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  • Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #19


    Zum Punkt "Hauptsache anders": Ja, das kann ich mittlerweile so unterschreiben. Die Reihe ist nicht mehr ganz frisch und benötigt Innovation wo nur irgend möglich.

    Das ist Deine Sicht der Dinge. Wäre das Publikum auch dieser Meinung gewesen, hätte es ein solches Bestreben doch honoriert, was aber nicht der Fall war. Im Gegenteil: "Der Bucklige von Soho" gehörte mit über 2 Mio. Besuchern zu den erfolgreichsten deutschen Filmen des Jahres. Da konnte die "Nonne" nicht mithalten.
    Außerdem ging es Wendlandt im Fall "weiße Nonne" eher darum, die Marke Wallace weltweit vermarkten zu können, was aber auch mehr oder weniger in die Hose ging.

  • Aktuelle deutsche TV-FilmeDatum27.04.2019 17:50
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    Der gute Bulle: Friss oder stirb (D 2019)
    Buch & Regie: Lars Becker
    Erstausstrahlung: arte 26.4.2019



    In der Berliner Drogenszene wird bereits der zweite verdeckte Ermittler innerhalb eines Jahres ermordet. Kommissar Fredo Schulz - zum Leiter einer Soko ernannt, die den Fall aufklären und den Drogensumpf trocken legen soll - vermutet einen Maulwurf in den eigenen Reihen.

    Endlich wieder Nachschub von Lars Becker ("Nachtschicht"), der hiermit den zweiten Film mit Armin Rohde als "Der gute Bulle"" abliefert. Wie üblich geht es auch diesmal wieder knallhart zur Sache. Die Inszenierung ist rasant und zupackend, die Sprache ruppig. Der Zuschauer weiß bereits nach 15 Minuten, wer der Maulwurf ist, doch gerade das ist durchaus spannungsfördernd. Eine Story wie diese funktioniert natürlich nur mit den richtigen Schauspielern. Mit Armin Rohde, der den trockenen Alkoholiker Fredo Schulz spielt, kann da absolut nichts schief gehen. Ihm zur Seite steht Edin Hasanovic als sein Juniorpartner Milan. Aber auch die Rollen ihrer Gegenspieler sind mit hervorragenden Akteuren besetzt.

    "Eine gute Alternative zum Kriminalallerlei" (NOZ)
    "Spannungsgeladen mit bitterem Schlussakkord" (Gong)

  • Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    "Im Gegensatz zu anderen behält die Wallace-Serie formal und technisch ihr sauberes Format. Man mordet noch mit Methode, hübsch im Detail und logisch der Reihe nach. Das stilvolle steife Schloß mit der geschäftigen Abteilung der weißen Nonnen, die alles andere als harmlos sind, ist die ideale Kulisse für einen Romantic-Thriller. In der exakten Regie von Cyril Frankel spielt Stewart Granger den Scotland-Yard-Mann als eleganten Inspektor mit grauen Schläfen und dem gepflegten lässigen Sex des Londoner Melonenträgers. Nachdem der Fall gelöst ist, darf er die kleine Französin in die Arme nehmen. Sophie Hardy spielt sie mit Striptease und makabrem Wand-an-Wand-Bad mit nachbarlichem Mordgemenge. Ausgezeichnete Chargen sind Brigitte Horneys seelenharte Oberin und Robert Morleys Verbrecher wider Willen mit der ewigen Angst in den Augen. Peter Thomas lieferte die musikalische Geräuschkulisse mit "angsthochpeitschenden" Rhythmen." (Film-Echo, Jan.1967)

    Film-Echo-Note: 3,0 (46 Meldungen) / Erstnote: 2,6

    In Frankreich kam der Film erst 1973(!) in die Kinos und hatte nur 73.066 Besucher.
    Besser lief es in Spanien mit 605.412 Besuchern.

  • Die Feinde (1961)Datum27.04.2019 12:37
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    DIE FEINDE (LES ENNEMIS)

    Frankreich (1961) _ R: Edouard Molinaro - DE: 16.2.1962 - FSK 16 - V: Nora
    Darsteller: Roger Hanin, Claude Brasseur, Dany Carrel, Pascale Audret, Michel Vitold, Daniel Cauchy, Charles Millot



    Während Andrej Smoloff, Attaché der sowjetischen Botschaft in Paris, sich in einem Café mit seiner Freundin Lilia trifft, verschwinden aus dem Tresor in seinem Büro wichtige Geheimdokumente. Der russische Geheimdienst-Chef Borghine nimmt Smoloff in die Mangel, doch der beteuert seine Unschuld. Inzwischen hat auch der französische Geheimdienst Wind von der Sache bekommen. Captain Jean de Lursac und sein Kollege Vigo werden mit der Klärung des Falles beauftragt. Dann verschwindet Smoloff. Offensichtlich wurde er entführt. Da nur er in der Lage ist, die gestohlenen Dokumente zu dechiffrieren, arbeiten die französischen und die russischen Agenten zusammen, um ihn schnellstmöglich befreien zu können.

    Dieser französische Film mit dem etwas lapidaren Titel entstand noch vor der aufkommenden Agenten- und Spionagewelle und ist insofern völlig unbeeinflusst davon. Molinaros unkonventionelle Erzählweise und seine mitunter etwas unentschlossene Inszenierung ergeben keine echte Krimi-Unterhaltung. Außerdem sorgt der recht verwickelte Plot für Verwirrung.
    Roger Hanin und Claude Brasseur bilden das französische Agenten-Duo. Zum sowjetischen Team gehören Michel Vitold als Smoloff und Charles Millot als Borghine. Dany Carrel ist Smoloffs undurchsichtige Freundin Lilia, während die Bettgenossin des Captains von Pascale Audret dargestellt wird, die später auch in ein paar deutschen Filmen mitwirkte ("Ein Mann im besten Alter", "Fünf vor zwölf in Caracas" u.a.). Die Dreharbeiten fanden im Juni/Juli 1961 in Paris und Umgebung statt. Fred Noro, Autor des zugrunde liegenden Romans, war mit dem filmischen Ergebnis nicht zufrieden.

    "Molinaro hat versucht, die zeitkritische Moral in einen Krimi zu verpacken. Das Ergebnis ist, bei aller Eleganz in Einzelheiten der Ausführung, ein Fehlschlag."(Die Zeit)

    "Die Feinde, das sind Männer vom französischen und vom russischen Geheimdienst. Sie jagen, erst jeder für sich, später sogar gemeinsam, eine Gangsterbande, die wichtige Dokumente aus der Pariser Sowjet-Botschaft gestohlen hat. Und gelegentlich sind auch noch amerikanische Agenten mit im Spiel. Dieses Gegeneinander, Miteinander und Übereinander verschiedener Handlungsfäden fördert zwar die Reißerspannung, führt ab und zu aber auch zu allerlei Durcheinander. Alle Augenblicke sieht man Männer oder Frauen in Autos springen, denn ständig verfolgt irgendwer irgendwen. Und sobald die Spannung einmal nachzulassen droht, setzt Regisseur Molinaro unbekümmert Thrill-Effekte ein, die zwar partout nichts mit der Handlung zu tun haben, jedoch haargenau den Nerv des Zuschauers treffen.
    Gegen Schluss schlägt der Film leider ein paar falsche Töne an. Als beim großen Halali der Gangsterjagd, einer wilden Schießerei, ein Russe und eine Französin auf der Strecke bleiben, verliert sich Molinaro in leicht pathetischen gegenseitigen Hochachtungsbezeugungen der Feinde. Als Spionage-Reißer bietet der Film solide Regie- und Darstellerleistungen. Künstlerische Ambitionen hatte Molinaro diesmal wohl nicht im Sinn. Wenig geglückt wirkt die deutsche Synchronisation. Doch in Action-Häusern werden "Die Feinde" zweifellos viele Freunde finden." (Film-Echo, Februar 1962)


    Film-Echo-Note: 4,9 (14 Meldungen)
    Frankreich: 735.363 Besucher (Paris: 186.358)

  • Ellen Schwiers gestorbenDatum27.04.2019 11:07
    Thema von Giacco im Forum Off-Topic



    Die Schauspielerin Ellen Schwiers ist am 26. April nach langer schwerer Krankheit im Alter von 88 Jahren verstorben.
    Sie wirkte in zahlreichen Krimis der 1960er Jahre mit:

    Mann im Schatten
    Der letzte Zeuge
    Ein Toter sucht seinen Mörder
    Der Unsichtbare
    Camp der Verdammten
    Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mr.X
    Der Würger vom Tower
    Das Rasthaus der grausamen Puppen

    Im Fersehen sah man sie u.a. in der Serie "Gestatten, mein Name ist Cox" oder in "Der rote Schal".

  • TV-Termine April 2019Datum23.04.2019 12:37
    Thema von Giacco im Forum Aktuelle Filme (DVD, K...

    3SAT zeigt zwei deutsche Film-Klassiker:

    Dienstag, 30. April

    20.15 Uhr - Das Mädchen Rosemarie(1958)
    Nadja Tiller, Peter van Eyck, Gert Fröbe - Regie: Rolf Thiele

    22.25 Uhr - Der gläserne Turm (1957)
    Lilli Palmer, O.E. Hasse, Peter van Eyck - Regie: Harald Braun

  • Klaus Sonnenschein gestorbenDatum22.04.2019 09:50
    Thema von Giacco im Forum Off-Topic

    Der Berliner Schauspieler, Theaterleiter und Synchronsprecher Klaus Sonnenschein ist am 19.04.2019 im Alter von 83 Jahren gestorben. Er spielte u.a. in der TV-Serie "Direktion City" und war die deutsche Stimme von "Captain Kirk". Außerdem synchronisierte er Stars wie Danny DeVito, Morgan Freeman oder Christopher Lee. Seit 1972 war er mit der Schauspielerin Edith Hancke verheiratet.

  • Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    "Was diesen neuesten Wallace-Schocker weitgehend um seine Schauder-Wirkung bringt, ist die maßlose Grusel-Effekthascherei vor allem der Regie. Sie beginnt bereits im Vorspann und wächst parallel mit dem Ansteigen des Leichenberges. Alfred Vohrer laviert hierbei zwischen Parodie und Krimispuk; der Zuschauer kommt letzten Endes um beides.
    Günther Stolls sachliche Lässigkeit bewährt sich in der Rolle des Inspektors vom Dienst vorzüglich. Gisela Uhlen spielt eine in ihrer Gefühlskälte faszinierende Bordell-Mutter und Eddi Arent seine große Stunde: Er darf endlich einmal Schurke sein. Hubert von Meyerincks Klein-Stratege ist ein Kabinettstückchen für sich. Fazit: Das Blutbad von Soho." (Film-Echo, Okt. 1966)

    Film-Echo-Note: 2,4 (71 Meldungen) / Erstnote: 2,0

    Egal, was es aus heutiger Sicht alles zu meckern und zu mäkeln gibt - es war ein Film ganz nach dem Geschmack des (damaligen) Publikums.

  • Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    DAS GEHEIMNIS DER DAME IN SCHWARZ (PORTRAIT IN BLACK)
    USA (1960) - R: Michael Gordon - DE: 21.10.1960 - FSK 16 - V: Universal
    Darsteller: Lana Turner, Anthony Quinn, Richard Basehart, Sandra Dee, John Saxon, Ray Walston, Anna May Wong, Lloyd Nolan, Virginia Grey



    Der millionenschwere Reedereibesitzer Cabot ist seit einiger Zeit unheilbar krank ans Bett gefesselt und drangsaliert mit seinen Launen vor allem seine Frau Sheila. Die hat inzwischen ein Verhältnis mit Dr. Rivera, dem Hausarzt ihres Mannes begonnen. Gemeinsam fassen sie den Plan, Cabot zu beseitigen. Für den Mediziner ist es kein Problem, seinen Patienten sterben zu lassen, ohne dass jemand Verdacht schöpft. Doch nach der Tat erhält Sheila ein anonymes Schreiben, aus dem hervorgeht, dass es einen Mitwisser gibt. Von Angst, Mißtrauen und Schuld geplagt, wird das Paar zu einem weiteren Mord getrieben.

    Dieses Kriminal-Melodram, angesiedelt in San Francisco, bietet großes Gefühlskino im Stil der Fünfziger Jahre. Statt auf Spannung und Nervenkitzel zu setzen, legt der Film, für den offensichtlich ein stattliches Budget zur Verfügung stand, mehr Wert auf Ausstattung und Dekor und vor allem darauf, seine Stars effektvoll ins Bild zu setzen. Immerhin sorgen ein paar überraschende Wendungen dafür, dass der Zuschauer das Interesse an der Story nicht verliert.
    Glamour-Star Lana Turner ist als Sheila ihrem Status entsprechend stets perfekt frisiert und wechselt in nahezu jeder Szene Kleider, Pelze und Schmuck. Anthony Quinn, der ihren Liebhaber Dr. Rivera spielt, war allerdings schon in überzeugenderen Leinwandrollen zu sehen. Beide Darsteller tragen mitunter ein wenig zu dick auf. Sandra Dee als Cabots Tochter aus erster Ehe zeigt Interesse an dem gut aussehenden John Saxon und hält auch zu ihm, als er unter Mordverdacht steht. Mehr zu wissen über Sheila und ihren Lover scheint Richard Basehart als Cabots gerissener Kompagnon. Das hindert ihn nicht daran, der frischgebackenen Witwe einen Heiratsantrag zu machen. Anna May Wong als Hausdame und Ray Walston als Chauffeur geben nicht nur dem Zuschauer durch ihr seltsames Verhalten Rätsel auf. Nur wenig Screentime hat Lloyd Nolan, doch verleiht er der Figur des trotz seiner Krankheit herrischen Reeders Cabot die nötige Glaubwürdigkeit.

    "Der mit Leib und Seele sehr vertraute "Hausarzt" der Titelheldin und das erschauernde Publikum teilen mit ihr in dieser Gruselgeschichte düstere Geheimnisse. Gespielt wird dem Namen der Darsteller entsprechend - Lana Turner, Anthony Quinn und Richard Basehart haben schließlich Gewicht. Ein fesselnder Krimi, der eigentlich überall gut ankommen müsste." (Film-Echo, Nov. 1960)

    Film-Echo-Note: 4,0 (22 Meldungen) / Erstnote: 3,8
    Frankreich: 538.155 Besucher (Paris: 107.989)

  • Walter WilzDatum16.04.2019 13:52
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema



    Walter Wilz als Billy-Bob Silers in "Winnetou und sein Freund Old Firehand" (1966)

    1966 wurde Walter Wilz für die letzte Karl-May-Verfilmung der Rialto engagiert. Nach "Lange Beine - lange Finger" arbeitete er hier ein weiteres Mal mit dem Regisseur Alfred Vohrer zusammen.
    Billy-Bob, der "kleine" Bruder des gefürchteten Banditen Silers (Harald Leipnitz), wurde in dem Städtchen Miramonte gefangen genommen. Einige Bürger fürchten jedoch einen Angriff von Silers Bande und befreien Billy-Bob heimlich. Doch bei seinem Fluchtversuch wird er erschossen und Silers schwört blutige Rache.
    Walter Wilz macht im Western-Look gar keine schlechte Figur. Die Rolle ist jedoch eher klein und verlangt ihm nicht allzuviel ab. Er darf nicht einmal auf einem Pferd reiten. Bei der Premiere des Films am 13.12.1966 im Karlsruher "Universum" war er nicht anwesend.
    Üblicherweise wurden die Karl-May-Produktionen der Rialto vom Constantin-Verleih in die Kinos gebracht. Bei "Old Firehand" übernahm das die "Columbia-Bavaria". Im Vergleich zu den vorherigen Filmen waren die Besucherzahlen zwar etwas schwächer, aber der Erfolg der Reihe hatte seinen Höhepunkt ohnehin bereits überschritten.
    Film-Echo-Note: 3,2 (47 Meldungen)
    Spanien: 891.637 Besucher

  • Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #7


    Bezüglich der produktionshistorischen Frage zum Schwarzweiß: Es war doch schlicht so, dass die Rialto als erste einen farbigen Wallace-Krimi in die Kinos bringen wollte, oder? Da sowohl "Dreieck" als auch "Buckliger" von Constantin-Film vertrieben wurden, ließ Constantin "Dreieck" nur in Schwarzweiß starten, um dem "Buckligen" von Wallace-Hausfirma Rialto einen Marketing-Vorteil zu verschaffen.


    Richtig!

    "Diese neueste Edgar-Wallace-Verfilmung führt selbst krimi-erfahrenes Publikum ganz hübsch aufs Glatteis. Der Reißer spielt im Artisten-Milieu. Eifersucht, Vergeltung und Erpressung als Randgeschehen verwirren die Motive und verwischen die Spuren. Klaus Kinski geistert flackernden Blickes verdachterweckend um die Manege, um dann doch mit einem dreieckverziertem Messer im Rücken zu enden. Leo Genn tastet sich als Inspektor langsam an den Kopf der Bande heran, unterstützt von Heinz Drache, der eigene Rachepläne verfolgt. Ein geheimnisvoller kapuzenverhüllter Dompteur, ein eifersüchtiger Messerwurf-Artist und ein intriganter, an allen Wänden horchender Liliputaner, sie alle sind verdächtig. Nur die beiden blonden Schönen nicht, attraktive Anlässe zu Rivalität, blinder Eifersucht und Reibereien. Die Atmosphäre ist gut getroffen, spannend und erregend rollt das Katz- und Mausspiel ab. Es geht auch ohne Londoner Nebel und Westminster-Geläut! Die Überraschung bei der Entlarvung des Drahtziehers und Mörders ist genauso gelungen wie sein Ende." (Film-Echo, Mai 1966)

    Film-Echo-Note: 3,9 (39) / Erstnote: 3,5

    Ein weiterer Film der Serie, dem die FSK-Freigabe ab 12 Jahren eher geschadet haben dürfte.

    In Frankreich kam er erst am 21.11.1969 in die Kinos und lief dort nur im Elsass.

  • Im Mantel der Nacht (1958)Datum12.04.2019 15:35
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    IM MANTEL DER NACHT (LE DESORDRE ET LA NUIT)
    AT: Das Geheimnis der Dame in Weiß
    Frankreich (1958) - R: Gilles Grangier - DE: 19.9.1958 - FSK 18 - V: Prisma
    Darsteller: Jean Gabin, Nadja Tiller, Danielle Darrieux, Roger Hanin, Paul Frankeur, Hazel Scott, Robert Berri, Francois Chaumette, Robert Manuel



    Albert Simoni, Besitzer eines mondänen Pariser Nachtclubs, wurde nachts im Boi de Bologne erschossen, während seine Geliebte Lucky im Auto auf ihn wartete. Als Inspektor Vallois sich im Zuge der Ermittlungen in Simonis Lokal umschaut, kommen er und Lucky sich näher. Obwohl er altersmäßig ihr Vater sein könnte, landet er mit ihr in einem Stundenhotel. Er entwickelt tiefere Gefühle für die junge Frau, die morphiumsüchtig ist. Doch er weiß auch, dass sie durchaus als Täterin in Frage kommt. Dennoch schützt er sie vor dem Zugriff seiner Kollegen. Eine weitere Spur führt zu der Apothekerin Therese, mit der Lucky befreundet ist. Sie scheint ebenfalls in die Sache verwickelt zu sein. Erst nach und nach erkennt Vallois die Zusammenhänge.

    Trotz Rauschgift, Mord und polizeilicher Ermittlungen erweist sich der Film eher als Charakterstudie und weniger als Krimi. Denn weil der Inspektor mehr Interesse an der attraktiven Lucky zeigt, als an der Aufklärung des Verbrechens, konzentriert sich auch die Handlung in erster Linie auf das ungleiche Paar und verliert den kriminalistischen Aspekt zeitweise aus den Augen. Der Film profitiert in erster Linie von seiner Optik. Die Schwarzweiß-Aufnahmen vom nächtlichen Paris sind sehr atmosphärisch, auch dann, wenn das vibrierende Nachtleben in den Clubs gezeigt wird, fast durchgängig untermalt von heißen Jazz-Klängen. Einer dieser Schauplätze ist Simonis Lokal, wo es Live-Darbietungen einer Creole-Combo und Gesangseinlagen der farbigen Sängerin Hazel Scott gibt. Punkten kann der Film aber vor allem mit seinen exzellenten Hauptakteuren. Mit Jean Gabin als Inspektor auf Abwegen und Danielle Darrieux, die sich als zwielichtige Apothekerin nicht in die Karten schauen lässt, vereint der Film zwei große Stars des damaligen französischen Kinos. Nadja Tiller erhielt die Rolle der Lucky noch bevor ihr "Das Mädchen Rosemarie" den internationalen Durchbruch bescherte. Lobend erwähnen sollte man auch die gut gewählten Nebendarsteller. Gilles Grangier arbeitete anschließend noch mehrere Male mit Jean Gabin zusammen. Unter seiner Regie entstand auch ein Maigret-Film ("Kommissar Maigret sieht rot", 1963)

    Film-Echo Note: 3,1 (29 Meldungen)
    Frankreich: 2.171.400 Besucher (Paris: 460.837)

    "Ein "schwarzer" Krimi, der sich durch dramaturgische Tüfteleien, Spannung und einen lockeren Umgang mit den sogenannten guten Sitten auszeichnet. Routiniert und kurzweilig inszeniert, mit guten schauspielerischen Leistungen." (Filmdienst)


    Als der Prisma-Verleih Ende 1961 seine Geschäftstätigkeit einstellte, wurde der Filmstock von Constantin ausgewertet. Dadurch kam es zu einer Neuaufführung des Films, allerdings unter dem Titel "Das Geheimnis der Dame in Weiss".
    Unter diesem Titel wird er in der Nacht zum 25.4.2019 um 01.00 Uhr nochmals auf "arte" ausgestrahlt. Da die deutsche Kinosynchro als verschollen gilt, bekommt man leider nur die DEFA-Synchro zu hören, die 1982 für DFF1 erstellt wurde.

  • Wegweiser zum Mord (1964)Datum09.04.2019 14:26
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    WEGWEISER ZUM MORD (SIGNPOST TO MURDER)

    USA (1964) - Regie: George Englund - DE: 4.12.1964 - FSK 16 - Verleih: MGM
    Darsteller: Joanne Woodward, Stuart Whitman, Edward Mulhare, Alan Napier, Murray Matheson



    Weil er seine Frau getötet haben soll und als psychisch krank eingestuft wurde, sitzt Alex Forrester seit 5 Jahren in einer Heilanstalt. Sein Psychiater, mit dem er sich im Lauf der Zeit angefreundet hat, stellt für ihn ein Entlassungsgesuch, das aber abgelehnt wird. Daraufhin flieht Forrester aus der Klinik und sucht Unterschlupf im nahegelegenen Haus von Molly Thomas. Die Frau ist zur Zeit allein, da ihr Ehemann sich auf einer Geschäftsreise befindet. Von der Polizei bereits über den Ausbruch eines gefährlichen Psychopathen informiert, ist Molly zunächst geschockt, als Forrester plötzlich vor ihr steht und sie mit einem Messer bedroht. Es gelingt ihm aber, die Frau auf seine Seite zu ziehen. Beide kommen sich näher und landen schließlich im Bett. Doch ein Leichenfund sorgt dafür, dass sich die Lage weiter zuspitzt.

    "Wegweiser zum Mord" basiert auf einem Bühnenstück und auch die filmische Umsetzung ist bisweilen ein wenig theaterhaft ausgefallen. Hinzu kommt, dass die Handlung ziemlich konstruiert wirkt, so dass es nicht immer einfach ist, die Reaktionen und das Verhalten der Figuren nachzuvollziehen. Auch die überraschende Auflösung, die ein Komplott aus Täuschung und Manipulation aufdeckt, bleibt letzten Endes unbefriedigend. Am Spiel der beiden Hauptdarsteller gibt es allerdings kaum etwas auszusetzen und so ist der Film, trotz der kruden Story, dennoch sehenswert.
    Stuart Whitman, der durch das britische Filmdrama "Gebrandmarkt" (1961) bekannt wurde, überzeugt als Alex Forrester. Hollywood-Diva Joanne Woodward, die sowohl mit einem Oscar als auch einem Golden Globe ausgezeichnet wurde, hat als Molly Thomas, mehr als ihr Partner, mit den Schwächen des Drehbuchs zu kämpfen, meistert diese Herausforderung jedoch durchaus passabel. Eine ordentliche Leistung liefert auch Edward Mulhare als Forresters Psychiater Dr. Fleming ab. Nicht unwichtig für die Handlung ist zudem das Haus von Molly Thomas. Ehemals wohl eine Wassermühle, wurde es rund um ein Mühlrad gebaut. Immer wieder zeigt die Kamera aus verschiedenen Perspektiven dieses sich ständig drehende Rad, was in Verbindung mit den dazugehörigen monotonen Geräuschen einen besonderen Effekt erzielt.
    Während der Film in den USA erst im Mai 1965 in die Kinos kam, erfolgte der Kinostart bei uns bereits im Dezember 1964. Allerdings zeigte das deutsche Publikum kein großes Interesse. Beim Film-Echo gingen weniger als 10 Meldungen ein.

    "Der Stoff könnte aus der Feder von Edgar Allan Poe stammen. Der kleine Darstellerstab bemüht sich redlich um psychologisch-fundierte Charakterisierung der Figuren, doch der große Atem fehlt. Ganz abgesehen davon, dass es manchmal wahrlich schwer fällt, den Reaktionen gläubig zu folgen." (Film-Echo 1965)

  • Bond-Girl Nadja Regin gestorbenDatum08.04.2019 16:10
    Thema von Giacco im Forum Off-Topic



    Nadja Regin, die in zwei Bond-Filmen mitwirkte, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. In "Liebesgrüße aus Moskau" war sie Kerim Geliebte, in "Goldfinger" war sie Bonita. Zwei kleine Rollen, die sie aber als "Bond-Girl" international bekannt machten.

    Die Jugoslawin stand ab Mitte der 50er Jahre in mehreren deutschen Filmen vor der Kamera, u.a. in:
    Du mein stilles Tal
    Es wird alles wieder gut
    Wir wollen niemals auseinander gehn
    Blond muss man sein auf Capri

    In der britischen TV-Edgar-Wallace Serie trat sie mehrfach auf, u.a. in der Episode "Solo for Sparrow", die bei uns sogar zusammen mit einer weiteren Folge als "Brillanten des Todes" in die Kinos kam.

  • Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    "Selbst Krimi-Experten tippen bei diesem spannenden Reißer, bei dem Edgar Wallace Pate gestanden hat, daneben. Ein Verdächtiger nach dem anderen fällt dem geheimnisvollen Schreckgespenst in der Mönchskutte zum Opfer. Auf der Jagd nach dem Millionen-Testament und der schönen, nichtsahnenden Erbin Karin Dor engt sich der Kreis immer mehr ein. Nur wenige Zuschauer werden dem harmlos wirkenden Internats-Pedell auf die Schliche kommen, der neben der Killerei aus Rache auch noch einen gut florierenden und auf das Beste organisierten Mädchenhandel betreibt und Inspektor Harald Leipnitz trotz Sprechfunk- und Hubschrauber-Unterstützung einiges Kopfzerbrechen bereitet. Der Londoner Nebel und altes Gemäuer tragen ebensoviel zur zünftigen Atmosphäre dieser von Nervenkitzel erfüllten Detektivstory bei, wie die milieugerechten Aufnahmen Ernst W. Kalinkes, Peter Thomas aufrüttelndes musikalisches Motiv beim Auftauchen des Mönches und die bewährten Schurkendarsteller. Im reichbestückten Angebot anziehender Weiblichkeit fällt Uta Levka auf. Da es ihm mühelos gelang, seine Zuschauer bis zum letzten Augenblick in Atem zu halten, kann Regisseur Harald Reinl auch mit seinem neuesten Krimi-Opus genauso zufrieden sein." (Film-Echo, Januar 1966)

    Film-Echo-Note: 2,5 (43 Meldungen) / Erstnote: 2,1

    In Frankreich startete der Film am 24.8.66. Er lief allerdings nur im Elsass, somit gab es keine Aufführung in Paris. In Spanien erzielte er mit 644.687 Besuchern das bislang beste Ergebnis eines Films der Wallace-Serie.

  • Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    Zitat von RAGNAR im Beitrag #2
    Naja , manchmal,muss man im Leben auf Wünsche verzichten, schade mit dem Ferienbett.

    Muss man eigentlich im Fall "Ferienbett" jede Hoffnung begraben? Wäre schade, da "Ann Savo" hier mal in einem Farbfilm zu sehen ist und auch eine größere Rolle hat.
    Der Film wurde von Waldemar Schweitzer produziert, der ein Jahr zuvor den "Nebelmörder" in die Kinos brachte. Vom "Nebelmörder" ließ er nach der Kinoauswertung aus Ahnungslosigkeit und fehlenden Kontakten alle Kopien vernichten. Aber das "Ferienbett" wurde immerhin 1973 im Fernsehen gezeigt.

  • Ein Mann geht seinen Weg (1961)Datum01.04.2019 14:10
    Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    EIN MANN GEHT SEINEN WEG (THE NAKED EDGE)
    GB/USA (1961) - R: Michael Anderson - DE: 12.9.1961 - FSK 16 - V: United Artists
    Darsteller: Gary Cooper, Deborah Kerr, Eric Portman, Diane Cilento, Peter Cushing, Michael Wilding



    Als Hauptbelastungszeuge schickt George Radcliffe, Geschäftsführer eines Speditionsunternehmens, mit seiner Aussage den ehemaligen Mitarbeiter Donald Heath, angeklagt des Mordes und des Diebstahls von 60.000 Pfund, lebenslänglich hinter Gitter. Zwar befand sich Heath zur Tatzeit in der Firma und wurde, als er flüchtete, im Heizungskeller gefasst, das gestohlene Geld fand man jedoch nicht und der Angeklagte beteuert bis zuletzt seine Unschuld.
    Sechs Jahre später ist Radcliffe ein erfolgreicher Geschäftsmann, der mit seiner Frau Martha in einer vornehmen Villa residiert. Durch Zufall fällt Martha ein Brief in die Hände, in dem ihr Mann bezichtigt wird, den damaligen Mord aus Geldgier selbst begangen zu haben. Als sie George auf die Sache anspricht, verhält er sich seltsam. Im Nachhinein erinnert sie sich plötzlich an Dinge, die ihn verdächtig erscheinen lassen und ihr Misstrauen wächst von Tag zu Tag. Der Gedanke, womöglich mit einem Mörder zusammen zu leben, lässt sie nicht mehr los und sie versucht auf eigene Faust die Wahrheit herauszufinden.

    "The Naked Edge" war der letzte Kinofilm von Hollywoodstar Gary Cooper, der damals bereits zwei Krebsoperationen hinter sich hatte. Regisseur Michael Anderson, der 1958 den Thriller "Flüsternde Schatten" inszenierte, leistet sich zwar ein paar kleine Ausrutscher ins Melodramatische, beweist ansonsten aber ein feines Gespür für Spannungsaufbau und Atmosphäre. Unterstützt wird er von seinen beiden Hauptdarstellern - Gary Cooper als Radcliffe und Deborah Kerr als dessen zweifelnde Ehefrau - die mit ausgezeichneten Leistungen glänzen. Aber auch Diane Cilento (die von 1962 bis 1973 mit Sean Connery verheiratet war) kann als Frau des verurteilten Donald Heath überzeugen. Peter Cushing als Ankläger vor Gericht weiß sich ebenfalls gut in Szene zu setzen. Einzig die überaus dramatische Musik wirkt an etlichen Stellen etwas unpassend und aufdringlich und mindert den ansonsten ordentlichen Gesamteindruck ein wenig.

    "Ein bis auf den reißerischen Schluss bemerkenswert niveau- und spannungsvolles Kriminalspiel." (Filmdienst)

    "Ein Kriminalreißer, dessen verhältnismäßig einfältige Handlung durch eine raffinierte Verschleierungstaktik und eine gute Schwarzweiß-Fotografie eine ebenso geschickte wie attraktive Verpackung erhielt. Die Lösung des Falles führt durch ein Labyrinth doppeldeutiger Szenen. Die Kamera weidet sich an den luxuriösen Interieurs einer Prachtvilla ebenso wie an den lichtlosen Häuserfronten eines Londoner Arme-Leute-Viertels. Gary Cooper als verdächtiger Ehe- und Geschäftsmann und Deborah Kerr als seine zwischen Liebe und Argwohn schwankende Frau meistern ihre Hauptrollen mit Talent und viel Erfahrung." (Film-Echo)

    Film-Echo-Note: 3,5 (31 Meldungen) / Erstnote: 2,4
    Frankreich: 1.057.389 Besucher (Paris: 245.225)
    Italien: Platz 35 der 100 erfolgreichsten Filme der Saison

  • Bewertet: "Neues vom Hexer" (1965, 19)Datum31.03.2019 10:24
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    "Alfred Vohrer hat das "Knistervergnügen" - nach einem Drehbuch von Herbert Reinecker - schwungvoll in Szene gesetzt. Die Rechnung mit dem großen "Unbekannten", der gewillt ist, seine gesamte reicherbende Verwandtschaft systematisch auszurotten, geht bis zuletzt auf; zumal Peter Thomas für die entsprechende Spannungsuntermalung gesorgt hat. Das Wiedersehen mit Brigitte Horney erinnert daran, dass der deutsche Film einen Gutteil seiner besten Kräfte jahrelang links liegen gelassen hat. Barbara Rütting bekommt es ausgezeichnet, wieder einmal in einer aktiven Rollen agieren zu können. Auch Margot Troogers Hexer-Gattin, die sie mit einem tüchtigen Schuss charmanter Unverfrorenheit spielt, fällt wohltuend ins Gewicht.
    Regisseur Vohrer versteht, seine Darsteller zu erstaunlich abgerundeten Leistungen anzuhalten. Der Film sollte mit diesen - von den Haupt- bis zu den Nebenrollen - ausgewogenen schauspielerischen Leistungen den gewünschten geschäftlichen Erfolg haben." (Film-Echo, Juni 1965)

    Film-Echo-Note: 3,4 (43 Meldungen) / Erstnote: 2,8

    Die Werbung versprach damals:" Atemberaubende HEXEReien im besten Edgar-Wallace-Stil"

    Spanien: 403.468 Besucher
    In Frankreich gab es keine Kinoauswertung.

  • Thema von Giacco im Forum Film- und Fernsehklass...

    AUF EUREN HOCHMUT WERDE ICH SPUCKEN (J´IRAI CRACHER SUR VOS TOMBES)
    Frankreich (1959) - R: Michel Gast - DE: 7.8.1959 - FSK 18 - V: Union
    Darsteller: Christian Marquand, Antonella Lualdi, Renate Ewert, Paul Guers, Fernand Ledoux, Marina Petrowa, Jean Sorel, Daniel Cauchy, Claude Berri



    Als sein junger farbiger Bruder von Rassisten brutal gelyncht wird, weil er mit einem weißen Mädchen angebandelt hat, verlässt der hellhäutige Afro-Amerikaner Joe Grant den amerikanischen Süden und landet in der Kleinstadt Trenton. Dort übernimmt er den Buchladen des alten Horace Chandley. Da niemand hier von seiner Abstammung weiß, nutzt er diesen Umstand aus und lässt sich mit weißen Frauen ein. Für Ärger sorgt die Begegnung mit Stan Walker. Der stets gut gekleidete Schnösel ist zwar von Haus aus wohlhabend, hat aber eine Rocker-Gang um sich geschart, die auf Erpressung spezialisiert ist. Kompliziert wird die Sache, als die beiden Schwestern Liz und Sylvia Shannon, die aus einer angesehenen Familie stammen, Joes Weg kreuzen. Und schließlich findet Stan Walker heraus, dass Joe in Wahrheit "ein dreckiger Nigger" ist. Nun nehmen die Dinge ihren Lauf und gipfeln in einem gewalttätigen Finale, das kein Happy-end zulässt.



    Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Boris Vian, der 1946 in Frankreich publiziert wurde und einen Skandal auslöste. Mehr als 20 Jahre später, als Michel Gast den Stoff verfilmte, war die Rassenproblematik in den USA nach wie vor ein überaus heikles Thema. Aber auch ansonsten kratzt der Film an einigen Tabus der damaligen Zeit. So enthält er u.a. Szenen, die "Full Female Nudity" oder zwei sich küssende Frauen zeigen. Da die um 5 Minuten gekürzte deutsche Fassung als verschollen gilt, lässt sich nicht mehr feststellen, ob diese der Zensur der FSK zum Opfer fielen. Man kann aber wohl davon ausgehen, denn schon der provokative französische Original-Titel "Ich werde auf eure Gräber spucken" wurde in der deutschen "Übersetzung" etwas abgemildert. Der Film spielt zwar in den Vereinigten Staaten, man drehte aber in Südfrankreich. Die Kamera sorgt für viele eindrucksvolle Bilder und interessante Einstellungen. Der jazzige Soundtrack stammt von Alain Goragueur. Renate Ewert ist hier in ihrem ersten französischen Film zu sehen, dem später noch weitere folgen sollten.
    In Frankreich war der Film mit über 3 Mio. Besuchern ein großer Erfolg. Auch bei uns sorgte er für gute Geschäfte.
    Film-Echo-Note: 2,8 (33 Meldungen)

    "Nachdem sein Bruder Opfer eines Lynchmordes wird, rächt sich ein junger Farbiger an den rassistischen Bürgern einer amerikanischen Kleinstadt, indem er ihre Töchter verführt. Mit greller Schwarz-Weiß-Malerei und viel Action inszeniertes Rassendrama zwischen Kolportage und Sozialkritik." (Filmdienst)

    "Mit dieser Brutalschnulze nach einer Art "Othello & Julia-Story", wird unter dem Vorwand, einen Beitrag zum Negerproblem zu geben, ein Bild Amerikas vorgeführt, das grobschlächtiger von keinem böswilligen Stalinisten hätte verzeichnet werden können. Mannstolle Provinz-Teenager unterliegen reihum einem kräftigen, geheimnisumflorten Neuankömmling derart, dass der Chef der den Ort terrorisierenden Motorrad-Bande den eigenwilligen Rivalen, der sich als hellhäutiger Neger entpuppt, endgültig umzubrigen versucht. Die Kamera liefert einige Bilder, die vortäuschen können, man habe es mit einem bedeutenden Film zu tun" (Der Spiegel)

    Das "Bamberger Volksblatt" nahm 1959 die Titel der Filme "Die Nackte und der Satan" und "Auf euren Hochmut werde ich spucken", die in Bamberg gezeigt wurden, nicht in ihren Anzeigenteil auf, sondern nannte in den Filmankündigungen der Kinos lediglich die Namen der Mitwirkenden.

  • Bewertet: "Das Verrätertor" (1964, 18)Datum24.03.2019 11:06
    Foren-Beitrag von Giacco im Thema

    "Dieser neue Wallace, als deutsch-englische Coproduktion gedreht, zeigt zunächst die raffinierrten und mit allen technischen Hilfsmitteln betriebenen Vorbereitungen zum Raub der britischen Kronjuwelen aus dem Londoner Tower. Dazu gehört die Befreiung eines Sträflings aus dem Zuchthaus von Dartmoor. Nebel wallen über das Land. Scharen von Polizisten jagen den Flüchtling. Doch rechtzeitig steht ein Hubschrauber bereit. Der Coup ist geglückt. Und von hier geht es - nach einem farbigen Vorspann zum schwazweißen Film - munter weiter. Ein Gentleman-Gangster (Albert Lieven) leitet vom feudalen Chefbüro aus die Aktionen. Als süße Sekretärin posiert Chatherina von Schell. Die forsche Räuberbraut ist diesmal Margot Trooger. Klaus Kinski mimt auf seine Masche einen fingernägelkauenden, stumpf-laxen Killer. Eddi Arent agiert wieder als Clown. Und auch alles andere ist ganz dem Geschmack der Wallace-Film-Fans angemessen. Einzelheiten der Ausführung des Kronjuwelenraubs auszuplaudern wäre unfair. Nur soviel dürfte ohnehin klar sein: der geniale Plan versagt zum Schluss. Die Absicht der Produzenten, die Wallace-Welle erfolgreich fortzusetzen, dürfte hingegen glücken." (Film-Echo, Januar 1965)

    Film-Echo-Note: 3,6 (60 Meldungen) / Erstnote: 3,6

    Constantin startete "Das Verrätertor" (FSK 12) zum Weihnachtsfest 1964. Beworben wurde er als "der teuerste Edgar-Wallace-Krimi der erfolgreichen Serie."
    In Frankreich und Spanien gab es keine Kinoauswertung.

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