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  • Zitat von DanielL im Beitrag #14


    Wäre es nicht viel ehrlicher und konsequenter, dann etwas Neues zu erfinden und zu Erfolg zu bringen, wo eine solche Figur ihren uneingeschränkten Leadactor-Platz bekommt? Der Agentenfilm hat doch auch neben Bond schon erfolgreiche Sachen hervorgebracht: Die Harry-Palmer-Filme, diese Triple-X-Actionfilme, die Jason-Bourne-Reihe,... Wo bleiben denn da die guten Ideen für eine eigenständige Heldin, die dem Genre einen neuen Anstrich gibt? So spielt Lashana Lynch gut auf, es gibt Szenen und Momente, die durchaus amüsant sind, aber letztlich wirkt es so, als habe man später selbst nicht so recht gewusst, wohin mit der Figur.


    Natürlich wäre das eine tolle Sache, aber dazu bedarf es Kreativität und Gestaltungswillen. Dieser scheint bei Befürwortern der Cancel-Culture komplett zu fehlen. Da ist es viel einfacher herumzumeckern und die scheinbar letzte Bastion des Patriarchats auf "Teufel-komm-raus" kaputtzumachen.

    Ein Bond, der nicht nur eine Silhouette im Anzug ist, sondern menschliche Züge trägt, zu schaffen war meiner Meinung nach richtig und sinnvoll. Jemand, der wie Pierce Brosnan einfach nur "Im Dienste der Majestät" nach "Schema F" agiert wäre in einem Zeitalter, in dem technische Neuerungen von einst nicht nur eine Fantasie, sondern Realität sind, kaum noch glaubhaft gewesen. Das hat sich schon bei "Die Another Day" angedeutet. Ein koreanischer Dikatatorsohn, der sich umoperieren lässt und mit einem Satelliten auf die Erde schießt...alles klar. ^^


    Mein Fazit: Ich bin im Zwiespalt. Meine persönliche Reihenfolge ist: Casino Royale, Quantum of Solace und Skyfall auf Plaz zwei , No Time to Die, Spectre.

    "No Time to Die" geht den in "Casion Royale" konsequent zu Ende. Wir wissen, dass James Bond ein menschliches Wesen ist, dessen Fähigkeiten und Charakter nicht einfach vom Himmel fallen. Die Geschichte hat einige neue Einfälle. Interessanterweise hat der Film trotz drei Stunden Spieldauer praktisch keine Längen. Für einen wirklich guten Bond sind mir jedoch einfach zu viele kitschige Passagen enthalten, die böse Zungen als Einknicken vor der Woke-Culture werten können. Außerdem hätte man meines Erachtens nach aus dem Bösewicht noch viel mehr rausholen können.

  • Was macht man an einem verregneten Sonntag?

    Richtig, man sucht nach einer Agatha-Christie-Adaption, die man schon immer einmal sehen wollte. Wer sie noch nicht kennt, hier auf dem Kanal von Odesa Film Studio: https://www.youtube.com/watch?v=A3y-W7wdx0Q

    Interessanterweise stört sich niemand an der Kauderwelsch-Übersetzung "Das letzte Weekend". Die Übersetzung wurde sogar von Wikipedia übernommen.

    Ich habe bisher sechs Adaptionen des Stoffes kennengelernt und mich muss sagen, diese hat mir bisher am besten gefallen. Die Darsteller verkörpern ihre Rollen wunderbar und das Drehbuch hat FAST keine Längen. Besonderes Lob gebührt dem (sehr gelungenen) Versuch das Originalende des Buches zu verfilmen.

    Hätte man sich etwas mehr Zeit genommen die Charaktere und die Motivation des Täters besser zu zeichnen, wäre er noch besser ausgefallen. Wie soetwas funktionieren kann hat die BBC-Produktion vor ein paar Jahren vorgemacht. Ansonsten gibt es lediglich ein paar Kleinigkeiten, die noch hätten verbessert werden können. Die Musik wirkt für meinen Geschmack etwas überdreht. Gerade am Anfang wirken die Dialoge sehr platt (Sind die im russischen Original auch so?) und die Kameraführung etwas lieblos. Aber Letzteres wird mit zunehmender Länge des Films um Längen besser. #WortspielAbsolutBeabsichtigt

  • Zitat von Savini im Beitrag #69
    Es wundert mich schon länger, dass bei dieser Reihe nie Gottlieb zum Zuge kam, obwohl dieser damals oft für die CCC arbeitete. Gerade bei "Scotland Yard" wäre er naheliegend gewesen, da er anscheinend gerne mit Werner Peters und Dieter Borsche zusammenarbeitete (siehe auch deren Cameos im "7. Opfer").
    So viel spannender wäre dieser Film nicht unbedingt geworden; aber zumindest hatte er Krimi-Erfahrung.
    Was Mays sonstige Eingriffe in die Drehbücher angeht, so darf man nicht vergessen, dass Brauner sich oft in die Produktion einmischte und diese zusätzlich oft unter Zeitdruck entstanden, so dass die Regisseure nicht unbedingt so viel Freiraum hatten.
    Immerhin wurde hier offenbar kurzfristig ein Bezug zum Postraub eingebaut und die CCC bat Walter Rilla schriftlich darum, eine bestimmten Garderobe mitzubringen.


    Oder wie wäre es mit Stemmle als Autor gewesen? Sein "Henker von London" hat mich begeistert.

    Die Rialto-Filme sind ja auch für heutige Verhältnisse in einer rasenden Geschwindigkeit fertiggestellt worden. Trotzdem war gerade bei den frühen Produktionen immer ein gutes Handwerk z.B. bei Drehbüchern, Kameraführung oder Musik erkennbar. Das fehlt mir hier vollkommen.

  • Zitat von Count Villain im Beitrag #67
    Wobei man meines Erachtens auch immer dem Regisseur eine Teilschuld geben muss. Der hat schließlich auch immer noch Gestaltungsspielraum. Ich nehme mal an, dass die wenigsten Drehbücher wirklich eins zu eins abgefilmt werden, sondern auch die Regie noch Input gibt im Schnitt, der Szenengestaltung etc.

    Und da hat Vohrer womöglich das bessere Händchen Schauwerte aus einer Vorlage herauszuholen als May.


    Das ist sehr wahrscheinlich so. Ich habe einmal ein Interview mit einem Drehbuchautor gelesen, der meinte, die Wahrscheinlichkeit, dass dein Drehbuch 1:1 auf die Leinwand/ den Bildschirm kommt ist praktisch null.

  • Zitat von Savini im Beitrag #65
    Zitat von Baal1985 im Beitrag #64
    Hätte ich nicht gelesen, dass das Drehbuch von Fodor ist, ich hätte nicht geglaubt, dass ein so talentierter Mann, solch eine Arbeit abliefert. Musste er das Drehbuch in einer Woche schreiben oder was ist da passiert?

    Ehrlich gesagt, fand ich die übrigen Mabuse-Drehbücher, an denen er beteiligt war oder sie allein schrieb, auch nicht viel logischer. Gleiches gilt z. B. auch für den "Würgen von Schloss Blackmoor".



    Es geht mir nicht einmal um Logik. Es geht mir um Dinge wie Spannungsaufbau oder darum sich Zeit zu nehmen eine Szene zu erzählen. Das ist in seinen anderen Arbeiten deutlich besser gelaufen.

    Mir fällt z.B. "Im Banne des Unheimlichen" ein. Die Geschichte nimmt sich Zeit für die Einführungsszene, aber gleichzeitig werden die wichtigsten Figuren vorgestellt. Außerdem verzichtet Fodor auf die ultraplatten Dialoge in denen alles doppelt und dreifach beschrieben wird.

  • Ich habe den Film das erste Mal in der Pubertät (vielleicht mit zwölf Jahren?! ) gesehen und fand ihn damals spannend und unterhaltsam.

    Heute über 20 Jahre später habe ich nach 20 Minuten wieder abgeschaltet, weil er nicht zu ertragen war. Der Film hat nicht solch offensichtliche Logiklücken wie die späteren Wallace-Filme. Aber auch Brauner hat schon viele bessere Arbeiten abgeliefert (Das Phantom von Soho). Das ganze wirkt einfach "lieblos dahingerotzt" (Hat er das gerade wirklich gesagt?!- Ja hat er.)

    Es fehlt an den grundlegendsten Dingen, wie z.B, einem vernünftigen Drehbuch. Der Film rast an den falschen Stellen durch die Geschichte und nimmt sich an den falschen Stellen viel Zeit. Dr. Mabuses Tod wird in einem 30-Sekunden-Monolog lieblos abgehandelt, aber das man die Erfindung von Professor Laurentz unbedingt von einem Unschuldigen testen muss, wird in zwei Minuten gefühlt fünf Mal breitgetreten. Überhaupt sind diese doppelt und dreifache erklärenden Dialoge für den Film ein totsicherer Spannungskiller. Das hat schon bei "Die seltsame Gräfin" einem wirklich tollen Film ernsthaft geschadet.

    Hätte ich nicht gelesen, dass das Drehbuch von Fodor ist, ich hätte nicht geglaubt, dass ein so talentierter Mann, solch eine Arbeit abliefert. Musste er das Drehbuch in einer Woche schreiben oder was ist da passiert?

  • Bis auf die Kritik an der BBC-Version (Ich finde sie fast genial) kann der Beurteilung nur absolut zustimmen UND der wiederholten Feststellung, dass die Vorlage, so wie sie verfasst wurde auf dem Theater einfach nicht funktioniert.

  • Ach ja, noch einen Nachtrag zur Version von 1969: Die Stimme auf der Schallplatte ist die Synchronstimme von Mr. Spock (Den Namen des Sprechers kenne ich nicht, er wird auch nicht erwähnt). Kammerspielatmospähre finde ich eigentlich immer sehr schön, aber die Geschichte verträgt sich nicht mit den Regeln des "klassischen Theaters".

    Die Verfilmung von 1965 kenne ich gar nicht. Danke für den Tipp!

    !!!SPOILER!!!
    Für die Verfilmung von 1974 bin ich damals sogar noch zu einer "alternativen Videothek" gefahren und ich war sehr enttäuscht. Zum einen Stand auf dem Cover der Kassette!! bereits, dass zwei Menschen überleben werden und zum anderen gefällt mir der Film überhaupt nicht. Irgendwie wirkt alles nach dem Motto zusammengestellt: "Man nimmt eine Geschichte, die jeder von irgendwo her kennt und gibt vielen bekannten Gesichtern die Möglichkeit sich selbst zu spielen.Auch von einer guten Handlungs- oder Kameraführung scheinen die Macher noch nichts gehört zu haben.

  • Agatha Christie- Zehn kleine Negerlein

    BRD 1969

    https://www.youtube.com/watch?v=m9Ops6YWXfI

    Ich habe das Buch mit 14 Jahren das erste Mal gelesen, und zwar direkt an einem Tag. Jahre lang habe ich nach der Bühnenadaption gesucht und sie endlich gefunden. In den Hauptrollen u. a. Peter Fricke als Anthony Marston oder Werner Peters als William Henry Blore.

    !!SPOILER!!!

    Ich habe mich immer gefragt, weshalb die Bühnenadaption so selten zu sehen ist. Jetzt weiß ich, dass die Geschichte auf dem Theater einfach nicht funktioniert

  • Ja, das stimmt. Der Haupttäter ist für den aufmerksamen Zuschauer sehr leicht zu erkennen.

    Ansonsten verstehe ich den Post nicht.

    Logischer als der unheimliche Mönch? Inwiefern? Die ganzen Logikfehler wurden ja bereits oben schon erläutert. Für mich ist das Drehbuch nur schwer zu unterbieten. Die Geschichte ist klar zu erkennen, aber nur zu ertragen, wenn man das Hirn ausschaltet. "Das Gesicht im Dunkeln" oder der Halbmond sind vielleicht noch schlechter (Letzteren muss ich mir dafür noch einmal ansehen).

    Bessere Musik? Das verstehe ich noch weniger. Die Melodie klingt nett, aber so als hätte man sie schon dutzende Male in Edgar Wallace- oder ähnlichen Filmen dieser Zeit gehört. Was Peter Thomas dagegen im unheimlichen Mönch auffährt ist....(meiner Meinung nach) E-P-I-S-C-H! Für mich ist das mein absoluter Lieblingssoundtrack der Reihe. Wie man ein Motiv so oft und so passend variieren kann...ist faszinierend.

  • So wie ich das verstehe, ist es allein Myrna zu Liebe. Immerhin hätte der Plan das Heroin auszutauschen ohne Myrna gar nicht funktioniert. Sie hat für die Beschaffung ihren Kopf hingehalten. Vielleicht dachte Ellis ja wirklich, dass er ihr trauen kann.


    Und da Myrnas Idee sich mit ihrer Schwester zu treffen wie du sagst hirnverbrannt war, musste sie auch daran glauben.

    Wäre es cleverer gewesen sie direkt nach dem Austausch des Heroins zu erschießen? Natürlich. Aber für so eiskalt halte ich Ellis nicht. Seine Reaktion auf den Bluff des Inspektors ist ja schon fast herzlich.

  • Na sowas, ich habe deinen Post gerade gesehen, mir den Film zu Gemüte geführt und ich muss sagen du hast Recht!

    Nicht, was die Einschätzung der grünen Stecknadel angeht. Die ist als Gesamtkunstwerk für mich kaum zu übertreffen.

    Aber der Film ist tatsächlich ein gutes Beispiel, wie Wallace in den 70ern aussehen konnte und hätte weiter aussehen können. Allerdings hatte ich immer den Eindruck, dass der Film sich gewissermaßen erst finden muss.

    Bis zur versuchten Entführung von Danny wirkt das ganze etwas unbeholfen und dümpelt vor sich hin, aber danach gewinnt alles an Fahrt.

    Ein gutes Beispiel ist die Musik. Ich mag die Melodie, aber diese Harfen-Variante passt irgendwie nicht. Der Film hat eigentlich wenig Melancholisches.Auch das Motiv des Scharfschützen zerstört eher Atmosphäre als das es sie schafft. Diese Rock-Jazz-Versionen sind viel passender.

    Das Drehbuch ist in meinen Augen eines der besten der ganzen Reihe. Die Geschichte ist einfach konstruiert, aber in sich stimmig. Im Gegensatz zu solchen Ausfällen wie "Die blaue Hand" oder "Der Mönch mit der Peitsche", bei denen die Logik auf der Strecke bleibt oder nicht mehr vorhanden ist, ein willkommene Überraschung. Der Film beweist, dass es auch ohne lächerlichen Klamauk geht. Das war teilweise im Gorilla oder dem Buckligen kaum zu ertragen. Nur die Auflösung wirkt doch etwas beliebig obwohl sie Sinn macht. Das Myrna ein doppeltes Spiel treibt, wird ja schon in der ersten Szene subtil angedeutet. Die Dialoge sind zeitgenössisch und pointiert. ("Was das Rauschgift vereint hat darf Scotland Yard nicht trennen." "Ich mag keinen Gruppensex.")

    HÄTTE HORST WENDLANDT MEHR DREHBÜCHER SCHREIBEN SOLLEN???

    Und das Ensemble? Eine außergewöhnliche Darbietung, aber viele gute gibt es. Allen voran Werner Peters, der souverän wie immer in seinem gewohnten Rollentypus agiert, vielleicht sogar noch etwas vielschichtiger als in den anderen Filmen.
    Auch sehr gut gefällt mir Schürenberg. Sir John ist subtil komisch, aber eben kein Clown. Die Szene in Baxters Schlachterei oder das Ende, wie er Susan die Handschellen anlegt sind wunderbar. Ansonsten gibt es gibt es mehrere positive Überraschungen.
    1.) Uschi Glas: Knüpft sie Anfangs an die unterirdische Leistung aus dem Gorilla an, weiß sie später durchaus mit Mimik, Intonation und Emotion zu überzeugen.
    2.) Hans-Jörg Felmy: Ich hatte ihn ehrlich gesagt als einen Schauspieler in Erinnerung der gefühlt über 2-3 Gesichtsausdrücke verfügt. Hier wirkt er deutlich vielschichtiger. Besonders zwischen ihm und
    Schürenberg scheint die Chemie zu stimmen.
    3.) Günther Stoll: Auch wenn ich ihn in der Stecknadel und Durbridges "Melissa" sehr mochte, hatte ich bisher das Gefühl, dass er in Mimik und Gestik immer gleich agiert. Am Ende des Film bemerkt man,
    dass er noch mehr beherrscht als das ewig Melancholische.
    4.) Harry Riebauer: Sein schauspielerisches Können wirkt auch in diesem Film sehr begrenzt. Vor allem seine "komischen" Szenen am Anfang erscheinen ungewollt peinlich. Aber nach Dannys Entführung darf er
    wieder ernster sein und davon profitiert der gesamte Film.

    Was mir besonders gut von Anfang an gefällt ist die Farbgebung. Die wirkt stimmig und angenehm. Gegen Filmende scheinen die Verantwortlichen auch zu entdecken, was man mit guter Kameraführung alles bewirken kann. Gerade die Szene mit Danny und Myrna am Picadilly Circus wirkt rundum gelungen.

    4,4/ 5 Punkten Für mich nach erneuter Sichtung der zweitbeste Farbwallace der Reihe.

  • Das macht Sinn. Danke, Ich habe mir den Film gestern wieder angesehen und war etwas verwirrt.

    Ansonsten gefällt er mir bei jeder Sichtung besser. Die Geschichte ist besonders im Vergleich zu den anderen Farbfilmen gut erdacht (gerade am Anfang scheint jeder verdächtig).
    Und wenn man genau hinhört, kann man das Ende auch erahnen. Die immer wiederkehrenden Rufe von Sir Cecil ("Er istgekommen um mich zu ermorden") oder die Szene in der Schwester Adela, den Skorpion Ring einsteckt, nachdem Ramiro gestorben ist,geben ja deutliche Hinweise. Selbst das nicht ganz glaubwürdige Ende fällt nicht so stark ins Gewicht, genauso wie die schwammige Reihenfolge der Ereignisse.


    Die schauspielerischen Leistungen sind auch respektierlich. Besonders gefällt mir das Zusammenspiel von von Meyerinck und Fuchsberger. Sir Arthur wirkt noch halbwegs kompetent und nicht so klamaukig wie in den anderen Filmen. Higgins' Mimik lässt außerdem erahnen, dass er die Ausführungen seines Chefs nicht so ganz ernst nimmt.

    Die Kritik an Mattson kann ich auch nach all den Jahren nicht nach vollziehen. Die Rolle wirkt glaubwürdig und auch die Beziehung zu Higgins funktioniert wunderbar.

  • Zum Wochenende noch eine kleine Frage zur Szene in der Bibliothek:

    Higgins bekommt folgenden Buchvorschlag: "Vielleicht das?! "Die Gift der Atzteken. Eine Untersuchung über die Pfeilgifte der primitiven Stämme in Westindien." von Professor M. Bount 1967.

    Habe ich in Geschichte nicht aufgepasst? Was haben die Atzteken mit Westindien zu tun?

  • Zitat von Count Villain im Beitrag #200
    Zitat von Baal1985 im Beitrag #199
    "The Trygon Factor"- Der Dreiecksfaktor? Auch wenn es The Trygon Mystery heißen würde, wäre de Titel genauso rätselhaft. Das Dreieck spielt im Film doch praktisch keine Rolle.


    Es ziert die Keramikwaren der Nonnen. Und man könnte es auf das verbrecherische Dreiergespann beziehen: Oberin mit Kloster, Hamlyn mit Lagerhaus, Lady Emberday mit Schloss.


    Das mit der Keramik ist mir klar, das andere Keine schlechte Interpretation.;) Aber überzeugende finde ich es immer noch nicht.

  • Ich habe mir den Film heute zum ersten Mal in voller Länge angesehen.

    Der Titel des Films erschließt sich mir auch nicht. Vielleicht sollte er einfach nur mysteriös klingen? Dieselbe Frage stelle ich mir auch bei der englischen Variante. "The Trygon Factor"- Der Dreiecksfaktor? Auch wenn es The Trygon Mystery heißen würde, wäre de Titel genauso rätselhaft. Das Dreieck spielt im Film doch praktisch keine Rolle.


    Aber kommen wir zum Film.

    Musik: Wie schon erwähnt, Peter Thomas in Höchsform. Er hat den Charakter dieses Films sehr gut eingefangen. Ein Mix aus leicht dahin plätschernder Komödie, Action und leichtem Grusel. Und genau in diesem Mix liegt meiner Meinung nach auch das Problem des Films. 4/5

    Drehbuch: Die Geschichte ist solide gebaut, aber mehr auch nicht. Sie wimmelt nicht von Logikfehlern, wie "Die blaue Hand" oder "Der Mönch mit der Peitsche", aber Spannung? Wenig bis gar keine. Nach einer halben Stunde verfügt der Zuschauer über fast alle wichtigen Informationen, aber ab diesem Zeitpunkt ist eben auch alles Wichtige erzählt. Man sieht die nächsten Ereignisse gefühlt aus 100 Metern Entfernung um die Ecke kommen. Die Geschichte ist kein klassischer "Whodoneit", aber für ein Actionfilm ist das Tempo ist eindeutig zu niedrig und für eine Komödie enthält die Geschichte zu viele ernste Charaktere (Trudy, den zurückgebliebenen Sohn, die Oberin...) . Was herauskommt ist eine Handlung, die einfach nur langweilig ist. Das hat man bei weniger internationalen und weniger teuren Produktionen deutlich besser hinbekommen. Was ich dem Film sehr hoch anrechne, ist, dass er weitgehend auf die Albernheiten und Peinlichkeiten verzichtet, die in den späteren rein deutschen Produktionen Gang und Gäbe waren. 2,5/5

    Schauspiel: Dazu gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Viele Darsteller agieren gut bis sehr gut. (Horney, Hampshire, Morley...). Auch die Kritik an Stewart Granger kann ich nicht nachvollziehen. Ich finde, er passt sehr gut auf die Rolle. Aber ich mochte ihn auch schon in den Winnetou-Filmen.

    Arent hätte seine Rolle noch ernster nehmen können, immmerhin ist er ein Schwerverbrecher, der eine Superwaffe kreiert hat. Ich habe seine Darstellung als Bösewicht in der Bucklige gefeiert, aber in diesem Film wirkt er irgendwie halbherzig. Das gleich gilt für den zurückgebliebenen Sohn oder Sophie Hardy. Letztere hat vermutlich tatsächlich den undankbarsten Part im Film. Während ich sie im Hexer noch sehr sympathisch fand, tut ihre Naivität an manchen Stellen in diesem Film bereits körperlich weh. An manchen wirkte sie einfach nur lustlos. 3,5/5

    Ästethik(Kamera, Licht, etc.): In dieser Hinsicht halte ich diesen Film für einen der interessantesten der ganzen Reihe. Die Farbgebung ist interessant, genauso wie einige Kameraeinstellungen. Und nackte Haust wird genauso dosiert gezeigt, wie der Humor. 4/5


    Fazit: 14/20 Punkten Als Ausfall würde ich den Film nicht betrachten. Der Film ähnelt sogar einigen Wallace-Filmen. Ein mäßiges Drehbuch, dass durch gutes Handwerk noch einigermaßen kaschiert wird. Wobei hier alle Beteiligen an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stoßen, weil die Geschichte absolut linear und unspektakulär verläuft.

  • Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #183

    Entstanden sein soll der Film nach Motiven des Wallace-Romans Käthe und ihre Zehn. Wie weit das wohl stimmt ?



    Mein Liebglingsfall ist hier "Der unheimliche Mönch". Entstanden ist der Film angeblich nach dem gleichnamigen Roman von Edgar Wallace. Ich weiß noch, wie ich mir mit 14 den Film zum ersten Mal ansah, mir mit großer Erwartung danach das Buch kaufte....und leicht verwundert war.

    Bis auf den Mönch, der im Kloster umherwandelt, hat beides nichts, aber auch GAR NICHTS miteinander zu tun.

  • Heftig, wie sich hier die Diskussionen auch nach all den Jahren immer wieder überschlagen. Deswegen mache ich es kurz.

    Handwerklich ist der Film gefühlt zehn Mal besser als die meisten Farb-Wallace. Die Geschichte ist stimmig (wenn auch zu voyeuristisch), an den Darstellern gibt es eigentlich nichts auszusetzen. Die Musik zeigt, warum Morricone ein Meister seines Fachs ist. Wie man mit so einem einfachen Jazz-Besen-Motiv so viel Grusel erzeugen kann, finde ich einfach nur beeindruckend. Naja und gegen die Kameraführung wirken die meisten Wallace-Filme regelrecht dilletantisch. Die Ermordung von Elizbeth oder die Schlussszene mit Solange ist super gelungen.

    HAT DER FILM NOCH IRGENDETWAS MIT DEN KLASSISCHEN STOFFEN VON EDGAR WALLACE ZU TUN???-NEIN! NEIN,NEIN,NEIN.

    Der Vergleich mit den Sherlock-Filmen ist wirklich treffend. Die zeigen, dass man klassische Motive beibehalten, aber sie durchaus in die Moderne verlegen kann. Bei den Wallace-Filmen ist das leider nur ansatzweise gelungen.

  • Zitat von Andreas im Beitrag #213
    Der FÄLSCHER war einer meiner ersten EW Filme, vielleicht sogar der Erste! Er gefällt mir heute immer noch so gut wie damals, vielleicht noch ein wenig besser?
    Die Geschichte ist gut inszeniert, sie bleibt (auch ohne Comic-Einlagen) spannend und hat ein klassisches Finale. Die Musik gefällt mir außerordentlich gut. Ein echter Klassiker, dem meiner Meinung nach viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Hier stimmt eigentlich alles. Summa cum laude, also 5 von 5 Punkten.


    Sehe ich genauso. Der Film wird meiner Meinung nach oft stark unterschätzt. Die Geschichte ist gut konstruiert und gerade schauspielerisch ist absolut nichts auszusetzen. Die Musik gehört auf jeden Fall zu meinen persönlichen Top-5. Was mir besonders gut gefällt: Mit ein wenig Kombinationsgabe kann man sogar selbst auf den Täter kommen.

  • Nach gut 22 Jahren habe ich mir diesen Film zum zweiten Mal angesehen. Ich konnte dem Film damals nichts abgewinnen und heute noch weniger. Ich frage mich auch warum der Film "Das Gesicht im Dunkeln" heißt. Weiß das jemand?


    Drehbuch: Die Geschichte erinnert mich irgendwie an Francis Durbridges "Melissa". Der hat uns auch gezeigt, wie man so eine Handlung richtig umsetzt. Immer nach dem Motto agierend "Jeder lügt." Dort gibt es genug Verdächtige und Wendungen, die zumindest beim ersten Mal überraschen. Charaktere werden zumindest so gut beschrieben, dass Schauspieler sie auch ausfüllen können und zueinander in Beziehung gesetzt.
    ALL DAS GIBT ES IN DIESEM FILM WENIG BIS GAR NICHT! Gerade in den ersten 50 Minuten wirkt der Film einfach nur langatmig. Erst dann nimmt er ein wenig Fahrt auf. Erst dann fällt zum Beispiel der Polizei ein, dass der Ehemann ja vom Tod seiner Frau profiteren würde. Erst dann beginnen die Figuren miteinander zu interagieren. Und dann ist der Film auch schon vorbei. Das Ende wirkt wie eine einfallslose Notlösung mit vielen offenen Fragen. Hat eigentlich kein Produzent das Drehbuch vorher gelesen?

    Regie: Das Drehbuch hat Ricardo Freda mit Paul Hengge versaut. Und wie bereits erwähnt die Regie auch. Gerade in den 30 Minuten kann man eigentlich nur mit dem Kopf schütteln. Es fehlt wirklich jegliches Gefühl um Spannung aufzubauen. Die wenigen guten Ideen wie der schwarze Schleier im Schrank, der Film oder das wiederholte Abspielen des Schlagers (Durbridge lässt grüßen.) verpuffen völlig wirkungslos. Auch gibt es überhaupt keinen Moment in denen sich die Figuren entfalten können.

    Schauspiel: Wenn das Drehbuch keine Charakterzeichnung vornimmt, wie sollen Schauspieler das dann tun? Was Kinski angeht, glaube ich nicht, dass er diese Rolle nicht hätte spielen können. Es wirkt eher so, als hätte man ihm verboten Emotionen zu zeigen. Er wirkt stocksteif und kalt. -wir alle wissen, dass er besser kann. Die katastrophale Nachsynchronisation (Warum hat man die gemacht?) tut ihr Übriges.

    Kamera, Aussattung etc.:
    Für einen Wallace ist die Beleuchtung gerade am Anfang viel zu hell. Eine gute Kameraführung sucht man vergeblich. Wenn einmal Totalaufnahme oder Ähnliches eingesetzt wird, ergibt sie meist keinen Sinn. Über die fragwürdigen Autounfälle ist ja schon geschrieben worden.

    Fazit: Es stimmt fast nichts an diesem Film. Es gibt eine gute Grundidee aber mehr auch nicht. Da gefällt mir selbste Gorilla noch besser, der hat wenigstens einen einheitlichen (trashigen) Stil, der bis zum Ende verfolgt wird.

    1/5 Punkte.

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