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  • Was die Weltreise angeht, so stelle ich es mir schwer vor, diese wirklich sinnvoll unterzubringen: Einmal, weil sie viel ZU exotisch für eine Serie gewesen wäre, die sich in erster Linie auf ein Phantasie-England konzentrierte (anscheinend dasselbe, in dem auch die Serie "Mit Schirm, Charme & Melone" spielt, speziell in der Farb-Phase von letzterer).
    Aber auch, weil Martin dazu (wie im Roman) schon zu Beginn aus dem Polizeidienst hätte ausscheiden und auf eigene Faust ermitteln müssen. Denn als aktiver Inspektor in einem Mordfall, mit dem der junge Lord zu tun haben könnte, hätte er zur Not auch die örtliche Polizei bitten können, eine Begegnung zu arrangieren, statt ihn persönlich in mehrere Länder zu verfolgen.
    Dass das brennende Schloss durch die Szenen in Stalettis Labor kompensiert wurden, könnte durchaus sein; gerade diese passen stilistisch nicht so ganz zu den ersten zwei Dritteln des Films. Ob sie daher eher auf Peterson zurückgehen? Übrigens kam mir der Gedanke, ob vielleicht "Die Rache des Würgers" von Ed Wood hier Pate stand. Denn anders als andere von Woods "Filmen" lief dieser definitiv damals auch in den bundesdeutschen Kinos.

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #191
    Und verständlicherweise sind der Schatz hinter der ominösen Tür einschließlich des Gerippes des unglücksamen Lords sehr überlegt ausgeführte Änderungen, die eigentlich Wallace selber so hätte schreiben können, das Geständnis aller Beteiligten hätte er ja als Draufgabe beilegen können.

    Interessanterweise heißt es im Roman ja zu Beginn des Geständnisses, dass der alte Lord vorgehabt habe, sich zusammen mit seinem Vermögen hinter der Tür beisetzten zu lassen, an der er bereits neue Schlössern anbringen ließ; die Schlüssel sollten seinem Sohn erst zu dessen 25. Geburtstag ausgehändigt werden, damit dieser beim Erhalt des Erbes noch nicht zu jung und unreif wäre.

  • Der Adler ist gelandet (1976)Datum23.07.2021 13:27
    Foren-Beitrag von Savini im Thema Der Adler ist gelandet (1976)

    Vor ein paar Monaten habe ich den Film nach längerer Zeit mal wieder komplett gesehen.
    Mein Eindruck stimmt überwiegend überein, höchstens ein paar Anmerkungen:

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
    Die Verfilmung von Jack Higgins‘ Klassiker kann mit einer Riege von sehr guten Schauspielern sowie einer spannenden Geschichte trumpfen, obgleich man ja weiß, dass Sir Winston nach Kriegsende noch zwei Jahrzehnte weiterlebte, Bücher schrieb, Bilder malte und, wie es sich gehört, allerlei Preise entgegennahm.

    Das ist auch bei Fred Zinnemanns ähnlich langem und ähnlich spannendem "Schakal" auch kein Hindernis (obwohl Meinolf Zurhorst das Gegenteil behauptet).
    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
    Quasi als Rechtfertigung für einen solchen Helden wird am Anfang Steiners Aversion gegen die Mordaktionen der SS gezeigt, hier lässt Caines Rolle sehr überzeugend seine fast schon an Hass grenzende Abneigung gegen unsoldatische Schlächter hinter der Front heraus, während er sonst den ganzen Rest des Filmes eine ironisch-überlegte, fast schon etwas überhebliche Art dem Schicksal gegenüber an den Tag legt. Irgendwie macht er den Eindruck, dass er sich in seiner (Film-)Haut nicht so endgültig heimisch fühlt.

    Die (gescheiterte) Rettungsaktion einer Jüdin und der offen gezeigte Abscheu der SS gegenüber waren wohl unverzichtbar, um der Figur Sympathiepunkte zu verschaffen. Selbst wenn klar ist, dass seine Mission am Ende scheitert (siehe oben) muss der Zuschauer ja zumindest zeitweise mit Steiner bangen. Bereits im Kino der Adenauer-Zeit wäre ein positiver deutscher Offizier so dargestellt worden, später sowieso.

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
    Beängstigend real erscheint Pleasence in seiner Himmler-Darstellung, die auch rein äußerlich sehr ähnlich wirkt. Das Gefühl, einer Giftschlange gegenüberzusitzen, muss wohl gleichgeartet sein.

    Beim ersten Sehen war ich verblüfft und hätte Pleasence gar nicht erkannt; die Maske ist absolut überzeugend, ebenso wie die Mischung aus Verschlagenheit und fast unbeholfen wirkender Leutseligkeit im Gespräch.
    Trotz nur drei Szenen bleibt die Darstellung im Gedächtnis wozu auch die Sache mit der Vollmacht beiträgt (wer den Film kennt, wird das verstehen).
    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
    Larry Hagman beispielsweise tritt als Colonel Pitts auf, eine eher lächerliche und komplett unfähige Figur, deren Karrieregeilheit leider eine Menge Männer zum Opfer fallen.

    Interessant, dass der Film nicht nur auf deutscher Seite sowohl positiv als auch negativ gezeichnete Figuren bietet, sondern sogar auf der der Alliierten mit Pitts eine Karikatur eines engstirnigen Wichtigtuers und mit Captain Clark einen vernünftigen amerikanischen Offizier als Gegenpol.

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
    Sutherland als irischer Widerstandkämpfer beginnt schnell noch eine Affäre mit der netten Molly von nebenan, was mit einer wahrhaft atemberaubenden Geschwindigkeit vor sich geht, was hat der Typ eigentlich so an sich ?

    In einem Film, der sich ansonsten relativ "realistisch" gibt, wirken diese James-Bond-Allüren schon fast fehl am Platze.
    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
    der hasserfüllte Pater Voreker aus der Kirche etwa

    Wirklich "hasserfüllt"? Auf mich wirkt die Figur über weite Strecken sehr besonnen und sanftmütig; dass ihm im letzten Drittel angesichts einer (bewusst) provozierenden Bemerkung von Devlin der Kragen platzt, ist durch die Umstände absolut verständlich.
    Übrigens hatte ich die Kirche früher immer selbstverständlich für eine (hochkirchlich orientierte) anglikanische gehalten und war überrascht, dass Verecker sie in einer der geschnittenen Szenen als "roman catholic" bezeichnet. Sowohl in der Fehlerliste bei IMDB als auch in einem online einsehbaren Auszug aus einem Buch über die Darstellung katholischer Geistlicher im Film heißt es, dass es extrem unglaubwürdig sei, dass die offenbar einzige Kirche in einem Dort im Südosten England 1943 eine katholische wäre.
    Warum es keine anglikanische ist, ist eigentlich unverständlich, auch dramaturgisch. Außerdem würden dadurch ein paar Unstimmigkeiten vermieden.

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
    Und, besonders eklatant, am Ende zögert er im entscheidenden Moment, den Abzugsfinger zu krümmen, was allerdings im Prinzip nichts ausmacht. Trotzdem wollte man hier vielleicht einen Offizier in deutscher Uniform nicht zu sympathisch herüberkommen lassen.

    Vielleicht wollte man gegen Ende durch den (scheinbaren) Tabubruch auch eine kurze Schockreaktion beim Publikum auslösen, das selbstverständlich annahm, dass
    Churchill gerettet wird.

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
    Auch Oberst Radl war mehr Getriebener als Überzeugter, obgleich natürlich für alle die Pflichterfüllung über allem stand.

    Wobei die Darstellung im Film relativ neutral und differenziert ausfällt, wenn man bedenkt, dass es sich nur im ersten Drittel um eine wirklich zentrale Figur handelt. Aähnlich sieht es (trotz der Kürze seines Auftritts) bei Admiral Canaris aus.

    Noch kurz etwas zur deutschen Fassung: Michael Caine hatte damals noch keine wirkliche Feststimme und wird von Klaus Kindler synchronisiert, den man heute in erster Linie mit Clint Eastwood verbindet (er war im ersten James-Bond-Film auch aus dem Mund von Sean Connery zu hören). In den letzten Jahrzehnte wurde dann Jürgen Thormann zum Stammsprecher, der hier aus dem Mund des Pfarrers zu hören ist, der (aus heutiger Sicht) irritierenderweise in mehreren Szenen direkten Dialog mit Steiner hat.
    Und gerade in diesem Forum sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Donald Sutherland in diesem Film die Stimme von Harry Wüstenhagen hat.

  • Nachtrag: Gegen die These einer Ermutigung durch Blonberg würde auch sprechen, dass Dr. Wells sich auf den Vorwurf, die Morde eigenmächtig begangen zu haben, nicht darauf beruft, dass der Chef zuvor Andeutungen gemacht hätte; stattdessen meint er schlicht, es sei eben geschehen und lasse sich "nun nicht mehr ändern".

  • Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #222
    Was die Beziehungen der Personen angeht, so finde ich noch die Darstellung Basil Hales erwähnenswert, den die Jane Leigh im Buch viel mehr mochte als im Film, wenngleich sie ihn beileibe nicht als Gatten haben wollte. So viel Zwiespältigkeit wollte man der „reinen“ Karin Dor wohl nicht zumuten, die bei Wallace stets ganz moralisch auftrat (na gut, in Zimmer 13 nur rein äußerlich).

    Eine weitere kleine Abweichung wäre noch das Verhältnis zwischen Jane und Marjorie, dass im Buch deutlich von gegenseitiger Abneigung und Eifersucht geprägt ist; Mrs. Wells ist dort allerdings um einiges jünger, was sie als potentielle Rivalin glaubwürdiger macht. Allerdings musste das Drehbuch sich ja auf die Geschichte konzentrieren; außerdem wäre die Darstellung von Eifersucht wohl auch nicht mit Karin Dors "sauberen" Image vereinbar gewesen.
    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #222
    Und was die beiden Morde angeht und die Verwicklung des Oberbosses darin, das ist doch eigentlich eine ganz einfache Sache: So lange die Sache gut läuft, drückt der Chef die Augen zu und will alles gar nicht so genau wissen, ermutigt sicher noch dazu, wenn aber die K… am Dampfen ist, dann delegiert er die Schuld weit von sich und wälzt sie auf seine Untergebenen ab. Kann man ja nun jeden Tag auf der Arbeit oder in der kleinen und großen Politik beobachten, warum sollte da der große Fälscher anders handeln ? Zumal er ja, wie am Anfang von Bourke festgestellt, auch nur ein Mensch mit Schwächen ist…

    Wobei das "Abwälzen" in diesem Fall ja nicht gegenüber der Polizei oder Öffentlichkeit geschieht, sondern bei einem Telefonat, bei dem allenfalls der "andere" Blonberg Zeuge ist.
    Für die Interpretation, dass Wells den Mord eigenmächtig beging, würde aus meiner Sicht eben sein kurzes Gespräch mit Basil Hale sprechen, dass es im Roman nicht gibt. Das wäre dann (um bei deinem Vergleich mit der Politik oder Geschäftswelt zu bleiben) ein Fall von "vorauseilendem Gehorsam", bei dem jemand auf eigene Faust etwas tut, von dem er glaubt, dass dies die Zustimmung seines Chefs haben wird; zumal Hale ja trotz Blonbergs Anweisung Jane weiter nachstellte.

  • Natürlich erwarte ich bei einem Krimi dieser Sorte und aus dieser Zeit kein realistisch dargestelltes Erwürgen; der in dieser Hinsicht viel heftigere "Würger von Schloss Blackmoor" fällt da sehr aus dem Rahmen.
    Aber zumindest ein paar Sekunden mehr wären schon zu erwarten, wobei das Würgen natürlich nicht direkt zu sehen wäre (bei den anderen Opfern wurde es ja auch vermieden).

  • Um einen älteren Beitrag zu ergänzen:

    Zitat von Savini im Beitrag #163
    Ich finde es witzig, dass so oft betont wurde, der Film beginne stark und hänge später durch. Für die Spannung zu Beginn sorgen fast durchgehend Stuart Bresset und die von ihm ausgehenden Aktionen (Anrufe, Anschläge); ohne diese wäre der Film sicher noch viel langweiliger.
    Im Roman gibt es zu Beginn "nur" das versuchte Überfahren und die Pralinen (dass diese vergiftet sind, erfährt man dort später; es dürfte aber kaum überraschend sein).
    Ansonsten sorgt dort allenfalls das Stalken durch Michael Dorn für eine "mysteriöse" Stimmung; aber da er im Film von "Blacky" verkörpert wird, war dort von vornherein klar, dass er rechtschaffene Motive haben muss.

    Im Buch hat Dorns Stalken bereits einige Zeit vor Beginn der Handlung begonnen, worüber sich die Lois und Lizzy wundern. Ansonsten passiert wenig Spektakuläres, bis auf das versuchte Überfahren. Erst nach und nach wird Lois bewusst, dass es jemand auf sie abgesehen hat (spätestens ab der Sache mit dem Balkon). Für einen Film wäre das zu wenig gewesen. Da Dr. Tappat Arzt ist und es im Roman an einer Stelle heißt, er habe während seiner Zeit in Indien Menschen entmündigt, war es naheliegend, ihn zum Leiter einer Anstalt und zum "Herrn und Meister" eines Irren zu machen. Auch wirkt die Anstalt als Schauplatz im Film besser als die Farm der Vorlage gewesen wäre.
    Dass Mike Los (bzw. dort Maragret) nach ihrer Flucht auch im "zweiten Finale" anwesend sind, wirkt auch besser und abgerundeter als wenn Lizzy und Selwyn allein dort die Sache beenden; zumal beide Figuren im letzten Drittel des Films sehr in den Hintergrund treten.
    Eine weitere Verbesserung sehe ich bei der Szene im Frauengefängnis: Dass Mr. Shaddle Mary Pinder verteidigt hat und deswegen seine Angestellte dorthin schickt, um einige Dinge im Zusammenhang mit der bevorstehenden Entlassung zu regeln, ist in sich logisch.
    Im Buch dagegen wird die junge Frau wegen einer ganz anderen Gefangenen nach Telsbury geschickt; da es ihr letzter Besuch dort ist, schlägt der Direktor ihr einen Rundgang vor. Von allen Frauen dort fällt ihr zufällig ausgerechnet Mary Pinder auf, weshalb sie nach dieser fragt. Eigentlich dürfte der Direktor ihr darüber keine Auskunft geben; aber zufällig hat er gerade an diesem Morgen noch einmal in ihrer Akte gelesen und daher das Bedürfnis, mit jemandem über den Fall zu sprechen. Und zufällig erwähnt er noch, dass die im Gefängnis geborene Tochter durch eine Ungeschicklichkeit eine Brandverletzung am Arm erhielt - nachdem Lois zufällig wenige Stunden vorher von Lizzy noch auf ihre Narbe am Arm angesprochen worden war (ob sie sich diese nicht entfernen lassen wolle).
    Die Änderung vereinfacht die Sache an dieser Stelle nicht nur, sondern entfernt auch die etwas zu gewollt wirkende Verkettung von Zufällen. Eine gute Entscheidung!

  • Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #218
    Obwohl aus einem Theaterstück entstanden, ist die Handlung doch erstaunlich stringend und spannend.

    Interessanterweise trifft der Film trotz aller Unterschiede die kammerspielartige Atmosphäre des Buches ganz gut; auch dieses spielt größtenteils auf Marks Priory (und dort meistens in der Halle), was sehr theaterhaft wirkt.
    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #218
    Logigschwächen ? Sicher jede Menge. Der aufmerksame Beobachter wird feststellen, dass der Butler Bonvit nach Tillings Ermordung auch sein Gedeck am gemeinsamen Frühstückstisch zusammenräumt und das Ei in die Hosentasche steckt (wozu hat er es überhaupt erst auf den Tisch getan ?), obwohl doch Tilling in die Kellerzelle gesperrt wurde und gar nicht hätte mitessen können.

    Daneben ist mir ein anderer Punkt aufgefallen, der auch mit dem Frühstück zu tun hat: Als am Morgen nach dem Mord an Mrs. Tilling der Amerikaner zum Esstisch sitzt, starren ihn alle an, dann erfährt er, dass seine Frau tot ist und wird des Mordes beschuldigt. Wie kann es sein, dass offenbar alle im Schloss davon wissen, nur er noch nicht? Selbst wenn er in einem anderen Zimmer geschlafen hat und nicht verständigt wurde, muss er doch mitbekommen haben, dass es einen Aufruhr auf dem Flur gab, möglicherweise mehrere Personen ins Zimmer seiner Frau kamen und darüber geredet wurde. Dass er sich die Ohren verstopft oder ein Schlafmittel genommen habe ist kaum anzunehmen, da er ja schon wusste, dass ein Mörder im Haus umgeht.
    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #218
    ein arger Patzer ist die Darstellung des "insulinsüchtigen" Diabetikers durch Klaus Kinski. Insulinmangel mit den Symptomen von Rauchgiftentug gleichzusetzen, zeugt nun nicht gerade von medizinischer Fachkenntnis.

    Nicht unbedingt! Vor ein paar Jahren habe ich mich mit jemandem per Mail ausgetauscht, wobei dieser Punkt kurz zur Sprache kam. Er schrieb mir dazu das:
    "
    Hier wird ja lange Zeit Drogenabhängigkeit vermutet. Heute mutet das etwas seltsam an, aber 1963 waren Blutzuckermessungen und Insulindosierungen um ein vielfaches schwieriger, als heutzutage oder den letzten 25 Jahren. Ich musste da einmal an diesen Film denken bei einem Besuch im pathologischen Museum. Hier wurde im Rahmen der Führung auch ein Schaukasten zum Thema "Diabetes" gezeigt und der Medizinstudent, der das erklärte, sprach davon, dass früher bei Diabetikern häufiger Probleme auftraten, die man für Vorstufe einer Psychose hielt. Mancher Betroffene, der die richtige Zeit für die Spritze verabsäumt hatte, wäre zumindest kurzfristig in der Psychiatrie gelandet."
    "Es war tatsächlich so, dass jene Formen von Diabetes, die eine Selbstbehandlung mit Insulin erforderlich machten, häufig versteckt wurden - das weiß ich sogar aus sicherer Quelle von einem Verwandten (*1926, ab 1960 musste er sich spritzen). Abgesehen davon, dass die Art der Behandlung schwieriger war, gab es auch noch nicht den Arbeitnehmerschutz in modernerem Sinn. Insofern ist das ein interessantes Detail zu "Das indische Tuch", das auf ein zeitgenössisches Publikum entsprechend wirkte."

    Sicher wirkt es etwas komisch, im Falle der Wallace-Filme von Realismus zu sprechen; aber vor diesem Hintergrund wirkt es gar nicht so abwegig. Zumal gerade wegen Kinskis Image die meisten Zuschauer beim ersten Sehen glauben dürften, dass er einen Süchtigen spiele.
    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #218
    Warum schickt der Butler seine Brieftaube mit der Bitte um Hilfe eigentlich auch erst so spät los ?

    Man könnte sich auch fragen, warum Tanner sein Wissen um die Geheimgänge nicht früher einsetzt; die übrigen Gäste (besonders Isla) davor zu warnen, wäre mehr als Angebracht. Oder man könnte dort eine Falle stellen, um dem Mörder aufzulauern. Ist die Gelegenheit zum Spannern für den guten Mann im Zweifelsfalle wichtiger? Nicht gerade verantwortungsbewusst.
    Apropos Tanner: Es wird ja nicht nicht direkt gesagt, aber ich vermute mal, dass es sich bei der Waffe, die er im letzten Drittel in seinem Koffer hat, um die handeln, die Tilling abgenommen wurde. Denn ansonsten wüsste ich nicht, wieso ein Rechtsanwalt eine Schusswaffe haben sollte. Noch dazu auf britischem Boden, wo Waffenbesitz für Privatpersonen nie eine einfache Sache war.
    Übrigens eine interessante Umkehrung zum Vorgänger: Dort wurde eine Pistole als "Revolver" bezeichnet, hier ist es genau umgekehrt![smile

  • Zitat von Wallacefreund im Beitrag #209
    Erstaunlich auch wie schnell die Leute erdrosselt sind, das wirkt irgendwie unglaubwürdig.

    Speziell der Mord am alten Lord Lebanon ging mir immer viel zu schnell: Das Tuch wird ihm um den Hals geworfen - und nur ein paar Sekunden später wird er schon zu Boden geworfen. Da könnte man fast denken, er sei an einem Herzinfarkt gestorben (so wie es mal in Bezug auf den Henker in der "Bande des Schreckens" vermutet wurde).
    Auch der Mrd an Hockbridge ist eigentlich völlig absurd: War der direkt neben ihm sitzende Dr. Amersham durch die Hitze so benebelt, dass er nichts bemerkt hat, nicht einmal den Schrei, der noch zu hören ist? Und ist ein Dampfbad nicht ein sehr ungünstiger Ort, um einen Mord zu begehen, selbst ohne Zeugen? Immerhin müsste der Mörder sich nicht nur enorm konzentrieren, um durch Hitze und feuchte Lucht nicht benebelt zu werden; und nach der Tat müssten er und seine Kleidung so verschwitzt sein, dass anschließend eine Dusche und ein Wechsel der Sache nötig wären.

  • Ich wollte etwas zum Drehbuch schreiben: Sowohl Ronald M. Hahn und Volker Jansen (im "Lexikon des Horror-Films") als auch Meinolf Zurhorst (im "Lexikon des Kriminalfilms") monieren eine zu hohe Anzahl an Zufällen.
    Wer das schreibt, kennt offensichtlich nicht die Romanvorlage! Denn wer den Roman mehr als einmal liest, stellt fest, dass Edgar Wallace es hier gerade im ersten Drittel maßlos übertreibt:
    Es beginnt schon damit, dass Dick Martin Lew Pheeney vorübergehend festnimmt, weil er (zu Unrecht) verdächtigt wird, einen bestimmten Einbruch begangen hat; dabei erwähnt er bereits seinen Auftrag, von dem er später (als er von sich aus zu Martin kommt) ausführlicher erzählt.
    Danach verärgert der Inspektor mit einer respektlosen Bemerkung seinen Vorgesetzten Sneed, der ihn daraufhin zur Strafe in eine Bibliothek schickt, in der ein Buch verschwunden ist (was für eine Bagatelle!). Zufällig hat dort gerade Sybil Lansdown Dienst und zufällig wurde das Buch tatsächlich von Dr. Staletti entwendet, bei dem Martin zufällig dann auch prompt seinen "alten Bekannten" Tom Cawler antrifft. Nachdem der (nunmehr ehemalige) Inspektor Lord Selford erfolglos um die halbe Welt verfolgt hat (wobei er zufällig in dessen Hotelzimmer ein Löschblatt mit dem Namen Cody fand) macht sein Schiff bei der Rückfahrt halt auf Madeira, wo er zufällig auf einer anderen Barkasse Sybil wiedersieht (von der er bisher nicht einmal den Namen kannte).
    Sicher ist Kommissar Zufall bei Edgar Wallace öfter im Einsatz (Beispiele müssen den Kennern seiner Romane nicht genannt werden), aber dass ist mir dann doch zu viel des Guten.
    Da empfand ich es als Verbesserung, dass sich das Drehbuch bemüht, die Anzahl der Zufälle zu reduzieren bzw. etwas glaubwürdiger zu machen.
    So hat Pheeney etwa durch das Wappen und den Blick auf den Tachometer noch Hinweise gegeben, die auf Selford Manor hindeuten, wodurch die erste Begegnung mit Dr. Staletti direkt mit dem Fall zu tun hat. Und dass Martin später beim zweiten Besuch von Havelocks Büro (als er sich nach einem Bild erkundigte) auf Sybil trifft, die wegen Silvas Brief dort erscheint, ist deutlich realistischer (der Anwalt der Familie ist für beide als Ansprechpartner naheliegend) als die Begegnung am anderen Ende der Welt. Auch den Besuch bei den Codys wegen des Namens in der Passagierliste finde ich gelungener als die Sache mit dem Löschblatt (Cawler musste doch wissen, dass Martin seine Spur verfolgte). Ebenso war es eine Verbesserung, dass nach dem Anschlag auf Martin im Park Cody Staletti nicht mehr allein, sondern in Begleitung seiner Frau besuchte; das belauschte Gespräch der beiden ist eine ganz gute Erklärung für die Entscheidung des Doktors, sie saus dem Weg zu räumen. Den Dialog zwischen Cawler und seiner Tante, in der er sie zur Rede stellt, kommt so im Buch nicht vor, bringt das Verhältnis beider zueinander aber ganz gut auf den Punkt; im Roman gibt es zwei Szenen (eine Auseinandersetzung mit Bertram Cody, nachdem Sybil betäubt wurde, und die Flucht durch den Park), in der er ähnliche Dinge sagt; aber an beiden Stellen hätte es im Film das Erzähltempo gehemmt, weshalb diese Platzierung ein guter Einfall war.
    Das hinter der Tür verborgene Geständnis ist zwar für ein Buch eine ganz gute Enthüllung, hätte im Film aber zu trocken gewirkt; außerdem sind eine Leiche und ein Schatz viel effektvoller. Beim ersten Lesen war ich enttäuscht bis verärgert, dass in der Gruft nichts weiter als ein Schulheft verborgen war.
    Interessant wäre natürlich, ob das Reduzieren der Zufälle im Anfangsteil auf Wiedmann zurückging. Vorstellen könnte ich es mir, da er beim "Fälscher" ja auch einen dramaturgisch nicht sehr gelungenen Romananfang geschickt anpasste, ohne sich zu sehr von der Vorlage zu entfernen.

  • Gangster in London (1932)Datum20.07.2021 15:25
    Foren-Beitrag von Savini im Thema Gangster in London (1932)

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #5
    Alan Wembury – Stellvertretender Commissioner

    Da ich den Roman schon lange nicht mehr gelesen habe: Ist der Inspektor aus dem "Hexer" hier auf der Karriereleiter aufgestiegen? Oder handelt es sich um eine zufällige Namensgleichheit?

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #5
    Auch protzige Großgangster wie Al Capone waren schließlich zu ihrer Zeit bald schon Anachronismen, die häufig nicht ganz freiwillig von einer neuen Generation abgelöst wurden, welche sich ein durch ein mehr businessmen-hafteres Auftreten unterschied und tatsächlich auch gerne in legale Unternehmen investierte, die ebenfalls großen Gewinn einbrachten. Davon sind Eddie Tanner und Kerky Smith noch weit entfernt.

    Dazu passend bringe ich mal ein Zitat aus dem erstmals 1959 in den USA erschienenen Roman "Alles Gute aus Chicago" ("Too hot to hold") von Day Keene, der in der Zeit seines Ersterscheinens spielen dürfte und in dem zu Beginn der Gangsterboss Lew Dix an die Zeit früherer Bandenkriege zurückdenkt und diese mit seiner Zeit vergleicht. Die Zeiten von Gangstern wie Al Capone erscheinen ihm dabei geradezu märchenhaft:
    "Der Daschungel von Chicago existierte nicht mehr. Eine neue Zeit war angebrochen. Eine gut funktionierende Organisation mit peinlich genauer Bezirkseinteilung hatte das frühere Chaos abgelöst. Es gab keine offen zur Schau getragenen Patronengurte mehr und nur noch ganz selten Straßenschlachten. Was erledigt werden mußte, wurde in aller Stille von Fachleuten erledigt. Nur ein paar rauhbeinige Neulinge versuchten, die alte Tradition am Leben zu erhalten. Manchmal glaubte er selbst schon fast daran, daß die wilden Geschichten, die er doch aus eigenem Erlebnis kannte, nur Märchen waren, wie sie alte Männer bei einem Gläschen erzählten.
    Nun war alles viel besser. Früher hatte man das Geld mit vollen Händen für Sauforgien, kugelsichere Cadillacs und Hotelsuiten ausgegeben. Jetzt brachte es beachtliche Dividenden ein, wenn man es in Hotels und Schnellreinigungen investierte; in Wäschereien und Brauereien; in Schnapsfabriken, Rundfunkstationen und die verschiedenen Sparten des Bankgeschäftes."

  • Der deutsche Kriminalfilm vor 1945Datum17.07.2021 10:27
    Foren-Beitrag von Savini im Thema Der deutsche Kriminalfilm vor 1945

    Nachdem dieser Film vor 20-25 Jahren öfter im Fernsehen (besonders auf 3sat) lief, danach aber in der Versenkung verschwunden war, hatte ich schon länger mit einer Veröffentlichung gerechnet.
    Die Täterschaft war zwar keine große Überraschung, aber die Hintergründe etwas verzwickter, als man bei einem so leichten und harmlosen Film vermuten würde. Beim zweiten Sehen erst fielen manche Details und Dialogstellen auf, die zuvor unwichtig wirkten, aber doch direkt oder indirekt mit dem Fall zu tun hatten.
    Ob eine Verbindung zu Agatha Christies Roman vorlag? Da würde ich eher zweifeln. Der Orient-Express scheint damals generell eine große Faszination ausgeübt zu haben; Graham Greene wählte ihn als Schauplatz und Titel eines Romans, und noch 1957 spielt "Liebesgrüße aus Moskau" über mehrere Kapitel in diesem (im Film ist nur vom "Zug nach Triest" die Rede).
    Joseph Offenbach etwas jünger zu sehen war für den Wallace-Kenner interessant. Stimmlich und optisch war er schon unverkennbar, während ich Hilde Sessak damals nicht wiedererkannt habe.
    Dem Film merkt man natürlich an, dass er aus einer ganz anderen Zeit stammte. Damit meine ich nicht den Nationalsozialismus oder den Zweiten Weltkrieg, sondern allgemein die sehr gemächlich, bieder und betulich wirkende Machart.

    Zwei skurrile Details: Einige Zeit hatte ich den Film zusammen mit dem "Spion, der mich liebte" auf einer Videokassette.
    Und als Siegfried Breuer erschien, sagte mein Vater: "Das ist Heinrich George, der Vater von Götz!"

  • Die Tür mit sieben Schlössern (1926)Datum16.07.2021 17:24

    Die beiden Geschichten von Stevenson und Stoker haben natürlich in der Populärkultur viel größere Spuren hinterlassen als frühere Werke, obwohl sie natürlich ihrerseits durch diese geprägt wurden.

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #7
    Mir ist nur aufgefallen, dass die Episode mit der Fütterung der beiden Kreaturen bei Frau Droop komplett entfallen ist.

    Ist es nicht umgekehrt? Vielleicht sprechen wir aber auch in diesem Fall von verschiedenen Stellen.
    In der Droop-Übersetzung (S. 493, Weltbild) gibt es eine Passage, wo er ihnen "süße Milch und saftiges Fleisch" anbietet, was bei Heyne und in der Gutenberg-Version so nicht vorkommt. Dort übrigens erscheint er mit einer Hundepeitsche und nennt die zweite Kreatur (also Lord Chelford) Beppo".
    Oder meinst du die Passage, nachdem Sneed den "Galgenhof" durchsucht hat? Dort ist tatsächlich bei Heyne von "Milch und Fleisch" die Rede.
    Kommt es dir auch komisch vor, dass die Übersetzerin die Szene mit Cawlers Geständnis anscheinend stark ausschmückte (inhaltlich und emotional) und danach einige inhaltliche Aussagen an anderen Stellen unterbrachte?

  • Leider können ältere Beiträge nicht mehr verändert werden. Deshalb eine kurze Korrektur in eigener Sache: Anders als viele andere Bond-Widersacher (männlich und weiblich) hat Mr. Big im Roman keine roten Haare.

    Nun noch etwas zu Blofeld: Ähnlich amüsant finde ich Klaus-Peter Walters "James-Bond-Buch" von 1995, das für mich lange eine Art Bibel war. Er beschäftigt sich nicht nur mit den Romanvorlagen und Filmen, sondern auch mit dem Universum der Bond-Epigonen, -Parodien und -Comics, trägt auch zusammen, inwiefern James Bond die Populärkultur prägte und umgekehrt von dieser geprägt war. Imponierend, war er zu einer Zeit zusammentrug, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte! Auch in seinem Buch blättere ich immer wieder gerne, weil mir der Stil und Ton gefällt.
    Neben den Bond-Widersachern und deren Handlangern widmet er dem "Schurke(n) aller Schurken" ein eigenes Kapitel. Gegen Ende schreibt er (S. 75):
    "Da man Blofeld nie wirklich tot gesehen hat, ließe er sich reaktivieren für den Fall, daß einem zukünftigen 007 einmal die Gegner ausgehen sollten. Und wer sollte diesen Blofeld spielen? Wie wäre es mit Sean Connery höchstselbst, als ironischer kontra-, Höhe- und Schlußpunkt seiner Bond-Karriere."

  • Eine sehr lange Mail, aus der ich nur einige Dinge aufgreifen und auf diese eingehen kann.
    Den letzten Punkt zuerst: Natürlich war vieles, was man heute in erster Linie mit James Bond assoziiert, schon in den Serials der 30er/40er angelegt; da gerade das hiesige Publikum diese aber (wenn überhaupt) erst Jahre oder Jahrzehnte nach den Bond-Filmen zu Gesicht bekam, war die Verbindung zu Bond natürlich noch stärker als im englischsprachigen Raum. Und selbst zur Zeit der Serials scheint es den Machern bewusst gewesen zu sein, dass manches zum Standard geworden war, etwa bei der Sherlock-Holmes-Serie mit Basil Rathbone (ich weiß, sie wurde vor anderthalb Jahren ausführlich diskutiert): In gleich zwei Folgen ("Geheimwaffe" und "Spinnennest") befindet sich Holmes in der Gewalt seiner Widersacher und meint spöttisch, dass er eine besonders originelle Methode erwarte, ihn zu beseitigen.
    Vor einiger Zeit habe ich mit jemandem über Überschneidungen zu den Serials gesprochen. Er meinte, im Vergleich zu diesen seien bei James Bond drei Punkte wesentlich neu gewesen:
    1.: Man drehte tatsächlich in exotischen Ländern, während B-Filme aus Zeit- und Konstengründen oft komplett im Studio entstanden.
    2.: Sex-Elemente, da die Helden gerade bei amerikanischen Serials trotz aller Versuchung keusch blieben.
    3.: Die Bösewichten waren zwei bei den Anschlägen auf die Helden sehr phantasievoll, hatten aber nicht unbedingt einen spektakulären Abgang; am Ende wurden sie meist einfach verhaftet oder erschossen.

    Was Telly Savalas und den Adel angeht, so fällt mir dabei die "Mörder GmbH" aus derselben Zeit (ebenfalls mit Diana Rigg!) ein, in dem er einen englischen (!) Lord und Zeitungskönig spielt. Das wirkt sehr skurril, fast so wie seine dortige Synchronstimme oder die Tatsache, dass er gegen Ende (in Verkleidung) sogar eine Pickelhaube trägt.
    Was natürlich nur im Original bei Blofeld neben den Gesichtern wechselt, ist die Sache mit dem Akzent: Pohlmann klang im Original nach etwas Undefinierbarem zwischen deutsch und osteuropäisch, Pleasence bemühte sich (wie ich gelesen habe) um einen ungarischen Akzent, der aus New York stammende Savalas klang plötzlich amerikanisch, Gray dagegen "very British". Und bei von Sydow hatte ich den Eindruck, er versuche, einen schottischen Akzent zu imitieren.

    Bei Kingsley Amis scheint ein Missverständnis vorzuliegen: Er arbeitet zwar die Strickmuster von Flemings Geschichten heraus, etwa die typischen Bond-Verbündeten, die oft aus dem Bereich Geheimdienst oder Unterwelt stammen; interessant war etwa sein Gedanke, dass Emilio Largo in "Feuerball" von seiner Beschreibung und Charakterisierung eher in dieses Schema passen würde als in das des Gegenspielers.
    Die damals bereits erhobenen Rassismus-, Sexismus- oder Nationalismus-Vorwürfe diskutiert er aber kritisch und mitunter sehr ironisch, wobei ein süffisanter Ton das ganze Buch durchzieht und es zu einer angenehmen Lektüre macht. Mitunter wirft er den (oft eher linken) kritischen Stimmen "Neopuritanismus" vor.
    Zwei Beispiele:
    "Als erstes wäre festzustellen, daß Bond auf Frauen anziehend wirkt. Es scheint über das Verständnis des durchschnittlichen Literaturkritikers zu gehen, daß das für manche Männer aus Fleisch und blut ebenso zutrifft wie für viele Romanhelden, und daß die meisten Männer zumindest bei gewissen Frauen Erfolg haben. Man braucht weder mißgestaltet noch von sexuellen Komplexen bedrängt noch ein Voyeur zu sein, um sich bei der Lektüre von Liebesabenteuern mit Vergnügen in die Rolle des Helden zu versetzen. Wenn man allerdings die Kritiker hört, möchte man das Gegenteil glauben." (S. 43)

    In einer Fußnote (auf Seite 59) meint Amis, er warte noch auf die Erwartung "aus dem neopuritanischen Lager, wonach Bond endlich seine vielgerühmte Männlichkeit über Bord wirft und unterdrückten homosexuellen Neigungen nachgibt. Ich erwarte sie aber jetzt jeden Tag."
    Wohlgemerkt: das wurde 1965 geschrieben!

  • Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #37
    Manches ist abgeändert und dramatisiert, statt der Ernte Englands ist nun gleich die der ganzen Welt bedroht, und die mutige Teresa fällt am Ende nach aufregenden Ski- und Autoverfolgungsjagden in der verschneiten Berglandschaft werkswidrig in die Hände des SPECTRE-Chefs. Der sich sonst menschlichen Lastern eher zugeknöpft gebende Blofeld begehrt hier ganz im Stile eines Wallace-Schurken die Schöne des Stückes, die er seinem Kontrahenten auf der anderen Seite des Gesetzes einfach wegschnappen will.

    Ist das nicht auch jenseits von Edgar Wallace ein gängiges Klischee in Film und Literatur, egal, in welchem Genre?
    Tracys Gefangennahme war natürlich ein guter Einfall, da so das Finale zusätzlich zu einer Befreiung wurde und kein reiner Vernichtungsschlag war.
    Eine andere gelungene Ergänzug ist die Szene, in der Blofeld dem enttarnten Bond seinen Plan erläutert und dabei herrlich in seiner Bosheit schwelgen kann.

  • Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #40
    Obwohl Max von Sydow ja gerne für diabolische Charaktere eingesetzt wurde, hat sein recht häufiger Auftritt als SPECTRE-Oberhaupt in diesem Streifen eher etwas vom Flair eines altersmilden Senior-Chefs einer florierenden Firma, der nochmal zusammen mit dem erfolgversprechenden Nachwuchs ein lohnendes Projekt durchziehen will. So recht bedrohlich wirkt er nicht mehr. Andererseits, in diesem Film ist er trotz allem noch ein Lichtblick in diesem ziemlich müden Neuaufguss eines hervorragenden James-Bond-Filmes.

    Zu dieser Darstellung wäre hier ein treffendes Zitat aus Klaus-Peter Walters "James-Bond-Buch" von 1995 (S. 75):
    "Max von Sydow, geprägt von seinen psychologisch höchst problematischen Rollen bei Ingmar Bergman, spielt den Blofeld sehr entrückt als müden Todesbotschafter - weise und freundlich, doch bei aller weißbärtigen Opahaftigkeit höchst gefährlich. Das sinistre Dreinblicken überläßt er der fiesen weißen Angora-Katze auf seinem Schoß."
    Aber tritt er wirklich "recht häufig" auf? Er hat nur drei Szenen von zusammen weniger als fünf Minuten Länge: Die Besprechung, bei der der Plan erläutert wird, die Botschaft an die NATO (bei der er überwiegend nur aus dem Off zu hören ist) und noch eine winzige Szene kurz vor dem Finale, als er per Zuschaltung mit Largo spricht und die eigentlich überflüssig ist. Ob die Rolle im ursprünglichen Drehbuch mehr Raum einnahm? So wirkt von Sydow fast verschenkt. Aber andererseits ist er der einzige Schauspieler, den ich mir theoretisch in allen Filmen als Gesichts-Blofeld hätte vorstellen können.

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #40
    Wer nun der beste Blofeld-Darsteller ist, darüber gibt es ja nun scheinbar endlos viele Diskussionsbeiträge in den Weiten des Web und auch anderswo. Im allgemeinen schwankt man zwischen Donald Pleasence (Man lebt nur zweimal) und Telly Savalas (Im Geheimdienst Ihrer Majestät). Vom Aussehen und Charakter vollkommen unterschiedlich, haben beide ihre Berechtigung, der kühle Stratege Pleasence oder der mehr hemdsärmelige Savalas. Obwohl das Narbengesicht von Pleasence wohl eher ikonisch ist.
    Dass der gesichtslose Anführer von SPECTRE in Feuerball eine geradezu unantastbare Machtfülle ausstrahlt, liegt vielleicht auch gerade in dieser fehlenden Identität begründet.

    Durch die ersten beiden Auftritte ohne Gesicht und den dritten, bei denen er erst im letzten Drittel zu sehen ist, wurde natürlich eine enorme Erwartungshaltung aufgebaut. Der Drahtzieher, von dem man nur die Hand sieht, wurde nicht umsonst seitdem oft genug zitiert und parodiert, von der Zeichentrickserie "Inspektor Gadget" bis zur Spencer/Hill-Klamotte "Zwei bärenstarke Typen" (dort mit einem Hund statt einer Katze) oder (ohne Schmusetier, aber mit Zigarre (in dem Zeichentrickfilm "Tim & Struppi und der Haifischsee".
    Donald Pleasence passt zu dieser eher passiven Art ganz gut; um ihn bedrohlicher wirken zu lassen, rasierte man ihm eine Glatze und schminkte Narben auf. Allerdings wirkt er durch seine geringe Körpergröße neben Sean Connery oder dem hünenhaften Leibwächter Hans wie ein Gartenzwerg. Das aktive Verfolgen Bonds auf Skiern oder die Prügelei im Bob wären mit ihm Lachnummern, weshalb der robustere Telly Savalas im Folgefilm passender war. Bei diesem wiederum kann man sich kaum vorstellbar, dass er zuvor hinter einer Glasscheibe oder an einem Schreibtisch saß.
    In einem anderen Forum meinte jemand mal, dieser Blofeld wirke "weniger wie Bonds Moriarty denn wie ein jovialer Zuhälter". Das ist dann doch etwas zu drastisch. Ironischerweise ist ausgerechnet dieser so bodenständige Darsteller der einzige Blofeld, der ein nicht-materielles Motiv (einen Adelstitel) hat, was nicht recht zusammenpassen will.

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #40
    Auffällig ist wirklich in allen Filmen der Hang Blofelds zu grausamen Bestrafungen für nicht mehr richtig funktionierende Mitglieder oder Menschen, die ihm in die Quere kommen. Ein sehr sadistischer Zug, den der Mann mit der weißen Perserkatze auch zur Einschüchterung zelebriert.

    Ist das nicht ein grundsätzliches Merkmal von Bösewichtern dieser Kategorie? Ebenso wie dass sie bei ihren Hauptwidersachern dann wieder zurückhaltend sind.

  • Die Tür mit sieben Schlössern (1926)Datum15.07.2021 14:24

    Wirklich eine ebenso umfassende wie treffende Beschreibung des Buches!

    Ein paar Anmerkungen dazu hätte ich dann doch noch.
    Zuerst eine Kleinigkeit:

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
    Als Edgar Wallace "Die Tür mit den sieben Schlössern" schrieb, war die Hoch-Zeit des englischen Schauerromans schon hundert Jahre vorbei.

    Tatsächlich? Waren "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" (1886) und "Dracula" (1897) nicht auch noch Klassiker dieses Genres?
    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
    Inspektor Sneed, der vom untergebenen Dick Martin nicht sonderlich respektvoll behandelt wird und aufgrund seiner sprichwörtlichen Faulheit des öfteren einen groben Scherz einstecken muss. Aber die beiden sind eher befreundet und gehen sehr kollegial miteinander um. Im Ernstfall kann man sich auf Sneed (meistens) verlassen. Er ist, ähnlich wie Mr. Havelock, der Anwalt, schon ein etwas ein älterer Herr, aber geistig durchaus rege.

    Im Thread über den Roman "Gangster in London" wurde vermutet, dass der dortige Polizeichef Sir Jonathan Goussie ein Vorbild für Siegfried Schürenbergs Sir John gewesen sein könnte.
    Bei Inspektor Sneed hatte ich diesen Verdacht schon länger, eben weil dieser anders als andere Vorgesetzte bei Scotland Yard (soweit es diese in den Romanen gibt) komische Ansätze hat. In der Verfilmung der "Tür" hatte Siegfried Schürenberg bekanntlich seinen ersten Auftritt; Sir John hatte dort zwar einen kurzen humorvollen Moment, war aber (ebenso wie beim "Gasthaus" noch in erster Linie Respektperson. Ob bei diesem Drehbuch noch Sneed Pate stand? Denn die früheren Vorgesetzten waren in den Filmen stets ernsthaft geblieben (abgesehen vielleicht von den kurzen verbalen Scharmützeln zwischen Haggett und Sir Archibald im "roten Kreis").


    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #1
    Ich habe hier die normale Goldmann-Ausgabe, dann die Weltbild-Edition (zusammen mit den "Drei Gerechten") sowie die Ausgabe von Heyne gelesen. Die Übersetzerin Marie-Luise Droop hat im Weltbild-Original auf den 200 Seiten ganze Arbeit geleistet, wirklich sprachlich sehr ansprechend. Die Goldmann-Ausgabe wurde offenbar behutsam modernisiert und eventuell hier und da leicht gekürzt, aber das fällt nicht so ins Gewicht, ist vom Sprachstil her noch besser. Die Heyne-Ausgabe fällt sprachlich ziemlich ab. Auch ist sie nicht sehr genau, z.B. aus einem "Mann mit zwei automatischen Pistolen" wird ein "Mann mit zwei Maschinenpistolen" - doch ein gewaltiger Unterschied. Es gibt eine Stelle im Roman, wo die Weltbild/Goldmann-Ausgabe offenbar gekürzt wurde, als Staletti seine Kreaturen "füttert". Ansonsten ist es wohl einer der wenigen Fälle, wo mann die Nachkriegs-Goldmann-Ausgabe zum Lesen empfehlen kann.

    Beim Vergleich von Marie-Luise Droops Übersetzung mit der von Heyne sind mir allerdings gegen Ende einige gravierende Abweichungen aufgefallen:
    Die Szene, nachdem Stalettis Wagen in den See gestürzt ist, ist bei Frau Droop deutlich länger und ausführlicher; so beschreibt Cawler, woran er seinen Bruder erkannt habe und dass die andere Kreatur Lord Selford gewesen sei, was Martin erschüttert. Nachdem Havelock überführt wurde und er die Schlüssel nicht mehr hat, gibt er sich geschlagen, während er bei Heyne wieder ohnmächtig wird. Auch konfrontiert Martin ihn hier bereits damit, dass er an den Finger des Anwalts grüne Flecken gesehen habe, nachdem dieser ihm einen mit grüner Tinte geschriebenen Brief gezeigt hatte; diese Aussage erfolgt bei Heyne erst in einem Dialog mit Sneed, nachdem das Geständnis gelesen wurde. Bei dieser Gelegenheit erwähnt er auch erst, dass Cawler seinen Bruder erkannt habe, was in der Droops-Übersetzung wie gesagt schon früher kam.
    Dafür sind Martins anklagende Worte, mit denen er Haverlock niederdonnert, bei Goldmann/Weltbild knapper gehalten und enthalten keine so genaue Aufzählung der Schandtaten des Anwalts wie bei Heyne.
    Wie sich online herausstellte, entspricht die Heyne-Version inhaltlich der englischen, die bei Gutenberg abrufbar ist. Siehe beispielhaft hier das 30. Kapitel:http://gutenberg.net.au/ebooks02/0200981h.html#ch30
    Entweder hat die Übersetzerin hier das Original ergänzt bzw. umgestellt, oder es gab eine abweichende Textversion von Wallace, die ihr vorlag.

    Die Qualität der Übersetzung (und das Lob dafür, dass diese nicht nachträglich verhunzt wurde) schmälert das natürlich nicht; es war mir nur aufgefallen.

  • Stilelemente in Wallace-RomanenDatum15.07.2021 09:25
    Foren-Beitrag von Savini im Thema Stilelemente in Wallace-Romanen

    Danke für die Antwort bezüglich John Wayne!

  • Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #43
    Soweit ich mich erinnern kann, kam irgendein Teil von Blofelds Familie ursprünglich aus Deutschland.

    In "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" behauptet er, der Nachkomme einer Adelsfamilie zu sein, die während der französischen Revolution von Frankreich nach Bayern flüchtete. Er behauptet, dass Angehörige dieser Familie später nach Polen gezogen seien. Aber dies erscheint im Roman als Bluff, um sich unbedingt einen Adelstitel zu sichern (als es um Nachweise geht, wird er sichtlich nervös und versucht Bond alias Sir Hillary Bray zu bestechen.
    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #43
    Übrigens war auch Dr. No zu einem Teil deutsch, zum anderen chinesisch. Das gibt selbstredend eine geniale Mischung, eine Mischung aus Fumanchu und "Hunne", wie geschaffen zum Welterobern...

    Wobei in diesem Fall aus Flemings Sicht eher das Mischlingsmotiv ausschlaggebend sein dürfte. Das setzt er auch bei Bösewichten ohne deutsche Wurzel ein. Dr. No rekrutiert etwa bevorzugt Menschen, die teils von Schwarzen, teils von Chinesen abstammen (zu Flemings Zeiten nannte man sie "Chigroes"). Le Chiffres Herkunft ist unklar, aber in seiner Akte wird über romanische und slawische Wurzeln spekuliert. Mr. Big kontrolliert eine Organisation von schwarzen Kriminellen, aber seine Mutter war weiß (er selbst hat übrigens rote Haare). Blofelds Herkunft wurde bereits erwähnt.

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #43
    Trotz seiner Ablehnung alles Deutschen lese ich die Bond-Romane von Fleming auch gerne, ebenso die Nero-Wolfe-Krimis von Rex Stout, der in seiner Germanophobie wohl noch einiges schlimmer war.

    Stouts krasse Deutschfeindlichkeit ist mir bekannt. Im Falle von Fleming schien seine Haltung selbst in den gekürzten Ausgaben des Scherz-Verlags noch durch. Wobei man sagen muss, dass er generell auf alles herabblickte, was nicht von den britischen Inseln stammte (die Bösewichter sind alles, nur keine geborenen Briten). Im Falle der Deutschen ist es interessant, dass in den Büchern mitunter sogar eine gewisse widerwillige Bewunderung durchscheint, da die deutsche Wirtschaft bereits einen Aufschwung erlebte, als in England noch rationiert wurde. Ob Fleming dieser Neid bewusst war oder nicht?

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #43
    Die vielbeschworene Toleranz sollte da helfen, die Dinge richtig einzuordnen und nicht immer nur die Negativseiten von Menschen herauszupicken, die in einer völlig anderen Zeit lebten.

    Das ist mir bewusst, Fleming ist aber ein spezieller Fall, bei dem das mit der "völlig anderen Zeit" nicht so einfach ist.
    Ich weiß nicht, ob du Kingsley Amis´ erstmals 1965 in England erschienenes Buch "Geheimakte 007. Die Welt des James Bond" kennst. Darin beschreibt er nicht nur die Handlungsmuster, Stilmittel und Figurenklischees in Flemings Büchern (was ist für Widersacher, Verbündete und "Bondinen" typisch?), sondern diskutiert auch die Vorwürfe, die in den Jahren zuvor gegen den Verfasser erhoben wurden. Teils widerspricht er, teils macht er sich über diese lustig.
    Daraus geht hervor, dass Fleming bereits um 1960 nach den damaligen Maßstäben (!) von der Kritik vorgeworfen wurde, ein Rassist, Imperialist oder Nationalist zu sein oder ein reaktionäres Frauenbild zu haben. Amis war übrigens selber ein eher linker Autor.
    Das Buch ist natürlich längst nur noch antiquarisch zu bekommen (die letzte deutsche Auflage erschien 1986), liest sich aber recht flüssig und amüsant. Teilweise wirkt es sogar erstaunlich modern.

  • Stilelemente in Wallace-RomanenDatum14.07.2021 16:16
    Foren-Beitrag von Savini im Thema Stilelemente in Wallace-Romanen

    Wallace´ schwierige Kindheit und Jugend sowie das harte Leben in der Armee sind mir bewusst; insofern ist im das spätere Leben im Luxus zu gönnen, auch wenn er extrem verschwenderisch war.

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #35
    Beim Duke dachte ich immer, der wäre schon mit einer Sechsschüssigen zusammen auf die Welt gekommen. Hat aber eine Zeitlang als Truppenbetreuer im Pazifik gedient, hab ich mal wo gelesen, wo er allerdings mehr Interesse für die heimische Damenwelt als für Kampfhandlungen gezeigt haben soll.

    Vielleicht verwechselst du das jetzt mit Ronald Reagan?
    https://en.wikipedia.org/wiki/Ronald_Reagan#Military_service
    Was John Wayne angeht, so gibt es hier einen interessanten Kontrast zu James Stewart: Der war der ranghöchste Hollywoodstar (als Reservist brachte er es bis zum Brigadegeneral) und befürwortete sowohl den Vietnamkrieg als auch Ronald Reagans Politik, spielte aber nur selten in Kriegsfilmen mit und verkörperte nur extrem selten Soldaten, dafür öfter Zivilisten oder sogar pazifistisch eingestellte Männer, obwohl er politisch ähnlich wie der "Duke" dachte.

    Entschuldigung für diesen kleinen Exkurs!

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