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  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Zitat von schwarzseher im Beitrag #10



    Die "Blaue Hand " und der "Mönch mit der Peitsche" sind für mich trotz evtl. Wiederholungen und Schwächen ( und eben Farbe ) doch "echte" Wallace im Rahmen der Serie.
    Die evtl. gewünschten/erwarteten Impulse/Auffrischungen /Erneuerungen haben sich im Nachhinein immer als Verschlimmbesserungen und kompletter Abwendung von allen typischen Elementen der Reihe herausgestellt.Oft und zum Schluss bis hin zum unerträglichen verwursten der Reihe unter der Namen Wallace.
    Fazit : Mit diesen Filmen kann ich auch als s/w Fanatiker gut leben.bei Punkzahlen um die 2,5 frage ich mich was noch später von einigen kommen soll ?oder geht man da in die minus Bewertungen ?


    Meine Rede.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Zitat von Georg im Beitrag #8
    Zitat von patrick im Beitrag #5
    Ausgerechnet den etwas betagten und optisch wenig ansprechenden, dafür aber dauer-nervös auftretenden, Konrad George als lüsternen Lehrer zu präsentieren, dessen besondere Schwäche sexuelle Affären mit seinen Schülerinnen sind, regt in seiner extremen Unglaubwürdigkeit sehr zum Kopfschütteln an. Vor meinem imaginären Auge erscheint die Aufschrift "Fehlbesetzung" in knallig roter Farbe auf dessen Stirn.
    Auch Joachim Kramp kritisierte das in seinem Buch als "Fehlbesetzung". Das verstand ich nie. Ich finde Konrad Georg eine sehr gute Wahl für die Rolle, den Lüstling gibt er doch sehr gut (und er spielt mal gegen sein Rollenklischee als korrekter Kommissar an). Was genau missfällt Dir?



    @Georg Konrad George ist in diesem Film ja nicht nur Lüstling, sondern unterhält auch Beziehungen zu seinen Schülerinnen, was andeutet, dass diese ihm nicht abgeneigt waren. Dies finde ich extrem unglaubwürdig, da er nicht unbedingt die Ausstrahlung eines "flotten 50ers" mitbringt, in den sich junge experimentierfreudige Dinger vergucken könnten. So eine Rolle hätte ich ganz anders besetzt.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Ich kann mir vorstellen, mir hin und wieder mal einen vorzunehmen. Lust hätte ich schon.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Der Mönch mit der Peitsche (1967)



    Regie: Alfred Vohrer

    Drehzeit: 26.04.1967 - 09.06.1967

    Mit: Joachim Fuchsberger, Uschi Glas, Grit Boettcher, Siegfried Schürenberg, Konrad Georg, Harry Riebauer, Tilly Lauenstein, Ilse Pagé, Siegfried Rauch, Claus Holm, Günter Meisner, Hans Epskamp, Heinz Spitzner, Jan Hendriks, Rudolf Schündler, Narziss Sokatscheff, Tilo von Berlepsch, Kurt Waitzmann, Suzanne Roquette, Susanne Hsiao, Inge Sievers, Ewa Strömberg, Bruno W. Pantel, Kurt Buecheler, Arthur Binder, Wilhelm Vorwerg, Eva Ebner, Herbert Kerz


    Handlung:


    Der mit wenig Skrupel behaftete Wissenschaftler Dr.Cabble entwickelt im Auftrag eines Unbekannten ein tödliches Giftgas, das er sogleich an seinem eigenen Assistenten erfolgreich testet. Anstelle der vereinbarten Bezahlung wird er jedoch von einem peitschenschwingenden Mönch in auffallend roter Kutte selbst in's Jenseits befördert. Besagter Mönch schleicht nächtens in einem Mädchenpensionat herum und begeht mehrere Morde, die parallel zu weiteren tödlichen Giftgas-Attacken stattfinden. Inspektor Higgins ermittelt und eine erste Spur führt zu dem zwielichtigen Kleinganoven Frank Keeney, der eigentlich im Zuchthaus sitzt, von dort aus aber immer wieder für gut organisierte Kurz-Ausflüge von der Leine gelassen wird. Wer aber ist der Auftraggeber und was ist das Motiv...

    Anmerkungen:

    Der große Erfolg der "Blauen Hand" dürfte für Horst Wendlandt wohl ein klarer Fingerzeig gewesen sein, wohin bei Wallace die weitere Reise gehen sollte, nämlich in Richtung Geisterbahnfahrt, waren es doch immer jene Beiträge mit Gruselelementen und vermummten Zeitgenossen, die beim Publikum besonders gut ankamen. Er zog daraus die richtigen Schlüsse und schreckte nicht vor der Unverfrorenheit zurück, Freddy zu veranlassen, ein besonderes Meisterwerk des Genres, nämlich Kollege Haralds "Unheimlichen Mönch", gerade einmal zwei Jahre nach dessen Entstehung, schamlos zu kopieren. Dabei benutzte dieser die nun zur Verfügung stehende Farbenpracht in besonders plakativer Weise und verpasste dem frisch rausgeputzten Peitschenheini ein in knallig roter Signalfarbe gehaltenes Kostüm mit weit emporragendem Spitzenhäubchen. Nach dem Motto greller, höher, aufdringlicher akzentuierte er hier die optischen Reize auf ein Maximum. Tja, bezüglich Sinnhaftigkeit einer solchen Verkleidung für einen aus dem Verborgenen agierenden Mordgesellen dürfte wohl auch dem phantasievollsten Befürworter kaum ein vernünftiges Argument einfallen. Umso bessere Argumente lieferte dafür das Publikum, das den "Rote Bruder" des unheimlichen Mönchs mit offenen Armen in's Herz schloß und erwartungsgemäß die Kassen klingel ließ. Wie schon bei der "Blauen Hand" darf man sich von einigen tollen Nachtaufnahmen in eine wunderbare Kunstnebel-Märchenwelt entführen lassen. Das Kamerateam verstand es ein weiteres mal, die Farben sehr effektiv einzusetzen. Leider hat der Streifen auch seine Schwächen. Die von Frank Keeney benutzte Giftgas-Schleuder sieht wie ein ausrangiertes Kinderspielzeug aus und der körperlich stets abgewandte Auftraggeber erinnert ziemlich ungelenk an Bonds legendären Widersacher Blofeld. Das "Briefing" für die Morde war beim "Frosch" deutlich reizvoller inszeniert und auch der sich als harmloser Nobody tarnende Hauptbösewicht erinnert an den guten alten Philo Johnson von 1959. Man hat also alles schon mal sehr viel besser gesehen. Durch Siegfried Schürenbergs vom Drehbuch vorgegebene permanente Fettnäpfchen-Tapserei versuchte man wohl auf geradezu schmerzlich plumpe Weise die Abwesenheit von Eddi Arent zu kaschieren.

    Ausgerechnet den etwas betagten und optisch wenig ansprechenden, dafür aber dauer-nervös auftretenden, Konrad George als lüsternen Lehrer zu präsentieren, dessen besondere Schwäche sexuelle Affären mit seinen Schülerinnen sind, regt in seiner extremen Unglaubwürdigkeit sehr zum Kopfschütteln an. Vor meinem imaginären Auge erscheint die Aufschrift "Fehlbesetzung" in knallig roter Farbe auf dessen Stirn. Er hätte wohl besser mit Jan Hendriks die Rollen getauscht, der in diesem Film völlig untergeht. Bei der ersten Sichtung ist er mir nicht einmal aufgefallen. Neben der völlig farblosen Uschi Glas erscheint auch Grit Böttcher ausgesprochen blass, was etwas verwundert, nachdem sie vier Jahre zuvor im "Schwarzen Abt" noch einigermaßen passabel rausgeputzt war. Unpassend erscheinen mir die Szenen im Schwimmbad, welche leider den wenig erinnerungswürdigen Schulmädchenreports entnommen sein könnten. Wie schon bei der "Blauen Hand" steuert Martin Böttcher ein weiteres musikalisches Highlight bei und beweist erneut, dass man sich auf seine Klänge felsenfest verlassen kann.

    Fazit:


    Obwohl dieser Streifen dramaturgisch deutlich schwächer und auch oberflächlicher als sein schwarzweißes Vorbild geraten ist, krankt er keineswegs am Unterhaltungswert und macht vor allem optisch einiges wett. Auch wenn immer deutlicher zutage tritt, dass man offen bei sich selbst kopiert und die Billigschiene mehr und mehr Fuß fasst, lasse ich mich doch gerne von den immer stärker akzentuierten Wallace-Elementen bereitwillig einlullen. Da sich aber Routine auf Kosten von Originalität allzu offensichtlich immer mehr breit macht, muss sich der "Mönch mit der Peitsche" mit "nur" 4,5 von 5 Punkten hinter den Klassikern der SW-Ära einreihen.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #163
    Der Film ist ausgesprochen temporeich und wechselt regelmäßig die Schauplätze.


    Das kann man wohl sagen. Ausgesprochen flott und unterhaltsam für einen Film aus den 30ern. Allerdings finde ich, dass Robert Donat sich keineswegs hinter Cary Grant und co. verstecken muss.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #163
    Lese akteuell Truffauts "Mr. Hitchcock, wie haben sie das gemacht?" Die Lektüre hat mich dazu inspiriert, in nächster Zeit hier ein paar Hitchcock-Filme zu besprechen. Vielleicht hat ja noch wer mal wieder Lust auf die ein oder andere Perle des "Master of Suspense"?



    Sehr gute Idee. Mannomann, dieser Thread enthält ja viele recht ungelenke Berichte aus meiner Anfangsphase im Forum , auf die ich stilistisch nicht mehr garade stolz bin..

    Da müsste ich auch wieder mal was neues schreiben. Leider fehlt mir hinten und vorne die Zeit.

  • Lex BarkerDatum08.05.2019 18:40
    Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Der grossartige Lex Barker wäre heute 100 Jahre alt geworden. Als Old Shatterhand schrieb er in den 60ern deutsche Filmgeschichte. Wie schade, dass er im Bewusstsein der heutigen Generation nicht mehr verankert ist.

  • Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23)Datum04.05.2019 21:01
    Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Zitat von tilomagnet im Beitrag #4
    ... aber mMn fallen die Irrenhaus - Szenen in der HAND meilenweit hinter die GRÄFIN zurück. Im Gegensatz zum Original sind diese Szenen null unheimlich, wobei die HAND eben die Nachteil der Farbe hat....



    Ich denke, da hätte sich in Farbe auch einiges machen lassen. Man hat sich einfach zu wenig bemüht, was die Irrenanstalt sehr billig aussehen lässt. Trotzdem mag ich den Film aufgrund seiner Stärken ausgesprochen gern.

  • Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23)Datum04.05.2019 18:23
    Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Die blaue Hand (1967)



    Regie: Alfred Vohrer

    Drehzeit: 09.02.1967-22.03.1967

    Mit: Harald Leipnitz, Klaus Kinski, Carl Lange, Ilse Steppat, Diana Körner, Siegfried Schürenberg, Hermann Lenschau, Gudrun Genest, Albert Bessler, Richard Haller, Ilse Pagé, Fred Haltiner, Peter Parten, Thomas Danneberg, Heinz Spitzner, Karin Kenklies, Otto Czarski, Harry Riebauer, Helga Lander


    Handlung:


    Dave Emerson wird für einen Mord, den er nicht begangen hat, in eine Irrenanstalt eingewiesen, kann aber durch die Hilfe eines Unbekannten entkommen. Seine Flucht führt zum Schloss Gentry, dem Sitz seiner Familie. Dort übernimmt er die Identität seines Zwillingsbruders Richard, der aus unerfindlichen Gründen spurlos verschwunden ist. Der ihm folgende Wachmann wird samt Hund von einem Kaputzenmann mit einer blauen, mit messerscharfen Klingen versehenen, Metallhand ermordet. Nach und nach werden nun auch Mitglieder der Familie Emerson von dem Vermummten getötet. Inspektor Craig durchschaut zwar, dass Richard eigentlich Dave ist, erkennt aber auch, dass diesem übel mitgespielt wird und deckt dessen Tarnung nicht auf. Er nimmt sogar seine Hilfe bei der Jagd nach dem mörderischen Phantom in Anspruch...

    Anmerkungen:

    Nachdem die bisherige bunte Wallace-Welt alles andere als überzeugte und teilweise eine deutliche Abzweigung in Richtung Trash nahm, kreierte Alfred Vohrer mit der "Blauen Hand" das erste farbige Meisterwerk der Reihe, das wie eine Hommage an die früheren Filme aus schwarzweißen Tagen anmutet. Als optisch einwandfreier Grusel-Thriller mit tadelloser Atmosphäre stellt der Streifen plakativ unter Beweis, dass Wallace-Flair tatsächlich auch in Farbe machbar ist. Ferner demonstriert Klaus Kinski, dass er auch in einer sympathischen Rolle überzeugen kann und trägt in einem ungewohnt gewichtigen Part die Handlung souverän, wobei er Harald Leipnitz deutlich in den Schatten stellt. Gegen diesen ist als Ermittler zwar nicht unbedingt etwas einzuwenden, doch erinnert man sich doch wesentlich bereitwilliger an seine fiesen Auftritte (Gruft, Ölprinz) zurück. Auch wenn die Handlung selbst mitunter verwirrt und die Endauflösung nicht überrascht, bleibt der Streifen durchgehend spannend und vor allem als Grusel-Thriller ausgesprochen unterhaltsam. Anders als bei dem aus diversen Wallace-Elementen notdürftig zusammengezimmert wirkenden "Buckligen" wird man als Zuseher hier auf eine wesentlich originellere und vor allem atmosphärisch deutlich stärkere Geisterbahnfahrt mitgenommen. Martin Böttchers tolle und aufrüttelnde Musik leistet das ihre, die Vorzüge dieses Films weiter zu unterstreichen. Erstmals ist recht unschwer erkennbar, dass man mittlerweile wohl gern in älteren Drehbüchern blättert, denn die Parallelen zur "Seltsamen Gräfin" sind unverkennbar. Nichtsdestotrotz wird diese von der bedeutend attraktiver inszenierten "Blauen Hand" klar ausgestochen. Carl Lange brilliert als Anstaltsarzt durch eine wesentlich dämonischere Präsenz als einst Rudolf Fernau. Harald Leipnitz fällt gegenüber dem in der "Gräfin" nicht unbedingt in Höchstform agierenden Joachim Fuchsberger aber trotzdem ab. Die Szenen in der Irrenanstalt hätten etwas wirkungsvoller ausfallen dürfen und die Stimme des Bosses am Telefon ist allzu offensichtlich nicht jene des überführten Drahtziehers. Die besondere Attraktion ist hier aber natürlich der einäugige Kapuzenmann, der mit einem Rüstungs-Handschuh als Waffe besonders blutrünstige Morde verübt.

    Fazit:

    In einer Phase, in der wohl so mancher Fan die Wallace-Reihe frustriert abgeschrieben haben dürfte, zieht Freddy-Vohrer nochmals sämtliche Register seines Könnens und präsentiert ein tadellos in Szene gesetztes Grusel-Spektakel, dessen Bildersprache die Herzen der Traditionalisten höher schlagen lässt. Schaurige Gewitternächte, ein altes Schloss mit unheimlichen Katakomben und nicht zuletzt ein besonders exzentrisches Mordwerkzeug sprechen eine klare Sprache und zeigen endlich wieder einmal, wie ein richtiger Wallace aussehen sollte. Das Publikum hat's honoriert und damit die Reihe für eine Weile wieder auf Kurs gebracht. Von meiner Seite klare 5 von 5 Punkten für eine Wallace-Welt, die wieder in Ordnung ist.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Zitat von Edgar007 im Beitrag #23
    Ich finde, dass sie perfekt zu ihrer Rolle im Hexer passte. Wer hätte denn Deiner Meinung nach diese Rolle besser verkörpern können?


    Als zuckersüßes Püppchen ist sie natürlich sehr nett anzusehen. Und das Blondinenklischee hat sie perfekt bedient. Was mich stört ist DAS BLONDINENKLISCHEE - zumindest in einem Thriller. Es geht mir nicht darum, dass ich die Rolle anders besetzt bevorzugen würde. Derartig platte und seichte Charaktere haben m.E in einem wirklich guten Thriller oder Krimi grundsätzlich nichts zu Suchen. Leider hatte Vohrer in der späteren Phase der Filme anscheinend eine Vorliebe für solche Albernheiten, was auf der männlichen Seite von Hubert von Meyerinck in gar unerträglicher Weise dann völlig überspannt verdeutlicht wird.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Zitat von Edgar007 im Beitrag #17
    Zitat von patrick im Beitrag #4
    Sophie Hardy wurde wieder einmal als Dummerchen eingesetzt

    Ich weiß nicht, was ihr gegen Sophie Hardy und ihre Rollen habt? Ich fand sie im Hexer ausgezeichnet und amüsant. Und "dumm" war sie sie sicher nicht, wenn sie sich einen Kriminalinspektor angelt und anscheinend nichts arbeiten muss und das Leben genießen kann. Da finde ich viele weibliche Rollen (u.a. auch Karin Dor) um einiges "dümmer".


    Mit dumm spreche ich nicht ihre drehbuch-bedingte "gute Partie" an. Außerdem ist das "sich einen finanzielle Sicherheit bietenden Mann angeln" für mich kein notwendiges Merkmal für die Intelligenz einer Frau. Wäre ich weiblich, dumm aber hübsch würde ich das wohl auch so machen.. Aber zurück zum Thema. Ich kenne Sophie Hardy nur aus den Filmen " Hexer", " Winnetou 3" und der " Nonne". In, zugegebenermaßen immerhin noch steigender Qualität, ist sie da überall die etwas einfältigen und naive Blondine. War sie als Solche im Hexer für mich unerträglich, fungiert sie in der Nonne zwar immer noch naiv, aber wenigstens doch deutlich abgeschwächter.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #8
    Ich weiß nicht. Manchmal bekommt man hier echt den Eindruck, dass für einen Teil der Wallace-Fans automatisch gilt "anders = schlecht".


    Oh nein, es kommt nur drauf an WIE anders. Ich bin britischen Filmen durchaus zugeneigt, nur eben ANDEREN. An Wallace- Filme habe ich gewisse Erwartungen, die dieser Film in keinster Weise erfüllt. Leider sollte es noch schlimmer kommen.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Das Geheimnis der weissen Nonne/ The Trygon Factor (1966)



    Regie: Cyril Frankel

    Drehzeit: 15.08.1966-07.10.1966

    Mit: Stewart Granger, Susan Hampshire, Sophie Hardy, Robert Morley, Brigitte Horney, Eddi Arent, Siegfried Schürenberg, Cathleen Nesbitt, Diane Clare, James Culliford, Allan Cuthbertson, Colin Gordon, Yuri Borienko, Conrad Monk, John Barrett, Caroline Blakiston, Richardina Jackson, Jeremy Hawk, Russell Waters, Joseph Cuby, Tom Bowman, Inigo Jackson, Cicely Paget-Bowman, Hilary Wontner, Monika Dietrich, Carmen Dene, Carol Dilworth, Karen Young


    Handlung:


    Der auf die Aufdeckung von Diebstahl und Hehlerei spezialisierte Inspektor Thompson schnüffelt in einem Nonnenkloster herum, wo er von einer maskierten Gestalt in einem Taufbecken ertränkt wird. Seine Leiche wird später aus der Themse gefischt. Der gewiefte Superintendent Cooper Smith findet heraus, dass sich in den Lungen des Toten kein Themsewasser befindet und konzentriert seine Ermittlungen ebenfalls rasch auf das verdächtige Kloster. Tatsächlich sind die dort ansässigen Nonnen alles andere als Gotteskinder und halten lediglich eine Tarnung aufrecht, hinter der sich professionell ausgeführte Raubüberfälle und auch mehrere Morde ereignen...


    Anmerkungen:

    Wie auch schon zuvor, brachte die Zusammenarbeit mit den Briten der Wallace-Reihe auch diesmal keine Meriten ein. Genauer gesagt handelt es sich bei der "Nonne" sogar um den eindeutig schwächsten der vier deutsch-britisch co-produzierten Filme der Reihe. Der vorliegende Streifen zeichnet sich durch wirklich rein gar nichts von dem aus, was der Serie ihre Identität verlieh. Sowohl Geschichte als auch Bildersprache und Atmosphäre trüben das Filmerlebnis aufgrund einer einschläfernden Belanglosigkeit. Steward Granger, der eigentlich für den 1966 nicht realisierten "Old Surehand 2" vorgesehen war, brachte seinen Karl-May-Charakter einfach in diesen Krimi mit und interpretierte den Cooper Smith nach dem altbekannten Muster gewitzt und ironisch, was nicht einmal unangenehm rüberkommt und der ohnehin nicht vorhandenen Wallace-Atmosphäre auch nicht mehr viel anzuhaben vermag. Eddi Arents neues Bösewicht-Image hat sich inzwischen auch ausgereizt, was er eingesehen haben dürfte, da er von nun an durch Abwesenheit glänzte. Den vielen Schwächen des Films setzt seine, an ein gelbes Playmobil-Männchen erinnernde, "Rüstung" während des Raubüberfalls in Punkto Lächerlichkeit die Krone auf. Selbst davon abgesehen wirkt seine Rolle fad und unambitioniert. Ich hätte ihm wirklich einen würdigeren Ausstand gewünscht. Auch der in ein knallrotes Sakko gehüllte beknackte Sohn von Mrs.Emberday mit seinem infantilen Gehabe erstickt geradezu jegliche Wallace-Stimmung im Keime. Die grellen Bilder tuen ihr übriges um sich von den Vorzügen der Reihe förmlich mit Gewalt zu distanzieren. Lediglich das hervorragende Mienenspiel von Schwergewicht Robert Morley, durch das er sich Angst, Panik und Verstörtheit überdeutlich in's Gesicht schreibt, bereitet ein wahres Vergnügen. Er wäre auch in anderen Filmen der Reihe aufgrund seines stilvollen Humors gut aufgehoben gewesen. Sophie Hardy wurde wieder einmal als Dummerchen eingesetzt, wenn auch nicht so haarsträubend wie im Hexer. Zumindest kann sie ihre optischen Qualitäten ausspielen. Die Entlarvung des Täters mit dem aufgesetzten psychologischen Hintergrund erzielt überhaupt keine Wirkung, da man bis dahin von dem faden Streifen in eine Art Apathie hinein-hypnotisiert worden sein dürfte. Dass es sich bei der "Nonne" um den teuersten Wallace-Film handeln sollte ist dieser beim allerbesten Willen nicht anzusehen. Vermutlich dürfte ein Großteil der Ausgaben in Steward Grangers Geldeutel verschwunden sein.

    Fazit:

    Völlig belangloser und stinklangweiliger Beitrag aus einer der untersten Schubladen der Reihe, der, abgesehen von ein paar vertrauten Gesichtern, in keinster Weise als Wallace-Film identifizierbar ist. Als ein buntes 60er-Jahre-Vehikel ohne nennenswerte dramaturgische und inszenatorische Qualitäten versetzt die "Nonne" der sich ohnehin im Niedergang befindlichen Reihe eine weitere Breitseite. Mit einem klaren "NO zur Nonne", der ich rein gar nichts abgewinnen kann, bin ich daher nicht bereit, mehr als 1,5 von 5 Punkten springen zu lassen.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Hab den Film als Kind im Kino gesehen und dann nie mehr. Hat mir überhaupt nicht gefallen. Ich war Louis Filme aus den Sixties gewohnt, die wir im Fernsehen liebten. Mit seinen Spätwerken, wie z.B. auch der Geizige, kann ich gar nix mehr anfangen.

  • Martin Böttcher gestorbenDatum23.04.2019 19:49
    Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Der ORF recherchierte da zum Fremdschämen. Er berichtete vom Ableben des 1929 geborenen Manfred Böttcher.

  • Martin Böttcher gestorbenDatum22.04.2019 12:41
    Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Einerseits sehr schade, andererseits ein Segen, dass Martin Böttcher ein so hohes Alter erreichen durfte.

    Würde man mich fragen, welche Filmmusik ich am meisten liebe, würde ich ohne zu überlegen Martin Böttchers Karl-May-Scores nennen, die ich natürlich alle besitze und schon unzählige Male auf und ab gehört habe. Auch in seinen Kriminalfilm-Melodien ist dieser Charakter erkennbar. Selbstverständlich ist sein Fälscher-Thema auch meine Lieblings-Wallace-Melodie. Er mag nicht so experimentierfreudig wie Peter Thomas gewesen sein, was mir aber vollkommen schnuppe ist. Ich finde ihn trotzdem besser. Leider hatte ich nie die Ehre, ihn persönlich kennen zu lernen, obwohl ich durch einen guten Freund, der mit ihm befreundet war, nahe dran war. Irgendwie bin ich in diesen Dingen wohl zu träge und zu wenig initiativ gewesen, außerdem haben wir uns wohl auch zu spät kennen gelernt, dann kommt noch eine beträchtliche räumliche Distanz dazu. Ich lasse eben Dinge gern auf mich zukommen - eine Haltung die sehr oft hilfreich ist, manchmal aber auch nicht. Böttchers Musik wird für mich auf jeden Fall für immer weiterleben.

    RIP Martin

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #14


    Hat das eigentlich außer mir schon mal jemand gemacht, sich die Farbfilme alle mal in Schwarzweiß anzuschauen?


    Da halte ich nicht viel davon. Ich möchte einen Film so sehen, wie er konzipiert ist. Der Bucklige ist dabei genauso wenig ein SW-Film, wie das Dreieck.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Der Bucklige von Soho (1966)



    Regie: Alfred Vohrer

    Drehzeit: 01.06.1966-13.07.1966

    Mit: Günther Stoll, Pinkas Braun, Monika Peitsch, Siegfried Schürenberg, Eddi Arent, Agnes Windeck, Gisela Uhlen, Hubert von Meyerinck, Uta Levka, Suzanne Roquette, Joachim Teege, Hilde Sessak, Susanne Hsiao, Kurt Waitzmann, Ilse Pagé, Albert Bessler, Richard Haller, Tilo von Berlepsch, Gerhard Hartig, Karin Field, Biggi Freyer, Jutta Simon, Achim Strietzel, Jochen Schröder


    Handlung:

    Ein humpelnder Buckliger ermordet reihenweise Mädchen aus dem leichten Millieu, die alle zuvor in einer dubiosen Wäscherei beschäftigt waren. Auch die junge Wanda Merville landet gezwungenermassen dort, nachdem sie aus New York angereist ist, um die Erbschaft ihres verstorbenen Vaters anzutreten und sogleich entführt wird. Sie muss rasch erkennen, dass sie in die Fänge skrupelloser Mädchenhändler geraten ist, deren Chef es auf ihr Vermögen abgesehen hat, und dessen Handlanger der Bucklige ist...


    Anmerkungen:

    Lässt man "Das Rätsel des silbernen Dreieck" außer Acht, der ja bekanntlich keine Rialto-Produktion war und in Deutschland in schwarzweiß aufgeführt wurde, handelt es sich beim "Buckligen" um den ersten Farbfilm der Reihe. Leider ist Alfred Vohrer damit kein rühmlicher Einstieg in die Bunt-Ära gelungen, denn der Film wirkt wie ein Zusammenschnitt verschiedener bereits etablierter Wallace-Elemente, dem einfach die Seele fehlt. Dem inzwischen sehr routinierten Regisseur ist es in keinster Weise gelungen, die typische Wallace-Atmosphäre in eine farbige Welt zu retten. Dramaturgisch wirkt der Streifen holprig und oberflächlich. Dabei ist die in Nebel gehüllte Prätitelsequenz vor der Mekka-Bar mit Nebelhörnern im Hintergrund noch recht vielversprechend, wird man dabei doch etwas an "Das Gasthaus an der Themse" erinnert - ein Eindruck der sich sehr rasch wieder verflüchtigen sollte. Sosehr Freddy Vohrer sich in der Frühphase durch sein gutes Gespür und seine innovativen Ideen als Spezialist einen Namen gemacht hat, so platt und unambitioniert wirkt diese sich in Routine totlaufende Produktion. Wer sich, was der Titel durchaus suggeriert, einen Gruselkrimi erwartet, erleidet eine herbe Enttäuschung, den die Titelfigur vermag an keiner Stelle auch nur einem Dreikäsehoch-Publikum im Kasperltheater das Fürchten zu lehren. Richard Hallers fades Durchschnittsgesicht und sein ganz offensichtlich unechter Höcker geben, zusammen mit seinem einstudierten Herumgehopse, rein dramaturgisch ein wahrlich mitleiderregendes Bild ab. Was hätte man aus dieser Figur doch alles herausholen können, wenn man sich ein bisschen bemüht hätte und eine gewisse Sorgfalt bei der Auswahl des Faktotums und dessen Erscheinungsbilds walten lassen hätte. Stattdessen zieht das Gespann Wendlandt/Vohrer mit einer jämmerlichen Witzfigur die Reihe mit Gewalt durch den Kakao, was man wohl auch als qualitativen Selbstmord bezeichnen könnte. Diese bedauerliche Tendenz wird im zwei Jahre später folgenden zweiten Soho-Wallace noch weiter "perfektioniert". Allerdings kann man dem Streifen weder einen gewissen Unterhaltungswert absprechen, noch das Tempo bekritteln. Beides ist durchaus gegeben, nur eben auf sehr viel niedrigerem Niveau, als man es, verwöhnt durch die SW-Phase, bei Wallace inzwischen gewohnt ist. Die Darsteller kommen in durchwachsener Qualität ihren Verpflichtungen nach. Eddi Arent, der sich, wohl durch die Eintönigkeit seiner immerwährenden Blödelauftritte gelangweilt, eine neue Identität zugelegt hat, macht sich als zwielichtiger Reverend gar nicht mal schlecht und kann sich im Zusammenspiel mit dem Mephisto-gesichtigen und Bösewicht-erprobten Pinkas Braun erstaunlich gut behaupten. Letzterer wird vom Drehbuch mit einer geradezu zum Himmel stinkenden Dummheit geschlagen, was der Reverend mit einem "In einer so günstigen Situation begehen Sie Selbstmord" kommentiert. Hubert von Meyerinck kann man als etwas retardierten und ständig Krieg spielenden Weltkriegsveteranen General Perkins gerade noch ertragen, zumindest sehr viel besser als seinen späteren Sir-John-Ersatz. Ausgesprochen farblos erscheint der nicht sonderlich charismatische Günther Stoll und auch Monika Peitsch gerät rasch wieder in Vergessenheit. Völlig unnötigen und klamottenhaften Klamauk steuert Joachim Teege als kurzsichtiger Anwalt störend bei. Das erotische Element, um das man sich hier sosehr bemüht, hat aus heutiger Sicht natürlich nicht einmal mehr den Rest einer Wirkung. Recht interessant ist dagegen die Hu-Ha-Hu-Ha-Titelmusik, die wohl vom Hexer-Thema inspiriert sein dürfte.

    Fazit:


    Eine unfreiwillige Lachnummer als Titelfigur und einen einfach gestrickten Eintopf mit Wallace-Klischees, aus welchem sich nichts wirklich Spannendes oder gar Originelles herauszukristallisieren vermag, verleihen dem Buckligen alle Symptome eines oberflächlich heruntergekurbelten Massenprodukts einer sterbenden Reihe, was im Hinblick auf die Zukunft des Genres Böses erahnen läßt - ein Eindruck der dann durch einige spätere Filme Gott sei Dank wieder etwas abgefangen wird - zumindest temporär. Der vorliegende Streifen versucht seine inhaltlichen, atmosphärischen und dramaturgischen Schwächen durch ein recht hohes Tempo auszugleichen, was nur sehr bedingt gelingt und ihn mit 2,5 von 5 Punkten unter den Durchschnitt manövriert.

  • Der Schatz im SilberseeDatum18.04.2019 20:29
    Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Kann nur beipflichten. Ein sehr schönes Buch mit vielen, vielen Bildern, die ich noch nie gesehen habe.

  • Foren-Beitrag von patrick im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #10
    Dieser sollte ein paar Jahre später einen weiteren verbrecherischen Charakter mit Zirkusvergangenheit und starker Tierliebe verkörpern: Francisco Scaramanga in "Der Mann mit dem goldenen Colt". Interessante Gemeinsamkeit der Figuren.




    Ja, das ist mir auch aufgefallen.

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