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  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #34
    1. Es werden keine schwammigen Kategorien mehr abgefragt. Eine „freie Wertung“ entfällt. Eine Einschätzung des Wallace-Faktors entfällt ebenfalls aus zwei Gründen: Einerseits scheint keine Einigkeit darüber zu herrschen, was diesen Wallace-Faktor auszeichnet (Romantreue vs. Sixties-Flair); andererseits ist das Vorhandensein eines solchen Faktors kein eindeutiges Qualitätsmerkmal auf der gleichen Ebene wie eine gute Regie oder eine glaubwürdige Story oder Besetzung.


    Das finde ich ein bisschen schade. Durch diese Fokussierung auf die einzelnen handwerklichen Bausteine eines Films, geht mir so ein bisschen der Blick auf das komplette Produkt ab. Also so etwas wie "Gesamteindruck - Wie greifen die einzelnen Teile ineinander? Ergeben sie ein überzeugendes Ganzes?" oder ist das unter die Leistung des Regisseurs (quasi als Oberaufseher über den Film) zu packen?

    Und der Wallace-Faktor wäre für mich beides. Bei den Schwarzweiß-Filmen mit Fokus auf Romantreue und bei den farbigen definiert sich "Wallace" bei mir hauptsächlich durch de Sixties-Flair. Aber allein das wäre im Sinne einer objektiven Wertung wohl schon inkonsequent. Von daher wahrscheinlich gut, dass es diese Kategorie nicht mehr gibt.

    Mit diesem Fokus auf das Handwerk wolltest du aber nicht unauffällig die Giallis stärken, oder? Denen brach der Wallace-Faktor ja öfters mal das Genick.

    Und was ich vom Streichen von Extremwertungen halten soll, da muss ich auch erst einmal darüber nachdenken. Insgesamt kommt mir diese Auflage des Grandprixs durch diese Kriterien und Regeln doch recht "technisch" vor. Die Berücksichtigung des "Wallace-Fan-Herzen" fehlt mir ein wenig. Zumindest dem Ersteindruck nach (kann sich aber noch ändern). Aber spannend wird es auf jeden Fall. Ich freue mich auf die Ergebnisse!

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Wer bei der Ergebnisprognose nicht klassisch wettet, dem ist entweder nicht mehr zu helfen oder er hat die Wallace-der-Woche-Besprechungen so genau analysiert, dass er die versteckten Außenseiterlieblinge identifiziert hat.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Ist zwar schon länger her, dass ich die Narzissen gelesen habe, aber bei Milburgh musste ich damals immer an Werner Peters denken.

  • Der WiXXer - Die DVDDatum25.07.2019 12:25
    Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Sehr coole Cover! Und der WiXXer ist tatsächlich schon 15 Jahre her? Wie die Zeit vergeht...

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #6
    (...) oder verwechsele ich das mit der Vase?


    An die Vasenszene hatte ich auch zuerst gedacht. Das habe ich gerade geprüft. Da habe ich jetzt keine Ähnlichkeit feststellen können.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Ray im Beitrag #22
    Fand es insgesamt schwierig, Kategorie 1 von 2 abzuschichten, weil ich bei meinen WDW-Wertungen versucht habe, das miteinander in Einklang zu bringen, (...)


    Ich habe in Kategorie 1 nach Gefühl bewertet. In Einklang bringe ich alles erst in der Hauptrunde.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #16
    Ich hoffe, deine bestbewerteten Filme in den Gruppenrunden werden nicht deine Lieblingsfilme, sondern die, die du als am hochwertigsten eingeschätzt hast (wobei es da ja durchaus Überschneidungen geben kann).


    Aha. Treffen die also eher deinen Geschmack?

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Was bei mir auch noch interessant wird zu sehen: Ob meine Top-14-Lieblingsfilme in der Vorrunde auch meine bestbewertetsten in der Hauptrunde werden. Da ich ja beim Wallace der Woche noch keine Punkte vergeben habe, habe ich die Lieblingsfilme rein nach Gefühl ausgewählt.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Wertung abgegeben.

    Bei Liebling und Erfolg habe ich differenziert gewertet (je zweimal 5, 4, 3, je viermal 2, 1), bei Handwerk habe ich mir das nicht zugetraut. Da gab es dann einfach neunmal 4 Punkte.

    Ist allerdings ein bisschen schwierig, den Erfolg abzuschätzen, wenn man Anzahl und Art der Einzelkategorien noch nicht kennt.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Der EW-Grandprix ist eben nach wie vor ein Event, den keiner verpassen will. Echt toll!

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Bis jetzt die wilde Dreizehn. ... "Kommen da noch mehr?"

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von DanielL im Beitrag #11
    Nachdem ja die Damen der Reihe nach dem Killer zum Opfer fallen, hätte es durchaus gepasst, das Giulia als letztlich bedrohte über sich hinauswächst und den Täter "schafft", wobei Mario eher ihr Sidekick wäre.


    Das "Final Girl" kam erst später mit den Slashern in Mode, oder?

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Count Villain im Beitrag #18
    Vielleicht im Hinblick auf die Quintessenz eines Wallace, aber doch im Hinblick auf die durchlaufene Entwicklung der Reihe.


    Oha, da fehlt ein wichtiges Wort:

    Vielleicht nicht im Hinblick auf die Quintessenz eines Wallace, aber doch im Hinblick auf die durchlaufene Entwicklung der Reihe.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    London? Rom? Hauptsache Wallace!

    Ein bisschen Wehmut überkommt einen nun doch, jetzt wo es vorbei ist. Zumal mir der "Halbmond" dieses Mal besser gefallen hat denn je. Und auch besser als die "Stecknadel". Wo bei dem einen der Schauplatz (englisches Mädcheninternat) die - mehr oder weniger lose - Brücke zur klassischen Rialto-Reihe herstellt, ist es beim anderen der Plot. Wie Gubanov schon ausgeführt hat, hat sich auch Edgar Wallace bereits ähnlicher Rachemotive bedient (ergänzen möchte ich aus der Farbphase auch noch das "Glasauge" und "Im Banne"). Denkt man sich bei der "Bande" mal die familiäre Verbrecherpyramide weg und überführt den Plothook samt der anschließenden Morde in eine Giallo-Stilistik käme sicher etwas ähnliches dabei heraus. Neben der Prämisse "Zur falschen Zeit am falschen Ort" haben wir als weitere Gemeinsamkeiten sogar noch ein Hotel als Dreh- und Angelpunkt sowie ein Zwillingspaar unter den Opfern. Ja, ich fühle mich nach der psychologischen, sexualisierten "Stecknadel" eindeutig wieder mehr auf klassischen Krimipfaden. Von daher halte ich den "Halbmond" tatsächlich für einen schönen, runden Abschluss der Reihe. Vielleicht im Hinblick auf die Quintessenz eines Wallace, aber doch im Hinblick auf die durchlaufene Entwicklung der Reihe.

    Neben der schlüssigen, gut aufgebauten Handlung hat mir auch die Größe des Polizeiapparats sehr gefallen. Auch wenn es (leider?) die italienische Polizei und nicht Scotland Yard war. Natürlich bekommt man auch hier die für die Entstehungszeit typischen Hippies und Nacktheit geboten, aber vor allem letzteres fand ich weit weniger voyeuristisch und plakativ als in der "Stecknadel" oder im "Gorilla", sondern eher auf dem "natürlichen" Level der Themsetoten, wo der Fotograf aus dem Bett seiner Gespielin in der Absteige hüpft.

    Und um noch einen Vergleich zur "Stecknadel" zu ziehen: Hier fand ich den Vorspann und die Titelmusik nicht so deplatziert wie im Vorgänger. Zwar ist der Titeltrack lässig-entspannt, aber er bleibt gut genug in der Schwebe um die rätselhaften Morde nicht zu konterkarieren. Überhaupt war ich von der Musik einmal mehr sehr angetan. Was ich allerdings völlig vergessen hatte, war der Einstieg mit der Autofahrt und der Besuch im Schlafzimmer er alten Frau. Ich dachte erst, ich wäre versehentlich bei der internationale Fassung gelandet, weil ich mich überhaupt nicht mehr daran erinnern konnte.

    Menschen im Hotel

    Was bleibt noch zu sagen? Antonio Sabato überzeugt leider nicht auf derselben menschlichen Ebene wie Fabio Testi. Seine Ausstrahlung bleibt im Vergleich distanziert und oberflächlich. Da hat mir Pier Paolo Capponi als zupackender, aber dennoch ins Hintertreffen geratende Inspektor Vismara schon besser gefallen. Auf Seiten der Damen spielt natürlich vor allem Marisa Mell sehr ausdrucksstark, aber auch die anderen Mordopfer sind gut ausgewählt. Uschi Glas vermittelt zu Beginn nur wenig Thriller-Atmosphäre (mag auch daran liegen, dass ihr doch stets ein Hauch bayrischer Provinz anhaftet), steigert sich aber im Laufe des Films. Nach der "Themsetoten" auf jeden Fall ihr zweitbester Auftritt innerhalb der Reihe. Nett auch das Wiedersehen mit dem aus "Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse" bekannten Claudio Gora.

    Auf Logikschwächen habe ich jetzt nicht so wirklich geachtet. Klar, das Motiv für die Morde, bzw. das Töten auf bloßen Verdacht hin ist natürlich schonungslos menschenverachtend, gerade wenn der Täter tatsächlich ein echter Priester sein sollte, aber mit Wahnsinn lässt sich ja viel erklären. Und dass die Unfallfahrerin theoretisch wohl auch eine hotelfremde Frau hätte sein könne, die ähnlich wie Saunders selbst nur ab und an dort isst, lassen wir lieber mal ganz außen vor.

    Fazit

    Ein "Sommer-Wallace" italienischer Machart, den ich mir gut auch in rein deutscher Umsetzung in der Reihe hätte vorstellen können.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Fünf Jahre ist der letzte schon wieder her? Bin natürlich auch dabei. Wenn nicht nach der kürzlichen wöchentlichen Auffrischung aller Filme, wann dann?

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Havi17 im Beitrag #27
    Gibt es noch mehr persönliche Gesamtranglisten zum Wallace der Woche?


    Ich habe extra noch keine Punkte vergeben. Das hebe ich mir für den Grandprix auf.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Baal1985 im Beitrag #46
    Der Vergleich mit den Sherlock-Filmen ist wirklich treffend. Die zeigen, dass man klassische Motive beibehalten, aber sie durchaus in die Moderne verlegen kann. Bei den Wallace-Filmen ist das leider nur ansatzweise gelungen.


    Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass man es gar nicht erst versucht hat. Man hat zeitgeistige Einflüsse aufgegriffen, klar, aber ernsthafte Modernisierungen der Stoffe hätten wahrscheinlich anders ausgesehen.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #42
    In meinen Augen nein, denn "geschürte Erwartungen an einen Wallace" halte ich für einigermaßen naiv, wenn bei den Filmangaben "IT / BRD 1971/72" drinsteht. Da weiß man doch, was auf einen zukommt.


    Das wissen wir heute, weil wir alle Filme kennen, diese wahrscheinlich über die Jahre hinweg auch bunt durcheinander kennengelernt haben und zudem wissen, was im italienischen Genrekino dieser Zeit generell angesagt war. Allerdings schrieb ich auch nichts von genereller Erwartung, sondern von Erwartung im Rahmen der chronologischen Sichtung.

    Du darfst aber auch gerne die "naive" Klammer-Aussage ignorieren, das ändert nichts an dem Rest von meinem Satz.

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Zitat von Gubanov im Beitrag #39
    Mir ist es in Anbetracht dieser anderen, relevanteren Kategorien sowas von schnurzegal, ob Wendlandt da den Namen Wallace in den Vorspann der handwerklich minderwertigen und daher sowieso von mir gemiedenen deutschen Version geschmuggelt hat oder nicht.


    So egal kann es allerdings nicht sein, dass in der deutschen Version "Wallace" draufsteht. Wenn es nicht draufstehen würde, würden wir den Film jetzt gar nicht erst besprechen. Da es aber draufsteht, muss es doch gerade im Rahmen einer chronologischen Sichtung möglich sein, den Film auch im Vergleich zu prägenden Merkmalen der Vorgänger und dem bisherigen Stil der Reihe zu betrachten (und den damit geschürten Erwartungen an "einen Wallace") ohne gleich mit einer Vielzahl an negativ konnotierten Adjektiven beschmissen zu werden, oder?

    Immerhin sind wir beim "Wallace der Woche" und nicht beim "Film der Woche".

  • Foren-Beitrag von Count Villain im Thema

    Man hätte es kommen sehen können, dass diese Diskussion wieder hochkocht. Egal. Ich sage jetzt abwechslungshalber mal wieder etwas zum Film.

    Hallo, hier spricht Edgar Wallace?

    Meine Antwort auf diese simple Frage ist sehr eindeutig: Jein!

    Ich fand Schriftzug und Ausruf bei dieser Sichtung tatsächlich irgendwie fehl am Platze. Gerade auch durch die chronologische Sichtung und die vorhergehende Themsetote, die in Sachen Struktur und Charaktere tatsächlich noch um einiges mehr ursprünglicher Wallace ist. Was dann allerdings hilft, den Film dennoch im Rahmen der Serie zu akzeptieren sind vor allem die Originalaufnahmen in England, bekannte Schauspieler auf deutscher Seite (allen voran natürlich Fuchsberger) und die Mädchenschule als Schauplatz. Brücken sind also durchaus vorhanden.

    Und wo ich schon die deutschen Schauspieler erwähne, mache ich damit doch gleich weiter. Besonders beeindruckend agieren in meinen Augen Günther Stoll und Karin Baal. Die beiden geben ihren Figuren nicht nur glaubwürdige Gesichter (wie Testi und die Mädchen zum Beispiel auch), sondern vermitteln dabei auch ganz eigene, fühlbare Stimmungen. Joachim Fuchsberger hingegen ist mit der Reihe zusammen gealtert. War er im Frosch noch selbst der jugendliche Held, sieht man ihn hier quasi in der Rolle des "Elk" als ruhigen und erfahrenen Scotland-Yard-Hasen. Auch erwähnenswert finde ich Claudia Buthenuth, die ich vor der Stecknadel tatsächlich nur aus einer Heinz-Erhardt-Klamotte kannte. Das ist dann schon ein Unterschied.

    Was ansonsten im Vergleich zu den anderen Wallace-Filmen auffällt ist, dass die Hauptcharaktere gut herausgearbeitet sind. An die Stelle von märchenhaften Chargen treten reale Menschen, die teilweise sogar auf ebenso menschliche Weise zu überraschen wissen. So haftet der Affäre zwischen Rossini und Elizabeth im Nachgang betrachtet durch den nicht vollzogenen Akt durchaus noch etwas unschuldiges an. Das Ehedrama ist ohnehin sehr fein in den Krimi eingesponnen, samt der Wandlung von einer kalten zu einer warmherzigen Ehefrau. Etwas makaber ist lediglich, dass dieses Happy End letztendlich nur durch grausamen Mord erreicht wird. Ohne dem wäre die Ehe vermutlich tatsächlich gescheitert.

    Was ein wenig ins Hintertreffen gerät ist die kriminalistische Seite. Der Mörder wäre vielleicht davongekommen, wenn ihm seine Tochter nicht ausgebüxt wäre. Und auch das Italienischbuch ist nur ein sehr wackliges Indiz. Was mich ebenfalls ein wenig stutzig gemacht hat, war Brendas Verhalten. Einerseits bedrängt sie Helen, bloß nichts zu verraten, andrerseits steckt sie einen Hinweis auf Ruth Holden in Rossinis Briefkasten (übrigens eine sehr schöne Szene: Man denkt zuerst, der Mörder würde den Zettel aufheben). Aber auch ein wirklicher Fehler ist mir aufgefallen: Die Beichtstühle! Zwei nebeneinander, einer immer leer, einer Pater Herberts Standardplatz. Janet beichtet mehrfach in dem, der näher am Altarraum ist und in dem Pater Herbert eindeutig nicht ist. Etwas später wird jedoch genau dieser als Pater Herberts Beichtstuhl bezeichnet.

    Zum Schluss noch ein paar Worte zur Musik. Insgesamt gesehen gefällt mir Morricones Score sehr gut, vor allem die Spannungsmusik, aber dieses schwülstig-melancholisch Liebesthema hat mich doch in zunehmendem Maße aggressiv gemacht. Zum Glück verabschiedet es sich quasi zusammen mit Elizabeth aus dem Film. Leider ist genau dieses Thema auch die Titelmusik, die direkt nach dem brutalen Auftaktmord so gar nicht passen will.

    Fazit:
    Intensiv inszeniert, auf bedrückende Weise real, aber nach all den vorangegangen Kriminalmärchen der Reihe erscheint die Stecknadel doch irgendwie etwas farblos oder fremd.

Inhalte des Mitglieds Count Villain
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Ort: Menden
Geschlecht: männlich
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