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  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Staffel 5 - Episode 10: Never, Never Say Die (Duplikate gefällig?, 17.03.1967)



    Regie: Robert Day

    Produktion: beendet am 14.02.1967

    Mit: Patrick Macnee, Diana Rigg, Christopher Lee, Jeremy Young, Patricia English, David Kernan, Christopher Benjamin, John Junkin, Peter Dennis, Geoffrey Reed, Alan Chuntz, Arnold Ridley, David Gregory, Karen Ford



    Ein großgewachsener Hühne läuft auf eine Straße, wird von einem Auto erfasst und anschließend im Spital für mausetot erklärt, was ihn aber nicht davon abhält, einfach aufzustehen und hinauszumarschieren. Nur wenige Sekunden vorher waren weder Puls noch Atmung feststellbar. Dasselbe Szenarium wiederholt sich mit demselben Autofahrer ein weiteres mal. Diesmal wird der Hühne von einem Krankentransporter abgeholt und kann sich anschließend befreien, indem er mit brachialer Gewalt den Sanitäter wie eine Puppen durch die geschlossene Tür schleuder. Danach attackiert er mehrere ahnungslose Personen und zerstört dabei immer deren elektronische Geräte, wie Radios, Funkgeräte, Fernsteuerungen, etc. Selbst Maschinenpistolen-Kugeln können dem unverwundbar erscheinenden Übermenschen nichts anhaben. Auch Steed wird im Rahmen seiner Ermittlungen von dem Riesen angegriffen und erhält unerwartete Hilfe von dem Sanitäterteam, das diesen überwältigen kann. Eine Spur führt ihn schließlich zu einem gewissen Professor Frank N.Stone, der praktisch das Ebenbild des übermenschlichen Berserkers ist, sich jedoch völlig anders verhält...

    Schon alleine die Mitwirkung des legendären Christopher Lee macht diese Folge zu einem Muss. Er agiert hier ganz im Sinne einer Hommage an seine typischen Horror-Film-Rollen wie Dracula, Frankenstein, Mumie, etc. Sehr originell ist der Name Professor Frank N.Stone (auf deutsch Frank N.Stein ). Als besonders erheiternd darf jene Szene erwähnt werden, in welcher das sehr empfindlich auf elektromagnetische Wellen reagierende künstliche Gehirn des Riese aussetzt und er unfreiwillig dieselben Manöver vollzieht, wie ein, von einem alten Mann ferngesteuertes, Boot. Letzterem rettet dies wahrscheinlich das Leben. Steed darf dann noch eine gehörige Tracht Prügel einstecken.

    Mrs.Peel sieht sich gerade im Fernsehen die schwarzweiße Avengers-Folge "The Cybernauts" an, als Steed auf dem Bilschirm erscheint und die berühmte Phrase "Mrs.Peel, we`re needed" zum Besten gibt. Tatsächlich erinnert diese Episode durchaus an die "Cybernauts". Die hier in Erscheinung tretenden Personen-Duplikate sind bemwerkenswert gerissen und man weis letzten Endes nicht mehr, wer echt ist und wer nicht.

    Fazit:


    Eine sehr Science-Fiction-lastige Folge die geschickt mit typischen Christopher-Lee-Klischees spielt und daraus sehr viel Unterhaltungswert bezieht.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Natürlich wurde hier mit Signalfarben herumexperimentiert. Es waren ja die 60er, naja Flower-Power und so ...Ich mag kräftige Buntfilm-Farben. Das ist aber natürlich Geschmackssache. Peter Cushing kommt auf jeden Fall auch noch vor. Ich bin jetzt im Sommer sehr wenig mit Filmen beschäftigt und du wirst mich sicher einholen. Ich werde sehr, sehr gemütlich weitermachen. Aber es eilt ja nicht.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Zitat von schwarzseher im Beitrag #19
    Naja.........das Auge isst ja irgendwie immer mit .....und dieser Poirot ? bin da eher zurückhaltend mit der Begeisterung.Und dann die ausgelutschte........äh.....wohl von den meisten Fans auswendig bekannte Handlung ??? oder ob da Änderungen zu erwarten sind ??
    Wie zehn kleine .....lein /dann gabs keins mehr usw .
    Wenn schon neu .....warum diese Storys ? hofft man wirklich das genug Generationen dazwischen sind und bei den Zuschauern Spannung aufkommt ?
    Also ich weiß nicht ob ich mich freuen soll.....?


    Mit den Negerlein würd ich das aber nicht vergleichen. Da gibt's unzählige Verfilmungen, beim Orient-Express hingegen nur eine mir bekannte und die halte ich für misslungen. (ja ich weis, in der Suchet-Reihe gibt's auch noch eine, aber die kenne ich nicht). Gerade bei dieser Geschichte gibt es reichlich viel Luft nach oben.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Zitat von schwarzseher im Beitrag #107
    So nach und nach schaue ich mir die zweite Emma Peel Box an.......Farbe ist ok.....aber die Storys sind irgendwie sehr "abgedreht"? und man hat den Eindruck das es sich oft wiederholt....Krallen..Vögel .....Katzen usw. ?Bin jetzt bis Folge 8. Es fehlt mir etwas der Charme der ersten Box ? Ob das jetzt wirklich was mit s/W -Farbe zu tun hat ?
    Also ich sehe Peel und Steed wirklich gerne....aber....????


    @schwarzseher Nun, das Abgedrehte gehört wohl zum Charakter dieser Serie. M.E sind auch recht viele SW-Folgen sehr abgedreht. Ich denke da mal an "Cybernauts" oder "Man Eater of Surrey Green"...Das ist Science Fiction pur. Mir gefallen die Farb-Folgen eigentlich besser, nicht unbedingt wegen der Plots, sondern eher, weil mich das "60er-Jahre-TV-SW" nicht übermässig anspricht. Es ist nicht das kräftige und konturenhafte SW der damaligen Kinofilme, wie z.B. bei den Wallace- und Hammer-Thriller. Das TV-SW ist viel blasser und damit, zumindest für mein Auge, weniger attraktiv. Die Farben sind bei den Avengers hingegen recht schön und kräftig geraten, wenn auch nicht in allen Folgen gleich. Einen gravierenden Qualitätsunterschied in Puncto Plot kann ich allerdings zwischen den SW- und Farb-Avengers nicht unbedingt ausmachen. Mal sehen, wenn ich alle durch bin, was noch ein ganzes Weilchen dauern wird...

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Ich freu mich auf die Neuverfilmung. Wirkt auf mich optisch attraktiver. Den 74er hab ich nie gemocht.

  • Sir Roger Moore gestorbenDatum24.05.2017 11:47
    Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Auch wenn Roger Moore sich bei mir immer hinter Sean Connery und George Lazenby anstellen musste, gehört er für mich zu den ganz besonderen Kult-Bonds und hat im Rahmen der Reihe auch durchaus hervorragende Beiträge bedient. Er agierte als 007 in genau jener Zeit, als ich heranwuchs. Als Simon Templar und Brett Sinclair kenne ich ihn natürlich auch.

    Nun ist er als erster von den, erfreulicherweise recht langlebigen, Bond-Darstellern von uns gegangen.

    RIP Sir Roger Moore

  • Eure Bryan Edgar Wallace-RanglisteDatum22.05.2017 20:47
    Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Auch an meiner Einstellung zu den BEW-Filmen hat sich nach der Neu-Sichtung eigentlich nichts geändert. Von den schwarzweißen "echten" BEWs fallen lediglich der erste und vor allem der letzte Beitrag deutlich ab. Die Filme dazwischen, allen voran Henker und Würger, bieten genau jene Vorzüge, die einen Wallace einen Wallace sein lassen, und können mit den herausragenden Rialto-Filmen locker mithalten. Jene Ingredienzien, die für das Genre typisch sind, und es zu etwas Besonderem machten, kommen hier wirklich gelungen zur Geltung. Leider fand die Entwicklung im 7.Opfer einen unrühmlichen Abschluss, den ich wie einen faden und reizlosen alten Schinken wahrnehme.

    Die farbigen Gialli entbehren jeglicher Homogenität und jeglichen Wiedererkennungswertes und gehören für mich nicht zur Reihe sondern sind ein plumper Etikettenschwindel, wovon ich sehr wenig halte. Trotzem wollte ich fair sein und habe die Filme nicht als BEW-Filme bewertet, da sie das für mich einfach nicht sind. Auch abgekoppelt von meiner Wallace-Vorstellung, bieten die Filme lediglich durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Unterhaltung. Ich habe die Meisten von Ihnen nur einmal vor Urzeiten gesehen und handlungsmäßig größtenteils wieder vergessen. Keiner dieser Filme schreit für mich nach einer weiteren Sichtung. Nachdem ich kein völlig auf Retro-Filme fixierter Konsument bin, sondern Filme aus allen Dekaden schaue und auch heutigen Thrillern gegenüber nicht abgeneigt bin, sind alte Filme für mich auch nur dann interessant, wenn sie etwas Besonderes sind und den typischen "Old-School-Charakter" pflegen. Das mag ich. Bei den klassischen Edgar-Wallace-Filme und deren Epigonen ist das für mich der Fall, bei den Gialli überhaupt nicht. Diese erscheinen mir im Vergleich zu späteren Thrillern überholt und unausgereift. Besonders schockiert war ich über den "Todesrächer von Soho", den ich sogar zum ersten Mal sah - versäumt hatte ich damit wirklich nichts. Er ist für mich gar kein richtiger Film mehr, sondern bewegt sich auf Amateurfilm-Niveau und wurde mit haarsträubenden Fehlern verpfuscht, wie ich sie zum Teil noch nie gesehen habe. Mit dem fiktiven Prädikat "besonders wertlos" erkläre ich ihn zu einem der schlechtesten Filme, die ich jemals sah.

    Hier die Endwertung:

    Platz 01 (5/5): Der Henker von London
    Platz 02 (5/5): Der Würger von Schloss Blackmoore
    Platz 03 (5/5): Das Phantom von Soho
    Platz 04 (3,5/5): Das Ungeheuer von London City
    Platz 05 (3,5/5): Das Geheimnis der schwarzen Koffer
    Platz 06 (3/5): Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe
    Platz 07 (3/5): Die neunschwänzige Katze
    Platz 08 (2,5/5): Das Geheimnis des gelben Grabes
    Platz 09 (2/5): Das 7.Opfer
    Platz 10 (1/5): Der Todesrächer von Soho

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Staffel 5 - Episode 9: The Correct Way To Kill (Kennen Sie Snob, 10.03.1967)



    Regie: Charles Chrichton

    Produktion: Jänner 1967

    Mit: Patrick Macnee, Diana Rigg, Anna Quayle, Michael Gough, Philip Madoc, Terence Alexander, Peter Barkworth, Graham Armitage, Timothy Bateson, Joanna Jones, Edwin Apps, John G. Heller


    Zwei wie aus dem Ei gepellte britische Gentlemen ermorden auf englischen Boden der Reihe nach russische Agenten. Dies veranlasst die Russen dazu, einen Anschlag auf den als hauptverdächtig geltenden Steed zu verüben, was durch Mrs.Peels Hilfe vereitelt wird. Nach einem klärenden Gespräch kommen beide Seiten zur Überzeugung, dass eine dritte Instanz am Werk ist. Schließlich vereinen Briten und Russen ihre Kräfte, was zur Folge hat, dass sowohl Steed als auch Mrs.Peel einen jeweils andersgeschlechtlichen russischen Partner zugewiesen bekommen. Es sollte allerdings nicht lange dauern, bis Mrs.Peels Genosse verschwindet und später in einer mit Schirmen gefüllten Holzkiste tot aufgefunden wird. Eine heiße Spur führt zu der merkwürdigen Einrichtung SNOB, deren Ziel es ist, vollendete Gentlemen auszubilden...

    Eine unbekannte Gruppierung versucht Briten und Russen aufeinenderzuhetzen, was diese veranlasst, zumindest temporär ihre Kräfte zu bündeln. Dieser Ansatz funktioniert in den vom Kalten Krieg durchzogenen 60er-Jahren hervorragend als Bond-Persiflage. Es liegt wohl in der Natur von Mrs.Peels charakteristischem "M(an)-Appeal", dass ihr männlicher russischer Sidekick nicht lange am Leben bleibt und sie ihre weiteren Ermittlungen souverän ohne Anhängsel fortsetzt. Am Schluss darf sie in einer ausführlichen Kampfszene ein weiteres Mal ihre exzellente Fechtkunst unter Beweis stellen. "Comrade (Genosse) Steed" darf mit der wenig femininen weiblichen Kampfmaschine Olga zusammenarbeiten, wobei dieses sehr ungleiche Duo unterhaltungstechnisch recht gut funktioniert.

    Die mehr als merkwürdige Einrichtung SNOB (Sociability, Nobility, Omnipotence, Breeding) unterwirft ihre angehenden Gentlemen einem streng militärischen Drill und zweckentfremdet dabei den typisch britischen Regenschirm als gefährliche Waffe. Natürlich machen die Avengers als Vorzeige-Briten dem ganz und gar nicht britischen Drahtzieher schlussendlich den Garaus.

    Wortwitz:


    Das erste Mordopfer zu einem der killenden Gentlemen: "You British, that'll be the death of me." Darauf der andere Gentleman, bevor er ihn erschießt: "Yes, exactly."

    Steed am Telefon über die Mord-Serie: "Of course it's a serious business (klingt ähnlich wie series-business)."

    Die angehenden Gentlemen während ihres Drills, bei dem es darum geht, ein Taxi richtig zu rufen: "One, two, three, hail (Heil)", wobei der Schirm auf zweideutige Weise nach vorne gestreckt wird.

    Steed, nachdem eine mit einem Schirm erstochene Leiche vorgefunden wird: "Somebody has put a spoke in."

    Fazit:

    Sehr humorvolle Folge, die das Agentenfilm-Genre der 60er-Jahre gehörig auf die Schippe nimmt

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Das Geheimnis des gelben Grabes (1971)



    Regie: Armando Crispino

    Produktion: Italien, BRD, Jugoslawien / Artur Brauner, 25.08.1971 - 13.10.1971

    Mit: Alex Cord, Samantha Eggar, John Marley, Nadja Tiller, Horst Frank, Enzo Terascio, Enzo Cerusico, Carlo De Mejo, Daniela Surina, Vladan Holec (als Vladan Milasinovic), Christina von Blanc (als Christiane von Blank), Mario Maranzana, Wendy D’Olive, Pier Luigi D'Orazio, Ivan Pavicevac


    Handlung:

    Der Archäologe Jason Porter entdeckt in Italien ein etruskisches Grab mit dem verzerrten Bild eines Dämons und anderen gruseligen Wandmalereien. Kurz darauf werden mehrere Paare während oder nach dem Liebesspiel ermordet. Die Taten orientieren sich an alten etruskischen Ritualen, die auf den Bildern symbolisiert sind. Jason Porter selbst, ein jähzorniger, eifersüchtiger und konfliktbeladener Trinker, der sich kaum unter Kontrolle hat, gerät sehr rasch in den Fokus der Ermittlungen. Er scheint darüber hinaus auch an einer Teil-Amnesie zu leiden...

    Anmerkungen:

    Eigentlich bietet der Streifen interessante Schauplätze und eine ansprechende Farbgebung. Auch das Mysterium rund um den Dämon und die Wandmalereien machen einem den Mund richtig wässrig und lassen auf einen spannenden Grusel-Thriller hoffen. Leider werden diese Erwartungen bitter enttäuscht. Die 95 Minuten ziehen sich wie ein Kaugummi und die Langatmigkeit lässt rasch jegliches Interesse am Film schwinden. Regisseur Armando Crispino (1925-2003) verstand es einfach nicht, einen professionellen Spannungsbogen aufzubauen, der die Aufmerksamkeit des Zusehers zu fesseln vermag. Stattdessen muss man sich durch quälende Dialoge und die viel zu ausführliche Darstellung wenig interessanter zwischenmenschlicher Beziehungen hindurchkämpfen. Wie auch schon bei den beiden vorhergehenden Filmen dieser ausgesprochen fragwürdigen und ohne jeden Wiedererkennungswert willkürlich zusammengebogenen BEW-Fortsetzungsreihe, fehlt es auch diesmal an einem schönen runden Spannungsaufbau mit den zeitlich richtig eingesetzten Entladungen. Crispino scheint rein gar kein Gespür für ein passendes Ausbalancieren und ein richtiges Abstimmen gehabt zu haben. Die Dramaturgie tümpelt fad und überlang dahin. Eigentlich schade, wenn man bedenkt, was ein guter Regisseur aus diesem eigentlich dankbaren Stoff alles hätte herausholen können. Die Auflösung und das Motiv für die Morde hingegen sind recht gut gelungen. Leider vergehen bis dahin gefühlte 3 Stunden, in denen es eine wahre Herausforderung ist erfolgreich gegen das Sandmännchen anzukämpfen.

    Alex Cord (geb.1933) ist als Jason Porter ein für einen Professor ungewöhnlich grobschlächtiger und ungehobelter Antiheld, für den man kaum Sympathien entwickelt. Samantha Eggar (geb.1939) wirkt niedergedrückt, unglücklich und wenig nahbar. Diese Charakterzeichnungen stellen aber nicht unbedingt einen Kritikpunkt dar, sondern sind durchaus beabsichtigt und dementsprechend glaubhaft gespielt. Erwähnt sei noch, dass, obwohl Samantha Eggar eine schöne lange Haarpracht ziert, sie einmal am Tisch mit Kurzhaarschnitt in Erscheinung tritt. Hier hat man wohl eine vergessene Szene nachgeholt, nachdem sie sich die Haare geschnitten hat.

    Horst Franks und Nadja Tillers Auftritte sind relativ belanglos. Ersterer scheint mittlerweile auf die Rolle des Homosexuellen festgelegt worden zu sein.

    Fazit:

    Rein handwerklich zwar ordentlicher, aber viel zu langatmiger und dramaturgisch vermurkster Thriller, der vermutlich großen Vorbildern nacheifert, dies aber um Lichtjahre verfehlt. 2,5 von 5.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #45
    Mir gefiel der BBC-Cushing-"Hund" eigentlich recht gut. Dass man von einer TV-Verfilmung von 1968 keine heutigen Schauwerte erwarten darf, ist klar, aber gerade die letzten Szenen im Moor waren atmosphärisch doch recht stark. Sir Henry ist mit Gary Raymond aus dem "Verrätertor" auch ziemlich überzeugend besetzt. Andererseits wird die Hammer-Verfilmung mit Cushing von ganz ordentlichen Tempoproblemen geplagt, die auf seine BBC-Version, wenn ich mich recht entsinne, nicht so sehr zutreffen.

    Insgesamt gibt es halt noch keine wirklich ultimative "Hound of the Baskervilles"-Verfilmung - man muss immer irgendwo Abstriche machen.


    An Cushing und Raymond habe ich auch nicht das geringste auszusetzen. An Nigel Stock ebenfalls nicht. Barrymore finde ich dagegen sehr fad besetzt. Mir gefallen der kammerspielartige Charakter, sowie Farben und Bilder einfach nicht. In Punkto Tempoprobleme sehe ich es gerade umgekehrt. Diesbezüglich erscheint mir gerade die erste Folge dieser Fernsehversion schon sehr langatmig. Die Mooraufnahmen halten dem Vergleich zu den von mir oben Zitierten Verfilmungen nicht stand. Gerade die 59er-Verfilmung hat eine wirklich tolle Moor-Atmo. Die 83er hat den tollsten Hund (werde ich mir auch wieder einmal ansehen).

    Auch eine 68er-TV-Verfilmung könnte deutlich attraktiver inszeniert sein. Ich denke da vor allem an die zeitgleich ebenfalls in Großbritannien produzierten "Avengers".

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Habe jetzt erstmals die "Baskerville-Episode" von 1968 gesehen und bin recht enttäuscht. Der von mir hochgeschätzte Peter Cushing ist als Holmes zwar toll, aber die Inszenierung ist kammerspielartig und vor allem im ersten Teil recht langatmig und viel zu wenig atmosphärisch. Da ist die Hammer-Version von 1959 um Welten besser , auch jene mit Rathbone und Richardson. Moorland und Hund haben viel zu wenig Wirkung und sind auch nicht effektiv eingefangen.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Bryan Edgar Wallace: Der Todesrächer von Soho (1971)



    Regie: Jess Franco

    Produktion: BRD/Spanien, 15.03.1971 bis 30.04.1971

    Mit: Horst Tappert, Fred Williams, Barbara Rütting, Wolfgang Kieling, Rainer Basedow, Dan van Husen, Elisa Montés, Luis Morris, Siegfried Schürenberg, Ángel Menéndez, Moisés Augusto Rocha, Eva Garden, Andrés Monales, Mara Laso, Jess Franco


    Handlung:


    In London ereignet sich eine merkwürdige Mordserie mit Wurfmessern, bei der der Täter vorher immer die Koffer seiner Opfer packt. Inspektor Redford ermittelt in der Sache und sein Freund, der Kriminalschriftsteller Charles Barton, ist parallel dazu hinter einer Bande her, die mit der tödlichen Droge Meskadrin handelt. Barton ist selbst davon abhängig und in Wirklichkeit nicht jener, der er vorgibt zu sein...

    Anmerkungen:

    Nach seiner cineastischen Akasava-Gräueltat quält Jess Franco die Wallace-Fans erneut und zeigt ein weiteres Mal, dass er für Qualität bürgt, nämlich für absolut minderwertige. Eigentlich ist dieser Film kaum zu besprechen, ohne sich im Ton zu vergreifen. Zwar handelt es sich wohl um den einzigen BEW-Nachschlag, dem man den Bezug zur ursprünglichen Reihe nicht einmal absprechen kann, liegt doch eindeutig ein Remake von "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" vor - leider ein völlig verpfuschtes. Die Idee, den Stoff nochmals zu verfilmen, wäre ja grundsätzlich nicht einmal schlecht gewesen, da die Erstverfilmung bekanntlich eine der schwächeren und nicht sehr ausgereiften SW-Beiträge war. Was Franco hier aber abgeliefert, um nicht zu sagen verbrochen, hat spottet wirklich jeder Beschreibung.

    Dass die stinklangweilige Inszenierung und Dramaturgie völlig plump und unprofessionell daherkommt ist für sich alleine schon schlimm genug und lässt die armen Darsteller teilweise schuldlos (teilweise auch nicht) wie Laien aussehen. Dass aber als Draufgabe allen Ernstes Bilder präsentiert werden, die sich nicht einmal ein erstsemestriger Filmstudent vorzulegen getrauen würde, kann man nur noch mit einem fassungslosen Kopfschütteln quittieren. Sehr viele Szenen sind durch eine milchige Trübung, die den Eindruck erweckt, der Fernseher liegt in den letzten Zügen, regelrecht besudelt. Solche Bilder habe ich zuletzt gesehen, als ich im zarten Alter von rund 10 Jahren meine erste Kamera besaß, keine Ahnung von Blende und Belichtung hatte und dabei das gute Ding auch noch gegen die Sonne hielt. Beim zweiten Messermord weis man nicht, ob nun Tag oder Nacht sein sollte und kann einen gar grässlichen Belag auf der Linse wahrnehmen. Es scheinte für das "Expertenteam" kein Problem gewesen zu sein, dass eine Kombination von Käuzchenrufen und verschmutzter Helligkeit weder zusammenpasst noch das un-geschulteste Auge in irgendeiner Form anspricht, sondern regelrecht anwidert. Diese unglaubliche Stümperhaftigkeit ist charakteristisch für den künstlerischen Wert dieses Streifens. Derartige Aufnahmen sind einer Kinoproduktion nicht nur absolut unwürdig, sondern disqualifizieren die Verantwortlichen ganz eindeutig auch als Filmemacher. Wer zu einem optischen Medium einen derartigen Beitrag leistet, hat wirklich keinen Respekt mehr verdient. Nachdem dies alles schon ausreicht, dem "Todes-Langweiler von Soho" das Genick zu brechen, muss auf die vielen platten Dialoge und den niedrig-schwingenden Humor gar nicht mehr näher eingegangen werden.

    Dass dieser, wie ein mit bescheidensten Mitteln produzierter Fan-oder Laienfilm aussehende, Krimi überhaupt den Weg in die Lichtspielhäuser fand, kann kaum mit rechten Dingen zugegangen sein und deutet darauf hin, dass die "Qualitätskontrolle" wohl mit Grippe im Bett gelegen haben muss. Eigentlich hätte man die Filmrolle nach der ersten Vorführung aus dem geschlossenen Fenster schleudern müssen. Darüber hinaus präsentiert sich der "Maestro" in seiner maßlosen Selbstüberschätzung auch noch höchstpersönlich in einem Cameo-Auftritt, anstatt sich voll Scham über seine zweifelhafte "Expertise" nach rund 20 Jahren im Filmgeschäft, in einem Mauseloch zu verkriechen. Darstellung, Inszenierung, Dramaturgie, Farben, Kameraführung, Humor - hier fällt ausnahmslos alles nicht nur meileinweit hinter die 1961er-Produktion zurück, sondern zeigt in den wesentlichen Punkten alle Merkmale einer dilettantischen und für das Genre absolut rufschädigenden Pfuscharbeit.

    Horst Tappert (1923-2008) schlägt sich zwar wacker und macht als kerniger "Tough Guy" eine erstaunlich gute Figur, nur eben leider im falschen Film. Er zeigt deutlich, dass mehr in ihm steckt, als der fade Derrick, als welcher er später ge-typcastet wurde. Die hübsche Elisa Montez (geb.1934) wirkt recht nett, liebenswert und einigermaßen glaubhaft. Das musikalische Titelthema kann man auch noch gelten lassen. Leider sind die positiven Aspekte damit auch schon ausgeschöpft. Fred Williams (geb.1938) nehme ich, wie schon in "Akasava", als profillose Nullnummer wahr. Luis Morris (1929-1974) malträtiert den Zuseher mit einem Anti-Humor, der plumper und unlustiger nicht mehr sein könnte. Er nervt wie eine Zecke und läßt seinen oftmals kritisierten Vorgänger Chris Howland im direkten Vergleich wie einen Meisterkömödianten erscheinen. Siegfried Schürenberg und Barbara Rütting können einem nur Leid tun, wohl aus Fahrlässigkeit bei der Auswahl ihrer Rollen in diesen unterirdischen Schund geraten zu sein.

    Fazit:

    Ein "echter Franco". Reizlose, unspannende, oberflächliche und schlampige Verfilmung mit unappetitlichen Bildern, die den Eindruck erwecken, als Kameramann fungiere ein unbegabter Lehrling, der seine ersten Gehversuche mit einer ungeputzten Linse unternimmt und dabei alle erdenklichen Fehler anschaulich vorführt. Wer die trashigsten 75 Filmminuten seines Lebens "genießen" will, dem sei diese "stilistische Kostbarkeit" Franco'schen Filmschaffens an's Herz gelegt. Aufkommenden Wallace-Fans würde ich dringend raten, einen weiten Bogen um dieses Werk zu machen. Der Streifen gehört, zusammen mit dem artverwandten Akasava-Teufel, in ein Double-Feature für Liebhaber grottiger "Anti-Unterhaltung". Mit 1 von 5 gibt's die rote Karte für diesen, wie aus verunglücktem und entsorgtem Filmmüll zusammengeschnipselten, Totalausfall. Pfui Teufel!

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Die neunschwänzige Katze (1970)



    Regie: Dario Argento

    Produktion: BRD,Italien, Deutschland, 1970

    Mit: Karl Malden, James Franciscus, Catherine Spaak, Tino Carraro, Pier Paolo Capponi, Horst Frank, Rada Rassimov, Aldo Reggiani, Carlo Alighiero, Cinzia De Carolis, Tom Felleghy, Werner Pochath, Emilio Marchesini, Corrado Olmi


    Handlung:

    Der erblindete Ex-Reporter Arno macht mit seiner kleinen Nichte einen abendlichen Spaziergang in der Nähe eines medizinischen Instituts. Dabei wird er zufällig Ohrenzeuge eines verdächtigen Gesprächs, bei dem es offenbar um Erpressung geht. Kurz darauf wird im Institut eingebrochen und dabei ein Wachmann niedergeschlagen. Darauf folgt eine grausame Mordserie an Personen, die mit der Forschungseinrichtung in direktem oder indirektem Zusammenhang stehen. Es geht dabei um die Entdeckung eines rätselhaften Killergens. Arno verbündet sich mit dem jungen Reporter Carlo Giordani, um der Sache auf den Grund zu gehen, was alle Beteiligten in große Gefahr bringen sollte...

    Anmerkungen:


    Der vorliegende Film hat einen sehr interessanten Einstieg und ist von Ennio Morricones Musik durchaus gelungen untermalt. Leider wird im Endeffekt zu viel heiße Luft versprüht, da nach den erfreulichen Ansätzen die Dramaturgie immer wieder in's Stocken gerät und eine gewisse Langatmigkeit sich breit macht. Dario Argento versteht es hier einfach nicht, konsequent einen straffen Spannungsbogen mit sich angemessen entladenden Höhepunkten zu präsentieren. Dadurch gerät die Geschichte nie so wirklich in Fahrt und auch die Aufdeckung des Täters ist keine große Sache. Die romantische Annäherung zwischen Carlo Giordani und Anna Terzi wirkt darüber hinaus plump und konstruiert, obwohl die rein darstellerische Leistung, vor allem von Karl Malden (1912-2009) und James Franciscus (1934-1991), ansonsten recht ordentlich ist.

    Der erste Mord, bei dem das Opfer vom Zug zerstückelt wird, ist durchaus effektvoll und durch die kurze Einblendung dennoch unblutig inszeniert. Auf Glaubwürdigkeit wird dabei allerdings nicht der geringste Wert gelegt, wenn man bedenkt, dass auf einer belebten Bahnhofsplattform offenbar niemandem auffällt, wie ein Mann Richtung Gleise gestoßen wird, nachdem er seinem Mörder auch noch die Hand zur Begrüßung reicht.

    Als sich ganz zu Beginn zwei Männer in einem Auto unterhalten, ist nur allzu deutlich erkennbar, dass nur einer drinnen sitzt. Morde und Todeskämpfe sind ziemlich realistisch inszeniert. Auch das immer wieder eingeblendete Auge des Täters zeigt eine gewisse Originalität. Dennoch bietet dies kein wirklich ausgleichendes Gegengewicht zu den dramaturgischen Schwächen des Films. Beim Handlungsabschnitt mit der Entführung von Arnos sehr liebenswerten und sympathischen Nichte hätte die Chance bestanden, deutlich mehr Suspense herauszuholen. Dieser Abschnitt ist leider viel zu oberflächlich und reizlos inzeniert. Außerdem lässt der so gefährliche und brutale Täter sich dann auch noch wie ein Schuljunge stellen, was in keinster Weise stimmig wirkt.

    Es handelt sich um einen Streifen, der schlecht gealtert ist, da ihm Charme und Charakteristika typischer "Old-School-Thriller", wie der "echten" "Edgar- und Bryan-Edgar-Wallace-Filme" schlicht und einfach fehlen. Allerdings wollte man ja auch gar nicht daran anlehnen, sondern einfach nur mit dem berühmten Namen punkten, weshalb diese Filme als Wallace-Krimis ohnehin nicht ernst zu nehmen sind. Nachdem die Zeit natürlich nicht stehen geblieben ist, haben sich die modernen Psychothriller, an denen sich der Film, wie auch schon die "Handschuhe", offenbar orientiert, in eine Richtung weiter entwickelt, welche dieses Werk im wahrsten Sinne des Wortes alt und unausgereift aussehen lassen.

    Fazit:

    Argento-Thriller, der auf den allerersten Blick vielversprechen wirkt, dann aber immer wieder stecken bleibt und dadurch einfach zu wenig in Schung kommt. 3 von 5.

  • "Der-Geburtstags-Thread"Datum28.04.2017 18:58
    Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Korrektur (Doppelposting)

  • "Der-Geburtstags-Thread"Datum28.04.2017 18:57
    Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Von mir auch alles gute, du alter Giallist.

  • Der schwarze Leib der Tarantel (1971)Datum27.04.2017 14:32
    Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Der schwarze Leib der Tarantel (1971)




    Regie: Paolo Cavara

    Produktion: Italien, 1971

    Mit: Giancarlo Giannini, Claudine Auger, Barbara Bouchet, Rossella Falk, Silvano Tranquilli, Annabella Incontrera, Ezio Marano, Barbara Bach, Stefania Sandrelli, Giancarlo Prete, Anna Saia, Eugene Walter


    Handlung:


    Ein psychopathischer Serienmörder begeht grausame Morde an jungen Frauen, indem er diese durch einen Stich in den Nacken mittels Akupunkturnadel paralysiert und anschließend mit einem Messer aufschlitzt. Die Opfer sind dabei bei vollem Bewusstsein. Die Mordmethode kopiert die Vorgehensweise einer Wespenart, die auf ähnliche Art Taranteln tötet. Der beruflich frustrierte Inspektor Tellini versucht eine Gemeinsamkeit oder Verbindung unter den Opfern zu finden, tappt dabei aber ziemlich im Dunkeln und hadert damit, seinen Job an den Nagel zu hängen. Er gerät allerdings selbst in das Blickfeld des Täters...

    Anmerkungen:

    Bei vorliegendem Film handelt es sich um einen typischen Giallo. Ein dunkel gekleideter Unhold mit Hut und Handschuhen begeht die üblichen sadistischen Morde, wobei hier als Verdächtigenkreis nur eine äußerst begrenzte Anzahl von Personen in Frage kommt. Die Aufdeckung ist wenig eindrucksvoll, um nicht zu sagen recht enttäuschend. Eine Gemeinsamkeit mit sehr vielen anderen Gialli ist, dass man mehr Billigfilm als großes Kino präsentiert bekommt. Wie bei vielen Werken der frühen 70er, sind die Farben sehr oft auf der eher blassen Seite und die Musik wird stellenweise von einer Frauenstimme mitgehaucht oder geträllert, was man mögen kann oder auch nicht. Ich tendiere deutlich zu Letzterem. Was ich auch immer wieder bei diesem Genre beobachte ist, dass der Einstieg recht spannend ist, danach aber immer wieder Längen auftauchen. Insgesamt zieht mich die Art der Inszenierung einfach zu wenig in ihren Bann. Leider wird lediglich eine Szene durch einen Vertreter der titelgebenden achtbeinigen Spezies bereichert. Diese ist allerdings sehr gut gelungen und zeigt eine originelle Art, Drogen zu tarnen, indem der "Schnee" als Sandboden für Spinnen herhalten muss, was wohl fast jeden vor einer genaueren Inspektion zurückschrecken lässt.

    Die drei ehemaligen bzw. künftigen Bondgirls hinterlassen leider einen sehr farblosen Eindruck. Besonders auffällig ist, wie sehr die Ex-Miss-World-France von 1958, Claudine Auger (geb.1941), welche Bondfans als Domino in „Feuerball“ von 1965 bestens in Erinnerung haben, hier verblasst ist.

    Allerdings hat der Film auch positive Aspekte. Die fiese Mordmethode ist grundsätzlich phantasievoll und es wird, trotz der gelegentlichen Längen, eine gewisse Grundspannung beibehalten. Obwohl man mit der Aufdeckung alles andere als verwöhnt wird, liefert sich der Inspektor mit dem Psychopathen ein durchaus nervenaufreibendes Finale, in dem es den Anschein hat, dass ein schwerer persönlicher Schicksalsschlag nicht mehr abzuwenden ist. Giancarol Giannini (geb.1942) spielt einen sehr sympathischen und menschlichen Ermittler, dessen warmherziges Verhältnis zu seiner nicht weniger sympathischen Frau den Zuseher durchaus vereinnahmt und mit ihnen mitfiebern lässt.

    Fazit:

    Ein kleiner, wenig herausragender Film, der im charakteristischen Serien-Dschungel dieses Genres nicht zu Unrecht eher untergeht. Aufgrund des durchaus fesselnden Finales und anderer kleiner Stärken 3 von 5. Die Schlussszene hätte man sich aber durchaus schenken können.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe (1969)



    Regie: Dario Argento

    Produktion: Salvatore Argento, Artur Brauner/Italien, BRD August bis Oktober 1969

    Mit: Tony Musante, Suzy Kendall, Enrico Maria Salerno, Eva Renzi, Mario Adorf, Reggie Nalder, Umberto Raho, Renato Romano, Giuseppe Castellano, Werner Peters


    Handlung:

    Der in Italien lebende amerikanische Schriftsteller Sam Dalmas wird zufällig Zeuge, wie eine junge Frau in einer Kunstgallerie von einer schwarzgekleideten Gestalt niedergestochen wird. Da er durch eine Glaswand vom Geschehen getrennt ist, kann er nicht eingreifen und muss die Polizei rufen, welche ihn prompt verdächtigt. In der Vergangenheit haben sich bereits 3 brutale Morde an Frauen ereignet, bei denen es nicht bleiben sollte. Auf Sam werden ebenfalls Anschläge verübt und dabei auch das Leben seiner Freundin Julia bedroht. Der offenbar psychopathische Täter ruft erst anonym bei der Polizei an und dann bei Sam und legt ihm nahe, das Land zu verlassen, wovon er aber nichts wissen will. Er fährt mit seinen eigenen Recherchen fort und bringt damit sowohl sich selbst als auch Julia in allerhöchste Lebensgefahr. Der Schlüssel zur Auflösung scheint mit einem Gemälde zusammenzuhängen, das sich aus unerfindlichen Gründen in Sams Bewusstsein verankert hat...


    Anmerkungen:

    Dieser Film markiert einen Wendepunkt, oder besser gesagt eine völlig neue Phase, der BEW-Filme, da es sich nämlich stilistisch gar nicht mehr um einen solchen handelt und auch sonst keinerlei Bezüge mehr zur ursprünglichen Reihe und zu Wallace-Junior erkennbar sind. Der Name Wallace diente hier nur noch Werbezwecken und sämtliche typische Charakteristika der Reihe und damit deren Wiedererkennungsmerkmale sucht man vergeblich. Als deutsche Schauspieler treten lediglich Mario Adorf und Werner Peters in kleinen Nebenrollen in Erscheinung. Regisseur Dario Argento, der auch die Geschichte entwarf, verneinte selbst einmal in einem Interview jeglichen Bezug zur Wallace-Reihe. Vorliegender Streifen ist dagegen eindeutig dem Giallo zuzuordnen, einem Genre, dass Mario Bava noch in der ersten Hälfte der 60er-Jahre in’s Leben rief. Ich nehme mir daher die Freiheit, den Film abzukoppeln und nicht als Wallace-Beitrag zu besprechen.

    Der damals noch nicht 30-Jährige Regie-Debutant Dario Argento (geb.1940) wird von Fans gerne als italienischer Hitchcock bezeichnet. Ein Umstand, den ich als ziemlich vermessen betrachte. Auch gelten die "Handschuhe" unter den Giallo-Fans als Kultfilm. Nun, meine Sichtweise ist da etwas verhaltener. Zwar kann diesem Werk ein gewisser Spannungsbogen keinesfalls abgesprochen werden, doch schleichen sich, bedingt durch den gemächlichen Verlauf, durchaus auch Längen ein. An Tempo gewinnt der Streifen erst gegen Schluss hin. Sehr befremdlich wirkt die ungewohnt surreale, fast Traumsequenz-artige Inszenierung, welche mir ehrlich gesagt nicht sonderlich liegt. Persönlich gebe ich da den in späteren Jahren entstandenen lineareren Psychothrillern mit sorgfältigeren Personenzeichnungen und wirkungsvollerer Atmosphäre den Vorzug, aber auch vielen Werken Hitchcocks, welche mich allesamt mehr zu fesseln vermögen. Irgendwie vermittelt der Film aufgrund seines merkwürdigen, bemüht künstlerich wirkenden Stils das Gefühl, weit weg zu sein. Mit anderen Worten baut er eine Barriere oder Distanz auf, die mir nicht so recht ermöglich, mich in die Geschichte hineinzuversetzen. Ich fühle mich einfach zu wenig abgeholt. Fairerweise möchte ich aber betonen, dass sich dieser Effekt bei einer weiteren Sichtung abschwächte. Für einen modernen Thriller, was der Streifen offensichtlich bestrebt ist zu sein, erscheint mir das ganze darüber hinaus inszenatorisch einfach zu wenig ausgereift und wirkt auch eher billig. Zum Entstehungszeitpunkt waren Argentos "Handschuhe" sicherlich innovativ, doch blühte der "Neo-Thriller" erst in späteren Jahren richtig auf, was auf dieses Werk mittlerweile einen langen Schatten wirft. Die Kills sind grundsätzlich deutlich härter als in den SW-BEW’s, wobei aber bereits „Das Ungeheuer von London City“ in diese Richtung tendierte.

    An den Darstellern hab ich im Großen und Ganzen nicht sonderlich viel auszusetzen. Tony Musante (1936-2013) ist ziemlich glaubwürdig in der Rolle des flotten, jungen Amerikaners, welcher zu Beginn zwar ziemlich niedergedrückt wirkt, dann aber die Herausforderungen, vor welche ihn die Umstände stellen, mutig und nicht ohne Humor annimmt. Mario Adorfs sehr skurriler Auftritt als exzentrischer Maler, der Katzen im wahrsten Sinne des Wortes zum Fressen gern hat, regt durchaus zum Lachen an. Die beiden Damen Suzy Kendall (geb.1944) und Eva Renzi (1944-2005) sind eher mittelmäßig. Erstere spielt die treuherzige und gutmütige, aber auch tempramentvolle Freundin des Hauptprotagonisten recht zufriedenstellend, Letztere ist in jeder Hinsicht austauschbar und gibt ihrer eigentlich sehr interessanten Rolle nicht den befriedigenden Tiefgang. Enrico Maria Salerno (1926-1994) füllt seine nicht sonderlich gewichtige Rolle als kühler, sachlicher und besonnener Inspektor stimmig aus. Auf Werner Peters lächerlichen Auftritt hätte man getrost verzichten dürfen.

    Die Auflösung und die Mordmotive wirken nicht unbedingt im Übermaß überzeugend. Die geisterhafte schwarze Mördergestalt gibt der Atmosphäre dagegen deutlichen Auftrieb.

    Fazit:


    In gewissem Ausmaß unterhaltsamer Durchschnitts-Thriller, den ich als Kultfilm jedoch nicht annehmen kann. Für ein Erstlingswerk sicherlich beeindruckend, im großen und weiten Psychothriller-Universum aber ein Film, den man schnell wieder vergisst. Mit zugedrücktem Wallace-Auge sichere 3 von 5.

  • Edgar-Wallace-Fantreffen 2017Datum18.04.2017 20:28
    Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #75
    Dann eben 6 von 11.


    Dann ist der Abt wohl eher nicht schwarz.

  • Edgar-Wallace-Fantreffen 2017Datum18.04.2017 18:39
    Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #73

    Patrick: 6 von 10
    Peter (2): 5 von 11


    @Gubanov Ich habe auch 11 Tipps vergeben. Der dunkel gekleidete Herr ganz links war bei mir der Abt. Der Kontrast ist nicht gut, drum kann man's nur schwer lesen.

  • Wallace & Blu-rayDatum18.04.2017 09:31
    Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Zitat von eastmancolor im Beitrag #413
    Habe nun alle drei Filme durch. Bei jedem Film kann man von einer Top Bildqualität sprechen.


    Am Meisten hat mich beeidruckt wie die beim "Fälscher" grobkörnig reinkopierte Pferderennbahn richtig glattgebügelt wurde.

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