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  • Winnetou (RTL-Dreiteiler 2016)Datum29.12.2016 05:14
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Zitat von eastmancolor im Beitrag #384
    Zitat von Tarzan im Beitrag #383
    Na, die große Goldfigur in der Schatzhöhle der AZTEKEN hatte schon ein bisschen Ähnlichkeit mit dem neuen Götterbild, oder?



    Hast Du nicht das Kommissar X Buch geschrieben oder verwechsle ich Dich?


    Bei KX ging es um goldene Schlangen... Nicht um Götterbilder!

  • Winnetou (RTL-Dreiteiler 2016)Datum28.12.2016 22:14
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Na, die große Goldfigur in der Schatzhöhle der AZTEKEN hatte schon ein bisschen Ähnlichkeit mit dem neuen Götterbild, oder?

  • Winnetou (RTL-Dreiteiler 2016)Datum28.12.2016 21:55
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Die El-Mas-Lobo-Geschichte hat etwas von einer Wildwest-Oper (der Regisseur war auf dem Gebiet auch schon aktiv). Und El Lobo gibt toll den "Buffo". Karl Mays Traum war immer eine Winnetou-Oper. Nun ist die Silbersee-Story dahin umgewandelt worden.

    Eine gewagte Neu-Interpretation des Grundstoffes mit neuen Figuren. Das Ding war unter diesem Gesichtspunkt auch nicht schlecht! Insgesamt gab es da sogar einige typische Karl-May-Szenen ("Eulenruf"-Szene etc.). Teilweise verfällt die Story dann aber in reinste Kolportage, was jedoch auch May-like ist.

    Da Oper aber letztlich nicht zum RTL-Publikum passt, schwächelte die Quote. Die Episode könnte aber auf Dauer Kultcharakter bekommen. Wenn Brauner nicht einen Rechtsstreit um die Verwendung seiner AZTEKEN-Schatzfigur anfängt.

    Die Produktion bewegt sich auf jedem Fall im Karl-May-Kosmos.

  • Winnetou (RTL-Dreiteiler 2016)Datum27.12.2016 15:03
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Zitat von eastmancolor im Beitrag #375
    streckenweise ist mir auch die Musik positiv aufgefallen



    Das glaube ich jetzt - nach den Kommentaren der letzten Tage - echt nicht.

  • Winnetou (RTL-Dreiteiler 2016)Datum26.12.2016 12:45
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    ... lag aber quotenmäßig hinter Helene Fischer (ZDF). -)

  • Winnetou (RTL-Dreiteiler 2016)Datum26.12.2016 10:00
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Das ist keine Verteidigung der Musik bis aufs Blut. Nur nicht die Ausgrabung des Kriegsbeils wegen der Musik. Man hätte vielleicht auch ganz auf die alten Klänge verzichten müssen. Obwohl ich das nur leise Anspielen der Klänge an manchen Stellen ok finde. Meine Erwartungshaltung an die Musik ist nicht enttäuscht worden. Martin Böttchers Original ist unerreichbar. Wie sollte jemand das beim neuen Film modernisieren können. Die als Beispiel hier angeführten Klangteppiche sind auch nur Bettvorleger. Und ob Klänge wie bei Michael Manns MOHIKANER die Lösung wären, weiß ich nicht.

  • Winnetou (RTL-Dreiteiler 2016)Datum26.12.2016 01:21
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Jan, der Kritik kann man sich im Großen und Ganzen anschließen.

  • Winnetou (RTL-Dreiteiler 2016)Datum26.12.2016 01:01
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Sozusagen den Schuh von Martin Böttcher, zu mehr reicht es wohl nicht, muss er sich anziehen.

    Wir müssen jetzt sehr, sehr ehrlich sein: Martin Böttchers Musik zu WINNETOUS RÜCKKEHR war doch auch nicht mehr "das Gelbe vom Ei". Damals wurde an allen Ecken gespart, auch an der Musikeinspielung. Das trägt zur Ehrenrettung bei. Aber welche neue Musiken sind da hängen geblieben? Welche Emotionen? War das eine Neuinterpretation mit "Schmackes"? Warum hat Martin Böttchers Musik diese Story nicht gerettet? Hat es deshalb Martin Böttcher auch nicht mehr kapiert. Nein, aber die Zeit ist nicht stehen geblieben. John Barry hat zu DER MIT DEM WOLF noch einen Ohrwurm geliefert. Warum konnten das Böttcher bei WINNETOUS RÜCKKEHR und Maile nicht mehr? @ Christian Becker: Nächstesmal die Geldschatulle für einen Hollywood-Komponisten öffnen (in D gibt es das nicht mehr). Für die RTL-Produktion war das eine ordentliche Arbeit.

    Die Musik beim neuen Western-Märchen war nicht mehr so wichtig im Gesamtprodukt, deshalb können die Filme wegen der Musik alleine nicht so absacken. Die Anspielungen des Originals waren aus meiner Sicht vollkommen ok. Wobei das RTL (und Rat Pack) geschickt gemacht haben, als sie die Trailer mit Böttcher-Musik vollstopften. Es bleibt die Wahnsinnsmusik. Bei den neuen Bildern hat mich die neue Musik aber überhaupt nicht gestört. Selbst bei den romantischen Pferdefang-Szenen läuft alles ordentlich ab.

  • Winnetou (RTL-Dreiteiler 2016)Datum26.12.2016 00:24
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Lieber TV-1967, jeder von uns hat seine Meinung - das ist auch gut so. Es gibt aber immer unterschiedliche Auffassungen, auch im Hinblick was man erwartete. Ich habe keine Verbindung zu Heiko Maile, außer das ich mit ihm ausführlich gesprochen habe.

    Martin Böttcher, unser liebster Filmkomponist, bleibt doch weiter der Winnetou-Klangzauberer Nr. 1. Aber in einer "neuen Welt" gibt es auch neue Klänge. Der von uns hochverehrte Martin Böttcher hätte es sicherlich wieder ganz anders (superb) gemacht. Die Zeit ist aber nicht stehen geblieben.

    Von Schwachsinnigkeit und Schöngerede bin ich weit entfernt. Ich habe nur etwas begriffen, was von jedweder Träumerei entfernt ist. Mailes Musik ist sicherlich nicht genial, das ist auch nie geschrieben worden. Sie passt aber auf die Bilder und ist mit Sicherheit weit davon entfernt, die Neuproduktion so nach unten zu ziehen. Innerhalb der Produktion hat die Musik nicht mehr den Stellenwert, den einst Martin Böttcher hatte.

  • Winnetou (RTL-Dreiteiler 2016)Datum25.12.2016 23:53
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Die Süddeutsche formuliert es trefflich bezüglich der Musik: "Heiko Mailes musikalisch raffinierter Umgang mit den berühmten Martin-Böttcher-Motiven gelingt suggestiv". Dem ist nichts hinzuzufügen.

  • Winnetou (RTL-Dreiteiler 2016)Datum25.12.2016 22:06
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Lasst doch bitte diesen "Schmarrn" im Hinblick auf die Musik. Meiner älteren Schwester, wenn ich denn eine hätte, wäre die Musik "ins Blut" gegangen. Meine Frau ist Mexikanerin und ausgebildete Sängerin - sie sagte (nicht vorbelastet bei Winnetou): Die Musik ist ok für die Bilder. Man sollte sich dem neuen Winnetou in allen Bereichen (!) ohne Altlasten nähern.

    In meinen Augen ist es ein reines Winnetou-Abenteuer! Kein Verrat mache ich hier aus, nur eine helle Freude. Die alten Klassiker wurden dabei nicht vom Sockel gestoßen, dafür die Helden neu interpretiert. Auf eine andere Art und Weise. Werkgetreu ist das zweifellos nicht, aber der Geist der Vorlage weht trotzdem noch darin. Ich liebe die alte amerikanische Schmetterhand und den großartigen französischen Winnetou. Aber ich ziehe auch meinen Hut vor der Neuinterpretation. Danke für die schöne Weihnachtsunterhaltung. Und Glückwunsch für die Auswahl der neuen Gesichter.

  • Ulrich BeigerDatum24.12.2016 16:00
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Ulrich Beiger zählt – sicher nicht nur für mich – zu den beliebtesten Gesichtern der frühen Rialto Edgar-Wallace-Filmen. Über ihn ist leider bislang nicht so viel in diesem Forum geschrieben worden. Das soll hier zu Weihnachten ein bisschen geändert werden. Zumal Ulrich Beiger für mich zu den Wallace-Schauspielern zählt, die ich auf der Bühne live gesehen habe (in der Kleinen Komödie München in DREI MÄNNER IM SCHNEE).

    Betrachten wir einmal zwei Filme von ihm aus seiner Vor-Wallace-Zeit näher. 1954 spielt Beiger in dem Operettenfilm CLIVIA (Regie: Karl Anton). Er gibt dort den eifersüchtigen Liebhaber und Buffo-Partner Herta Staals auf Mallorca. „Es ist gar nicht so einfach auf einem störrischen spanischen Esel zu reiten und dabei wohlgeformte Dialoge zu sprechen,“ meint er im Pressetext des Films. Beiger nennt sich selbst einen „komischen Bonvivant“ und ist vorgesehen später einmal die Nachfolge des unvergesslichen „graziösen Dicken“, Will Dohms, anzutreten. Seine joviale humorige Art, und die Schlagfertigkeit seines wachen Verstandes, machen ihn zu einem jener eleganten Komiker, die ihre Rolle stets aus den Bezirken eines reinen Klamauks auf die gemütvolle Ebene einer echten Humorigkeit zu stellen verstehen.

    Sein Werdegang als Schauspieler ist nicht alltäglich. Als Sohn französischer Eltern in München geboren, studiert er zunächst einmal Zeitungswissenschaft. Aber gerade als er eine Volontärstelle bei einer großen deutschen Zeitung antreten will, bringt ihn ein guter Freund zu dem berühmten Schauspieler-Pädagogen Kutscher, dessen faszinierenden musischen Beschwörungskünsten er sofort verfällt. Eines Tages sieht ihn Falkenberg und stellt ihn in dem Bühnenstück von Sherwood, DIE ANDERE SEITE, auf die Studiobühne. Nach seiner ersten Rolle in MARIA STUART an den Münchner Kammerspielen und als dekadenter Adliger in Lopo de Vegas schwerloser Komödie WAS KAM DENN DA INS HAUS, wird er Regie-Assistent bei Falkenberg und dringt dort unter Anleitung dieses großartigen Theaterfachmannes in alle Geheimnisse der Dramaturgie, vor allem aber auch der Regie ein. Von dort her rührt sein beachtliches Wissen um die Eigengesetzlichkeit der Formgestaltung, eine Tatsache, die später immer wieder der eigenen Rollenformung zugutekommt, wenn es gilt, eine wichtige Chargenrolle in großer Ensemblebesetzung einer profilierten Charakterstudie zu machen. Er spielt mit Heidemarie Hatheyer, Käthe Dorsch, Ilse Werner, Herta Feiler und in CYPRIENNE mit Käthe Gold zusammen, um im Bayerischen Staatstheater in Lenz‘ SOLDATEN einen Bösewicht darzustellen, der die ganze Skala seiner schauspielerischen Interpretationskunst offenbart. Sein Wunsch ist und bleibt in einer verantwortungsvollen Aufgabe einmal Regie führen zu können und jene Rolle zu erhalten, die seiner Eigenschaft als anspruchsvoller „komischer Bonvivant“ im Stil der Comedia d’elle Arte gerecht wird, oder aber in einem modernen Stück, beispielsweise den Journalisten in dem bekannten Bühnen-Thriller DIE IST NICHT VON GESTERN, den er neben Speelmanns mit großem Erfolg in München auf die Bretter legte.

    Sein größter Eindruck bei CLIVIA aber war, als er bei einem Nachtflug nach Mallorca zu den Aufnahmen die große Kathedrale von Palma, vom Scheinwerferlicht angestrahlt, unter dem sternglänzenden Samthimmel der Balearen unter sich liegen sah. Ein Eindruck, der ihn mit unwiderstehlicher schauspielerischer Vehemenz inspirierte, seinem eifersüchtigen südländischen Kapellmeister, den er hier zu verkörpern hat, in bester Buffo-Laune, jenes innere und äußere Gewicht zu geben, das er für seine Rollen stets von Haus aus mitzubringen pflegt.

    Drei Jahre nach CLIVIA ist Ulrich Beiger als „Prinz Ali Hussni“ in EL HAKIM (Regie: Rolf Thiele) zu sehen. Unter der Überschrift „Komiker müssen kluge Menschen sein“ wird über ihn berichtet: „Man kann nicht kräftig über ihn lachen, - wenn es auch gelegentlich vorkommen mag, - er ist und bleibt ein Meister des Schmunzelns, - und diese Tatsache spricht fraglos für Ulrich Beiger, jenen Vollblutkomödianten, der Klamauk und Klamotte kategorisch ablehnt.- Anfangs wollte er Journalist werden (Ulrich Beiger kam am 26. August 1918 in München als Sohn eines Arztes zur Welt) und die Eltern, beide französischer Abstammung, hatten nichts dagegen. Schon während der ersten Semester seines zeitungswissenschaftlichen Studiums schrieb er Kriminalromane, die gallischen Humor und Esprit widerspiegelten. Im theaterwissenschaftlichen Seminar von Professor Kutscher, das er gelegentlich besuchte, entdeckte ihn dann eines Tages Otto Falckenberg und engagierte den schwach Protestierenden vom Fleck weg für die Münchner Kammerspiele. Zuerst war er nur Regieassistent für fünfzig Mark Gage im Monat, bald vertrat er bei Proben abwesende Darsteller – und plötzlich war er ,ganz da‘, ein geist- und temperamentvoller Schauspieler, der am liebsten in einem Stück in verschiedenen Rollen auftrat, ein Künstler, der aus seiner reichen Menschlichkeit schöpfte. ,Ich blieb von 1937 bis 1947, - also bis zum Tode des großen Intendanten, bei Falckenberg‘, erzählt er. ,Es waren wundervolle Jahre‘. – Hernach ging Ulrich Beiger an die Kleine Komödie, gleichfalls in München, und hielt ihr ebenso die Treue, bis auf den heutigen Tag. Seine tiefe Liebe zur Schauspielerei und seine Abneigung gegen jedwede Schablonisierung und Verflachung der künstlerischen Eigenproduktivität brachten es mit sich, dass der vielfältig begabte Künstler auch Regie am Theater führt und jungen Leuten Schauspielunterricht gibt. ,Meiner Meinung nach muss man junge Leute für die Gegenwart und zugleich gegen sie erziehen, nur dann kann man dem „billigen Anzug von der Stange“ entgehen‘, meint Beiger nachdenklich. ,Auch jene Regisseure und Intendanten sind mir ein Gräuel, die nur sich und ihren Erfolg – und nicht mehr das Theater als Ganzen lieben‘. So bewundert er auch alle großen Komiker, ,denn sie müssen, um die tiefsten verborgenen Regungen der menschlichen Seele zu erfüllen, kluge Menschen sein!‘ ,Uli’s. (wie ihn seine Freunde nennen) ungezählte Bühnen- und Filmerfolge haben aus ihm keineswegs einen eitlen Geck gemacht. Er ist der zurückhaltend-liebenswürdige, ewig drahtige und humorvolle Mann geblieben, der er immer war. So fand er auch seine letzte Filmrolle in EL HAKIM ,wunderbar erregend‘, genau gesagt sind es zwei gänzlich verschiedene Typen, die er zu spielen hatte. Einmal ist er der cholerische, im Grunde unsichere und spontan großzügige Prinz Ali, der dem Hakim, dem angehenden, blutarmen ägyptischen Arzt Ibrahim hilft, zum anderen der bärtige Bootsbesitzer Husni, eine Figur, die zum Ausgangspunkt eines Lebensschicksals wird. ,Theater ist überhöhtes Leben‘, meint Ulrich Beiger, ,man muss beide kennen, dann weiß man erst, wo das Wahre und Richtige liegt‘.“

    Zweimal Ulrich Beiger, die den Schauspieler etwas näher näherbringen. Einen Schauspieler, der keine Schablonisierung anstrebte, sondern Geist, Esprit und eine tiefe Liebe zu seinem Beruf offenbarte.

    Reiner Boller (2016)

  • Renate EwertDatum24.12.2016 11:05
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    1958 steht Renate Ewert aber aufgrund eines Prozesses gegen den Filmproduzenten Günter Matern im Rampenlicht. Dieser Aspekt wurde bislang noch nicht beleuchtet. Damals ging es um einen Vertrag der Schauspielerin mit dem Produzenten, der ihre Gagen kassierte und ihr dann ihre vertraglich vereinbarten Monatsgehälter von 500 Mark im ersten Jahr bis zu 1500 Mark im dritten Jahr auszahlte. Außerdem erhielt Renate Ewert für ihre Filme Honorare bis zu 4000 Mark pro Film. Dank ihrer gestiegenen Popularität ist die Akteurin Anfang 1958 aber nicht mehr mit dem Vertrag einverstanden. Ihr Anwalt formuliert es wie folgt: „Ein derartiges Verfahren wird in der Branche als ,Menschenhandel‘ bezeichnet.“ Es geht natürlich um Geld. Bei einer Gage von inzwischen 15.000 DM für ihren letzten Film NACHTS IM GRÜNEN KAKADU und erwarteten Gagensteigerungen von bald 30.000 DM, würden ihr aufgrund des abgeschlossenen Vertrages mit dem Filmproduzenten lediglich 7.500 DM verbleiben (und 22.500 DM für Günter Matern). Aufgrund einer fehlenden Möglichkeit, das Vertragsverhältnis zu lösen, bezeichnet Ewerts Anwalt den Vertrag als „sittenwidrig“. Produzent Matern hingegen wirft Renate Ewert „Undankbarkeit“ vor und meint: „Als ich mit Renate Ewert den Vertrag gemacht habe, um sie als Filmschauspielerin herauszubringen, hatte sie fast kein Einkommen. Ich habe Tausende ausgegeben, für Bilder, Garderobe und Publicity. Erst dann habe ich sie 1955 herausstellen können. Im zweiten Halbjahr 1955 hat Renate Ewert 3.000 Mark verdient, 1956 bereits 18.000 Mark und 1957 immerhin 38.000 Mark. Jetzt, da sie glaubt, es geschafft zu haben, will sie von dem Vertrag nichts mehr wissen.“
    Der bekannte Münchner Journalist „Hunter“ stellt sich in seiner Stellungnahme (Abendzeitung, 11. Januar 1958) übrigens hinter den Produzenten Matern. „Ich finde es sehr einfach, mit vollem Magen und 38.000 Mark Verdienst im Jahr seinen Entdecker zu verklagen. Als der Magen noch leer war, fand das angehende Schauspielkücken, besser gesagt ihr Erziehungsberechtigter, nichts dabei, den Vertrag mit Matern zu unterzeichnen. Denn er gab ja eine Sicherheit. Ein monatliches Einkommen. Was wäre gewesen, wenn Renate Ewert nie einen Film gemacht hätte? Dann hätte Matern weiterzahlen können, fünf Jahre lang, genau wie es im Vertrag steht. Materns ,Verträge‘ haben auch nichts mit ,Managerverträgen‘ im üblichen Sinn zu tun. Managerverträge kennen kein Risiko. Der Agent muss an den Schauspieler keine Monatsgagen zahlen. Matern zahlt aber. Ich möchte nicht wissen, wo Renate Ewert und ein paar andere Entdeckungen von Günter Matern, wie Elma Karlowa, Erika Remberg und Ann Smyrner, heute wären ohne ihn… Wenn seine Nase richtig war und er aus unbekannten Mädchen Stars machte, dann soll er auch daran verdienen, zumindest so lange, wie es im Vertrag steht…“. Wie der „Menschenhandel mit jungen Talenten“ (Stuttgarter Nachrichten, 7. Februar 1958) ausgegangen ist, wäre sicher ein Thema für einen anderen Artikel.

    Hiermit endet nun die kleine Renate-Ewert-Zeitreise anläßlich des 50. Jahrestages ihres Todes. Vielleicht hat es die ein oder andere neue Info gebracht. Über Renate Ewert und andere deutsche "Starlets" lohnt sich bestimmt auch eine umfassendere Lektüre. Evtl. einmal ein Projekt für die Zukunft.

    Reiner Boller (2016)

  • Winnetou (RTL-Dreiteiler 2016)Datum24.12.2016 10:59
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Der neue WINNETOU ist eine wunderschöne Neuinterpretation der Winnetou-Geschichte geworden. Starke Bilder und starke Akteure! Wie TV-1967 auch schon erwähnte, macht sich auch der neue Sam Hawkens prächtig. Eine richtig schöner Cowboy-Typ.
    Großes Kompliment an die Produktion!
    Nicht nachvollziehen kann ich aber die "Aufregung" über die Filmmusik. Martin Böttchers Winnetou-Klänge sind natürlich superb. Aber Neuinterpretation bedeutet auch Neues. Die neue Musik hat zwar innerhalb des Werkes nicht den Stellenwert, den einst Böttchers Klänge ausstrahlten. Sie ist aber nicht so schlecht, dass dafür 2 Sterne abgezogen werden müssten.
    Ansonsten müsste man auch kritisieren, dass die Anzahl der Locations überschaubar war. Die Reitszenen dürften fast alle auf einem überschaubaren Landstreifen im Velebit in Szene gesetzt worden sein, oder? Die Weite der Prärie kommt da nicht 100% durch. Das wäre noch verbesserungswürdig.
    Aber ich will absolut nicht klagen - die neuen Filme sind prächtig. Sie zerstören NICHT die Legende und schaffen ihren eigenen Kosmos.
    Für weitere Filme sollte man aber auch location-mäßig den nächsten Schritt gehen (zumindest teilweise) - nach Durango in Mexiko. Wo es viele unterschiedliche Landschaften relativ nahe gelegen gibt. Und wo vor allem die Lichtverhältnisse bei der Szenerie Wunder wirken können.
    Jetzt genieße ich aber nochmals die Filme... Weihnachten nicht nur im Wilden Westen!!!

  • Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Bei Brauners Jubiläumsfeier vor kurzem wurde wohl erwähnt, dass Rat Pack inzwischen aber wohl doch wieder mit Brauner an Mabuse arbeitet... Wer Winnetou kann, kann auch Dr. Mabuse!

  • Renate EwertDatum22.12.2016 20:23
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Renate Ewert, über deren schauspielerische Karriere hier in diesem Forum schon ausführlich geschrieben wurde, hatte ihr Filmdebüt in 08/15 II. TEIL (1955). Damals suchte die Produktion lange Zeit verzweifelt nach einer Darstellerin für die Rolle der „Barbara Brucks“. In den Studios der Filmgesellschaft weilte gerade die junge Nachwuchsdarstellerin Renate Ewert zu Besuch. Sie hatte schon eine beachtliche Theaterkarriere hinter sich und war bereits als Synchron-Sprecherin mit dem Film in Berührung gekommen. Vor der Kamera hatte sie jedoch noch nicht gestanden. Regisseur Paul May sah sie und hatte den rettenden Gedanken: Probeaufnahmen! Als diese am nächsten Tage aus der Kopieranstalt kamen, brauchte die verblüffte Renate Ewert nur noch einzuwilligen, in München zu bleiben und in die Dreharbeiten Hals über Kopf hineinzuspringen. Sie tat es überschwänglich und spielbesessen.

    Bald wurde aus diesem ,Sternchen‘ ein wirklicher ,Star‘, denn schauspielerische Intensität brachte die ehrgeizige Ostpreußin genügend mit, dazu eine tiefgreifende, ausbaufähige künstlerische Basis. 1952 hatte Renate Ewert Schauspielunterricht in Hamburg genommen und zwei Jahre später mit großem Erfolg die Abschlussprüfung bestanden. Dann erspielte sie sich ihre ersten Sporen an der Kleinen Komödie der Hansestadt. Ein weiteres Mal packte sie das Glück am Schopf, als sie mit dem Ensemble des „Grünen Wagens“ auf Gastspielreise gehen durfte und somit gewissermaßen auf den Spuren einer großen Komödianten-Vorfahrin, der Caroline Neubert, wandelte.

    1958 steht Renate Ewert aber aufgrund eines Prozesses gegen den Filmproduzenten Günter Matern im Rampenlicht...

    Reiner Boller (2016)

    FORTSETZUNG FOLGT

  • Winnetou (RTL-Dreiteiler 2016)Datum20.12.2016 21:02
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Martin Böttcher wurde nach der Premierenvorführung gefragt, wie ihm seine Musik gefallen habe. Daraufhin antwortete er: "Man hört ja kaum meine Musik".

    Nach der Premierenaufführung kann man nur sagen: Festhalten und den neuen WINNETOU genießen!!! Die Legende lebt weiter und ein neuer Mythos wird geboren!!!

  • Renate EwertDatum18.12.2016 13:10
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Die Tragik des Falls zeigt sich am weiteren Schicksal der Eltern. Nachdem die Staatsanwaltschaft im Mai 1967 mitteilt, Renate Ewert wäre an einer Überdosis Schlaftabletten gestorben und niemand könne letztlich für ihren Tod beschuldigt werden, nimmt Vater Paul Ewert im November 1967 selbst eine Überdosis Schlaftabletten und stirbt an den Folgen.
    Schließlich vermeldet die Stuttgarter Zeitung am 18. März 1969: „Helene Ewert, die Mutter der vor zwei Jahren freiwillig aus dem Leben geschiedenen Schauspielerin Renate Ewert, hat sich in Hamburg das Leben genommen. Wie die Polizei am Montag mitteilte, ist die 58jährige Frau am Wochenende durch eine Überdosis Schlaftabletten in ihrer Hamburger Wohnung gestorben. Nach dem Tod Renate Ewerts im Dezember 1966… hatte auch ihr Vater, der Hamburger Getreidemakler Paul Ewert, den Tod gesucht. In einem Abschiedsbrief, der neben der Toten gefunden wurde, schrieb Helene Ewert, dass sie nach dem Tode ihrer Tochter und ihres Mannes auch nicht mehr weiterleben wolle.“
    Die Tragödie der Familie Ewert begann allerdings bereits schon im Kriegsjahr 1943, wie ein Bericht der Neuen Welt am Sonnabend, 27. Dezember 1966, beleuchtet: „Zehn Jahre alt war Renate Ewert, als sie mit Mutter und Bruder im letzten Kriegsjahr aus dem ostpreußischen Königsberg flüchten musste. Bei 25 Grad Kälte, unter ständigem Beschuss, erlebte sie zugleich mit einem unübersehbaren Heer deutscher Flüchtlinge Hunger, Not und Tod. Das allerschlimmste Erlebnis für die sensible kleine Renate war es jedoch, dass sei mit ansehen musste, wie ihre heißgeliebte, schöne Mutter Russen hilflos in die Hände fiel. In ihrem Versteck – einer alten, baufälligen Mühle – waren sie entdeckt worden… Renates Mutter, Helena von Wilkocewska, ist russisch-polnischer Abstammung, der Vater, Getreidehändler Paul Ewert, ist Ostpreuße…“.
    Über Renate Ewert heißt es da weiter: „Das aparte, rassige Gesicht, die Mischung aus Melancholie und Lebensfreude, die sie gerade auf Männer später so anziehend wirken ließ, verdankte sie zweifellos ihrer teils slawischen Abstammung. Schon an dem Kind Renate fiel der Gegensatz der unerhört intensiv blauen Augen zu den rötlichen Haaren auf und ließ voraussehen, dass aus dem kleinen Mädchen Renate einmal eine attraktive Frau werden würde. Über Lübeck führte sie der Weg nach Hamburg. Hier blieb die Familie Ewert… Zunächst hieß es jedoch, nach Kriegsende noch weitere vier Jahre auf den Vater zu warten, der in Gefangenschaft war. Bis zu ihrem vierzehnten Lebensjahr war Renate Ewert ausschließlich mit der Mutter zusammen gewesen. Kein Wunder, dass sei bis zuletzt besonders ihrer ,Mammi‘ in abgöttischer Liebe zugetan war…“.

    Reiner Boller (2016)

    FORTSETZUNG FOLGT

  • Renate EwertDatum17.12.2016 09:46
    Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Neue Meldungen im Fall Ewert sind dann erst wieder nach den Feiertagen Anfang 1967 festzustellen.
    Am 6. Januar 1967 schreibt wieder die Frankfurter Neue Presse: „Der Tod der 33jährigen Filmschauspielerin Renate Ewert am 4. Dezember ist immer noch voller Rätsel. Wie die Staatsanwaltschaft München mitteilte, sind nach den bisherigen Ermittlungen noch drei Möglichkeiten offen: entweder ist Renate Ewert an den Folgen eines dauernden Arzneimittelmissbrauchs gestorben oder sie starb an der fahrlässigen Einnahme einer Überdosis von Medikamenten oder sie hat Selbstmord begangen. Für eine unterlassene Hilfeleistung oder ein Verschulden Dritter hat der Staatsanwalt bisher keine Anhaltspunkte gefunden… Inzwischen hat eine der engsten Freundinnen der Verstorbenen, die Schauspielerin Erika Remberg, in einem Brief aus Madrid den Hintergrund weiter aufgehellt. Renate habe an Tablettensucht gelitten. Sie – Erika Remberg – habe immer wieder ihre Quellen durch Androhung von Anzeigen bei der Polizei verschüttet, aber Renate habe immer wieder neue zu finden gewusst. Ende Juni vorigen Jahres sei sie bereits eine ,menschliche Ruine‘ gewesen. Später habe Renate nur noch telefonisch allnächtlich stundenlang mit der Freundin verkehrt, um sie nicht sehen zu lassen, wie zerfallen, zerbrochen, gealtert sie ausgesehen habe. Sie habe auch versprochen, nach Berlin zu fliehen und sich herauszureißen aus ihrer Einsamkeit und Verkapselung. Erika Remberg zog das bittere Fazit: ,Renate ist gestorben an gebrochenem Herzen und an der plötzlichen Unfähigkeit ihres ausgemergelten kleinen Körpers, dem Gift zu widerstehen, das sie ihm jahrelang in unvorstellbaren Dosen zugeführt hatte.‘“

    Reiner Boller (2016)

    FORTSETZUNG FOLGT

  • Foren-Beitrag von Tarzan im Thema

    Das Buch zum deutschen Westernfilm - Vorankündigung:

    https://muehlbeyer-verlag.de/vorschaudet...in-germany.html

Inhalte des Mitglieds Tarzan
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