Der Rächer ist ein Film der mir immer wieder Spass macht. Tolle Darsteller, Tolle Story. Vor allem bei Benno Sterzenbach bedaure ich immer wieder, dass er nicht in weiteren Wallace-Filmen besetzt wurde bzw. generell nicht mehr Kinorollen bekommen hat. Ich frage mich beim Rächer nur immer wie der Film wohl aus gesehen hätte, wenn er von einem Regisseur wie Harald Reinl, Alfred Vohrer, Helmut Ashley oder Edwin Zbonek inszeniert worden wäre bzw. die Rechte bei Rialto oder CCC gelegen hätten. Denn wenn der Film leichte Mängel hat, dann nur in der Inszenierung. Diese hätte etwas knackiger sein dürfen.
Was ich eigentlich meinte ist, die finanzielle Qualität hinsichtlich der Auswahl der Regisseure, Schauspieler etc. Die Qualität der Ausstattung der Filme usw. Das sind die Kriterien die ich bei meinem Ranking. In dieser Hinsicht hat Horst Wendlandt eigentlich immer hochwertiges geboten. Das Artur Brauner speziell Anfang der 70er einige Filme mit sichtbar niedrigem Budget produziert hat ist klar, aber im Allgemeinen waren seine Produktionen aber hochwertiger als die von Karl Spiehs (von Außnahmen mal abgesehen).
Mich würde mal interessieren wie ihr die bekannten deutsch-österreichischen Filmproduzenten der 60er/70er hinsichtlich der Qualität ihrer Filmproduktionen ranken würdet, wenn ihr in Oberklasse, Mittelklasse und Untere Klasse unterscheiden würdet.
Ich würde nach meinem Empfinden folgendermaßen ranken:
Oberklasse: Horst Wendlandt, Artur Brauner, Heinz Willeg, Luggi Waldleitner
Mittelklasse: Wolf C. Hartwig, Gero Wecker, Franz Seitz, Karl Spiehs, Ilse Kubaschewski, Hans Pflüger
Untere Klasse: Erwin C. Dietrich, Rudolf Zehetgruber, Theo Maria Werner
Alternativ wäre es bestimmt auch interessant gewesen zu sehen wie Filme wie Akasava, Todesrächer und halt Dr Mabuse schlägt zu unter der Leitung eines intalienischen Genreregisseurs wie Dario Argento, Mario Bava, Lucio Fulci, Ducio Tessari oder Mario Caiano,ausgesehen hätten. Es ist generell schade das Artur Brauner Anfang der 70er einige Projekte so lieblos abfertigen lies. Eigentlich haben sich seine Produktionen hinsichtlich der Qualität immer angenehm abgehoben von denen seiner Kollegen Karl Spiehs und Erwin C. Dietrich, die qualitativ eher das untere Ende der Skala beliefert haben.
Nachdem ich mir Dr. Mabuse schlägt zu jetzt auch mal angesehen habe, stelle ich mir gerade die Frage was wohl Rolf Olsen aus dem Stoff gemacht hätte. Es wäre definitiv etwas im Kino auswertbares dabei herausgekommen.
Ich denke das der Hauptgrund für das zeitweise Aussetzen der BEW-Reihe und Beendigung der Mabuse-Reihe dürfte eine Kombination aus den finanziellen Engpässen und der Priorität auf den Großprojekten gewesen sein.
Gut möglich. Aber die Aussage Ranovas an seinen Btuder muss nicht zwingend bedeuten, dass er den Trompeter getötet hat. Obwohl es natürlich plausibler wäre, das der Trompeter von der Manipulation Ranovas wusste als von den Plänen des Reverends.
Das ist mir schon klar Havi. Und ich finde es ja immer schön, wenn sich eine Verfilmung soweit wie dramaturgisch möglich ist, an die Romanvorlage hält. Nichtsdestotrotz hätte man in diesem Fall bei der Verfilmung die Story noch etwas erweitern dürfen.
Adrian Hoven gefällt mir als Schauspieler sehr gut. Hat vom Typ her was ähnlich herb-markantes wie Wussow. Leider wurde sehr stark in Schlagerfilmchen verheizt.
Lex Barker mein All-Time-Hero. Als Kind war er für mich das männliche Idealbild. Genauso muss ein Mann aussehen. Ich finde ihm immer noch großartig. Ich hätte ihn mir in dem ein oder anderen Rialto-Wallace gewünscht. Oder auch in den Exotik-Krimis von Wolf C. Hartwig. In den beiden Exotik-Krimis aus dem Hause Harry Allen Towers fand ich ihn klasse. Dafür hätte ich gerne auf den ein oder anderen Barker-Film aus italienischer Produktion verzichtet. Hier hat Lex leider einige besonders billige Produktionen erwischt.
Der Bogenschütze hat meiner Meinung nach im Vergleich zu seinen drei Vorgängern das Problem das ihm eine gruselige Note fehlt. Während Frosch, Roter Kreis und Bande in ihrer Machart eher straighte Thriller waren, verkommt der Bogenschütze phasenweise zu einem Klamauk.
Ist im Film eigentlich erklärt worden, was es mit dem Ring aufsich hat? Wäre auch interessant zu wissen, was Inspektor Long von seinem Vater erfahren hat.
Was Blacky für mich gegenüber Heinz Drache hervor hebt, ist seine Körperlichkeit. Meiner Wahrnehmung nach wirkte Blacky in Aktionszenen wesentlich natürlicher als Drache. Das mag daran liegen, dass Blacky tatsächlich keinen Stuntman hatte und das durch seine Judokenntnisse auch konnte. Bei Drache wirkt das Ganze etwas steifer.
Wohl einer der besten und vielseitigsten Schauspieler die wir je hatten. Er konnte von Kommödie über Drama bis Krimi alle Register bedienen. Grandios auch seine Darstellung als möderischer Buchhändler in der Mörder.
Rudolf Schündler ist m.E. n. ein genialer Schauspieler gewesen und ein Paradebeispiel dafür das der deutsche Nachkriegsfilm, speziell in den 60ern gute Schauspieler oft rollentechnisch stark unterfordert und stigmatisiert hat. Ähnlich wie Hubert von Meyerinck, Eddie Arent, Balduin Baas, Georg Thomalla etc. wurde er zu stark in Schlagernlamotten verheizt. Ich hätte ihn gerne öfter bei Wallace gesehen, evtl. in ähnlichen Rollen wie Fritz Rasp.
Ich glaube die Aussage Peter Vogels am Ende mit bezieht sich darauf, dass Trude Herr, wenn auch indirekt, das siebte Opfer des Reverends ist. Der Jockey, der beim Sturz vom Pferd verunglückt ist, geht ja auf Ed Ranovas Konto.