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  • Bewertet: "Der Alte"Datum17.03.2019 23:44
    Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    „Tod am Sonntag“ ist natürlich eine sehr polarisierende Folge. Ich verstehe jeden, der damit überhaupt nichts anfangen kann. Brynych halt...

    Ich stecke ja auch mitten in der letzten Box, und da sind schon noch einige hervorragende Episoden dabei. Die ersten vier Folgen sind sehr stark (wobei „Der Selbstmord“ auch wieder ein „Love it or hate it“-Kandidat ist - ich finde ihn überragend) - im 90er-Bereich kommen aber noch einige Durchhänger - ein spätes, düsteres Highlight ist dann der letzte Köster-Brynych „Der Sohn“.

  • Bewertet: "Der Alte"Datum17.03.2019 01:43
    Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    Von Grädler. Es sei denn, Ashley hat diese Episode unter Pseudonym inszeniert (aber so schlecht ist sie nun wirklich nicht) und sich dafür ausgerechnet den Namen seines Regie-Kollegen geliehen.

  • Bewertet: "Der Alte"Datum14.03.2019 22:34
    Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #290
    Die beste Episode der Box dürfte die oben von Percy Lister besprochene Episode "Liebe hat ihren Preis" mit Gaststar Horst Buchholz sein...


    Da sieht man mal, wie die Geschmäcker auseinander gehen. Für mich ist das die schwächste Episode der Box. Grädlers Inszenierung ist mir da etwas zu bieder und einfallslos, das Skript von Müller zähle ich auch nicht zu seinen Glanztaten. Das große Plus sind tatsächlich die Darsteller, und so geht die Folge durchaus noch als solide durch - das spricht für die allgemein hohe Qualität der Serie. Aber auch deine beiden anderen Box-Highlights sind bei mir viel schlechter platziert. Dafür kann ich mich sehr für die von dir eher verschmähten Episoden "Umsonst ist der Tod" (mit genialer Atmosphäre und grandiosen Auftritten von Bongartz und Augustinski) und "Kahlschlag" (vielschichtiger Plot, famose Böttcher-Musik mit Wallace-Anleihen, eines der am meisten unterschätzten Vogeler-Bücher) erwärmen.

  • NDR-Beitrag über Drehorte HamburgDatum13.02.2019 21:20
    Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    Zitat von Jan im Beitrag #9
    Wie kommt es zu so einem Beitrag? Ruft da ein Redakteur an und sagt, er will was zu Wallace in Hamburg machen oder muss man die erst aktiv überzeugen?



    Die Idee hatte wohl die verantwortliche Redakteurin, die hier fleißig in der Bildergalerie des Forums recherchiert hat und sich bzgl. eines Experten an die Forenleitung gewandt hat. Und niemand ist wohl so sehr im Thema wie Elford.

  • NDR-Beitrag über Drehorte HamburgDatum12.02.2019 22:51
    Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    Gut möglich - wohl aus rechtlichen Gründen. Die Sendung wird aber nochmal in dieser Nacht wiederholt.

  • NDR-Beitrag über Drehorte HamburgDatum12.02.2019 21:48
    Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    Sehr guter Beitrag - und ein souveräner und kompetenter Auftritt von Elford.

  • Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    Es gibt gerade viel zu tun, deswegen hänge ich mit den WdW-Sichtungen zurzeit leider etwas hinterher. Ich gelobe Besserung.

    Wie der "Fälscher" hat mir auch die "Gräfin" diesesmal erstaunlich gut gefallen. Stimmig im Aufbau, solide in der Inszenierung, hervorragend im Schauspiel. Lil Dagover gelingt eine geradezu ikonische Darstellung der Titelrolle, und man darf mit Fug und Recht behaupten, dass das Gros des Publikums sie heute in erster Linie mit der "Gräfin" in Verbindung bringt. Ich finde auch nicht, dass sie es mit ihrer Theatralik extrem übertreibt; stattdessen meine ich bemerkt zu haben, dass die Rolle bewusst so gestaltet wurde, dass sich das "Seltsame" der Figur erst im Verlauf der Filmhandlung immer mehr herauskristallisiert. In ihren ersten Szenen wirkt die Gräfin noch vergleichsweise normal und nur dezent schrullig-exzentrisch. Später steigert sich das peu à peu - und im Finale gibt es dann kein Halten mehr - das spitze, beinahe gesungene "Ich habe ihn getötet!" und das abschließende "Niemand!" dürfte jedem, der diesen Film auch nur einmal gesehen hat, noch in bester Erinnerung sein.

    Die anderen Schauspieler setzen ebenfalls prägnante Duftmarken. Sowohl Kinski als auch Arent absolvieren jeweils einen ihrer besten Auftritte. Marianne Hoppe und Rudolf Fernau geben denkwürdige Gastspiele. Bei Fernau wundert man sich, dass er nur einmal in der echten Reihe mitwirkte, war er doch im 60er-Jahre-Krimi eigentlich omnipräsent. Unverständlich, dass die Rialto ihn nie wieder engagierte. Brigitte Grothum überzeugt als unschuldig in Lebensgefahr geratene Protagonistin auf ganzer Linie und es fällt dem Zuschauer leicht mit ihr mitzufiebern, auch wenn letzteres in meinen Augen nicht zwangsläufig ein Qualitätsmerkmal darstellt.

    Das Wallace-Debüt von Peter Thomas muss als gelungen erachtet werden, wenngleich sein Score noch nicht so geschmeidig und experimentierfreudig daherkommt, wie spätere Arbeiten. Das kitschig-melodiöse Stück "In the Ancestral Gallery" hätte von Baky allerdings nicht als Schlussmusik auswählen sollen, da es das dramatische Ableben der Gräfin unnötig abmildert. Erst der spektakuläre Selbstmord und unmittelbar danach die Musik wie aus einem barocken Kostümfilm.

    Dass man sich die Motivlage ein bisschen selbst zusammenreimen muss, ist sicherlich nicht ganz falsch, aber wie der Count schon treffend bemerkt hat, liegen alle relevanten Informationen vor. Das mysteriöse Verhalten von Rechtsanwalt Shaddle fügt sich insofern gut ins Geschehen ein, als dass ansonsten wenig "graue" Figuren auftreten, da die Intentionen fast aller anderen Charaktere eindeutig sind.

    Unterm Strich ein gelungener, eigenständiger Beitrag, der mal wieder unter Beweis stellt, was für eine großartige, abwechslungsreiche Filmreihe die Edgar-Wallace-Filme doch darstellen.

  • Wallace & Blu-rayDatum10.01.2019 22:07
    Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #696

    Ansonsten gibt es inzwischen auch schon ein Cover für die siebte Blu-Ray-Edition von Universum:



    Super, mit Suzanne Roquette!

  • Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    "Der Fälscher von London" ist im Rahmen der "WdW"-Sichtungen bis dato der Film, der mich am positivsten überrascht hat. Vielleicht lag es an der exzellenten Bildqualität der Blu-ray, aber so viel Freude wie diesmal hat mir der Gerissene zuvor noch nie bereitet. Vielleicht erfüllt der Film tatsächlich nicht die Erwartungen, die Ottonormalzuschauer an einen Wallace-Film stellt - ein Ausbund an Hochspannung ist der "Fälscher" nun nicht gerade, und das hat mich früher immer gestört. Aber die Inszenierung von Reinl ist tatsächlich elegant und nahezu makellos, die Kameraarbeit von Löb exzellent. Ich hatte speziell nach Jans Einlassungen darauf geachtet - visuell erinnert der Film an einen Vohrer-Wallace. Die seltene Kombination Reinl/Löb gab es später nur noch in einem anderen Krimi - dem nur wenige Monate später gedrehten "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse".

    Bssonders die Darsteller machen den "Fälscher" so sehenswert. Speziell die Gastspiele von de Kowa und Graf werten das Geschehen auf und verleihen der Produktion eine markante und individuelle Note. Auch Hellmut Lange macht seine Sache sehr gut. Karin Dor spielt ebenso hervorragend und glaubwürdig wie im "Bogenschützen". Ein Fest ist der Film in der zweiten Hälfte freilich für alle Lowitz-Fans. Mag sein, dass die Kritik des Counts zutrifft. Dadurch, dass Bourke so überzeugt von Peter Cliftons Unschuld ist, vermutet man alsbald, dass diesem übel mitgespielt wird. Aber wie Lowitz das Heft des Handelns an sich reißt und den Zuschauer quasi an die Hand nimmt, das bereitet ganz großes Vergnügen. Absoluter Höhepunkt ist der Besuch von Bourke bei Dr. Wells. Sigrid von Richthofen übertreibt es sicherlich mit ihrer Theatralik, aber letztere passt durchaus zu ihrer Rolle und wirkt auf mich nicht unbedingt störend.

    Die Musik aus der Feder Martin Böttchers hebt die Kultur des Wallace-Soundtracks auf eine neue Ebene. Für den besten Score der Serie halte ich die Klänge zwar nicht, aber sie sind zweifelsohne ikonisch und funktionieren auch ohne Filmbild bestens. Allerdings hat Gubanov nicht ganz unrecht, wenn er bemängelt, dass in einigen Szenen suspense-fördernde Musik keinesfalls geschadet hätte. Dass Böttcher auch "Spannungsmusik" konnte, beweisen Winnetou- und spätere Wallace-Filme.

    Ein wenig störend wirken die Archiv-Aufnahmen aus Ascot in der Eröffnungssequenz (deutlich erkennbar aus dem Jahre 1958) - auf der Blu-ray umso mehr, da der Qualitätsunterschied im Vergleich zu den Orginal-Filmbildern nun noch deutlicher ins Auge schießt. Und so schön die Speicherstadt auch ist - sie ist einfach zu charakteristisch, um als London durchzugehen. Das stört zumindest mich als Hamburger enorm, da man sofort mit der Nase darauf gestoßen wird, wo Blonbergs Quartier in Wirklichkeit steht. Und warum wurde Otto Collin (höchst mäßig) nachsynchronisiert? Das kann man sich eigentlich nur mit einer plötzlich aufgetretenen Heiserkeit oder etwas ähnlichem erklären.

    Bliebe noch die ewige Frage, ob Eddi Arent denn nun auch den Organisten Miller gespielt hat. Einen endgültigen Beweis gibt es natürlich nicht, aber ich bin der Meinung, dass der Organist einfach nicht Arents Augen besitzt. Und warum sollte man sich die Mühe machen, für Arent eine extrem aufwendige Maske zu entwerfen, nur damit man ihn nicht erkennt? Das spräche doch gegen die Produktionsökonomie der Wallace-Filme. Zudem wären zusätzliche Drehtage Arents sicherlich teurer gewesen, als die eines Kleindarstellers aus dem NDR-Fundus. Nun ja - dass wir wohl nie endgültige Klarheit darüber haben werden, hat ja auch einen gewissen Reiz.

  • Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #24
    Wieso nur er? Räumt Peter Keane nicht auf Befehl von Lyne unbequem gewordene Mädchen aus dem Weg?


    Ich habe das immer so verstanden, dass Keane die Morde aus Eigeninitiative begeht, um den von ihm verehrten Lyne zu schützen.

  • Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    Das stimmt - da habe mich vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt. In „Die blaue Hand“ delegiert Richard Emerson aber ein Heer von Helfershelfern (Dr. Mangrove, Amery, Reynolds). In den „Narzissen“ ist Peter Keane und nur er für die Mordserie verantwortlich. Screentime hat Kinski in der „Hand“ auch fast ausschließlich in der positiven Rolle des Dave Emerson.

  • Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    Sieh an, es gibt hier ja gar nicht so wenige beinharte Fans, die den Film, wie Gubanov es so schön martialisch formuliert hat "bis aufs Blut verteidigen". Ich gehöre nicht dazu, und auch die erneute Sichtung hat mich nicht umstimmen können - obwohl der Film in HD tatsächlich gewinnt, und ich in der Ausstattung einige neue Details entdeckt habe - mein einst harsches Urteil "karg und unansehnlich" muss ich dementsprechend revidieren. Die "Narzissen" bieten durchaus zufriedenstellende Krimi-Unterhaltung - hier wie Pauer von einem drittklassigen Werk zu sprechen, ist völlig unangemessen. Generell zeichnet die Wallace-Reihe aus, dass man immer wieder Neues ausprobiert hat - insofern hat "Das Geheimnis der gelben Narzissen" seinen berechtigten Platz im Wallace-Kosmos. Und dennoch - irgendwie werde ich mit dem Film nicht warm. Das mag auch persönlichen Vorlieben geschuldet sein, aber die Geschichte als solche fesselt mich einfach nicht, und leider werden auch zu wenige Schauwerte geboten, um diesen Mangel auszugleichen. Der Film ist arg geschwätzig und hängt dramaturgisch zwischenzeitlich auch mal durch, sodass ich mich bisweilen gelangweilt habe - das passiert bei Wallace wirklich selten. Die "Narzissen" als ganzes sind wie Sesselmanns Rolle: spröde. Zudem ist die Tatsache, dass sich unter der Strumpfmaske des Killers eindeutig nicht Kinski verbirgt, nicht bloß ein Flüchtigkeitsfehler - es handelt sich um die schlimmste Regie-Fehlentscheidung der gesamten Serie und ist mit anderen Masken-Schummeleien à la "Frosch" und "Peitschenmönch" nicht zu vergleichen, denn man sieht unter der Maske eben das Gesicht - und es ist nicht das von Klaus Kinski. Das hätte man anders lösen müssen (!). Und dass hier die Londoner Außenaufnahmen über den grünen Klee gelobt werden, kann ich auch nicht nachvollziehen. Zugegeben - die Szene am Picadilly Circus gehört zu den absoluten Höhepunkten des Films. Aber abgesehen von dieser Sequenz, ergibt sich für den Zuschauer aus der Tatsache, dass der Film komplett in England gedreht wurde, keinerlei Mehrwert - er hätte ebenso gut in Deutschland hergestellt werden können.

    Zitat von Ray im Beitrag #18
    Gerade zu Anfang ist die Bodycount-Rate rekordverdächtig, schneller kam selbst Reinl in "Bande" nicht zu einer Mehrzahl an On-Screen-Toten.


    Stimmt, der Auftakt ist noch einigermaßen rasant. Wobei es auch dort Schwächen in der Inszenierung gibt. Beim ersten Mord schreit Ling Chus Tochter ja schon lange, bevor das Messer sie berührt. Dass sie den Mörder im Spiegel sieht, wird für den Zuschauer nicht deutlich; ich musste da auch nochmal zurückspulen. Und als Tarling dann wenige Augenblicke nachdem drei seiner Kollegen in die Luft gejagt wurden, freudestrahlend seinen Kumpel Ling begrüßt, erschien mir das auch unangemessen und zynisch. Empathisch erscheint Tarling dadurch nicht. Gut - ähnliches gibt es auch in anderen Wallace-Filmen, und man ist ja immer geneigt derartiges gegen einen Streifen auszulegen, den man nicht so gerne mag. Fuchsberger macht aber tatsächlich einen guten Job - Tarling ist weniger Sunny-Boy als seine bisherigen Ermittler-Figuren, und Blacky spielt auch das tadellos. Dass ein und derselbe Schauspieler zweimal hintereinander in einem Rialto-Wallace den Hauptermittler spielte, kam danach übrigens nur noch einmal vor - bei Tappert in "Gorilla" und "Glasauge".

    Das ganz große Plus ist - neben der wirklich exzellenten Musik von Keys Papyrus, äh Keith Papworth - aber tatsächlich Kinski, dessen einziger Auftritt als alleiniger Haupttäter auch tatsächlich zu seinen besten Leistungen innerhalb der Serie zu zählen ist. Er zeigt hier Facetten, die man in keinem anderen Film sieht (dieses Sanftmütige im Gespräch mit Lieven) - jede Szene mit ihm ist ein Hochgenuss, und er spielt alle an die Wand - auch den souveränen Lieven (wobei ich Pauers vernichtendes Urteil in keiner Weise nachvollziehen kann).

    Ingrid van Bergen als "Super-Sex-Bombe aus Deutschland" hat hier wie im "Rächer" erneut wenig zu tun, wenn man einmal von der gewöhnungsbedürftig choreografierten Gesangsnummer "Bei mir ist alles nur Natur" absieht - auch musikalisch der schwächste Song der Serie, wenngleich kein Totalausfall. Letzteres gilt auch für den Film, den ich insgesamt im hinteren Viertel (oder sogar Fünftel) der Wallace-Reihe einordne.

  • Edgar Wallace AusstrahlungenDatum25.12.2018 19:21
    Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    Es wäre einmal interessant zu erfahren, wie es denn um die aktuelle TV-Rechte-Situation bestellt ist. „Die Tote aus der Themse“ lief zuletzt ja auch schon in anderen Dritten. Wirklich kurios - innerhalb einer Woche laufen Wallace-Filme sowohl bei Kabel Eins (ProSieben/Sat.1-Gruppe), Nitro (RTL-Gruppe), als auch im Öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Das dürfte zuvor noch nie vorgekommen sein.

  • Edgar Wallace AusstrahlungenDatum25.12.2018 13:18
    Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    Was die Kritiken und die film- und fernsehjournalistische (!) Berichterstattung in TV-Zeitschriften anbelangt, so ist in Deutschland einzig die TV-Spielfilm zu empfehlen. Dort findet man hervorragend geschriebene, nachvollziehbare Kritiken - außerdem wird oft über interessante Hintergründe berichtet. Gestern war beispielsweise der lang verschollene Alfred-Weidenmann-Film „Kitty und die große Welt“ Tagestipp - und es wurde neben einer ausführlichen Rezension in einem Extrakasten auch noch darüber geschrieben, dass das Farb-Negativ des Films wohl verloren sei und der Streifen vor der gestrigen Ausstrahlung auf Arte zuletzt 1966 im ZDF lief. Vorbildlich! Zudem berichtet die TV Spielfilm auch im sogenannten Mantelteil ausschließlich über Film- und Fernsehthemen - bei den meisten anderen TV- Zeitschriften findet man dort eher Reise- oder Gesundheitsthemen...

  • Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    "Die toten Augen von London" zählt auch zu meinen absoluten Favoriten innerhalb der Serie. Ich möchte hier gar nicht alle Vorzüge des Films noch einmal auflisten; das haben meine Vorredner schon zur Genüge getan. Die Diskussion über den Mörder von Flimmer-Fred ist freilich sehr interessant. Vielleicht haben sich die Zweifler an David Judds Täterschaft tatsächlich vom "Gorilla" beeinflussen lassen. Es ist sowieso bemerkenswert, dass der "Gorilla" zwar die gleiche Geschichte mit den gleichen Figuren nochmal erzählt, aber ausgerechnet die Täterkonstruktion verändert - dort ist schließlich Lieven, der Lukschys Part spielt, der Mann mit dem weißen Mantel.

    Fuchsberger und Arent gefallen mir als Ermittler-Duo besonders gut, und es ist in der Tat schade, dass diese Konstellation in keinem weiteren Wallace-Film mehr vorkommen sollte. Mutig wäre es gewesen, wenn Sergeant Harvey am Ende Nora Wards Herz erobert hätte. Die Chemie zwischen Baal und Arent stimmt jedenfalls, speziell in der Szene vor dem Überfall im Treppenhaus. Hier wäre es in der Tat glaubwürdiger gewesen, wenn Arent der Retter in der Not gewesen wäre.

    Könnte man einen Preis für das beste Ensemble eines Wallace-Films vergeben, so wäre der Film auf jeden Fall ein ganz heißer Anwärter auf die Trophäe. Besetzungstechnisch stimmt einfach alles - der Hauptcast (Fuchsberger, Baal, Arent, Borsche, Lukschy, Wüstenhagen, Kinski, Berber, Savo) ist über jeden Zweifel erhaben, aber das unvergleichliche Flair verdanken die "toten Augen" gerade auch solchen unverwechselbaren Typen wie Bobby Todd, Walter Ladengast und Rudolf Fenner. Und dass solche Kaliber wie Ida Ehre, Hans Paetsch, Joseph Offenbach und Günther Jerschke sich für verhältnismäßig kleine Rollen nicht zu schade waren, unterstreicht die darstellerische Klasse in der Breite.

    Mit den "toten Augen" beginnt quasi die Experimentier-Phase der Serie. Man entschied sich für einen neuen (Vohrer)-Stil, von dem man in den nächsten Filmen allerdings wieder abrücken sollte. Stattdessen probierte die Rialto im weiteren Verlauf des produktivsten Wallace-Jahres 1961 unterschiedlichste Regisseure aus, um am Ende zu konstatieren, dass Alfred Vohrer eindeutig den bis dato besten Wallace-Film inszenierte und sich als logische Folge auch die Zahl seiner Verpflichtungen schlagartig erhöhte.

  • Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    Das wäre natürlich auch sehr gut möglich. Ge- bzw. erklärt wird es im Film letztendlich nicht. Was meinen die anderen?

  • Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    1960 war natürlich noch nicht vorherzusehen, dass die Wallace-Serie am Ende aus über 30 Filmen bestehen und noch mehr als zehn Jahre andauern sollte. Insofern muss man Wolfgang Menge beinahe als Propheten bezeichnen, der nach gerade einmal eineinhalb Jahren und drei bzw. vier Wallace-Filmen die Gier des Publikums nach wirklichkeitsferner Kriminalunterhaltung in der Prätitelsequenz des "Bogenschützen" auf den Punkt bringt: "Die Leute wollen betrogen werden!" Jene Sequenz ist in der Wallace-Reihe einzigartig, da sie ganz offensiv als Parodie auf das quasi erst vor kurzem selbst kreierte Subgenre des deutschen Grusel-Märchenkrimis daherkommt. Nicht nur, dass uns Spike Holland und Julius Savini die Funktionen und Mechanismen des Genres in direkter Publikumsansprache vermitteln - Sigrid von Richthofen darf in einem famosen Kurzauftritt als neugierige Touristen auch noch jenes sensationslüsternde Publikum repräsentieren, als sie beim Auffinden der Leiche entsetzt aufschreit, um aber nur zwei Sekunden später beinahe ungerührt Fotos vom unglückseligen Toten zu knipsen. Was für ein Auftakt!

    Leider hält der daran anschließende Film die hoch gesteckten Erwartungen dann nicht ein. Die Traute eine lupenreine Satire herzustellen hatten die Macher nicht - und das gab der im Kern eher tragische Stoff auch nicht her. Aber immer wieder gibt es Over-the-Top-Klamauk, etwa die sich gegenseitig belauernden Polizei-Hiwis in den Katakomben von Garre-Castle, oder die Art und Weise, wie sich Sergeant Higgins in Spike Hollands Hanomag quetscht... Nicht zu vergessen jene selbstreferenziellen Dialogzeilen wie "Kenn' ich schon vom "Stahlnetz", oder "da draußen wird gerade der nächste Wallace-Film gedreht". Das ist natürlich amüsant, unterstreicht aber auch die Tatsache, dass die Macher ihrer eigenen Geschichte nicht so ganz trauten.

    Ein Punkt, der hier bereits angesprochen wurde, betrifft die Funktion des Toten aus der Eröffnungssequenz. Dieser ist, wenn ich das richtig verstanden habe, ein unglückliches Zufallsopfer, dessen Ermordung einzig dem Zweck dient Abel Bellamy zurück nach England zu locken. Ganz schön grausam, dieser John Wood... Überhaupt John Wood - mit dieser Figur wird stiefmütterlich umgegangen und der arme Heinz Weiss hat wenig Gelegenheit sich zu profilieren. Ansonsten hat man den Eindruck, dass die gute Valerie Howett etwas zu häufig verschleppt, gefangen gehalten und wieder befreit wird. Dass Karin Dor hier ihre womöglich sogar beste Rolle in einem Wallace spielt, hat mich beim Wiedersehen allerdings überrascht. So selbstbewusst und verbale Spitzen austeilend hatte ich sie gar nicht mehr in Erinnerung. Wenn man Roland etwas attestieren kann, dann, dass sich in seinen Wallace-Filmen interessante, vielschichtig angelegte weibliche Hauptfiguren tummelten.

    Überhaupt sind die Schauspieler das ganz große Plus des Films. Fröbe wurde hier schon ausreichend gelobt. Dass er den Film an sich reißt und alle anderen Akteure an die Wand spielt, sehe ich nicht so. Natürlich ist Abel Bellamy eine laute, dominante Figur, das liegt in der Natur der Sache. Dennoch überlässt Fröbe auch den anderen Schauspielern ihre Freiräume, etwa in der vielleicht sogar überzeugendsten Szene des gesamten Films - Bellamys "Besuch" bei seiner von ihm eingesperrten großen Liebe Elaine, formidabel verkörpert von Hela Gruel, die sich mit jener einen Szene einst eine Nominierung für die Edgar-Wallace-Oskars erspielte. Aber auch die anderen größeren Nebenrollen sind ohne Fehl und Tadel - Wüstenhagen, Epskamp, Teichmann, Ledinek... Der Humor von Eddi Arent und Wolfgang Völz passt insgesamt recht gut in den Film. Klausjürgen Wussows Darstellung möchte ich auch nicht großartig kritisieren, er macht das solide, auch wenn seine Figur ein wenig darunter leidet, dass sie erst in der zweiten Filmhälfte als Inspektor auftreten darf. Als Zuschauer ahnt man bereits während der ersten Filmsichtung, dass "Monsieur Lamotte" zu höherem als Chauffeur- und Hausmeisterdiensten berufen ist.

    Letztendlich hat mir der "Bogenschütze" etwas besser gefallen, als vorher erwartet, dennoch handelt es sich eindeutig um den bis dato schwächsten Rialto-Wallace. Es mangelt dem Film an Spannung, Härte und bisweilen auch an Tempo, von der verworren inszenierten Auflösung mal ganz abgesehen. Insgesamt im unteren Tabellenmittelfeld der Serie anzusiedeln.

  • Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #25
    Zitat von Ray im Beitrag #24
    Gerade die Blu-Ray im Player gehabt und so "Die Bande des Schreckens" erstmals im Original-Bildformat gesehen.

    Also hast du noch nie die DVD gesehen?


    Richtig. Das 1,66:1 „Original-Kinoformat“ auf der Blu-ray ist insofern eine Mogelpackung, als dass es eine gezoomte Variante des 4:3 Bildes darstellt und dementsprechend Bildinformationen fehlen. Da die 4:3 Version aber ebenfalls enthalten ist, muss man sich darüber nicht aufregen...

  • Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #18
    Ich denke auch, dass gerade diese "Ich bin ruiniert"-Tirade ihn im Verlauf relativ erinnerungswürdig macht.


    Mittlerweile ja. Aber bei der Erstsichtung im Alter von 12 Jahren war ich in jener Szene noch so von der Art und Weise wie Monkford getötet wurde beeindruckt, dass ich den jammernden Hoteldirektor eher als Klischee, denn als Filmfigur wahrgenommen habe und sich mir dessen Äußeres nicht nachhaltig eingeprägt hat - zumal ich Marholm bis dahin nie in einem anderen Film gesehen hatte (es war ja nicht so, dass ich damals noch keine Schauspieler kannte, aber für die Schwarzwaldklinik war ich ganz einfach zu jung ).

  • Foren-Beitrag von Marmstorfer im Thema

    Nicht nur Mrs. Revelstoke steht über den Dingen, sondern auch Elford, was (angeblich) noch unentdeckte Drehorte angeht. Tolle Entdeckung, bzw. Enthüllung - und Gubanov kann wieder beruhigt schlafen.

    Zum Film: ein Genuss! Reinl gelang ein grandioser Reißer, der das Konkurrenzprodukt aus dem Hause Kurt Ullrich locker in den Schatten stellt. Wobei letzterer aus rechtlichen Gründen keine weiteren Wallace-Filme mehr herstellen ließ (@patrick) - gewollt hätte er sicherlich. Besonders die Auftritte der Galgenhand sind unglaublich effektiv inszeniert - da läuft es einem eiskalt den Rücken herunter. Mitverantwortlich dafür ist freilich auch die einnehmende Performance von Otto Collin als Clay Shelton in der Prätitelsequenz.

    Meckern kann man natürlich trotzdem - vieles wurde hier schon benannt. Zu Beginn wird die Todesliste reichlich schnell abgehakt, im wahrsten Sinne des Wortes ein Overkill. Einige Dialoge wirken etwas papiern (Crayley: "Das Morden muss endlich aufhören"), furchtbar auch der Staatsanwalt vor der Hinrichtung zum Henker: "So tun sie's doch!" - gespielt wie im Laientheater - das hätte Reinl einfach weglassen müssen. Und warum "Herr Holder" von Nora Sanders (schon wieder eine Sanders) nicht einfach als Sergeant Holder angesprochen wurde, wird für immer ein Geheimnis der Filmemacher bleiben. Auch dass Crayley immer als Tierfreund bezeichnet wird (ist das ein Beruf?), mutet etwas seltsam an, aber gut - es gibt ja auch einen Wetter.

    Wenn man den Fall aus der kriminalistischen Perspektive betrachtet, bleiben natürlich noch Fragen offen. Wie lange lebten Sheltons Ehefrau und die gemeinsamen Söhne unter ihren jeweiligen Tarnidentitäten. War der Polizei die Existenz von Sheltons Familie überhaupt bekannt?. Ansonsten hätte man doch in diese Richtung ermitteln müssen. Letztendlich kann Long den Fall ja nur aufklären, weil sein Vater einst mit Mrs. Revelstoke verheiratet war, und der Ring dem Erpresserschreiben an Sir Godley Long beigelegt war - genau genommen erfährt der Wetter alles in jenem Gespräch mit seinem Vater, dass dem Zuschauer aus dramaturgischen Gründen natürlich vorenthalten bleibt ("Das war so." Schnitt)

    Das Finale im Golfhotel zählt natürlich zu den dramatischsten und spannendsten der Serie - Karin Kernkes Filmtod erinnert an jenen von Eva Pflug im "Frosch" (an einen Stuhl gefesselt, zudem sagt sie beinahe das gleiche). Die Darsteller spielen ohne Fehl und Tadel - Fuchsberger trägt den Film mühelos, auch wenn man auf den Blacky-Gag besser verzichtet hätte. Auch an Karin Dors Leistung gibt es nicht das geringste auszusetzen - sie spielt die klassische Wallace-Rolle der bedrohten Unschuld überaus sympathisch. Beiger, Eppler, Saebisch, Flickenschildt und Rasp in prägnanten Nebenrollen garantieren die gewohnte schauspielerische Qualität. Alf Marholm kommt vor dem Finale etwas zu kurz und fällt bis dahin nur durch seine theatralische "Ich bin ruiniert"-Tirade nach Monkfords Ermordung auf. Bei der allerersten Filmsichtung wusste ich bei seiner "Demaskierung" damals gar nicht, welche Rolle diese Person vorher im Film gespielt hatte. Fuchsberger und Dor begründen hier ihren Ruf als Krimi-Traumpaar - kurioserweise war dies auch schon der letzte Wallace-Film, der für beide mit einem gemeinsamen Happy-End endete - ansonsten lebten sie ihre Liebe vor der Kamera in der Folge vor allem in Konkurrenzproduktionen aus. Eddi Arent gelingt eine exzellente komödiantische Darstellung und lässt es nicht zu, dass seine potenziell alberne Rolle zur Witzfigur degradiert wird.

    Die Musik von Heinz Funk hat zwar kein Ohrwurmpotenzial, wirkt aber durchaus spannungsfördernd und passend, etwa in der Szene, wenn der tote Crayley entdeckt wird (ein wenig fühlte ich mich an Oskar Sala erinnert). Bemerkenswert im Übrigen, dass der dänische Szenenbildner Erik Aaes auch diesen Film ausstatten durfte, obwohl in Bendestorf und nicht in Hellerup gedreht wurde. Offensichtlich war man von seiner Arbeit für "Frosch" und "Kreis" so überzeugt, dass man keinesfalls auf ihn verzichten wollte.

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