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  • Sammelthread "Film Noir"DatumHeute 00:09
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Zitat von Old Rascal im Beitrag #478
    Die Kinos spielten früher gerne 3D-Filme. Irgendwann ist das dann wieder verschwunden. Mörder ohne Maske sah ich auch in 3D. Die Gondelszene war wirklich klasse mit einem herausragenden und schön bösen verschmähten liebenden Jack Palance. Ich würde diesem Film vor Blut im Schnee den Vorzug geben. Ich kann mich noch sehr gut an meinen ersten Film mit Palance erinnern. Es war der Western Pfeilspitze, oder wie auch immer heute der Titel lauten mag. Er war dort als bösartiger Indianer besetzt und sein markantes Gesicht blieb mir von dort an im Gedächtnis.

    Eigentlich bin ich besonders (nicht nur) durch die Noirs und Hitchcock bie diesem Forum hängen geblieben. Wenn wir schon bei den Abenteuer-Noirs sind kann ich den Schatz in der Sierra Madre mit Humphrey Bogart empfehlen, der glaube ich noch nicht hier besprochen wurde.


    "Mörder ohne Maske" hat mir auch richtig gut gefallen, obwohl die DVD nur die 2D-Version und noch dazu in mieser Bildqualität enthält. Hatte bei "Sudden Fear" noch überlegt, in welchem Noir mir Jack Palance noch so gut gefallen hat. Es war "Mörder ohne Maske", jetzt fällt es mir wieder ein. Bin trotzdem mal gespannt auf "Blut im Schnee".

    "Der Schatz der Sierra Madre" habe ich vor Jahren mal gesehen. Müsste die Eindrücke aber nochmal auffrischen, wirklich konkrete Erinnerungen habe ich nicht.



    Zitat von patrick im Beitrag #480
    Eigentlich ist dieses Genre auch mein Geschmack. Nur sind es so endlos viele Filme, dass man nicht weis wo man anfangen soll. Da fehlt mir hinten und vorne die Zeit. Einige kenne ich natürlich von früher. Schade ist, dass die Filme in der Regel als Einzel-DVD's angeboten werden. Gibt es nicht auch vernünftige Kollektionen? Mir ist beim schnellen recherchieren nur die Folgende in's Auge gesprungen. Allerdings wird einem bei dem Preis schon etwas schwindlig.

    https://www.amazon.de/Meisterwerke-Schwa...vd%2C268&sr=1-8



    Dass es sehr viele Filme sind, ist richtig. Aber man muss ja bei weitem nicht alle sehen, zumal es ja auch keinen feststehenden Kanon gibt. Man kann sich höchstens vornehmen "möglichst viele" zu sichten.

    Die von dir verlinkte Kollektion habe ich vor ca. vier Jahren noch für unter 30 Euro erstanden, was natürlich ein Schnäppchen war, wenn man bedenkt, dass die Filme sonst einzeln neu ca. 15 Euro kosten bzw. gekostet haben, wenn auch in schickerer Aufmachung im Mediabook und mit Booklet. Eine gleichwertige Alternative zu dieser Box fällt mir spontan leider nicht ein. Für diejenigen, die wie du auch auf die deutsche Tonspur verzichten können, lohnt es sich aber immer, auch nach Importen zu suchen. In dem Bereich gibt es hierzulande noch gar nicht erschienene oder vergriffene Titel oft für sehr kleines Geld. In Spanien gibt es mitunter auch "Double Features".

    Als (Wieder-)Einstieg kann ich dir zum einen die Titel empfehlen, die mir @Gubanov seinerzeit ans Herz gelegt hat:

    Zitat von Gubanov im Beitrag #215

    Wenn du feststellst, dass du Wohlfühl-Noirs magst, würde ich dir folgende Titel ans Herz legen:
    • Frau ohne Gewissen (für mich nach wie vor der beste Noir, den ich überhaupt gesehen habe)
    • Gefährliche Begegnung (so wohlfühlig, dass es schon fast ein wenig betulich wird)
    • Die Lady von Shanghai (ähnelt "Frau ohne Gewissen" stark in Handlungs- und Rollenaufbau, fand ich ähnlich gelungen)
    • Ministerium der Angst (etwas absurder, aber gerade für Rathbone-Holmes-Fans mit unheimlich viel altbekanntem Universal-Flair)
    • Niagara (edel geht Marilyn Monroe zugrunde)
    • Die seltsame Liebe der Martha Ivers (Achtung: mehr Melodram als Krimi)
    sowie bei ausländischen Veröffentlichungen:
    • Whirlpool (eine weitere Tierney-Preminger-Zusammenarbeit, ziemlich spannend und wertig)
    • A Kiss Before Dying (ein bunter Sonnenschein-Noir, trotzdem wunderbar bösartig)




    Zum anderen würde ich persönlich dir noch die drei Siodmak-Noirs "Gewagtes Alibi", "Die Killer" (jeweils mit Burt Lancaster) und "Der letzte Zeuge" (starker Thriller im Hitchcock-Stil) oder auch "Goldenes Gift" mit Robert Mitchum (haben Gubanov und auch ich hier nicht so gut bewertet, bei der zweiten Sichtung hat er mir aber deutlich besser gefallen und zählt gemeinhin zu den Klassikern).

    Ansonsten haben ja allgemein die Bogart-Noirs "Spur des Falken", "Tote schlafen fest" und "Gangster in Key Largo" einen sehr guten Ruf. Die sind auch alle auf Blu-Ray erschienen und recht günstig zu haben.


    Ich hoffe, das hilft dir ein wenig weiter.

  • Sammelthread "Film Noir"Datum13.11.2019 19:46
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #474
    Bei "Abrechnung in Shanghai" warte ich lieber die Reviews ab, ob das eine ordentliche oder eine Billig-VÖ wird. Die beiden Titel aus der UCM.One/Artkeim-Edition sind mir ebenfalls völlig unbekannt. Ich hoffe, man nimmt sich im Weiteren dann auch wieder einiger bekannterer Titel an. Die etwas zweifelhafte Filmauswahl war eigentlich gerade das eine Markenzeichen der Koch-Reihe, das man nicht hätte übernehmen müssen.


    Der günstige Einstiegspreis von "Abrechnung in Shanghai" lässt natürlich befürchten, dass es sich um eine Billig-VÖ handelt. Aber warten wir es ab. Mir hat der Film damals ja nicht sonderlich gut gefallen. Allerdings habe ich ihn im Original gesehen und war mit dem Film Noir an sich und vor allem Victor Mature noch nicht so vertraut. Eventuell werde ich ihm eine zweite Chance geben.

    Mit Blick auf die Titelauswahl von UCM.One muss ich dir insoweit zustimmen, als es natürlich in der Tat noch eine Fülle an prominenten Titeln gibt, die im europäischen Ausland schon längst auf DVD und sogar auf Blu-Ray erhältlich sind. Sofern unbekannte Titel ihre Qualität haben und wie hier gut besetzt sind, darf man aber gerne auch diese Schiene weiterfahren, solange sie sich verkaufen. Vielleicht wird es ja auch eine Mischung.


    Zitat von Old Rascal im Beitrag #475
    Blut im Schnee habe ich früher unter dem Titel Dangerous Mission in 3D gesehen. Er ist eigentlich mehr ein Abenteuerfilm mit ein bisschen Western-Einschlag als ein Noir. Ich mochte den Film nicht ungern wegen der schönen Montana-Aufnahmen. Die Darsteller Victor Mature, Vincent Price und Piper Laurie allein sind es auf jeden Fall wert, sich darauf einzulassen. Man sollte sich aber nichts herausragendes erwarten.

    Zum Noir 116 mit Jack Palance und Joan Crawford kann ich der obigen Kritik nur zustimmen. Ein Film, der trotz seiner für damaligen Verhältnisse recht stattlichen Länge wirklich fesselt und keine Sekunde langweilt. Die Richtung, in die das finale Ende geht, ist allerdings etwas vorhersehbar. Mann kann sich denken, dass es anders kommt als man in der Phantasiesequenz sieht. Und die beiden Damen sind gleich gekleidet. Worauf das hinausläuft ist nicht schwer zu erraten. Aber egal, Vergnügen bereitet er auf jeden Fall und Jack Palance und Joan Crawford garantieren eine untadelige Leistung.


    Danke für die Informationen zu "Blut im Schnee". Dass er in 3D gelaufen ist, habe ich auch gelesen. Insoweit dann vielleicht ein bisschen vergleichbar mit "Mörder ohne Maske".

    Danke auch für die Einschätzung zu "Sudden Fear".


    Zitat von Old Rascal im Beitrag #476
    Die interessanten Kritiken motivieren wirklich dazu mir einige Noirs wieder anzusehen. Leider besteht meine Sammlung großteils aus uraltem VHS-Material und kann qualitativ nicht mehr mithalten.


    Sehr schön. Mich hat dieser Thread vor ein paar Jahren auch dazu inspiriert, mich näher mit dem Film Noir zu beschäftigen und es hat sich mehr als gelohnt. Zumindest im Fall von "Sudden Fear" dürfte im Übrigen auch kein (nennenswerter) qualitativer Mehrwert zur VHS bestehen.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #217
    Ich vermute, bei dir wird sich "Die Kiste" vor "Die rote Maske" einreihen können. Aber auch hier haben wir es nochmal mit einem sehr ordentlichen Fall zu tun, der auch in der Frühphase entstanden sein könnte.

    Ich bin gespannt auf unsere Eindrücke zur dritten Box, denn da habe ich einige Folgen als sehr angenehm in Erinnerung, sodass es insgesamt wieder eine leichte Steigerung gegenüber Box 2 geben dürfte.


    Wie richtig vermutet, reiht sich "Die Kiste" (souverän) vor der "roten Maske" ein. Auf die dritte Box bin ich ebenfalls gespannt. Kann mich zumindest erinnern, dass ich sie seinerzeit stärker fand als Box 2, mal sehen, ob es sich bestätigt und wie es sich zu Box 1 darstellt.


    Folge 27: Die rote Maske


    Ein Steinmetz wird in seiner eigenen Werkstatt getötet aufgefunden. In seiner Hand findet sich eine rote Maske, die er offenbar dem Täter entrissen hat. Oberkommissar Castorfs Verdacht konzentriert sich rasch auf den Gesellen Melchior, mit dem der Steinmetz regelmäßig Streit hatte...

    Nach langer Zeit gibt es mal wieder einen Whodunit-Krimi für das Publikum des Kriminalmuseums. Dieser ist zwar inhaltlich etwas misslungen, weil dem Betrachter sofort klar ist, dass Melchior nicht der Täter ist und die recht plump angebotenen Schüler lange Zeit gar keine Rolle spielen, wodurch der Mitratefaktor sich in engen Grenzen hält. Obwohl man weiß, dass es einer von ihnen gewesen sein wird, lässt sich aus Sicht des Zuschauers genaueres nicht sagen. Im Gegenzug hat man sich auf Ermittlerseite etwas Nettes ausgedacht: Oberkommissar Castorf gelingt es nicht, den Fall vor seiner Pension zu lösen. Da diese „Schmach“ ihn nicht los lässt, führt er die Ermittlungen aus dem Ruhestand fort. Nach den kürzeren Auftreten der Kommissare in einigen vergangenen Folgen ist der Ermittlerpart diesmal sehr fein herausgearbeitet. Hans W. Hamacher macht überdies eine wesentlich bessere Figur als bei seinem ersten Auftritt in „Der Fahrplan“. Die Beharrlichkeit des Ermittlers reißt auch das Publikum mit. Trotz überschaubaren Tempos und einer Länge von rund 75 Minuten kommt keine echte Langeweile auf.


    „Die rote Maske“ kann zwar wieder einmal mit einem Whodunit aufwarten. Da der Verdächtigenkreis dem Zuschauer aber weitgehend vorenthalten wird, hält sich der Rätselspaß in Grenzen. Dafür ist die Folge sauber inszeniert und mit einer erinnerungswürdigen Ermittlerfigur versehen. 3,5 von 5 Punkten.

  • Sammelthread "Film Noir"Datum12.11.2019 00:02
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Wie schon in der Rezension zu "Casbah" geschrieben, erscheint "Abrechnung in Shanghai" bei Schröder Media auf DVD. Datum der Veröffentlichung ist der 5.12.

    https://www.amazon.de/Abrechnung-Shangha...ps%2C217&sr=8-1


    Aber auch UCM.One scheint seine Ankündigung, die neu ins Leben gerufene Edition Film Noir regelmäßig fortzusetzen, wahrzumachen. Auf der Homepage des Labels sind zwei vielversprechende Titel (noch) ohne Veröffentlichungsdatum angekündigt: "Blut im Schnee" mit Victor Mature und Vincent Price sowie "Am Strand der Sünde" mit Anne Baxter und Sterling Hayden.

    https://ucm.one/en/film-labels/artkeim/

    Sowohl "Blut im Schnee" als auch "Am Strand der Sünde" sind mir bisher unbekannt. Kann vielleicht jemand was zu den Filmen sagen?

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Da hast du mal wieder nicht zu viel versprochen...


    Folge 26: Die Kiste


    Der wegen Betrugs vorbestrafte Herbert Köpke hat eine neue „Masche“ entwickelt, um zu Geld zu kommen: er spiegelt seiner Bank vor, er führe einen rentablen Vertrieb von Mineralwasser. Aus diesem Grund gewährt diese ihm hohe Kredite...

    Wer hätte das gedacht? Nach einer ganzen Reihe äußerst durchwachsener Folgen belohnt „Die Kiste“ all diejenigen, die der Reihe in schweren Zeiten die Treue gehalten haben. Es handelt sich um eine durchweg gelungene Episode. Zunächst tat man gut daran, sich an Wolfgang Kieling zu erinnern, der schon in „Der Brief“ eine der erinnerungswürdigsten Leistungen innerhalb der Reihe abgeliefert hatte. Seine Darstellung des Herbert Köpke setzt in der Tat noch einen drauf und zieht den Zuschauer umgehend auf seine Seite. Darüber hinaus ist die Folge in ihrer Dramaturgie ausnehmend erfrischend: Die Polizei in Person des souveränen Heinz Engelmann tritt erst nach 30 Minuten auf. Bis dahin verfolgt man mit Vergnügen, wie der unverbesserliche Köpke Bank, Familie und Gläubiger von seinem neuen „Höhenflug“ im Mineralwasservertrieb überzeugt. Relativ plötzlich kommt es dann zur Verhaftung. Doch dann findet die Folge den Weg in eine noch bessere Hälfte. Kieling gelingt es, auch die Polizei um den Finger zu wickeln und ermöglicht sich dadurch die (vorübergehende) Flucht. Mit Spannung verfolgt der Zuschauer im letzten Drittel, wie Köpke versucht, in einer Kiste als Frachtgut von Berlin nach München zu fliegen, um von seiner Mutter aus zu Fuß über die Grenze zu flüchten. In diesen Minuten bauen Buch und Regie noch ein paar effektive und spannungssteigernde Momente ein: Die Kiste wird verspätet ausgeliefert, anschließend bittet die nicht eingeweihte Mutter den Lieferanten, ihr beim Öffnen der Kiste zu helfen. Auch optisch hat die Folge einiges zu bieten. Zunächst in Berlin spielend, zeigt Wolfgang Becker in der Folge Kieling mit der jungen Hannelore Elsner beim Wochenendtrip auf dem Oktoberfest. Seine Flucht durchs bayerische Gebirge sorgt ebenfalls für außerordentliche Schauwerte.


    Wer hätte das nach der Durststrecke gedacht? „Die Kiste“ ist die zweite Folge des „Kriminalmuseums“, die sich die Höchstwertung verdient. Das liegt in erster Linie an Wolfgang Kieling, der den Betrüger Köpke erstklassig verkörpert. Aber auch die Mitwirkung Wolfgang Beckers macht sich bemerkbar. Die notorische Trägheit der vergangenen Episoden ist trotz Überlänge völlig verschwunden. 5 von 5 Punkten.

  • Sammelthread "Film Noir"Datum10.11.2019 13:33
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Eher in einem Anflug von Sentimentalität ob der inzwischen eingestellten Film Noir-Edition von Koch Media und wegen des vergleichsweise günstigen Preises spontan bei Saturn gekauft, hab ich den Erwerb nicht einmal bereuen müssen...


    Casbah - Verbotene Gassen (Casbah, USA 1948)

    Regie: John Berry

    Darsteller: Peter Lorre, Yvonne De Carlo, Tony Martin, Märta Toren u.a.



    Film Noir Nummer 117:


    Inspektor Silmane (Lorre) soll den berüchtigten Juwelendieb Pépé Le Moko dingfest machen. Das Problem: in den Gassen Casbahs ist dieser kaum zu greifen, weil er für die Einwohner ein Held ist und von ihnen beschützt wird. Silmane muss den Dieb also irgendwie aus dem Viertel herauslocken...

    Von anderen Exotik-Noirs ("Macao", Abrechnung in Shanghai", erscheint übrigens Anfang Dezember bei Schröder Media) war ich bis dato wenig begeistert. Mit entsprechend geringen Erwartungen bin ich daher an dieses "Noir-Muical" herangegangen und bin doch positiv überrascht worden. Die in der abstrakten Vorstellung seltsam anmutende Kreuzung aus Noir und Musical geht im Falle von "Casbah" erstaunlich gut auf. Zum einen sind Gesangsnummern auch im Kriminalfilm und erst recht im Film Noir alles andere als Fremdkörper. In wie vielen Filmen hat man nicht etwa schon die Femme Fatale ein bittersüßes Lied trällern hören? Zum anderen ist der Anteil an Gesangseinlagen längst nicht so hoch wie der Ausdruck "Noir-Musical" befürchten lassen. Zuletzt sorgen die Gesangs-Nummern dafür, dass man als Betrachter die etwas weit hergeholte Story - Inspektor schleust junge Schönheit in ein kriminelles Viertel ein, um einen berüchtigten herauszulocken - besser "abkauft". Ein gewisses Maß an Theatralik steht im Musical nunmal auf der Tagesordnung. Darüber hinaus kann sich die Besetzung sehen lassen. Lorre spielt den gewieften Inspektor Silmane mit Verve, Yvonne De Carlo und Märta Toren sorgen für die nötige feminine Präsenz und der auf Musicals gebuchte Tony Martin macht ebenfalls eine gute Figur. Die Sets bewegen sich auf einem sehr ordentlichen Standard, die wenigen Tanzeinlagen sind gut choreogafiert. Nicht nur im Finale kommt sogar ein bisschen "Casablanca"-Gefühl auf.

    Die DVD von Koch Media enthält sowohl die deutsche Kinofassung als auch die Original-Langfassung, die meiner Bewertung zugrunde liegt. Das Booklet ist ausgesprochen informativ und lässt angesichts der insoweit etwas schwachbrüstigen Vertreter der neuen UCM.One-Edition Wehmut aufkommen. Das Gesamtpaket kann man "Mutigen" durchaus empfehlen.


    "Casbah" präsentiert sich überraschend als durchaus reizvolle Variation des Film Noir. Die Gesangseinlagen nehmen weniger Raum ein als erwartet und tragen sogar zur Glaubwürdigkeit der Geschichte bei. Der Cast um Lorre, De Carlo und Martin kann sich ebenso sehen lassen wie die Sets und die Inszenierung von John Berry ("Steckbrief 7-73"). 4 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Muss mich im Hinblick auf "Die Telefonnummer" Jans Einschätzung (leider) anschließen...


    Folge 25: Die Telefonnummer


    In Bayern überfällt ein junger Mann zunächst eine Bank und dann einen Lebensmittelladen, um anschließend selbst Opfer eines Verbrechens, genauer gesagt eines Tötungsdelikts, zu werden. Eine Telefonnummer, die der Tote auf einem Zettel notiert in der Tasche hatte, führt die Polizei auf die Spur des eigentlichen Hintermannes...

    Wie schon die vorangegangenen Episoden stellt auch „Die Telefonnummer“ das Publikum nach annehmbarem Beginn auf eine harte Geduldsprobe. Wieder einmal wird dabei auf einen Whodunit verzichtet. Das ist grundsätzlich kein Problem, wenn das Tempo und die Besetzung in den zentralen Rollen stimmt. Beides ist nicht der Fall. Während man auf Gaunerseite ein weiteres Mal auf No Names setzte, ist auch der Cast im Bereich der Ordnungshüter von früheren Höhen weit entfernt, immerhin kann Helmut Fischer in der sonst notorisch schwachbrüstigen Rolle des Assitenten für ein paar Akzente sorgen. Ansonsten stellt sich wiederholt die Frage, warum man es nicht bei 60 Minuten Laufzeit belassen hat, mit der die Folge schon mehr als gut bedient gewesen wäre.


    Ist das noch dieselbe Serie, die in den ersten 16 Folgen noch so gut unterhalten hat? Man mag es kaum glauben, bekommt der tapfere Betrachter doch wiederum eine absolut dröge Episode präsentiert, die Minimalanforderungen an einen Kriminalfilm schuldig bleibt. Zu mehr als 2 von 5 Punkten kann sich der zunehmend frustrierte Rezensent nicht durchringen.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Bin gespannt auf dein Zwischenfazit zur zweiten Box, das allerdings deutlich zurückhaltender ausfallen dürfte als bei der ersten.


    Auch ich wühle mich weiter durch...


    Folge 24: Das Amulett


    Die Polizei erhält einen anonymen Anruf, dem zufolge der Geldbote eines Kaufhauses am kommenden Tag überfallen werden soll. Einer der Täter soll Walter heißen. Daraufhin lässt Kriminalkommissar Derksen alle Personen dieses Vornamens überprüfen, die vorbestraft sind und in Oberhausen wohnen. Nachdem die Spur zu nichts führt, kommt die Polizei über eine aufgefundene Brieftasche der Anruferin und „Walter“ auf die Schliche...

    Nachdem schon „Das Nummernschild“ teilweise im Ruhrgebiet spielte, verschlägt es „Das Amulett“ nach Oberhausen und Umgebung. Es handelt sich um die zweite Regiearbeit Dieter Lemmels innerhalb der Reihe nach „Der Barockengel“. Leider kommt die vorliegende Episode nie so recht in die Gänge. Spätestens mit Versanden der ersten Spur verliert auch der Zuschauer das Interesse an dieser Folge, die mit ihren zahlreichen (uninteressanten) Figuren auf Polizei- und Gaunerseite nur so vor sich hin plätschert. Zwar schlägt sich Günther Ungeheuer in der für ihn ungewohnten Rolle des Ermittlers mehr als wacker, von ihm abgesehen sucht man bekannte Gastdarsteller indes vergebens. Und die weniger bis unbekannten Schauspieler, die sich am „Amulett“ versuchen dürfen, vermögen wenig Eigenwerbung zu betreiben, werden von der eher uninteressanten Story allerdings auch nicht gerade zu Höchstleistungen animiert. Insgesamt ein weiterer „Höhepunkt“ dieser Dürreperiode des „Kriminalmuseums“.


    Die Schwächephase des „Kriminalmuseums“ hält an und präsentiert mit „Das Amulett“ die bisher schwächste Episode. Noch 2 von 5 Punkten.

  • Sammelthread "Film Noir"Datum06.11.2019 22:56
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Ehe mit dem Satan/Maskierte Herzen/Eiskalte Rache (Sudden Fear, USA 1952)

    Regie: David Miller

    Darsteller: Joan Crawford, Jack Palance, Gloria Grahame u.a.



    Film Noir Nummer 116:


    Nachdem die berühmte Bühnenautorin Myra Hudson durch ihr Veto dafür gesorgt hat, dass der Schauspieler Lester Blaine nicht die gewünschte Hauptrolle in ihrem Stück erhält, trifft sie ihn wenig später zufällig auf einer Zugfahrt wieder. Es ist Liebe auf den zweiten Blick und die beiden heiraten rasch. Nach der Hochzeit taucht eine ehemalige Geliebte Lesters namens Irene auf und erpresst ihn mit seiner kriminellen Vergangenheit. Angesichts dessen lässt sich Lester auf einen Plan ein, nach dem Myrna ermordet werden soll, um an das hohe Erbe Myrnas zu gelangen. Durch Zufall erfährt das angedachte Opfer jedoch von dem gemeinsamen Entschluss des einstigen Paares...

    "Sudden Fear" ist mal wieder ein Beispiel dafür, wie man es früher verstand, mit einer zügigen Exposition in die Filmhandlung einzusteigen. Bis sich Myrna und Lester nach dem "Fehlstart" im Zug erneut begegnen, vergehen keine fünf Minuten. Ob eines der in Deutschland vorhandenen Titel ("Eiskalte Rache") und der kantigen Ausstrahlung Jack Palances geht man zunächst von einem Racheplan Lesters aus und traut dem rosaroten Braten, der einem in den Folgeminuten aufgetischt wird, nicht so recht. Dass Lester letztlich durch einen Impuls seiner Ex-Geliebten auf den Mordplan kommt, überrascht insoweit. Viel wichtiger ist aber das, was danach passiert: Myrna wird über eine unintendierte Aufnahme eines Gesprächs zwischen den beiden Komplizen auf ihr Vorhaben aufmerksam. Und was macht die Autorin? Sie schmiedet selbst einen ausgetüftelten Plan, um Irene als Mörderin von Lester dastehen zu lassen! Von nun an kennt die Spannung wahrlich kein Halten mehr. Wessen Vorhaben mag wohl von Erfolg gekrönt sein? Das wird natürlich nicht verraten. Nur so viel: Regisseur Miller zieht nahezu alle Register, um beim Publikum Spannung zu erzeugen, so können sich beispielsweise das actionreiche Finale auf den Straßen San Franciscos oder die Traumsequenzen Myrnas, mit deren Hilfe sie ihren Plan durchgeht, sehen lassen. Dazu bringt Joan Crawford eine ideale Ausstrahlung für die ihr zugesprochene Rolle mit. In ihrer Art, wie sie die Figur anlegt, ist sie vielleicht entfernt ein Stück weit mit den Interpretationen Ruth Leuweriks im deutschen Kriminalfilm vergleichbar. Auf der Gegenseite punktet Jack Palance wie eingangs erwähnt von seinem markanten Äußeren, dessentwegen man ihm von Anfang an alles zutraut. Ein weiteres Mal großartig agiert Gloria Grahame in der Rolle der Femme Fatale. Sie benötigt nur ihr doppeldeutiges Lächeln aufzusetzen und es ist nicht nur um Lester, sondern auch um den Betrachter geschehen. Alles in allem ein absolut gelungener, geschickt konstruierter Thriller.

    Die DVD von AmCo movie aus dem Jahre 2005 weist leider eine sehr schlechte Bildqualität auf, dafür ist sie nach wie vor ausgesprochen günstig zu haben. Angesichts der hohen Qualität des Films und des Mangels an besseren Alternativen sollten Interessierte dennoch zugreifen.


    Geschickt konstruierter Thriller mit starker Besetzung. 5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Folge 23: Der Barockengel


    Polizeiobermeister Dreher hat es mit einem Fall von Kirchendiebstahl zu tun, der eine Verbindung zu grenzüberschreitenden Sachverhalten aufweist: die aus Kirchen entwendeten Gegenstände werden in Antiquitätenläden im Ausland verkauft...

    Für die zweite Folge des Kriminalmuseums in Überlänge gilt im Grunde das Gleiche wie für die erste: es hätte die zusätzlichen Minuten nicht gebraucht, ganz im Gegenteil. Trotzdem hinterlässt sie den etwas besseren Gesamteindruck. Zunächst gibt es mit den – zugegebenermaßen für einen abendfüllenden Kriminalfilm etwas harmlosen – Kirchendiebstählen inhaltlich mal wieder etwas Abwechslung. Darüber hinaus schwärmt nicht nur der von Helmut Förnbacher sympathisch dargestellte Pfarrer von der Schönheit der Landschaft, auch der Betrachter atmet die durch die vielen Außenaufnahmen an verschiedenen Schauplätzen auf den Bildschirm transportierte Landschaft nach den vielen Minuten in engen und verrauchten Kneipenbauten tief ein. Schließlich gibt Günther Neutze eine gelungene Darbietung in der Rolle des Polizeiobermeisters Dreher, an der man sich ein Stück weit „festhalten“ kann. Insofern in manchen Bereichen eine kleine Steigerung, in anderen (insbesondere Tempo und Spannung) Stagnation bis leichter Abstieg.


    Leider setzt sich der Trend der letzten Episoden auch in der zweiten Folge in Überlänge fort: Es fehlt an Tempo und Spannung an allen Enden. Immerhin bietet „Der Barockengel“ schöne Landschaftsaufnahmen und sympathische sowie gut aufspielende Darsteller in zentralen Rollen. Dies stimmt mich gnädig, weswegen ich noch 3 von 5 Punkten gebe.

  • Sammelthread "Film Noir"Datum01.11.2019 21:42
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Der Scharlatan (Nightmare Alley, USA 1947)

    Regie: Edmund Goulding

    Darsteller: Tyrone Power, Joan Blondell, Coleen Gray, Helen Walker u.a.



    Film Noir Nummer 115:


    Stanton Carlisle verdingt sich auf Jahrmärkten als Gehilfe von "Gedankenlesern". Er heiratet eine Angestellte der Schausteller und tritt in der Folge als "Der große Stanton" in Chicagoer Nachtclubs auf. Als er die Psychotherapeutin Ritter kennen lernt, bittet er sie um Einsicht in ihre Patientenakten, um "Futter" für seine Auftritte als Gedankenleser zu erhalten...

    "Der Scharlatan" fiel seinerzeit bei amerikanischen Kritikern einigermaßen durch und bildete einen (negativen) Wendepunkt in den Karrieren von Regisseur Goulding ("Menschen im Hotel") und Hauptdarsteller Power ("Zeugin der Anklage"). Und das ist durchaus nachvollziehbar. Denn Power liefert in der Rolle des hochstaplerischen Stanton zwar eine bemerkenswerte schauspielerische Leistung ab. Doch das Porträt eines Betrügers kommt schwer in die Gänge und kann auch im weiteren Verlauf inhaltlich nicht recht überzeugen. Bis Power als "großer Stanton" in Chicagoer Nachtclubs auftreten darf, muss das Publikum erst den mühsamen Aufstieg über Gehilfentätigkeiten auf Jahrmärkten verfolgen. Diese Szenen sind optisch einigermaßen reizlos ausgefallen, irgendwann vermisst man einfach das "urbane Flair", das von Noirs ünblicherweise ausgeht. Und auch der storytechnisch entscheidende Impuls, der Einfall Stantons, mithilfe von Informationen aus Patientenakten sein Unwesen zu treiben, folgt erst, nachdem sich die Handlung bereits einige Zeit in Chicago abspielt. Was dann folgt, ist in weiten Teilen vorhersehbar, zwischendrin gibt es noch ein bisschen etwas für Hobbypsychologen. Insgesamt nichts, was einen über beinahe zwei Stunden locker bei der Stange halten kann.


    Eher zähes Drama über Aufstieg und Fall eines Hochstaplers mit immerhin guten schauspielerischen Darbietungen. 2,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Den werde ich mir sicher auch demnächst mal wieder ansehen. Vorher aber erstmal folgender Film...


    Der Fall Paradin (The Paradine Case, USA 1947)

    Regie: Alfred Hitchcock

    Darsteller: Gregory Peck, Alida Valli, Charles Laughton, Louis Jourdan, Ann Todd, Joan Tetzel, Ethel Barrymore, Charles Coburn u.a.



    Anwalt Anthony Keane übernimmt die Verteidigung von Mrs. Paradine, die im Verdacht steht, ihren blinden Ehemann mit Gift ermordet zu haben. Zunehmend entwickelt Keane persönliche Gefühle für seine Mandantin und es fällt ihm immer schwerer, berufliche und private Ebene zu trennen...

    "Der Fall Paradin" fristet in Hitchcocks Gesamtwerk ein Schattendasein. Dies verundert zunächst, ist die Besetzung immerhin äußerst zugkräftig. Mit Gregory Peck ist ein leading man an Bord, der prädestiniert für einen Hitchcock-Thriller erscheint, spielt er doch mit Veteranen wie Cary Grant und James Stewart in einer Liga. Cary Grant wurde auch deshalb als so ideal für Hitchcock angesehen, weil die Zuschauer schon einen vorgefertigten Rollentypen im Kopf haben und daher keine allzu tiefe Charakterisierung der Figur benötigen, um sich an der Figur "festhalten" zu können. Dies trifft auf Gregory Peck ebenso zu. Im vorliegenden Fall ist Pecks Keane indes eine recht ausgefeilte Figur, greift der Film mit der (überzogenen) Obsession für eine Frau schließlich schon ein Leitmotiv für "Vertogo" auf. Peck, leicht ergraut, erledigt seinen Part entgegen verbreiteter Kritik gewohnt souverän. Eine interessante und glückliche Wahl ist auch Alida Valli in ihrem ersten Hollywood-Film. Ihre herbe Ausstrahlung lässt ihre Figur sofort hinreichend ambivalent erscheinen. Der Zuschauer traut ihr die Tat allemal zu, weswegen ein vorschneller Schluss ("Sie war es ja doch nicht") ausbleibt. Auch Louis Jourdan als wichtiger Zeuge und Charles Laughton als etwas selbtgefälliger Richter erfüllen die in sie gesteckten Erwartungen.

    Nach recht vielversprechendem Beginn braucht der sehr dialoglastige Film jedoch leider zu lange, bis er es in den Gerichtssaal schafft. Die Folge ist, dass die Spannungskurve zwischendrin arg durchhängt und die an sich gelungenen Gerichtsszenen nicht in dem Maße mitreißen wie sie es eigentlich könnten und für einen rundum gelungenen Film auch müssten. So überrascht es insgesamt nicht, dass der Film ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Dass der Film in der Publikumsgunst nicht allzu weit oben angesiedelt ist, mag auch mit dem eher düsteren Ausgang zusammenhängen, der den Film zumindest in die Nähe eines Film Noir rückt.


    Stark besetzter und gespielter Thriller, dessen Spannungskurve auch durch seine Dialoglastigkeit allerdings zwischendrin durchhängt, wovon sich der Film nie so recht erholt. Alles in allem 3,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Folge 22: Das Etikett


    Die Kriminalpolizei untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Reihe von Diebstählen und dem Mord an einem Hehler...

    Wie Gubanov schon zutreffend beschrieben hat, war es sicher nicht die beste Idee der Verantwortlichen, die Episoden just in einer Phase aufzublähen, in der es ohnehin an Tempo und inhaltlicher Finesse fehlte. Hier wäre eher der umgekehrte Weg – eine Kürzung auf 45 Minuten – erwägenswert gewesen. So darf sich der Zuschauer mit der ersten Kriminalmuseum-Folge in Überlänge herumschlagen, die mit einem konsequenten Cutter sicher auch auf die so eben genannte Dauer „heruntergekürzt“ hätte werden können. Das Quartett um H.M. Neutze, Löwitsch, Wiedemann und Krumm hat zwar allemal seinen Reiz, der Folge gelingt es aber nicht, dieses hinreichend gewinnbringend einzubringen. Allzu sehr plätschert das Geschehen in reizlosen Kulissen wie der engen und ungemütlichen Kneipe vor sich hin, bis hinten heraus eine kleine Überraschung aus dem Hut gezaubert wird. Auch Heinz Weiss kann anders als in seinem ersten Auftritt im Kriminalmuseum an der Seite von Harry Riebauer „Tödliches Schach“ der Folge nicht recht ein ausgleichendes Gewicht beifügen.


    Die erste KM-Folge in Überlänge darf als einigermaßen missglückt bezeichnet werden und stellt sogleich den Sinn dieses Schrittes erheblich infrage. 2,5 von 5 Punkten.

  • Intercontinental Express (1965, TV)Datum29.10.2019 19:37
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Intercontinental Express


    Über die letzten Wochen habe ich mir erstmals alle Folgen der Serie „Intercontinental Express“ angesehen. Die 25-minütigen Episoden erzählen abgeschlossene Geschichten ohne festes Darstellerensemble, die jeweils größtenteils im Inneren eines Zuges spielen und in aller Regel einen kriminalistischen Inhalt haben.

    Bilder von fahrenden Zügen haben stets einen gesteigerten nostalgischen Wert, obendrein sind die Geschichten von „Menschen auf Reisen“ nicht selten von erhöhtem Interesse, weil nicht nur der Zug, sondern auch das Leben der im Mittelpunkt stehenden Figuren „in Bewegung“ ist bzw. gerät. Naturgemäß sind die Storys von unterschiedlicher Qualität, gleichwohl kann man sagen, dass die meisten Folgen wirklich gut unterhalten. Dies ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass die Verantwortlichen eine Vielzahl bekannter Gaststars gewinnen konnte, u.a. Heinz Drache, Margot Trooger, Robert Graf, Walter Wilz, Ivan Desny.

    Am besten hat mir die letzte Folge „Der Kronzeuge“ mit Heinz Drache und Robert Graf gefallen. Dort begleitet der Zuschauer den einen Kommissar spielenden Heinz Drache auf einer Zugfahrt mit dem Verdächtigen Vincenz Fohler (Robert Graf), der seine Schwester getötet haben soll. Auf der Fahrt wird der Fall nochmal im Detail aufgerollt – überraschendes Ende inklusive. Wie viele der Episoden funktioniert die Folge als Kammerspiel, in deren Rahmen sich Drache und Graf umso mehr profilieren können, als außer ihnen nur zwei weitere Nebendarsteller mit an Bord sind. Auch die Folge „Die Puppe mit dem Porzellankopf“ mit Günther Schramm und Ellen Farner, die als Bankräuber-Duo reisen und von einem kleinen Jungen entlarvt werden, den sie allzu sehr auf die leichte Schulter nehmen, überzeugt.

    Insgesamt erwartet den Zuschauer mit „Intercontinental-Express“ im Segment der Kurz-Krimiserien eine überdurchschnittliche Reihe.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Erstmal vielen Dank für die Rückmeldung! Ja, das Problem liegt wahrscheinlich zu einem erheblichen Teil schon in der Figur begründet. Trotzdem wäre da m.E. mehr herauszuholen gewesen, wenngleich dieser Aspekt den Gesamteindruck in der Tat nur sehr unwesentlich trübt. Unter den Schwarzweißfilmen von Hitchcock würde ich "Im Schatten des Zweifels" auch definitiv sehr weit vorne einordnen.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Folge 21: Der Koffer


    Bei einem abendlichen Kontrollrundgang wird ein Nachtwächter ermordet. Eine Zeugin legt eine Personenbeschreibung vor, welche die Polizei auf die Spur eines Schülers führt, der alsbald auch ein Geständnis ablegt. Fall geklärt? Von wegen!

    Ein Mord in Verdeckungsabsicht führt im Laufe der Handlung in eine Art Sozialdrama, wie man sie später häufig im „Kommissar“ sehen durfte bzw. musste. Ein junger Mann, der gegen seine Eltern aufbegehrt, gesteht einen Mord, den er nicht begangen hat. Leider konzentriert sich die Episode trotz der vorhersehbar nicht bestehenden Täterschaft des Mannes sehr auf ihn und sein Umfeld. Verdächtige sind ziemliche Mangelware, der wahre Tathergang lässt sich daher recht leicht rekonstruieren. Unglücklicherweise ist die Folge von Theodor Grädler überdies recht schleppend inszeniert. Immerhin wartet „Der Koffer“ mit einem unverbrauchten und recht reizvollen Ermittlerduo auf. Kurt Meisel kennt man eher als Fiesling, z.B. aus der 1954er-Verfilmung von „Emil und die Detektive“. Hier gibt er den einigermaßen nachsichtigen und engagierten Kriminalinspektor. Willy Semmelrogge agiert weitaus weniger farblos als viele seiner Vorgänger und kann schon mal ein wenig für seine spätere Assitentenrolle im „Tatort“ üben. Der übrige Cast ist demgegenüber wenig prominent, immerhin vermag Gudrun Thielemann als Zeugin ein paar Akzente zu setzen. Summa summarum dennoch eine Folge von unterdurchschnittlicher Qualität.

    Die Episode konzentriert sich leider zu sehr auf im Ergebnis weniger wichtige Figuren und versäumt es, dem Publikum Verdächtige für das Täterrätsel an die Hand zu geben. Auch das Tempo lässt zu wünschen übrig. 2,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Zitat von eastmancolor im Beitrag #119
    Zitat von Ray im Beitrag #110
    Im Nachgang zu Karin Dors 80. Geburtstag habe ich mir dann doch nochmal "Die Antwort kennt nur der Wind" angesehen, auch wenn ich damit mit der Chronologie gebrochen habe...

    [b]Die Antwort kennt nur der Wind (BRD/F 1974)

    Karin Dor sieht man in einer anderen Rolle, als man es aus den seligen 1960ern gewohnt ist. Sie spielt eine Hausangestellte auf dem Anwesen der Witwe des toten Bankiers, die sich an Lucas wendet, da sie Informationen hat, die die Ursache des Todes von Hellmann erklären. Gerade zu Anfang mit Pferdeschwanz und Dienstuniform sieht man ihrem Gesicht die Spuren ihrer Krankheit deutlich an.




    Widerspruch. Karin Dor hatte ihre Erkrankung schon Jahre hinter sich. Du machst den Fehler Karin Dor auf ihr Aussehen zu reduzieren, was genau der Punkt war, warum sie in den 70ern kaum noch besetzt wurde.
    Gerade am Anfang wirkt Karin Dor mit Pferdeschwanz nicht als Schönheit, sondern sie wirkt ziemlich suspekt und es ist ihr alles zuzutrauen.
    Mit damals 36 lieferte sie halt nicht mehr das Bild des jungen Mädchens.
    Ich hätte sie gern in den 70ern bei Fassbinder als Nutte, Alkoholikerin oder sonstwas, nicht ihrem Rollen Klischee entsprechendes, gesehen, mit dem Mut zur Hässlichkeit.
    Sie hätte es definitiv drauf gehabt.
    Als sie in den 70ern reifer wurde, hätte sie so viele tolle Rollen spielen können aber letztendlich hatten die Filmmemacher des neuen deutschen Films Karin Dor nur als Schönheit im Kopf. Man konnte sich Karin Dor schlichtweg nicht als realistischer, ungeschminkter Charakter vorstellen.



    Zumindest Nachwirkungen der Krankheit sieht man ihr für meine Begriffe aber schon an. Davon abgesehen reduziere ich sie nicht auf ihr Aussehen, sondern habe lediglich die Feststellung getroffen, dass sich ihre Rolle von denjenigen aus dem vergangenen Jahrzehnt unterscheidet. Ich hab glaube ich an anderer Stelle schon mal geschrieben, dass ich sie ebenfalls gerne in dieser Zeit und in den folgenden Jahren gerne in weiteren anderen Rollen gesehen hätte, z.B. im deutschen TV-Krimi, weil sie eben auch eine gute Schauspielerin war. Bin da also durchaus bei dir.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #202
    Na bitte, jetzt haben wir schon zwei exakte Punkteübereinstimmungen in Folge, nachdem es in Box 1 nie geklappt hat. Aber trotzdem: Wo ist denn "Die Brille" geblieben? Verzichtest du etwa gleich von vornherein auf die drei Lemmel-Episoden (zu verdenken wär's dir nicht)?


    Keine tiefergehenden Motive, sondern vielmehr bloße Unaufmerksamkeit stecken hinter der fehlenden Besprechung zu Folge 19. Danke für den Hinweis. Wo Besprechung zu Folge 18 der vorangegangene Post war, hätte mir das eigentlich auffallen müssen...

    Hier nun die "Nachlieferung"...


    Folge 19: Die Brille


    Erwin Spindler bekommt von seiner Familie ein paar Tage Urlaub „genehmigt“, die er zum Wandern in den Dolomiten nutzen möchte. Auf seiner Fahrt von Berlin zu seinem Reiseziel macht er einen folgenschweren Fehler: Er nimmt einen Unbekannten als Anhalter mit...

    Im Grunde hätte „Die Brille“ wie die Vorgängerepisode auch „Die Ansichtskarte“ lauten können, denn die Tochter Erwin Spindlers schöpft durch eine Ansichtskarte des Vaters Verdacht, dass etwas nicht in Ordnung ist: Das Datum wurde mit einem Füller in anderer Farbe nachträglich verändert. Ansonsten hat die Folge in der Tat einen sehr dokumentarischen Stil, weswegen man sich eher in einer „Stahlnetz“-Folge wähnt als in einer des „Kriminalmuseums“. Trotzdem ist der Fall um die titelgebende Brille schon wegen der vielen wechselnden Schauplätze einigermaßen kurzweilig. Heinz Schubert, der später auch im legendären Durbridge-Mehrteiler „Das Messer“ ermitteln durfte, macht seine Sache als Kommissar solide. Wie schon moniert, fehlt es ob der frühen Enttarnung indes ein wenig an Spannung.

    Dokumentarisch angehauchte, dank der vielen Reisemotive und des solide agierenden Polizeiapparates aber doch ordentlich unterhaltende Episode. 3,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Im Schatten des Zweifels (Shadow of a Doubt, USA 1943)

    Regie: Alfred Hitchcock

    Darsteller: Joseph Cotten, Teresa Wright, Macdonald Carey, Henry Travers, Patricia Colline, Hume Cronyn u.a.



    Charles Oakley, von seiner Nichte Charlotte nur "Onkel Charlie" genannt, stattet der Familie seiner Schwester einen überraschenden und längerfristigen Bsuch ab. Was die Familie und insbesondere die ihren Onkel verehrende Charlotte nicht weiß: "Onkel Charlie" ist ein gesuchter Frauenmörder...

    "Im Schatten des Zweifels" war bekanntermaßen einer von Hitchcocks Lieblingen, wenn nicht der Liebling unter seinen Filmen. Wie seine Tochter Patricia einmal berichtet hat, liegt dies darin begründet, dass der Film eine Geschichte darüber erzählt, wie das Böse Einzug in eine friedliche Kleinstadt hält. Wenngleich der "Master of Suspense" richtigerweise wohl einige bessere Filme geschaffen hat, genießt "Im Schatten des Zweifels" durchaus zu Recht einen sehr guten Ruf. Denn die Grundkonstellation hat in der Tat ihren Reiz und diese wird - und das ist entscheidend - auch entsprechend mit Leben gefüllt. Hitchcock gibt sich bis in kleinste Details hinein allergrößte Mühe die Duplizität in Onkel und Nichte zu zeigen. Ob es der gemeinsame Kosename ist, die parallel angelegten Vorstellungsszenen (beide werden in ihrem Bett liegend eingeführt) - die Liste ließe sich beliebig fortführen. Ein großer Pluspunkt ist ferner darin zu sehen, dass - für die damalige Zeit ungewöhnlich - ein großer Teil des Films an Originalschauplätzen gedreht wurde, was dem Film eine besondere Authenzität verleiht. Darüber hinaus werden die Figuren dank des guten Drehbuches und der insgesamt sehr starken darstellerischen Leistungen vortrefflich herausgearbeitet. An erster Stelle zu nennen ist dabei Teresa Wright, die sich neben dem naturgemäß wesentlich älteren Joseph Cotten bestens behauptet. Ihre formidable Ausstrahlung ist es, die den Zuschauer von Anfang an für den Film gewinnt. Im Laufe der Handlung vermag sie es, ihrer Figur eine Vielzahl an Facetten zu verleihen. Joseph Cotten ist ebenfalls weit entfernt von einem schablonenhaften Bösewicht. Schließlich wird er in einigen Momenten durchaus sympathisch dargestellt, sein Besuch - so plötzlich er auch sein mag - ist insbesondere für Schwester und Nichte ein enorm freudiges Ereignis, weswegen man mit den beiden umso mehr leidet, als sich die Anzeichen verdichten, dass sein Charles Oakley ein dunkles Geheimnis hat. Aber auch Hume Cronyn ("Zelle R 17", "Im Netz der Leidenschaften") als des Vaters der Familie seltsamer, mit dem Familienoberhaupt pausenlos Mordmethoden durch diskutierenden Kumpanen oder Edna May Wonacott als wahrer Bücherwurm setzen Akzente. Die einzige Enttäuschung ist der blasse Macdonald Carey in der Rolle des Detektivs Graham. Mit seiner Figur ist auch ein weiterer Kritikpunkt verbunden, denn die Lovestory zwischen ihm und Charlotte ist völlig überflüssig und erscheint unpassend. Eine Schlussszene mit Charlotte alleine oder im Kreise der Familie wäre wesentlich überzeugender gewesen.

    Die Blu-Ray bietet den Film in angesichts seiner Entstehungszeit hervorragender Bildqualität. Als Extra gibt es insbesondere das bei den Universal-Hitchcock-Veröffentlichungen gewohnte und empfehlenswerte Making-Of, in dem erfreulicherweise Teresa Wright und Hume Cronyn noch zu Lebzeiten zu Wort kommen und Erinnerungen an die Dreharbeiten mit der Nachwelt teilen konnten.


    Mehrfach als sein persönlicher Favorit unter den eigenen Werken bezeichnet, ist "Im Schatten des Zweifels" tatsächlich ein sehr guter, wenn auch nicht der beste Hitchcock-Film. Dies verdankt er der im Ausgangspunkt reizvollen Story, den sauber herausgearbeiteten Figuren, den ganz überwiegend stark aufspielenden Darstellern und der sauberen Inszenierung Hitchcoks. Einzig die überflüssige Lovestory und der blasse Macdonald Carey trüben das Vergnügen. Trotzdem noch 4,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Folge 20: Das Nummernschild


    Drei Gauner planen, einen Juwelier in Düsseldorf auszurauben. Was sie nicht wissen: die Polizei ist ihnen bereits zufällig auf die Spur gekommen...

    „Das Nummernschild“ bildet in Sachen Schauplätze eine willkommene Abwechslung zum bisher Dargebotenen. Beginnend in Hamburg, verlegt sich die Episode schon bald ins Ruhrgebiet (Oberhausen, Duisburg), um dann für den Höhepunkt ins Rheinland nach Düsseldorf weiterzuziehen. Neben dem Coup auf der Düsseldorfer "Prachtmeile" Königsallee ist vor allem die anschließende Autoverfolgungsjagd von Interesse, deren Fahrt die Gangster u.a. auch entlang des seit nunmehr 25 Jahren autofreien Rheinufers führt.

    Die Gangster werden souverän angeführt vom wie immer überzeugenden Werner Bruhns, aber auch Horst Michael Neutze liefert in der für ihn typischen Rolle eine solide Vorstellung ab. Die Ermittler bleiben demgegenüber ein wenig blass, auch kann man dem Buch in der Tat vorwerfen, dass sich die Gauner etwas einfach überführen lassen, wenn man bedenkt, dass sie schon mehrere große Coups gelandet haben. Allgemein setzt sich der etwas dokumentarischer angehauchte Stil der vorangegangenen Folge fort. Dennoch hinterlässt die von Helmuth Ashley verantwortete Folge einen guten Gesamteindruck.


    Der Ortswechsel vom Süden in den Norden und vor allem den Westen der Bundesrepublik erweist sich als erfrischend, die Gauner um Werner Bruhns und Horst Michael Neutze sorgen für grundsolide Unterhaltung. 4 von 5 Punkten.

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Ray
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