krimis und Dokumentationen werden also für zwei völlig unterschiedliche Aufträge produziert.

    Die beiden Auszüge behandeln also zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe und ich hoffe stark, dass der Autor/die Autorin des kompletten Beitrags nicht im Gesamten dort so vorgegangen ist - einfach undifferenziert Kritikpunkte hinzuwerfen und (falsch) zu verknüpfen, um nur eine allgemeine Unzufriedenheit auszudrücken.

    Zumal der zweite Auszug im Übrigen wortwörtlich aus dem Dossier "Deutschland – Doku-Land - Über Entwicklungen im dokumentarischen Fernsehen" von der AG DOK stammt. Entweder hat der Autor/die Autorin sich also einfach die Arbeit leicht gemacht und einfach Fremdtext (hoffentlich mit Quellenangabe?) verwendet oder der Autor/die Autorin hat das Dossier mit verfasst und stammt somit aus dem Doku-Milieu, was dieses falsche "Aufrechnen" von Kriminalfilmen und Dokumentationen natürlich auch noch einmal in ein etwas anderes Licht stellen würde.

    Und an dieser Stelle dann noch einmal:
    Ich bin selbst der Meinung, es gibt zu viele Krimi-Formate und ich schaue längst kein lineares Fernsehen mehr. Wissenschaft und Technik wird aber in den Mediatheken angeboten. Wenn man sich in die Mediathek begibt, findet man sogar dokumentarische Beiträge dazu, wie beispielsweise Glasaugen hergestellt werden und mit "Alpha Lernen" gibt es einen ganzen Kanal zu Physik und Chemie. Wenn es jemanden interessiert, findet er/sie es auch.
    Würde man diese Beiträge aber um 20:15 anstatt eines Krimis im linearen ARD-Hauptprogramm senden, würde das ÖRR auch die letzten Reste an Relevanz verlieren und die öffentliche Kritik am Rundfunkbeitrag würde steigen, nicht sinken!
    Der Münsteraner Tatort "Magic Mom" (selbst nicht gesehen) hatte letztes Jahr fast 14 Millionen Zuschauer - völlig egal, was qualitativ dahintersteckt - aber wenn das Leute erst einmal beim linearen Fernsehen hält oder überhaupt erst anzieht und ein paar dieser Zuschauer vielleicht zumindest die Tagesschau vorher sehen und danach bei einer Dokumentation hängenbleiben, hilft das dem ÖRR ungemein.
    Die oft geforderte Alternative, die ÖRR sollen nur noch ihren Bildungsauftrag erfüllen, würde zu vierstelligen Zuschauerzahlen führen, nicht zu einer gebildeten Bevölkerung.
    Es ist auch völlig überholtes Denken, ARD und ZDF mit RTL und Co zu vergleichen. Der wirkliche Kampf wird längst zwischen ARD+ZDF (mit mittelfristig gemeinsamer Mediathek) und Netflix, RTL+, Disney+, HBO und Co geführt. Das lineare Programm läuft voraussichtlich nur noch für das alte Publikum und in Krisenzeiten (in der Corona-Pandemie oder zu Flutzeiten und ähnlichem gibt es ja plötzlich immer einen Informations-Wunsch in der Bevölkerung). Der Fokus liegt (endlich) primär auf den Mediatheken und Online-Medien.
    Auch dort: wer den letzten Blödel-Tatort in der Mediathek schaut, ist zumindest schon einmal in der "richtigen" Mediathek und die Hemmschwelle, dort auch auch eine Dokumentation oder Wissenschaftssendung anzuklicken oder für die eigenen Kinder dort einmal in der "Sendung mit der Maus"-Kategorie etwas herauszusuchen anstatt Disney+ anzuschalten, ist kleiner.

    Wenn es um's Finanzielle geht, darf man aus meiner Sicht gern über die "Sportschau", genauer die Bundesliga-Zusammenfassungen, diskutieren. Die hatte selbst zu Premiere-Zeiten ebenfalls Quoten um die 12 Millionen Zuschauer, was die hohen Bundesliga-Lizenzkosten rechtfertigte, liegt aber mittlerweile wohl eher bei 1,8-2 Millionen, weil die meisten Fußballinteressierten mittlerweile doch Sky- und DAZN-Abos haben.
    Hier driften Kosten und Publikumsinteresse langsam deutlich auseinander und "Sport" ist meines Wissens nicht im Rundfunkstaatsvertrag in dieser Form verankert, bzw. kann ja weiterhin mit Großereignissen (Fussball-WM und -EM) sowie Wintersport oder Leichtathletik bedient werden. Auch beim Fußball würde die 3. Liga mit zahlreichen Traditionsvereinen sich noch anbieten oder die Regionalligen in den dritten Programmen - wo sie zum Teil ja bereits stattfinden.

  • Licht und Schatten Mainstream TVDatum11.06.2024 17:21
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Licht und Schatten Mainstream TV

    Havi, das habe ich gelesen! Aber dazu auch schon angemerkt, dass diese beiden Passagen 0,0 miteinander zu tun haben. Der erste Absatz kritisiert, dass der Krimi-Anteil am Konsum fiktionaler Produktionen zu hoch ist (ist das die These? Da rätsel' ja nicht nur ich immer noch), der zweite Absatz lobt dann Dokus auf ARTE und 3SAT. Dokumentationen sind keine fiktionalen Produktionen. Es gibt also keinen Zusammenhang und Beides gegeneinander aufzurechnen, ist auch Blödsinn. Wenn die Antwort auf Passage 1 wäre, einfach mehr Komödien und Liebesfilme zu produzieren, würde das am Anteil der dokumentarischen Formate Nichts ändern. Es gäbe nur weniger Krimis.
    Soll es dann nun plötzlich darum gehen, dass ARD und ZDF zu viele fiktionale Filme und Serien produzieren?

    @Georg: Vielen Dank für die enorme Mühe, die Du Dir da gemacht hast!

  • Licht und Schatten Mainstream TVDatum10.06.2024 16:28
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Licht und Schatten Mainstream TV

    Das ist aber ja noch immer keine Antwort. Oder hast Du exakt diesen Auszug gewählt, weil Du der Meinung bist, der "Abstieg des öffentlich-rechtlichen Fernsehens" hätte durch weniger Krimi-Produktionen "aufgehalten" werden können?

  • Licht und Schatten Mainstream TVDatum09.06.2024 16:03
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Licht und Schatten Mainstream TV

    Zitat von Havi17 im Beitrag #39
    Ein Rückblick und Vergleich mit den 60ern/70ern wäre keine "Meinung", sondern eine faktenbasierte Bestandsaufnahme. Interessant, Du hast also Fakten die das was die vier Autoren wiederrlegen. Dann nenne, so wie ich es getane habe, doch einfach die Quelle, damit das überprüfbar ist.


    Es tut mir Leid, dass Du Worte wie "wäre" konsequent überliest. Ich MACHE keine faktenbasierte Bestandsaufnahme, ich sage, es WÄRE eine, wenn man Zahlen von damals mit heute vergleichen würde.
    Ich habe nun mehr als deutlich dargelegt, warum DU Zahlen aus den 60ern und 70ern aus dem Buch präsentieren solltest. Nämlich, weil Du dieses Buch als Quelle verwendest und somit Zugriff auf die dortigen Zahlen hast. In meinem Regal steht es nicht.
    Auch habe ich ja auch schon gefragt, was die Aussage Deines Ausschnitts überhaupt sein soll? Was also ist die These der Autoren? Es ist ja nur eine Bestandsaufnahme, dass 48 Prozent des fiktionalen Konsums Krimis sind. Ist das gut? Ist das schlecht? Wenn gut, warum? Wenn schlecht, warum? Und dann habe ich die - wie ich noch immer finde - nicht ganz unbegründete Frage gestellt, ob es eine Entwicklung gab/gibt. Produziert das öffentlich-rechtliche Fernsehen mehr Krimis als beispielsweise in den 60ern/70ern oder sind die Zahlen etwa gleich geblieben? Ist die Fülle an Krimis also vielleicht schon seit Gründung der Sender ein "Problem" oder erst jetzt eines geworden?
    Dass keine Zahlen, sondern nur irgendwelche Strohmann-Argumente kommen von wegen, ich müsste Quellen liefern, die die Autoren widerlegen, zeigt mir, dass Du meinen Punkt also offensichtlich nicht verstehen willst.
    Noch einmal ganz einfach ausgedrückt: Ich habe behauptet "Und der Rückblick in die 60er/70er würde kaum ein anderes Bild zeichnen." - Das sind keine Fakten, das ist eine These. Ich hätte noch ein "wahrscheinlich" in den Satz einbetten müssen, damit es ganz deutlich ist. Ich habe schon dargelegt, dass wir bei TV-Klassikern aus Deutschland extrem häufig von Krimis sprechen - nicht nur hier im Forum. Ein ähnlicher prozentualer Anteil am Programm ist also auch für die 60er oder 70er Alles andere als unwahrscheinlich.
    Ich habe gar kein Interesse daran die Autoren zu widerlegen, weil dem Ausschnitt über die Krimis ja eine These im Grunde fehlt, der ich eine Gegenthese entgegenstelle könnte und ich die Quellen der Autoren nicht kenne.
    Worauf stützt sich diese Prozentzahl von 48 Prozent? Es wird als "Konsum fiktionaler Formate" bezeichnet. Wie hat man das gemessen? Sind das einfach die Quoten aller Sendungen in einem bestimmten Zeitraum gewesen, die in das Genre "Krimi" fallen?
    Wie würde diese Zahl dann irgendwie in das Narrativ des Ausschnitts passen, wenn es so wäre? Wenn tatsächlich der Konsum gemeint ist, ist die tatsächliche Zahl der produzierten Formate absolut nichtssagend. Dann kann man das Publikum dafür kritisieren, dass es nur die Krimis anschaltet, aber eine Aussage über das, was es an Angebot gibt, könnte man nicht treffen. Das wäre einfach eine Kennzahl für "48 Prozent der Formate, die aktiv von TV-Zuschauern geschaut werden, sind Krimis".
    Du hast das Buch, also gibt es an dieser Stelle sicherlich eine Fußnote, die auf die Quelle für diese Zahl verweist und wo sich dann hoffentlich auch eine Aufschlüsselung der anderen Genres findet?
    Mich würde das nämlich sehr interessieren! Was sind die anderen 52 Prozent? Unter anderem "Traumschiff", "In aller Freundschaft", "Bergdoktor" und Co. Damit wäre die äußerungswürdige Kritik direkt eine ganz andere:
    Nämlich, dass nicht die hohe Anzahl an Krimis das Problem ist, sondern die Altbackenheit des fiktionalen Angebots. Ein gut produzierter, moderner Krimi, der sein Publikum fordert wäre dann beispielsweise 20x mehr wert als jede "Utta Danella"-Produktion. Anders herum wäre jedem mittelmäßigen Tatort natürlich ein gut gemachtes Drama wie "Verratene Freunde" jederzeit vorzuziehen.
    Dein Ursprungspost wirkte auf mich wie "Das Fernsehen war früher besser, weil es weniger Krimis gab". Und das ist haarsträubend, weil es vermutlich empirisch nicht stimmt und noch dazu an keinem mieser passenden Ort als dem "Edgar Wallace-Forum" geschrieben werden könnte.

    Im Übrigen geht es nicht um "vier Autoren". Jeder dieser Autoren hat einen Beitrag zu dem Buch geschrieben. Wer der vier bei Deinem Ausschnitt aktiv war, fehlt ja ganz nebenbei auch, obwohl Du direkt zitierst...

  • Licht und Schatten Mainstream TVDatum07.06.2024 15:35
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Licht und Schatten Mainstream TV

    Um das noch einmal klarzustellen:
    Ich finde Kritik am Öffentlich-rechtlichen Fernsehen, wie es ist, absolut richtig und wichtig. Diese Kritik aber auf "zu viele Krimis" zu verkürzen, finde ich zu kurz gegriffen.
    Auch ist eine reine Bestandsaufnahme und Anprangern von Missständen allein nicht wirklich hilfreich, wenn keine Auswege oder Ideen zur Verbesserung vorgebracht werden.
    Dass die Entwicklung des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens nicht optimal ist, merkt auch Oma Erna nach ein paar Stunden vor dem TV. Über "UND DAFÜR ZAHLE ICH RUNDFUNKGEBÜHREN???"-Getöse hinaus sollte es aber eben konstruktive Ansätze geben, bzw. Visionen, wie das Fernsehen der Zukunft tatsächlich aussehen sollte.
    Das lineare Programm wird ja auch deswegen "schlechter", weil es eine (absolut sinnvolle) Verlagerung hin zu Mediatheken und Leuchtturm-Projekten gibt. Sprich: es gibt verdammt gutes Programm, aber das ist eben 24/7 in der Mediathek zu finden und wird auf den linearen Ausspielwegen gar nicht oder eben nachts versendet.

    Wir blicken ja auch immer noch mit unserer eigenen Medien-Biografie auf das Geschehen. Aufgewachsen sind wir alle mit einem kuratierten Programm, in das man sich zwar für bestimmte Formate ganz gezielt eingeschaltet hat, oft aber eben auch "nur um Fernsehen zu gucken". Sprich, wir hatten Lust auf Unterhaltung oder Information und haben die Flimmerkiste angeworfen. So wurden wir oft auch (mehr oder weniger) gezwungen, uns mit Inhalten auseinanderzusetzen, die uns eigentlich fern sind. Wer ist nicht schon beim "Zappen" bei einer Dokumentation zu einem Thema hängengeblieben, auf die wir heute in der Mediathek schon allein aufgrund des Titels niemals klicken würden? Wie oft saßen wir als Kinder angeödet vor "Wetten dass", wenn dort auf der Couch Gäste Platz nahmen, die nur für unsere Eltern oder gar Großeltern interessant waren und wie oft ließen unsere Eltern anders herum bunte, laute Auftritte von Pop-Bands über sich ergehen, die uns begeisterten?
    Das hatte etwas sehr Vermittelndes, meine Großeltern kannten (auch deshalb) die Musik, die meine Generation hörte und wir wussten im Umkehrschluss, wer Mario Adorf oder Maria Schell sind.
    Nun sitzt jeder in seinem eigenen Sessel vor einem Bildschirm, Handy oder Tablet und klickt sich durch Mediatheken, YouTube-Kanäle oder einen TikTok-Bilderrausch und konsumiert nur das, was er sehen will.

    Weil FUNK angesprochen wurde: Ja, objektiv ist ein Großteil inhaltlich wertlos. Und oft gibt es zudem auch noch berechtigte Kritik an der zugrundeliegenden Recherche.
    Aber man darf auch nicht außer Acht lassen, dass viele Kritikpunkte im (neuen) System begründet liegen. Eben diese Kuration, die das Fernsehen ausmacht(e) fällt bei YouTube, Instagram oder TikTok weg. Es herrscht ein Algorithmus, der Verkürzung und Knalleffekte belohnt und Analysen, ausbalancierte Berichterstattung, Fakten und Co "bestraft". Es gibt bei FUNK auch gute, fundierte Beiträge, allerdings würden diese komplett aus dem Algorithmus fallen, wenn auf der anderen Seite nicht diese ganzen bunten, nichtssagenden Beiträge eingespeist werden würden.
    TikTok und Co werden bei der jüngeren Zielgruppe nicht umsonst von AFD und Co beherrscht. Verkürzungen, vermeintlich einfachste Lösungen, simple Empörung und Co verfangen und werden eher "durchgeguckt" als ausbalancierte Inhalte, die vielleicht nicht ganz so tendenziös sind.
    Natürlich könnte FUNK ihren TikTok-Kanal mit anspruchsvollem Programm "fluten", aber es würde dann eben nur von denjenigen wahrgenommen werden, die die entsprechenden Kanäle explizit abonniert haben. Drastisch formuliert: FUNK muss mit anspruchslosem "Quatsch" in die Algorithmen kommen, damit die "ernsten" Beiträge überhaupt ausgespielt werden.
    Genauso arbeiten Influencer: Auf 100 Homestories und Fotos von der letzten Mahlzeit kommt dann eben ein hochpolitischer Beitrag oder der Beitrag mit der wertvollen Werbepartnerschaft.
    Das ist eine ekelhafte Entwicklung, aber der ÖRR kann entweder mitspielen und versuchen ein paar Prozent lehrreiche Inhalte einzuschleusen oder die jungen Zielgruppen komplett aufgeben.
    Letztlich hofft man darauf, dass die Zielgruppe über gelungene Kurzbeiträge vielleicht über die entsprechenden Kanäle auch in der Mediathek landet und sich dort die längeren, fundierteren Beiträge anschaut.

    Die oft (völlig zu Recht) gelobten alten Talkshows, wo Fragen noch über Stunden ausdiskutiert wurden, gibt es ja in neuer Form noch. Bei Podcasts wie "Jung & naiv" oder "Alles gesagt" von ZEIT dürfen die Gäste teilweise über 3-4 Stunden (Rekord bei "Alles gesagt" sind 9 Stunden) sprechen, wo die kurzen Statements, die jeder Gast zur Profilierung bei Anne Will und Co vom Stapel lässt, nicht mehr verfangen und direkt kritisch und eingehend hinterfragt werden. Man darf durchaus kritisieren, dass dies private Angebote sind und die Öffentlich-rechtlichen hier nicht Vorreiter sind.
    Gerade bei Polittalks wäre es ja durchaus möglich, stundenlange Sendungen, die Themen nicht nur anschneiden und polemisch zuspitzen, sondern ausdiskutieren für die Mediathek zu produzieren und im engen Schema des linearen Fernsehens dann eben gekürzte Fassungen zu senden.

  • Licht und Schatten Mainstream TVDatum07.06.2024 13:38
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Licht und Schatten Mainstream TV

    Zitat von rasira im Beitrag #36
    Ich nehme an, Du beziehst das "unterbewusst konservativ" auf die Sehgewohnheiten der "Gesellschaft". Da es in dem angesprochenen Buch um den ÖRR geht, hängt das ziemlich klar mit dem Durchschnittsalter der ÖRR-Zuseher zusammen, wobei das private TV in etwas milderer Form genauso davon betroffen ist. Die meisten Zuschauer des ÖRR sind 60+, ja sogar eher 70+, das darf man nicht vergessen, sie repräsentieren also in keiner Weise einen Querschnitt der "Gesellschaft".
    "Progressives Fernsehen" ist ein wenig missverständlich, da es ein zweideutiger Begriff ist. Ich interpretiere das jetzt mal mit "experimentellem Fernsehen", also völlig neuen und andersartigen Geschichten, Shows und Köpfen. Wenn ich das richtig gedeutet haben sollte, gebe ich Dir in diesem Fall sowas von Recht. So etwas wie "Funk" begreife ich dabei jedoch ausdrücklich nicht als experimentell, das ist einfach nur schlecht.

    Natürlich ist ein Großteil des Öffentlich-rechtlichen Rundfunk-Publikums 60+, allerdings schalten gerade beim "Tatort" und anderen Krimis auch viele jüngere Zuschauer ein. Du hast aber natürlich recht, dass es für einen Querschnitt der Gesellschaft nicht ausreicht.
    Den Begriff "progressiv" habe ich tatsächlich einerseits für experimentelles Fernsehen gewählt - in diese Richtung gehen ja meine dann folgenden Beispiele - Allerdings tatsächlich auch für das inhaltlich fortschrittliche, was auch im Begriff steckt. Da Havi ja auch Dokumentationen explizit erwähnte und dort ein Großteil des Angebots eben tatsächlich Reise-, Tier- oder Natur-Dokus sind, also Alles eher "Bestandsaufnahmen", die eher wenig Reibungspunkte oder Anstoß für fortschrittliches Denken bieten und es dann noch sehr viel "Historisches" gibt. Da wäre es hilfreich, wenn aktuelle gesellschaftspolitische Themen, auch gern vertiefend und konfrontativ verhandelt werden. Und dann fehlen die von Havi angesprochenen Wissenschafts- und Technik-Dokus ja auch tatsächlich im Hauptprogramm.

  • Licht und Schatten Mainstream TVDatum07.06.2024 10:23
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Licht und Schatten Mainstream TV

    Zitat von Havi17 im Beitrag #34
    "Und der Rückblick in die 60er/70er würde kaum ein anderes Bild zeichnen" Es ist inzwischen opportun leider alles zu relativieren. Dieser "Meinung" sind die Autoren und deren Fakten nicht

    Ein Rückblick und Vergleich mit den 60ern/70ern wäre keine "Meinung", sondern eine faktenbasierte Bestandsaufnahme.
    Dein Auszug zeigt ja nur den Fakt, dass aktuell (Zahlen aus 2023? 2022? ...?) 48 Prozent des Fiktionskonsums Krimis sind. Wenn es explizit um Konsum geht, wäre das ja auch gar nicht der prozentuelle Anteil der produzierten Formate, also des Angebots, sondern der Anteil von Krimis unter Formaten mit hohen Einschaltquoten. Das klingt total schwammig. Welcher "Meinung" sind denn die Autoren? Dass die Anzahl der Krimis im Programm gestiegen ist? Dass die Zuschauer vor allem bei Krimis einschalten? Das geht aus diesem Ausschnitt nicht hervor. Nur, dass der Autor anscheinend Krimis per se verabscheut - sich also auch hier im Forum nicht wohl fühlen würde.

    Ich habe das Buch nicht gelesen, also wage ich es nicht die Autoren "anzuzweifeln".
    Weil ich es nicht gelesen habe, kann ich die entsprechenden Zahlen auch nicht liefern. Du hast es aber vorliegen, also: welchen Anteil an fiktionalen Formaten im TV machten Krimis in den 60ern und 70ern aus? Ist ein prozentualer Anstieg festzustellen? Und dann müsste man dem noch den Anteil an Krimis im Kino der 60er und 70er den Krimis im Kino heute gegenüberstellen. Auf dieser Basis kann man dann ja erst wirklich Schlüsse ziehen.
    Dieser komplette Auszug aus dem Buch könnte so 1:1 aus einem Kommentar im "Spiegel" Jahrgang 1967 oder ähnlich stehen, bzw. ähnliche Kommentare gab es sogar genauso bereits damals.
    Wenn wir an TV aus den 60ern oder 70ern denken, denken wir an "Durbridge", "Tatort", "Kommissar", "Der Alte" usw. - "Ekel Alfred", "Augsburger Puppenkiste", die Weihnachtsmehrteiler oder "Raumpatrouille Orion" sind dann die "Nicht-Krimi-Formate", die einem einfallen. Also haben wir zumindest bei den Produktionen, die "als Klassiker" gelten, bzw. auch von jüngeren Generationen wiederentdeckt oder geschaut werden mindestens um die 50 Prozent Krimis. Wenn man einmal durch Georgs tolle Krimiserien-Seite scrollt (die leider aktuell offline ist?) springen einen Massen an Krimis an - viele auch damals schon mit ausländischen Drehorten oder zumindest im Ausland verortet.
    Das ist keine Relativierung aus Opportunismus, das ist dringend nötig, wenn aus einem Buch Schlüsse gezogen werden, über das es im eigenen Werbetext heißt, es sei eine reine Bestandsaufnahme "ohne dass Vorschläge für das künftige Fernsehen gemacht werden."
    Da dieser Teil im Buch ja komplett fehlt, hatte ich diese Brücke schon für Dich gebaut: Meine Frage "Und was sollten denn die anderen 52 Prozent auch sein?" richtete sich auch an Dich. Was möchtest Du statt, bzw. neben den Massen an Krimis im TV sehen?
    Ich wäre sofort dabei, wenn jemand den Mut hätte, etwas wie "Das blaue Palais" in moderner Variante zu produzieren oder spannende Horror- oder Science Fiction-Projekte aus der Schublade zaubert.
    Aber Krimis sind günstig zu produzieren und bekommen nach wie vor große Zuschauer-Resonanz.
    Es zeigt letztendlich ja auch, wie konservativ die Gesellschaft (zumindest unterbewusst ist), wenn sie sich so sehr danach sehnt, dass diverse Kommissare immer wieder Straftäter dingfest machen und die Welt für die Zuschauer ins Lot bringen. Denn das, was da im Buch korrekt beschrieben wird, ist ja auch auf dem Buchmarkt zu beobachten. Nichts verkauft sich besser als regionale Krimis. Das ist kein reines Fernseh-Problem.
    Progressives Fernsehen wäre dringend nötig, aber da unterstelle ich Dir nach dem, was ich in letzter Zeit von Dir lese, dass Du das umso vehementer ablehnen würdest...

  • Licht und Schatten Mainstream TVDatum06.06.2024 12:01
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Licht und Schatten Mainstream TV

    Ich finde es ehrlich gesagt etwas schwierig, diesen Zustand in einem Forum anzuprangern, dass sich vor allem Edgar Wallace, Francis Durbridge und Co verschrieben hat.
    Und der Rückblick in die 60er/70er würde kaum ein anderes Bild zeichnen. Im TV gab es doch früher auch kaum anderes als Krimis?
    Als Gegenbeispiel dann ausgerechnet Dokumentationen zu nennen, geht ja auch komplett am Thema vorbei, wenn es vorher noch explizit um "48 Prozent des Fiktionskonsums" ging. Dokumentationen sind keine Fiktion!
    Und was sollten denn die anderen 52 Prozent auch sein? Dramen gibt es genug, Sci-Fi oder Horror gab es auch früher im TV selten - "Alpha Alpha" und ähnliche Nischenproduktionen mal ausgenommen.
    Außerdem hat sich ja - wie hier schon in diversen Threads erörtert - Einiges verlagert. Während große Kriminalfilme früher (auch) für das Kino produziert wurden, finden Krimis dort in Deutschland quasi überhaupt nicht mehr statt. Anders herum werden viele Dramen, die früher Fernsehspiele geworden wären, auf Arthouse-Kino getrimmt und in die Kinos gebracht.

  • Ruth Maria Kubitschek gestorbenDatum02.06.2024 22:14
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Ruth Maria Kubitschek gestorben

    Auch hier wieder ein Fall, wo ich gar nicht wusste, dass sie noch lebte. Ich musste noch einmal nachschauen, wann man sie zuletzt gesehen haben könnte. Aber sie war die letzten zehn Jahre dann tatsächlich im "Ruhestand". Ich hoffe sehr, dass sie davon noch etwas hatte. Ihre letzten Rollen: 2014 in einer Folge von "Das Traumhotel", im Kino 2013 in "Frau Ella". Zuvor Rosamunde Pilcher und Traumschiff. Davor dominierten auch lange schon "Unser Charly", "Soko" und Co. Schade, wo sie doch noch in den 80ern tolle Rollen in interessanten Projekten verkörpern durfte.
    Sie wird mir vorallem in ihrer Rolle aus "Kir Royal" immer in guter Erinnerung bleiben.
    In "Melissa" hatte sie noch keinen tiefen Eindruck auf mich gemacht, aber da bin ich vielleicht eine Ausnahme...

  • Die Engel von St.Pauli (1969)Datum30.05.2024 22:57
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Die Engel von St.Pauli (1969)

    Erschien übrigens als Nummer 5 (und erst zweite Blu-Ray) in der "Edition Deutsche Vita"-Reihe. Die damalige VÖ ist längst vergriffen, eine simplere Blu-Ray-Auflage aber später erschienen. Auch diese kann ich dringend empfehlen!
    Hier hat man aus den Negativen das Optimum herausgeholt - der Film klingt und sieht fantastisch aus.

  • Eigentlich ist eine Antwort hier umsonst, aber:
    Was bringen Anteile? Deine Excel-Tabelle zeigt, wie der Zuspruch für deutsche Filme kollabierte. Dass "Die Tote aus der Themse" einen größeren Teil der Tickets ausmacht, als 1959, als es viele erfolgreiche deutsche Filme gab, sagt exakt gar Nichts aus. Du errechnest eine Quote und solche spielen nur bei TV-Sendern eine Rolle, weil anhand dessen die Werbekosten für Unternehmen berechnet werden. Dass es 1971 aber Werbespots mitten in Kinofilmen gab, wäre mir neu!

  • Mark Damon gestorbenDatum13.05.2024 14:28
    Foren-Beitrag von Fabi88 im Thema Mark Damon gestorben

    Eine interessante Bandbreite hatte er jedenfalls:
    Von Roger Cormans Edgar Allan Poe-Verfilmung "Die Verfluchten" über Mario Bavas "Die drei Gesichter der Furcht" bis hin zum Italo-Western-Klassiker "Mögen sie in Frieden ruh'n".
    Und daneben natürlich auch mal als "Agente segreto 777" herumgesprungen...
    91 Jahre sind ein sehr stolzes Alter. Da er eigentlich seit den 70ern nicht mehr in Erscheinung getreten ist, wusste ich gar nicht dass er noch lebte!

  • Hilfe: Das Geheimnis der Roten GräfinDatum11.05.2024 12:04

    Zitat von boris brosowski im Beitrag #35
    @Fabi88. Ehrlich gesagt lese ich mir das gar nicht mehr durch.

    Das ist Schade.
    Denn Du stellst ja Fragen. Aber die Antworten dann konsequent zu ignorieren, weil sie die kruden Theorien widerlegen, bzw. hinterfragen, scheint mir wenig sinnvoll.
    Wenn man wilde Mythen von wegen "Geldwäsche", "monegassisches Geld", "deutsche Produzenden verkaufen unter der Hand Wallace-Drehbücher an italienische Produzenten" aufstellt und keine Belege bringt, liegt die Beweispflicht nicht auf Seite derer, die diese Mythen anzweifeln.
    Zumal Punkt 2 bei "Blutige Seide" nun schon längst widerlegt ist und Du dennoch immer wieder damit um die Ecke kommst, "es könne aber auch Bezüge zu Monaco geben", als würdest Du nicht nur meine Beiträge völlig ignorieren.

    Wenn ich die Behauptung aufstellen würde, Dario Argentos Lieblingsfilm sei "Der Zinker", wird es ja nicht wahr dadurch, dass niemand den Gegenbeweis erbringen kann.
    Anders herum muss man eben konstatieren, dass KEIN einziger Giallo auf einem Edgar-, Bryan Edgar Wallace-, Weinert-Wilton- oder sonstigen Epigonen-Drehbuch basiert, so lange es keinen Nachweis gibt.
    Du solltest Dir einmal die Mühe machen die Ursachen für gewisse Ähnlichkeiten zu Wallace in vereinzelten Gialli einmal alternativ herzuleiten und nicht den (vermeintlich) einfachsten Lösungsansatz zu wählen.
    Ich könnte ja auch anders herum ein Fass aufmachen und behaupten, die Kameramänner der Rialto-Wallace-Filme hätten Zugriff auf die Shotlists, Storyboards und Lichtpläne bestimmter Film Noir-Nischenfilme gehabt, nur weil vereinzelte Einstellungen durchaus an die Klassiker der amerikanischen "schwarzen Serie" erinnern. Ist aber natürlich Quatsch. Vielmehr gehen nun einmal auch Filmschaffende ins Kino und legen unterbewusst einen Fundus an Bildern im Hinterkopf an, der bei eigener kreativer Arbeit ganz unwillkürlich abgerufen wird.
    Und bestimmte Merkmale der Rialto-Wallace-Filme finden sich auch in Film Noir-Filmen der 40er-Jahre, Kriminalfilmen der 50er und 60er aus Frankreich, italienischen und britischen Gothic-Horror-Filmen und und und. Deswegen wurden da aber nicht (unter der Hand und mit Schwarzgeld) Drehbücher hin und her verkauft.

  • Hilfe: Das Geheimnis der Roten GräfinDatum10.05.2024 13:30

    Erwin C. Dietrich war wirklich eine schillernde Figur.
    Dank Deiner Recherche wissen wir nun, dass die Monachia (in München geründet und danach benannt) zum Zeitpunkt der Beteiligung an "Blutige Seide" in Berlin saß und im Zuge der Liquidation dann wohl die Rechte direkt an die Top-Film wanderten. Das erklärt die abwechselnde (aber nie gleichzeitige) Nennung der beiden Firmen in verschiedenen Portalen.
    Damit ist jeder Bezug zu "Monaco" also auch endgültig vom Tisch.
    Und zu Frage 2: Da Du ja gern recherchierst, erstelle einmal eine Liste aller Personen (Drehbuchautoren, Aufnahmeleiter, Kamera-Assistenten, Regisseure, usw.), die an Produktionen der Urania, Monachia, Urania und Top-Film beteiligt waren und schaue, wie viele Namen dabei herauskommen - und wie viele wahrscheinlich sogar namhafte Leute dabei waren. Nach Deiner Theorie hätten diese dann also alle (über drei Ecken) auch Verbindungen zu Traian Boeru. Da sollte dann spätestens auch Dir auffallen, wie weit hergeholt diese Idee ist. Ich habe es aus Spaß gerade ausprobiert: Nach deiner Methode komme ich von meinem IMDB-Profil mit zwei Klicks zu den Drehbuch-Autoren von "Dark" oder den grlßten deutschen Produzenten - ohne je Kontakt mit ihnen gehabt zu haben...
    Erwin C. Dietrich hat mit "Die Nylonschlinge", "Ein Sarg aus Hongkong", "Das Geheimnis der drei Dschunken" und "Der Würger vom Tower" nur vier Filme produziert, die im Zuge der Wallace-Reihe als Plagiate des Öfteren genannt werden. Nur "Der Würger vom Tower" hat da meiner Meinung nach wirklich Wallace-Ähnlichkeiten, die aber zum Teil auch in der Besetzung begründet liegen. Dies ist dann auch noch sein (offiziell) erstes Drehbuch - und noch dazu nachweislich nicht besonders gut.
    Er schrieb zwar auch für weitere Filme die Drehbücher, allerdings trat er ohne Ausnahme dann auch als Produzent in Erscheinung. Sprich: Entweder war das Geld und das Projekt schon da und er schrieb schnell irgendein Script zusammen oder er schrieb ein paar wenige Drehbücher und produzierte diese auch alle selbst. Hätte es nach dem "Würger" noch weitere Wallace-Epigonen-Bücher von ihm gegeben, so gäbe es auch die entsprechenden Filme. Stattdessen verlegte er sich aber ja direkt auf St. Pauli und später noch deutlich Sex-orientierte Krimis und ließ dann sogar das Krimi-Element ganz weg.
    Selbst, wenn es 1-2 Projekte von Dietrich gegeben haben sollte, die noch ins Krimi-Genre fallen, werden die Drehbücher erstens in sehr frühem Stadium und ziemlich sicher extrem schwach und somit vollkommen uninteressant für italienische (sowie alle anderen) Produzenten gewesen sein.
    Und zuletzt ist es doch vollkommen egal, wenn ein italienischer Giallo auf einem Drehbuch oder Treatment basieren würde, das 10 Jahre zuvor für einen drittklassigen Versuch eines Wallace-Plagiats vorgesehen gewesen wäre?

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