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  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Sehr interessanter Thread, den man m.E. aus aktuellem Anlass mal wieder hervorkramen sollte, denn mindestens die Mitspieler des Epigonen-Grand-Prixs stehen oder standen vor der Frage, inwieweit ein Film als stilverwandt zu bezeichnen ist, wobei ich hier für die Zwecke des Wettbewerbs mal unterstelle, dass wir die Termini "stilverwandt" und "Epiogone" als synonyme Begriffe verwenden, obschon man dies - wie oben dargestellt - auch anders sehen kann.

    Die Diskussion scheint, wenn man die letzten Beiträge und deren Datum zum Maßstab nimmt, ein wenig ins Stocken geraten zu sein. Es ist mithin nicht gelungen, sich auf eine Epigonen-Definition oder zumindest allgemein anerkannte Kriterien zur Beantwortung der Frage zu einigen. Scheinbar hat man es aufgegeben mit der Folge, dass jeder das als Epigonen bezeichnet, was er darunter versteht, wobei er vermutlich zumindest unbewusst gewisse Kriterien in seinem Gehirn abspult, auch wenn er meint, die Zuordnung eher "gefühlsmäßig" vorzunehmen.

    Wie es sich anbietet, wurde in der Diskussion oben zunächst von einer Definition aus dem Wörterbuch ausgegangen. Jene des Online-Dudens lautet etwa: Ein Epigone ist jemand, "der in seinen Werken schon vorhandene Vorbilder verwendet oder im Stil nachahmt, ohne selbst schöpferisch, stilbildend zu sein." Klare Fälle bekommt man mit dieser Definition sicher problemlos in den Griff, aber um solche geht es dummerweise ohnehin nicht, weil man hier über die unterschiedlichsten Wege doch in aller Regel zum gleichen Ergebnis kommt. Für die problematischen Fälle müssten dann aber die Definitions-Elemente wie "stilbildend" genauer aufgeschlüsselt werden. Diese Mühe werden sich realistischerweise die wenigsten machen.

    In der Folge gab es verschiedene Ansätze, Wallace-Epigonen ein wenig losgelöst von der allgemeinen Definition zu bestimmen.

    -@Georg schlug etwa vor, sich auf bestimmte Kriterien zu einigen, anhand derer man die Epigoneneigenschaft bestimmen könne. Letztlich verleiht man damit der Zuordnung eine gewisse Objektivität (auch wenn bei der Frage, ob ein Kriterium erfüllt ist oder nicht, freilich wieder Wertungsspielräume bleiben).

    -@Peter Ross unternahm den Versuch, die von Georg vorgeschlagenen Kriterien einer bestimmten Wertigkeit zuzuordnen und die erreichte Gesamtpunktzahl an einer Tabelle mit verschiedenen Stufen auf ihre Stilverwandtschaft hin zu überprüfen. Zudem plädierte er dafür, das Selbstverständnis der Verantwortlichen (Regisseure, Produzenten...) miteinfließen zu lassen.

    -Schließlich schlug @Gubanov vor, die Einhaltung gewisser Qualitätsstandards zum entscheidenden Kriterium zu machen. Dabei erkannte er selbst die Problematik, dass dieses Kriterium höchst subjektiv und empirisch nicht nachweisbar ist. Ich persönlich halte diesen Ansatz auch insoweit für verkehrt, weil er sich zu sehr von der Ur-Definition entfernt. "Nachahmer" haben es - gerade zu jener Zeit - an sich, die Qualitätsstandards, welche die "Originale" erfüllen, nicht vorzuweisen. Unter Zugrundelegung dieses Kriteriums würde etwa nahezu das gesamte Eurospy-Subgenre wegbrechen, weil die allermeisten dieser Filme nicht mal im Ansatz die Qualitätsstandards der Bond-Filme erreichten. Bei Wallace sähe das nicht viel anders aus.


    All diese Überlegungen zeigen, dass es schwierig wird, sich auf einen Ansatz zu einigen. Ich persönlich halte es daher in Konsequenz für realistisch und daher auch richtig, auf Basis der Ur-Definition des Epigonen eine freie Gesamtschau verschiedener Kriterien vorzunehmen, anhand derer jeder mit eigenen Präferenzen im Detail die Zuordnung vornimmt. Letztlich bleibt es so eine Frage der Argumentation und des Einzelfalles. Hat man einige der o.g. Kriterien auf seiner Seite, wird man immer zu vertretbaren Ergebnissen kommen. Dies geht zwar auch auf Kosten der objektiven Nachprüfbarkeit, fördert aber die angeregte Diskussion hier im Forum. Und dies ist sicher im Interesse aller hier.

    Ich gehe daher auch nicht schematisch vor, als "Faustformel" richte ich mich aber primär nach Inhalt und Form und sekundär nach dem Personal. Heißt in concreto: Sobald ersteres "typisch Wallace" (natürlich auch wieder eine Wertungsfrage) ist, ist es ein Epigon. Wallacetypisches Personal alleine reicht nicht, es muss schon eine gewisse inhaltliche Nähe haben. Demnach wäre etwa "Ein Alibi zerbricht" oder "Sieben Tage Frist" in meinen Augen kein "Nachahmer", "Ein Sarg aus Hongkong" hingegen schon.


    Abschließend eine Frage meinerseits: Wie seid ihr vorgegangen bzw. welche Ideen habt ihr für die nähere Bestimmung?

  • Bond 25DatumGestern 21:55
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Hier erklärt er ja, dass er glaubt, dass es sein letzter wird. Aber das muss ja bekanntlich nichts heißen, gerade bei ihm, der ja kurz nach Drehende von "Spectre" noch ganz andere Töne von sich gab...

    Aber das ist doch jetzt eine Nachricht, mit der die meisten denke ich gut leben können. Von nun an wird sich die Gerüchteküche folglich auf andere Fragen konzentrieren (Wer führt Regie? Wer sind die Bond-Girls? Kehrt Christoph Waltz tasächlich als Blofeld zurück? Wo wird gedreht?) Es bleibt also auch in den kommenden Monaten und Jahren spannend um "Bond 25"!

  • Bond 25DatumGestern 08:45
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Nun ist es offiziell: Daniel Craig übernimmt auch in "Bond 25" die Rolle des Doppelnullagenten!


    http://www.007.com/daniel-craig-return-james-bond/

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    James Bond 007 - Stirb an einem anderen Tag (Die Another Day)

    Regie: Lee Tamahori

    Darsteller: Pierce Brosnan, Halle Berry, Toby Stevens, Rosamund Pike, Rik Yune, Will Yun Lee, Judi Dench, John Cleese, Samantha Bond, Michael Madsen u.a.



    Wegen des vierzigjährigen Jubiläums warteten die Produzenten diesmal drei Jahre, bis sie einen neuen Bond-Film auf die Leinwand brachten. Und es gab gleich noch ein Jubiläum, schließlich handelte es sich um den zwanzigsten Bond-Film von Eon Productions.

    Im Jahre 2002 war der Film mehr oder weniger eine konsequente Fortführung des seit „Der Morgen stirbt nie“ eingeschlagenen Weges, so absurd das Endprodukt fünfzehn Jahre später und durch das inzwischen mithilfe der Craig-Ära geschulte Auge der Bond-Zuschauer mitunter wirken mag. Bemerkenswert war im Grunde lediglich der Einstieg, welcher Bond wieder ein wenig zu erden scheint (ein Trugschluss!) sowie die Idee, die Geschichte während der Credits weiter zu erzählen.

    Nach wirklich gelungenen ersten dreißig Minuten baut der Film allerdings spätestens gegen Mitte des Films stark ab und outet sich (wohl unfreiwillig) mehr und mehr als (Edel-)Trash-Vergnügen. Was den Film letztlich rettet und von „GoldenEye“ abhebt, sind die exotischen Locations (allen voran natürlich Island, aber auch das durch Cádiz gedoubelte Kuba setzen Akzente) und ein paar sehr gelungene Action-Sequenzen. Wie schon in „Die Welt ist nicht genug“ kreierte man eine einwandfreie Eröffnungssequenz, die Verfolgungsjagd mit den Luftkissenbooten macht großen Spaß. Gleiches gilt für die Auto-Verfolgungsszene auf dem Eis. Das sind Bilder, die man im Action-Kino so noch nicht gesehen hat, dabei gut unterhalten und sich noch im (weit gesteckten) Rahmen des bei Bond Glaubwürdigen bewegen.

    Leider krankt der Film ebenso wie der spätere gleichfalls von Tamahori zu verantwortende „xXx – The Next Level“ mit Ice Cube an überzogenen und schlecht gemachten CGI-Action-Szenen. Die „Wellenreiterszene“ in Island ist inzwischen schon fast legendär, doch man ist immer wieder aufs Neue überrascht, dass man von Seiten der Produzenten so etwas im fertigen Film belassen hat. Vielleicht lag es an der Zeitnot, die bei diesem Bond-Abenteuer während der Produktion aus verschiedenen Gründen besonders ausgeprägt gewesen sein soll. Dagegen wirkt das mindestens ebenso oft zitierte unsichtbare Auto fast schon harmlos. Damals waren die Produzenten um Broccoli und Wilson scheinbar noch der Meinung, dass sowas zu den oft zietierten „certain elements“ zähle, die ein Bond-Film haben müsse. Sie sollten ihre Meinung schon bald radikal ändern.

    Wie schon Vorgänger-Bösewicht Renard wirken Gustav Graves und Zao wie aus der Comic-Mottenkiste entsprungen. Nur ist hier keiner von beiden in einen Bottich mit einer giftigen Substanz gefallen oder von einer Schlange gebissen worden, nein, Graves hat sich einer Genmanipulation (!) unterzogen und hat ein völlig verändertes Aussehen (einst asiatisch, nunmehr europäisch), bei Kollege Zao ist sie leider missglückt, weswegen dieser jetzt wie ein Albino mit diamantschimmernden Kratzern aussieht. Solche Figuren machen es den Schauspielern nicht leicht, dafür ziehen sich Toby Stevens (Graves) und Rick Yune (Zao) noch achtbar aus der Affäre. Die „Bedrohung“, die von Ihnen ausgeht (eine kuriose Satellitenwaffe), ist freilich in der Form kaum ernst zu nehmen und interessiert daher letzten Endes auch nicht wirklich. An dieser Stelle zeigt sich einmal mehr die inhaltliche Belanglosigkeit der Brosnan-Bonds.

    Bei den Bond-Girls landete man zwei vermeintliche Volltreffer: Halle Berry und Rosamund Pike. Doch während Berry zwar optisch ein echter Hingucker ist, bleibt ihre Rolle recht fad und eindimensional: ein bisschen weniger „toughness“ hätte Figur und Darstellung gut getan. Die Reminiszenz an die bekannte Andress-Bikini-Szene aus „Dr.No“ bewegt sich durch die übermäßige Zeitlupe und das übertriebene Sich-durchs-Haar-Streichen am Rande der Lachnummer. Gleiches gilt für den sich anschließenden flachen Flirt zwischen Jinx und Bond. Rosamund Pike wirkt bei ihrem ersten großen Film noch ein wenig unreif und zieht gegenüber Berry doch klar den Kürzeren.

    Pierce Brosnan agiert souverän, der Verzicht auf „emotionale Tiefe“ erweist sich bei seiner Auslegung der Bond-Rolle als Vorteil, zumal er damit noch in jedem seiner bisherigen Filme Schiffsbruch erlitten hat. Man darf also getrost von seinem besten Auftritt als Doppelnullagent sprechen.

    Die Techno-Mucke von einem Titellied, vorgetragen von Madonna, ist natürlich gewöhnungsbedürftig und löste zwangsläufig Kontroversen aus, passt aber irgendwie zu dem trashigen Gesamteindruck. Rückblickend kann man sich jedenfalls nur schwer vorstellen, wie ein weiterer Bond mit Brosnan ausgesehen hätte. Noch höher, noch weiter? Oder hätte man eventuell sogar analog zu „In tödlicher Mission“ versucht, Bond mit bewährtem Darsteller wieder ein wenig zu erden? Letztlich egal, die Produzenten entschieden sich für einen Neuanfang mit einem neuen Gesicht in der Hauptrollen. Und das war auch gut so, denn insgesamt handelt es sich bei „Stirb an einem anderen Tag“ um einen (weit) unterdurchschnittlichen Bond-Film.


    An diesem (Edel-)Trash-Spektakel dürften nicht wenige Bond-Fans verzweifeln. Gerade noch 3 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Noch so ein Film, auf den ich durch den Epigonen-Grand Prix mal wieder gestoßen wurde. Ist wirklich top besetzt, Kritiken im Thread sind solide bis gut und im Epigonen-Auf-und-Ab hat er letztes Jahr einen sicher hochverdienten 2. Platz belegt.

    Auch hier wartet der Interessent auf eine Veröffentlichung. Komisch, wo doch die ganzen anderen "Hongkong-Reißer" von Hartwig schon länger auf DVD erhältlich sind. Allein wegen der Hauptdarsteller würde mich der Film schon reizen. Also liebe Klassiker-Labels, wie wäre es?

  • Der Killer von Wien (1971)Datum14.08.2017 17:13
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Ja, davon hab ich auch gehört. Gleiches gilt für "Der Schwanz des Skorpions". Aber konkrete VÖ-Termine sind mir leider nicht bekannt.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Kann ich gut nachvollziehen, fühle mich im Giallo-Genre auch nicht 100%ig wohl. Es gibt schon welche, die mir gefallen haben, aber im Schnitt schneiden sie bei mir weniger gut ab als die meisten anderen hier behandelten (Sub-)Genres. Mal zu billig, mal zu verträumt, die (für mich) richtige Mischung hab ich eher selten vorgefunden. Dies und der Umstand, dass die deutschen Versionen der Filme doch recht teuer sind, sind die Gründe, warum meine Sammlung in diesem Bereich nur sehr überschaubar ausfällt.

  • Blutige Seide (1964)Datum13.08.2017 21:15
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Im Schatten der Blu-Ray-DVD-Kombo wird auch die alte DVD von ems, die zeitweise zu Mondpreisen gehandelt wurde, wieder günstig angeboten.

    https://www.amazon.de/Blutige-Seide-Came...s=Blutige+Seide

  • Der Killer von Wien (1971)Datum13.08.2017 21:09
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Wer den Film noch nicht kennt/hat und durch Percy Listers Rezension Interesse am Film bekommen hat, dem sei gesagt, dass FilmArt inzwischen eine Einzel-Disc von "Der Killer von Wien" veröffentlicht hat (die vorherige 2-Disc-Version war schon länger vergriffen). Die neue Disc ist schon für 10-15€ zu haben, was für Giallo-Filme auf dem deutschen Markt ja durchaus günstig ist.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Zitat von Percy Lister im Beitrag #1
    George Hilton (geb. 1934 in Montevideo / Uruguay) entpuppt sich immer mehr als einer meiner liebsten Giallo-Schauspieler.


    Kann ich gut verstehen. Geht mir genauso, auch wenn ich im Giallo nicht so bewandert bin. Aber in "Der Killer von Wien", "Der Schwanz des Skorpions", "Die Farben der Nacht", "Das Geheimnis der blutigen Lilie" und eben "Der schöne Körper der Deborah" hat er mich stets überzeugen können.

    Insofern hat deine Besprechung von "My dear killer" durchaus mein Interesse geweckt.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Durch die Nominierungen beim Epigonen-Grand-Prix mal wieder drauf gestoßen. Noch so ein Film, der eigentlich schon längst durch Pidax oder Filmjuwelen hätte veröffentlicht werden müssen. Hat hier jemand eine Ahnung, warum das noch nicht passiert ist? Der Film ließe sich doch allein wegen Fuchsberger in der Sparte wunderbar vermarkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Meine Wertungen sind raus. Bin schon sehr gespannt, wer es so alles in die Endausscheidung schafft. Habe gesehen, dass der letzte Epigonen-Grand-Prix 2012 durchgeführt wurde. Zu der Zeit fing ja etwa die große Veröffentlichungs-Welle durch Pidax und dann Filmjuwelen an. Insofern dürften inzwischen den Teilnehmern mehr Filme bekannt sein.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #8

    Kann mich den überwiegend sehr positiven Stimmen zu diesem Film nur anschließen. Man darf keinen typischen Giallo erwarten, insofern ist der Film möglicherweise für Leute, die mit diesem Genre nicht viel anfangen können (noch) besser geeignet. Entgegen dem irreführenden Titel ist „Der schöne Körper der Deborah“ ein hochwertiger, weit überdurchschnittlicher Thriller mehr im Stile eines Hitchcock, der generell für Krimi- und Thrillerfreunde von Interesse sein sollte.



    Hab da damals auch vor allem an dich gedacht, @patrick. Glaube auch, dass der was für dich sein könnte. Da dir "Der Killer von Wien" ja auch ganz gut gefallen hat, könnte außerdem der von mir eben im Grand-Prix-Thread erwähnte "Der Schwanz des Skorpions" dir vielleicht auch gefallen. Gleicher Regisseur, z.T. gleiche Schauspieler. Allerdings Anfang der 1970er entstanden.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Bei den vielen Gialli, die genannt wurden, bereue ich es fast ein wenig, dass ich auf eine Nennung von "Der Schwanz des Skorpions" verzichtet habe. Der spielt schließlich z.T. in London, hätte storymäßig auch ein Wallace sein können und optisch/inszenatorisch ein Wallace-Giallo. Da die Gialli im offiziellen Wallace-Kanon ja nur eine kleine Nische besetzen, hab ich mich jedoch dafür entschieden, auf eine Nominierung zu verzichten, zumal ja noch die BEW-Gialli und mit ziemlicher Sicherheit auch "Vier Fliegen" hinzukommen werden.

    Ansonsten sind auch mir bestehende Lücken einmal mehr vor Augen geführt worden, vor allem im Bereich der Abenteuer-Krimis. Aber das ließe sich ja ggf. teilweise noch rechtzeitig nachholen.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug (The World Is Not Enough) (GB/USA 1999)

    Regie: Michael Apted

    Darsteller: Pierce Brosnan, Sophie Marceau, Robert Carlyle, Denise Richards, Judi Dench, Robbie Coltrane, Desmond Llewelyn, John Cleese, Samantha Bond u.a.



    Mit „Die Welt ist nicht genug“ machte man auf der spätestens durch „Der Morgen stirbt nie“ festgelegten Formel weiter. Formal alles reinpacken, was (scheinbar) die Bond-Filme ausmachen, nur alles etwas größer als bei Brosnans Vorgängern.

    Das gelingt – mit Abstrichen – beim dritten Auftritt des Iren auch ganz gut. Gleich die Eröffnungssequenz ist die mit Abstand beste seit „Moonraker“ und eine der stimmigsten überhaupt. Zunächst der Sprung an einem Seil aus dem Fenster, anschließend die spektakuläre Bootsverfolgungsjagd über die Themse. Hier kommt vor allem auch der Witz nicht zu kurz. Ob die Sequenz, wie Bond sich unter Wasser die Krawatte zurechtrückt (okay, das wäre bei Moore noch weitaus besser rübergekommen, aber immerhin) oder jene, in der die arglosen Polizisten von jetzt auf gleich vom Boot pitschnass gemacht werden. Dies sind Momente klassischer Bond-Unterhaltung, die man zuletzt vermisst hat. Auch die Szenen im Schnee wissen wie immer zu gefallen inklusive der „luftigen“ Verfolger. Eine nette Umkehr typischer Bond-Klischees hat man dort noch eingebaut: als einer der Verfolger in den Abgrund zu sinken scheint, schickt ihm Bond – wie schon so oft in der Reihe gesehen – noch einen trockenen Spruch hinterher und ist dann wie das Publikum umso verdutzter, als sich dieser wieder erhebt.

    Die Story ist einmal mehr nicht überragend, aber im Rahmen der Brosnan-Filme vielleicht noch die interessanteste. Das liegt vor allem an der Figur Elektra King bzw. der Performance durch Sophie Marceau, welche sicher zu den überzeugendsten Bond-Darstellerinnen zu zählen ist. Obgleich recht schnell klar wird, auf wessen Seite sie steht, schaut man der Entwicklung der Figur gerne zu. Marceaus abgekühlte, aber gleichzeitig verführerische Art gibt dem Film seine besondere Würze. Selten hat man bei einem Brosnan-Bond so sehr mitgefiebert wie in der Szene auf dem Henker-Stuhl. Nichts Positives lässt sich hingegen über Kollegin Denise Richards sagen. Wie die Produzenten darauf kamen, dieses personifizierte Playboy-Bunny als eine promovierte (!) Wissenschaftlerin zu besetzen (tut mir leid für die Stereotypen), bleibt wohl deren Geheimnis. Sobald sie die Szenerie betritt, hat der Zuschauer regelmäßig das Gefühl, in einem „Porno mit Handlung“ gelandet zu sein. Völlig zu Recht wurde sie mit der „Goldenen Himbeere“ als schlechteste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Ebenfalls nicht sonderlich überzeugend präsentiert sich der – ob seiner verkorksten Figur zu bemitleidende – Robert Carlyle. Renard hat eine Kugel im Kopf, die nicht operativ entfernt werden konnte und ihn langsam tötet. Bis dahin geht er fröhlich weiter terroristischen Aktivitäten nach. Die Figur wirkt wie frisch aus einem der Trash-Batman-Filme von Joel Schuhmacher entsprungen. Ziemlich abgedroschen kommen auch langsam die bemüht doppeldeutigen Bemerkungen zwischen Bond und Moneypenny daher, mal wieder im Zusammenhang mit Liebschaften Bonds, die er „nebenberuflich“ unterhält. Ob Therapeutin, Dänischlehrerin oder jetzt Ärtzin, überall lobt man sein überragendes „Stehvermögen“. Nun ja.

    Ein guter Schachzug war es hingegen, Robbie Coltrane aus „GoldenEye“ zu reaktivieren. Sein Valentin Dimitrovich Zukovsky sorgt für den ein oder anderen Lacher. Einen mehr als würdigen Abschied bescherten die Autoren zudem Desmond Llewelyn. An dieser Stelle kommt bei dem geneigten Bond-Fan kurzzeitig Wehmut auf. Llewelyn starb noch im Erscheinungsjahr an einem Autounfall und hätte so ohnehin ersetzt werden müssen. Umso schöner, dass man ihm einen derartigen Abgang bescherte. Der Titelsong ist ebenfalls im Stil von „Tommorrow never dies“ gehalten, was an Komponist David Arnold liegen dürfte. Keine Sternstunde, aber hörbar.

    Alles in allem dürfte es sich trotz aller Kritik um den besten Brosnan-Bond handeln, obschon ihm ähnlich wie dem Vorgänger mit zunehmender Laufzeit ein wenig die Luft ausgeht. Dann zieht er allerdings bei der Henker-Szene nochmal an, um dann in ein mal wieder langatmiges Finale zu münden. Dennoch bietet „Die Welt ist nicht genug“ immerhin zwei Stunden durchschnittliche Bond-Unterhaltung.


    Dank starker Eröffnungssequenz und der überzeugenden Sophie Marceau der beste Brosnan-Bond. Dennoch offenbart auch „Die Welt ist nicht genug“ einige Schwächen, weswegen der Bond-Fan auf einen rundum gelungenen Brosnan-Bond leider vergeblich wartet. Noch 3,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Da ich den Newsletter von Hörplanet nicht abonniert habe und mich sonst auch nicht allzu sehr mit der Hörspielszene und deren Rentabilität beschäftige (dass man heutzutage mit sowas keine Reichtümer verdient, war mir allerdings klar), kommt diese Nachricht für mich doch sehr überraschend, zumal - wie ja schon erwähnt wurde - ein weiterer Titel bereits angekündigt worden war.

    Ich kann mich dem Wunsch bzw. der Hoffnung Gubanovs nur anschließen, dass die Reihe durch ein anderes Label fortgeführt werden kann.

    Für den Fall, dass dem nicht so sein sollte, an dieser Stelle von meiner Seite ein großes Dankeschön an @Mr. Wooler, der mit Sicherheit eine Menge Herzblut in das Projekt gesteckt hat und die Wallace-Romane (soweit ich das beurteilen kann) sehr gut bearbeitet hat. Ich werde die Hörspiele in Ehren halten!

  • Bond 25Datum11.08.2017 21:58
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Man darf auch nicht vergessen, dass Leute wie wir nicht unbedingt das Zielpublikum sind/wären. Sollte der ca. 2022 in die Kinos kommen, haben zu dem Zeitpunkt vielleicht 10-15% das Original gesehen und nicht wenige davon dessen Qualität verkannt... ("Ja, das war mit so einem Unbekannten."). Am Original messen müsste sich der Film vermutlich nur bei einem Bruchteil der Zuschauer. Erfolg würde der Film - wie jeder andere Bond auch - sowieso haben. Insofern spricht eigentlich nicht viel dagegen, auch wenn es natürlich erstmal nur ein Gerücht ausgehend von einer nicht unbedingt seriösen Zeitung ist, da muss man @Marmstorfer natürlich beipflichten. Spannend ist der Gedanke - und da bin ich bei @patrick - trotzdem.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    James Bond 007 - Der Morgen stirbt nie (Tomorrow never dies) (GB 1997)

    Regie: Roger Spottiswoode

    Darsteller: Pierce Brosnan, Jonathan Pryce, Michelle Yeoh, Teri Hatcher, Götz Otto, Ricky Jay, Joe Don Baker, Judi Dench, Samantha Bond, Desmond Llewelyn u.a.



    Nachdem in finazieller Hinsicht großen Erfolg des Brosnan-Debüts verlor man keine Zeit und kehrte sofort in den alten Zwei-Jahres-Rhythmus zwischen den Filmen zurück. Ganz offenbar hatte man mit Pierce Brosnan einen Darsteller gefunden, den das Kinopublikum der 1990er annahm.

    "Der Morgen stirbt nie" ist in vielerlei Hinsicht besser als der erste Brosnan-Film "GoldenEye", dennoch auf die ganze Reihe bezogen immer noch unterdurchschnittlich. Die Action ist bis auf den eher öden Showdown durchaus gelungen. Die Pre-Title-Sequenz ist kurz und knackig, die Motorradfahrt, bei der Bond und die von Michelle Yeoh verkörperte chinesische Agentin durch das fiktive Saigon jagen und sogar über Dächer springen, macht Spaß. Die Sache mit dem ferngesteuerten Auto ist sicher grenzwertig, aber immer noch amüsant.

    Da ist man gleich beim richtigen Stichwort, denn Platz für unfreiwilliges Amüsement ist wie immer in der Ära Brosnan reichlich vorhanden. Ob die völlig überzogene und einem Rumpelstilzchen ähnelnde Darstellung Jonathan Pryce´ als übergeschnappter Medienmogul oder die eher vergeblichen Bemühungen, durch die Beziehung Paris-Bond emotionale Tiefe in die Materialschlacht zu bringen, seien nur beispielhaft erwähnt. Generell lässt die schauspielerische Performance zu wünschen übrig. Dass Götz Otto mit seinem überschaubar anspruchsvollen Part bereits an Grenzen stößt, ist offensichtlich. Auch Teri Hatcher macht in darstellerischer Hinsicht keine besonders glückliche Figur. Michelle Yeoh holte man wohl eher wegen ihrer Popularität in Fernost, blöd nur, dass sie ihre originären Talente, nämlich die persönliche Vornahme spektakulärer Stunts und Fights, aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht zeigen durfte. So verpufft auch ihr Engagement weitgehend. Pierce Brosnan zeigt sich etwas verbessert, bleibt aber insgesamt klischee- und schablonenhaft in der Rolle des Doppelnullagenten.

    Die Story ist im Ansatz nicht uninteressant und auch heute noch von Relevanz, schießt aber letztlich ebenso übers Ziel hinaus wie Jonathan Pryce mit seiner Darbietung des Elliot Carver. Schon jetzt beginnen die überlebensgroßen Missionen der Brosnan-Ära zu ermüden. Scheinbar war man zu dieser Zeit (mal wieder) der festen Überzeugung, das Publikum würde Bond nur gutheißen, wenn man den geliebten Agenten auf storytechnisch dünnem Eis durch die Welt hetzen lässt.

    Enttäuschend "neumodisch" fallen die Titelcredits aus, hier wird die Klasse Maurice Binders schmerzlich vermisst. David Arnold zeigt sich erstmals für die Musik verantwortlich. Der Titelsong Sheryl Crows passt sich dem Niveau des Films an, im Vergleich zu vorangegangen Liedern erreicht man wenn überhaupt durchschnittliches Niveau. Ansonsten fällt auf, dass Arnold in den Szenen, die in Deutschland verortet sind, "typisch deutsch" auf elektrolastige Untermalung setzt.

    Alles in allem unterhält der Film bei alllen Schwächen über weite Strecken ordentlich, fürs Finale hätte man sich aber etwas kreativeres ausdenken dürfen. Diese heruntergekurbelte Materialschlacht beeindruckt zumindest heute keinen mehr.


    Solide unterhaltendes Bond-Abenteuer mit gutem Tempo, teilweise starker Action, aber Schwächen in puncto Story und schauspielerischem Niveau. 3 von 5 Punkten.

  • Wallace & Blu-rayDatum10.08.2017 08:58
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    All jene, die sich auf die Veröffentlichung der Wallace-Edition 3 bzw. der "konzentrierten Box des katastrophalen Kapuzenkitschs" (@Gubanov) im September gefreut haben, müssen sich noch etwas gedulden. Neuer Termin ist der 01.12..

    http://www.bluray-disc.de/blu-ray-news/f...del-erhaeltlich


    Btw: Hat jemand hier Informationen, wie sich die Blu-Ray-Editionen bisher verkauft haben?

  • Bond 25Datum08.08.2017 08:52
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Neuen Gerüchten zufolge soll Craig noch zwei Filme drehen, "Bond 25" und - jetzt kommt´s - ein Remake von "Im Geheimdienst Ihrer Majestät".

    http://www.filmstarts.de/nachrichten/18513901.html

    Musste kurz darüber nachdenken, was ich davon halten soll. Irgendwo ist es ja konsequent, wenn man schon die Gschichte von 007 von der ersten Mission neu aufrollt, auch diese wichtige Etappe seines Lebens zu zeigen. Zudem hat Craig schon gezeigt, dass ihm auch ernsthafte Romanzen liegen (s. Vesper Lynd in "Casino Royale"). Außerdem könnte man natürlich sagen, dass sich die Filme zu einem gewissen Maß ohnehin aus den altbekannten Zutaten und Versatzstücken zusammensetzen, warum dann kein Remake? Nicht zuletzt könnte es dem scheinbar immer noch überwiegend in Fan-Kreisen anerkannten George Lazenby samt seinem einzigen Bond-Film nochmal einen Schub geben. Gerade unter den jungen Leuten werden die alten Filme denke ich inzwischen nicht mehr so viel geschaut, da sie ja weitgehend im Nachtprogramm verschwunden sind. Konsequenz wäre zudem wohl, dass wir Christoph Waltz ebenfalls noch zwei weitere Male als Blofeld sehen würden.

    Auf der anderen Seite ist es schon auch ein künstlerischer Offenbarungseid bzw. ein weiteres Anhängen an algemeine Trends in der Filmwelt. Bin auf jeden Fall gespannt, ob etwas draus wird. Zunächst kommt ja auf alle Fälle "Bond 25" - wohl ziemlich sicher mit Daniel Craig.

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Ray
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