Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Edgar Wallace ,...



Sie können sich hier anmelden
Dieses Board hat 1.475 Mitglieder
174.267 Beiträge & 6.661 Themen
Beiträge der letzten Tage
Foren Suche
Suchoptionen
  • Wallace & Blu-rayDatumHeute 13:40
    Foren-Beitrag von Ray im Thema Wallace & Blu-ray

    Ah okay, danke für die Antwort. Daran hatte ich generell auch schon gedacht, inwiefern die Krise kurzfristig angedachte Veröffentlichungen betreffen könnte. Wie ich gerade gesehen habe, sind für Freitag angedachte Veröffentlichungen von Filmjuwelen auch "nicht verfügbar" bei Amazon. Aber da sich bei der Wallace-Blu-Ray-Edition 8 ja in der Tat schon vorher länger nichts getan hatte, könnten es in dem Fall wirklich noch andere Gründe sein.

  • Wallace & Blu-rayDatumHeute 13:06
    Foren-Beitrag von Ray im Thema Wallace & Blu-ray

    Ich wurde schon skeptisch, als immer noch kein Cover zu sehen war, obwohl das Datum immer näher rückte. Aber wenn du mit "auf der Hand liegenden Gründen" mäßige Verkaufszahlen meinst, dürfte das Label das doch nicht erst zwischen der Ankündigung der Veröffentlichung und den letzten Wochen gemerkt haben, oder? Und wenn es daran liegen sollte, dass in den letzten Monaten die übrigen Editionen nicht allzu stark gefragt waren, ist das ja eigentlich auch kein Wunder, wenn lange nichts nachkommt und die Editionen jetzt auch nicht unbedingt verschleudert werden.

    Ich hoffe jedenfalls, dass es doch noch weiter geht, zur Not bei einem andren Label! Wäre schon extrem bitter, wenn man nach mehr als der Hälfte aufhören würde. Da ist schon noch der ein oder andere Titel dabei, den ich gerne in bestmöglicher Qualität in meiner Sammlung hätte.

  • Herz ohne Gnade (1958)DatumHeute 11:10
    Foren-Beitrag von Ray im Thema Herz ohne Gnade (1958)

    Zum Tode Barbara Rüttings...


    Herz ohne Gnade (BRD 1958)

    Regie: Viktor Tourjansky

    Darsteller: Hansjörg Felmy, Barbara Rütting, Werner Hinz, Hans Nielsen, Margarete Haagen, Corny Collins, Günther Pfitzmann, Josef Dahmen, Kai Fischer u.a.



    Der reiche Industrielle Rombach stelt die junge und ledige Anja Wegener als Privatsekretärin im eigenen Haushalt ein. Rombach hat einen Sohn, mit dem er ein schwieriges Verhältnis hat, weil er mit dessen Lebenswandel nicht einverstanden ist. Der junge Rombach macht der Sekretärin Avancen, stößt jedoch auf Ablehnung. Vielmehr sagt sie spontan "ja", als der Senior sie überraschend um die Hand anhält. Noch vor Vollzug der Hochzeit stirbt Rombach Senior. Hat Rombach junior bei dem Tod des Vaters die Finger im Spiel?

    Dieser zum Ende der 1950er-Jahre produzierte Kriminalfilm legt seinen Schwerpunkt eindeutig auf das dramatische Element. Über eine Stunde dauert es, bis es zum Todesfall Rombachs kommt und sich Ermittlungen anschließen, die mit einer überraschenden Auflösung aufwarten. Trotz dieses "Ungleichgewichts" aus Drama und Kriminalfilm macht "Herz ohne Gnade" einen soliden Gesamteindruck. Der lange Vorlauf bietet dem Trio Felmy-Rütting-Hinz genug Zeit, sich zu entfalten. Während man Felmy in einer für ihn eher untypischen, weil sehr ambivalenten Rolle sieht, zeigt sich Hinz wie ein Jahr später als Jean Buddenbrook als Patriarch, wo er übrigens abermals den Vater Hansjörg Felmys mimte. Anders als später in den Wallace-Filmen spielt Barbara Rütting keine auf ihre Persönlichkeit zugeschnittene Figur, sondern eine solche, die auch viele andere ihrer Kolleginnen hätten spielen können. Trotzdem fließt ihre Art natürlich in die Interpretation der Rolle ein, weswegen ihre Figur nicht so eindimensional bleibt, wie sie wahrscheinlich auf dem Papier war. In einer weiteren Rolle agiert Hans Nielsen (mal wieder) in der Rolle des Anwalts, die er gefühlt so häufig bekleidet hat wie Albert Bessler diejenige des Butlers. Josef Dahmen darf schon mal für seinen Part in der "Hafenpolizei" üben, mit Günther Pfitzmann, Corny Collins und Kai Fischer sind drei weitere spätere Wallace-Darsteller in Nebenrollen zu sehen. In inszenatorsicher Hinsicht ist hervorzuheben, dass die Übergänge zwischen den Szenen aus einem bebilderten Buch heraus gezeigt werden. Ein schöner Einfall.

    "Herz ohne Gnade" ist in der (inzwischen eingestellten?) Krimi-Klassiker-Edition von Icestorm erschienen. Das Bild der DVD ist ordentlich.


    Drama überwiegt Krimi in diesem zum Ende der 1950er-Jahre entstandenen Film mit überzeugender Besetzung und überraschender Auflösung. 4 von 5 Punkten.

  • An die Serie hab ich im Zusammenhang mit der Sichtung des Films ebenfalls nochmal gedacht. Ich kenne sie auch noch nicht. So verkehrt kann sie allerdings nicht gewsen sein, denn es wurden immerhin sieben Staffeln produziert. Hat sie hier vielleicht jemand gesehen? Wäre vielleicht auch mal was für Pidax.

    Sicher hätte Poitier den Oscar auch verdient gehabt, aber der Fiesling ist da wie gesagt auch immer ein bisschen im Vorteil, weil er sich noch mehr "auszeichnen" kann. Dass Poitier kurz zuvor schon den Oscar als "Bester Hauptdarsteller" für "Lilien auf de Felde" bekommen hatte, mag aber ebenfalls eine Rolle gespielt haben. An der politischen Brisanz des Thems würde ich das aber in diesem Fall nicht festmachen, immerhin hat der Film trotzdem fünf Oscars bekommen.

    Etwas schade finde ich im Übrigen, dass sich Poitier in den 1970ern und 1980ern ein bisschen rar gemacht hat. Aber mit "Mörderischer Vorsprung" ist ihm dann ja nochmal ein fulminantes Comeback geglückt.

  • Thema von Ray im Forum Film- und Fernsehklass...

    In diesem Thread kann über die Virgil Tibbs-Trilogie mit Sidney Poitier diskutiert werden. Der Chronologie folgend beginne ich mit "In der Hitze der Nacht"...


    In der Hitze der Nacht (In the Heat of the Night, USA 1967)

    Regie: Norman Jewison

    Darsteller: Sidney Poitier, Rod Steiger, Warren Oates, Lee Grant u.a.



    Auf der Rückkehr von einem Besuch bei der Mutter will der schwarze Polizist Virgil Tibbs in der kleinen Ortschaft Sparta in Mississippi umsteigen und platzt dort unverhofft in einen Mordfall. Philip Colbert, ein reicher Geschäftsmann, der die Absicht hatte, eine neue Fabrik und damit eine Vielzahl an Arbeitsplätzen zu schaffen, wurde ermordet. Bei einer routinemäßigen Kontrolle einer Billardhalle und des Bahnhofs wird Tibbs wegen seiner Hautfarbe kurzerhand festgenommen. Der Irrtum klärt sich zwar schnell auf. Doch der Vorschlag von Tibbs' Vorgesetzten in Philadelphia, der fachlich limitierten Polizei Amtshilfe zu leisten, bringt Tibbs und den örtlich zuständigen Polizeichef Gillespie unter Zugzwang. Tibbs sieht sich bei seinen Nachforschungen in der Folge permanent mit Ressentiments konfrontiert...

    „In der Hitze der Nacht“, 1968 mit fünf Oscars (u.a. Bester Film und Rod Steiger als Bester Hauptdarsteller) ausgezeichnet, basiert auf einem Roman von John Ball, der eine Reihe von Kriminalgeschichten um den schwarzen Polizisten Virgil Tibbs schrieb. Beeindruckend ist, wie präzise der Film seine Geschichte erzählt. Jede (Neben-)Figur ist auf den Punkt und liefert ein weiteres Mosaikstein in diesem Porträt einer im Süden Amerikas angesiedelten Kleinstadt. Besonders hervorzuheben ist Rod Steiger, der als Antagonist wie so oft dem Helden – hier Sidney Poitier – die Show stiehlt. Es ist immer wieder aufs Neue faszinierend, wie seine Figur gleich einem Fähnchen im Wind ein ums andere Mal umschlägt. Jedes Mal, wenn man glaubt, das Eis zwischen Tibbs und Gillespie sei gebrochen, belehrt der einsame „Dorfsheriff“ den Zuschauer mit einer neuen herabwürdigen Äußerung eines Besseren. Tibbs ist in Sparta in jeder Hinsicht ein Außenseiter. Vom offensichtlichen Faktum, seiner Hautfarbe, abgesehen, hebt er sich auch in Bezug auf Kleidung, fachliche Eignung und Intellekt immens von den dargestellten Figuren der Kleinstadt ab. Richtig anerkennen mag dies jedoch einzig die Frau des Toten, die ihren Verbleib und den Bau der Fabrik davon abhängig macht, dass Tibbs bei seinen Ermittlungen alle Freiheiten erhält. Von nahezu sämtlichen anderen Figuren erfährt der Polizist aus Philadelphia Ablehnung. Besonders prägnant ist hier die Szene auf der Baumwollplantage des Fabrikanten Endicott, der Tibbs umgehend zurechtweisend ohrfeigt, sobald das Gespräch vom Small Talk in ein Verhör umschlägt. Der Mann, der seine Anlage scheinbar noch immer weitgehend führt wie zu Zeiten der Sklaverei, ist von dem selbstbewussten Auftreten eines schwarzen Mannes gegenüber einem Weißen sichtlich irritiert.

    Auch wenn die Mordgeschichte dem Grunde nach nur als Aufhänger dient, weiß auch der zugrunde liegende Whodunit durchaus zu überzeugen. Der Film verweigert sich der Auflösung, die er zum zweiten Drittel hin andeutet und präsentiert eine überraschende wie überzeugende Alternative, die Szenen zu Anfang einen tieferen Sinn gibt und das Werk so noch runder erscheinen lassen. Die Regie von Norman Jewison („Thomas Crown ist nicht zu fassen“) ist erstklassig, die Musik von Quincy Jones samt dem von Ray Charles beigesteuerten Titelsong werten den Film ebenfalls weiter auf. Dieser auf jeder Ebene überzeugende Film hat seinen Klassiker-Status völlig zu Recht. Das Zitat „Sie nennen mich Mister Tibbs!“ auf die Frage von Gillespie, wie er in seiner Heimat angeredet werde, wurde vom amerikanischen Filminstitut übrigens auf Platz 16 der besten Filmzitate aller Zeiten gewählt und diente im Original als Grundlage für den Titel der ersten Fortsetzung (im Deutschen: „Zehn Stunden Zeit für Virgil Tibbs“).

    „In der Hitze der Nacht“ ist hierzulande auf DVD und Blu-Ray erschienen. Wer jedoch auch die beiden Fortsetzungen „Zehn Stunden Zeit für Virgil Tibbs“ und „Die Organisation“ sehen möchte, kann sich die „Sidney Poitier als Virgil Tibbs Collector's Box“ zulegen. Man kann auch zur UK-Version greifen, die ebenfalls deutschen Ton und dazu noch das Oscar-prämierte Drama „Lilien auf dem Felde“ als weiteren Film enthält.



    In der Figurenzeichnung bestechende Kleinstadtstudie von Norman Jewison mit überzeugendem Cast und einer starken Kriminalgeschichte. 5 von 5 Punkten.

  • Barbara Rütting gestorbenDatum02.04.2020 17:29
    Thema von Ray im Forum Off-Topic

    Mit Barbara Rütting ist eine weitere Wallace-Aktrice verstorben...

    https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayer...g-tod-1.4866371

  • Der Profi 2 (Le Solitaire, F 1987)

    Regie: Jacques Deray

    Darsteller: Jean-Paul Belmondo, Jean-Pierre Malo, Michel Beaune, Pierre Vernier u.a.



    Die beiden Polizisten Jalard und Simon haben mit ihrem Beruf abgeschlossen. Die Kündigungsschreiben sind schon verfasst und beide beschäftigen sich mit der Zukunft auf den Französischen Antillen. Auf einem der letzten Streifzüge entdecken die beiden in einer Bar den Verbrecher Schneider. Dieser lockt die beiden in einen Hinterhalt und erschießt Simon kaltblütig. Jalard wirft die Zukunftspläne über Bord und kennt nur noch ein Ziel: Schneider dingfest zu machen...

    Anders als es der deutsche Verleihtitel suggeriert, ist „Der Profi 2“ keine Fortsetzung des Erfolgfilms von 1981, sondern ein eigenständiger Film, in dem Belmondo eine andere Figur spielt. Gleichwohl reiht sich der Film ein bei den Werken, die Belmondo in den Jahren zuvor erfolgreich abgedreht hatte. Mit Jacques Deray war zudem ein Regisseur an Bord, der Belmondo („Der Außenseiter“) und Alain Delon („Killer stellen sich nicht vor“) schon erfolgreich auf die Leinwand gebracht hatte. Eine sichere Nummer also sollte man meinen – doch entgegen den Erwartungen floppte „Der Profi 2“ mit der Folge, dass Belmondo die Produktion derartiger Filme stoppte. Über die Gründe für den Misserfolg kann man heute nur spekulieren, denn bei Lichte betrachtet ist der Film nicht schlechter als „Der Profi“ oder die anderen Streifen, die Belmondo unmittelbar zuvor gemacht hatte. Vielleicht war das Publikum schlicht übersättigt. Der Film kommt schnell in die Gänge und die Belmondo-Figur kommt diesmal sogar recht sympathisch rüber, was in den vorangegangenen Filmen auch nicht immer zwingend der Fall war. Er hat zwar immer noch in Anbetracht seines Alters und Jobs einen erstaunlichen Schlag bei attraktiven jungen Frauen, die ihm auch dann hinterherlaufen, wenn sie erfahren, dass er parallel noch andere trifft. Die Figur des Patenkindes, um das sich Jalard nebenher kümmert, sorgt jedoch für etwas Auflockerung zwischendurch. Jean-Pierre Malo stellt überdies in der Rolle des Verbrechers Schneider eine echte Bedrohung dar und ist somit ein ebenbürtiger Gegner für Bébel, der sich in gewohnter Manier mit dem einen oder anderen lockeren Spruch auf den Lippen und flinken Fäusten durch den Fall arbeitet. Summa summarum zwar anspruchslose, aber in weiten Teilen sehr kurzweilige Unterhaltung und ein würdiger Abschied für Belmondo vom „Ein-Mann-Action-Kino“.


    Ein im positiven Sinne „typischer“ Belmondo-Streifen seinerzeit: weitgehend ohne Anspruch, aber mit Tempo, Action und einem gut aufgelegten Star in der Hauptrolle. 4 von 5 Punkten.

  • Zitat von Gubanov im Beitrag #195
    Die Ausgangslage ist bei uns offenbar ähnlich, @Ray; doch ich bezweifle, dass "Der unsichtbare Dritte" bei mir nach einer enttäuschenden Erstsichtung im zweiten Anlauf eine solche Punkte-Aufholjagd starten können wird. Zum einen ist Grant der glattgeleckteste, vielleicht sogar profilloseste aller damaligen Hollywood-Stars, den ich bislang in fast jedem Film enttäuschend fand; zum anderen passt auch der harmlose, voll auf Effekt gemachte und dafür inhaltlich wenig substanzielle Film zu seinem Hauptdarsteller. Da hat fast jeder andere kleinere Hitchcock-Thriller mehr Fleisch auf den Rippen hängen; aber wer sich halt statt einer vernünftigen Handlung lieber für die eine spektakuläre Maisfeld-Szene und bunte andere bunte Tempotreiber begeistert, findet halt Gefallen an "North by Northwest". Der Vergleich zu den Vohrer-Farb-Wallace-Filmen ist da schon ganz richtig.


    Ja, wobei ich den Film auch vorher glaube ich besser fand als du, nach dem, was du so über ihn schreibst. Ich fand "Der unsichtbare Dritte" schon gut, nur im Vergleich zu anderen tendenziell überschätzt. Das würde ich jetzt so nicht mehr sagen. Der Umstand, dass du dich der Bond-Filme bis heute nicht angenommen hast, spricht ja auch dafür, dass du für derlei Filme einfach nicht empfänglich bist. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit, dass er dir heute wesentlich besser gefallen würde, wohl wirklich nicht so hoch. Die von dir gennanten Grant-Filme reichen zweifelsohne für einen ersten Eindruck, aber den Stab würde ich trotzdem noch nicht über ihn brechen. Dafür hat er doch zu viele gute Filme unterschiedlicher Genres gemacht. Auf Platz 2 der bedeutendsten männlichen Schauspieler wird man schließlich vom Amerikanischen Filminstitut nicht umsonst gewählt, auch wenn dies natürlich niemanden zwingt, ihn gut zu finden. Aber als ein am Film Interessierter solltest du ihm doch nochmal eine Chance geben. Die Sichtungen liegen vielleicht ja auch schon ein paar Jahre zurück? Versuche doch mal "Charade" oder die Screwball-Komödie "Sein Mädchen für alle Fälle" (in voller Länge legal bei Youtube abrufbar).


    Zitat von Old Rascal im Beitrag #196
    P.S.: Ich hoffe es ist keine Schande wenn ich zugebe, dass ich Vohrer-Farb-Filme gar nicht kenne:), die da immer als Vergleich genommen werden. Bezieht sich dieser Vergleich auch auf den Inhalt?


    Als Mitglied des Edgar Wallace-Forums vielleicht schon eine kleine, sonst wohl eher nicht. Nein, der Vergleich bezieht sich nicht auf den Inhalt, sondern nur darauf, dass "Der unsichtbare Dritte" zu einer Zeit in Hitchcocks Filmografie erschien, in der er schon ähnliche Filme gemacht hatte. Zum Zeitpunkt der genannten Wallace-Filme in Farbe von Alfred Vohrer (1967/1968) gab es schon über 20 Wallace-Filme dieser Zeitperiode. Entsprechend wurde das Rad dort auch nicht mehr neu erfunden, sondern auf bekannte und bewährte Schauspieler, Figuren, Storyversatzstücke usw. zurückgegriffen, das Ganze aber eben so gut aufbereitet, dass die Filme (nach überwiegender Fan-Meinung) viele der Vorgänger übertrafen. Und genau so ist es m.E. auch bei "Der unsichtbare Dritte". Aber ist doch schön, dass es auch bei dir trotz vieler Jahre als Filmfan noch Lücken gibt.

    Hier mal die Trailer der genannten Filme für einen Einblick. Ausführliche Diskussionen zu den Filmen gibt es hier im Forum.

    https://www.youtube.com/watch?v=ZhNRpVZoMkw

    https://www.youtube.com/watch?v=BhRZKa7kfxk

  • Schöne Schilderungen. Da war man sicher sehr stolz auf den berühmten Sohn der Stadt. Ich kenne derartige Filme nur vom "Heimkino", wobei Filme von diesem Beliebtheitsgrad ja auch heute noch zum Glück immer mal auf großer Leinwand gezeigt werden.

  • Danke für den Hinweis, da ist auch für mich manch Interessantes dabei. Aus der Gruppe kann ich übrigens noch "23 Schritte zum Abgrund", "Luzifers Tochter" und "Dr. Crippen an Bord" empfehlen.

  • Das gleiche Phänomen habe ich auch bei der "Canaris"-DVD vorgefunden. Bei "Schloss Gripsholm" scheint es ebenso zu sein, jedenfalls ist es nicht das übliche Menü des Labels. Bei anderen Re-Releases wie z.B. "Der Rest ist Schweigen" oder "Top Job" ist das hingegen nicht der Fall, wobei die natürlich was älter sind. Vielleicht ist es der große Output, an dem mitunter die Sorgfalt leidet? Macht natürlich einen sehr lieblosen Eindruck, auch wenn ich dem Label auch für derartige Releases noch dankbar bin. Mal gespannt, wie es beim "Arzt von Stalingrad" sein wird. Der war ja vor Jahren auch schon von Kinowelt veröffentlicht worden und erscheint Ende April erneut via Filmjuwelen.

  • Auch dieser Film hat bei neuerlicher Sichtung enorm gewonnen...


    Der unsichtbare Dritte (North by Northwest, USA 1959)

    Regie: Alfred Hitchcock

    Darsteller: Cary Grant, Eva Marie Saint, James Mason, Leo G. Carroll, Jessie Royce Landis, Martin Landau u.a.



    Werbefachmann Roger Thornhill wird fälschlicherweise für einen Agenten namens Kaplan gehalten. Infolge dieses Irrtums wird er verschleppt und nach erfolgreicher Flucht quer durch die USA gejagt – immer in Richtung „Nordnordwest“...

    Hitchcock bestätigte einst im Interview mit Francois Truffaut, dass „Der unsichtbare Dritte“ gewissermaßen die Summe seiner amerikanischen Filme sei. Tatsächlich verhält es sich mit „North by Northwest“ ähnlich wie mit den Vohrer Farb-Wallace-Filmen „Der Mönch mit der Peitsche“ oder „Im Banne des Unheimlichen“: Sie bestehen jeweils letztlich aus von vorangegangenen Filmen bekannten Ingredienzen, doch ist das Ganze derart meisterhaft zusammengesetzt, dass es die meisten Vorgänger übertrifft. Schon „39 Stufen“ und „Saboteure“ zeigten einen gejagten Mann im Zentrum der Handlung. Aber diese beiden Filme hatten eben vor allem nicht den großartigen Cary Grant in der Hauptrolle. Keiner bringt den formvollendeten Gentleman mit einer solchen Natürlichkeit auf die Leinwand. Auch im weiblichen Part bedeutet Eva Marie Saint ein bedeutendes Upgrade zu den genannten Filmen. Sie sieht nicht nur hinreißend aus, sondern weiß sich auch schauspielerisch gegenüber Cary Grant absolut zu behaupten, weshalb jede ihrer gemeinsamen Szenen zu Höhepunkten des Films werden. Die erste im Zug beim Dinner dürften sich die Bond-Macher vor vergleichbaren Szenen wie z.B. in „Liebesgrüße aus Moskau“ ganz genau angeschaut haben. Aber nicht nur diese. Dem „unsichtbaren Dritten“ wird zu Recht häufig eine Vorbildfunktion für die Bond-Reihe attestiert. Den Helden in über zwei Stunden in immer neue Verwicklungen zu stürzen und ihm zwischendurch trotzdem genügend Zeit für einen kleinen Flirt mit einer hinreißenden Frau zu lassen – so funktionieren, stark heruntergebrochen, auch die Bond-Filme. Die von der technischen Umsetzung her auch heute noch bemerkenswerte Flugzeugattacke im Maisfeld wurde in ähnlicher Form mit einem Hubschrauber ebenfalls in „From Russia with Love“ umgesetzt. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, hervorzuheben ist hier die Auktionsszene, in deren Rahmen sich Thornhill in höchst amüsanter Art und Weise einmal mehr aus den Fängen seiner Widersacher befreien kann. In solchen Momenten zeigt sich das besondere komödiantische Talent Grants. Erstaunlich ist, dass der für die damalige Zeit und auch speziell für Hitchcock sehr lange Film keine Längen aufweist. Daran zeigt sich, wie gekonnt sich hier Spannung und Entspannung abwechseln und von einem reizvollen Schauplatz zum nächsten übergegangen wird, was seinen Höhepunkt freilich in der finalen Sequenz am Mount Rushmore findet. Dieser Film, an dem es nichts ernstlich zu bemängeln gibt, zählt eindeutig zu den besten Werken des „Masters of Suspense“.


    Hitchcock schickt seinen Stammakteur Cary Grant auf eine Tour de Force durch die USA: „Der unsichtbare Dritte“ schafft es, trotz einer Laufzeit von über zwei Stunden keine Sekunde zu langweilen. Dafür sorgt jenes ausgeklügelte Wechselspiel zwischen Spannung und Entspannung, das später auch die Bond-Filme auszeichnen sollte. Dazu erweist sich Eva Marie Saint als eine der besten weiblichen Hauptdarstellerinnen im Hitchcock-Universum. 5 von 5 Punkten.

  • TV-Termine im MärzDatum29.03.2020 17:14
    Foren-Beitrag von Ray im Thema TV-Termine im März

    Arte zeigt heute Abend um 20:15 Uhr den Lino Ventura-Krimi "Der zweite Atem". Im Anschluss läuft ein Porträt des Regisseurs Jean-Pierre Melville.

    https://www.tvspielfilm.de/tv-programm/s...49cc393579.html

  • Du sprichst einen interessanten Aspekt an, den ich in der Besprechung unerwähnt ließ. Der Film war nämlich Grundlage für eine (kurzlebige) TV-Serie, in der Richard Widmark als Sergeant Madigan agierte. Wenn ich richtig informiert bin, sind zumindest einige der Folgen in den 1970er-Jahren in der ARD und im ORF gelaufen. Eine Synchronisation müsste es also geben. Und wenn dir eine spezielle Folge in so guter Erinnerung ist, kann die Serie ja auch nicht ganz schlecht sein. Wäre vielleicht mal was für Pidax?

  • Nur noch 72 Stunden (Madigan, USA 1968)

    Regie: Don Siegel

    Darsteller: Richard Widmark, Henry Fonda, Inger Stevens, Harry Guardino, James Whitmore, Susan Clark u.a.




    Bei einem vermeintlichen Routineeinsatz, in dessen Rahmen sie den bekannten Kriminellen Barney Barnesch für ein Verhör zum Polizeirevier bringen sollen, lassen sich die Polizisten Daniel Madigan und Rocco Bonaro ihre Dienstwaffen abnehmen. Commissioner Russell gibt den beiden 72 Stunden, um die Blamage wieder wettzumachen. Doch das erweist sich als schwerer als gedacht...

    Deutsche Verleiher hatten schon immer eine Schwäche dafür, im Titel die zeitliche Dimension eines Unterfangens deutlich zu machen, auch wenn sie im Original fehlte. So wurde hier aus „Madigan“ „Nur noch 72 Stunden“, vor wenigen Jahren aus Liam Neesons Entführungs-Thriller „Taken“ „96 Hours“, was spätestens bei den Fortsetzungen, die eine solche zeitliche Dimension nicht mehr aufwiesen, für Irritationen sorgte. Beim vorliegenden Film war die Wahl indes sehr treffend. Nach einer packenden Exposition auf den Straßen und Dächern New Yorks verwebt das exzellente Drehbuch von „Die Macht des Bösen“-Regisseur und „Wenig Chancen für morgen“-Autor Abraham Polonsky zwei Geschichten. Auf der einen Seite steht Polizist Madigan (Richard Widmark), der mit Partner Bonaro auf der Suche nach Dienstwaffe und Berufsehre durch New York hetzt und dabei seine zweifelhaften Kontakte nutzt. Zu Hause stößt er mit seiner Dauerarbeit bei seiner bildschönen Ehefrau (Inger Stevens) auf wenig Verständnis. Auf der anderen Seite befindet sich der von Henry Fonda dargestellte Commissioner Russell, der natürlich einerseits in den Fall Madigan involviert ist, sich andererseits jedoch auch mit Verfehlungen anderer Untergebener auseinandersetzen muss, was dem mit einem hohen Ehrenkodex ausgestatten Mann sichtlich Schwierigkeiten bereitet. Das Ganze ist vom späteren „Dirty Harry“-Regisseur Don Siegel milieu- und stilsicher inszeniert. Der Film ist von dieser einzigartigen Atmosphäre durchtränkt, wie sie nur Polizeikrimis der späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre ausstrahlen können. Vor allem Richard Widmark brilliert in der Rolle des hartgesottenen Cops, die musikalische Untermalung bewegt sich ebenfalls auf höchstem Niveau. Insgesamt darf „Nur noch 72 Stunden“ als Wegbereiter für Meilensteine wie „Dirty Harry“ und „French Connection“ angesehen werden und muss sich vor diesen keinesfalls verstecken. Einen zentralen Unterschied gibt es allerdings zwischen den Filmen: Während sich „Nur noch 72 Stunden“ voll auf die Seite der Polizei konzentriert und dem Gesuchten Barnesch erst in den Schlussminuten einen kurzen zweiten und dritten Auftritt gewährt, beleuchteten die später produzierten Filme mehr die Verbrecher-Figuren. Hätten die Verantwortlichen dies im vorliegenden Film allerdings bereits ebenfalls getan, wäre der Film womöglich überladen gewesen, schließlich nimmt auch die Geschichte der Fonda-Figur großen Raum ein.

    Mir liegt noch die alte Universal-DVD vor, die ein ordentliches Bild aufweist. Vor wenigen Monaten ist der Film jedoch durch Koch auch erstmals auf Blu-Ray erschienen.


    Perfekter Polizei-Krimi vom späteren „Dirty Harry“-Regisseur Don Siegel mit Richard Widmark und Henry Fonda in den Hauptrollen. 5 von 5 Punkten.

  • Der Greifer (1957/58)Datum28.03.2020 19:04
    Foren-Beitrag von Ray im Thema Der Greifer (1957/58)

    Es lohnt sich zwischendurch immer mal wieder, einem Film eine zweite Chance zu geben. So hat mir "Der Greifer" bei der zweiten Sichtung wesentlich besser gefallen als bei der ersten vor Jahren...



    Der Greifer (BRD 1958)

    Regie: Eugen York

    Darsteller: Hans Albers, Hansjörg Felmy, Susanne Cramer, Horst Frank, Siegfried Lowitz, Mady Rahl, Werner Peters, Maria Sebaldt, Agnes Windeck, Ernst Stankowski, Reinhard Koldehoff u.a.




    Kommissar Dennert aus Essen, auch "Der Greifer" genannt, sieht sich kurz vor seiner Pensionierung mit einer Mordserie an blonden Frauen konfrontiert. Dabei zeigt sich, dass sich seine Anschauungen über die richtigen Ermittlungsmethoden nicht mit denen von Sohn Harry und Nachfolger in spe Dr. Schreiber decken...

    Kurz vor dem Anlaufen der deutschen Krimi-Welle präsentiert sich "Der Greifer" einerseits in gewisser Weise als Vorläufer, lässt sich andererseits aber auch klar als "Kind der 1950er" identifizieren. Das dramatische Moment, das die Kriminalfilme des Jahrzehnts prägte, ist im vorliegenden Film ebenfalls deutlich vorhanden. "Der Greifer" gehört zu den "alten Eisen", denen die Jungen nichts mehr zutrauen und die im Übrigen "immer Schuld" sind. Reichlich verbittert zeigt sich die von Hans Albers verkörperte Figur in der Folge gegenüber dem Vorgesetzten, dem Nachfolger Dr. Schreiber (Siegfried Lowitz) und dem eigenen Sohnemann (Hansjörg Felmy). Vor allem bei Letzterem wird der Generationenkonflikt besonders offenbar. Letztlich erweist sich "Der Greifer" erwartungsgemäß als allemal in der Lage, den gesuchten Frauenmörder zur Strecke zu bringen und leistet entscheidende Hilfe, nachdem er auf Drängen von Dr. Schreiber in den unfreiwilligen Ruhestand weggelobt wird. Abgesehen von manch rührseliger Szene und einer unnötigen, aber wohl unvermeidlichen Gesangseinlage von Albers, nimmt auch der Kriminalfall ausreichenden Raum ein. Zwar wird keine vollendete Tat "on screen" gezeigt, dafür gelingt Regisseur Eugen York eine ausgesprochen schaurige Szene, die den Täter beim Versuch zeigt. Das Profil wird dabei vom Schatten weithin getarnt ganz groß ins Bild gehalten, nur die Zigarette scheint hervor. Kenner der damligen Filmszene werden den Täter in dieser Einstellung wahrscheinlich identifizieren, allerdings ist der Whodunit mangels anderer Verdächtiger ohnehin kein wirklicher Faktor. Die endgültige Identifizierung folgt zudem wenig später, von da an entwickelt sich die Spannung daraus, ob der Täter gefasst werden kann, ob ihm in der Zeit bis zur Ergreifung noch weitere Menschen zum Opfer fallen und wer ihn letztlich ergreift: Dennert senior, Dennert junior oder aber Dr. Schreiber?

    Eine große Stärke des Films ist seine Besetzung, die bis in kleinste Nebenrollen mit bekannten Gesichtern aufwarten kann. Neben Albers, dessen Darbietung ähnlich streitbar ist wie jene von O.W. Fischer in "Das Geheimnis der schwarzen Witwe", überzeugen Hansjörg Felmy als sein aufbegehrender Filmsohn und Horst Frank als abgebrühter Verdächtiger. Werner Peters brilliert als liebenswerter Ex-Gauner Mücke, der Dennert senior bei seinen privaten Ermittlungen nach erfolgter Pensionierung tatkräftig unterstützt. Als eindeutiger Schwachpunkt auf der Besetzungsliste erweist sich nur Susanne Cramer, die allzu brav und farblos agiert. Ansonsten ist für die Entstehungszeit noch bemerkenswert, in welcher Form der Täter sich und seine Taten erklären darf. Insgesamt trotz Schwächen ein wirklich gelungener Kriminalfilm am Vorabend der Wallace Wave.

    Mir liegt noch die alte DVD von StudioCanal vor, die ein ordentliches Bild aufweist. Inzwischen ist "Der Greifer" bei Filmjuwelen erschienen. Die DVD dürfte technisch identisch sein.


    Trotz mancher Rührseligkeit ist "Der Greifer" dank insgesamt starker Besetzung und ansprechender Inszenierung ein bemerkenswerter Kriminalfilm der 1950er-Jahre. 4,5 von 5 Punkten.

  • Sammelthread "Film Noir"Datum27.03.2020 23:06
    Foren-Beitrag von Ray im Thema Sammelthread "Film Noir"

    Ich darf nun vermelden, dass es mit der Édition Film Noir in jeder Hinsicht wieder bergauf geht...


    Am Strand der Sünde (The Come On, USA 1956)

    Regie: Russell Birdwell

    Darsteller: Anne Baxter, Sterling Hayden, John Hoyt u.a.



    Film Noir Nummer 129:


    Die junge Rita lernt an einem Strandtag den Seefahrer Dave kennen. Die beiden verlieben sich umgehend ineinander. Dem Glück steht jedoch Harley entgegen, mit dem Rita vor Jahren ein Arrangement getroffen hat: Mithilfe betrügerischer Methoden ziehen die beiden reichen Männern das Geld aus der Tasche und machen sich mit der Beute ein schönes Leben. Harley denkt nicht daran, die lukrative Verbindung mit der wesentlich jüngeren Frau aufzugeben. Doch Rita will sich von ihrem Plan, mit Dave ein neues Leben zu beginnen, nicht abbringen lassen – koste es, was es wolle...

    Wer als erfahrener Noir- bzw. Thriller-Konsument nach dieser Inhaltsangabe meint zu wissen, wie es weiter geht, wird von „Am Strand der Sünde“ eines Besseren belehrt. Das top-besetzte B-Movie der kleinen Produktionsfirma Allied Artists Pictures reiht eine Wendung an die nächste, so dass es dem Betrachter des weniger als 80 Minuten langen Films mitunter schwindelig wird. Im Plot liegt denn auch neben der Besetzung die große Stärke des Films. Die Inszenierung von Russell Birdwell, der kurioserweise vor „Am Strand der Sünde“ 23 (!) Jahre keinen Film verantwortet hatte, ist bestenfalls Durchschnitt und weist hier und da kleinere handwerkliche Mängel auf. Doch darüber kann man hinwegsehen, denn das Tempo stimmt allemal. Angesichts der kurzen Laufzeit und des prallen Inhalts erscheint keine Szene überflüssig. Hervorzuheben ist dabei, dass Anfang und Ende sich am gleichen Ort abspielen und teilweise sogar die Dialoge identisch sind. Dies macht den Film rund und sorgt bei der Schlussszene für vielsagendes ironisches Schmunzeln bei Hauptakteuren und Publikum, schließlich haben alle Beteiligten zwischen diesen beiden Szenen so einiges erlebt. Wenn Anne Baxter zudem in der Eingangssequenz im Bikini aus dem Meer emporsteigt und Sterling Hayden die ihm Unbekannte in Empfang nimmt, während er mit aufreizendem Blick an einer Palme lehnt, ist das ein ikonischer und Genre-Filme rezitierender Einstieg, der das erfahrene Publikum sogleich mitnimmt.

    Wie eingangs erwähnt, ist die Besetzung für eine derartige Produktion beachtlich, schließlich haben sowohl Baxter als auch Hayden kurz zuvor bzw. danach in hochklassigen (Noir-)Produktionen mitgewirkt („Ich beichte“, „Gardenia“ einerseits, „Asphalt-Dschungel“, „Die Rechnung ging nicht auf“ andererseits). Vor allem Baxter liefert einmal mehr eine beachtliche Leistung ab. Ob im Bikini, Abendkleid oder ganz in schwarz – stets strahlt sie eine ungemeine Eleganz aus. Die Achterbahn der Gefühle, die ihre Figur durchlebt, meistert sie souverän. Hayden kann dem Film weniger seinen Stempel aufdrücken, bereichert den Film aber durch seine natürliche Präsenz. Bemerkenswert ist auch die Darbietung von John Hoyt, die in der deutschen Synchronfassung durch die Stimme René Deltgens noch charismatischer daherkommt. In der Gesamtbetrachtung handelt es sich für Fans des Genres wegen des wendungsreichen Plots und der A-Besetzung beinahe um ein „Muss“.

    Im Hinblick auf die Bildqualität der DVD aus der „Édition Film Noir“ sollte man keine Wunder erwarten, für eine kleine Produktion aus der Zeit ist das Bild aber solide. Als Bonus gibt es eine Bildergalerie und das übliche Booklet. Man darf hoffen, dass die Reihe weiter gut angenommen und entsprechend fortgesetzt wird.


    Stark besetzter B-Thriller mit äußerst wendungsreichem Plot. 4,5 von 5 Punkten.

  • Maigret und sein größter Fall (AT/I/F/BRD 1966)

    Regie: Alfred Weidenmann

    Darsteller: Heinz Rühmann, Günther Stoll, Francoise Prévost, Alexander Kerst, Ulli Lommel, Günther Ungeheuer, Günter Strack, Eddi Arent u.a.




    Bei einem Raub in einem Pariser Museum wird nicht nur ein Van Gogh gestohlen, sondern auch ein Wachmann erschlagen. Um den Täter nervös zu machen, verhängt Kommissar Maigret eine Nachrichtensperre und lässt eine Kopie des Bildes im Museum aufhängen. Ein englischer Kunstsammler namens Holoway erkennt jedoch, dass es sich bei dem Bild um eine Fälschung handelt und wendet sich an die Polizei. Wenig später wird Holoway tot in einem Hotel in Lausanne aufgefunden...

    Klassische Kriminalfilme aus den 1960er-Jahren in Farbe sind unter deutschsprachigen Produktionen per se schon etwas besonderes. Wenn dann auch noch der große Heinz Rühmann in die Rolle eines der berühmtesten Detektive schlüpft, um ihn herum ein Cast voll bekannter Namen an Originalschauplätzen im Ausland dreht und der Titel "Maigrets größten Fall" ankündigt, sind die Erwartungen natürlich immens und es dürfte nicht zuletzt auch dieser Grund sein, warum dem Film seinerzeit nicht der ganz große Erfolg beschieden war. Denn im Falle von "Maigret und sein größter Fall" handelt es sich zwar um keinen herausragenden, aber doch einen allemal sehenswerten Kriminalfilm. Das gemächliche Tempo der Inszenierung Alfred Weidenmanns erweist sich dabei als Fluch und Segen zugleich: Einerseits ist eine ruhige Inszenierung bei einem Krimi fürs Kino zu der Zeit eine wohltuende Abwechslung, andererseits driftet der Film nicht zuletzt wegen des nicht übermäßig interessanten Plots - wenn das Maigrets "größter Fall" war, will man gar nicht die "kleinen" sehen - zwischendurch immer wieder in "gepflegte Langeweile" ab. Interessant bleibt er aber auch in diesen Phasen dennoch, was zum einen an der zurückhaltenden Darbietung Heinz Rühmanns, zum anderen an Günther Stoll liegt, der aus seinem fordernden Part eine Menge herausholt. Auch Alexander Kerst und Günther Ungeheuer wissen zu überzeugen. Überflüssig und seltsamerweise fremdsynchronisiert ist dagegen Eddi Arent. Die unverbrauchten Schauplätze und der gelungene Score von Erwin Halletz runden den Film ab, dem man gewünscht hätte, Grundstein für eine kleinere Reihe gewesen zu sein. Die Maigret-Interpretation Heinz Rühmanns lässt durchaus Potential erkennen, inhaltlich und inszenatorisch hätte man zudem vielleicht noch eine Schippe drauflegen können.

    Dafür, dass die DVD von Pidax auf dem Cover mit einer "Remastered Edition" wirbt, ist das Bild aus heutiger Sicht eher mittelmäßig und dürfte daher dem der alten DVD von 3L entsprechen. Als Bonus gibt es den Abdruck des Illustrierten Film-Kuriers, der nicht nur mit einer ausführlichen Inhaltsangabe, sondern auch einigen kurzen und interessanten Hintergrundberichten aufwarten kann.


    Auch wenn der Fall nicht das hält, was der Titel verspricht, ist Alfred Weidenmann ein guter Maigret-Film gelungen. Dies verdankt das Werk nicht zuletzt auch dem zurückhaltenden Schauspiel Heinz Rühmanns und der Riege bekannter Nebendarsteller um Günther Stoll. Potential für eine Reihe wäre durchaus vorhanden gewesen. 4 von 5 Punkten.

  • Aktuell in den MediathekenDatum26.03.2020 11:23
    Thema von Ray im Forum Aktuelle Filme (DVD, K...

    In der ARTE-Mediathek gibt es aktuell einige interessante Filme, vor allem "Nachts, wenn der Teufel kam" und einige frühe Hitchcock-Filme ("Jung und unschuldig", Der Mann, der zuviel wusste", "Sabotage").

    https://www.arte.tv/de/videos/kino/filme/?page=2

  • Ich war nach der Erstsichtung auch eher enttäuscht, weil ich mit der Erwartungshaltung herangegangen bin, den Belmondo-Film zu sehen. Kurz darauf sah ich "Angst über der Stadt" und fand ihn wesentlich besser. Dem "Profi" hätte ich bei der Erstsichtung wahrscheinlich 3,5/5 Punkten gegeben. Beim zweiten Mal hat er mir mit angepasster Erwartungshaltung schon besser gefallen und jetzt beim dritten Mal nochmal ein wenig besser. Aber zentral ist für mich wie gesagt auch die Musik. Wenn man mit Morricone nicht so viel anfangen kann, fällt dieser Pluspunkt natürlich weg und der Film ist kaum besser als Durchschnitt.

    Wer mal in die Musik reinhören will, kann dies hier tun:
    https://www.youtube.com/watch?v=GUyjYC_Pv90


    In einer kleinen Rolle ist übrigens Serge Nubret zu sehen, der manch einem vielleicht aus "Der Fluch des schwarzen Rubin" bekannt ist.

Inhalte des Mitglieds Ray
Ray
Beiträge: 1423
Seite 1 von 50 « Seite 1 2 3 4 5 6 50 Seite »
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz