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  • Das Kriminalmuseum, Folge 41: Wer Klingelt schon zur Fernsehzeit (eigentlich: Die Wäscheleine)

    Besprochen von Jack_the_Ripper (84), Gubanon (248) und Ray (252). Die Umstände, warum die Folge nicht mehr unter dem Label "Das Kriminalmuseum" firmierte, wurden schon genannt. Dabei paßt sie eindeutig ins Konzept und trug wohl auch den Arbeitstitel "Die Wäscheleine". Es handelt sich um eine solide aber nicht außergewöhnliche Folge mit recht spannendem Beginn (Ich habe die "Vier Schlüssel" noch nicht gesehen, die DVD liegt aber schon bereit), wobei das Ermittler-Team deutlich stärker 'rüberkommt als die Verbrecher. Der Selbst-Referenz-Gag mit "Kaliber 9" ist natürlich nett.

    Gutes Mittelfeld, 3,5/5 Wäscheleinen.

    Uff, geschafft! Stahlnetz wird noch etwas warten müssen, gerade ist auch Staffel 5 von "Better Call Saul" eingetroffen, und ab Mitte Dezember geht's ja mit "The Expanse" weiter. Ich hoffe, Ihr übersteht den Teil-Lockdown und die vorweihnachtlichen Einschränkungen einigermaßen!

  • Das Kriminalmuseum, Fall 40: Komplizen

    Besprochen von Bloefeld (9), Gubanov(246) und Ray (249). Was war das denn? Dortmund als Schauplatz und Reinhard Glemnitz als führender Ermittler lassen zunächst Hoffnung aufkommen. Die Action bei der Festnahme des Schmuggler ist auch nicht zu verachten. Aber dann entwickelt sich die (laut Bloefeld an konkrete Vorfälle angelehnte) Folge ziemlich rasch in ein "train wreck". Regisseur Becker inzeniert durchaus schwungvoll, aber was die Drehbuchautoren Becker wohl geraucht haben mögen entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Ich fand die kriminellen Figuren absolut unglaubwürdig; das konnte auch der Schauplatz Amsterdam nicht mehr retten. Große Enttäuschung, schade. Dass, wie Gubanov vermutet, die Folge wegen Qualitätsmängeln zwei Jahre beim ZDF im (Gift-)schrank lag kann ich mir gut vorstelen. Aber was hat denn (die) Verantwortliche(n) geritten, sie wieder hervorzuholen?

    Von mir daher nur 2/5 Taschenuhren.

  • Zunächst noch eine Anmerkung zum Bohrer: dies scheint mir die erste Folge zu sein, in der während des Abspanns nicht abgeblendet wurde sondern noch relevante Handlung zu sehen ist, ein moderner Zug.

    Das Kriminalmuseum, Fall 39: Der Scheck

    Schon besprochen von Jack_the_Ripper (80), Percy Lister (121), Gubanov (243) und Ray (247), denen ich im Wesentlichen beipflichte. Nach Folge 34 "Das Kabel" mimt Günter Ungeheuer wieder einen eiskalt berechnenden Schurken, zunächst nur im Wirtschaftsbereich, nach einem kurzen Moment der Schwäche aber auch im realen Leben. Seine Präzision der Darstellung beeindruckt mich aufs Neue, vermutlich die Faszination des Bösen. Die Folge ist auch ganz auf ihn zugeschnitten, anderen Menschen scheinen für ihn nur Figuren auf seinem Schachbrett zu sein. Wie gut er sie manipulieren kann zeigt sich meines Erachtens auch an der Barfrau Anja. Nicht überwältigend attraktiv verfällt sie dem seltsamen Mann, der noch nicht einmal sexuell an ihr interessiert ist, soweit, dass sie sogar für ihn ein Auto leiht. Bechmers moralische Verkommenheit
    steht der von Heinz Kornwaitl in "Das Kabel" eigentlich in nichts nach, trotzdem löst diese Folge bei mir nicht dieselbe deutliche Abwehrreaktion aus wie erstere, vermutlich weil hier die relevanten Nicht-Polizisten nicht a priori alle als Loser vorgestellt werden.

    Etwas "comic relief", möglicherweise beabsichtigt, ereignet sich im Laufe der Anzeige von Friedrich Linke bei Kriminalinspektor Dietel als ersterer emotional herausplatzt "... das ignoriert mich jetzt nicht mehr im Mindesten" (14:54) und Dietel sich ein Schmunzeln kaum verkneifen kann.

    Wie auch schon bei "Die Postkarte" und "Die Reifenspur" verblüfft auch wieder das US-Auto (Wasserbett auf Rädern), mit denen die (angeblich) wirschaftlich Erfolgreichen sich genötigt sehen zu protzen. Absurd, wie zu Anfang der Chauffeur Bechmers kleinen Koffer im riesigen Kofferraum des Wagens verstaut. Die heutigen Nobel-SUVs nehmen zumindest nicht ganz sowiel Platz weg, sind dafür aber höher...

    Wie Percy Lister ganz richtig erwähnte, irritiert das Verbrennen der Papiere und Etiketten und die Entsorung des gravierten Feuerzeugs vor dem geplanten Suizid. Wollte Bechmer versuchen, seine Frau und/oder Geschäftspartner im Unklaren über sein Verschwinden zu lassen? Seltsam.

    Insgesamt scheinen mir 4 Schecks angemessen.

  • Das Kriminalmuseum, Folge 38: Der Bohrer

    Frühere Besprechungen hier im Forum: Jack_the_Ripper (79), Grabert (130), Gubanov (242), Jan (244) und Ray (245); Percy Lister fehlt leider. Bis auf Grabert sind auch alle Bewertungen sehr positiv, und ich kann mich eigentlich nur Gubanov anschließen: diese dritte Regiearbeit von Erich Neureuther im Rahmen dieser Reihe gefällt mir von der Folgen in der 3. Box bisher am besten. Hamburg war als Schauplatz lange überfällig. Der smarte, aber letztlich in die Enge getriebene Einzeltäter Typ einsamer Wolf ist ein bekanntes, aber wirkungsvolles Motiv, da es den Zuschauer zur Identifikation mit dem Täter einlädt, mir geht es jedenfalls so. Die Beziehung zu der etwas farblosen Ruth Schilling scheint eher aus Bequemlichkeit zu bestehen; Stefanie Theiss ist da wesentlich interessanter, die hätte ich auch gern mal ausführlich fotografiert ;-) Aber letztendlich geht es Jochen Winter nur um sich, um seine Haut zu retten. Die Tragik, schließlich vom Freund (aus dessen Sicht) Brincken gestellt zu werden, ist nahezu unausweichlich, was dem Effekt aber keinen Abbruch tut.

    Glatte 5 Handbohrer auch von mir!

  • Das Kriminalmuseum, Folge 37: Die Postanweisung

    Frühere Rezensionen: Jack_the_Ripper (77), Percy Lister (120), Gubanov (240) und Ray (241). Eine recht solide Folge mit sympathischen Ermittlern und einem diabolischen Studenten als Mörder, der sich offenbar allen anderen überlegen fühlt; dabei schilderte doch der Polizist aus Herne seine Reaktion auf die Nachricht vom Tod des Geldbriefträgers als normal: erst Erstaunen, dann Betroffenheit. Die schon von Gubanov bemerkte Tendenz, Studenten in ein schiefes Licht zu rücken, hinterläßt schon einen gewissen Nachgeschmack. Das intellektuelle "Duell" zwischen Kommissar Marquart und Jochen Benning am Schluß erinnert ein wenig an Columbo, wenn der sich allzu überlegen wähnende Täter doch seinen Fehler einsehen muß.

    4/5 Postanweisungen halte ich zwar für großzügig, aber sei's drum.

  • Das Kriminalmuseum, Folge 36: Die Reifenspur

    Die positiven Bewertungen von Jach_the_Ripper (72), Percy Lister (94), Gubanov (325) und Ray (238) teile ich weitgehend. Eine unterhaltsame Folge, auch ohne expliziten Sympathierträger unter den handelnden Figuren. Berlin statt München ist eine willkommene Abwechselung, und die Ermittler sind wohltuend sachlich, die bekannte Stimme von Christian Rode gefällt, und Horst Tappert scheint die Rolle auf den Leib geschrieben. Zwei Dinge fand ich aber irritierend:

    - Als der zweite Wagen auf das Haus von Frick zufährt, wird zwischen Anna Groth und dem herankommenden Wagen umgeschnitten. Von ca. 16:41 bis 16:43 erfolgt ein Schnitt zu einer Perspektive, die ich zunächst gar nicht verstand. Erst nach mehrmaligem Wiederholen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es sich um einen Blick nach rechts oben aus dem fahrenden Wagen handelt; man kann rechts ein Haus vorbeiziehen sehen. Danach blickt man Anna Groth über die Schulter auf den ankommenden Wagen. Was soll dieser Umschnitt?

    - Nach Anna Groths Sturz quitschen die Reifen deutlich; ihr Schrei ertönt später, als sie dann überfahren wird. Frick muß eigentlich auch die Bremsen gehört haben, erwähnt das aber der Polizei gegenüber nicht, und wird auch nicht gefragt, ob er außer dem Schrei noch mehr gehört hat. Man befragt ihn nur zum Telefonat.

    Trotzdem halte ich 4/5 Reifenspuren für angemessen.

  • Das Kriminalmuseum, Folge 35: Das Goldstück

    Es existieren bereits sechs Besprechungen dieser Folge: von Jack_the_Ripper (66), Grabert (114), Percy Lister (115), Gubanov (232), Ray (233) und Jan (234). Die Straffung auf 60 Minuten erscheint auch mir vernünftig. Die Auflösung aufgrund registrierter Telefongespräche kommt für mich aus blauem Himmel, nichts hatte eine Ermittlungstätigkeit in dieser Hinsicht angedeutet. Ich kenne Walter Kohut nicht gut genug, um in seiner Figur den wahrscheinlichen Täter zu vermuten. Da aber keine Fährte zu ihm gelegt wurde, blieb er aufgrund negativer Auslese eigenltich als einzig möglicher Täter übrig, nachdem der Fahrer und die Hausangestellte sich durch heimliche Blicke und geflüsterte Bemerkungen auch verdächtig gemacht hatten. Das Grundprinzip ist aber inzwischen zu abgedroschen um noch mitfiebern zu können, alle gelegten Fährten sich schließlich falsch, Die Kriminalbeamten sind zwar überduchschnittlich, aber die, wie richtig erwähnt, bezaubernde Hannelore Elsner hat eine zu unbedeutende Rolle, als dass sie die Folge retten könnte.

    Mit viel Wohlwollen 3/5 Goldmünzen.

  • Das Kriminalmuseum, Folge 34: Das Kabel

    Frühere Rezensionen: Jack_the_Ripper (67), Percy Lister (88), Ray (230) und Gubanov (231). Bis auf Jack_the_Ripper wird diese Folge als eher mittelmäßig eingeschätzt, mit ermüdenden Längen und eher unsympatischen Figuren, bis auf das Mordopfer gleich zu Beginn. Günter Ungeheuer trat im Kriminalmuseum bisher zweimal als Kommissar auf, aus der Reihe "Der Kommissar" war er mir aber schon als Bösewicht bekannt; auf den Film "Vier Schlüssel" bin ich erst hier im Parallelforum aufmerksam geworden und habe ihn gesten bestellt (Danke für den Tipp). Sein Heinz Kornwaitl gerät daher schnell in Verdacht, der wahre Mörder zu sein; die Frage ist nur, ob und wie die Polizei ihn festnageln kann. Je öfter ich Günther Ungeheuer sehe, desto beindruckter bin ich von seiner schauspielerischen Leistung. Der Mangel an Sympathieträgern verhindert aber jedes emotionale Engagement meinerseits. [Ein ähnliches Problem hatte ich bei Stephen Frears' "The Grifters" und bei Paul Thomas Andersons "There Will Be Blood": hochgelobte Filme, die bei mir emotional aber nur einen üblen Nachgeschmack zurückließen.] Insofern scheinen mir 3 Kabel durchaus angemessen.

    P.S. Bei meinen letzen letzten Bewertungen hatte ich nicht weit genug zuückgeblättert und frühe Besprechungen von Jack_the_Ripper bzw. Percy Lister übersehen, sorry!
    Bei "Die Briefmarke", "Die Kamera" und "Die Zündschnur" scheint sich aber kein Widerspruch zu deren Bewertungen zu ergeben. Es wäre schön, wenn man die Beiträge den Folgen entsprechend sortieren könnte...

  • Das Kriminalmuseum Folge 33: Kaliber 9

    In diesem Fall stimme ich eher Gubanov (Nr. 228) als Ray (Nr. 229) zu: eine eher enttäuschende Folge nach den letzten Highlights. Story, Umsetzung und Protagonisten haben mich nicht vom Hocker gerissen. Mit (knapp) 3 von 5 Patronen kann ich aber leben, denn es gab noch wesentlich schlechtere Folgen.

  • Das Kriminalmuseum, Folge 32: Die Zündschnur

    Ein echtes Highlight der Serie mit frischem Wind, kann mich Gubanovs und Rays Bewertung nur anschließen (226 und 227). Die kleinen Macken (unrealistische Explosion beim ersten Anschlag auf Sabine Farian, bizarrer Ehrencodex der Nordafrikaner, die das Attentat auf den Waffenhändler (Reinhard Glemnitz!) verübt haben, Loose Ends hinsichtlich dieses Attentats und hinsichtlich der skrupellosen Berichterstattung durch die Presse) trüben den Gesamteindruck kaum. Ob Werner Pochath schon damals als Kinsky-Verschnitt galt, kann ich nicht beurteilen, aber aufgrund seiner späteren Auftritte im Kommissar war er mir gleich verdächtig. Die Tanz-Szenen in der Laterne nehmen auch manch ähnliche in Kommissar-Folgen vorweg, nur die Musik ist schrecklich (wer spielt da?). Im Kriminalmuseum fällt mir als Vorläufer dafür höchstens eine Szene aus "Das Amulett" mit "Keep On Running" Cover ein. Schade, dass Paul Dahlke hier letztmals als Hauptkommissar Westermann auftritt.

    Seit ich in Kindertagen gelegentlich "Die Unverbesserlichen" sehen durfte bin ich hinsichtlich Monika Peitsch nicht ganz unvoreingenommen ;-) Als 22-jährige schon fast ein Jahr in Nordafrika verbracht zu haben erscheint ein bisschen weit hergeholt, erklärt aber auch, warum Sabine Fabian selbstbewußter und reifer wirkt als ihr idiotischer Verlobter (Monika Peitsch war zu diesem Zeitpunkt 31). Insofern gibt es objektiv 4,5 Zündschnüre, subjektiv aber 6.

  • Lohn der Angst, von Henri-Georges Clouzot, 1953

    Auch ich mag "Lohn der Angst" sehr, trotz der nachvollziehbaren Kritikpunkte. Ich habe ihn schon in jungen Jahren erstmals gesehen und war entsprechend beeindruckt. Mich stört der langsame Spannungsaufbau nicht, das paßt zu der schwülen Atmosphare im Ort, wo diverse "schiffbrüchige" Gestalten sich die Zeit totschlagen. In Deutschland war der Film ursprünglich wohl um ca. 20 Minuten gekürzt (wie auch in den USA). Dann kam eine "uncut" Version von 142 Minluten auf den Markt, und die neueste britische Version soll mit 152 Minuten dem französischen Original weitgehend entsprechen.

    Aber, wer erinnert sich noch an die Szene, als der erste Laster explodiert? Woran bemerkt die Besatzung des zweiten Lasters das Unglück? Fällt Euch etwas auf?

    A propos Clouzot: als ziemlichen Schocker empfand ich beim ersten Sehen "Les Diaboliques" (Die Teuflichen) von 1955 mit Simone Signoret, Véra Clouzot und Paul Meurisse. Scheint hier im Forum noch nicht besprochen zu sein.

    Außerdem hatte er 1964 mit "L'Enfer" (Die Hölle) einen Film mit Romy Schneider begonnen aber nie fertiggestellt. 2009 erschien dazu eine 94-minütige Doku, die ich mal bei Arte gesehen habe, sehr interessant! Clouzots Drehbuch wurde 1994 von Claude Chabrol mit (der von mir sehr geschätzten) Emmanuelle Beart in der Hauptrolle umgesetzt; ein faszinierender aber auch verstörender Film.

  • Zitat
    Fand es schon damals bei den "Wallace der Woche"-Diskussionen bemerkenswert, mit welcher Aufmerksamkeit manche die Filme oder hier Folgen schauen. Ich muss gestehen, dass mir derlei Dinge nur ausgesprochen selten auffallen. Aber immer spannend zu lesen!


    Danke für die Blumen! Dass mir hier eine Unstimmigkeit aufgefallen war lag daran, dass Kommissar Ledebour beim Durchblättern der Mappe mit den Briefmarken zunächst eine Seite mit einem Bogen aufschlägt, in dem deutlich sichtbar eine Briefmarke an einer Ecke fehlt. Während ich schon dachte, die Marke müßte aus diesem Bogen stammen, hatte der Kommissar sein Aha-Erlebnis erst auf der nächsten Seite. Und dann fängt man an nachzubohren, was besonders leicht ist, wenn man die Folge am Rechner gesehen hat.
    Bei "Lohn der Angst" ist mir erstmals eine Macke aufgefallen; beschreibe ich gleich im entsprechenden Thread.

  • Das Kriminalmuseum, Folge 31: Die Kamera

    Den positiven Bewertungen von Gubanov (223) und Ray (225) kann ich mich nur anschließen. Ein von langer Hand vorbereiteter Versicherungsbetrug vor spektakulärer Kulisse mit einer geschickten Wendung am Schluß, sehr unterhaltsam. Nur ein paar kleine Anmerkungen:

    - Die etwas verbeulte Kamera aus dem Vorspann scheint in der Tat beim Ortstermin am Schluss verwendet worden zu sein. Offenbar war die Rückwand aufgesprungen, so dass
    der Film wohl ruiniert war. Mich wundert aber, dass weder der Fund der Kamera noch die Nichtverwertbarkeit der Aufnahmen je von der Polizei erwähnt wurde.
    - Als Pachmayr die Kamera am Abgrund aufstellte, war seine böse Absicht sofort erkennbar. Später ging es ihm nur noch darum sicherzustellen, dass Brugger auch wirklich
    starb und nichts Belastendes mehr sagte. Vermutlich bestand Pachmayer daher auf der gefährlichen Verlegung nach München.
    - Als Pachmayer aus dem dortigen Krankenhaus Scherff anruft, sagt er "...schreibt seinem Vater eine Beileidskarte." Hier scheint der erste Teil des Satzes zu fehlen.
    - Wie konnte sich Pachmayer von Scherff unter Druck setzen lassen? Er hatte die Bergwacht, die Krankenhäuser, den Krankentransport und die Beerdigung bezahlt, und
    hatte dann kein Geld mehr für Scherffs Mietschulden von weniger als 1000 Mark, so dass er diesen auf einen Tag nach der Auszahlung der ersten Tranche der
    Versicherungssumme vertrösten mußte? Das paßt für mich nicht zusammen.
    - Scherff war ganz schön bescheiden, sich mit 7000 DM für einen Mord abspeisen zu lassen, angesichts einer Versicherungssumme von 200000 DM; Pachmayer hatte wohl kaum
    vor, Mathilde Bechler einen größeren Teil davon zukommen zu lassen, so einfältig wie die war.
    - Ich kenne die Länge der Wanderwege um Mittenwald nicht, war aber erstaunt, wie schnell das Rettungsteam der Bergwacht die Unfallstelle erreicht hatte. Die vier waren
    immerhin ca. 2 Stunden von der vorherigen Hütte aus unterwegs gewesen. Warum hat der Hubschrauber nicht das Rettungsteam dort abgesetzt, wo er sie später abgeholt
    hat? Das wäre doch schneller gewesen.

    Trotz kleinerer Macken, knapp 4.5 Kamerastative.

    P.S. In meiner Besprechung von "Die Briefmarke" (264) hatte ich versehentlich auf Rays Beitrag 226 Bezug genommen; korrekt muß es 224 heißen.

  • Mitglied "Gubanow"Datum18.11.2020 00:09
    Foren-Beitrag von xwollsock im Thema Mitglied "Gubanow"

    Das ist in der Tat ein Verlust! Ich bin ja noch nicht lange dabei und via Kommissar ein Quereinsteiger, aber speziell Gubanovs Beiträge in dem Forum haben mich zur Registrierung animiert. Immerhin bleiben diese weiterhin sichtbar. Was ich mir schon früher gewünscht hätte wäre eine Möglichkeit, in einem Unter-Forum (z.B. Kommissar, oder Kriminalmuseum ...) die Beiträge regelmäßiger Forenten herausfiltern zu können (oder geht das schon?). Soweit ich sehen kann, hat Gubanov zumindest dort alle Folgen kommentiert, in anderen Unter-Foren scheint es ähnlich gewesen zu sein. Dann hätte man z.B. eine Alternative zum offiziellen Kommissar-Buch, die letzteres deutlich in den Schatten stellt.

    An dieser Stelle auch von mir herzlichen Dank für die wertvollen Anregungen! Bin zwar kein Wallace-Spezialist, aber die waren mindestens 5 grüne Bogenschützen wert!

  • Das Kriminalmuseum: Die Briefmarke

    In Ergänzung zu den Bewertungen 222 von Gubanov und 226 von Ray noch ein paar Anmerkungen.

    - starke Besetzung:
    * Klaus Schwarzkopf könnte auch hier schon "Finke" heißen;-)
    * über Hannelore Elsner kann man sich immer freuen, als
    Studentin hätte ich sie zwar nicht eingeordnet, aber wer weiß, wie
    es 1967 an schweizer Unis aussah.
    * Elisabeth Volkmann hätte ich nicht erkannt (vergl. Klimbim). Was mich an
    ihrer Rolle allerdings irritierte war der Unterschied zwischen ihrem
    ungezwungenen natürlichen Verhalten in der Drogerie, und der seltsamen
    Strenge zu Hause.

    - Plot:
    * Warum wurde die Postkarte von der Polizei in Saarbrücken nicht
    als Beweismittel behalten?
    * Spätestens nach dem gefakten Anruf im Saarbrücker Hotel war klar,
    dass Kruppa der Bösewicht ist, und eigentlich auch, dass Brandenbourg
    Frankfurt nicht mehr lebend verlassen hatte.
    * Was mir nicht klar ist: war die Ermordung Brandenbourgs geplant, oder
    spontan? Dass zu Beginn der Maurer unter einem fadenscheinigen Vorwand
    weggeschickt wurde scheint auf einen Plan hinzudeuten. Aber der Anruf von
    Tessin aus Saarbrücken kam doch überraschend. Das Treffen in Saarbrücken
    am Montag gleich in das Alibi für den geplanten Mord einzubauen - alle
    Achtung! Kruppa muss doch vorher schon eine Idee gehabt haben, wie er
    das Verschwinden von Brandenbourg plausibel erscheinen lassen konnte,
    wenn der Mord geplant war. Dazu scheint auch die (geplatzte) Verabredung
    mit Renate gehört zu haben.
    * Was hat es mit den Maschinen auf sich, die bei Kruppa zwecks Verkauf
    abgeholt werden? Waren die nur zu dem Zweck angeschafft/aufgestellt
    worden, um Brandenbourg zu täuschen und wurden nun nicht mehr gebraucht?
    * Als Kommissar Ledebur die Briefmarken entdeckt, scheint er einen Bogen von
    8x5 Marken vor sich zu haben. Insbesondere enthält beim Vergleich mit der
    Postkarte die obere Reihe 5 Marken. Als Ledebur dann die oberste Reihe
    abreißt, sind es nur noch 4 Marken, wobei die am rechten Rand fehlt.
    Allerdings ist sie korrekt abgerissen. Dies paßt nicht zur folgenden
    Laboranalyse, bei der sich ein Stück der Marke auf der Postkarte an dem
    Streifen findet, den Ledebur mitgenommen hat. Schade, dass man ausgerechnet
    beim wichtigsten Beweisstück geschlampt hat.

    Trotz einiger Macken eine recht ansehnliche Folge mit einem
    hochintelligenten Täter, wobei mir aber 4,5 zu hoch gegriffen scheint.
    Ich schwanke noch zwischen 3,5 und 4 Briefmarken.

  • Das Kriminalmuseum: Teerosen

    Sorry, hat ein bisschen länger gedauert, bis ich wieder Appetit auf deutsche Hausmannskost hatte.

    Gubanov (209) und Ray (220) haben diese Folge ja schon bewertet. Eigentlich hat mir der neo-realistische Stil ganz gut gefallen, ich fühlte mich gelegentlich an Melville erinnert. Insofern haben mich auch die von Gubanov bemängelten Längen nicht so gestört, sie können, geschickt eingesetzt, auch die Spannung erhöhen. Hinsichtlich der Lücken im Skript stimme ich aber mit ihm überein. Haben wir eigentlich schonmal einen Kommissar als Opfer gesehen? Und Dunja Rajter war klasse ;-)

    Die Bewertung sehe ich bei mindestens 3,5 Teerosen, vielleicht sogar 4.

  • Die Bewertungen von Die Reisetasche von Gubanov (207) und Ray (219) möchte ich nur insofern ergänzen, als meinem Eindruck nach eine gewisse homo-erotische Spannung zwischen Felix Hochstädter und René Charlot zu bestehen scheint. Zu Beginn wurde auch explizit festgestellt, dass Hochstädter mit seinen nunmehr 42 Jahren nicht verheiratet ist. Die späteren Szenen zwischen beiden in München haben diesen Eindruck noch bestärkt. Irre ich mich da, oder ist es so offensichtlich, dass man es gar nicht erwähnen muß?

    Auch ich sehe das Potential der Folge nicht ausgeschöpft, aber sie liegt sicher im guten Mittelfeld: 3,5 Punkte.

    In der nächsten Woche bin ich nicht da, mal sehen, wann ich zu den restlichen Folgen komme.

  • Ich kannte das Kriminalmuseum vorher nicht, den ersten Fernseher haben wir erst 1968 angeschafft. Später habe ich diverse Folgen des Kommissars sehen dürfen. Die Gesamtbox hatte ich im letzten Jahr angeschafft, einerseits aus Nostalgie, andererseits um meinem Vater im Pflegeheim Alternativen zum gewöhnichen Fernsehprogramm zu bieten, was er aber leider nicht wahrgenommen hat. Beim Recherchieren nach einzelnen Folgen bin ich dann auf dieses Forum gestoßen und erfuhr hier davon, dass Erik Ode beim ZDF schon eine Vorgeschichte hatte, etwa im Kriminalmuseum.

    Inzwischen habe ich auch "Die Telefonnummer", "Die Kiste" und "Die rote Maske" gesehen und kann den bisherigen Bewertungen im wesentlichen zustimmen.

    Warum uns in "Die Telefonnummer" sowohl der überfall auf die Sparkasse als auch der Unfall auf der Flucht vor der Polizei vorenthalten werden, dafür aber die Fahrt durch die Kiesgruben(?) und die Schießerei am Waldrand ziemlich ausgewalzt wird, ist mir unverständlich. Ist das derselbe Ford 12 M aus "Der Barockengel", mit dem Franz Loibl zu Beginn verfolgt wird? Lustig auch die Szene, als Loibl nach Durchquerung des Waldes den Wagen mit seinem Taschentuch säubert. Da schon Klaus-Jürgen Wussow als geeignetere Besetzung für Banner vorgeschlagen wurde, wie wäre es mit Klaus Kinski für Loibl?
    Laut Protokoll hat sich die Schießerei über eine Distanz von ca. 40m abgespielt. Der Kameraschwenk hin zum verschiedenen Loibl erscheint mir aber weiter.

    Die Lebedame (so hieß das wohl damals) Lydia Dresen, der anscheinend beide Gauner verfallen waren, überzeugt aus heutiger Sicht natürlich nicht; ihre Szenen lösten bei mir eher ein starkes Unbehagen aus, wie auch die alkoholgeschwängerte Party am Ende, mit der zweiten wilden Tänzerin. Cinematisch war diese allerdings gut umgesetzt.

    Einziges Highlight: der lustige Umgang der beiden Ermittler miteinander (speziell Helmut Fischers Rolle).

    "Die Kiste" war dann eine wahre Erholung, mit nahezu humoristischem Einschlag. Auch ich hätte Herrn Köpke die Flucht nach Österreich gegönnt (zumal ich Berchtesgaden und Umgebung aus früheren Familienurlauben kenne). Rundum gelungene Unterhaltung mit einem bärenstarken Wolfgang Kieling als Hubert Köpke und Heinz Engelmannals als recht wackerem, wenn auch glücklichen Kommissar Reisert!

    Bei "Die rote Maske" schienen mir die Schüler zu Anfang gleich verdächtig, aber für den Kommissar konnten sie es kaum sein. Die kleinteilige Ermittlungsarbeit, die schwierigen Vorgestzten, die Besessenheit des Kommissars auch Monate nach der Pensionierung hinsichtlich deses Falles, der ja zunächst eine schlimme Niederlage für ihn darstellte: ich fühle mich fast ein wenig an "Bosch" erinnert (meine absolute Lieblingsserie).

    Bewertung: 2,5, 4,5 bzw. 5 Punkte.

  • Ich lese Eure Bewertungen (hier speziell die von Gubanov (193) und Ray (210)) erst, nachdem ich die Episoden angeschaut habe. So fand ich die ersten knapp 20 Minuten der Folde "Das Amulett" recht vielversprechend: moderner dynamischer Chef-Ermittler Derksen (nicht so betulich wie bisher meist), gruseliges Ruhrpot-Flair, nette Coverband der Spencer Davis Group (Keep On Running). Umso größer dann die Enttäuschung, dass der "große Coup" dann völlig in sich zusammenfiel. Selbst aus inkompetenten Verbrechern hätte sich doch eine spannende Geschichte basteln lassen, da diese besonders gefährlich, da unberechenbar, sind. Aber hier: Fehlanzeige. Die Verfolgungsjagt der beiden Möchtegern-Ganoven samt Schießerei und hinterherlaufender Freundin Elke des einen: einfach lächerlich. Immerhin konnte man eine morbid-schöne Industrie-Anlage ins Bild setzen. Die ursprüngliche Sympathie für Elke Maschurek wich bald dem Erstaunen darüber, wie sie einen so doofen Freund haben konnte und auch noch behalten wollte. Das Drehbuch scheint dem großen Plan der Gauner nur wenig nachgestanden zu haben. Wie heißt es im Englischen so schön: howling ineptitude.

  • Der Italo-WesternDatum16.07.2020 01:53
    Foren-Beitrag von xwollsock im Thema Der Italo-Western

    Danke für den Tipp, kannte ich bisher nur dem Namen nach. "Unforgiven" habe ich 1992 in den USA gesehen, am nächsten Tag gleich nochmal, so hat mich dieser Film beeindruckt ;-)

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