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  • Zitat von Gubanov im Beitrag #13
    Ach doch, diesbezüglich muss ich den uMönch schon "in Schutz nehmen". Im Gegensatz zum Abt, den ich sogar noch länger kenne, fand ich die Gestalt des Mönchs doch früher recht bedrohlich.


    Das Wort bedrohlich würde ich dann auch wieder unterschreiben. Gerade auch in dem von dir aufgeführten Vergleich mit dem Abt.

  • Bewertet: "Neues vom Hexer" (1965, 19)Datum09.04.2019 13:26

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #98
    Bei Wikipedia wird ja behauptet, dass Alfred Vohrer neben
    der kleinen Rolle in der Hotelrezeption auch den toten Philip Curtain darstellte, aber das kann doch irgendwie nicht stimmen...


    Ich nehme an, das bezieht sich auf den Umstand, dass Vohrer die Stimme aus dem Hörgerät spricht.

  • Interessant, dass so viele Fans den unheimlichen Mönch tatsächlich als unheimlich und gruselig empfinden. Geht mir mittlerweile gar nicht mehr so (zu oft gesehen? zu nüchtern und temporeich für wirkliche Gruselspannung?). Wobei ich noch nicht mal sagen kann, dass es mir jemals so gegangen wäre. Ich kann mich an meine ersten Sichtungen nicht mehr wirklich erinnern.

    Wenn ich an Wallace-Grusel denke, kommen mir bei den Schwarzweiß-Filmen viel eher die toten Augen, das Finale vom Rächer, das Irrenhaus in der Gräfin oder der Tod der Codys in der Tür in den Sinn. Womöglich habe ich den Mönch einfach zu spät gesehen, in einem Alter, in dem ich dann nicht mehr so beeindruckt davon war.

  • Zitat von Gubanov im Beitrag #6



    Wer bist du und was hast du mit Gubanov gemacht?

    Ich hatte mich so auf einen Verriss gefreut.


    Zitat von Gubanov im Beitrag #6
    In solchen Momenten kommt Reinls schon im „Fälscher“ zu spürende Melodramatik zum Einsatz, die sich zum Beispiel auch im ewig hinausgezögerten und schließlich zum allergünstigsten Zeitpunkt eintretenden Tod des Hauptverbrechers bemerkbar macht. Der Maskierte dreht als sterbender Schwan noch just seine letzte Pirouette, bevor Inspektor Bratt Sekunden später zur Tür hineinstürmt und alle Hintergründe in einem langen Monolog enthüllt – das ist schon sehr künstlich zusammengepuzzelt und trübt den positiven Eindruck, den die unheimlichen Szenen in der Behausung des "Herrn" zuvor hinterlassen hatten.


    Das mit dem "perfekten" Timing gibt es häufiger im Film. Ich erwähnte ja schon den ersten Auftritt des Mönchs. Mr. Short erzählt vom Mönch: "Aber die Mädchen, die fürchten sich davor" und schwupps in der nächsten erschreckt der Mönch genau zwei Mädchen. Oder auch Sir John, nachdem er Sir William tot auffindet: "Wie hängt das zusammen mit dem Verschwinden von Mädchen". Und bumms, just in der nächsten Szene werden zwei Mädchen entführt. Das ist alles kein gutes Timing, sondern offensichtliches Reißbrett.

  • Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #3
    ? Sir John fragt sich, wo der Zusammenhang liegt zwischen dem Mönch und "dem Verschwinden von Mädchen" - aber zu dem Zeitpunkt waren doch noch gar keine verschwunden, oder?


    Doch. In anderen Internaten/Heimen, in denen sich Smithy und Short vorher eingeschlichen hatten. Sir John findet ja auch Fotos bei Short und erklärt am Schluss, dass die Mädchen darauf schon länger vermisst worden waren. Auch Inspektor Potter war auf der Spur von vermissten Mädchen.

    Aber schön, dass wir viele Dinge sehr ähnlich sehen.

  • Dem unheimlichen Mönch tut die chronologische Sichtung gar nicht gut. Die inszenatorische Diskrepanz zu den Vorgängern fällt dadurch einfach zu sehr ins Auge. Nachdem das Verrätertor zu britisch und Neues vom Hexer zu märchenhaft war, ist der Mönch nun zu deutsch.

    Diese angenehm vertraute Wohlfühlatmosphäre, die (natürlich mit Ausnahme des Tors) insbesondere seit dem Zinker in die Reihe Einzug gehalten hatte und hauptsächlich aus einer großen atmosphärischen Dichte resultierte, will hier für mich einfach nicht mehr aufkommen. Der Film wirkt zu nüchtern, zu hell, zu aufgesetzt und hat mich stellenweise von der Inszenierung her an Reinls zwei Lümmel-Filme erinnert, auch die Tote aus der Themse kam mir zwischenzeitlich in den Sinn. Obendrein nimmt er sich im Vergleich zu den vorangegangenen Vohrer-Wallaces selbst zu ernst. Auch die experimentelle Frische der ganz frühen Filme fehlt. Statt wie aus einer zeitlosen Krimi-Parallelwelt entsprungen, ist er für mich zu sehr im realen Hier und dem Jetzt der Entstehungszeit verbunden.

    Grundsätzlich ist dagegen natürlich nichts einzuwenden. Nur wenn man schon diesen Weg geht, hätte man ihn auch noch weiter gehen und bereits den Mönch in Farbe drehen sollen. Ich denke, dann hätte mir der Film sogar besser gefallen. Das Schwarz-Weiß des Films hat mich - zumindest bei dieser Sichtung - nämlich ziemlich kalt gelassen. Ich habe da - vielleicht bis auf die Schrottplatzszenen - keinen besonderen Mehrwert entdeckt. Man vergleiche nur die drückende Atmosphäre im Schloss Curtain mit den offenen Räumlichkeiten von Schloss Darkwood. Lightwood wäre als Name angebrachter gewesen.

    Auch die Geschichte kommt zu schleppend in Gang. Zwei Handlungsstränge in einem Film zu haben und diese dann gut zu verbinden, ist immer schwer. Da bildet auch der Mönch keine Ausnahme. Anstatt sich rein auf die Erbschleicherei zu konzentrieren, hätte man den Mönch viel eher auftauchen lassen sollen. Interessanterweise taucht er auch nicht erst auf und dann spricht man über ihn, sondern erst als erwähnt wird, taucht er tatsächlich auf. Ich hätte da auch durchaus schon eine Idee: Zwei der Mädchen, die von dem Mönch verfolgt werden, berichten dem alten Schlossherrn davon. Dieser hält das natürlich für Hirngespinste, geht zurück, wird hinter der nächsten Ecke vom Mönch überrascht. Herzinfarkt, Zusammenbruch, Vorspann. Dann Testament, Sterbebett und so weiter. Dafür hätte man dann den Mord an Inspektor Potter streichen können, der ohnehin kaum zur Handlung beiträgt. In Schloss Darkwood taucht die Polizei schließlich erst nach dem Mord an Lola auf.

    Aber auch sonst finde ich einige dramaturgische Schwächen. Es fehlt an zwielichtigen, undurchsichtigen Charakteren. Die erbschleichenden Schurken sind nicht nur zu klar (in der Sippe sind wohl alle männlichen Mitglieder mörderisch veranlagt), sondern teilweise auch zu übertrieben, laut und aufdringlich gespielt. Insbesondere Hartmut Reck, aber auch Dieter Eppler bekleckern sich da nicht gerade mit Ruhm. Auch das lässt die Erbschleicherhandlung weitaus weniger interessant und frisch wirken als den Mönch/Mädchenhändler-Plot, der mir tatsächlich besser gefallen hat und sich auch sehr schön bis hin zu der Schießerei auf dem Schrottplatz entwickelt. Zudem hält auch hier - wie bereits im Vorgänger - die Nachlässigkeit des Films seinen Charakteren gegenüber Einzug. D'Arol ist plötzlich weg und wirkte auch zuvor nur wie eine starre, leere Figur. Ronnys Tod findet keine Erwähnung und überhaupt scheinen alle Charaktere zu sehr mit ihren eigenen Agendas beschäftigt zu sein anstatt irgendwie das Geschehen auf dem Schloss zu reflektieren oder darauf zu reagieren. Ins besondere hier tut der Vergleich mit dem direkten Vorgänger (Lady Aston, Margie Fielding!) dem Mönch absolut nicht gut.

    Auch logische Schwächen gibt es einige. Warum zeigt sich beispielsweise der Mönch überhaupt den Mädchen und geistert im Park umher? Entführen tun sie doch die allen unbekannten, namenlosen Helfershelfer. Und auch der Erbschleicherplot fällt in sich zusammen, kaum dass er begonnen hat, sind doch für die Rechtmäßigkeit eines Testaments in England die Unterschriften von zwei Zeugen notwendig! Die hätte es folglich geben und von Sir Richard auch irgendwie aus dem Weg geräumt werden müssen. Hätte man sich rein darauf konzentriert und den Mädchenhandel weggelassen, hätte also auch dieser Plot durchaus Potential gehabt.

    So, und um jetzt noch versöhnlich zu enden, noch ein paar Dinge, die mir sehr gut gefallen haben. Auf Schauspielerseite punkten für mich vor allem Eddi Arent (das zurückhaltende, aber dennoch deutliche Anhimmeln von Gwendolyn hat große Klasse) und Siegfried Lowitz. Auch Sir John ist glücklicherweise wieder weniger dümmlich und weiß sowohl komische als auch kriminalistische Akzente zu setzen. Er ist es ebenfalls, bei dessen Auftritten das Vohrersche Wallace-Feeling am meisten durchscheint und so für eine gewisse Kontinuität sorgt. Auch an dem vielgescholtenen Harald Leipnitz kann ich nichts aussetzen. Außer, dass die Rolle des Inspektors natürlich nicht so viel hergibt wie die des Flynn in der Gruft. Als Abwechslung zu Fuchsberger und Drache sehe ich ihn durchaus gerne. Ansonsten überzeugt mich filmisch gesehen am meisten das letzte Drittel des Films, wo eine schöne Zuspitzung stattfindet und alles parallel aufeinander zuläuft, bis schließlich die große Demaskierung stattfindet, die ebenfalls zu diesem Zeitpunkt der Reihe als innovativ gelten muss.

    Fazit
    Trotz einer Vielzahl an klassischen Zutaten der Schritt hin zu einem moderneren Wallace-Gefühl. Darin aber leider nicht konsequent genug. Was an Abwechslungsreichtum aufgeboten wird, fehlt letztendlich an atmosphärischer Dichte und dramaturgischer Finesse. Man merkt deutlich, dass hier eher ein Edelhandwerker als ein Visionär am Ruder war.

  • Bewertet: "Neues vom Hexer" (1965, 19)Datum03.04.2019 08:33

    Zitat von Dr.Mangrove im Beitrag #18
    ??? Warum hat eigentlich ausgerechnet Bailey mitgemacht, der ja damals Phillip geschadet hatte - wurde er von Phillip erpresst?


    Das kann ich mir (und dir) erklären. Ich bin auch darüber gestolpert und habe mir dann ebenfalls gedacht, dass er eben an Philip nun etwas wiedergutzumachen hat.

    Was ich mir nicht erklären kann: Was hat Bailey überhaupt für Philip gemacht? Das ist mir noch nicht ganz klar geworden. Ebenso nebulös, warum Dr. Mills überhaupt mitgemacht hat. Ich nehme mal an, dass er Archie Moore nicht nur gefunden, sondern auch getötet hat. Fazit: Bailey hat einen erklärbaren Grund, aber keine wirkliche Funktion, während Dr. Mills eine Funktion hat, aber der Grund im Dunkeln bleibt. Hätte man auch in einem Charakter zusammenfassen können.

  • Bewertet: "Neues vom Hexer" (1965, 19)Datum02.04.2019 13:39

    Zitat von TV-1967 im Beitrag #14
    Übrigens heißt der Schauspieler des "Philip Curtain" nicht Michael Simo sondern MICHAEL CHEVALIER (s. DER ZINKER) und ist ein bekannter Synchronsprecher!


    Quelle? Beweis?

    Ich erinnere mich daran, dass genau diese Frage nach dem Darsteller des Philip Curtain hier mal großes Forenthema war.

  • Bewertet: "Neues vom Hexer" (1965, 19)Datum02.04.2019 10:23

    Zitat von Gubanov im Beitrag #1
    Links:



    Spannend auch, wie sich die Sichtweise auf einen Film in zehn Jahren ändern kann. Ein exemplarisches Beispiel, weil mir das gerade beim Stöbern aufgefallen ist.

  • Bewertet: "Neues vom Hexer" (1965, 19)Datum01.04.2019 20:08

    Die Hexer-Fortsetzung oder auch "Neues von Reinecker"

    Nach dem einen britischen Ausrutscher soll es das bewährte Hexer-Team wieder richten. Und tatsächlich fühlt man sich schon gleich mit der Eingangsequenz wieder gut aufgehoben in der wohlig-gruseligen Wallace-Welt des Alfred Vohrer. Leider - so muss man wohl unter den Erwartungen gebliebene Einspielergebnis interpretieren - fehlt allerdings auch hier ein ansprechendes Täterrätsel. Handlungstechnisch wird eher die Thriller-Klaviatur bedient, was besonders die beiden Damen Horney und Rütting exzellent für sich auszunutzen wissen. Daneben gibt es hier - wie schon mit dem U-Boot und dem Wallace-Girl Hardy im Hexer - Anleihen an Agentenfilme: Elektronisch fremdgesteuerte Helfershelfer, eine ganze Mörder-Organisation mit einem zum Glück nur beinah unantastbaren Chef im Hintergrund. Da lässt auch Dr. Mabuse schön grüßen!

    Dieser Mix aus Absurditäten einerseits und dichter Krimi-Atmosphäre im Hause Curtain andererseits ist es schließlich, der den Charme dieses Films ausmacht, gleichzeitig aber auch ein hochspannendes Krimi-Meisterwerk verhindert. Ebenfalls Schuld daran hat meiner Ansicht nach die mittlerweile hier im Forum schon sprichwörtliche "Reineckersche Verbrecherpyramide". Aber ich denke, die folgende Aufstellung an Pros und Cons wird meine diesbezügliche Sicht der Dinge noch etwas klarer machen.

    + kein bloßer Aufguss des ersten Hexers
    + die Definition der Wallace-Filme als surreale Parallelwelt voller Absurditäten wird hier gefestigt und...
    - ... leider auch übertrieben (am Schlimmsten ist: "S. 98")
    + Arent wieder mit wesentlich mehr Esprit als im Verrätertor geführt
    - auf bewusste Irreführungen des Zuschauers reagiere ich leider ein bisschen allergisch (Deltgen als Gerichtsdiener, Hexer als Richter)
    - Sir John erstmalig über Gebühr trottelig
    - zu viele Helfershelfer, im besten Fall sind es verdächtige Gestalten ohne Erklärung und Motivation (Dr. Mills, Bailey, Edwards, Archie Moore), im schlimmsten Fall komplett austauschbar (Lanny)
    - ähnliches gilt auch für die weiblichen Opfer Lady Curtain und Miss Angel, zu denen man keine richtige Beziehung aufbauen kann, letztere ist sogar so egal, dass sie einfach so aus dem Film verschwindet, ohne dass auf ihr Ableben oder Verschwinden eingegangen wird
    + umso faszinierender ausgearbeitet und gespielt sind die Charaktere von Lady Aston und Margie Fielding
    + je weiter der Film läuft und je mehr das Personal ausdünnt, desto mehr steigt auch die Spannung bis hin zur letzten Konfrontation
    + der Plot rund um Familie Curtain ist vom Grundsatz her interessant, stilvoll und klassisch
    + bessere Einbindung der Hexer-Figur (trotz der Unlogik, ihn überhaupt auf den Plan zu rufen)

    Fazit:
    Lebst du in der Wallace-Welt und möchtest du jemanden umbringen, mach' es nicht selbst, sondern schaff' dir erst ein ordentliches Netzwerk an. Das schreibt die Mörder-Gewerkschaft neuerdings vor. Schade eigentlich. Hätte man einige Figuren gestrichen und die übrigen dafür besser ausgearbeitet, hätte etwas Großes aus dem Film werden können. So bleibt es leider beim Reihen-Standard: Wohlfühl-Atmosphäre, einige prägnante Einzelleistungen, solide ausgeführt.

  • Bewertet: "Neues vom Hexer" (1965, 19)Datum01.04.2019 13:24

    Zitat von Gubanov im Beitrag #5
    Ob man Karl John, der bereits im „Hexer“ in einer anderen Rolle zu sehen war, hier unbedingt nochmal hätte besetzen müssen, bleibt fraglich.


    Das betrifft allerdings auch Kurt Waitzmann.

  • Bewertet: "Das Verrätertor" (1964, 18)Datum31.03.2019 14:24

    Das Verrätertor. Was kann ich dazu nach der letzten Sichtung sagen? Nicht viel, fürchte ich. Denn der Film hat in meinen Augen wenig Polarisierendes an sich. Gepflegtes Mittelmaß, überzeugt eher durch eine mehr oder weniger interessante Nüchternheit als durch wirkliche Spannung. Das liegt meines Erachtens hauptsächlich daran, dass eine wirkliche Identifikationsfigur für den Zuschauer fehlt. Einerseits sind die Gangster zu trocken und böse (Gegenbeispiel Oceans Eleven), andererseits greifen die Ermittler (Scotland Yard) zu spät ein bzw. haben als möglicher jugendlicher Held (Lee-Carnaby) zu wenig aktive Screentime. Eddi Arents Rolle ist noch ungeeigneter, denn per se völlig überflüssig im Film. ER spioniert den Gangstern zwar nach, erreicht jedoch nichts. Ohne ihn wäre alles absolut identisch abgelaufen. Lachen musste ich allerdings an der Stelle, wo er sich bei der Grimassenschneiderei am Ende selbst blitzt. So gesehen holt der gute Eddi aus einer undankbaren Rolle eigentlich noch das Besteheraus. Ebenso wie Catherina von Schell, die meiner Visualisierung von bedrohten Wallace-Buch-Schönheiten schon sehr nahe kommt, allerdings auch viel zu wenig Raum zur Entfaltung hat. Auf deutscher Seite sind Trooger und Lieven natürlich eine sichere Bank und die Synchronstimme von Gary Raymond ist auch sehr prägnant.

    Fazit:
    Vielleicht der britischste aller Wallace-Filme, kommt das Verrätertor trotz fehlender Spannung erfrischender daher als der teilweise etwas verstaubte, langsam in Formelhaftigkeit verfallende deutsche Wallace-"Muff" (absolut liebevoll gemeint). Schade, dass die Reihe nicht regelmäßiger durch solche Produktionen aufgelockert wurde.

  • Bewertet: "Das Verrätertor" (1964, 18)Datum29.03.2019 08:21

    Und ich bin immer ganz neidisch, wenn man sich überhaupt an den ersten Wallace-Film erinnern kann. Ich könnte gar nicht sagen, welcher mein erster war.

  • Bewertet: "Der Hexer" (1964, 17)Datum26.03.2019 06:38

    Zitat von Dr. Oberzohn im Beitrag #30
    Mich stört halt eben gleich, dass ein Mann im besten Pensionsalter eine gerade volljährige Schwester haben soll. Da hat eben jeder so seinen Aufhänger, aber das ist doch eher aufschlussreich und lustig.


    Das hat man immerhin im Rahmen der Möglichkeiten bestmöglich kaschiert, in dem die Schwester ganz am Anfang und der unmaskierte Hexer ganz am Ende auftritt. Das verringert dann doch die Chance, dass man darüber nachdenkt. Immerhin lenkt das auch wieder den Verdacht auf Drache, dem man altersmäßig den Bruder eher abnimmt.

    Aber am Unglücklichsten finde ich eigentlich auch, dass sich die Bande trotz Todesliste analog zur "Bande" größtenteils selbst auslöscht anstatt von dem Rächer dezimiert zu werden. So gesehen kann man eigentlich schon fast den "Buckligen" als Hexer-Remake ansehen, nur eben ohne den Hexer, dafür aber noch mit einer unschuldigen Erbin.

  • Bewertet: "Der Hexer" (1964, 17)Datum23.03.2019 16:23

    Zitat von Gubanov im Beitrag #23
    Ich denke nicht, dass man dem "Hexer" anlasten kann, was spätere Filme dann aus ähnlichen Elementen zimmerten. Die Komponente Mädchenhandel ist hier noch ein neues Story-Element, das aus chronologischen Gründen noch keine Kritik rechtfertigt.


    Ich denke, anlasten tut das dem Hexer keiner. Höchstens, dass das eher am Rande stattfindet und vielleicht etwas mehr in die Story hätte eingearbeitet werden können. Hilde Sessak hat kaum etwas zu tun und die Mädchen sind auch nicht mehr als Komparsinnen. Aber dass der Hexer den Anfang einer neuen Wallace-Richtung markiert, in dem gewisse später wiederkehrende zeitgeistigen Kolportage-Elemente zum ersten Mal auftreten, ist eine durchaus erwähnenswerte Tatsache.

  • Grand PrixDatum22.03.2019 11:38
    Foren-Beitrag von Count Villain im Thema Grand Prix

    Meine derzeitige Top Ten:

    01 Punkte an Serbien
    02 Punkte an Albanien
    03 Punkte an Aserbaidschan
    04 Punkte an Slowenien
    05 Punkte an Russland
    06 Punkte an Schweiz
    07 Punkte an Portugal
    08 Punkte an Niederlande
    10 Punkte an Island
    12 Punkte an Italien

    15 Punkte an Ukraine

    Sechs Länder haben wir beide in unserer Top Ten. Das ist doch ein ganz guter Schnitt.

  • Bewertet: "Der Hexer" (1964, 17)Datum21.03.2019 00:04

    Zitat von Jan im Beitrag #13
    Ja, aber exakt das war meiner Meinung nach beabsichtigt, und es war keineswegs eine Unsauberkeit oder gar unbeabsichtigt.


    Das es unbeabsichtigt ist, schrieb ich auch nicht. Für so dumm braucht man wohl auch keinen zu halten. Unsauber empfinde ich es nicht, weil ich es für handwerklich missglückt halte, sondern weil ich es als Stilbruch zum Rest des Films empfinde. Entweder ich inszeniere konsequenter auf diese Art oder lasse es ganz bleiben. Für mich besteht da außerdem schon ein Unterschied, ob etwas eine märchenhafte oder leicht übertriebene Anmutung hat und quasi eine Art Parallelwelt erschaffen wird (findet man fast durchgängig in den Wallace-Filmen), oder ob man die (Film-)Wirklichkeit komplett durchbricht.

    Und das mit den Türschwellen ist mir im Übrigen noch nie aufgefallen, weil ich mir darüber bisher keine Gedanken gemacht habe. Diesen inszenatorischen Kniff mit der Wand fand ich jedoch wegen mangelnder Konsequenz bei dieser Sichtung des "Hexers" unnötig. Für diese Theaterhaftigkeit ist mir der Hexer dann doch zu wenig Kammerspiel.

  • Bewertet: "Der Hexer" (1964, 17)Datum20.03.2019 22:36

    Zitat von Jan im Beitrag #11
    Meinst Du damit die Szene, in der Sophie Hardy in das Vorzimmer von Sir John geht und die Kamera - zunächst ihren Füßen folgend - vor der Tür quasi durch die nicht existente Wand in das Vorzimmer fährt?


    Exakt! Bei einem abgefilmten Theaterstück würde ich mir das ja noch gefallen lassen oder wenn die ganze Inszenierung auf surreale Kulissenhaftigkeit aufgebaut ist (wie z. B. bei der Hokuspokus-Version mit Rühmann und Pulver), aber nicht bei einem "Real-Film". Da empfinde ich diesen "Gag" doch eher störend.

  • Bewertet: "Der Hexer" (1964, 17)Datum20.03.2019 16:37

    Der "Hexer" nun also. Der Vorzeige-Wallace. Vorzeigbar sicherlich. Das aber lediglich für die Rialto-Reihe an sich und weniger für das Werk des Altmeisters. Für mich ein Umbruch-Wallace. Das Drehbuch ist mindestens ebenso viel Reinecker wie echter Wallace und mit ebenjenem Drehbuchautoren zieht der Zeitgeist wie noch nie zuvor in die Reihe ein. Eigentlich eine Ironie des Schicksals, dass der Film, dessen Name und Grundlage wohl wie kaum etwas sonst für das Schaffen von Edgar Wallace steht, zeitgleich auch den Zeitpunkt markiert, an dem sich die Reihe von Edgar Wallace frei strampelt und zu ihrer eigenen Marke wird.

    Ebenso bezeichnend, dass der Zenit mit dieser Umwandlung dann auch überschritten ist. Ab jetzt sollte man in zunehmende Formelhaftigkeit verfallen und viele Dinge, für die der Hexer den Prototypen markierte, sollten regelmäßig wieder aufgewärmt werden (z. B. Mädchenhandel und -heime, Verbrecherpyramiden). Auch die Sorgfältigkeit und Wertigkeit beginnt ab jetzt aufgrund der Fokussierung auf Schauwerte und zunehmende Selbstironie zu leiden. Wallace-Thriller war gestern, ab morgen freuen sie sich auf die Wallace-Sause!

    Inwieweit diese Anpassung an den vermeintlichen oder tatsächlichen Massengeschmack der Entstehungszeit geholfen hat, die Reihe am Leben zu erhalten, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich jedoch sehe es mit eine lachenden und einem weinenden Auge.

    Pros und Cons

    - handwerkliche Unsauberheiten (Musik aus Zimmer 13, Szene aus dem Zinker, fehlende Wand neben einer Tür, erkennbar gemaltes Bild bei Blick aus dem Fenster, schlechte Rückprojektion bei Autofahrt, Degenspitze verändert die Position zwischen verschiedenen Aufnahmen usw.)
    + immer wenn Brockmann, Schürenberg und Arent zu sehen sind, ist noch sehr viel der ursprünglichen Wallace-Atmosphäre zu spüren
    + Margot Trooger dominiert bei jedem ihrer Auftritte die Szenerie
    + der Verdacht wird sehr geschickt auf Wesby gelegt, der von Drache mit großer Spielfreude dargestellt wird
    - Fuchsberger und Hardy können als Paar nach all den vorherigen "Krimi-Traumpaaren" nur enttäuschen und lassen ähnlich wie das U-Boot der Gangster eher an Agentenfilme denken
    + das Ende gehört zu den besten Szenen des Films (und ist - oh Wunder - auch beinahe Eins zu Eins aus dem Roman entnommen!)

    Fazit
    Der vielgerühmte Hexer überzeugt mich eher durch seinen gut aufgelegten Cast und einige gelungene Einzelszenen denn als Gesamtwerk. Aushängeschild? Ja. Meisterwerk? Klares Nein.

  • Das sind ja bisher eher sehr durchwachsene Rezensionen her. Ich musste allerdings nach meiner vorgestrigen Sichtung des Films feststellen, dass ich mich nach der ernsthaften Phase der ernsthaften Wallace-Adaptionen nun seit dem Abt (tlw. auch schon dem Zinker) in einer "Wohlfühl"-Phase befinde. Ich bin schon sehr gespannt, was danach kommt.

    Abt, Tuch, Zimmer und Gruft sind Filme, die ich als sehr unterhaltsam empfinde und die mir ein angenehmes, nostalgisches Sehvergnügen bescheren. Die Ähnlichkeit zum Abt sticht natürlich aufgrund des Regisseurs am meisten ins Auge. Beide Filme bieten Tempo, Abwechslung, Atmosphäre und leichte Konsumierbarkeit, aber keine wirkliche Spannung. So gesehen dürfte der Fluch Gottliebs ernsthaftester Beitrag zur Wallace-Reihe darstellen, da dort zumindest eine gewisse Düsterkeit spürbar ist und die Spannungsschraube zumindest gegen Ende merklich angezogen wird (natürlich viel zu spät, aber immerhin).

    Gut, Spedding

    Einiges habe ich ja schon erwähnt, wie die Kurzweil die Regie, Kamera und Drehbuch bieten. Auf der Seite der Schauspieler tun sich vor allem Rudolf Forster, Ernst Fritz Fürbringer und Harald Leipnitz hervor. Bei letzterem ist es nicht nur seine beste Wallace-Rolle, er präsentiert uns auch eine Doppelbödigkeit, die fast schon eines Philo Johnson oder einer Mrs. Revelstoke ebenbürtig ist. Dieser Mann tut die guten Dinge nur, weil es zu seinem Plan passt. Siegfried Schürenberg hat nicht ganz so viel Platz, um sich zu entfalten, bleibt aber trotzdem nachhaltig in Erinnerung. Last but not least gefällt mir die Musik von Peter Thomas, die ähnlich treibend daherkommt wie zuvor in Zimmer 13, überaus gut. Auch, dass man während des Vorspanns wieder mit Standbildern gearbeitet hat. Schade, dass man daraus kein weiteres Markenzeichen der Reihe gemacht hat.

    Schlecht, Spedding

    Es dürfte sich bei der Gruft bis dato um den Wallace mit den meisten undankbaren Rollen handeln. Ein großes Schauspielpotential wurde dadurch komplett verschwendet. Vera Tschechowa, Ilse Steppat und mehr oder weniger die gesamte Gangsterriege haben kaum etwas zu tun und hinterlassen (ja, auch Wüstenhagen) ein sehr austauschbares Gefühl bei mir. Von der überflüssigen Kinski-Rolle ganz zu schweigen (Flynn hätte ebensogut der Schütze sein können, oder seine Mutter).

    Am Schlimmsten trifft es jedoch Harry Meyen und Eddi Arent. Während letzterer von seiner gefühlt durchgängigen Präsenz her eigentlich so etwas wie der "male lead" des Films ist, aber mit zu vielen unsympathischen Eigenschaften versehen wurde (man wünscht sich beinahe, es hätte ihn statt Spedding in der Gruft erwischt, immerhin ist Spedding kein Mörder, während bei Weestlake doch der ein oder andere Nerv draufgeht), ist das Beste, was Angel zustande bringt, Rumballerei (Kino, Billardtisch, Mühle). Miss Kent wird von Flynn in Sicherheit gebracht und die Bombe von Westlake entschärft. Sir John ist es schließlich, der den Geistesblitz "Operationsplan" hat und der am Ende Goyle niederschlägt, nachdem dieser den Inspektor überwältigt hat. Auch in Bezug auf Flynn zeigt sich Angel naiv, sonst hätte er sicher nicht Miss Kent allein mit ihm zur Mühle gelassen. Den Deus-ex-Machina darf er dort dann allerdings trotzdem spielen. Von wirklichen Ermittlungserfolgen keine Spur. So gesehen holt Harry Meyen da durchaus noch einiges aus der Rolle heraus, auch wenn er letzten Endes nur wirkt wie einer der Assistenten beim "Kommissar".

    Des Weiteren habe ich mich bei dem Gedanken erwischt, dass ich die Rolle des Spedding am liebsten umbesetzt hätte. Denkt man daran, was er und Rudolf Forster in "Der Henker von London" für ein kongeniales Paar waren, wäre Rudolf Fernau meine erste Wahl für die Rolle gewesen. Peters hätte ich stattdessen als Massey besetzt, was diese Rolle qualitativ um einiges aufgewertet hätte. Fürbringer könnte ich mir demgegenüber sehr gut in einer romangetreueren Version als Spedding vorstellen.

    Dass die Gruft letztendlich eher nach Mabuse als nach Wallace aussieht, geschenkt.

    Was ich noch zu fragen hätte...

    Wieso gibt sich Spedding nicht am Bahnhof zu erkennen, um die Situation aufzuklären?
    Wieso will Real nicht zu einem Arzt gebracht werden?
    Wieso muss Westlake vor der Gruft nur Giftnadel und Bodenfalle überstehen, nicht aber den elektrischen Schlag?
    Wieso hat man Connor in den Mühlstein gelockt, anstatt ihn ebenfalls zu erschießen?

    Fazit
    Ebenso wie der Abt ein harmloser Krimispaß. Ich habe mich gefreut, mit der Sichtung Jugenderinnerungen auffrischen zu können. Aus heutiger, erwachsener Sicht ist es jedoch schade um das ungenutzte Spannungspotential und eine fehlende durchgängige Dramaturgie. Auch als Kenner des Romans kann man eigentlich nur enttäuscht von dieser Adaption sein.

    P.S.: Ich habe heute erst gemerkt, dass das Haus von Real auch als Villa Böllemann in dem von mir sehr geschätzten Film "Didi und die Rache der Enterbten" dient. Cool!

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