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  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Kann die Lobeshymnen für den "Fahrplan" zwar absolut nachvollziehen, für die Höchstwertung langt es jedoch abermals nicht (ganz)...


    Folge 11: Der Fahrplan


    Herbert Forster möchte zwecks anschließender Erlangung der Versicherungssumme für den Tod seiner Frau sorgen. Um den Verdacht nicht auf sich zu lenken, engagiert er einen Auftragskiller. Doch der fein geschmiedete Plan scheitert zunächst an Forsters Gattin, die der Dramaturgie in Forsters vorgestelltem Geschehensablauf einen empfindlichen Streich spielt...

    Wie schon geschrieben wurde, weckt "Der Fahrplan" Erinnerungen an "Bei Anruf Mord". Doch die Folge ist keine flache Kopie, sondern setzt durchaus eigene Akzente. Am effektvollsten erweist sich dabei die Nichtkenntlichmachung des Auftragmörders, wodurch die Handlung nicht nur aus der Frage, ob Forsters Plan aufgehen möge, sondern auch auch aus der Frage nach der Identität des Killers seine überdurchschnittliche Spannung bezieht. Paul Klinger, häufig eher auf Figuren mit positiven Eigenschaften gebucht, überzeugt hier als diabolischer Mann ohne Gewissen, der seine fiskalischen Interessen über das Interesse am Leben seiner Frau stellt. Der Oberlippenbart unterstreicht dabei seine überhebliche Attitüde. Marlies Schoenau und Karl Georg Saebisch gehen nicht nur optisch wie Geschwister durch, sondern agieren obendrein absolut überzeugend. Dafür muss man bei den Ermittlerfiguren Abstriche machen: Hans W. Hamacher agiert keineswegs schlecht, im Vergleich zu Ermittlern vorangegangener Episoden kann man sich dennoch des Eindrucks nicht erwehren, dass an diesem Punkt Potential offen geblieben ist. Albert Hehn als Hamachers Assistent fällt eher durch nervige Nebenbemerkungen auf und erscheint daher tendenziell überflüssig.


    Spannend inszenierte und inhaltlich überzeugende Episode mit einem starken Paul Klinger als diabolischem Ehemann, die in der Ermittlerrolle jedoch Luft nach oben übrig lässt. 4,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Bisher bin ich nicht unzufrieden. Vier meiner Flop 5 unter den letzten 5, nur "Der Rächer" fehlt noch. Dafür "Gruft" und "Orchidee" doch einige Plätze zu weit hinten. Gerade bei der stärker objektivierten Beurteilung dürften die doch eigentlich gar nicht so schlecht abschneiden. "Gruft" ist auch eine (ich hoffe ich darf das verraten) von zwei gestrichenen Wertungen. Vor allem durch die fehlende freie Wertung lag bei mir Vieles sehr dicht zusammen, zumal ich keinem Film die Höchstwertung gegeben habe.

  • Wallace & Blu-rayDatum16.08.2019 22:12
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Interessant unter den Digitalisierungen 2019 ist ja zumindest mal "Mörderspiel". Trotzdem werde auch ich in Sachen Wallace natürlich etwas ungeduldig, eine Box mit "Kreis", Tür" und "Glasauge" oder "Themsetote" hätte schon was... Problem ist natürlich in der Tat, dass die "Klassiker" verbrannt sind und man sich bei Universum gut überlegen muss, wie man die Boxen zusammenstellt.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Folge 10: Akte Dr. W.


    Dr. Watzmann fährt auf dem Weg von Bad Tölz nach München einen betrunkenen Mann zu Tode. Von der Situation überrascht und ohnehin in Eile, begeht Dr. Watzmann Fahrerflucht...

    Ausnahmsweise mal nicht als Whodunit angelegt, begleitet die Geschichte um Dr. W. statt dessen den profilierten "Stahlnetz"-Ermittler Heinz Engelmann bei der Suche nach dem Flüchtigen. Zwar baut man die ein oder andere Wende in die Ermittlungen ein, nach vielversprechendem Beginn lässt sich ein gewisser "Spannungseinbruch" jedoch kaum verleugnen. Dennoch gefällt "Akte Dr.W." insgesamt besser als die Vorgänger-Episode. Denn zum einen sorgen die vielen Schauplätze für Abwechslung, zum anderen fördern die Zeugenbefragungen manchen Schmunzler zutage, so z.B. im Falle des "Dressman", der dem ungläubigen Engelmann seine Profession mit Hingabe erläutert. Konrad Georg darf schon mal einen notorisch nervösen, eher unsympathischen Verbrecher mimen, wie er es drei Jahre später in prominenter Art und Weise in "Der Mönch mit der Peitsche" wieder tun sollte. Das Duell zwischen Konrad und Engelmann hat durchaus seinen Reiz, so dass man insgesamt trotz der Vorhersehbarkeit nicht unzufrieden das Abspielgerät ausstellt.


    "Akte Dr. W" bietet zwar keine klassische Whodunit-Story. Stetig wechselnde Schauplätze und unterhaltsam angelegte Nebenfiguren sowie zwei überzeugende Hauptdarsteller (Konrad und Engelmann) sorgen gleichwohl für ordentliche Unterhaltung. 3,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Folge 9: Gesucht: Reisebegleiter

    Ein Student wird im Rahmen einer Routinekontrolle an der deutschen Grenze mit Rauschgift erwischt. Er beteuert seine Unschuld und verweist auf eine Reisebegleiterin, die bereits zuvor ausgestiegen war. Inspektor Brugger glaubt ihm nicht recht, stellt aber dennoch weitere Ermittlungen an.

    Fraglos geht von der Episode "Gesucht: Reisebegleiter", deren Titel sich erstmals nicht auf einen Gegenstand bezieht, eine ausgewiesene Leichtigkeit aus. Eingebracht wird dieser Aspekt von Jürgen Draeger, der mit seinem kessen Auftreten jedoch nicht nur den Inspektor, sondern auch das Publikum bald auf eine arge Geduldsprobe stellt. Ausgeglichen wird dieser "Nerv-Faktor" durch die Präsenz von Paul Dahlke, der für eine altersweise Ermittlerrolle absolut prädestiniert ist. Ihm schaut man bei seiner Ermittlungsarbeit einfach gerne zu. Dennoch haut die Rauschgiftstory nicht so recht vom Hocker und die Verdächtigen bzw. Täter werden ähnlich wie in "Zahlen-Code N" erst spät eingeführt. Summa summarum eine der bisher schwächeren Episoden.


    Leichtfüßige Episode mit einem überzeugenden Paul Dahlke als Ermittler und einem zunehmend anstrengenden Jürgen Draeger als bemüht sorgloser Student. Noch 3 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Meine Wertungen sind ebenfalls raus.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Das Buch habe ich mir inzwischen auch zugelegt - gewohnte TASCHEN-Qualität, würde ich sagen! Besprechungtechnisch geht es auch weiter und zwar mit einem echten Klassiker, der hier noch wenig thematisiert wurde...


    Über den Dächern von Nizza (To Catch a Thief, USA 1955)

    Regie: Alfred Hitchcock

    Darsteller: Cary Grant, Grace Kelly, Jessie Royce Landis, John Williams, Brigitte Auber u.a.



    Eine Reihe von Juwelendiebstählen an der französischen Riviera lenken den Verdacht auf John Robie, genannt "die Katze", der vor Jahren einige spektakuläre Juwelendiebstähle begangen hat. Um seine Unschuld zu beweisen, schlägt Robie unter falschem Namen in Nizza auf und ermittelt auf eigene Faust...

    "Über den Dächern von Nizza" ist leichtfüßiges Sommer-Kino. Cary Grant schlüpft in die Rolle des Verdächtigen Robie, eine Konstellation mit der es Grant nicht nur bei Hitchcock ("Verdacht"), sondern auch in vergleichbaren Filmen ("Charade") während seiner Karriere zu tun hatte. Anders als in den anderen beiden genannten Filmen ist im vorliegenden jedoch im Grunde von vornherein klar, dass Robie nicht hinter den Taten steckt, sondern jemand anders in seine Fußstapfen getreten ist. Es fragt sich nur, wer? Da wäre eine Reihe alter Bekannter, zu denen Robie "zu besten Zeiten" Kontakt hatte, die indes inzwischen in verschiedenen Tätigkeitsfeldern in einem Restaurant arbeiten. Außerdem wäre da noch die junge Danielle Foussard, die ihm zur Flucht nach Nizza verhilft und ziemlich in ihn zu verschossen sein scheint. Oder ist es gar die junge Amerikanerin Frnaces Stevens (Grace Kelly), die mit ihrer Mutter Urlaub in Nizza macht und Robie ebenso Avancen macht? Ein Hauch von Whodunit schwingt in "Über den Dächern von Nizza" also durchaus mit, dennoch stehen in weiten Teilen des Films andere Aspekte im Vordergrund, weswegen das Werk kaum als waschechter Kriminalfilm, sondern eher als Krimiromanze durchgeht. Der Film lebt von seinen Schauwerten, allen voran natürlich der prächtigen Urlaubskulisse Nizza, die Hitchcock zu vollster Zufriedenheit des Publikums eingefangen hat. Darüber hinaus bilden Grant und Kelly selbstverständlich ein traumhaftes Leinwandpaar. Kelly repräsentiert wieder den von Hitchcock bevorzugten Frauentyp, der sich dem männlichen Hauptdarsteller nicht gleich voller Wolllust um den Hals wirft, sondern vielmehr eine unterschwellige Erotik ausstrahlt. Die Szenen zwischen Grant und Kelly nehmen bisweilen ein Stück weit die frühen Bond-Filme vorweg, Gleiches gilt für die in Vogelsperspektive eingefangenen Autoverfolgungsjagden. Der Film kommt zwar nicht ohne Längen aus und die für Hitchcock so typischen Suspense-Momente sucht man ebenfalls ziemlich vergebens. Dennoch ist "Über den Dächern von Nizza" ein Cocktail, der immer wieder aufs Neue und gefühlt sogar mit jeder Betrachtung ein bisschen besser schmeckt.


    Vor der prächtigen Kulisse Südfrankreichs kredenzt Alfred Hitchcock eine leichtfüßige Krimiromanze, die mit wiederholter Sichtung gewinnt. 4,5 von 5 Punkten.

  • Sammelthread "Film Noir"Datum04.08.2019 14:43
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Jagd nach Millionen (Body and Soul, USA 1947)

    Regie: Robert Rossen

    Darsteller: John Garfield, Lilli Palmer, Hazel Broooks u.a.



    Film Noir Nummer 109:


    Nach dem Tod seines Vaters infolge eines Attentats startet der erfolgreiche Amateurboxer Charlie Davis eine Profikarriere, um für sich und seine Familie für Unterhalt zu sorgen. Erfolge stellen sich schnell ein, noch dazu findet er die Liebe seines Lebens. Doch der Erfolg steigt ihm allmählich zu Kopf...

    Wie die späteren „Ring frei für Stoker Thompson“ und „Zwischen Frauen und Seilen“ wirft „Jagd nach Millionen“ einen kritischen Blick auf das Boxgeschäft. Auch im vorliegenden Film warten Macht, Geldgier und Korruption auf den Helden des Films. Dieser wird gespielt von John Garfield, den man getrost zur ersten Liga der männlichen Hauptdarsteller innerhalb Schwarzen Serie zählen darf. Sein Name bürgt für Qualität und auch in diesem Film löst er dieses Versprechen ein. Die Kampfszenen im Ring sind zwar nicht ganz so eindrucksvoll inszeniert wie in den anderen genannten Filmen. Überdies geht dem Film bei einer Länge von über 100 Minuten die Dichte von „Ring frei für Stoker Thompson ab“. Dass der Film gleichwohl nie langweilig wird, liegt in erster Linie am Hauptdarstellerduo, das sich eben aus Garfield, aber eben auch Lilli Palmer zusammensetzt. Sie spielt die Geliebte des Boxers, eine Kunststudentin und damit eine selbstständige, selbstbewusste Frau. Palmer überzeugt mit ihrer großartigen Ausstrahlung und trägt den Film mit ihrer Darbietung ein ganzes Stück mit. Als Femme Fatale agiert Hazel Brooks, die Garfield zumindest vorübergehend ein wenig den Kopf verdreht. Das versöhnliche Ende überrascht ein bisschen und erscheint fast ein wenig inkonsequent. Regisseur Rossen hatte noch eine andere Version gedreht, die er auch zunächst präferierte, letztlich wurde er dahingehend überzeugt, das publikumswirksame Ende zu verwenden. Und tatsächlich gönnt der Zuschauer den sympathischen Figuren das Happy End. "Jagd nach Millionen" gewann einen Oscar für den besten Schnitt.


    John Garfield und Lilli Palmer sammeln ordentlich Sympathiepunkte in diesem Sozialdrama aus dem Boxermilieu, das wie die nachfolgenden Werke „Ring frei für Stoker Thompson“ und „Zwischen Frauen und Seilen“ einen kritischen Blick auf die Welt des professionellen Boxsports wirft. 4,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Auch ich habe meine Wertung abgegeben.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Folge 8: Der Füllfederhalter

    Außerhalb der Dienststunden stellt Kriminalinspektor Beyer Nachforschungen im Hinblick auf einen Jahre zurückliegenden Fall an. Dort wurde ein Anwalt wegen Diebstahls verurteilt. Frau Mendelsohn hatte vor Depotation durch die Nazis diesem einen Lageplan mit ihren Habseligkeiten anvertraut. Als sie nach dem Krieg mit dem Anwalt die Wertsachen ausgraben möchte, findet sich nur ein Füllfederhalter des Anwalts...

    Die Story mit ihrem historischen Kontext hat ebenso ihren Reiz wie der Umstand, dass hier ein Ermittler in der Freizeit quasi private Ermittlungen anstellt, um einen vermeintlichen Justizirrtum zurechtzubiegen. Jürgen Goslar gibt der Ermittlerfigur einen glaubhaften und sympathischen Anstrich. Unterstützt wird er nicht durch einen Kollegen, sondern von der eigenen Ehefrau, die zunächst verärgert ist, weil der Gatte nicht mit ihr ins Kino gehen möchte, sich im Anschluss aber durchaus angefixt zeigt von der Idee, einem Unschuldigen den Weg in die Freiheit zu ermöglichen. Die in Rückblenden gezeigten Szenen aus dem Prozess bilden eine willkomene Abwechslung zum sonstigen Stil der Episoden, wenngleich in dessen Rahmen Elisabeth Wiedemann einen eher unpassenden Auftritt als mitteilsame Zeugin hat. Wirklich viele Verdächtige gibt es nicht, im wesentlichen rankt sich daher die Frage darum, ob der Anwalt nun unschuldig verurteilt wurde oder nicht. Eine kleine Überraschung hält die Auflösung dann aber dennoch parat.

    Dank der reizvollen Story und dem sympathischen Ermittler Goslar darf "Der Füllfederhalter" getrost zu den besseren Folgen der Serie gezählt werden. 4,5 von 5 Punkten.

  • Sammelthread "Film Noir"Datum03.08.2019 13:33
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Ring frei für Stoker Thompson (The Set-Up, USA 1949)

    Regie: Robert Wise

    Darsteller: Robert Ryan, Audrey Totter, George Tobias, Wallace Ford u.a.



    Film Noir Nummer 108:


    Stoker Thompson, seit 20 Jahren im Boxgeschäft, soll gegen einen jungen Herausforderer namens Tiger Nelson antreten. Seine Frau ist gegen den erneuten Wettstreit im Ring, zu oft ist Thompson gescheitert. Dennoch tritt Thompson an. Was er nicht weiß: Sein Manager hat sich mit einem Gangster auf eine Manipulation des Kampfes verständigt, da er davon ausgeht, dass Thompson ohnehin keine Chance hat. Doch sein Schützling kämpft in diesem Kampf als wäre es sein letzter...

    "Ring frei für Stoker Thompson" hat gemeinhin einen exzellenten Ruf und dies durchaus zu Recht. In Echtzeit offeriert Regisseur Robert Wise dem Publikum ein dichtes Porträt eines tragischen Stehaufmännchens, zugleich gibt er präzise Einblicke hinter die Kulissen des damaligen Boxsports sowie des Publikums, das, aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten stammend, den Kampf zweier Männer bis aufs Blut als Ventil verwendet, um den eigenen Dampf abzulassen. Die Kampfszenen sind äußerst intensiv und ziehen den Betrachter ebenso in seinen Bann wie das Schicksal Stoker Thompsons. Mit seiner Frau hat er vor dem Kampf eine Auseinandersetzung. Beinahe flehend bekräftigt er ihr gegenüber, dass er "nur einen Schlag" entfernt vom großen Wurf sei, worauf sie nur resignierend entgegnet, dass dies seiner Auffassung nach seine gesamte Zeit im Boxsport so gewesen sei. Mrs. Thompson, angewidert von den Äußerungen des Boxpubliums vor der Halle, entscheidet sich, dem Kampf fern zu bleiben und alleine spazieren zu gehen. Ob sie das bereuen wird?

    Das soll hier nicht verraten werden. Gesagt werden darf jedoch, dass "Ring frei für Stoker Thompson" in knapp 70 Minuten packende Noir-Unterhaltung liefert. Robert Ryan, ein prägendes Gesicht der "Schwarzen Serie", aber grundsätzlich eher auf Fieslinge gebucht, überzeugt hier in einer sympathischen Rolle. Der Film kam wie so viele dieser Werke hierzulande nicht in die Kinos und feierte daher sein Debüt erst im Rahmen einer Ausstrahlung in der ARD. Auf eine deutsche DVD-Auswertung wartet man bis heute vergebens. Der interessierte Filmfreund muss daher auch in diesem Fall mit einem Import vorliebnehmen. Die spanische DVD ist zu ordentlichen Konditionen zu haben und bietet ein gutes Bild sowie den Originalton.


    Mitreißendes Boxerdrama in Echtzeit mit einem herausragenden Robert Ryan in der Titelrolle. 4,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Habe jetzt auch meine Bewertung abgegeben.

    Ich habe ehrlich gesagt ebenfalls eine Kategorie vom Schlage "Wallace-Faktor" oder "Freie Wertung" vermisst. So kommen manche Filme für meine Begriffe ein wenig zu gut oder auch zu schlecht weg. Bin gespannt auf die Ergebnisse.

  • Sammelthread "Film Noir"Datum01.08.2019 00:14
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Zwischen Frauen und Seilen (Champion, USA 1949)

    Regie: Mark Robson

    Darsteller: Kirk Douglas, Arthur Kennedy, Marilyn Maxwell u.a.



    Film Noir Nummer 107:


    Über Umwege gelingt es dem mittellosen Midge Kelly, im professionellen Boxsport Fuß zu fassen. Doch hat er es dort nicht nur im Ring mit Gegnern zu tun. Auch wird er von schönen Frauen umgarnt und von einflussreichen Boxpromotern zu Manipulationen gedrängt...

    Das Boxermilieu ist ein durchaus gern gesehenes im klassischen Film Noir. Schon Robert Siodmaks "Die Killer" präsentierte eine (ehemals) boxende Hauptfigur, auch Filme wie "Ring frei für Stoker Thompson" mit Robert Ryan oder "Jagd auf Millionen" mit John Garfield sind in diesem Milieu angesiedelt. Und dies verwundert nicht, steht doch der Boxsport wie kaum eine andere Disziplin für wahr gewordene (Männer-)Träume und die Chance, wahrhaft vom Tellerwäscher zum Millionär zu werden. Als ein solcher Tellerwäscher verdingt sich Midge Kelly, gespielt von Kirk Douglas, zu Anfang des Films. Nach einer kleinen Vorwegnahme des Finales, in der man Kelly anlässlich eines großen Kampfes in den Ring steigen sieht, bekommt das Publikum in Rückblicken den Weg Kellys vom Tellerwäscher zum umjubelten Boxchampion geschildert. Als große Pluspunkte des Films erweisen sich dabei die Inszenierung Mark Robsons sowie die Darbietung von Kirk Douglas. Robson gelingt es, epische, kontrastreiche Bilder einzufangen. Die Kampfszenen strotzen nur so vor Dynamik und sind für die damalige Zeit bemerkenswert schnell geschnitten. Kirk Dougles spielt wie zwei Jahre später in Billy Wilders "Reporter des Satans" einen von der Gier nach Ruhm Getriebenen. Körperlich topfit, liefert er ein höchst glaubhaftes und mitreißendes Porträt eines aufsteigenden Boxers innerhalb wie außerhalb des Rings ab. Abgesehen von den Betrügereien im Boxsport steht der kriminalistische Aspekt zwar eher hinten an, aber darüber kann man weithin hinwegsehen, offerieren die Figuren, Erzählweise, Atmosphäre, Inszenierung und Dramaturgie doch sehr viel, was man sich von einem Film Noir wünscht. Der Film wurde in sechs Kategorien für den Oscar nominiert, gewonnen wurde die begehrte Trophäe allerdings nur in der Kategorie "Bester Schnitt".

    "Zwischen Frauen und Seilen" ist hierzulande noch nicht auf DVD und Blu-Ray erschienen. Wer jedoch Interesse am Film hat und auf deutschen Ton verzichten kann, ist mit der spanischen Blu-Ray, die den Film mit Originalton enthält, bestens bedient. Sehr gutes Bild, noch dazu günstig im Preis (aktuell für unter 7€ zu haben).


    "Zwischen Frauen und Seilen" gewährt dem Betrachter über den von Kirk Douglas hervorragend verkörperten Boxer Midge Kelly Einblicke in die Licht- und Schattenseiten des amerikanischen Boxsports der 1940er-Jahre. 4,5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Ein Köder für die Bestie/Kap der Angst (Cape Fear, USA 1962)

    Regie: J. Lee Thompson

    Darsteller: Gregory Peck, Robert Mitchum, Martin Balsam, Telly Savalas, Polly Bergen u.a.



    Der erfolgreiche und glücklich verheiratete Rechtsanwalt Sam Bowden sorgte vor Jahren mit seiner Zeugenaussage dafür, dass der wegen Vergewaltigung angeklagte Max Cady ins Gefängnis kam. Nun ist Cady frei und sinnt auf Rache...

    "Ein Köder für die Bestie" ist definitiv nichts für schwache Nerven. Robert Mitchum bricht als Max Cady in das Kleinstadtidyll rund um die Familie Bowden mit einer Unverfrorenheit ein, dass es den Zuschauer staunend zurücklässt. Von einem ersten noch vermeintlich harmlosen Anhalten von Bowdens Fahrzeug, in dem er dem Anwalt seine Perosna in Erinnerung ruft, geht Cady ganz schnell dazu über, die Familie bei ihren Freizeitaktivitäten zu verfolgen und sogar den Familienhund zu vergiften. Bowden ist "getriggert" und versucht zunächst über einen befreundetn Polizisten dem unliebsamen Verfolger und seinem Psychoterror ein Ende zu bereiten. Doch das geht ebenso schief wie die Anheuerung eines Privatdetektivs oder mehrerer Schläger. Im Gegenteil, der unerschütterliche Cady nimmt derlei "Angebote" nur allzu bereitwillig an und schlüpft in die Opferrolle, ohne dabei eigene Aktivitäten einzustellen. Er verfolgt die Familie weiter und lauert der Tochter nach der Schule auf. Unweigerlich läuft alles auf einen großen Showdown zwischen Bowden und Cady hinaus...

    J. Lee Thompson gelingt es, mit kleinen Nuancen den Konflikt immer weiter voranzutreiben und treibt im Rahmen des epischen Showdowns die Spannung bis zum äußersten. Die Schwarzweiß-Fotografie ist absolut stimmungsvoll und trägt ebenso weiter zur Spannunng bei wie die hervorragende Musik Bernard Herrmanns. Robert Mitchum beeindruckt nicht nur auf schauspielerischer, sondern auch auf physischer Ebene. Wenn in der Verhörszene von ihm verlangt wird, sich bis zur Unterhose auszuziehen, wird dies für die Polizisten und Bowden im Raum sowie für das Publikum als körperliche Machtdemonstration genutzt. Diese Szene hat man zwangsläufig noch im Hinterkopf, wenn es zur finalen Auseinandersetzung kommt und man fragt sich, wie Bowden es mit der "Bestie" aufnehmen soll. Der Showdown ist für damalige Verhältnisse recht lang, dabei aber im Timing vortrefflich und ungemein intensiv. Gregory Peck gelingt es, einen Gegenpart zum Psychopathen Cady zu bilden, wenngleich sein Bild als aufrechter Anwalt und Familienvater angesichts der Wahl seiner Mittel zusehends zu bröckeln beginnt. "Ein Köder für die Bestie" ist ein echtes Meisterwerk des Spannungskinos. 1991 erschien ein durchaus hochklassiges Remake von Martin Scorsese mit Nick Nolte und Robert De Niro in den Hauptrollen, das es mit dem vorliegenden Original allerdings nicht aufnehmen kann.

    Die kürzlich erschienene Blu-Ray von Universal zeigt den Film in sehr guter Qualität. Extras sind abgesehen von einem Wendecover Fehlanzeige.


    Fesselndes Spannungskino mit den Hollywoodstars Gregory Peck und Robert Mitchum. 5 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Schön, dass du dich in diesem Thread zu Wort meldest und dich als Fan von "Der Schnüffler", "Point Blank" & Co bekennst! Ich sehe es auch als großen Vorteil dieser Sammelthreads an, dass man als Interessierter beim Stöbern auf Filme stößt, auf die man nicht gestoßen wäre, wenn sie sich in einem Einzelthread "versteckt" hätten. Auch deshalb packe ich Filmbesprechungen in diesen Thread, solange sie nach meinem (eher weiten) Noir-Verständnis noch passen. "Shaft" wird ja z.T. auch als Neo Noir bezeichnet, aber da wird es dann spätestens beim dritten Teil schwierig, der doch eher auf der Bond-Welle reitet. Diese Filme würde ich daher z.B. in einem separaten Thread besprechen, wenn ich mal dazu komme.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Folge 07: Der stumme Kronzeuge


    Der Sohn einer Schauspielerin wird des Nachts entführt. Vieles deutet auf Erpressung als Motiv hin...

    Unter der Regie von Wolfgang Becker entstand diese inhaltlich sich vom Gros abhebende Episode des "Kriminalmuseums". Nicht Mord, sondern Kindesentführung steht (zunächst) im Vordergrund. Entsprechend müssen sich die Ermittler und mit ihnen der Zuschauer auch nach anderen als den üblichen Motiven in Kriminalfilmen umsehen. Den Kommissaren schaut der Betrachter diesmal besonders gerne über die Schulter. Das Buch von Stefan Gommermann hält ein interessantes Ermittler-Trio parat. Allen voran natürlich "Kommissar" Erik Ode, der hier schon Anflüge seines Kommissar Keller zur Schau stellt, einzig das väterliche Du den Untergebenen gegenüber fehlt bei Kriminalrat Bachmayer. Aber die Szene in der Kantine mit den Kollegen, in der Bachmayer diesen überhaupt nicht zuhört, sondern mit der Wahl seiner Speise komplett ausgelastet ist, sorgt für Schmunzler und lässt echtes "Kommissar"-Feeling aufkommen. Überhaupt ist die Chemie auch zwischen Horst Niendorf und Wolfgang Weiser so hervorragend, dass man kaum glaubt, dass sie zum ersten Mal in dieser Besetzung agieren.

    Unter den Verdächtigen tut sich (Bryan) Edgar Wallace-Akteur Harry Riebauer als Agent der Mutter des entführten Kindes hervor. In weiteren Rollen sieht man u.a. Wolf Ackva und Walter Sedlmayr. Dank der gut aufgelegten Ermittler und der spritzigen Dialoge (schön auch, wie sie die Hausdame mit Fragen zu einem Kriminalspiel mit René Deltgen einer Lüge überführen wollen) gerät die Folge über weite Strecken sehr kurzweilig. Jedoch ist zuzugeben, dass die Spannungskurve im letzten Drittel anders als idealtypisch nicht gerade ansteigt. Immerhin kann die Auflösung inhaltlich durchaus überzeugen und liefert einen kleinen "Aha-Effekt". Ich würde "Der stumme Kronzeuge" der zwar anspruchsvolleren, aber gerade hinten heraus doch recht zähen "Stahlnetz"-Episode "Rehe" insgesamt den Vorzug geben.


    Hervorragend aufgelegte Ermittler und das von der typischen Mordstory abweichende Thema der Folge lassen über kleinere Schwächen hinwegsehen. Gute 4 von 5 Punkten.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Malta sehen und sterben (Pulp, UK 1972)

    Regie: Mike Hodges

    Darsteller: Michael Caine, Mickey Rooney, Lizabeth Scott u.a.



    Mickey King, Autor von Groschenromanen, wird beauftragt, nach Malta zu fliegen, um dort als Ghostwriter für die Biografie einer bekannten Persönlichkeit zu arbeiten. In Malta angekommen, wird alsbald Kings Kontaktmann ermordet und der Auftraggeber entpuppt sich als ein ehemaliger Hollywoodstar namens Preston Gilbert, der bevorzugt in Gangsterrollen aufgetreten ist. Als auch sein Auftraggeber getötet wird, forscht King nach den Hintergründen. Gilbert war offenbar in eine höchste Kreise betreffende Affäre verwickelt...

    Diese kleine Perle wurde Anfang der 1970er Jahre auf der Insel Malta gedreht und dem deutschen Publikum bis zu einer TV-Ausstrahlung 1992 vorenthalten. Michael Caine (Harry Palmer-Filme) spielt den Hard-Boiled-Autoren King, dessen Werke vielversprechende Titel wie "My Gun Is Long" tragen. Er entstammt somit der Sparte von Literatur, die häufig als Grundlage für den klassischen Film Noir dienten. Entsprechend sprüht der Film vor Anspielungen auf die Schwarze Serie. Das größte Bonbon für Fans ist sicher die Mitwirkung Lizabeth Scotts. Satte 15 Jahre war die Noir-Ikone in keinem Film mehr aufgetreten, der vorliegende war im Alter von 49 ihr letzter. Gelebt hat sie allerdings erfreulicherweise noch bis 2015. Scott spielt die Frau eines mächtigen Politikers. Mit langem, ergrauten Haar, in ihrer Mimik jedoch unverkennbar, gibt sie dem Film eine besondere Note. Aber auch Hollywood-Legende Mickey Rooney hat einen denkwürdigen Auftritt als Auftraggeber Kings.

    Der Film ist äußerst schwarzhumorig angelegt und nimmt ein Stück weit spätere Krimi-Farcen wie den im Deutschen ähnlich lautenden "Brügge sehen und sterben" oder Werke Quentin Tarantinos vorweg. Regisseur Hodges arbeitet mit ungemein viel Liebe zum Detail. Die Story ist zwar natürlich gewollt skurill, aber dabei auch so geheimnisvoll, dass man als Betrachter durchaus neugierig auf die Hintergründe hinter den Morden wird. Atmosphärische Bilder von der Insel Malta machen "Pulp" zum idealen Sommer-Kino.

    In Deutschland ist der Film bei MGM erschienen. Das Bildformat ist 1,66:1, die Bildqualität ist solide. Habe eben zufällig entdeckt, dass der Film inzwischen auch bei Arrow auf Blu-Ray erschienen ist.


    Schwarzhumorige Krimifarce mit reichlich Noir-Anleihen vor der malerischen Kulisse Maltas. 4,5 von 5 Punkten.

  • Krimiserie "Interpol" (ZDF 1963-1967)Datum22.07.2019 22:40
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Habe die DVDs inzwischen durchgesehen, der Eindruck ist zwiespältig. Das liegt daran, dass, wenn ich das richtig sehe, nur vier (!) der acht Episoden wirklich zur Serie "Interpol" gehören. Die anderen Folgen gehören zu einer noch kurzlebigeren Serie namens "Streng geheim", eine Episode scheint ein eigenständiger Film zu sein ("Tod um die Ecke"), jedenfalls enthält diese Folge weder den "Interpol"- noch den "Streng geheim"-Vorspann. Das ist natürlich schon sehr kurios, insofern hätte man sich ein wenig mehr Transparenz vom Label gewünscht, die Folgen, die eigentlich nicht zur Serie gehören, hätte man ja als Bonus draufpacken können.

    Jedenfalls sind vier "echte" Folgen von "Interpol" natürlich viel zu wenig, um mit der Serie wirklich warm werden zu können. In der ersten Episode gibt es zu Anfang eine schöne "Pseudo-Befragung" eines ranghohen Beamtens von Interpol, der dem deutschen Publikum die Bedeutung grenzüberschreitender Kriminalität schildert. Richtiggehend "niedlich" erscheint die Frage des Interviewers, wie lange es denn noch dauern möge, bis man das Problem vollends im Griff habe. Dieser Einstieg ist natürlich Nostalgie pur und knüpft ein wenig an den Vorspann des "Kriminalmuseums" an. Inhaltlich ist "Interpol" eine Art Mixtur aus "Die fünfte Kolonne" und "Eurogang", ohne aber an die Qualität der genannten Serie heranreichen zu können. In den besten Fällen bietet die Serie nette Krimi-Unterhaltung, so etwa in der erste Episode, in der sich Bert Fortell und Wolfgang Völz mit der immer gleichen Masche (Fortell als kultivierter, Klavier spielender Junggeselle) an Frauen heranmachen, um an ihre Schlüssel zu gelangen und anschließend die Wohnung leerräumen zu können.

    Die Serie "Streng geheim" erzählt Kriminalgeschichten rund um den Zweiten Weltkrieg. Spionage, Geldfälscherei, alles im Dienste von Nazi-Deutschland. Zur Abwechslung sicher nicht uninteressant, gut besetzt, mitunter aber auch etwas zäh.


    Man sollte also nicht zu viel erwarten, schon gar nicht acht Folgen einer Serie mit einheitlicher inhaltlicher Ausrichtung und fester Stammbesetzung. Davon abgesehen wird solide TV-Unterhaltung geboten, die für diejenigen von Interesse sein könnte, welche die gängigen Serien der 1960er-Jahre schon gesehen haben. Ein Wiedersehen gibt es u.a. mit Siegfried Wischnewski, Dieter Eppler, Klaus Löwitsch, Klausjürgen Wussow, Ruth Maria Kubotschek, Vera Tschechowa, Wolfgang Völz, Hannes Messemer, Ulrich Beiger, Wolfgang Ackva u.a.

  • Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Punkte vergebern und hoffentlich nicht verrechnet. Fand es insgesamt schwierig, Kategorie 1 von 2 abzuschichten, weil ich bei meinen WDW-Wertungen versucht habe, das miteinander in Einklang zu bringen, d.h. schon möglichst objektiv zu bewerten wobei man sich natürlich nie ganz davon frei machen kann, dass dann der persönliche Geschmack gleichwohl mit einfließt.

  • Sammelthread "Film Noir"Datum21.07.2019 00:40
    Foren-Beitrag von Ray im Thema

    Die lange Nacht (The Long Night, USA 1947)

    Regie: Anatole Litvak

    Darsteller: Henry Fonda, Vincent Price, Elisha Cook Jr., Ann Dvorak, Barbara Bel Geddes u.a.



    Film Noir Nummer 106:


    Kriegsveteran Joe Adams (Henry Fonda) erschießt in seiner Mietwohnung den Magier Maximilian. Umgehend rückt die Polizei an, doch Joe denkt nicht daran, sich zu ergeben...

    Anatole Litvak ("Du lebst noch 105 Minuten") inszenierte 1947 dieses Krimidrama mit auf dem Papier beachtlicher Besetzung. Dem Regisseur gelingt dabei eine sehr ordentliche Einführung in den Film. Schon nach wenigen Momenten sieht man den von Vincent Price gespielten Magier aus Joes Wohnung fallend das Treppenhaus hinunterpurzeln. Zwangsläufig drängt sich die Frage nach dem Motiv auf. Während der sich anschließenden Belagerung beginnt Joe über sein Handeln zu refeklektieren. Im Wechsel zur fortlaufenden Handlung um die Belagerung wird nun in Rückblenden erzählt, wie es zu Joes Tat kam. Inhaltlich entpuppt sich der Film als Vierecksgeschichte, denn Joe und der Magier Maximilian teilten sich zwei Frauen. Zum einen die Bardame Charlene, zum anderen das Blumenmädchen Jo Ann. Mit dem bodenständigen Joe auf der einen und dem selbstherrlichen Magier auf der anderen Seite prallen gewiss zwei Welten aufeinander. Auch die beiden Damen unterscheiden sich in offensichtlicher Art und Weise. Gleichwohl vermag die Story nicht recht zu zünden, was einerseits an den eindimensiionalen Figuren, andererseits an dem nicht durchweg überzeugenden Spiel der Darsteller liegt. Die Figur des Blumenmädchens ist arg naiv ausgestaltet, zudem bleiben sowohl die sie verkörpernde Barbara Bel Geddes als auch Ann Dvorak in der Rolle der Bardame Charlene blass, was für einen Noir grundsätzlich und in einem derartigen Beziehungsdrama erst recht schlechte Voraussetzungen sind. Henry Fonda müht sich, vermag das Publikum aber auch nicht recht auf seine Seite zu reißen. Vincent Price sieht mit seinen an den Seiten weiß gefärbten Haaren nicht nur optisch gewöhnungsbedürftig aus, er agiert mitunter auch so. Rein handwerklich ist Litvak wenig vorzuwerfen, seine Inszenierung genügt den Noir-Standards allemal. Jedoch vermag dieser Umstand über die dargelegten Schwächen nur bedingt hinwegzutrösten.

    Ordentlich fällt dagegen die DVD-Veröffentlichung von Polarfilm aus, welche die deutsche und die um einige Minuten längere englische Fassung enthält und eine solide Bildqualität aufweist.


    Handwerklich ordentlicher, inhaltlich und darstellerisch aber eher unbefriedigender Vertreter der Schwarzen Serie. Noch 3 von 5 Punkten.

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Ray
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