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  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Baal1985 im Beitrag #22
    Obwohl das etwas widersprüchlich ist mit dem, was Jane sagt. Angeblich hat ihr Vater sie ja in Dorothys Wohnung schon vorher angerufen. Andererseits wird als er neben Sarg steht, der Kamerafokus auf die Uhr gelegt. Warum sollte das getan werden, wenn ihm dabei nicht etwas auffällt? Nämlich, dass der Kapitän gar nicht tot ist.


    Dass die Szene mit dem Anruf viel zu früh eingeschnitten wurde, hatte ich ja auch schon bemerkt. Das wäre natürlich ein logischer Zeitpunkt.

    Oder Connery fällt die Uhr auf und er hofft, dass keinem sonst die Uhr aufgefallen ist. Mit seinem Kommentar prüft er dann, ob Sir John eventuell bereits Verdacht geschöpft hat.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #12
    die gewohnte homosexuelle Nebenfigur


    Gewohnt? Welche und wie viele hatten wir denn schon? Und wen haben wir hier? Und woran machst du das fest? Ich habe vor kurzem "Vier gegen die Bank" gesehen und von den Manierismen her würde man Herbert Böttichers Modeschöpfer sicher als typisch homosexuell gezeichnet bezeichnen können, vom Drehbuch her hat er allerdings Frau und uneheliches Kind. Von daher bin ich mittlerweile bei solchen Kategorisierungen vorsichtig. Richtig offensichtlich und offen angesprochen wird es bei Wallace doch erst im Glasauge mit "Softy".

    Zitat von Gubanov im Beitrag #12
    Wo ist da der frische Wind?


    Frischer Wind (wie bereits genannt London-Aufnahmen, stärkere Verortung in den Sixties, Auflockerung der Besetzung, keine absurden technischen Gimmicks, keine Verbrecherpyramide, Titelsong, ein Schuss Multikulti-Exotik) muss ja nicht gleich heißen völliges Umkrempeln. Man muss dem Zuschauer schon noch genug gewohntes bieten und es bleibt natürlich ein Alfred-Vohrer-Film. Später sollte man natürlich noch viel weiter abweichen, was aber auch nicht immer von Erfolg gekrönt war. Bei der "Nonne" ist man ja bereits ziemlich abgewichen und es wurde vom Publikum weniger gedankt als man wahrscheinlich gehofft hatte.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #8
    Leidet da etwa jemand an PED, Post Eurovision Depression? Nach einem Zwischenhoch beim „Hund“ muss ich leider wieder stärker herummäkeln. Von Farbwallace-Sieger kann in Anbetracht der britischen und italienischen Konkurrenz ohnehin bei keinem der Vohrer-Filme die Rede sein, aber selbst innerhalb der „Berliner Gruppe“ gibt es mit dem „Hund“ für mein Dafürhalten einen deutlich gelungeneren Aspiranten. Die deiner Meinung nach vorherrschende „ungemein hohe britische Atmosphäre“ muss ich dann doch mit der Lupe suchen. Sonst stimme ich dir in vielen Punkten zu.


    PED? Sehr gut möglich! Hauptgrund der schnellen Sichtung war allerdings ähnlich wie bei "Der Mönch mit der Peitsche" die Blu-Ray (ja, auch "Im Banne des Unheimlichen" habe ich so gesehen ein paar Tage zu früh geschaut).

    Und die ungemein hohe britische Atmosphäre hängt natürlich davon ab, womit man den Film vergleicht. Gegen "Nonne" verliert "Banne" natürlich. Aber direkt nach "Hand", "Peitschenmönch" und "Hund" geschaut, fühlte es sich beinahe an wie eine Offenbarung.

    Volle Zustimmung überdies zur Prätitelsequenz und dem Lachen aus dem Lautsprecher. Darüber bin ich auch gestolpert.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von tilomagnet im Beitrag #6
    Remake: Nicht der BOGENSCHÜTZE stand hier Pate, sondern wohl offensichtlich die BANDE DES SCHRECKENS. Die Parallelen zwischen Shelton und dem Zombie sind klar. Auch den Suizid der (Haupt-)Täterin durch eine Giftnadel hat man gern übernommen.


    Kein Problem. Die meisten Farbfilme sind ja von mehr als einem Vorgänger inspiriert. Also geht auch "Bande" und "Bogenschütze".

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Baal1985 im Beitrag #3
    Drei Mädchen müssen sterben um die Aufmerksamkeit von der vierten abzulenken.


    Das ist eigentlich ein klassisches Motiv, das bereits Agatha Christie verwendet hat ("Die Morde des Herrn ABC"). Von daher fällt es mir relativ leicht, das zu schlucken.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    The Space of Today…

    Füllen wir doch die Leere der heutigen Zeit mal mit einer Rezension von „Im Banne des Unheimlichen“. Vor einiger Zeit hätte ich den Film noch ohne zu zögern als meinen Lieblings-Farb-Wallace bezeichnet. Jetzt wäre ich mit dieser Äußerung schon etwas zögerlicher. Allerdings – so möchte ich betonen – liegt das weniger an der Qualität des „Unheimlichen“ als an dem Umstand, dass ich im Zuge der wöchentlichen Sichtungen nun auch wieder „Peitschenmönch“ und „Hund“ für mich wiederentdeckt habe.

    Constantin Film bringt: Einen Alfred Vohrer Film

    Spätestens jetzt mit dem vierten Film in Folge sind die Namen Vohrer und Wallace zu Synonymen geworden. Es scheint den einen ohne den anderen nicht mehr geben zu können. Dennoch sieht man sich bei diesem Film einigen wichtigen Änderungen gegenüber, die gerade zur richtigen Zeit kommen, um der Reihe ein wenig frischen Wind zu geben.

    Natürlich, man bleibt dem Prinzip des humoristisch aufgelockerten Gruselkrimis mit Fokus auf temporeicher Unterhaltung treu, aber: Wo sind die Schlangen? Wo sind die Gimmicks? Wo ist die Verbrecherpyramide? Endlich hat man es mal wieder mit einem Einzeltäter zu tun (duldende Mitwisserin mal außen vor gelassen), der – man glaubt es kaum – auch noch selbst mordet! Und das sogar ziemlich stringent. Was für eine erfrischende Abwechslung ist es doch, wenn man einmal dem Drehbuch eines anderen Autoren eine Chance gibt.

    Sir John wäre das nicht passiert!

    Natürlich lassen sich auch hier wie bei beinahe allen Farbfilmen gewisse Parallelen zu ähnlich gelagerten Schwarz-Weiß-Pendants finden. Im Falle des kostümierten Rächers selbst erlittenen Unrechts drängt sich natürlich „Der grüne Bogenschütze“ auf. Und hier wie dort wird Scotland Yard letztendlich zum Komplizen des Täters, indem der letzte und entscheidende Mord nicht verhindert wird. Während beim Bogenschützen nach wie vor unklar ist, warum man Bellamy nach der Befreiung von Elaine nicht direkt verhaftet hat, liegt die Schuld hier eindeutig bei dem ignoranten Eifer des neuen Yard-Chefs. Da hat man wohl doch den Falschen pensioniert.

    London Calling

    Nachdem der „Hund“ irgendwie aus Raum und Zeit gefallen schien, finden wir uns im „Unheimlichen“ nicht nur in den Swinging Sixties, sondern nach mehreren Filmen auch eindeutig im Vereinigten Königreich wieder. Neben den London-Aufnahmen ist es vor allem das Multi-Kulti vor (Casper, Ramiro, Restaurant, Bar) und hinter (Mattson, Strömberg, Lindfors, Powell) der Kamera, das für eine ungemein hohe britische Atmosphäre und einen Flair von Internationalität sorgt.

    Von internationalem Format ist auch die schauspielerische Leistung Wolfgang Kielings. Sein Mitwirken ist eine enorme Aufwertung der Reihe. Sein Gastspiel beeindruckt. Weniger einnehmend fand ich dieses Mal allerdings Siw Mattson, die auch (oder vielleicht sogar besser?) in eine Schlagerkomödie der Zeit gepasst hätte und aus sich selbst heraus trotz ordentlicher Rollenanlage und Emma-Peel-Dress kaum Krimi-Atmosphäre zu versprühen vermag. Weitaus besser gelingt das schon den zwielichtigen Damen Farell, Grosser und Schneider. Auch die Herren Braun und Spier wissen Akzente zu setzen. Hans Krull fand ich dagegen immer etwas unscheinbar und Rauch ist als Klinikchef bei weitem nicht so überzeugend wie als Kleinganove. In seinem Fall würde ich tatsächlich von Fehlbesetzung sprechen. Da wäre weitaus mehr möglich gewesen!

    Allerdings, wenn man bedenkt, was einem die anderen Akteure bieten, ist das Jammern auf hohem Niveau. Von Meyerinck eingeschlossen. Sein Zusammenspiel mit Fuchsberger funktioniert – obwohl etwas weniger herzlich anmutend – fast ebenso gut wie das zwischen Fuchsberger und Schürenberg. Abgesehen davon sollte Sir Arthur im Folgefilm noch dümmer und lüsterner werden. Ich freue mich darauf. Nicht. Hier macht er jedoch – gerade auch im nächtlichen Feldeinsatz – keine so schlechte Figur. Ein schöner Seitenhieb ist auch sein Satz: „Ich finde es wirklich albern, dass Sie sich die Geheimnisse immer bis zum Schluss aufsparen, Higgins.“ Bedenkt man die finalen Enthüllungen im letzten Higgins-Film „Der Mönch mit der Peitsche“, trifft diese Bemerkung wirklich voll ins Schwarze!

    Ich heiße Lars und komm‘ vom Mars…

    … möchte man angesichts der Maske von Mosbacher zusammen mit Jürgen von der Lippe singen. Womit wir nach all dem Licht bei der Schattenseite des Films angelangt wären. Was nützt es, Abstand von hanebüchenen Gimmicks zu nehmen, wenn stattdessen ein Major Plot Point einfach nicht stimmig ist? Nicht nur, dass einem ein grünes Männchen als Kreole angedreht wird, der Zuschauer soll auch noch schlucken, dass niemand Sir Oliver in dieser Aufmachung erkennt. Nein, da hätte es zwingend eine andere Lösung geben müssen. Da war ja selbst Limes Portland noch besser verkleidet. Und der war schon grenzwertig. Abgesehen davon steht es überdies auf wackligen Beinen, dass eine Uhr neben der Leiche ausgereicht haben soll, um Sir Oliver nach dem Flugzeugabsturz zu identifizieren. Warum hat man dort nicht schon den Stahlnagel in der Hüfte gesucht?

    Ein bisschen konstruiert auch, dass Prof Bound die Schwester des verunglückten Flugkapitäns ist. Andererseits ist es natürlich auch wieder ein wallace-typisches Stilmittel, dass am Ende alle irgendwie miteinander verbunden sind.

    Was schließlich den „Knochenkopp mit dem Zylinder“ angeht, empfand ich dessen Wirkung als schwankend zwischen lächerlich, absurd und wirklich unheimlich. Als positives Beispiel für Letzteres sei exemplarisch der Überfall auf Peggy Ward in ihrer Wohnung genannt. Wirkungsvoll eingefangen mit Gruselfilm-Qualität.

    Fazit

    Schluckt man die offensichtliche Kröte „Ramiro“, bietet der Film beinahe alles, was man sich für einen thrilligen Gruselkrimi wünscht. Stimmungsvolle Aufnahmen, akzentuierende Musik, zwielichtige Gestalten, Tempo sowie eine überdurchschnittlich schlüssige Story. Einzig die Kamera war mir bisweilen etwas zu dicht an den Personen dran, so dass mir Bild und Atmosphäre etwas beengt vorkamen. Insgesamt das Potential nicht ganz ausgeschöpft, aber ein Highlight nichtsdestotrotz.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Ab wann, glaubt ihr, wechselt eigentlich Connery die Seiten? Am Anfang stiftet er ja mit dem Transport der Leiche noch Verwirrung bei den bösen Buben.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Auf der einen Seite steht allerdings nicht nur das Schachbrett. Da passiert schon noch mehr Unfug, wie ich recht ausschweifend ausgeführt habe (dass Doc Addams einfach so ohne wirklichen Grund auch noch den Hausburschen umbringen will, habe ich sogar noch gar nicht erwähnt). Außerdem habe ich auch gar nicht gemeint, dass das Schachbrett alle Gimmicks des Peitschenmönchs aufwiegen soll. Ich hätte wohl besser schreiben sollen "als eines der diversen Gimmicks", um es verständlicher zu machen. Wie schwer die einzelnen Dinge wiegen, soll natürlich jeder für sich selbst beurteilen dürfen.

    "Viel hilft viel" scheint jedenfalls sowohl das Motto von Portland (Giftgas, Peitsche, Erfüllungsgehilfen mit perfektem Alibi) als auch von Wilson zu sein (blutrünstiger Hunde, Giftzähne, er selbst mit perfektem Alibi). Das sind zwei Verbrecher, die aus demselben hanebüchenen Universum stammen.

    Wie und woran ist eigentlich Ken Nelson gestorben?

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #2
    Vohrer schraubte zudem den Humor und hanebüchenen Unsinn zugunsten einer geheimnisvoll und doch stringent erzählten Geschichte zurück (...)


    Diese rosarote Brille hatte ich bei meiner gestrigen Sichtung definitiv nicht auf.

    Es beginnt schon bei der Vortitelsequenz. Es ergibt absolut keinen Sinn, den Wegweiser zu verdrehen. Tucker soll schließlich nicht in ein Moorloch gelockt, sondern vom Hund erlegt werden. Und da die Leiche hinterher ohnehin abtransportiert und versenkt wird, ist es auch egal ob der Tatort in der Nähe des Schlosses ist oder nicht. Und was das Schachbrett - abgesehen von der oben erwähnten dramaturgischen Funktion - weniger hanebüchen machen soll als die diversen Gimmicks im Peitschenmönch, erschließt sich mir auch nicht. Captain Wilson wäre besser mit einem Sarg beraten gewesen, den er auch von innen öffnen kann. Sicher, es ist natürlich nachvollziehbarer, wenn man sich einiger Tiere als Mordwerkzeuge bedient, die man ohnehin schon in seinem Schloss hält, als dass man Gefängnisse unterwandert, ein neuartiges Gift entwickeln und eine peitschende Zirkusartistin herumgeistern lässt. Aber immerhin hatte Portland noch ein schlüssiges Motiv. Connery hätte er die Hälfte der Beute abgegeben, aber seine ehemaligen Komplizen bringt der Kapitän lieber um, anstatt mit ihnen zu teilen? Nicht sehr konsequent der Mann.

    Auch auf der Seite des Gesetzes gibt es so einigen Unfug zu ertragen. Kein Inspektor frei? Really? In der Umgebung von Blackwood Castle muss es doch zumindest irgendwo einen Dorfconstable geben. So lange ich bei Scotland Yard bin, ist es noch nie bei einem bescheiden Toten geblieben? Stimmt! Wie der Peitschenmönch bewiesen hat, mordet man in England sicherheitshalber im Dutzend, auch wenn man nur eine Person aus dem Weg räumen will. Macht die gepeinigte Hausfrau, die ihrem untreuen Gatten eins mit der Bratpfanne überzieht, sicher genauso! Und dann dieser hirnverbrannt dämliche Gedanke von Miss Finlay, ohne Patronen im Magazin wäre Sir John sicherer. Klar. Wer schießt, der kann mit Gegenwehr rechnen. Aber wer sich im Glauben an eine geladene Waffe sicher fühlt, der kann sehr schnell auch sehr alt aussehen, wenn ein Schuss gar nicht losgeht (oder nach hinten wie im Abt). Aber gut. Auch das ist selbstverständlich der Dramaturgie geschuldet. Dass Miss Finlay ihren Chef dann später sogar niederschlägt, ist purer Slapstick. Aber in einem Land, in dem es reicht, der Polizei lediglich eine Detektiv-Visitenkarte vorzulegen, um sich von jedem Verdacht reinzuwaschen, und ohnehin nur verhaftet werde, wenn ich mich selbst noch einmal melde, wäre ich auch gerne Verbrecher!

    Ein großer Fauxpas ist darüber hinaus ein grober Schnitt- oder Ablauffehler. Was sagt Jane Wilson am Ende? Ihr Vater hielt sie für Dorothy und gab sich nicht damit zufrieden, dass Fairbanks verhaftet wäre? Dumm nur, dass sie den Anruf bekommt bevor Fairbanks verhaftet wird!

    Dass man bei Grimsbys Dienstkleidung denkt, das "Old Inn" wäre das Wirtshaus im Spessart zu Zeiten des Räuberhauptmanns, und dass das Schloss nun wirklich nicht den Eindruck macht, als hätte dort bis vor kurzem noch jemand gewohnt, sind da nur noch das Tüpfelchen auf dem I. Nachdem man im vorherigen Film ganz eindeutig in den Swinging Sixties verortet war, ist man nun wieder in eine heruntergekommene Parallelwelt gefallen. Ähnlich wie in der blauen Hand wirken auch hier die Hauptschauplätze - besonders in Bluray-Qualität - wieder sehr schäbig und studiohaft. Erstaunlicherweise wirkt die Atmosphäre dennoch sehr viel freundlicher.

    Einen großen Anteil daran hat natürlich die großartige Agnes Windeck, von deren sympathisch-kauzigem Spiel der Film mindestens genauso lebt wie von den exzellenten Herbstaufnahmen der Pfaueninsel und der genialen Musikuntermalung inklusive Titel-"Song". Ich weiß, letzterer spaltet die Fans, aber ich bin da ganz klar auf der Pro-Seite!

    Besonders stark inszeniert auch Jane Wilsons erste Nacht im Schloss. Das hat trotz Klappergestell echte Gruselfilmqualität! Es hätte mich nicht gewundert, wenn hinter dem Vorhang mit den Stiefeln plötzlich Graf Dracula, Freddy Krueger oder die blaue Hand erschienen wäre. Dass dort nichts ist, kehrt im Übrigen wunderschön die ähnliche Szene im Petit Maxim in der Hand um. Die unschuldige Heldin nachts alleine in einer feindlich gesonnenen Umgebung ist zudem ein Bild, wie es auch Edgar Wallace himself des Öfteren in seinen Romanen zu zeichnen wusste. Wallace-Faktor also definitiv vorhanden.

    Karin Baal füllt ihre Rolle auch sehr passend aus. Ihr gelingt einmal mehr der richtige Mix aus bedrohter Unschuld und selbstbewusster, bzw. -bestimmter junger Frau. Auch über die anderen Schauspieler weiß ich nichts Negatives zu sagen. Etwas schade ist es nur um Harry Wüstenhagen und Hans Söhnker, deren Charaktere leider viel zu schnell ins Gras beißen müssen. Man hätte sie gerne länger und mit etwas dankbareren Rollen im Film gesehen.

    Fazit
    Auch wenn man es zu Beginn meiner Rezension nicht für möglich gehalten hätte, aber ich komme zu demselben Schluss wie Gubanov. Der Film überspielt gekonnt seine Schwächen und bietet in bester Conan-Doyle-Manier mit seiner tödlichen Jagd nach einem Millionenvermögen wohlige Erinnerungen an ähnlich gestrickte Klassiker der Reihe wie "Die Tür mit den sieben Schlössern" oder "Die Gruft mit dem Rätselschloss". Außerdem ist der Hund ein Film, der bildet. Ich wusste vorher gar nicht, dass "Scheiße" damals auch schon so ein beliebter Kraftausdruck war.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #8
    Warum dieses lächerliche Schachspiel - Grimsby im Schloss drückt einen Knopf, damit es dann am Schachspiel blinkt und der Lord dort an einer Figur dreht, so dass dann der Sarg aufgeht? Was für ein Stuss - noch dazu ohne jede dramaturgische Not.


    Doch, die dramaturgische Not ist gegeben. Und auch die einzige Entschuldigung für diesen Stuß. Läge das Öffnen des Sargs nicht in den Händen von Doc Addams und Lord Beverton, hätten sie am Ende auch nicht versuchen können, Wilson dort drin zu lassen, um sich selbst die Juwelen anzueignen.

  • Grand PrixDatum19.05.2019 03:10
    Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #840
    + Fazit nach allen 26 Liedern (hätte in der Vorentscheidungszeit nicht gedacht, dass ich das sagen würde): War das songmäßig vielleicht das beste Finale der Dekade? Da war ja kaum etwas Schwaches und wenig langweiliges Juryfutter dabei.


    Ich würde sagen: Ja! Zumindest hatte ich ebenfalls diesen Eindruck. Da hätte es jeder Act aus unserem eigenen Vorentscheid verdammt schwer gehabt.

    Für mich war die Wertung auch ein italienischer Nervenkrimi. "Nur" Patz 2 und damit knapp am Sieg vorbei, entlässt einen schon ein wenig enttäuscht. Mit Platz 6 bis 10 hätte ich eher leben können. Darauf hatte ich mich nämlich innerlich bereits eingestellt. So bin ich jetzt doch ein wenig traurig.

    Auf jeden Fall: Glückwunsch an die Niederlande! Sowie an Nordmazedonien und San Marino mit ihren besten Platzierungen ever.

  • Grand PrixDatum17.05.2019 11:10
    Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Bei mir sind es bei meinem Pre-Show-Tipp nur sieben Richtige. Hätten Acht sein können, da ich die ganze Zeit zwischen Kroatien und Malta geschwankt habe. Während der Show wurde mir dann klar, dass Kroatien mit dieser Performance hochkantig rausfliegt. Womit hat der arme Junge nur so ein Staging verdient gehabt?

    Armenien hatte ich auch in meinem Tipp drin. Aber Srbuk wirkte alleine auf der Bühne einfach verloren. Die habe ich dann während der Show auch abgeschrieben. Österreich hatte ich allerdings auch nach Sichtung des Auftritts noch fest drin. Das tut mir echt leid, dass Paenda nicht weiter ist. Dabei war das doch nicht minder zerbrechlich und intim als der Niederländer. Komische Welt.

    Albanien fand ich bereits seit dem ersten Hören letztes Jahr sehr einnehmend. Da hätte ich auf mein erstes Gefühl vertrauen sollen. Ich hatte mittlerweile nicht mehr zu hoffen gewagt, dass Jonida (und die nordmazedonische Tamara) ins Finale einzieht (einziehen).

    Ansonsten waren meine Tops: Norwegen (nach einem Zwischentief ist der Funke gestern Abend wieder übergesprungen), Niederlande (definately the one to beat), Aserbaidschan (guter Closer für die Show), Russland (nach wie vor ein toller Sänger) und die Schweiz (mein gestriger Wow-Moment).

    Meine Anrufe - von zwei Apparaten - gingen an Schweiz (20), Österreich (5) und Albanien (2). Das zweite Semi war auf jeden Fall das bessere der beiden.

  • Grand PrixDatum15.05.2019 11:23
    Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #835
    Meine Eindrücke zum heutigen ersten Semi des ESC 2019 in schamlos von Count kopierter Kurzform:


    Und ich kann es noch kürzer machen: Ich kann jeden deiner Sätze unterschreiben.

    Bis auf den letzten. Meine Quote war nur 8 von 10. Neben San Marino (knapp draußen) hatte ich auch Weißrussland draußen gesehen. Da hat mir wohl meine eigene Antipathie gegen "I like it" den Verstand ein bisschen vernebelt.

    Island und Australien fand ich ebenfalls am beeindruckendsten. Hatari mun sigra!

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #12
    - Die Verkleidung von Higgins als 2. Mönch ist noch sinnloser. Das Motiv: der Täter soll nervös werden und einen Fehler machen. Hat ja super geklappt.


    Das eine scheinbar geniale Idee am Ende doch nicht so funktioniert, wie sie soll (in dem Fall, weil Higgins den Hintermann und seine stramme Organisation eben unterschätzt), würde ich dem Film nicht zum Vorwurf machen. Das kommt im Leben doch auch oft genug vor.

    Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #12
    - Warum klettert Bartling bei der Verfolgung im Schwimmbad ausgerechnet aufs Sprungbrett? Noch dümmer weil auswegloser geht es doch wohl kaum.



    Wird wohl ähnliche Gründe haben wie bei Horrorfilm-Opfern auf der Flucht vor dem Serienkiller.

    Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #12
    - Die wichtigste Frage: wenn nach Ann Portlands Tod sowieso alles an ihren Onkel fällt - warum hat er sie nicht einfach umbringen lassen - sondern betreibt den ganzen Aufwand, und sagt auch noch explizit, dass er sie brauche?


    Warum er sie nicht einfach umbringen lässt, sondern eine ganze Mordserie ins Leben ruft, erklärt er selbst: "Anne allein? Zu auffällig, Inspektor." Warum er sie jedoch am Ende einsperren und nicht direkt töten lässt, entzieht sich allerdings sowohl meiner Kenntnis als auch meiner Logik.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #4
    Diesen Lobreden kann ich mich leider nicht im Geringsten anschließen:


    Das habe ich mir schon gedacht.

    Obwohl noch weniger Punkte als die "Hand" ist dennoch enttäuschend.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #1
    Immerhin schnitt „Der Mönch mit der Peitsche“ im letzten Wallace-Grandprix als bester Farbfilm ab. Ein gerechtfertigtes Urteil?


    In meinen Augen ein klares: Ja!

    "Der Mönch mit der Peitsche" mag nicht der beste, ambitionierteste, gruseligste oder spannendste Farb-Wallace sein, aber für mich ist er in jedem Fall der unterhaltsamste. Um ehrlich zu sein, habe ich seit Beginn der Besprechungen nur auf diesen Film in Blu-Ray-Qualität gewartet und ihn dann auch schon Anfang der vergangenen Woche angeschaut.

    Die Farbgestaltung zeigt sich hier auf dem Höhepunkt und gänzlich "Swinging Sixties"-artig, fügt dem aber im Gegensatz zur hellen und beinahe schon freundlichen "Nonne" auch ausreichend düstere Szenen hinzu. Allein schon wie der rote Mönch die gelbe Grit Böttcher durch die Nacht jagt, ist ikonisch. Auch die Qualität der Bauten und Schauplätze hat sich für meine Begriffe im Vergleich mit dem Vorgängerfilm gesteigert. Gefängnis, Schwimmbad und Internat wirken realer und weitaus weniger heruntergekommen und studiohaft.

    Ansonsten überzeugt der Film vor allem auch durch seinen Ideenreichtum. Da werden bunt eine Mad-Scientist-Giftgas-Entdeckung mitsamt futuristischer Sprühpistole, ein peitschenschwingender Mönch, ein Schurke mit einem Hideout wie aus einem Agentenfilm, ein unter Rücksitzen verstecktes Gangsterfilm-Maschinengewehr und ein mabuseartiges Gefängnis, das für manche keines ist, gemischt. Selbst ein gehöriger Schuss Agatha Christie ist beigemengt. Wie in "Die Morde des Herrn ABC" werden mehrere Morde begangen, um einen zu vertuschen. Alles nicht neu, aber in der Mischung irgendwie einzigartig. Dass einer der Hauptschauplätze mal wieder ein Mädchenheim ist, ist insofern nicht schlimm, da es zum Glück weit weniger exploitativ daherkommt als noch im Buckligen und alles beinahe schon züchtig und stilvoll erscheint. Trotz aller angedeuteten Eskapaden im Gartenhaus.

    Passend untermalt wird die ganze Sause von treibenden Böttcher-Sounds. Definitiv einer meiner Lieblingsscores der Reihe.

    Auch auf Seiten der Schauspieler überzeugt der Film. Böttcher spielt einprägsamer als noch unter Gottlieb im Abt, Fuchsberger sehr lässig (beinahe schon amerikanisch respektlos), Georg beeindruckend abstoßend. Besonders in Hochform - wenn nicht sogar in seiner Höchstform! - zeigt sich allerdings Siegfried Schürenberg. Es ist eine Freude zu sehen, mit wie viel Elan sich sein Sir John in die Ermittlungen stürzt. Ein besonderer Leckerbissen ist dabei das Verhör von Mr. Denver. Für mich eine der besten Szenen der Reihe, in der sich Humor und Ernst kongenial die Waage halten.

    Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Kann es bei dieser Art von Film auch gar nicht sein. Daher hier auch noch ein paar Ermittlungsergebnisse der Logik-Polizei:

    Warum wurde überhaupt ein neues Gift in Auftrag gegeben? Normale Blausäure hätte es genauso getan.

    Wieso holt der Mönch nachts das Buch aus Pams Schrank? Wenn man weiß, wer unter der Kutte steckt, fragt man sich doch, ob diese Person nicht andere Möglichkeiten gehabt hätte unbemerkt in das Schlafzimmer zu kommen, wenn eben keine Mädchen dort sind.

    Warum verfolgt der Mönch Betty Falks, wenn Keeney sie doch im Bus umbringen soll, zu dem sie sowieso unterwegs ist?

    Fazit
    Kindisches Machwerk oder kindliches Vergnügen? Für mich definitiv letzteres!

  • Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23)Datum09.05.2019 07:19
    Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #19
    Nun habe ich den Film erstmals gesehen, seitdem mir bekannt ist, dass nach dem Skript ursprünglich der Anwalt der "Boss" sein sollte.


    Weitaus schlüssiger. Auch dramaturgisch. Durch das Verschwinden Richards und sein Bereitlegen der Klamotten soll der Verdacht natürlich auf ihn gelenkt werden, bis sich am Ende herausstellt, dass er bereits tot ist. Der letzte Twist, dass er nicht tot, sondern der Boss ist, gibt da nicht wirklich viel Mehrwert. Besonders da er nur festgeschnallt vor sich hin starrt. Man kann auch zu viel twisten. Der Satz von Dave, man hätte Richard umgebracht, weil sie dachten es sei Dave, ergibt vor dem Hintergrund, dass sowieso alle Emerson-Kinder aus dem Weg geräumt werden sollten, auch keinen Sinn. Aber gut, dass kann Irrtum des Charakters sein. Erst Recht keinen Sinn ergibt aber, dass es überhaupt eine Leichenpuppe von Richard in einem versteckten Geheimgang gibt. Eine echte Leiche dort zu verstecken, wäre weitaus nachvollziehbarer gewesen.

  • Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23)Datum08.05.2019 21:13
    Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #17
    Umgekehrt? Richard zunächst zu töten, schließt nicht aus, ihm dennoch irgendwann zu helfen? Dieser Thread ist ebenso verwirrend wie der Film.


    Ja, die Hand färbt ab.

    Ich meinte mit umgekehrt, dass Richard Douglas tötet, sollte der Anwalt aufmüpfig werden.

  • Bewertet: "Die blaue Hand" (1967, 23)Datum08.05.2019 19:54
    Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #12
    Und was hat der Anwalt Douglas nun davon, Richard Emerson zu helfen ? Da er doch Lady Emerson heiraten will, sollte er doch bestrebt sein, alle ihre Stiefkinder auszurotten. Sonst bleibt ihm doch nur ein Handgeld statt des Millionenvermögens. Aber das Ende des Filmes ist wirklich sowieso eines der unbefriedigtsten der ganzen Reihe, ganz ohne Zweifel.


    Ich wollte diesen Umstand auch zuerst erwähnen. Aber Richard zunächst zu helfen, schließt ja nicht aus, ihn dennoch irgendwann zu töten. Oder umgekehrt. Die Überführung kam da wohl dem Showdown der beiden zuvor.

    Ansonsten schließe ich mich an, was Musik in Hand und Peitschenmönch betrifft. Und auch Vohrer ist hier durchaus für einige Szenen zu loben. Dennoch muss ich weiterhin konstatieren, dass mir nichts fehlen würde, wenn es die Hand nicht gäbe.


    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #14
    Bei mir auf der DVD-Hülle steht bei der "blauen Hand" aber FSK 12 drauf. Und das ist schon eine in der ungekürzten Version.


    Filme werden von Zeit zu Zeit nachbegutachtet.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #35
    Look und derartige Storys findet man in sehr ähnlicher Form in den genannten Serien (daher wahrscheinlich mangels Bedarfs weniger im Film, jedenfalls fällt mir jetzt spontan keiner ein), die zudem mit überzeugenderen Hauptdarstellern aufwarten können und die nötige Prise (mehr) an Humor haben, um das kuriose Treiben ein wenig aufzubrechen. Daher würde ich eine durchschnittliche Folge dieser Serien stets vorziehen.


    Dann ist es ja umso besser, dass ich noch nie irgendeine Folge dieser Serien gesehen habe. Dann kann ich die Nonne wenigstens noch weiterhin genießen.

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