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  • Edgar-Wallace-Adventskalender 2017Datum11.12.2017 13:57
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Hab es schon im Gefühl gehabt, dass Tür 10 eigentlich einfach ist und ich nur den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe. Muss da heute Abend nach der hoffentlich erfolgreichen Suche nach der Lösung zu Tür 11 nochmal unvoreingenommen ran.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Dass ich den Film nicht vollends verstanden habe, mag sein. Das mit den drei Zeitebenen ist jedoch klar (die Vergangenheitsbilder sind ja eindeutig der Vergangenheit zuzuordnen und dass Frl. Luise Geschehnisse voraussehen kann, wird von der Klaus Schwarzkopf-Figur explizit gesagt). Die Funktion des Anhaltens der Bilder war mir nicht so ohne weiteres klar, aber rückblickend kamen sie regelmäßig vor Zeitsprüngen, dies leuchtet also definitiv ein.

    Trotzdem ist es für mein Empfinden aus narrativer Sicht verfehlt, Fräulein Luise, die ausgehend vom Haupt-Handlungsstrang nur eine Randfigur darstellt, zur Quasi-Hauptfigur zu machen, indem man ihr die Aufgabe zuteilt, dem Zuschauer Einblick in drei Zeitebenen zu vermitteln. Die Botschaft "Geschichte wiederholt sich" hätte man doch auch anders verpacken können, ohne ständig den Fokus zu verlieren und dermaßen zu überziehen. Da hätte ich mir einfach mehr Zugeständnisse ans Medium Film gewünscht. Manche Erzählformen, die in Romanen funktionieren mögen, lassen sich eben nicht immer überzeugend und unmittelbar verständlich filmisch umsetzen. Daran ist man für meine Begriffe auch hier gescheitert.

    Ansonsten stehe ich nun vor dem "Dilemma", entweder mit der Chronologie zu brechen und als nächstes "Die Antwort kennt nur der Wind" zu sichten (den ich ja überdies schon kenne) oder die folgenden Filme einzeln für rund 15€ erwerben zu müssen. Für Letzteres fehlt mir nach den jüngsten drei Sichtungen ehrlich gesagt die rechte Motivation, weswegen die Tendenz dahin geht, vorerst "die Blumen leben" und die Simmel-Filme ruhen zu lassen.

  • Edgar-Wallace-Adventskalender 2017Datum11.12.2017 10:52
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    War Tür 10 gestern denn tatsächlich so leicht? Ich stand da irgendwie total auf dem Schlauch... Aber gut, vielleicht komme ich doch noch drauf. Der Bonus-Punkt ist eh weg, dann kann ich mir damit ja Zeit lassen. Mal gucken, was heute so geht...

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Das Winter-Wetter ermöglichte eine nachmittägliche Sichtung der dritten Simmel-Verfilmung Alfred Vohrers...


    Der Stoff aus dem die Träume sind (BRD 1972)

    Regie: Alfred Vohrer

    Darsteller: Paul Neuhaus, Edith Heerdegen, Hannelore Elsner, Herbert Fleischmann, Paul Edwin Roth, Charles Regnier, Klaus Schwarzkopf, Konrad Georg, Gert Haucke u.a.



    Der Journalist Walter Roland möchte über ein tschechisches Flüchtlingskind berichten, welches sich in einem Bremer Flüchtlingslager befindet. Bei dessen Besuch wird das Kind jedoch im Rahmen eines Tumults erschossen, der durch einen Hamburger Zuhälter hervorgerufen wurde, der die junge Tschechin Irina entführen und für sein Etablissement "gewinnen" will. Roland und sein Kollege Bertie nehmen sich Irina und ihrem Schicksal - sie ist auf der Suche nach ihrem Geliebten, von dem sie ein Kind erwartet - an und geraten dabei zwischen die Fronten von KGB, CIA und Verfassungsschutz...

    Analog zu "Und Jimmy geht zum Regenbogen" führt Alfred Vohrers dritte Simmel-Verfilmung auf Spionage-Pfade. Alles andere als zimperlich in jedweder Hinsicht präsentieren sich die ersten Minuten des Films. Nach Bildern vom Prager Frühling sieht der Zuschauer ein Foto-Shooting, bei dem splitternackte Männer durch einen brennenden Ring springen (!), kurz darauf wird auf recht plakative Weise der Tod eines Kindes gezeigt. So weit, so kurios. Nachdem sich in der Folge eine nicht unspannende Spionage-Geschichte anbahnt, präsentiert Vohrer aber eher Stoff für wirre Träume denn solchen für über zwei Stunden zufriedenstellenden Film-Genuss. Der "Hansi" dieses Films ist Luise Gottschalk, verkörpert von Edith Heerdegen, deren Part man zu Gunsten eines stringenten Spionage-Thrillers besser komplett gestrichen oder auf ein Minimum reduziert hätte. So muss der Zuschauer dem tragischen Schicksal der zusehends verwirrten alten Dame folgen, ohne dass sie für die Schilderung des Schicksals der jungen Irina, welche den Haupt-Handlungsstrang ins Rollen bringt, von dauerhafter Relevanz wäre. Dadurch, dass man ständig aus der "Irina-Story" herausgerissen und in die "Gottschalk-Geschichte" reingedrängt wird, geht zusehends auch das Interesse am Schicksal Irinas und Pauls verloren.

    Auszeichnen können sich bei dem ganzen Treiben nur wenige der Darsteller. Hervorzuheben wäre hier Paul Neuhaus, der angenehm unverbraucht daherkommt und sich rasch Sympathien erspielt. Auch Herbert Fleischmann macht abermals eine gute Figur. Doch auch ihre Darbietungen rechtfertigen kaum die Sichtung eines deutlich über zweistündigen Films. Mit einer "rigoroseren" Adaption wäre wohl deutlich mehr drin gewesen.


    Ausreichend Stoff für wirre Träume, zu wenig Stoff für mehr als zwei Stunden zufriedenstellende filmische Unterhaltung bietet Alfred Vohrers dritte Simmel-Adaption. Noch 3 von 5 Punkten.

  • Eure Louis-Weinert-Wilton-RanglisteDatum10.12.2017 16:05
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Erstmal herzlichen Dank für eure schönen Besprechungen zum Thema in den letzten Wochen. Das mit dem Ranking hatte ich seinerzeit bei meinen Sichtungen auch im Kopf, habe es dann aber vergessen. Umso schöner, dass die Lücke nun geschlossen wird.

    Euren jeweiligen letzten Platz unterschreibe ich sofort, den Rest sehe ich etwas anders. Wegen des überragenden "Würgers", zu dem ich bei LWW kein qualitatives Äquivalent sehe, würde ich im Vergleich BEW jedoch vorziehen.


    01. Das Geheimnis der schwarzen Witwe (4,5/5)

    Neben "Das 7. Opfer" der vielleicht beste Grusel-Krimi von F.J. Gottlieb und insgesamt der wohl rundeste LWW. Die Besetzung ist bemerkenswert, die "Witwe" der einzige Film des Genres, der Karin Dor, Klaus Kinski und Eddi Arent vereinigt. Das Mordwerkzeug ist von genretypischer Kreativität, Gottlieb inszeniert wie immer optisch sehr ansprechend und diesmal auch nicht allzu langatmig. Über O.W. Fischer lässt sich freilich streiten.

    02. Die weiße Spinne (4,5/5)

    Liebenswerte Produktion mit einem Krimi-Traumpaar, das abgesehen vom "Hotel der toten Gäste" im Zusammenspiel nie so gut aufgelegt war. Das lässt über Vieles hinwegesehen, doch sind die Schwächen m.E. so eklatant und offensichtlich, dass es für ganz oben nicht reichen kann.

    03. Der Teppich des Grauens (4/5)

    Alles in allem solide Genre-Kost, von der man sich den Namen nach im Vorhinein trotzdem wesentlich mehr verspricht. Die Zusammenarbeit mit spanischen Partnern war nicht in jeder Hinsicht förderlich.

    04. Das Geheimnis der chinesischen Nelke (3/5)

    Dank Frank und Kinski noch einigermaßen unterhaltsam, fällt der Eurospy-Krimi im Vergleich zu den Vorgängern dennoch in nahezu jeder Hinsicht ab.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Danke für die interessante zeitgenössische Kritik, die mir aber doch allzu "himmelhochjauchzend" erscheint. Dass man über Filme immer geteilter Meinung sein kann, ist klar. Aber eine solche überschwängliche Begeisterung kann ich bezüglich dieses Films kaum noch nachvollziehen, wobei der Autor zumindest mit seiner Erfolgs-Prognose ja Recht haben sollte, wenngleich diese natürlich nicht allzu kühn war.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Da du ja eh letztens mal gesagt hast, dass du nicht so dazu kommst, Serien zu gucken, würde ich die Tara King-Episoden jetzt auch nicht als so wichtig erachten, dass du dafür "Sendeplätze", die du sonst für Filme wie "Du lebst noch 105 Minuten" hättest, räumen müsstest.

    Danke für die Tipps, habe die Titel notiert. Obwohl mich "The Snorkel" wegen van Eyck und der damit einhergehenden Verbindung zur deutschen Krimi-Welle natürlich besonders reizt. Hoffentlich erscheint der irgendwann mal hierzulande oder zumindest in Großbritannien.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Darauf, dass "Liebe ist nur ein Wort" anders angelegt ist, war ich mental drauf vorbereitet. Hat trotzdem nicht viel geholfen...


    Liebe ist nur ein Wort (BRD 1971)

    Regie: Alfred Vohrer

    Darsteller: Judy Winter, Herbert Fleischmann, Malte Thorsten, Donata Höffer, Karl Walter Diess, Joey Schoenfelder, Konrad Georg, Inge Langen u.a.



    Der 21-jährige Schwerenöter Oliver Mansfeld, Sohn eines reichen Industriellen, unternimmt einen letzten Versuch, auf einem Internat sein Abitur zu machen. Kaum angekommen, hat er jedoch abermals kaum Zeit zum Lernen, da er bei der Anreise die verheiratete Verena Angenfort kennen gelernt und sich sofort in sie verliebt hat. Wenig später beginnen die beiden eine Affäre. Verenas Ehemann, ebenfalls ein reicher Geschäftsmann und mit Olivers Vater bestens bekannt, will sich seine vorzeigbare Gemahlin jedoch nicht so einfach von so einem "Jüngling" wegnehmen lassen...

    "Liebe ist nur ein Wort" unterscheidet sich inhaltlich doch gewaltig von seinem Vorgänger "Jimmy geht zum Regenbogen", was einerseits dafür spricht, dass Simmel zwar übergeordnet ähnliche Thematiken bediente, diese jedoch in verschiedene Milieus und Subgenres verpacken konnte, anderseits die Produzenten nicht allzu sehr auf "Nummer sicher" gingen, wenngleich auch "Liebe ist nur ein Wort" freilich ein Bestseller gewesen war. Das Publikum war jedenfalls Anfang der 1970er-Jahre offen für derlei Variationen.

    Ähnlich wie beim Vorgänger gelingt es Vohrer, in Sachen Lauflänge zu "überziehen", ohne aber dabei zu langweilen. Trotzdem hätte man die "Quintessenz" der Geschichte auch in eine 50-minütige TV-Episode verpacken können, denn manche Figuren und Handlungsstränge stellen sich rückblickend als weitgehend überflüssig dar. So stellt vor allem die Figur Hansi und sein Darsteller den Zuschauer vor eine nicht zu unterschätzende Geduldsprobe. Szenen wie jene, in der Hansi Oliver ein Guckloch zur Mädchendusche zeigt und ihm ungefragt die Information aufdrängt, dass er sich nach dem Anblick der Mädchen gerne in die Bäume setze und "wichse", sorgen für Kopfschütteln, sind dem informierten Zuschauer jedoch in ähnlicher Form noch aus Vohrers "Sieben Tage Frist" in "bester" Erinnerung. Letztlich verläuft denn auch Hansis Mordanschlag auf die nicht nur Oliver nervende Geraldine im Sande. Abbringen von ihrem Werben um Oliver lässt sich Geraldine davon nämlich noch lange nicht. Kurz und gut: die Eskapaden von Olivers "Blutsbruder" Hansi hätte man sich gut und gerne verkneifen können.

    Generell muss man die wirklich interessanten Momente im Film suchen. Sie geschehen in der Regel, wenn Herbert Fleischmann involviert ist, der hier den betrogenen Ehemann verkörpert. Auch die angenehm dezent aufspielende Judy Winter und der recht unbekannte Malte Thorsten machen ihre Sache gut. Ob allerdings der Schwerenöter Oliver und die wohl auch aus eher pragmatischen Gründen in die Ehe gelangte Verena die rechten Botschafter für eine Liebe in ihrer originären Form und fernab von gesellschaftlichen Erwägungen sind, mag stark bezweifelt werden. Aus diesem Grunde bekommt der Film zum Ende auch nüchtern betrachtet Glaubwürdigkeitsprobleme.

    Daher überzeugt der Film letztlich weder als Hochglanz-Liebesdrama noch als gesellschaftskritische Studie. Die bis auf einige Macken wieder ordentliche Inszenierung sowie die traumtänzerische Musik mögen darüber ein Stück weit hinwegtrösten.


    Letztlich nicht hinreichend gestrafftes Liebesdrama, welches zwar abermals überwiegend gut gespielt und ordentlich inszeniert ist, jedoch schwere Glaubwürdigkeitsprobleme mit sich schleppt. 2,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Von Hammer kenne ich noch nicht viel. "Ein Toter spielt Klavier" habe ich durch dieses Forum gesehen und fand ihn sehr gut. "The Snorkel" hatte mir letztens ja erst @Gubanov nachdrücklich empfohlen, da scheitert es für mich momentan an einer DVD-Veröffentlichung mit hiesigem Regionalcode. Bin für die klassischen Thriller aus dem Hause Hammer durchaus offen, "Dracula" & Co interessiert mich weniger.

    Hatte die erste der zwei Boxen mit der Peel-Nachfolgerin mal geliehen. Neben dem personellen Umbruch kam es allerdings auch zu inhaltlichen Änderungen, die Episoden waren nicht mehr so skurril, dazu gab es noch einen etwas seltsamen Vorgesetzten namens "Mutter". Alles in allem "okay" und ich wollte mir die restlichen Folgen auch nochmal ansehen, aber eben nicht so toll, dass ich sie gleich alle sehen und besitzen musste.

    Generell war die Wahrnehmung da aber wohl sehr unterschiedlich. Wenn ich mich recht erinnere, waren die "Avengers" unter Tara King in Frankreich z.B. sogar noch erfolgreicher. Aber vor allem in den USA, von wo ein erheblicher Teil des Budgets kam, lief es eben nicht mehr so gut.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Danke für deine informative Anmerkung. Die Sache mit dem Weitwinkel ist mir natürlich auch aufgefallen. Die Aufnahmen haben mir Spaß gemacht. Aber in dem Wissen, dass man in der ersten Hälfte bewusst, auf eine "mobile" Kamera setzte und bei den Szenen, die vor 1945 spielen auf Statik setzte, liegt es natürlich nahe, dass auch die Weitwinkel-Aufnahmen einen übergeordneten Zweck erfüllen sollten.

    Hast du die zugrunde liegenden Romane auch alle gelesen? Wurden sie stark bearbeitet?

    P.S.: Für gleich liegt "Liebe ist nur ein Wort" bereit.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Hatte ja im Thread zur TV-Serie "Es muss nicht immer Kaviar sein" @Jan versprochen, mir auch nochmal die Simmel-Kinofilme insbesondere der 1970er-Jahre vorzunehmen. Bis dato hatte ich nur vor Jahren einmal "Die Antwort kennt nur der Wind" gesehen. Nun habe ich mir die 4er-Kollektion von StudioCanal zugelegt, welche "Und Jimmy geht zum Regenbogen", "Liebe ist nur ein Wort", "Der Stoff, aus dem die Träume sind" und "Die Antwort kennt nur der Wind" enthält. Zu diesen vier Filmen und ggf. zu weiteren werde ich mich in nächster Zeit hier äußern.


    Und Jimmy ging zum Regenbogen (BRD 1971)

    Regie: Alfred Vohrer

    Darsteller: Alain Noury, Judy Winter, Konrad Georg, Horst Tappert, Doris Kunstmann, Ruth Leuwerik, Horst Frank, Peter Pasetti, Paul Edwin Roth, Herbert Fleischmann, Klaus Schwarzkopf, Jochen Brockmann u.a.



    Manuel Aranda, ein junger Argentinier, kommt nach Wien, da sein Vater dort kurz zuvor zu Tode gekommen ist. Zunächst ist unklar, ob es sich um Mord der Selbstmord handelt. Aranda, bestrebt die Hintergründe der Tat aufzudecken, gerät bei seinen Ermittlungen ins Kreuzfeuer der Geheimdienste, denn sein Vater war ein wichtiger Faktor im Spionagegeschäft. Des Rätsels Lösung führt den jungen Aranda jedoch auch zurück in die Nazizeit...

    Drei Jahre nach seinem letzten Wallace-Film begann für Alfred Vohrer mit den Verfilmungen der Bestseller Johannes Mario Simmels eine weitere erfolgreiche Schaffensphase. Im Vergleich zu seinen bisherigen Kriminalfilmen erscheint Vohrers Simmel-Erstling in vielerlei Hinsicht ambitionierter als Vieles, was er zuvor auf die Leinwand brachte. So ist schon die Laufzeit von über zwei Stunden für den deutschen Kriminalfilm eher ungewöhnlich, dazu wagt sich Vohrer inhaltlich - dies allerdings auch schon zwei Jahre zuvor in "Sieben Tage Frist" - an die damals noch sehr junge deutsche Vergangenheit heran.

    Rein inszenatorisch ist der Film gerade in der ersten Hälfte ungemein reizvoll. Vohrer zeigt sich höchst verspielt und detailverliebt und macht an sich simple Szenen durch ungewöhnliche Kameraperspektiven zu echten optischen Leckerbissen. Dazu weiß er einen Cast hinter sich, der sichtlich dankbar ist, dass Anfang der 1970er-Jahre auch noch Unterhaltungskino abseits von "Schulmädchen-Report" & Co produziert wird. Besonders hervorzuheben ist hier Judy Winter, die ihre "Doppelrolle", einmal eine Frau jenseits der fünfzig, einmal eine junge Frau von Mitte zwanzig, höchst eindrucksvoll meistert. Doch auch die von Vohrer quasi reaktivierte Ruth Leuwerik, Konrad Georg oder Horst Tappert überzeugen. Der damals hoffnungsvolle französische Jungschauspieler Alain Noury macht in der Hauptrolle ebenfalls eine ordentliche Figur.

    Inhaltlich offenbart sich "Und Jimmy ging zum Regenbogen" als gut recherchiertes, in mancher Hinsicht gleichwohl inkonsequentes Werk. So schadet die bemüht eingebaute Love-Story mehr als sie nutzt, erst recht wenn sie dem Zuschauer in "Last Christmas"-Optik aufgedrängt wird. In diesen Momenten liefert Vohrer Steilvorlagen für nicht umgesetzte Parodien. Aus diesem Grund lässt der Film den Betrachter ein wenig zwiegespalten zurück. Inhaltlich durchaus interessant, ohne wirkliche Durchhänger, gut gespielt, aber eben auch latent verkitscht. Insofern wundert es nicht, dass den Vorlagen wie den filmischen Umsetzungen die ganz große Anerkennung verwehrt wurde und es bei bloßen "Publikumserfolgen" blieb.

    StudioCanal präsentiert dem Konsumenten den Film im 4:3-Format, was kaum dem Original-Format entsprechen dürfte. Die Bildqualität geht in Ordnung.


    Gut gespielter, über weite Strecken inhaltlich wie inszenatorisch ansprechender, aber leider auch latent verkitschter 1970er-Krimi von Alfred Vohrer. 3,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Sehe ich im Ergebnis genauso, wobei zumindest meine Blu-Rays ein wunderbar kontrastreiches SW auf den Bildschirm bringen. Die "Avengers" sind bildtechnisch das beste, was ich im TV-Bereich aus der Zeit besitze. Aber generell finde ich, dass bei den "Avengers" wie auch bei "Jerry Cotton" Farbe besser zur "bunten Welt", in der die Geschichten spielen, passt.

  • Edgar-Wallace-Adventskalender 2017Datum09.12.2017 13:11
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Langsam muss ich um meinen Anschluss fürchten. Zum gestrigen Rätsel fehlt mir noch ein Datum, heute habe ich auch erstmals Probleme mit dem Bild.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Habe in den letzten Wochen die erste Staffel der Serie "Ein Fall für Männdli" gesichtet und kann für mich ebenfalls ein positives Zwischenfazit ziehen.

    Gereizt hat mich nach Georgs Beschreibung der Serie neben den vielen bekannten Gastdarstellern (in Staffel 1 u.a. Günther Stoll, Harald Leipnitz, Ruth Maria Kubitschek, Christine Wodetzky, Rosemarie Fendel, Wolfgang Kieling, Siegfried Rauch und Herbert Fux als schmieriger Spielerberater) vor allem der noch unverbrauchte Krimi-Schauplatz Zürich, welcher der Serie auch optisch eine gewisse Gemütlichkeit verleiht. Mit den Hauptdarstellern der Serie war ich nicht besonders vertraut, gerade Ruedi Walter als Max Männdli gewinnt als wunderbar-kauziger Privatdetektiv (der Vergleich zu Poirot drängt sich wirklich auf) jedoch schnell die Herzen der Zuschauer. Männdli löst seine Fälle - gerne zusammen mit seiner Haushälterin Rosa - auf liebenswert-unkonventionelle Weise.

    Besonders gut gefallen haben mir die Folgen "In Liebe dein K." (ausgesprochen pfiffige Auflösung), "Anonyme Briefe" (die von mir sehr geschätzte Christine Wodetzky als von anonymen Drohbriefen getriezte Lehrerin) sowie "Gift im Champagner" (mit Harald Leipnitz und Ruth Maria Kubitschek).

    Generell ist die Reihe inhaltlich wie eigentlich alle 25-minütigen Vorabendserien naturgemäß ein wenig eingeschränkt, insgesamt bewegen sich die Bücher aber auf einem ordentlichen Niveau.

    Fazit: kurzweilige Krimiserie mit sympathisch-kauzigem Ermittler und vielen Gaststars vor dem unverbrauchten Krimi-Schauplatz Zürich.

    P.S.: Die Serie wurde von Pidax in wirklich sehr ordentlicher Bildqualität auf DVD veröffentlicht. Staffel 2 gibt es bei Amazon aktuell zum "Schnupper"-Preis von 4,95€.

    https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?_...Cr+m%C3%A4nndli

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Zählt auch zu meinen Lieblings-Folgen, die Gründe hast du sehr gut umschrieben. Gerade die "Solo"-Folgen der beiden sind m.E. besonders gut gelungen. Wie siehst du generell bisher die Farb-Staffel im Vergleich zur SW-Staffel?

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Das mit dem Veröffentlichungstempo ist so eine Sache. Wenn man den Abstand zwischen Edition 1 und 2 sowie 2 und 3 nimmt, hast du recht. Beim Abstand von 3 und 4 wäre eine Gesamtkollektion bis Mitte 2018 realistisch. Aber es werden wohl nicht mehr als 2 oder max. 3 pro Jahr werden. Und dann ist ja auch nicht gesagt, dass man sofort die Gesamtkollektion bringt. Bei den DVDs hat es ja schließlich auch mehr als 10 Jahre gedauert. Wer also auf eine Gesamtkollektion spekuliert, braucht vermutlich einen langen Atem.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Schön, dass du doch so schnell Zeit gefunden hast. Mir hat die Verspieltheit dieser Episode gefallen. Zudem finde ich es generell in der Farb-Staffel gut, dass es Folgen gibt, in denen Steed oder Emma Peel deutlich im Vordergrund stehen. Das sorgt für nette Abwechslung.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Habe die Box heute erstmals im Laden in Augenschein nehmen können. Macht was her. Aber lohnt sich natürlich dennoch nur für all diejenigen, welche die DVDs noch nicht haben. Und wer weiß - vielleicht erscheint in 2-3 Jahren eine Blu-Ray-Gesamtedition?

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Die Herren mit der weißen Weste (BRD 1970)

    Regie: Wolfgang Staudte

    Darsteller: Martin Held, Mario Adorf, Walter Giller, Hannelore Elsner, Sabine Bethmann, Agnes Windeck, Siegfried Schürenberg, Herbert Fux, Rudolf Platte, Rudolf Schündler, Heinz Erhardt, Tilo von Berlepsch, Friedrich Schoenfelder, Willy Reichert, Kurd Pieritz u.a.



    Nachdem der inzwischen pensionierte Oberlandesgerichtsrat Zänker Zeit seines Schaffens vergeblich versucht hat, den als "Dandy" bekannten Kriminellen Bruno Stiegler hinter Gittern zu bringen, ergibt sich durch dessen Rückkehr aus den USA und von seiner Seite neuen geplanten Straftaten eine neue Chance. Nur bedient sich Zänker diesmal selbst ungesetzlicher Methoden...

    Mit einem erstaunlichen Star-Aufgebot inszenierte Wolfgang Staudte diese Krimikomödie zu einem Zeitpunkt, in dem der deutsche Unterhaltungsfilm längst zum Sturzflug angesetzt hatte. Auch dieses Werk haut nicht unbedingt vom Hocker, vermag aber ordentlich zu unterhalten. Dies hat der Film vor allem dem "Dandy" und seiner Gefolgschaft zu verdanken. Mario Adorfs Verkörperung des eigentlich fast schon liebenswerten Ganoven ist große Klasse. Höchst amüsant gelingt ebenfalls der selbstironische Auftritt Hannelore Elsners. Auf der anderen Seite der Besetzung ist leider nicht alles Gold, was glänzt. Martin Held ist zwar - wie bereits in "Lange Beine, lange Finger" gezeigt - im Komödienfach durchaus gut aufgehoben. Leider fallen nicht wenige Szenen - vor allem im Verbund mit Agnes Windeck und Walter Giller - arg albern aus, was ein Stück weit freilich dem Zeitgeist geschuldet ist. Siegfried Schürenberg darf in seiner offiziellen Sir John-Abstinenz einen "deutschen Sir John" mimen und sorgt so für vertraute Momente. Wenn man die Erwartungen nicht zu hoch hängt, kann man mit Abstrichen an dieser Gaunerkomödie seine Freude haben.

    Die Blu-Ray von Pidax präsentiert den Film im korrekten Format und in ordentlicher Bild- und Tonqualität. Extras entgegen der Ankündigung auf der Rückseite ("Trailer zum Film") Fehlanzeige.


    Mario Adorf und Hannelore Elsner bewahren die stargespickte, aber bisweilen doch reichlich alberne Gaunerkomödie vor dem Mittelmaß. Noch 4 von 5 Punkten.

  • Eure DVDsDatum05.12.2017 14:47
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #1960
    Bei uns in Potsdam gibt es bei MediaMarkt heute ein „Kauf 3, zahl 2“-Angebot für alle Filme, Musik und Spiele. Vielleicht anderswo auch?



    Danke für den Tipp, scheint bundesweit der Fall zu sein. Amazon zieht partiell mit (rund 130.000 Artikel). Lohnt sich natürlich vor allem bei Film- und Serienkollektionen.

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Ray
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