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  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Dann heißt es einstweilen wohl "Ray, übernehmen Sie"

    Ich persönlich bin großer Fan der "Mission: Impossible"-Reihe mit Tom Cruise, oft haben mir die Filme dieser Reihe besser gefallen, als der kurz zuvor/danach erschienene Bond-Film.


    Teil 1 ist sicher der storylastigste und punktet heute noch durch den ungemein spannenden und atmosphärischen Einstieg in Prag. Nahezu legendär dazu die Einbruchs-Szene im CIA-Hauptquartier, in der Cruise alias Ethan Hunt an einem Seil hängend sich ins System des Geheimdienstes einwählt. Neben Cruise sieht man u.a. Jon Voight als Sekretär des IMF, Jean Reno, Ving Rhames sowie die mit einer höchst sinnlichen Ausstrahlung gesegnete Emmanuelle Béart. Regie führte Brian de Palma.

    Teil 2 ist in vielerlei Hinsicht anders als der Erstling. Hier dachten sich "Actionpapst" John Woo und Cruise die Action-Szenen aus, bevor das Skript angefertigt stand und wenn man dem Film etwas Böses will, könnte man behaupten, dass man es ihm ansieht. Die Over-the-top-action, vor allem der übermäßige Einsatz von Zeitlupe, ist sicher nicht jedermanns Sache, aber ich mag diesen Film ebenfalls sehr gerne und schaue ihn mir immer wieder mit Freude an. Als "Hunt-Girl" fungiert die bildschöne Thandie Newton, die nicht zuletzt aufgrund ihrer Nationalität ein vortreffliches Bond-Girl gewesen wäre. Das "Mision Impossible"-Thema wurde hier von Hans Zimmer sehr rockig eingespielt, was zum Film und Zeitgeist sehr gut passt. Der Sekretär des IMF wird von Anthony Hopkins verkörpert.

    Mit Teil 3 hatte man im Grunde ein "sauberes Ende" geschaffen und eine Zeit lang sah es auch so aus, dass es bei einer Trilogie bleiben würde. Auf der Jagd nach einer ominösen "Hasenpfote" kreuzen sich Cruise Wege mit dem vom viel zu früh verstorbenen Philip Seymour Hoffman, der den Zwist auf eine persönliche Ebene bringt, indem er Hunts frisch Angetraute entführt... Stimmiger Film, der bodenständiger daherkommt als der Vorgänger. Den Sekretär des IMF mimt diesmal Laurence Fishburne, Hunts Ehefrau wird von Michelle Monaghan gespielt, erstmals ist zudem Simon Pegg als Technik-Nerd Benji zu sehen. Regie führte J.J. Abrams.

    Mit "Phantom Protokoll" leitete man eine neue, noch erfolgreichere Ära der Franchise ein. Cruise verschaffte seiner Karriere, die ein wenig ins Stocken geraten schien, mit diesem grandiosen Actioner einen neuen Anstoß. Stärker betont wird der Team-Gedanke, neben Hunt und Benji helfen die schöne Paula Patton und Jeremy Renner mit. Höhepunkt des Films sind Hunts Kletter-Einlagen am Burj Khalifa, die nachhaltig beeindrucken. Alles in allem perfektes Unterhaltungskino und für mich der bis dato beste Film der Reihe. Treu blieb man seinem Prinzip, jeden Film einem anderen Regisseur zu überlassen. Brad Bird ("Ratatouille") war insofern ein Wagnis, als er zuvor noch keinen Realfilm inszeniert hatte.

    "Rogue Nation", inszeniert von Christopher McQuarrie, konnte das hohe Niveau seiner Vorgänger leider nicht ganz halten. Waren die früheren Filme nicht zuletzt aufgrund der verschiedenen Regiestile sehr unterschiedlich ausgefallen, summa summarum jedoch auf etwa dem gleichen Niveau, fällt der fünfte Teil der Reihe etwas ab. Man hat erstmals ein wenig das Gefühl, das arg "auf Nummmer sicher" gegangen wurde. Abgesehen von der schier unglaublichen Prätitelsequenz, in der Hunt an der Seitentür eines Flugzeugs hängend in die Lüfte steigt, fällt die Action weniger spektakulär aus, Vieles hat man in der Reihe schon besser gesehen (z.B. Motorrad-Stunts). Zudem vermag die blasse Rebecca Ferguson Paula Patton nicht zu ersetzen.

    Gestern hatte ich nun das Vergnügen, den aktuellen Teil der Reihe "Fallout", der äußerst erfolgreich angelaufen ist und zum Start glänzende Kritiken erhielt, im Kino zu sehen, noch dazu in 3D. Ein wenig skeptisch war ich im Vorhinein, da man erstmals nicht den Regisseur wechselte und man befürchten musste, dass allzu sehr an Teil 5 angeknüpft würde. Dies ist inhaltlich auch durchaus der Fall, dennoch weiß der Film insgesamt wieder mehr zu überzeugen. Tom Cruise zeigt sich weiter in absoluter Topform und liefert beeindruckende Stunts in London, Paris und Kaschmir. In Kaschmir, wo der wie heute in derlei Filmen üblich epische Showdown stattfindet, bildet eine beeindruckende Kulisse für das wilde Action-Treiben, das Ethan Hunt samt Gefolgschaft auf die Leinwand zaubert. Sehr gelungenes Action-Kino, das sich Genre-Freunde nicht entgehen lassen sollten. Mein bisheriges Kino-Highlight des Jahres.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Auch Gereon Raths vierter Fall Die Akte Vaterland ist durchgelesen.

    Volker Kutscher ist es einmal mehr gelungen, einen mehr als 550 Seiten langen Kriminalroman zu schreiben, der ungemein geschickt konstruiert ist und an keiner Stelle langweilt. Im Grunde muss Rath hier gleich drei Morde bzw. Mordserien aufklären. Zum einen jene, die durch das "Phantom" begangen werden, wobei die Ermittlungen mehr als schleppend verlaufen. Ablenkung bietet eine weitere Mordserie, die im Vergnügungslokal "Haus Vaterland" seinen Anfang nimmt und Rath bald nach Ostpreußen führt. Hier lernen Rath und der Leser die Stadt Treuburg (heute: Olecko) und ihre Einwohner kennen, die wenige Jahre zuvor in einer Volksabstimmung zu 100% für eine Zugehörigkeit zu Ostpreußen und gegen Polen gestimmt haben. Nationale Tendenzen sind hier schon deutlich ausgeprägter als im großen Berlin. In diesem Örtchen trifft Rath im Laufe seiner Ermittlungen nicht nur auf einen als "Quasi-Indianer" lebenden (!), sondern löst auch noch einen Jahre zurückliegenden Fall, der Grundlage für die Mordserie in Berlin ist. In Berlin selbst muss Charly, die für die Ermittlungen der Kriminalpolizei zugeordnet ist, zusehen, wie der "Preußenschlag" seine Opfer fordert. Rath und Charly verloben sich zu Anfang, ihre Beziehungsrobleme löst dies jedoch nur sehr bedingt.

    Es bleibt also in jeder Hinsicht spannend, freue mich schon auf Raths fünften Fall!

  • Sammelthread "Film Noir"Datum15.08.2018 23:07
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Zitat von Georg im Beitrag #417

    Der Film scheint komischer Weise noch nicht auf DVD erschienen zu sein


    Doch, er wurde 2017 von Studio Hamburg herausgebracht. Danke für den Tipp, werde ich mir vormerken. "Die 27. Etage" hat mir ja sehr gut gefallen!

  • Bewertet: "Der Alte"Datum10.08.2018 20:20
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #213
    Passend dazu fahre ich ebenfalls mit einigen Folgen aus der dritten Collector’s Box fort:



    Der Alte: Die Unbekannte

    Episode 53 der TV-Kriminalserie, BRD 1981. Regie: Zbynek Brynych. Drehbuch: Detlef Müller. Mit: Siegfried Lowitz, Jan Hendriks, Wolfgang Zerlett, Krystian Martinek, Christine Wodetzky, Michaela May, Klaus Höhne, Gisela Hoeter, Ullrich Haupt, Ilse Künkele u.a. Erstsendung: 31. Juli 1981.

    Zitat von Der Alte: Die Unbekannte
    Inbrünstig liebt Richard Ohlbeck Dorothea Hormann. So sehr, dass er für sie einen Mord begeht: Er schafft ihren Ehemann, den bekannten Professor Hormann, aus dem Wege, der sie quält und eine langfristige Beziehung zwischen Richard und Dorothea blockiert. Nach seiner Tat muss Richard aber erschüttert feststellen, dass sich Dorothea nicht mehr bei ihm meldet. Und mehr noch: dass sie nicht die ist, die sie vorgab, zu sein. Er liebte eine Unbekannte!

    Eine Story, die allzu leicht in seichte Gefilde abgleiten könnte, ist in den krawalligen Händen Zbynek Brynychs gut aufgehoben. Dabei setzte der Regisseur vor allem in der Mordszene dicke Ausrufezeichen, in der der junge Gastdarsteller Krystian Martinek hervorragend zur Geltung kommt. Die Duval-Musik, die dazu ertönt, fällt zwar leider mindestens genauso schockierend aus wie der Mord an Professor Hormann, aber da Brynych die Dauerberieselung mit dem Stück „Love, What’s Your Face“ in der zweiten Hälfte der Folge dankenswerterweise einstellte, gewinnt die Episode im gleichen Maße an Stimmung wie auch an kriminalistischer Undurchschaubarkeit.

    Der Titel „Die Unbekannte“ ist vage genug, um verschiedene Interpretationen durch den Kopf des Zuschauers zu jagen. Zunächst meint man, Richard und Dorothea würden „ihren Mord“ von einer Unbekannten, nämlich der Frau aus dem oberen Stockwerk, erledigen lassen. Später erkennt man, dass sie eigentlich diejenige ist, die dem Protagonisten näher steht und dass sich Dorotheas Identität als raffinierter Schwindel entpuppt. Das Publikum ist über diese Enthüllung ebenso geschockt wie Richard Ohlbeck, sodass die etwas wüst angelegte Gegenüberstellung im Hause Hormann erstaunlich gut funktioniert.

    Das Ermittlerteam steht leider nur in dezimierter Form zur Verfügung: Michael Ande und Henning Schlüter gingen wohl schon vorzeitig in die nach der Episode anstehende Drehpause, sodass man mit Lowitz, Hendriks und dem gesichtslosen Ersatzermittler Zerlett Vorlieb nehmen muss. Dabei wird Lowitz ebenso wie Kollege Tappert einmal zu Beginn des Falls aus der Oper heraus zum Tatort zitiert – ein unverkennbares Signal an den Zuschauer, für die unermüdliche Arbeit der Polizei dankbar zu sein. Dass daran ausgerechnet in „Die Unbekannte“ erinnert wird, ist verwunderlich (oder ein salomonischer Ausgleich?), denn im ganzen Verlauf wird sehr viel Sympathie für den Mörder aufgebaut, der sogar gute Chancen auf ein mildes Urteil zugesprochen bekommt.

    Die ungewöhnliche Struktur tut der Folge ausgesprochen gut. Es ist angenehm, nicht augenblicklich mit einer Leiche konfrontiert zu werden, sondern zunächst einen Blick in die Karten des von Anfang an bekannten Täters zu erhalten. Der Rätselfaktor wird durch die Motivierung Dorotheas dennoch bis zum Ende hochgehalten, wobei Detlef Müller nicht auf die naheliegendste Lösung zurückgriff und einen ärztlichen Kunstfehler für den Zorn der Frau verantwortlich machte.

    Bittere Romantik trifft clevere Mordverführung. „Die Unbekannte“ gewinnt durch überzeugende Hauptdarsteller, vielfältige Schauplätze (Grünwald, U-Bahn, Friedhöfe) und ein Drehbuch, das deutlich über Seriendurchschnitt angesiedelt ist. Ähnlich wie in „Illusionen über einen Mord“ macht sich Müllers Vorliebe, durch einen Mord einen anderen aufzudecken, bemerkbar. 4 von 5 Punkten.

    Lieblingszitat: „Die Liebe kann einen Menschen bis zum Wahnsinn bringen.“



    Zumindest "Die Unbekannte" müsste dir eigentlich bekannt sein, aber der Umstand, dass dir das selbst nicht mehr bewusst ist, spricht vielleicht in der Tat dafür, einen komplett neuen Anlauf zu nehmen.

    Okay, dann bleib ich vielleicht doch bei meinem bisherigen Vorgehen, wollte nämlich danach auch eine zweite Runde "Die fünfte Kolonne" und "Kriminalmuseum" starten und da dann auch ein bisschen zu schreiben. Aber das wird natürlich noch ein wenig dauern.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Schöne Idee, einen derartigen Thread zu eröffnen, da gibt es sicher reichlich Material. Habe "Ipcress - streng geheim" anlässlich der Arte-Ausstrahlung auch gesehen und bin für mich zu einem ähnlichen Resümee gekommen wie du, hätte aber insgesamt einen halben Punkt mehr gegeben. Atmosphärisch und kameratechnisch war das schon stark. Wäre schön, wenn die anderen Harry Palmer-Filme demnächst auch mal wieder ausgestrahlt werden würden.

  • Bewertet: "Der Alte"Datum10.08.2018 19:40
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #274
    Ich finde es toll, dass du so eifrig die Serien schaust. Mit deinen Zusammenfassungen zum "Alten" wirfst du ein milderes Licht auf die Serie als in meinen Erinnerungen. Wenn ich an Box 3 denke, ist es zunächst "Der Zigeuner", der alles überschattet und der mit zum Übelsten gehört, was ich an deutschen Fernsehkrimis bis dato gesehen habe. Auch weiß ich nicht, ob es unbedingt für die Box spricht, dass man darin Arthur Brauss gleich dreimal begegnet. Aber der allgemeine Tenor ist ja immer wieder positiv. Wenn ich mit "Kommissar" und "Derrick" fertig bin, werde ich also wohl nicht darum herumkommen, beim "Alten" nochmal einen Neustart zu wagen.

    Schade finde ich nur generell bei diesen Serien-Box-Reviews, dass du dich nicht zu einzelnen Folgen äußerst. Ein paar Sätze zu jedem Fall wären nochmal eine ganze Runde aufschlussreicher als die bloße Rangliste.



    Das wäre schön, wenn du deine Sichtungen zur Lowitz-Ära beim "Alten" irgendwann komplettieren könntest, habe deine Besprechungen bei mancher Folge schmerzlich vermisst. An dieser Stelle mal ein großes Dankeschön, dass du dir immer die Mühe machst, zu jeder Folge von "Derrick" & Co eine ausführliche Besprechung zu schreiben!

    Dass ich persönlich auf Bewertungen zu den einzelnen Folgen verzichtet habe, liegt vor allem daran, dass ich befürchte, dass mir bei den beiden Dauerbrennern ein bisschen die Zeit davon läuft. Bin ja verspätet eingestiegen und ich denke es dauert nicht mehr allzu lange, bis die ein oder andere Box abverkauft sein wird. Da ich mich ungern "großzügig" im Voraus eindecke ohne zu wissen, ob ich bei einer Serie bis zum Schluss durchhalte (gilt vor allem für "Derrick"), bleibt mir nichts anderes übrig, als ein möglichst zügiges Tempo an den Tag zu legen. Bei dem hohen Tempo ist es mir aber kaum möglich, zu den einzelnen Folgen ausführlichere Kommentare zu schreiben. Außerdem dachte ich mir, dass ich, wenn ich beim ersten Durchlauf auf Reviews verzichte, vielleicht einen Anreiz für mich selbst schaffe, mir die Boxen in den nächsten Jahren nochmal vorzunehmen, um dann in aller Ruhe und Ausführlichkeit vorgehen zu können. Als Kompromiss habe ich mich dann auf die Box-Reviews verlegt, die ja in den einschlägigen Threads auch durchaus üblich sind und zu den "Highlight-Folgen" ein paar Sätze zu schreiben. Das bin ich zugegebenermaßen diesmal schuldig geblieben, was ich hiermit nachholen möchte. Außerdem werde ich darüber nachdenken, deiner Anregung nachzukommen und eventuell ab Box 4 vom "Alten" und von "Derrick" jeweils Kurz-Kommentare zu den einzelnen Folgen zu schreiben. Wo du schon so in Vorleistung getreten bist, kann man das schließlich kaum ablehnen.

    Hier also noch ein paar Worte zu den "Highlight"-Folgen von Box 3:

    1. Die Beute (4,5/5)

    In dieser Folge kehrt Christiane Krüger nach langer Pause beim "Alten" endlich zurück und spielt eine junge Frau, deren Ehe am Ende ist und die in den Überfall bei ihrem Arbeitgeber, einem Juwelen-Depot, verwickelt zu sein scheint. Alexander Kerst gibt ihren Vorgesetzten, Christian Quadflieg den gescholtenen Ehemann. Helmuth Ashley inszenierte gekonnt diese einerseits von den Gaststars, andererseits von der wendungsreichen Story lebende Episode.

    2. Tote Lumpen jagt man nicht (4,5/5)

    Herbert Fleischmann mimt einen windigen Anlegeberater, der sich mit seiner Geliebten (Iris Berben) aus dem Staub machen und ein neues Leben beginnen will. Doch während eines Zwischenaufenthalts in einem Wellness-Ressort verschwindet er (scheinbar ?). Wiederum eine wendungsreiche, mit Tempo ausgestattete Folge mit tollen Gaststars. Regie: Günter Gräwert.

    3. Eine Frau ist verschwunden (4,5/5)

    Eine junge Bibliothekarin verschwindet scheinbar. Kurz zuvor hatte sie einen Geschäftsmann kennen gelernt, dessen Ehefrau zum gleichen Zeitpunkt wie die junge Bibliothekarin auf mysteriöse Weise verunglückt ist... Diese Folge lebt allein von der starken Story, denn besondere Gaststars gibt es keine. Man rätselt mit Wonne, ob der Geschäftsmann, der zweifelsohne "Dreck am Stecken" hat, mit seiner Geliebten, der Bibliothekarin, gemeinsame Sache gemacht hat oder mit seiner Ehefrau. Denn wie sich dem Zuschauer durch einen Telefonanruf bald eröffnet, ist eine der beiden noch am Leben...

    4. Die Unbekannte (4,5/5)

    "Loooooove - what's your face" wird dem Betrachter dieser Episode von Zbynek Brynych vor allem in den ersten Minuten in unnachahmlicher Penetranz auf die Ohren gedrückt, was der Folge einen ähnlich soapigen Anstrich verleiht wie bisweilen "Bis dass der Tod uns scheidet". "Die Unbekannte" hat das Glück, einerseits Christine Wodetzky auf der Besetzungsliste zu wissen, welche der "Unbekannten" trotz ihres Handelns gewisse Sympathiepunkte einheimst, und andererseits ohne Dieter Schidor auszukommen, der "Bis dass der Tod uns scheidet" mit seiner wie so oft unglaubwürdigen Performance entscheidend abwertet.

    5. Hass (4,5/5)

    Die Eheleute Brinkmars haben nach vielen Ehejahren nicht sonderlich viel füreinander übrig. Vor allem die Gattin gönnt ihrem Ehemann seine Liebschaft nicht mehr, nachdem ihr eigener Geliebter bei einem Unfall ums Leben gekommen ist...

    Der charismatische Ernst Schröder als Herr Brinkmar und sein Zusammenspiel mit Lowitz' Köster machen den Reiz dieser auch sonst durchaus spannenden Episode aus.

  • Bewertet: "Der Alte"Datum06.08.2018 22:19
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Collector's Box Vol. 3 ist durchgesehen und anders als nach den ersten fünf Folgen zu vermuten hat man es summa summarum doch wieder mit einer gelungenen Box zu tun, in der die Ausreißer nach oben jene nach unten überwiegen. Gefühlt hat Box 3 im Schnitt gegenüber Box 2 die Nase vorn. Obwohl diesmal ein herausstechendes Highlight fehlt, gibt es eine Spitzengruppe von fünf Folgen, die alle sehr gute Krimi-Unterhaltung liefern und vor allem durch starke und wendungsreiche Storys punkten. Ein paar besonders gelungene Auftritte hat zudem abermals Henning Schlüter als Vorgesetzter Millinger.

    Als Gaststars sind diesmal u.a. mit von der Partie: Martin Held, Brigitte Horney, Herbert Fleischmann, Christiane Krüger, Christine Wodetzky, Iris Berben, Alf Marholm (gleich 3x !), Brigitte Grothum, Claus Biederstaedt, Kristina Nel, Arthur Brauss (auch 3x), Dieter Eppler, Ulrich Beiger, Susanne Uhlen, Brigitte Mira, Konrad Georg, Karl Heinz Vosgerau, Reinhard Kolldehoff, Gert Haucke, Rudolf Schündler, Rudolf Platte, Alexander Kerst, Günther Ungeheuer.

    Ein bisschen schade finde ich es im Übrigen, dass man neben Köster auf einmal (relativ unbekannte) Gastdarsteller auf das Cover der Box packt. Warum nicht mal Ande, Hendriks oder Schlüter?


    Im Einzelnen würde ich die Episoden in folgende Reihenfolge bringen:


    01. Die Beute 4,5/5
    02. Tote Lumpen jagt man nicht 4,5/5
    03. Eine Frau ist verschwunden 4,5/5
    04. Die Unbekannte 4,5/5
    05. Hass 4,5/5
    06. Tod eines Aussteigers 4/5
    07. Der Gärtner 4/5
    08. Freispruch 4/5
    09. Der rote Faden 3,5/5
    10. Urlaub aus dem Knast 3,5/5
    11. Schwarzer Montag 3/5
    12. Ich werde dich töten 3/5
    13. Bis dass der Tod uns scheidet 3/5
    14. Die Ratte 3/5
    15. Teufelsküche 2,5/5
    16. Der Zigeuner 2/5
    17. Tod am Sonntag 2/5

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Fahrstuhl zum Schafott (Ascenseur pour l'échafaud) (F 1958)

    Regie: Louis Malle

    Darsteller: Jeanne Moreau, Maurice Ronet, Lino Ventura, Elga Andersen u.a.



    Florence Carala und Julien Tavernier sind ein Paar und planen für eine unbeschwerte Zweisamkeit Florences Ehemann zu töten und das Ganze wie einen Selbstmord aussehen zu lassen. Was auf dem Papier nach einem perfekten Mord aussieht, wird bei der praktischen Umsetzung zu einer wackligen Angelegenheit...

    "Fahrstuhl zum Schafott", 1958 von Louis Malle in der Tradition des amerikanischen Film Noir auf die Leinwand gebracht, gilt als einer der Begründer der Nouvelle Vague. Der Film beginnt als lupenreiner Kriminalfilm, droht nach dem ersten Drittel bisweilen jedoch den reinen Krimifreund durch verschlepptes Tempo und (allzu) dick aufgetragenen Desillusionismus zu verlieren. Wer sich darauf einlässt, bekommt dennoch einen in vielerlei Hinsicht interessanten Spielfilm geboten, der in Teilen eine ähnliche Atmosphäre versprüht wie der wenige Jahre später von Will Tremper vorgelgte Film "Die endlose Nacht". Der Vergleich drängt sich nicht zuletzt auch wegen der Jazz-Untermalung, vorliegend durch keinen geringeren als Miles Davis, auf, welche die Abgrenzung vom konventionellen Kriminalfilm unterstreicht. Punkten kann das Werk überdies durch seine gut aufgelegten Darsteller. Maurice Ronet, der später in mehreren Simmel-Verfilmungen auftreten sollte und Jeanne Moreau ("Die Braut trug schwarz") verkörpern ein Liebespaar, das sich dem Publikum nur bei einem Telefonat sowie auf Bildern als ein solches zeigt, aber durch die präzise, leidenschaftliche Darstellung dennoch keinen Zweifel im Hinblick auf die gegenseitig empfundenen Gefühle aufkommen lässt. In einer kleinen Rolle sieht man zu dem die deutsche Schauspielerin Elga Andersen ("Ein Sarg aus Hongkong"). Für Anhänger des Film Noir oder des französischen (Kriminal-)Films sicher zu empfehlen.

    Die Blu-Ray von Studio Canal präsentiert den Film sehr kontrastreich, das Bild ist mitunter allerdings sehr "körnig".


    Interessanter, anspruchsvoller Kriminalfilm, der trotz Längen in die Kategorie "sehenswert" fällt. 4 von 5 Punkten.

  • Artur Brauner wird 100 (ARTE)Datum05.08.2018 13:05
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Habe mir auch die Dokumentation sowie anschließend "Sie tötete in Ekstase" angesehen. Dokumentation sehr interessant, mit vielen alten Ausschnitten und aufschlussreichen Kommentaren. Film war auch recht unterhaltsam, wenn man wusste, worauf man sich einlässt. Miranda hat schon eine sehr gute Ausstrahlung, Musik bekannt und geschätzt, ansonsten für Franco erstaunlich wenige Zooms und kaum Wackelkamera. Und Tappert gibt den so ziemlichen sorglosesten Ermittler, den ich je gesehen habe. Insgesamt schön, dass Arte einem die Chance bietet, so einen Film, den ich mir nie zulegen würde, in sehr guter Qualität ohne Werbung zu gucken.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Toll, dass diese wie Jan so treffend schrieb "drollige" Serie nun endlich auf DVD erscheint. Werde mir sie auf jeden Fall zulegen, da sie einfach das gewisse etws hat, das man in der Form in deutschen Fernsehproduktionen dieser Zeit nicht vorfindet.

    Dass man anders als bei den Re-Releases zu "Hafenpolizei" und Co bei dieser Erst-Veröffentlichung nicht eine Edition, sondern zwei verkauft, ist nachvollziehbar. Der Episodenliste nach zu urteilen, wird offenbar nach Produktions- und nicht nach Ausstrahlungsreihenfolge veröffentlicht.

  • "Derrick" oder: das andere KonzeptDatum29.07.2018 23:44
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Danke für den kleinen Ausblick. Bin mittlerweile in der Mitte von Box 3 angekommen und kann deine Einschätzung zu "Tee 91" schon mal bestätigen. Allerdings war die Folge darauf ("Via Bangkok") mit meinem "hoch geschätzten" Förster Rombach kaum besser... Ich hoffe, es geht bald wieder bergauf...

  • Noch lebende Wallace StarsDatum29.07.2018 23:41
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Als Frau Casparius in "Drei Männer im Schnee" wird sie mir ewig unvergessen bleiben. R.I.P.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Die 27. Etage (Mirage)

    Regie: Edward Dmytryk

    Darsteller: Gregory Peck, Diane Baker, Walter Matthau, George Kennedy, Kevin McCarthy, Anne Seymour, Jack Weston u.a.



    Nach einem Stromausfall in einem New Yorker Wolkenkratzer flüchten die Menschen nach draußen auf die Straße. Darunter ist auch George Stillwell, der zuvor im vierten Untergeschoss einer sich merkwürdig verhaltenden Frau begegnet ist. Auf der Straße sieht er eine Menschenansammlung, die um die Leiche eines Mannes steht, der sich offenbar in Selbstmordabsicht aus dem Hochhaus gestürzt hat. In seinem Appartment angekommen, wird Stilwell überfallen. Er kann den Mann zwar überwältigen, doch kurz darauf, als er zwecks Meldung des Vorfalls bei der Polizei aufschlägt, wird ihm klar, dass er sich plötzlich an Vieles nicht mehr erinnern kann. Es stellt sich nach einiger Zeit heraus, dass er infolge eines traumatischen Ereignisses an Amnesie leidet. Doch welcher Vorfall ist der Auslöser?

    Ganz im Stile eines Hitchcock-Thrillers scheint sich die Außenwelt in "Die 27. Etage" um Gregory Peck verschworen zu haben. Freunde hat er scheinbar keine, nur eine ehemalige Geliebte/Lebensgefährtin, die sich ihm gegenüber allerdings äußerst distanziert zeigt. Weder Polizei noch ein Psychiater nehmen ihn für voll, der Detektiv, den er aufsucht, ist zwar "stets bemüht", aber nicht sonderlich fähig. Trotzdem kommt Peck und mit ihm der Zuschauer der Verschwörung und den Vorgängen in der ominösen 27. Etage des New Yorker Wolkenkratzers gleich dem Lösen eines Puzzles Schritt für Schritt näher. Sequenzen, die sich dem Betrachter eingangs nicht erschlossen, werden im packenden Finale einer Erklärung zugefügt. Das Ganze ist von Regisseur Dmytryk ("Murder, My Sweet") stilsicher und mit dem nötigen Tempo in Szene gesetzt, wodurch der knapp 105 Minuten dauernde Streifen ohne Längen auskommt. Insgesamt erscheint der Film im angenehmen Sinne klassisch und man würde ihn wohl nicht nur wegen der Schwarz-Weiß-Fotografie intuitiv eher einem früheren Erscheinungsjahr zuordnen.

    "Die 27. Etage" ist in der Reihe KSM-Klassiker in wirklich guter Qualität auf DVD erschienen. Als Extras gibt es eine Bildergalerie und Biografien. Habe ihn zufällig bei Thalia zu einem günstigen Preis (4,99 €) entdeckt.


    Spannender Thriller klassischer Machart mit ausgeklügeltem Storytelling und einem starken Gregory Peck. 5 von 5 Punkten.

  • "Derrick" oder: das andere KonzeptDatum27.07.2018 19:15
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Zitat von Jan im Beitrag #874
    Eine durchaus korrekte Liste! Die zweite Box hat mehr starke Episoden als alle anderen. Neben "Schock" sehe ich "Den Mann aus Portofino" (nicht den Toten ), "Tod der Kolibris" und "Das Superding" nahezu gleichwertig.


    Schön, dass wir uns weitgehend einig sind. Ui, kleines Malheur, wobei "Der Tote" ja im Grunde auch passt, aber das hätte wohl zu viel vorweggenommen.

  • Sammelthread "Film Noir"Datum27.07.2018 19:11
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Der im letzten Thread-Beitrag von mir besprochene "Die Rechnung ging nicht auf" läuft heute um 23:55 Uhr auf 3Sat.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Hafenpolizei (BRD 1963-1966)

    "Schiffe, Werften, Menschen, Energie... Das ist die Hafenstadt, Heimat für Millionen, hier kreuzen sich Schifffahrtswege aus aller Welt, hier liegen Gut und Böse dicht beieinander: Tag und Nacht. Eine erfahrene Polizei wacht über die Sicherheit der Stadt und ihrer Menschen. Moderne Technik steht in ihrem Dienst. Nach Unterlagen der Hamburger Wasserschutzpolizei entstand die Sendereihe HAFENPOLIZEI"

    Ganz so polizei-propagandistisch wie es Tonfall des Sprechers und Inhalt seiner Einführung befürchten lassen, geht es glücklicherweise in der Serie "Hafenpolizei" nicht zu. Im Zentrum der Reihe stehen die Ermittler Kommissar Peters (Til Kiwe) samt Assistenten Zink (Jochen Blume) und Kolldehoff (Josef Dahmen). Unterstützt werden sie regelmäßig von Polizeimeister Lühr (Herbert A. E. Böhme), der auf einem Polizeiboot im Hamburger Hafen Streife fährt. An seiner Seite sieht man anfangs zudem Horst Michael Neutze, später Peter Herzog. Die Beamten kümmern sich um Verbrechen und Vergehen aller Art.

    Die Fälle nach Unterlagen der Wasserschutzpolizei zu erzählen, ist grundsätzlich ein durchaus ehrenwertes Anliegen. Nur wenn die Realität nicht genug Film- bzw. Fernsehreifes bereithält, sollte man entweder die Anzahl der Folgen überschaubar halten und nicht so viele Episoden in schneller Abfolge produzieren oder aber eben nicht allzu starr an diesem Ansatz festhalten und neben brauchbaren, der Realität entnommenen Stoffen manche erfinden und den Zusatz "Nach Unterlagen..." nur bei denjenigen verwenden, wo dies zutrifft. Leider haben die Macher weder das eine noch das andere gemacht, weshalb sich der (heutige) Zuschauer mit einigen allzu banalen Geschichten konfrontiert sieht. Dieser Umstand und der weitere, dass die Hauptdarsteller eher als Neben- denn als Hauptdarsteller geeignet sind, führt dazu, dass es ein wenig braucht, um Zugang zur Serie zu finden. Wer durchhält, wird ab und an mit sehr unterhaltsamen Folgen belohnt, die aus dem Format alles rausholen. Dazu gehören etwa die Episode "Die Party", in der Werner Bruhns naive junge Damen gegen eine kleine "Sicherheitsgebühr" zu Partys auf einer großzügigen Yacht einlädt, um sich dann mit dem Geld aus dem Staub zu machen. Oder "Reisebegleiterin gesucht", in der es ganz im Stile der Wallace-Filme um Mädchenhandel geht, mit an Bord sind passenderweise die Wallace-Stars Werner Peters, Ilse Steppat und Wolfgang Völz. Herrlich auch Kai Fischer und Harry Riebauer als Juwelendiebespaar in "Juwelen nach Maß". Last but not least weiß auch Monika Peitsch als "Dame aus Hongkong" zu gefallen, wenngleich die Folge mitunter etwas kurios daherkommt.

    Als Gaststars bekommt man u.a. folgende Darsteller zu sehen: Werner Peters, Harry Riebauer, Ilse Steppat, Monika Peitsch, Wolfgang Völz, Kai Fischer, Werner Bruhns, Ellen Schwiers, Vadim Glowna, Günther Stoll, Jan Hendriks, Dieter Eppler.

    Alles in allem kann man die Serie mit Abstrichen empfehlen, vor allem Leuten, die Interesse an realistischer Krimi-Unterhaltung à la "Stahlnetz" haben. Ich werde mir jedenfalls die Nachfolge-Serie "Polizeifunk ruft" ansehen.

  • Thema von Ray im Forum Film- und Fernsehklass...

    In diesem Thread kann über die Serie "Kobra, übernehmen Sie", die Nachfolge-Serie "In geheimer Mission" sowie über die Filmreihe mit Tom Cruise diskutiert werden.


    Anlass für die Threaderöffnung ist aber der nächste Woche anstehende Kinostart von "Mission: Impossible - Fallout", dem sechsten Teil der Filmreihe um Tom Cruise als IMF-Agent Ethan Hunt. Da ja auch einige James Bond- Fans unter uns sind, wollte ich mal in die Runde fragen, wie Ethan Hunt so allgemein im Kurs steht und wie euch die Filme konkret im einzelnen gefallen.

  • Finale in Berlin (1966)Datum23.07.2018 19:03
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #4
    Danke, aber Sky habe ich nicht. Vielleicht erbarmt sich ja mal eines der dritten Programme, Arte, 3Sat oder ein Sender wie Tele5... Oder eben Neu-VÖ auf DVD/Blu-Ray.


    Arte erbarmt sich und zeigt heute Abend den ersten Harry Palmer-Film "Ipcress -Streng geheim" um 20:15 Uhr. Der Film ist danach auch sieben Tage in der Mediathek abrufbar.

  • "Derrick" oder: das andere KonzeptDatum22.07.2018 15:06
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Bei mir gibt es bezogen auf Collector's Box 2 Vollzug zu vermelden.

    Der Gesamteindruck ist ausgesprochen gut, Box Nummer 2 befindet sich mit der ersten mindestens auf Augenhöhe. Nach durchschnittlichem Einstieg geht spätestens bei "Töte Vögel singen nicht" wahrlich die Post ab. Wie ja hier glaube ich schon geschrieben wurde, wirkt die Folge wie eine verkappte Fortsetzung von Perrak. Eine Sause, die in vielen Momenten atmosphärisch die End-1960er aufkommen lässt und einfach Laune macht. Chrononologisch im Anschluss folgt sogleich die zweitbeste Folge "Schock", deren Titel Programm ist. Neben eine starke Besetzung (Glowna, Wodetzky) gesellt sich eine mit fiesen und unvorhergesehenen Wendungen ausgestattete Story. Zudem sieht man hier zum zweiten und leider letzten Mal Johanna von Koczian als Derricks Lebenspartnerin und Psychologin. Das Treppchen wird mit "Bordfest" abgechlossen, einem schön atmosphärischen Whodunit mit der heimlichen Crime-Queen der 1970er: Judy Winter. Sie markiert das exakte Gegenstück zu den Krista Kellers und Christiane Schröders der Szene. Mit ihrer dezenten Darstellung erzeugt sie eine weitaus eindrücklichere und nachhaltige Wirkung als die genannten Damen mit ihren Over-The-Top-Performances. Ansonsten offenbart sich ein schleichender Wechsel zum Whodunit hin, wobei es erfreulicherweise noch immer Folgen gibt, die einem anderen Erzähltypus folgen, was zur Abwechslung im Rahmen der Serie beiträgt.

    Tappert zeigt sich weiter spielfreudig und bisweilen auch zupackend, gelegentlich gibt es gar humoristische Ausflüge (Stichwort Schnupftabak in "Der Mann aus Portofino"). Ansonsten nehme ich erfreut zur Kenntnis, dass der Part Günther Stolls ähnlich wie bei Jan Hendriks in "Der Alte" ein Stück weit ausgebaut wurde. Leider musste er schon bald aus der Serie ausscheiden.

    An Gaststars bekommt der Krimi-Freund u.a. folgende zu sehen: Uschi Glas, Harald Leipnitz, Doris Kunstmann, Dieter Eppler, Sky Dumont, Johanna von Koczian, Vadim Glowna, Karin Baal, Christine Wodetzky, Pinkas Braun, Hermann Lenschau, Richard Münch, Horst Frank, Karl John, Siegfried Rauch, Helmut Käutner, Jürgen Goslar, Carl Heinz Schroth, Judy Winter, Ernst Schröder, Horst Buchholz, Gottfried John, Werner Bruhns, Maria Sebaldt, Günther Ungeheuer, Kristina Nel, Harald Juhnke, Stefan Behrens, Reinhard Kolldehoff, Maria Schell, Wolgang Ackva, Artur Brauss u.a.


    Im Einzelnen komme ich zu folgender Rangliste:

    01. Töte Vögel singen nicht 5/5
    02. Schock 5/5
    03. Bordfest 4,5/5
    04. Das Superding 4,5/5
    05. Kein schöner Sonntag 4,5/5
    06. Angst 4,5/5
    07. Der Tote aus Portofino 4,5/5
    08. Kalkutta 4/5
    09. Auf eigene Faust 4/5
    10. Yellow He 3,5/5
    11. Tod des Trompeters 3,5/5
    12. Tod der Kolibris 3,5/5
    13. Pecko 3/5
    14. Risiko 3/5
    15. Ein unbegreiflicher Typ 3/5

  • Frau Cheneys Ende (1961)Datum14.07.2018 21:33
    Thema von Ray im Forum Film- und Fernsehklass...

    Frau Cheneys Ende (BRD 1961)

    Regie: Franz Josef Wild

    Darsteller: Lilli Palmer, Carlos Thompson, Martin Held, Willy Birgel, Wolfgang Kieling, Maria Sebaldt, Friedrich Schoenfelder, Ann Smyrner, Francoise Rosay, Wolfgang Völz, Stanislav Ledinek, Horst Naumann. Erik Radolf u.a.


    Die sich als reiche australische Witwe und "Dame von Welt" ausgebende Frau Cheney (Palmer), ihres Zeichens Juwelendiebin, mietet eine Villa an der Riviera, um an die Schmuckstücke der feinen Gesellschaft zu gelangen. Unterstützt wird sie dabei von dem als ihr Butler auftretenden Komplizen Charles (Held). Als Cheney bei einem Diebstahl vom smarten Lord Dilling (Thompson) erwischt wird, geht sie volles Risiko...

    Anders als es der fatalistische Titel vermuten lässt, hat der Zuschauer es bei "Frau Cheneys Ende" mit einer eher seichten Boulevardkomödie zu tun. Franz Josef Wild nimmt sich bei seinem einzigen Kinofilm zunächst viel Zeit, um die Figuren und den Zuschauer in die Atmosphäre der feinen Gesellschaft einzuführen. Dank des bemerkenswerten Casts schaut man diesem Treiben aber durchaus gerne zu. Allen voran Lilli Palmer mit ihrer Präsenz und Ausstrahlung sowie Martin Held mit seinem differenzierten und stets präzisen Spiel bereiten Freude. Komplettiert wird das Hauptdarsteller-Trio von Carlos Thompson. Aber auch in der zweiten Reihe wartet der Film mit vielen bekannten Gesichtern auf (Kieling, Sebaldt, Völz, Smyrner). Der kriminalistische Aspekt gibt nicht wirklich viel her und im Grunde baut der Film in dem Moment, in dem es den Anschein hat, der Film würde nun richtig loslegen, eher ab und wird dabei im Ganzen ein wenig unglaubwürdig. Zwischen die starke Akzentuierung in Richtung Liebeskomödie mischen sich vorsichtige und mitunter halbherzige gesellschaftskritische Töne ("Nicht jeder verdient das, was er beruflich verdient"). Besetzung und Riviera-Flair lassen über die Kritikpunkte ein Stück weit hinwegsehen.

    Die DVD von Icestorm präsentiert den Film in akzeptabler Bildqualität.


    Stark besetzte, aber mit wenig Biss ausgestattete Krimikomödie um Schein und Sein der feinen Gesellschaft. 3,5 von 5 Punkten.

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Ray
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